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Samstag, den 10. Oftober 1931.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Es waren noch die ersten schönen Sommertage. Golden war die Sonne im Osten aufgegangen, fein Wölkchen stand am Himmel, und der junge Morgen hatte sein schönstes Sonntags= fleid angelegt. Aber ehe der Abend fam, zogen schwarze Wol­len im Westen auf und schoben sich vor die Sonne. Und ein dumpfes Grollen begann in den Woltenbergen, und ein Blizen, und ein Wind kam und hinter ihm her der Sturm. Aengstlich huschten die Vögel unter das Blätterdach, Gräser zitterten und Bäume rauschten und der Wald fang ein gar trauriges Sturm­lieb. Ein Aechzen, Krachen, ein Heulen und Toben begann

Er eine große Glasin und der Sturm sprang durch das Geäst der Bäume, rig mit

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en. Jetzt veröffentli achung, nach der von

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seiner derben Hand Schwächlinge von ihnen wie Halme aus dem Boden und es war, als führte der Sturm alle zerstörenden Elemente aus der Natur zum Kampfe gegen das Leben. Es war, als wenn der Schlachtruf hieße: Nieder mit allem, was

wird also aus öffent morsch und schwach und krank ist!

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g und die andern, fo zehntelange Kämpfe

en und politischen, b evangelisch erneuerten

Ihr denkt Euch wohl, Ihr Leser, warum ich denn heute zum Sonntag von diesem Erlebnis erzähle! Weil ich damals dar­über nachdachte, warum denn das so sein mußte, dieser Kampf des Sturmes gegen alles Ungesunde. Schauen wir nur im Leben umher und wir sehen das gleiche. Im Walde hielten die Bäume ſtand, die gesund waren und sich mit ihren Wurzeln tief im Erdreich fassen konnten und sich nicht nur oberflächlich oben festhielten. An den Starten tobte er vorbei und hatte teine Macht über sie. Der gleiche Sturm, der hier zerstörte, stärkte die Kräftigen und Gesunden, die Tiefgründigen und Ganzen.

Auch im Leben der Menschen sind Stürme die großen Brüfungen, denen nur der standhalten kann, der in seiner Seele gesund ist, die ihm dann Kraft verleiht. Und wie es draußen in der Natur, so ist es auch hier: der Sturm wird sich legen, die Sonne schiebt wieder die Wolken weg, und über die Starken wird dann ihr verklärendes Licht leuchten. Der Sonntagsschreiber.

Wehrpflicht gegen die Not.

Von Schulrat Heinrich Hassinger- Darmstadt. Ein harter Winter steht bevor; er wird die wirtschaftliche, geistige und seelische Not in unserem Volfe steigern; er wird be­jonders hart diejenigen anfallen, die arbeits- und erwerbslos find. Schon haben Reich, Staat und Gemeinden zu wirtschaft= licher Hilfe aufgerufen, schon haben die Wohlfahrtsverbände aller Richtungen den Kampf gegen die leibliche Not aufgenom­men, nun wollen auch wir, die wir um die geistige und seelische Not wissen, in die Reihen einspringen und viele auch in dieser Beziehung darbende Volksgenossen nicht hilflos draußen stehen lassen. Darum heran alle, die in Bund und Verein, in Gruppe and Gemeinschaft geistige und seelische Güter bewahren und pflegen. Ein Dienstzwang sei für sie alle ausgeschrieben, eine allgemeine Wehrpflicht gegen die Not!

Als ich im vorigen Jahre den Ruf zu einem ,, Miteinander" der Hilfe gegen die seelischen Gefahren der Arbeitslosigkeit er­gehen ließ, hat weithin ein edler Wettbewerb der Kamerad­schaftlichkeit eingesetzt. Gemessen an der Größe der heutigen Aufgaben, darf das aber nur als Vorbereitung gelten, als erster Versuch. Heute gilt es den Angriff auf breitester Front! Wir vollen die Pioniere sein, die wetteifern miteinander. Wir wol­len unter voller Hingabe bereit sein, selbstlos und uneigennützig die Brücken zu schlagen, die das Schlimmste an Not und Gefah­ren überbrücken sollen!

Wehrpflichtig ist die Jugend aller Bünde und Vereine! 3u planvoller Bruderhilfe an ihren arbeitslosen Jugend­genossen muß sie bereit sein. Es ist keine Zeit zu verlieren, die Vorbereitungen müssen schon heute getroffen werden. Die hilfe aber darf sich nicht nur erstrecken auf die Nayestehenden des eigenen Bundes, sie muß heranreichen auch an die Fernen, in die Scheuen, die Gedrückten und Einsamen. An Wärme und Licht der Nester, Heime und Jugendherbergen sollen sie ihren feil haben, sollen empfinden das Geheimnis der tragenden Kraft in unserem Ringe der Hilfe.

Wehrpflichtig sind die Vereine der Turner und Sänger, der Sportler und Wanderer, die großen und kleinen Verbände!

der Mittelstürmer von Hollywood.

Ein Fußball- Roman von Sidney Horler. 22. Fortsetzung.

Red' feinen Blödsinn, Kanonier!" knurrte der Linksinnen. bat schon jemand gehört, daß zu uns Zuschauer kommen? Ich Dett mit dir um eine Zigarre, daß nicht mehr als dreißig drau­en sind! Au!" stöhnte der Stürmer vor Schmerz, als er seinen Jerjen anziehen wollte. Dreißig!" wiederholte er stöhnend und

lidendste unter den Fiachend. Dreißig, sag' ich!"

on Hessen, erfannte ündnis mit den Eidgen

Des Trainers ausgesprochen verkniffene Gesichtszüge mil­Derten sich zu einem herzlichen Grinsen. Setzt euch, Jungens, damit ihr nicht umfallt," sagte er. reißig Zuschauer sind. Nun gut! Ich bin bereit, init jedem en euch um ein Pfund zu wetten, daß da draußen mehr als

und aller Evangelischen Sill Lennie wettet mit mir, daß da draußen nicht mehr als

Marburger Religionsge

er füddeutschen und der reißigtausend Leute warten, um das Wettspiel zu sehen! Wer

Go war es Philipps nimmt die Wette an?"

erte die religiöfe Einip

Du bist zwar ein sehr guter Freund von mir," grinste Fund Heimatlos herumstreicht. Die Wette steht, Kanonier!" Hier auch! Hier auch!" riefen ein halbes Dutzend andere

eutschen Proteftanten iron ,,, aber ich kann als guter Schotte nicht zugeben, daß ein von Zwingli abzuieler. Wehe dir aber, wenn das ein Scherz ist, dann graben

it dem Reichstag von Spaltungen. Und als lecht gerüsteten Züricher

ttertem Kampie, da unter seinen Landsle

en um die evangelische

am 11. Oftober 1531 ftat

Er dich bei lebendigem Leibe unter einem der Tore ein!" Scherz!" spottete der Trainer. Ihr werdet ja sehen!" Und die Hollywood- Spieler sahen, was sie nie zu träumen pagt hatten: der weite Platz war mit Menschen vollgepfropst. pf an Kopf dicht gedrängt, Zehntausende. Es war unglaub­ib, unerhört und doch wahr! Go überrascht waren die Spieler, daß sie an der Außenlinie genblieben vor Angst, der Zauber könnte plötzlich wieder ver­

Sterben noch wurde er vinden, wenn sie sich bewegten.

ten und die Mutter 6

ib fönnen fie töten, aber

den Feinden gevierteilt

das Grab des großen auf gleichzeitig ihren Kriegsruf, ihr Feldgeschrei mitgebracht!

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entodes ein wertvolles De

Als der brausende Jubelruf ertönte, der sie von den Steh­okken und Tribünen empfing, sahen sich die Spieler verwundert an Hollywood hatte nicht nur eine ungeheure Gefolgschaft aus wen Nichts hervorgeholt, sondern diese Gefolgschaft hatte sich Mir scheint, wir sind doch eine Fußballmannschaft," rief Bennet, der rechte Verteidiger, mit jeltjam rauher Stimme. s Ben, laß uns das Leder versuchen!" Warriner sandte den Ball hoch in die Luft. Wie herum­tolende Knaben schossen die anderen Spieler dahinter her.

,, Gießener Zeitung"

Sie werden das Werk fortsetzen und ausbauen, das im Vor­jahre begonnen wurde. Ihr Wirken wird über den Verein hinauswachsen, wird Arbeit und Dienst am Volte sein. Der Gedanke an den eigenen arbeitslosen Bundesbruder, an die Not in Millionen deutschen Familien wird allen Veranstaltungen, der Arbeit und den festlich bewegten Stunden das Zeichen der Würde und der Hilfsbereitschaft aufdrücken.

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Wehrpflichtig sind alle Träger der Volksbildungsarbeit! Die Weltanschauungs- und die Berufsgruppen werden ihre ge= selligen und fortbildenden Zusammenfünfte, ihre Freizeiten, Treffen und Kurse unter steter Bezugnahme auf die Erwerbs= losenhilfe einstellen. Eine besondere Aufgabe erwächst den Volkshochschulen und Volksbüchereien. Für alle Arbeiten aber, soweit sie nicht in die Hand von Erwerbslosen selbst gelegt wer­den, bedarf es der Hilfskräfte! Darum Freiwillige vor!

Niemand darf sich seiner Pflicht entziehen. Kraft und Liebe jedes einzelnen müssen vervielfacht werden! Die Front ist breit, die Kampfgruppen sind verschiedenartig genug, um jedem die Möglichkeit des Einsatzes zu geben. Diese Dienst- und Wehrpflicht gilt für Stadt und Land in gleichem Maße und in gleicher Dringlichkeit. Halte ein jeder sich bereit, wenn der Ruf seiner Gruppe an ihn ergeht. Die gemeinsame Noi soll uns gemeinsam im Kampfe finden. Ein Volk, ein Wille und jeder ein Kämpfer! Wenn wir durch den Winter hindurch sind, wird gefragt werden, was getan wurde. Scham dann über jeden, der sich in diesem entscheidenden Kampfe gedrückt hat!

Devisen anmelden!

Heute Fristablauf.

Bis zum 10. Oktober ds. Js. müssen alle ausländischen Zahlungsmittel, Forderungen in ausländischer Währung, nach dem 12. Juli 1931 erworbene ausländische und von inländischen Wusstellern ausgegebene, auf fremde Währung laufenden Wert­papiere, außer Kurs gesetzte Goldmünzen, ferner Feingold und legiertes Gold, der örtlich zuständigen Reichsbankanstalt oder einem Kreditinstitut, dem die Reichsbank die Befugnis zum De­pisenhandel verliehen hat, von jedem angemeldet werden, dessen Bestand an derartigen Werten am 2. Oftober d. J. 200 RM. überstieg. Die Anbietungspflicht besteht auch dann, wenn der Anzeigepflichtige seine Verpflichtungen aus dem 1. und 2. De­visenaufruf erfüllt hat, und zwar auch, wenn die Werte nach § 16 der Devisenverordnung von der Reichsbank oder einer Devisenbank freigegeben worden sind. Ferner besteht die Ver­pflichtung, alle fünftigen Deviseneingänge der genannten Art binnen drei Tagen anzuzeigen.

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* Achtung! Einlösung alten Geldes. Die Reichsbank er­innert jetzt daran, daß die Frist zur Einlösung und Umwechslung der außer Kurs gesetzten Fünfzig- Renten- und Reichspfennig­stücke aus Aluminiumbronze mit dem 30. November endet.

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Ermäßigung der Steuervorauszahlungen. Ermäßigung und unter Umständen Erlaß der Vorauszahlungen auf die Einkom­men- und Körperschaftssteuer muß durch das Finanzamt gewährt werden, wenn das Einkommen um mindestens ein Fünftel, aber wenigstens um 1000 RM. geringer ist als im gleichen Abschnitt des Vorjahres. Zum Nachweis ist möglichst eine Zwischenbilanz vorzulegen. Falls dies nicht möglich ist, begnügt sich das Finanz­amt vielfach auch mit dem Nachweis eines erheblichen Umsatz­rüdganges. Gegebenenfalls ist sofort Antrag bei dem Finanzamt einzureichen. Ergibt sich auf Grund der jetzt abgegebenen Ver­mögenssteuererklärung eine Verminderung des Vermögens, so empfehlen wir, sofort einen Antrag auf Stundung eines ent­sprechenden Teilbetrages der Vermögenssteuer- Vorauszahlung zu stellen.

* Naturalleistungen in der öffentlichen Wohlfahrtspflege. In den Landgemeinden ist man jetzt in der öffentlichen Wohlfahrts­pflege zu Naturalleistungen übergegangen. Die Unterstützungs­empfänger erhalten etwa ein Drittel ihrer Bezüge in Kartoffeln, Kohlen und anderen Bedarfsgegenständen des täglichen Lebens.

* Verbilligte Glüdwunsch- Telegramme. Wie wir erfahren, beabsichtigt die Post, ebenso wie in den letzten Jahren, auch während des diesjährigen Weihnachts- und Neujahrsfestes ver­billigte Glückwunschtelegramme einzuführen. Die Einrichtung wird nach Art und Umfang der vorjährigen gleichen.

* Schluß der Herbstferien. Die zweiwöchigen Herbstferien der öffentlichen Schulen schließen am heutigen Samstag. Der Unterricht beginnt am nächsten Montag, vormittags 8 Uhr.

Als drei Minuten später Hollywood der anerkannt begab­testen Mannschaft im Lande gegenüberstand, fühlte jeder Mann, von Artur Wallis, dem Tormann, bis zu Walter Bell, dem Lintsaußen, eine neue Begeisterung. Der unerwartete Anblid der Riesenmassen, die gekommen waren, um sie siegen zu sehen, feuerte ihren Kampfgeist an wie nichts zuvor. Sie gingen in den Kampf mit einer Begeisterung und einer Entschlossenheit sondergleichen.

Zwar sandten die Gäste zuerst ein( es war ein glücklich ge­ratener Eckball), aber von diesem Augenblick an spielte zum Erstaunen und zur Begeisterung der Menge eigentlich nur eine Elf Fußball, und diese Elf waren nicht die Swifts!

Fußballmannschaften haben genau so wie einzelne Menschen ihre Augenblicke der Größe, ihre Momente, wo sie nicht fehl­gehen können. So war es auch bei Hollywood an diesem Tage. Während die einheimischen Außenläufer die flinken Swiftstürmer wie an Ketten festhielten, tanzte der eigene Sturm, geführt von Marr, wie Schuljungen, die Ferien haben, einher.

Weder Bell noch Tommy Dean fonnten gehalten werden. Jhre Läufe elektrisierten die Menge. Als Abschluß eines Vor­stoßes von Dean, wobei dieser seinen Weg zidzad wie ein mensch­licher Korfzieher durch die Verteidigung der Swifts bohrte, fam der Ausgleich, der schon längst in der Luft lag. Ein wunder­barer Flankenball, den Marr mit dem Kopf aus der Luft holte und sicher gegen das Tor föpfte, wurde zwar die Beute des Swift- Tormannes Thomson, aber bedrängt von zu viel roten Feinden, konnte er nichts Besseres tun, als ihn wegfausten.

Ziemlich außerhalb des Gedränges stand der große Bill Len­nie und lauerte. Als der Ball aus dem fämpfenden Menschen­fnäuel herausfam, fiel er gerade vor Lennie zu Boden, der un­gehindert schoß. Der Ball begann seine Reise an Lennies Fuß und endete im Netz.

Der große Bill war der Stoifer der Hollywood- Mannschaft. Man hatte ihn noch nie begeistert im Siege oder verzweifelt bei einer Niederlage gesehen. Diesmal jedoch, als die dreißigtausend Zuschauer einen brausenden, begeisterten Gang anstimmten, voll­führte Lennie das erstemal in seiner Fußballkarriere einen Kriegstanz bis in die Feldmitte. Er vollführte diesen begei­sterten Tanz mit drei Stürmern und zwei Läufern, die ihm am Halse hingen, was sowohl von seiner Körpertraft als auch von seiner guten Laune zeugte. Er schien seinen Herenschuß vergessen zu haben, jedenfalls sprach er nicht davon.

Nr. 81.

* Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Auto­mobil- Club E. V.( AvD.). Die Provinzialstraße Büches Büdingen wird ab 13. Oktober ds. Js. für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Orleshausen.

* Militärkonzert. Unter Leitung des Obermusikmeisters Krauße spielt am Sonntag, den 11. Oktober, das gesamte Musikkorps des hiesigen Bataillons in der Volkshalle.

* Vogelsberger Höhen- Club. Am morgigen Sonntag Wan­derung Rodheim- Dide Eiche- Naunheim- Niedergirmes Wetz­lar. Abfahrt vormittags 8.20 Uhr mit der Biebertalbahn.

Putativ- Notwehr.

Wer in der Notwehr einen Menschen verletzt, kann dafür bekanntlich nicht bestraft werden. Notwehr ist dabei diejenige Verteidigung, welche erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwen­den. Aber auch die Ueberschreitung der Notwehr ist nicht straf­bar, wenn der Täter in Bestürzung, Furcht oder Schrecken über die Grenze der Verteidigung hinausgegangen ist. In solchen Fällen spricht man von sogenannter Putativ- Notwehr. Eine solche vermeintliche Notwehr ist keine Notwehr, sondern die irrige Vorstellung des Täters über das Vorhandensein einer Notwehrlage. Dabei ist im Einzelfalle stets zu prüfen, ob der irrige Glaube unverschuldet ist, und ob er- der irrige Glaube infolgedessen Vorsatz und Fahrlässigkeit ausschließt, oder ob die durch Fahrlässigkeit verschuldete Unkenntnis der Tat­umstände für die Annahme einer fahrlässig begangenen straf­baren Handlung Raum läßt.

Die Jagd im Oktober in Hessen. ( Mitgeteilt vom Hess. Jagdklub, Darmstadt.)

Der Monat Oktober bringt dem Jäger Freuden mancherlei Art. Noch ist die Hirschbrunft im Gange und die Brunft des Damwildes steht nahe bevor. Die Jagd auf männliches Rehwild ist zwar noch auf, aber in den meisten Revieren wird der Jahres­abschuß erfüllt sein und das Weidwerk wird mehr dem Ausgleich der Geschlechter in den Rehbeständen gelten, sodaß jetzt die über­zähligen weiblichen Stücke am besten mit der Büchse auf Birsch und Ansitz zur Strecke kommen. Namentlich das Wegnehmen ge­ringer weiblicher Stücke, besonders geringer Kizze, muß jetzt be= werkstelligt werden, denn im Oktober ist es noch möglich, das Wild beim Austritt auf die Felder genau zu unterscheiden. Von großen Rehschlachten, wo wahllos alles Rehwild mit Schrot ab= geschossen wird, sollte sich ein gerechter Weidmann fern halten. Nicht verstanden darunter sind kleine Drüdjagden mit wenigen, aber geübten Schützen, die sich dann auch, wenn die Dertlichkeit den Abschuß mit der Kugel nicht ermöglicht, der Schrotflinte auf furze Entfernungen bedienen können. Dies ist der Standpunkt der hessischen Staatsforstverwaltung. Die Hühnerjagd wird na­mentlich anfangs Oktober bei schönem Wetter dort wo wirklich Hühner sind, noch gute Resultate liefern, und die Oktober­Hühner sind ja ganz besonders geschätzt wegen ihrer Größe.

Nachdem die Regenperiode zu Ende ist und überall die Was­ser zurüdgegangen sind, kann nun auch erfolgreicher auf die Wildente geweidwerkt werden. Wo immer es angängig ist, sollte man die Erpel, die stets in großer Zahl vorhanden sind, vor allem wegnehmen. Das erhöht den Reiz der Jagd und gibt für die Nachzucht bessere Aussichten. Und was bei den Fasanen möglich ist, muß sich auch bei der Ente durchführen lassen.

Am 15. Oktober endigt die Schonzeit für Hasen und Fasanen. Erstere werden ja vorläufig noch Ruhe haben bis die Witterung tälter geworden ist, zumal man sich bei den Hühnerjagden über­zeugen konnte, daß noch viele geringe Löffelmänner vorhanden sind, die sich in zwei Monaten zur vollen Reife entwickeln wer­den. Bei Fasanen sollten vor allem die Hähne, die stets über­schüssig sind, abgeschossen werden, denn bei den schwankenden Erträgnissen, die die Hühnerjagd liefert, bildet der Fasan dem Jäger einen Ersatz von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Offen ist die Jagd im Oktober weiter für den Dachs, die Schnepfe, die Bekassinen und alles übrige Wild, das in Hessen und dessen nächster Umgebung nicht setzt oder nistet. Der Jä­ger wird weiter sein Augenmerk der Erneuerung der Salzlecen und der Herrichtung der Futterstellen für den Winter schenken. Ganz besondere Sorgfalt aber muß jetzt allen ungebetenen Gästen des Reviers gewidmet werden. Die Notwendigkeit des Jagdschutzbeamten wird sich ganz besonders in diesem Winter erweisen.

Es war überhaupt Lennies Wettspiel. Das einzige weitere Tor des Tages in der zweiten Spielhälfte hatte ebenfalls ihn zum Erzeuger. Er, Bell und Marr hatten eine Aktion über­nommen, die von Warriner durch einen langen Paßball zu sei­nem Mittelstürmer vorbereitet und von Marr sofort weiter­geleitet wurde.

Ein higköpfigerer oder egoistischerer Stürmer, als es Did Marr war, hätte den Schuß vielleicht selbst gewagt, er aber schob das Leder zu Lennie hinüber, der noch besser placiert war, und der gigantische Linksinnen schoß, ohne eine Sekunde zu zögern, das entscheidende Tor mit einer Gewalt, die dem Tor­mann alle Finger gekostet hätte, wenn er imitande gewesen wäre, das blitzschnell an ihm vorbeisausende Leder auch nur zu parieren.

Verzweifelt strengten die Gäfte sich an, um den Ausgleich zu erzielen, aber die weltberühmten Stürmer hatten bereits den Mut verloren. Wrenlod deckte den blutjungen Simmins, den neunzehnjährigen, unter dem Namen der Knabeninternationale" bekannten Swiftsstürmer, vollständig ab, während am anderen Flügel Nixon mit zäher schottischer Beharrlichkeit Milden, den Wundermann, den Flügelstürmer, der mit dem Fußball jong­lieren konnte wie ein Kartenkünstler mit Spielfarten, in Schach hielt.

So endete das Spiel für die Swifts mit einer größeren Go Niederlage, als es das Resultat zum Ausdrud brachte. dachten wenigstens die Massen, denn als der Schlußpiff des Schiedsrichters ertönte, überfluteten sie unter jubelndem Beifall das Feld.

Unzählige flopften die Spieler auf den Rüden, fremde Leute nannten sie mit Rosenamen, von denen sie nichts gewußt hatten da kam es den Hollywood- Spielern plöglich zum Be­wußtsein, daß ihnen aus dem großen Nichts eine Anhängerschaft erstanden war, die sie nun ehrte.

In der Klubkanzlei jaß ein junger Mann mit dider Horn­brille und schrieb mit zitternden Fingern einige Ziffern nieder. ,, Einnahmen 3 680,10,6 Pfund," wiederholte er, während er schrieb. Nun, Sam, was denken Sie davon?"

Aber Sam Hollister schien in diesem Augenblid gar nichts zu denken. Er saß in seinem Stuhl zurüdgelehnt; jeine Pfeife zog diesmal ganz gut, und auf seinem sonst so grimmigen Gesicht lag ein glüdstrahlendes Lächeln. Er sah aus, als wenn er in seinem ganzen Leben niemals Magenschmerzen gehabt hätte.

Fortsetzung folgt.