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Samstag, den 13. Juni 1931

Bei Ermittelung dieser Wertgrenzen sind die gewerblichen| Zwecken dienenden Grundstücksteile nicht zu berücksichtigen, falls der ungekürzte Gesamtfriedenswert( siehe Nr. 1) den Be trag von 12 000 Mark nicht übersteigt.

Die vorstehenden Steuerermäßigungen treten nur dann ein, wenn nicht nach anderen Vorschriften des Gesetzes eine weiter gehende Steuerermäßigung zulässig ist.

9. Nach Art. 9 Abs. 2 GGG.: Ermäßigung der Steuer in Höhe der Mehraufwendung für Zinsen für eine mehr als 25prozentige Aufwertung einer am 31. Dezember 1918 be standenen Hypothek( Restkaufgeldforderung pp.) gegenüber der Zinsaufwendung für eine 25prozentige Aufwertung.

10. ,, Art. 9 Abs. 3": Ermäßigung der auf gewerblich ge­nuste Räume entfallenden Steuer, wenn der Eigentümer diese Räume in Wohnungen umgewandelt hat. Die Ermäßigung er­folgt in dem Verhältnis, in welchem die Friedensmiete dieser Räume durch die Umwandlung gesunken ist.

11. ,, Art. 9 Abs. 4a": Ermäßigung der Steuer, inso­weit Mieträume ohne Verschulden des Eigentümers länger als einen Monat leer stehen.

12. ,, Art. 9 Abs. 4b": Ermäßigung der Steuer, inso weit die Einziehung der Miete dem Eigentümer nach Lage der Cache nicht möglich ist und die Unmöglichkeit glaubhaft gemacht wird.

13. ,, Art. 9 Abs. 4c": Ermäßigung der Steuer, inso­weit gewerblich genutzte Räume durch Betriebseinschränkungen oder ungünstigen Geschäftsgang nicht nur vorübergehend erheblich geringer ausgenutzt werden als in der Vorkriegszeit.

Gießener Zeitung"

sern, deren Friedensmiete mehr als 5 v. H. des Friedenswerts beträgt( Art. 13a des Gesetzes) in den Fällen, in denen die Existenz der davon betroffenen Hauseigentümer erschwert oder gefährdet wird, durch teilweise oder vollständige Außerhebung­segung der Steuer erhöhung nach Lage des Einzelfalles.

14. Nach Art. 10 Abs. 1 SGG.: Bei teilweise gewerb­lichen Zwecken dienenden Gebäuden: Berechnung der Steuer nach einem Steuersatz von 127,5 Rpf.( anstatt 160,75 Rpf.), falls der Gesamtfriedenswert 12 000 M. nicht übersteigt und der Wert der nicht gewerblichen Zwecken dienenden Teile nicht mehr als 7000 M. beträgt.

20. Nach Art. 15 GGG.: Unterstützung durch die Für forgeverbände in den Fällen, in denen die Erhebung der Steuer aus Gründen, die nicht in dem Steuergegenstand liegen( persön­lich ungünstige Verhältnisse), eine besondere Härte bedeuten

15. ,, Art. 10 Abs. 2": Bei nicht vermieteten Eigenhäu­fern( Einfamilienhäusern) im Friedenswert von über 7000 M., aber nicht mehr als 10 000 M.: Berechnung der Steuer nach einem Steuersatz von 127,5 Rpf.( anstatt 160,65 Rpf.), falls der Steuerpflichtige für 1929 nicht mehr als 100 RM. Ein­kommensteuer zu zahlen hatte und der Grundsteuerwert( Vor­kriegswert) seines sonstigen Grundvermögens am 1. April 1931 nicht mehr als 10 000 M. betragen hat.

würde.

Dasselbe gilt auch für Mieter und sonstige Nutzungsbe rechtigte, die dauernd oder vorübergehend die Miete, soweit sie durch die Sondergebäudesteuer bedingt ist, nicht tragen und eine entsprechende Wohnungsänderung nicht vornehmen können.

Reichsstädtebund- Tagung.

Der Gesamtvorstand und Hauptausschuß des Reichsstädte= bundes tritt am 27. d. M. in Mainz zu einer Tagung zusam­men, die unter der Leitung des Bundesvorsitzenden Oberbürger­meister Dr. Belian- Eylenburg stehen wird. Der Präsident des Preußischen Oberverwaltungsgerichts und Staatsminister a. D. Dr. Drews- Berlin wird auf der Tagung eine Gedenkrede auf den Freiherrn vom Stein halten.

16. Auf Grund des Artikels 12 EGG.: Ermäßigung der staatlichen Sondergebäudesteuer auf Antrag um zwei Drittel des Betrags, den der Steuerpflichtige nachweisbar als jährliche Verzinsung und Tilgung solcher Hypotheken aufwendet, die für notwendig gewordene laufende oder große Instandsetzungen auf: genommen sind( Reparaturhypotheken). Der An­trag ist bis zum Ablauf der Einspruchsfrist gegen den endgültigen Steuerbescheid zu stellen.

Die deutsche Auswanderung 1930 nach Berufen und Zielländern.

Lokales.

Kinderunfälle.

Nr. 47

Samstag, den 1

befindliche Perjon trogdem erleben w lich zur Schau get felbstverständlichsten Feindieligkeit und Kraftwagens gegen jtämend sein müßt Gus, daß man der tleinen und fleinste bringt, welche Gen digende Kraft in e nijchen Zeitalter m geflärt werden, we eines Kraftwagens Seteiligten durch d rufen werden könne trieb muß wachgeru tungsbewußtjein da Leichtsinn, Spielerei Nedereien gefährdet Es ist wohl als

Das Statistische Reichsamt meldet in seiner Uebersicht der tödlichen Verunglückungen im Deutschen Reich im letzten Be­richtsjahr wörtlich: Die Verunglückung von Schulkindern im Alter von 5 bis 15 Jahren dürften zumeist beim Spielen, ins­besondere auf der Straße zutragen. Die häufigste Verun glückungsart in diesem Alter ist dementsprechend Tod durch Ueberfahren. Ihm erlagen im Jahre 1928 550 Knaben und 222 Mädchen, das sind mehr als ein Drittel aller verunglüc ten Schulkinder( 2099). Dem Verkehr mit Kraftfahrzeugen fie­len allein 622 Kinder zum Opfer."

Die deutsche Auswanderung 1930 weist gegen das Vorjahr nicht nur in der gesunkenen Gesamtzahl, sondern auch in dem Anteil der Berufe und Zielländer beachtenswerte Aenderungen auf. Hinsichtlich der Berufe ist die Beteiligung der Land­wirtschaft von 21,48 auf 22,18 Prozent gestiegen. Ebenso stieg der Anteil der freien Berufe von 1,95 auf 2,65 Prozent, des Gesundheitswesens von 1,98 auf 2,25 Prozent; die Gruppe ohne Berufe und Berufsangabe" von 12,6 auf 16,41 Prozent. Gefallen dagegen ist der Anteil der Industrieangehörigen von 29,63 auf 27, 94, von Handel und Verkehr von 14,34 auf 13,72 Brozent, häusliche Dienste und Erwerbstätigkeit ohne feste Stellung von 15,6 auf 12,96 Prozent.

17. Auf Grund des Artikels 12 SGG.: Falls Repara­turkosten nicht schon nach Ziffer 16 zu berücksichtigen sind( Re­paratur hypothek!); Ermäßigung der staatlichen Sonder gebäudesteuer, wenn in der Zeit vom 1. April 1929 bis 31. März 1932 nachweisbar für laufende oder große Instandsetzun­gen mehr als 75 v. H. der einjährigen Friedensmiete aufgewendet werden. Die Ermäßigung beträgt zwei Drittel der Mehrauf­wendung, jedoch nicht mehr, als die Erhöhung der staatlichen Sondergebäudesteuer nach Art. 13a des Gesetzes( Erhöhung der Steuer, wenn die Friedensmiete mehr als 5 v. H. des Friedens­wertes beträgt) ausmacht. Antragstellung wie bei Nr. 16.

18. Auf Grund des Artikels 12 GGG.: Berechnung der Steuer auf der Grundlage einer fiktiven Friedensmiete, die aus der gegenwärtig tatsächlich vereinbarten Miete abzuleiten ist, wenn diese geringer ist als die auf der Grundlage der Friedens miete sich errechnende gesetzliche Miete; eine aus anderen, auch gesetzlichen Gründen etwa zugebilligte Steuerermäßigung ist auf­zurechnen. Antragstellung wie bei Nr. 16.

19. Auf Grund des Artikels 12 CGG.: Abschwächung der Erhöhung der Sondergebäudesteuer von denjenigen Häu

Der Mittelstürmer von Hollywood.

Ein Fußball- Roman von Sidney Horler. 8. Fortsetzung.

Diese an sich schon hohen Zahlen, die nur die tödlichen Unfälle betreffen, und die von den mit Verkrüppelungen, Ver­lust von Gliedmaßen, schweren und leichten Verletzungen ver­bundenen Unfällen vielleicht um das Zehnfache übertroffen werden, scheinen sich in der letzten Zeit noch mehr zu steigern. Eine Statistik über die vergangenen neun Monate meldete kürzlich, daß nur in Berlin durch den Verkehr 53,6 Prozent Kinder mehr tödlich verunglückten als in den entsprechenden Monaten des Vorjahres. Fast 700 Kinder erlitten schwere Ver­legungen durch Verkehrsunfälle!

Was die 3ielländer betrifft, so sank trotz einer ge­steigerten kontinentalen Auswanderung, die leider bisher in Deutschland statistisch noch nicht erfaßt wird, die Uebersee- Aus­wanderung nach europäischen Ländern von 0,60 auf 0,53 Pro­zent. Außerdem sank nur der prozentuale Anteil der Vereinig­ten Staaten von 77,05 auf 67,61 Prozent. Gestiegen ist er da­gegen bei allen übrigen Ländern, u. zwar bei Britisch- Nord­amerika von 9,34 auf 12,34 Prozent, bei Mittelamerita ein­schließlich Mexiko und Westindien von 0,27 auf 0,40 Prozent, bei Brasilien von 2,25 auf 3,15 Prozent, bei Argentinien von 5,76 auf 7,91 Prozent, bei dem übrigen Südamerika von 1,13 auf 2,38 Prozent, bei Afrika von 0,71 auf 3,56 Prozent, bei Asien von 0,07 auf 0,08 Prozent, bei Australien von 0,1 auf 1,15 Prozent.

Aus dem Briefe Margery Kirkbys war klar zu ersehen, daß sie der Ansicht war, er spiele noch immer als Amateur. Wahrscheinlich hatte sie von seinem Schicksal nichts erfahren; ein junges Mädchen, dessen Hauptinteresse dem Sport galt, las die Finanzrubriken der Zeitungen wahrscheinlich nicht.

Was sollte er tun? Er fonnte den Brief nicht unbeantwortet lassen, und da er in derselben Stadt wohnte, würde er früher oder später die Einladung des jungen Mädchens akzeptieren müssen. Andererseits mußte er einsehen, daß es für einen Profi nicht anging, mit jungen Damen der besten Gesellschaft Umgang zu haben und sie dadurch zu kompromittieren.

Aber

Angesichts solcher Zahlen nützt es nichts, auf die bösen Zeiten, auf die Autos und die Polizei zu schimpfen, vielmehr iit hier nur Selbsthilfe der Eltern und der Schule erfolgver­sprechend. In den Schulen arbeitet bereits die unter der be­währten Leitung von Herrn Rektor Hauer stehende Schulver­kehrswacht, der eigentlich sämtliche Schulen des Deutschen Rei­ches angeschlossen sein sollten, in vorbildlicher Weise. auch die Eltern müssen zur Vermeidung von Unfällen erheblich mehr beitragen, als dies bisher geschieht. Besonders muß in siesem Zusammenhang auf eine große Gefahr hingewiesen wer­den, der sich wohl die meisten nicht bewußt werden: Die Er­ziehung zur Autofeindschaft!

Die absoluten Zahlen der Auswanderung nach den ver schiedenen Reisezielen lassen stärker die Abnahme der Gesamt­auswanderung erkennen, es wanderten aus: nach Europa 198 ( im Vorjahre 293), nach den Vereinigten Staaten von Amerika 25 073( 37 457), Britisch- Nordamerika 4575( 4538), Argentinien 2933( 2799), Brasilien 1167( 1238), übriges Südamerika 881 ( 548), Afrika 1322( 347), Australien 57( 46), Asien 29( 34).

Er fämpfte einen schweren Entschluß mit sich. Zwei Stim­men fämpften in ihm um die Oberhand. Die eine sagte ihm, daß er ein Narr wäre, die Gelegenheit, eine angenehme Bekannt­schaft fortzusetzen und zu pflegen, vorbeigehen zu lassen. Die andere Stimme warnte ihn davor, eine Freundschaft anzuneh­men, die ihm offenbar in einer falschen Voraussetzung ange­boten worden war.

Schließlich entschloß er sich, seine geänderten Verhältnisse in einem Antwortschreiben klarzulegen und es dann dem Mädchen zu überlassen, zu handeln, wie ihr beliebte. Nachdem er zu die­sem Entschluß gekommen war, wandte er sich dem Briese zu und fand, daß Margery Kirkby vergessen hatte, ihre Adresse auf den Brief zu setzen. Sie hatte auf einem gewöhnlichen Bogen Briefpapier geschrieben, lediglich mit der Datumangabe ,, Dienstag".

Kaffee wird ins Meer geschüttet.

Rio de Janeiro. Die Kaffeepflanzer machen jetzt ihre Dro­hungen wahr und wehren sich gegen den Drud auf die Kaffee= preise durch Vernichtung der lagernden Kaffeevorräte. In Uebereinstimmung mit ihrem ,, Verteidigungsplan" sind bereits 4500 Säde Kaffee ins Meer geschüttet worden. Es sollen aber noch weitere 40 000 Stüd in nächster Zeit auf die gleiche Weise vernichtet werden.

ftige Umstellung un unbedingt notwendig einem ganzen Gebie lehrung und Aufklä

riemals in früherer badet worden, in Fl in denen die Sport Schritte machten. Un Todeszahlen an Eri Im Intereffe i Eltern aus diesem auch auf dem Gebi folge zu erzielen.

Alle Menschen, die nicht selbst Auto fahren, pflegen mit Selbstverständlichkeit über die Autoraserei, über das Hupen, über den Bezingestant, über die Staubplage zu schimpfen, und sie bedenken dabei nicht, daß ihre Kinder unbewußt diese Feind seligkeit gegen das mit Motor betriebene Fahrzeug in sich auf­nehmen. Daraus erwächst, besonders bei den Jungen mit zu­nehmendem Alter, ganz ausgesprochen natürlich in den Rüpel­jahren, eine gewisse Freude daran, die Kraftfahrer zu ärgern. An sich reizt ja jedes Verbot besonders die Jugend zur Ueber­tretung. Und auch die Verkehrsregeln sind für die allermeisten jugendlichen Radfahrer und Fußgänger nur dazu da, um mög: lichst geschickt übertreten oder umgangen zu werden. Einfügung in die heutzutage in der Großstadt sowie auf der Landstraße unumgänglich notwendige Verkehrsdisziplin erscheint den halb­wüchsigen Jugendlichen als lächerliche und überflüssige Unter­ordnung unter einen unerträglichen Zwang. Alle diese Ge­fühle werden durch die Erwachsenen noch bestärkt, wenn der Jugendliche aus dem Munde der Eltern oder anderer Cowacyje ner bei jeder ingendwie möglichen Gelegenheit Schelten und Schimpfen über die Kraftwagen und Kraftfahrer hört. Es fehlt das Gefühl dafür, daß der Fahrdamm jeder Straße den Fahrzeugen gehört, die das Recht darauf haben, in den gesetz­lich zugelassenen Grenzen dort auch schnell zu fahren.

das erstemal als bezahlter Spieler vor die Oeffentlichkeit treten sollte, um so nervöser wurde er. Seine innere Unruhe wurde noch gesteigert. als am fritischen Tage ein Herr, von dem man ihm schon vorher gesagt hatte, daß er der Vorsitzende des Klub­direktoriums sei, im Ankleideraum auf ihn zuschritt und ihn prüfend beobachtete, als er den roten Dreß anlegte. den er, wie er sich innerlich geschworen hatte, in Ehren tragen wollte.

So war es also nichts mit dem Antworten. Und darum verlor Marr auch feine weitere Zeit mit nutzlosen Erwägungen. Wenn die Gelegenheit zu Erklärungen kommen würde, wollte er sie nützen. Vorläufig konzentrierte er seine Gedanken auf das wichtige Ligaspiel mit den Wanderers, welches für den fommenden Samstag auf dem Hollywood- Platz ausgelost war. Er wußte, daß er für dieses Spiel aufgestellt werden sollte und daß alle Augen auf ihn gerichtet sein würden. Diesmal sollte es eine wirkliche Probe für den Ernstfall bedeuten, von seinem Erfolg würde seine Zukunft als Berufsspieler zum Groß­teil abhängen. Das war tlar, denn erstens fagte ihm das sein eigener Verstand, und zweitens hatte auch Ben Warriner eine diesbezügliche Bemerkung gemacht.

Ich habe viel Gutes vom Manager über Sie gehört," sagte der Direktor. Es ist hauptsächlich seiner guten Meinung zu= zuschreiben, daß wir das große Risiko auf uns nehmen, Sie in diesem wichtigen Spiel aufzustellen. Schau'n Sie dazu, daß Sie uns nicht im Stich lassen, mein Junge!"

,, Keine Sorge wegen Samstag, mein Junge! Du mußt bloß zeigen, was in dir steckt, und alles ist in schönster Ord­nung. Ich werde dich jedenfalls das ganze Spiel ordentlich mit Bällen füttern."

Je näher der schicksalsschwere Tag rüdte, an dem Marr

..Ich will mein Bestes tun!"

Marr hatte das Gefühl, daß diese Antwort notwendig war. Die wenigen Worte, welche der Direktor an ihn gerichtet hatte, zeigten ihm so klar wie nichts zuvor den Unterschied zwischen früher und jetzt, wo er bezahlter Spieler war. Diese Leute zahlten ihm ein Gehalt für seine Leistung und waren entschlossen, darauf zu sehen, daß er sich das Geld auch redlich verdiene.

25 Jahre Hei 25 Jahre, seit der gründet worden ist. Pfarrer in Seppent Ihm zur Seite stand Erfenntnis durchdru fonie neue Wege ge ählt heute 160 Schr Arbeit stehen. Sein figen evangelischen dem bildet er Pf feiner staatlich aner

Wenn früher in den geruhsam- gemächlichen Zeiten ein über­mütiger Bengel einen Schneeball nach dem Kutscher eines Wa­gens warf und ihn mitten ins Gesicht traf, so war das ein ganz amüsanter Dummerjungenstreich. Wenn heute ein Schnee­hall oder ein Stein einen Autolenker trifft, so kann dadurch das Leben von zahlreichen Personen aufs höchste gefährdet sein. Ein fahrlässiges oder böswilliges Außerachtlassen der Verkehrs­regeln durch einen Fußgänger oder Radfahrer fann eine ganze Reihe von Fahrzeugen mit ihren Insassen und in der Nähe

| Hollywoodspieler in sich aufgenommen. Bis zum letzten Atem­zug", hieß das Motto des Klubs, was das Schicksal auch immer bringen mochte. Wenn der Klub zum Sterben verurteilt war, dann lag der Grund sicher nicht bei den jungen, roten Räm­pen, sondern bei der Stadt, deren Namen der Klub trug. Holly­wood betrat das Feld immer mit diesem Bewußtsein in der Brust. So war es auch heute gegen die Wanderer, und nie mand war entschlossener als Richard Marr. Jetzt dachte Marr auch nicht mehr an sich selbst, sondern nur an den Klub, dem er diente so früh hatte der traditionelle Geist der Mann­schaft von ihm Besiz ergriffen.

Dann aber schwand das letzte Angstgefühl, welches er bis run gehabt hatte. Mangel an Selbstvertrauen durfte er in seiner Lage nicht hochkommen lassen. Er hatte früher nie daran gelitten, und es war absolut kein Grund vorhanden, jetzt mut­los zu sein.

Der Geist eines Starken wird nur gestärkt, wenn er weiß, daß ein schwerer Kampf seiner harrt. So war es jetzt bei Ri­chard Marr. Der Entschluß, zu spielen, wie er vorher nie ge= spielt hatte, ließ jeden Nerv in seinem Körper vor Erwartung zittern. Schon um seiner Selbstachtung willen mußte dieser Nachmittag ein Erfolg sondergleichen sein.

Die Wanderer waren als eine zähe und gefürchtete Elf bekannt, abgleich sie nur zur zweiten Ligaklasse gehörten, und da heute ein bekannter Amateurspieler für die heimischen Far­ben antreten sollte, waren die Fußballenthusiasten Hollywoods vollzählig zur Stelle. Als die beiden Mannschaften das Spiel­feld betraten, füllten an siebentausend Zuschauer die Tribünen; für Hollywood schon eine Rekordziffer.

Schon nach wenigen Minuten war es llar, daß es einen harten Kampf geben würde. Die Wanderer, die viele Jahre hindurch Fußballgeschichte gemacht hatten, waren in der letzten Saison in die zweite Klasse abgestiegen, und sie kämpften mit übermenschlicher Anstrengung, um ihre alte Stellung wieder zu erobern. Augenblicklich figurierten sie als Dritte in der Ta­belle, mit einem Vorsprung von zwei Punkten vor ihren heu­tigen Gegnern. Dieser Vorsprung, hatie die heimische Mann­schaft sich geschworen, mußte beim Schlußpfiff eingeholt sein.

Obgleich Marr erst einige Tage mit seinen neuen Kamera­den zusammen war, hatte er doch schon den Kampfgeist der

Da beide Seiten mit grimmiger Entschlossenheit auf Sieg spielten, wurde nicht viel Rüdsicht erwartet. Es mußte dem früheren Amateur zustatten kommen, daß er achtzig Kilo fester Knochen u. Muskel besaß u. sie in die Waagschale werfen fonnte. Nach wenigen Minuten wußte er, daß er jedes Gramm Gewicht, das er hatte, gut gebrauchen würde. Bartley, der Mittelstür­mer der Wanderer, hatte mit Hohn und Verachtung von den glänzenden Taten gelesen, die Hollywood von dem bekannten Amateur erwartete, und er war entschlossen, die Propheten ins Unrecht zu setzen! Ein rücksichtslojer, roher Tadler, ein Mann, stärker als irgendeiner seiner Elf, fonnte er bei rüdsichtsloser Anwendung seiner Kraft jeden Gegner vom Ball drängen.

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Es gelang ihm das erstemal, denn Marr hatte sich in jenen ersten Minuten des Spiels noch nicht seiner Umgebung an passen können. Das Resultat war, daß er beim ersten Durch­bruch plötzlich durch einen furchtbaren Rempler zur Seite ge= schleudert und halb besinnungslos zu Boden gelegt wurde. Das sprang, aber es war nicht Furcht, die diese Blässe verursachte, Gesicht des Stürmers war leichenblaß, als er rasch wieder auf­sondern Schmerz. Aber, obgleich sein Körper schwer havariert war, sein Kampfgeist brannte feuriger denn je zuvor. Schiedsrichter jah ihn fragend an und hielt die Pfeife halb ant die Lippen, aber der junge Mittelstürmer schüttelte den Kopf und schoß davon, um an einem Angriff teilzunehmen, der, yon Hollywoods rechtem Läufer ausgehend, durch den Rechtsaußen erfolgreich nach vorne getragen wurde. Einige Sekunden spä ter bekamen die erregten Zuschauer die erste Kostprobe von der Qualität des jungen Fußballrekruten. Obgleich Marr mit un heimlicher Schnelligkeit vorwärts raste, gelang es ihm durch einen fühnen Luftsprung, den Flankenball, welcher von der rechten Seite hergeflogen fam, mit dem Kopf zu erreichen und im Sturz noch mit Wucht und Präzision gegen das Tor zu töpfen. Brousender Beifall peitschte durch die Luft. Als Marr wieder auf den Beinen stand, gelite es tausendfach über das Feld: Ede!" Nur mit knapper Not hatte der Tormann der Wanderer das Geschoß zur Ecke drehen können. Die Ede wurde fnapp verschossen, aber der Appetit der Menge war nun gereizt. Fortsetzung folgt.

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