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Samstag, den 12. Dezember 1931.

Aus Nah und Fern.

Nidda.

Infolge der überaus ungünstigen Wirtschaftslage hat die Stadt Nidda einen Fehlbetrag von rund 30 000 R.-Mt. Die Erhaltung des Schulwesens wird nur dann als möglich be­zeichnet, wenn die Stadt eine entsprechende Unterstützung erhält.

Bad Nauheim. Bis zum 10. Dezember 1931 betrug der Gesamtbesuch 31 070 Gäste; darunter 5320 Ausländer. An­wesend waren an diesem Tage 418 Gäste.

Friedberg. Ein Briefträger aus Nieder- Rosbach, der sich auf einem Bestellgang befand, wurde von Räubern überfallen und beraubt. Die Täter erbeuteten etwa 90 R.-Mt. und konn­ten unerkannt entlommen.

Lauterbach. Ein Schmerzenkind unter den Bekehrseinrich­tungen Lauterbachs ist die Postautolinie Ulrichstein- Lauter­bach; sie erforderte im ersten Halbjahr 1931 einen Zuschuß von etwa 1000 R.-Mt. Früher wurden im ganzen Jahre nur 800 bis 1000 R.-Mt. aufgewendet. Die Zuschußleistung ist ab 1. Januar 1932 gekündigt.

Lauterbach: Die Stadt hat nicht weniger als 27 000 Rmt. an Wohlfahrtskosten jährlich aufzubringen. In der neu einge­richteten Volksküche sollen im Winter über etwa 300 Personen täglich gespeist werden.

Schlitz. In der jüngsten Sitzung des hiesigen Gemeinde­rats wies Bürgermeister Dr. Nicpoth bei einer Besprechung über tommunale Notstandsarbeiten u. a. darauf hin, daß viele junge Leute, infolge der Not der Zeit beschäftigungslos feien, auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen die Erwerbslosen­unterstützung nicht erhielten und deshalb bei der Arbeitsbeschaf­fung besonders zu berücksichtigen wären. Bürgermeister Dr. Niepoth machte dabei den Vorschlag, bei kommunalen Not­standsarbeiten fünftig dem Gedanken des freiwilligen Arbeits­dienstes näherzutreten.

Offenbach a. M. Ein jähriges Kind, das in einem un­bewachten Augenblid in eine Badewanne mit heißem Wasser fiel, wurden mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus ge= bracht, wo es bald darauf starb.

Darmstadt. Die Schalter der Darmstädter Volksbank sind ab Montag wieder geöffnet, nachdem der Vergleich von den Ge­nossen anerkannt und vom Gericht bestätigt worden ist.

Darmstadt. Ministerialrat Wilhelm Diehl, der Schöpfer und Betreuer unseres Berufsschulwesens in Hessen, konnte die ser Tage seinen 60. Geburtstag feiern.

Gustav- Adolf- Gedächtnisfeier in Erfelden.

Am 8. Dezember 1631 übernachtete König Gustav Adolf von Schweden anläßlich seines berühmten, Rheinübergangs, zu dessen Gedächtnis er die bekannte Säule errichten ließ, in dem Dorfe Erfelden. Zur Erinnerung daran wurde an dem noch stehenden Hause am Sonntag, den 6. Dezember ds. Js. eine Bronzetafel angebracht, die von der Gemeinde und dem Hessischen Hauptverein der Gustav- Adolf- Stiftung gewidmet ist.

Heppenheim a. d. B. Ein 30jähriger Mann wurde beim Holzfällen von einem umgeschlagenen Baum in den Rücken getroffen. In hoffnungslosem Zustande wurde er Mann in die Heidelberger Klinik gebracht.

Wetzlar. Die Scheune eines Landwirtes in Nieder- Kleen geriet auf bisher noch ungeklärte Weise in Brand. Eine zweite anschließende Scheune wurde ebenfalls ein Raub der Flammen. Der Schaden ist beträchtlich, jedoch durch Versicherung gedeckt. Dillenburg. Die freiwillige Arbeitsdienstpflicht soll auch im Dillbezirk eingeführt werden. Der Jungdo hat bereits ent= sprechende Schritte bei den in Frage kommenden Behörden betr. etwaigen Projekten unternommen.

Kassel. Eine 77 Jahre alte Greisin wurde morgens in ihrer Wohnung mit einer Stichwunde tot aufgefunden. Allem An­schein nach wurde die Greisin ermordet, da eine Geldkasette fehlte.

Frankfurt a. M. Ein Posthelfer, der 350.- R.-Mt. Post und Rundfunkgelder unterschlagen und verspielt hatte, konnte festgenommen werden. Er wurde zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt.

Frankfurt a. M. Beim Reinigen seines Dienstrevolvers wurde ein Polizei- Hauptwachtmeister durch einen losgegangenen Schuß an der linken Schläfe schwer verletzt. Auf dem Trans­port zum Krankenhaus starb der Beamte.

Praktische Weihnachtsgeschenkartikel!

,, Gießener Zeitung"

Der weise Mandarin.

Bor einiger 3eit wurde in einem Tempel in China( 3hr wißt doch, das ist das Land, wo die Männer lange 3öpfe tragen) eine alte Steinplatte gefunden. Au derselben ſtanden un nt­zifferbar erscheinende 3eichen, und die Leute zerbrachen sich dn Kopf, was diese seltsamen Schriftzeichen wol bedeuten k n nen. Endlich kam einer von ihnen auf d.n Gedanken, di sen Stein einem weisen und gelehrten Manne, einem Ma da in vorzulegen. 3wei von ihnen machten sich auf den Weg, um dn gelehrten Mann zu fragen, ob er wohl verſtünde, was au der Blatte steht. Hier seht Ihr in die beiden bei dem Manda in; sie halten die Steinplatte, damit er die Schrift gut lesen kann. Und was glaubt Ihr, was geschah? Nach kurzem Ueberlegen hatte er gefunden, was es heit!-

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Nun sollt Ihr auch einmal versuchen, es h rauszubekommen, und ich denke, daß Ihr Euch von einem Chinesen, auch wenn er noch so gelehrt ist, nicht werdet beschämen lassen. Ich will Euch aber etwas helfen, indem ich Euch hierunten sage, wie Shr bei der Lösung der Aufgabe zu Werke gehen müßt.

Die ersten drei untereinander stehenden Kreuze bedeuten ein Umstandswort von drei Buchstaben, die zweiten eine Form von sein" und die beiden anderen Kreuze ein Verhältnismo t. Bei den beiden schräg ablaufenden Kreuzgruppen muß man zuerst alle die drei untereinander stehenden Kreuze durch Wör­ter von je drei Buchstaben ersetzen. Die oberen Buchstaben hin­ter einander gelesen ergeben aber zwei Wörter. Die dr.i oben unter einander stehenden Kreuzgruppen und die beiden schräg ablaufenden zusammen bilden einen ganzen Satz. Die unter einander stehenden Kreuze der zwei langen Reihen bedeuten nacheinander folgendes:

Nicht dünn; ein unbestimmies Geschlechtswort; en a drs Wort für Spaß; eine Tageszeit; ein weibliches Tier; cine Stadt in der Schweiz; eine Leffnung; ein Verhältniswort; ein Umstandswort; hat jedes Haus; ein Fragewort; ein Fluß; nicht trocken; was jeden einmal erreicht; eine 3ahl; eine Farbe; wich­tig im Verkehrsleben; ein seltenes Tier; ein Fluß; im Ge­birge.

Nun bin ich aber gespannt, ob Ihr die rätselhafte Schrist entziffern könnt!

Frankfurt a. M. Ein dreiköpfige Diebesbande drang in der Donnerstag- Nacht in ein Zigarettengeschäft ein und stahl für 5000. R.-Mt. Tabatwaren. Gleichzeitig drangen sie in ein Putzgeschäft ein, wo sie für 100 R.-Mt. Wäsche stahlen. Die Diebe fonnten unerkannt entkommen.

Kampf gegen das Weihnachtsfest. Auch in diesem Jahr bereiten die Gottlosenverbände in Ruß­land einen Kampf gegen das Weihnachtsfest vor. Die Losung des Kampjes lautet: ,, Christus verdeckt die großbäuerliche Ge­genrevolution. Weihnachten jetzt die Produktivität der Arbeit herab. Gegen Weihnachten ununterbrochene Arbeit. Sait Weihnachten Tage der Industriealisierung. Kämpft gegen die friedlichen Stimmungen gegenüber der Religion!" Anti­religiöse Weihnachtsvergnügen sollen das Weihnachtsfest ersehen. Gotteslästerliche Chöre, Schauspiele, in denen das Weihnachts­fest als Gelegenheit zum Eichbeirinken dargestellt wird, anti­religiöse Gesellschaftsspiele werden vorbereitet. Und man glaubt wirklich, damit das Weihnachtsfest zu überwinden.

Nr. 97.

dert wird. Bemerkenswert ist, daß diese Schriften in Rußland gedrudt sind. Sie werden in diesen Wochen bis zum Weih nachtsjest in ganz Deutschland in Massen verteilt.

Auch auf Deutschland geht der Kampf gegen das Weih­nachtsfest über. Bei Massenkundgebungen der kommunistischen Gottlosen in Berlin wurde eine Unzahl Gottlosen- Hetschriften verteilt, in denen zum Kampf gegen den Christbaum aufgefor=

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Das beste Mittel, dem Kampf zu begegnen, ist wohl ein vecht inniges Ausgestalten des Weihnachtsfestes unter recht starkem Betonen des Religiösen und Zurüddrängen des Sen timentalen, das im Lauf der Zeit sich ihm angehängt hat. Bolle Kirchen sind die beste Abwehr!

Neue Bücher.

Erscheint

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Der Höllenhund. Ein heiterer Roman vom flirrenden Da­sein von Max Kronberg. Verlag Otto Janke, Leipzig. Brosch. 3. R.-Mt., Ganzl. 4.50 R.-Mt. manchmal sogar unverschämt ist dieser Höllenhund" ein Buch, bei dessen Lektüre man alle Sorgen und Nöte des ab­gehetzten, refordsüchtigen Daseins vergißt. Eine unterhaltende Liebesgeschichte, die Tempo und Schmiß hat, mit tihender Di alogschärfe, lebenswach, scharmant, flüssig, schimmernd und schil. lernd, für unsere gequälte und belastete Zeit eine wirkliche Erholung. Alles ist pulsierendes, modernstes Leben, prachtvoll gestaltet.

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Die Teufelsschlucht in der Sierra Madre n. Otto Schilt. Mit 4 farb. Bildern ron Eduard Winkler. 200 S. Halbeinen 3.80 R.-Mt. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. K. M. 10 Die Jugend hat von jeher ihre besondere Freude an exotischen Abenteuererzählungen gehabt. In die Reihe die­ser Erzähler gehört auch Otto Schilt, und man muß sagen, daß er seine Sache versteht, Diese im Innern Mexikos spielende Geschichte nimmt den Leser nach kurzem Einlesen völlig ge­fangen und läßt ihn nicht mehr los, bis er die letzte Seite ver­schlungen hat.

Thienemanns technische illustrierte 2 Mart- Bücher. Zu Weihnachten 1931 sind wieder neue Bände für Knaben und Mädchen erschienen, darunter: von Werner Gräff Das Buch vom Auto". Mit zahlreichen Photographien. 64 S. K. Thiene­manns Verlag, Stuttgart. KME. Was die vielen Hebel, Pedale und Kabel bedeuten, wie der Motor arbeitet, die Steu erung, das Licht eines Autos und was man sonst über die Be­reijung, die Karosserie, das Chassis und das Fahren selbst wis­sen möchte, ist hier in dieser Autofibel von einem Jachmann in einfacher, tlarer verständlicher Form beschrieben.

Kommunistische Wühlereten in der Marine, sind ebenso wie im Heer, bisher erfreulicherweise vergeblich gewesen, wie das Reichswehrministerium fürzlich in einer amtlichen Mitteilung Bekannt gegeben hat. Interessante Einzelheiten hierzu bringt die Dezbr.- Nr. der ,, See", der Zeitschrift des Deutschen Flotten­Vereins, Berlin. Matthäikirchstr. 13.

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