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Nr. 97

Samstag, den 12. Tezember 1931.

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Walter Riffler

Ratgeber für

Zinsfreie Kapitalbeschaffung.

Durch das am 1. Oftober 1931 in Kraft getretene Gesez, das die Bausparkassen unter die Aufsicht des Reichsaufsichtsamtes stellt, haben nunmehr die Bausparer in ihrer Gesamtheit end­lich einen reichsrechtlich gesicherten Schuß erhalten, auf den die guten Bausparkassen seit langem Wert legten.

Die Grundlage einer gesicherten Eristenz zu schaffen, sich nach und nach ein Eigenheim zusammenzusparen und so für Familie und Alter zu sorgen, ist in der heutigen Zeit eine der wichtigsten Lebensfragen. Alle Verluste durch Inflation und Wirtschaftsnöte hat der Grundbesitz immer noch weitaus am besten überstanden. Die Sachwerte blieben allein wertbeständig. Wer ein Haus sein eigen nennt, weiß und sieht, was er hat. Deshalb ist es heute mehr denn je ein Gebot der Zeit, sich Haus- und Grundbesitz zu sichern.

In der heutigen fapitalschwachen Zeit ist die Bausparkasse bie einzige Möglichkeit, sich das dazu erforderliche Kapital zu be­schaffen. Durch gemeinsames Sparen aller Bau- und Zwecksparer fließen riesige Kapitalien zusammen: die deutschen Bausparkassen teilen auch jetzt monatlich über 20 Millionen Reichsmart zu. Zweifellos bietet gerabe eine neue Bausparkasse, die von ver­trauenswürdigen Persönlichkeiten, von Bausparfachleuten geleitet wird, für einen Sparer nach jeder Richtung hin die besten und günstigen Aussichten, vor allem schnelle Zuteilung des beantrag ten arlehns.

Es gibt da neue Bausparkassen, wie auch die ,, Ecart"-Bau­sparkasse in Berlin NW 7, die günstige und flar verständliche Bedingungen haben und es so den Interessenten sehr leicht machen, sich ein Eigenheim zu schaffen. Die Bedingungen sind jedermann zugänglich.

Das System der Bausparkasse bietet außerdem noch die Möglichkeit, die bestehenden Hypothefen mit ihren unerträg­lich hohen Zinslasten und ihrer unsicheren Kapitalbeschaffung bei Erneuerung einer Hypothet, in untündbare, zin3lose, in etwa 20 Jahren abzuzahlende Hypotheken umzuwandeln.

Auch die Landwirtschaft, die wohl am meisten bei den gedrückten Preisen ihrer Erzeugnisse unter den unerträg­lichen Zinslasten leidet, fann sich durch den Abschluß mit der Bausparkasse in den Genuß der gewaltigen Vorteile des zins­freien Bausparkassengeldes seßen.

Es wäre sehr zu wünschen, wenn all diese Gedankengänge immer weiteren Raum im deutschen Volf gewinnen würden, wie dies in Amerika und England schon seit einem Jahrhundert der Fall ist. Für das Erstarken der deutschen Volkswirtschaft sind in der Zukunft starke und gut geleitete Bausparkasseninstitute notwendig.

Mütter gehen in die Schule.

In unzähligen, von der Frauenhilfe" eingerichteten Mütter­schulen sißen in Deutschland ernste und verantwortungsbewußte Mütter auf der Schulbant. Das ist gut so, denn in keinem Be­rufe liegt so die Verantwortung für das Schicksal der deutschen Wirtschaft und Volksgesundheit begründet, wie in dem schweren Beruf der Hausfrau und Mutter.

Da ist z. B. die Schule für Mütterbildung" in Potsdam. Dort kommen aus allen Gegenden Deutschlands zu längerem Kurs Mütter und Frauen zusammen, die zu Lehrerinnen und Berate­rinnen der Frauen ausgebildet werden. Es ist verständlich, daß neben den ethischen und kulturellen Fragen der Volkserhal­tung und Voltserneuerung naturgemäß die Probleme der Volks­wirtschaft in ihrem Zusammenhang mit Gesundheit und zweck­mäßiger Ernährung der Familie bearbeitet werden. Nicht rein theoretisch ist dieser Unterricht der Mütter. Jm Sinne moderner Erziehung besucht man Industrieanlagen, Ausstellungen, Wirt­schafts- Institute der Reichshauptstadt, um den Frauen Gelegen­heit zu geben, anhand praktischer Beobachtung ihre Aufklärung in unzähligen Kursen und Mütterschulen im Reich zu beleben.

An dem Tag unseres Besuches ging es in die wirtschaftliche Hochschule des Buckers, in das Institut für Zuckerindustrie.

Man staunte über das interessante Museum, das einen Überblic über die Entwicklung der Zudergewinnung und Zuckerbereitung gibt. Man bewunderte die großartigen chemischen Laboratorien, die Kleine Zuckerfabrit, die dort aufgebaut ist und praktische Er­neuerungen der Zuderherstellung, ausprobiert. Zum Schluß ver­sammelte man sich in einem der Hörsäle des Instituts, um einem Vortrage über das weiße Gold der Landwirtschaft z11 lauschen.

Mütter, saßen auf der Schulbant. Es ging auch um wichtige Fragen zweckmäßiger Ernährung und die Steigerung des Zucker­verbrauchs im Interesse der Volksgesundheit und der deutschen Landwirtschaft. Die anderen Völker haben uns ein gutes Beispiel gegeben.

Fast bei allen anderen Kulturvölkern wird mehr Zuder ver­braucht als in Deutschland, obwohl der Zuckerrübenbau und die Zuckerrübenproduktion bei uns mehr als genug ist. Lange Zeit hat man den Zucker verkannt. Die Wissenschaft weist in der leẞten Zeit ständig und mit Nachdruck darauf hin, daß eine Reihe von Vorurteilen, die über den Genuß von Süßigkeiten im Umlauf sind, sehr töricht und verhängnisvoll sind. Erst in der legten Zeit so führte der Vortragende aus

Radium hilft und heilt!

wurden

Es dürfte allgemein bekannt sein, daß die medizinische Wissenschaft überhaupt die Heilkunde Imit dem bereits vor drei Jahrzehnten entdeckten Radium erst jetzt eine bedeutende Bereicherung erfährt.

Radium, das gewaltige Lebensenergien ausstrahlende Wunder­element, ist in den weitesten Kreisen als Belebungs- und Heil­faltor bekannt. Die wissenschaftlichen Untersuchungen zahlreicher Forscher, wie z. B. Dantwiß, Falte, Lazarus, Neußer, Sorge, Straßburger, haben erwiesen, daß sowohl Radium- Strahlen als auch die Radium- Emanation( Radium- Gas, auch Radon ge nannt) auf den menschlichen Organismus einen starken Einfluß ausüben.

Die Radium- Emanation beeinflußt eine Reihe wichtiger Lebens­borgänge im menschlichen Körper. Bei Menschen, Tieren und Pflanzen grenzt ihr Einfluß oft ans Wunderbare. Sie steigert das Wachstum der gesunden und den Zerfall der kranken 8ellen. Das beste Beispiel hierfür ist der Krebs, denn das Radium ist die Hauptwaffe in dem Kampf gegen diese Krankheit geworden. Die Radium- Emanation steigert den Stoffwechsel, den Eiweiß­Umsatz und die Harnsäureausscheidung. Nicht nur in einem nicht geringen Prozentsatz der Fälle von chronisch- rheumatischen Er frankungen, sondern auch von Gicht eines oder mehrerer Gelenke, bei denen bisher jede andere Therapie keinen oder nur geringen Erfolg gebracht hatte, wurde ein günstiges, oft sogar überraschen­des Resultat durch Radium erzielt.( Prof. Straßburger.)

Die Behandlung mit Radium in schwachen Dosen( Radium­Schwachbestrahlung) ist ungefährlich und trotzdem von größter Wirksamkeit bei einer ganzen Reihe von Krankheiten. Die Radium­Schwachbestrahlung läßt sich in verschiedenen Formen anwenden, doch ist es in den meisten Fällen geboten, mehrere Arten der Be­handlung zu tombinieren. Man unterscheidet hier am zwed­mäßigsten die Radium- Trinkkur und das Auflegen von Radium­

,, Gießener Zeitung"

Haus, Hof und Familie

Untersuchungen angestellt, die nachwiesen, daß z. B. schlechte Zähne feinesfalls durch den Genuß von Süßigkeiten verursacht werden. Auch dem Gespenst der sogenannten Buderfrantheit" ist man wissenschaftlich zu Leibe gerückt. Ein unglaublicher Name Buderkrankheit". Mit dem Zudergenuß jedenfalls hat diese Krankheit der Bauchspeicheldrüse nichts zu tun. Denn gerade die Völker, die sehr viel Bucker essen, sind am wenigsten zuder­frant. Das ist eine interessante und wichtige Feststellung. Der vortragende Wissenschaftler machte nunmehr den Müttern Bor­schläge für den Mehrverbrauch des kraftbildenden und sich am schnellsten in Energie umsetzenden Zuckers. Das war vielleicht sehr gut, denn Mütter denten sehr oft in traditionellen Gedanken­gängen. Jedenfalls haben sie in diesem Vortrag erfahren, in welcher Weise man beim Frühstück, bei Mittagessen, bei jeder Mahlzeit reichlich Zucker verwerten kann.

Sie haben von der Erkenntnis gehört, daß man unter den Nahrungsmitteln nicht die Süßspeisen vergessen soll, daß es grundverkehrt ist, am Zuder zu sparen. Denn der Zucker ist eines der billigsten, gesündesten und träftigsten Nährmittel. Die Süßspeise regt nicht nur unseren Appetit an, sie enthält auch im Zucker wichtige Ernährungsbestandteile.

So neugierig...

brauchen Sie nicht zu sein. Ein Blick in unsere Zeitung und Sie erfahren alles!

,, Gemüse ohne Kunstdünger?"

Die Grundlage für ein gesundes Pflanzenwachstum bildet bon jeher die Zufuhr von natürlichen Düngestoffen wie Stall­mist, Jauche und Kompost in regelmäßig wiederholter Gabe. Mit diesen Wirtschaftsdüngern werden dem Boden u. a. gewisse Mengen der für das Leben der Pflanze unentbehrlichen drei Kernnährstoffe: Stidstoff, Phosphorsäure und Kali zugeführt, aber praktisch nie genügend, um damit eine ausreichende Er­nährung der Kulturen zu erreichen. Die noch fehlenden Mengen wo es der Boden an Stidstoff, Phosphorsäure und Kali und erfordert auch Kalt müssen dann noch mit Hilfe der Handels­düngemittel besonders zugeführt werden. Eine richtig abgestimmte Bollbüngung mit den Handelsdüngern auf Ertragshöhe und Qualität der. Erzeugnisse ist von allergünstigstem Einfluß. Ergebnis der zahlreichen, eingehenden Prüfungen, die seitens der Deutschen Landwirtschaft- Gesellschaft, der Landw. Lehr- und For schungsanstalt für Gartenbau, Berlin- Dahlem, und vielen anderen Stellen bezüglich Geschmack und Konservierfähigkeit verschieden gedüngter Gemüse vorgenommen worden sind, wurde folgendes ermittelt:

Als

Einen durchaus ungünstigen Einfluß auf Güte und Wohl­geschmack des Gemüses üben in erster Linie Jauche und Latrine aus, und zwar um so stärker, je frischer und konzentrierter sie sind und je fürzer vor der Ernte sie gegeben werden. Als Folge einer solchen Düngung fand man immer wieder den beim Kochen auftretenden üblen Geruch, aber auch das Aussehen der Erzeugnisse war minderwertig. Bei wachsenden Pflanzen ist die Düngung mit Jauche oder Latrine ganz abzulehnen. Gerade im Kleingartenbau, aber auch im feldmäßigen Anbau wird hiermit viel gesündigt; die Klagen der Hausfrauen in der Küche sind sicher häufig auf eine solche unsachgemäße Düngung zurüd­zuführen. Will man diese Wirtschaftsdünger sachgemäß ver­wenden, so müssen sie erst in längerer Lagerung eine Umsebung durchmachen, auch dann sind sie zweckmäßigerweise nur im Herbst oder Winter aufs Land zu bringen, also nie während des Wachstums. Gut verrotteter und frühzeitig genug vor der

Kompressen. Diese Radium- Präparate sind dauernd wirtsam, sie wirken schmerzstillend und entzündungshemmend, bewähren sich vorzüglich bei rheumatischen Erkrankungen, Gicht, Ischias,

4.

Geweihte Stätten.

Arndts Geburtshaus auf Rügen.

Herenschuß, Erkältungstrankheiten, Nerbenleiden, Neuralgien, Ge­lentertrantungen, Magen-, Leber, Nieren- und Gallen- Leiden usw. Die heilbringende Wirkung des Radiums kann noch durch

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Saat verabfolgter Stallmist und Kompost beeinflussen die Qualität und Haltbarkeit nicht ungünstig.

Die Handelsdünger wirken ebenfalls auf die Güte der Er­zeugnisse vorzüglich ein, ausgenommen wenn sie falsch ange­wandt werden, d. h. wenn einseitig mit nur einem der sämtlich unentbehrlichen Nährstoffe gedüngt wird. Die Voll düngung mit Stickstoff, Phosphorsäure- und Kalisalzen jedoch, wie sie richtig von jedem Fachmann ausgeführt wird, hat die Güte der Ernte­- im Gegenteil, in erzeugnisse niemals ungünstig beeinflußt der Mehrzahl der Fälle wurden Beschaffenheit, Geschmack, Be­tömmlichkeit und Konservierbarkeit dadurch wesentlich verbessert. Auch schädliche Einflüsse der Kunstdüngung" auf die Gesundheit des Menschen, der solche Erzeugnisse genießt, tonnten in feinem Falle nachgewiesen und festgestellt werden. Alle Behauptungen in dieser Hinsicht gehören ins Reich der Fabel! Den besten praktischen Beweis hierfür liefern übrigens unsere Nachbar­länder Holland und Belgien, in denen schon vor dem Kriege, ganz besonders aber in der Nachkriegszeit, erheblich stärter gedüngt wurde als in Deutschland.

Praktische Kleinigkeiten.

Das Bügeleisen von allen, manchmal beim Plätten von Stärfwäsche verbleibenden Rückständen an Stärke zu reinigen, gibt es ein einfaches Verfahren. Man streue auf ein sauberes Papier etwas Salz und bügle mit dem heißen Eisen so lange auf dem Salz hin und her, bis das Eisen vollständig rein ge­worden ist.

Kunstseidene Selbstbinder zerbrücken sich leicht. Um sich das häufige Bügeln zu ersparen, fertige man sich, entsprechend dem Schnitt des Binders, einen Schnitt aus Pappe und schneide diesen in der Mitte durch. Sobald der Binder abgelegt wird, schiebe man in jede Seite des Binders einen Teil der Pappe hin­ein. Um ein lechtes Hineinschieben der Pappe zu erzielen, bestreiche man deren rauhe Kanten dünn mit Klebstoff und lasse diesen gut trocknen. Sie werden sehen, der Binder, der auf Pappplättchen ausruht, wird immer glatt bleiben, und die Mühe wird er durch längere Haltbarkeit lohnen.

Federn auf dem Winterhut die große Mode der Saison verlieren leicht ihr schönes frauses Ansehen durch die Ungunst der Witterung. Um sie frisch zu fräuseln, reibe man sie mit Salz ab und schüttle sie alsdann vor dem Feuer, bis sie trocken geworden sind.

Rostflede beseitigt man aus weißen Kleibern mit erhittem Zitronensaft. Bei kleinen Flecken genügen einige Tropfen auf den Rostfled, wonach diese Stelle über heißen Dampf gehalten und gerieben wird. Bei größeren Flächen wird ausgepreßter Bitronensaft start erhißt und der Gegenstand damit behandelt. Selbst veraltete Rostflede sind nach dieser Behandlung in einigen Minuten verschwunden.

Das schöne Deutschland.

A

Schloß Ahorn bei Koburg.

elektrisch beheizbare Radium- Heillissen( D. R. P. Nr. 489 311) wesentlich gesteigert werden, denn diese führen eine besonders starte und tonstante Durchblutung der Gewebe herbei, welche wiederum schlechte Stoffe aus dem Organismus ableitet. Ge­heimer Medizinalrat Dr. Richter schreibt darüber jetzt: In jedem Hause, auf Reijen überall ist es möglich, eine Radium- Kur durchzuführen. Die Deutsche Radium- Aktiengesellschaft, Berlin SW 68, hat praktische und preiswerte Radium­Apparate und Präparate auf den Markt gebracht.

Wer nicht in ein Rabiumbad reisen fann, dem bietet die Radium- Trinkfur im eigenen Heim ohne berufliche Störung und ohne große Kosten die Möglichkeit, die günstige und heilbringende Wirkung bes Radiums an sich festzustellen. Über die Radium- Heim- Trintfur schreibt Dr. Siegmund Saubermann, Berlin: ,, Es genügt für unsere praktischen Zwede, wenn wir dem Radium täglich seine Energie an Emanation abnehmen und sie in Wasser gelöst den Patienten berbrauchen lassen, denn auch natürliche Heilquellen enthalten Radium- Emanation in weit geringerer Menge als die fünft­lichen Radiumwässer. Die Radium­Emanation gelangt in den Magen und Darm, wo sie vom Blute aufgenommen Radium- Heim- Trinktur. wird. Günstige Reaktionen machen sich

bereits nach einigen Tagen bemerkbar. Der Stoffwechsel wird ge­fördert, die Nierenfunktion( Harnsäure- Ausscheidung) wird ge steigert, der Appetit wird angeregt durch Steigerung der Magen­und Darmtätigteit."