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Samstag, den 10. Oftober 1931.

Aus Rab und Fern. Nah

Hungen. Dem Urheber des Jnheidener Wasserwerkes, dem im vorigen Jahre in Schotten verstorbenen Staatsrat Dr. Karl Weber, soll auf dem Gelände des Jnheidener Werkes ein würdiges Gedenkzeichen errichtet werden. Die Wiege Staatsrats Webers stand auf dem Gelände des Werkes, in der Neumühle.

Bürgermeister Dr. Jansen verläßt Buzzbach.

Butzbach. Bürgermeister Dr. Jansen ist unter 123 Bewer­bern einstimmig zum Bürgermeister der Stadt Gronau in West­falen gewählt worden.

Bad Nauheim. Das schöne Herbstwetter brachte Bad Nau­heim noch eine ansehnliche Zahl Kurgäste. Der Kurbetrieb wird auch während des Winters durchgeführt. Das Kurhaus mit seinen Gesellschafts- und Restaurationssälen bleibt geöffnet. Täglich konzertiert dort ein kleines Orchester.

Die Jahresversammlung der Kinderheilanstalt Elisabethhaus Bad Nauheim

fand im Elisabethhaus statt. Der Vorsitzende, Pfarrer Knodt, erstattete den Jahresbericht, aus dem hervorging, daß die An­stalt in 1930 mit 1217 Kindern aus ganz Deutschland in vier Sommerturen und drei Winterfuren mit zusammen über 51 000 Verpflegungstagen voll belegt war. Um das Elisabethhaus für besonders einer Kur bedürftige Kinder im Winter offen­zuhalten und der Notlage der Eltern und Entsendestellen Rech­mung zu tragen, wurde aufgrund von hierzu gemachten Stif tungen beschlossen, die Wintertur von 6 Wochen in diesem Notwinter ausnahmsweise für 100 Mark, die Winterkur von 4 Wochen für 75 Mark zu berechnen.

Bad Nauheim. Das Verkehrsamt der Hessischen Bad- und Kurverwaltung teilt mit, daß bis zum 8. Oktober ds. Js. der Gesamtbesuch 29 439 Gäste betrug; darunter 5214 Ausländer. An­wesend war an diesem Tage 1587 Gäste.

Assenheim. Hier stürzte vor einigen Tagen der 75jährige Landwirt Philipp Klee beim Obstpflücken von einem Baum und zog sich dabei Verletzungen zu, die jetzt den Tod zur Folge hatten. Der alte Herr starb an dem Tag, an dem er mit seiner Gattin das goldene Hochzeitsfest hätte feiern können.

Brand eines Glodenturms.

Mainz. In der Nacht zum Mittwoch war in Wallertheim der mehr als 500 Jahre alte unter Denkmalsschutz stehende Glockenturm der evangelischen Kirche in Brand geraten. Die Feuerwehr konnte die Gefahr beseitigen und das Feuer löschen. Es stellte sich heraus, daß ein Motor des elektrisch betriebenen Läutewerkes in Brand geraten war und das Feuer auf die Stützbalken übergegriffen hatte. Späte Wirtshausbesucher hatten das Feuer bemerkt und die Wehr alarmiert.

Marburg. Unter dem Motto ,, Deutsche, fauft deutsche Wa­ren!" veranstaltet der Reichsverband deutscher Hausfrauenvereine in diesen Tagen in den Stadtsälen eine Ausstellung, die am Freitag vormittag eröffnet worden ist.

Dillenburg. Ein schauerlicher Fund wurde am Donnerstag beim Entleeren des städtischen Müllabfuhrwagens gemacht. Als man ein fest verschnürtes Paket öffnete, fand man darin die Leiche eines neugeborenen Kindes, das nach den bisherigen Feststellungen nach der Geburt gelebt hat. Die Kindesmutter tonnte noch nicht ermittelt werden.

Siegen. Der Leiter eines großen Kaufhauses hatte den Auftrag erhalten, sämtlichen Angestellten des Hauses zu fündi­gen. Er war darüber so seelisch erschüttert, daß er sich mit Veronal vergiftete.

Mannheim, 9. Oktober. In der Nacht zum Freitag wurde in die Gemäldegalerie im Mannheimer Schloß eingebrochen. Die Täter haben mit großer Sachkenntnis zwölf Holländer aus dem 17. Jahrhundert ausgewählt.

Unterschlagene Gelder verjubelt.

Augsburg. Im Frühjahr dieses Jahres wurde der 51jährige, unbeschränktes Vertrauen genießende Direktor der städtischen Sparkasse Landsberg am Lech, Ballenberger, mit einer jungen Kellnerin flüchtig. Er konnte in Köln verhaftet werden. Ballen­berg hatte rund 150 000 Mark unterschlagen. Dieser Betrag ging zum großen Teil in Damengesellschaft, zum kleinen Teil zur Dedung von Fehlspekulationen auf. Das Schöffengericht Lands­berg am Lech verurteilte Ballenberg, der noch vor wenigen Wochen die Stadt Landsberg auf Weiterbezahlung seines Ge­halts verklagt hatte, zu 4 Jahren 5 Monaten Zuchthaus.

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Brandstiftungen am Chiemsee.

Traunstein. Die ganze Oberlandgegend um den Chiemsee wird seit einiger Zeit durch eine Brandbrieffolge in größten Schreden gesetzt. Fast alle großen Bauernhöfe erhielten Schrei­ben, in denen unter Erpressungen in furzer Zeit der rote Hahn angekündigt wurde. Auffallend ist nun, daß in Zusammenhang damit seit drei Wochen kein Tag vergeht, an dem nicht ein alter, großer Besitz in Flammen ausgeht. So wurden innerhalb acht Tagen in der Wasserburger Gegend fünf Bauernhöfe durch Brandstiftung eingeäschert, und nunmehr ist die Gegend um Prien drangekommen, in der innerhalb zehn Tagen sechs Höfe ein Raub der Flammen wurden. Während sich der Besitzer mit seinem Personal auf dem Felde befand, ging am Mittwoch wie­der einer der größten Bauernhöfe Zum Wörndl" mit allen Vorräten, Maschinen und der ganzen Ernte in Flammen auf. Es ist so gut wie keine Deckung vorhanden, da die Bergbauern die Versicherungssummen nicht mehr aufbringen können. Die Polizei fahndet fieberhaft nach der Brandstifterbande.

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Explosionstatastrophe bei Gdingen.

Gdingen, 9. Oktober. Durch die gestern abend erfolgte Er­plosion eines größeren Gasbehälters im Wohnhäuserblock des Verbandes für Geistesarbeiter stürzte ein Teil des 200 Woh­

Nr. 81.

Ziecheltee( in Hochasien); Salzbarren( in Abessinien); alte chinesische Porzelanvasen( in Indonesien); alte Kanonenrohre ( auf Borneo) und schließlich als Schatzgeld Menschenschädel( bei den Bajaken auf Borneo).

Schöne Erfolge der deutschen Seidenzucht.

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Auch in diesem Jahre war die deutsche Seidenzucht sehr erfolgreich und wurden prachtvolle Kotonernten erzielt. Sogar von Anfangszüchtern, die zum ersten Male Seidenraupen ge= füttert haben, wurden seidenreiche Kofons geerntet, wovon eine tostbare Seide gewonnen werden kann, wie dies nirgends in Europa besser möglich ist. Die Beisenzucht ist ganz einfach und die Seidenraupen füttern. Als Zuchtraum eignet sich jedes Zimmer, jede Kammer oder Diele, jeder Flur, Dachboden oder anderer Nebenraum. Auch ein warmer, heller, luftiger Keller läßt sich verwenden. Bei der Durchführung von 6-7 Staffel­zuchten jährlich, von je etwa 20 000 Raupen, können also über 120 000 Raupen gezüchtet werden, vorausgesezt, daß genügend Maulbeerlaub vorhanden ist.- Wir haben in Deutschland für die Seidenzucht das beste klima. Aus einem Gramm Seiden­spinner- Eier, das nur einen geringen Pfennigbetrag kostet, kann mann etwa 1 kg Rofons erzielen, wofür in abgetötetem und gut getrocknetem Zustande bis 16 und 20 RM., zum Teil so­gar bis 25 RM. je nach Rasse, Zuchtergebnis und Sortierung bezahlt werden. Eine sechswöchentliche Normalzucht kann 15 bis 20 kg Rotons sein, die einen Wert bis 500 Mark dar­

macht keine besonderen Schwierigkeiten. Ein Schuljunge fann gettionsschluß früh 8

nungen umfassenden Gebäudeblocks ein. 14 Wohnungen sind stellen. Bei Staffelzuchten sind noch viel höhere Beträge her:

gänzlich zerstört. Die ganze Nacht wurde gearbeitet, um die Verschütteten zu retten. Bisher fonnten neun Tote und sieben Verletzte geborgen werden. Unter den Trümmern befinden sich vermutlich noch sieben Personen.

Der deutsche Dom in Riga geraubt!

Ein heftiger Kampf tobt seit über Jahresfrist in ganz Lett­land um den Besitz des Domes in Riga. Er gehörte der deut­schen evangelischen Gemeinde und galt darüber hinaus als Sinn­bild des Deutschtums. Es entspann sich eine rücksichtslose Agi­tation mit dem Ziele der Enteignung. Im Parlament wurde ein Enteignungsantrag gestellt, der abgelehnt wurde. Es kam sogar zu einer Volksabstimmung am 5. September dieses Jahres über die Enteignungsfrage, die mit einer überwältigenden Niederlage der Antragsteller endete. Nunmehr hat der Mi­nisterrat Lettlands auf dem Wege der Notverordnung ein Gesetz erlassen, durch das die Domkirche zur Kathedrale erklärt und damit der deutschen evangelischen Kirche einfach gegen alles Recht geraubt wird.

König Alfons läßt sich in der Tschechoslowakei nieder.

Wien, 9. Oktober. König Alfons von Spanien hat das Schloß Blublau in der Tschechoslowakei erworben und wird dort seinen Wohnsitz nehmen. Das Schloß liegt in den Karpathen, wenige Kilometer von der polnischen Grenze entfernt.

Wirtschaftsnot und Auswanderung.

In den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts bis zur Zeit der Reichsgründung erlebte man in Deutschland ähnliche Zeiten wie heute. Allgemeine Wirtschaftsnot rückte stoßweise das Problem der Uebervölkerung und Auswanderung in den Vordergrund des Interesses. Nicht nur private Auslands= fenner, sondern auch Industriefirmen des europäischen Aus­landes und Kaushäuser mit Ueberseebeziehungen boten dem Volk und Staate ihre Hilfe an, um der Not der Uebervölkerung zu steuern. Auswanderungsvereine und Genossenschaften traten mit phantastischen Plänen einer organisierten Auswanderung hervor und bestürmten die Regierungen der einzelnen Länder des Deutschen Bundes mit Anträgen auf gesetzliche Erleichterung der Auswanderung und eine tatkräftige finanzielle Hilfe zur Durchführung einer aktiven Auswanderungspolitik.

Was alles Geld ist.

Geld gibt es nicht nur in Form unseres Metall- und Papier­geldes, sondern auch in vielen anderen Arten, z. B. Kauri­

schnecken, an Schnüren aufgereiht( in Siam und Innerafrika); Diwarra, ebenfalls aufgereihte kleine Schneckenschalen, zu dicken Ringen zusammengeschnürt( in der Südsee verbreitet); Hunde­edzähne( auf Neu- Guinea zum Frauenkauf gebräuchlich); Eber­hauer( im gleichen Gebiet); Perlen( besonders in Afrika); Federn, aneinander gereihte rote Spechtköpfe( bei den Kohrocki in Kalifornien); Steine bis mühlsteingroße( auf den Karolinen); Pelze( im alten Rußland und Nordamerika); Rindenstoff( in der Südsee); Baumwollstoff( im Sudan und in Guinea); ge= trocknete Fische( im alten Island); Datteln( bei den Somali­negern); Käse( bei den Lappen); Kakaobohnen( in Mexiko); aller Art für Behörden, Geschäftsleute u. Private fertige ich in jeder gewünschten Ausführung in Schwarz- und Buntdruck bei äußerster Berechnung an. Verlangen Sie Angebote von der Verlagsdruckerei

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Wer widersetzt sich der Abrüstung? Das ist die Frage, die das neue Oktoberheft der, Se e", Zeitschrift des Deutschen Flot tenvereins, Berlin, Matthäikirchstraße, an leitender Stelle be handelt und unter Anführung von eindrucksvollem Zahlen material dahin beantwortet, daß Frankreich mit allen Mittein versucht, seinen hohen Rüstungsstand vor allem auch bei der Marine zu halten und auszubauen.

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Phönig- Kalender für die deutsche Jugend 1932/33. Führer durch das Schuljahr für Schüler und Schülerinnen. Neu be­arbeitet von Dr. Karl Hellwig, reich illustriert, 380 S. mit 2 Preisausschreiben und 1 Preisrätsel, in Ganzleinen geb. Mr. 1,60. Pöhnir- Verlag Carl Siwinna, Berlin SW 11. Phönix- Kalender, der der Vorkriegsgeneration als zuverlässiger Freund und Berater in den Nöten und Fährnissen des täglichen Schullebens in guter Erinnerung geblieben ist, präsentiert sich zum ersten Male wieder seit dem Ende des Weltkrieges neuem, schönen Gewande. Aber auch sein Inhalt hat sich den veränderten Verhältnissen und Bedürfnissen der heutigen Jugend angepaßt. So bringt er denn neben den unentbehrlichen Rat­schlägen und Hilfen für das Schulleben des Alltags, neben prak tischen Plänen und Tabellen, neben Auskünften über Allerlei Wissenswertes" für die Schule, Haus, Natur, Technik, Sport und praktisches Leben, neben Plaudereien über technische Pro bleme und Erfindungen eine besonders starke Berücksichtigung des sportlichen Interesses der heutigen Jugend.

Unser Hausarzt. Monatsschrift für Gesundheitspflege, Diät­u. Wasserheilkunde. Herausgeber Dr. Fehlauer. 37. Jahrg. Halb jährlich 2 RM. 20 Pf. Hausarzt- Verlag H. Stoß, Berlin- Steg litz, Postf. 21. Aus dem Inhalt des Oktoberheftes: Traubensaft als diätetisches Heilmittel. Venenentzündung und Krampfadern. Wie schützen wir uns vor Verbrechern? Immer wieder lesen wir: Einbruch! Mord! Ueberfall! Die Flut von Verbrechen schwillt mit der Wirtschaftsnot stärker als je. Leichtsinn und Unwissenheit weiter Kreise aber unterstützen diese gefährliche Entwicklung. Die ,, Wo che" greift dieses Zeitproblem auf. So eben erscheint die große ,, Woche"-Sondernummer ,, Feinde der Gesellschaft". Mit packenden Bildern und einer Fülle ausschluß reicher Aufsätze beleuchtet sie alle Einzelheiten dieser Frage.

Was der Fremde in Berlin sicht und was er nicht sicht,

dieses ist der Inhalt eines großen Bilderartikels der neuesten

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Der preußische Fir izem Schreiben an de er ertranften preuzijd ipäten Abend des Der Thüringer Lar pause wieder zuja men an der Sigung Der italienische Au pier nach Berlin begel blinis den Bejuchs Bri In ganz Schleswig abgebungen stattgefur Smeritreiks Abstand ge j alle Betriebsinhabe hlen, ohne ten ererbto ihre Zahlungsunfähigke Zwei Mitglieder

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Die letzten Meldu play lassen erkennen, d hre Truppen fonzentr In der Provinz S Bezirke bisher 4000 M

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