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St. 45

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Gießener Zeitung

Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus.

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erei, aber auch erhöhte Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd­Möglichkeiten der Aus lendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

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44. Jahrg.

Politische Rundschau.

Gegenüber Meldungen, nach denen die Reichsregierung in den nächsten Tagen bereits Beschlüsse bezüglich der Ankündi­gung eines Transfer- Moratoriums treffen würde, wird von zu­

( Gießener Tageblatt)

Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedtonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M.

Mittwoch, den 10. Juni 1931

kongreß, der mehr als 1000 Delegierte von Regierungen und landwirtschaftlichen Instituten aus mehr als 35 Staaten ver­einigt, eröffnet. Deutschland ist durch 48 Delegierte vertreten. Bei der Staatlichen Planwirtschaftskommission wurde laut Telegraphenagentur der Sowjetunion ein Ausschuß gebildet, der sich mit der Ausarbeitung eines zweiten Fünfjahresplanes be=

warmen Sommertagen tändiger Stelle festgestellt, daß diese Mitteilungen jeglicher schäftigen soll.

te studieren, die sie unter

mehrere Kurzgeschichten

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1 Aufsätze lejen. Bejon

. Der laufende Roman

, von Nanny Lambrecht, len ernſten und heiteren der Zeitschrift gerade in Begleiter.

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Herausgeber:

GIESSEN

Súdanlage 21

Begründung entbehren.

Reichspräsident von Hindenburg ist zu einem mehrwöchent: lichen Aufenthalt nach seinem Besitz Neuded( Westpreußen) ab= gereift.

Die Notverordnung und der Aufruf der Reichsregierung mit seiner rüdhaltlosen Offenheit haben in den amtlichen Krei­

sen Washingtons außergewöhnliches Aufsehen erregt.

In Newyorker Banktreisen wird als Folge cines etwaigen Mo­ratoriums für Deutschland Sinken der Mark befürchtet. Man gibt aber zu, daß ein Moratorium Deutschland Hilfe bringen würde.

Premierminister MacDonald und Außensekretär Henderson haben die Einladung zu einem Gegenbesuch in Berlin, die Reichskanzler Brüning an sie gerichtet hat, angenommen.

Der ,, Daily Herald" bringt zu dem deutschen Ministerbesuch in Chequers einen Artikel, der darauf abzielt, die Mitarbeit der Vereinigten Staaten in der Reparations: und Schulden­frage zu gewinnen.

Der Generalsekretär des Völkerbundes hat die Wahl des deutschen Mitgliedes der Informationsabteilung des Völker: bundssekretariats, Dr. Wertheimer, für die statutenmäßige Zeit von sieben Jahren in seiner bisherigen Stellung bestätigt.

Auf der Genser Arbeitskonferenz hielt im Rahmen der Ge­neralaussprache der deutsche Arbeitgebervertreter, Vogel, eine Rede über die Ursachen der Massenarbeitslosigkeit in Deutsch­land, die er in erster Linie in der unbefriedigenden Regelung der Tributfrage erblickte.

In der Hauptversammlung des Verbandes Mitteldeutscher Industrieller sprach in Frankfurt a. M. der preußische Finanz­minister Höpler- Aschoff über die deutsche Wirtschaftskrise.

Auf Vorschlag der rumänischen Regierung werden die Han­delsvertragsverhandlungen zwischen Deutschland und Rumä nien in Berlin wieder aufgenommen werden.

Sofern nicht besondere Ueberraschungen eintreten, dürfte der Boltsentscheid über die vom Stahlhelm beantragte Auf­lösung des Preußischen Landtags am Sonntag, dem 9. August, burchgeführt werden.

Der wegen nationalsozialistischer Werbung im Reichswehr: prozeß zu Festungshaft verurteilte Leutnant Ludin wurde aus der Festung Rastatt entlassen.

Oberst A. Woods, der Vorsitzende der vom Präsidenten Hoover einberufenen Kommission zur Prüfung der Arbeitslosen= frage, ist vom Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald empfangen worden.

Kapellmeister Toscanini ist auf Befehl Mussolinis der Aus: landspaß zurüdgegeben worden, so daß seine Teilnahme an den Festspielen in Bayreuth gesichert ist.

Zum österreichischen Vertreter für die Behandlung der Zoll­unionsfrage vor dem Internationalen Schiedsgericht im Haag it Universitätsprofessor Dr. Erich Kaufmann in Bonn bestellt

worden.

Generaldirektor Dr. Strafella ist vom Posten des General­direktors der österreichischen Bundesbahnen abberufen und der Vorsitzende des Direktoriums der A.E.G. Union, Baurat Dr.- Ing. Seefehlner, a. o. Professor an der Technischen Hochschule in Wien, zum Generaldirektor und Mitglied des Vorstandes der Unternehmung Oesterreichische Bundesbahnen bestellt worden.

Nach mehrmaligen Unterbrechungen haben die Verhandlun gen zur Beilegung des Lohnstreites in der Hamburg- Altonaer Schiffsindustrie nun zu einem Ergebnis geführt. Der neue Ta­rif sicht eine Lohnkürzung von 6 v. H. vor.

Das im Jahre 1926 gewählte Ungarische Unterhaus ist vom Reichsverweser aufgelöst worden. Das neue Parlament ist für den 18. Juli einberufen worden.

Der päpstliche Nuntius in Litauen, Erzbischof Bartholoni, der von der litauischen Regierung wegen seiner angeblichen at: tiven Beteiligung am litauischen Kulturkampf auf seiten der atholischen Aktion als, persona ingrata' erklärt wurde, ist auf Anweisung des litauischen Außenministeriums aus Litauen aus: gewiesen worden.

Am Fronleichnamstage find in Italien die seit Jahrhunder­den durchgeführten großen fatholischen Prozessionen überall un­terblieben, weil sie der Papst im Hinblick auf die Ausschreitungen gegen latholische Kirchen und Institute verboten hatte.

In der französischen Kammer kamen die Zollunion und die französische Kreditpolitik zur Sprache, wobei der Finanzminister zu erkennen gab, daß die französische Kreditpolitik allein politi: fchen Gesichtspunkten untergeordnet sei.

Die französisch- russische Delegation für die Handelsvertrags­verhandlungen hat eine erste Fühlungnahme gehabt. Gegen den ehemaligen Pariser Botschafter Quinones de Leon ist ein Strafverfahren eingeleitet worden. Der ehemalige Botschafter wird beschuldigt, aus den Archiven der Pariser spa­nischen Botschaft gewisse Dokumente entnommen und beiseite geschafft zu haben.

In Prag wurde der 15. Internationale Landwirtschafts­

Im amerikanischen Braunkohlen- Revier im Westen Penn­sylvaniens sind 6000 Bergarbeiter wegen Lohnforderungen in den Streit getreten. Es tam zu schweren Unruhen.

Die 800- Millionen- Dollar- Anleihe, die zu einem Zinsfuß von 3/8 Prozent aufgenommen wird und deren Ertrag den Fehl­betrag des diesjährigen amerikanischen Haushalts deden soll, wurde mehr als achtmal überzeichnet.

Bei einem Großfeuer in Yamanaka( Provinz Ishikawa, Ja­pan) wurden 760 Häuser zerstört. 3500 Menschen sind obdachlos geworden.

In Bayreuth starb im Alter von 87 Jahren Geheimrat Adolf v. Groß, der treue Freund und Helfer des Hauses Wahnfried, dem die Erhaltung der Festspiele nach Wagners Tod zu danken ist.

In einem Eifeldorf bei Cochem an der Mosel wurden drei Kinder durch scheuende Pferde getötet.

In der Nähe von Beuthen stießen am Sonntag zwei Perso­nenzüge zusammen, wobei insgesamt 27 Personen zum Teil schwer verlegt wurden.

Bei dem Brande des Glaspalastes in München verlor die Badische Landeskunsthalle in Karlsruhe eines ihrer besten Bilder von Morig von Schwind ,, Ritter Kurts Brautfahrt".

Do X ist in Natal an der brasilianischen Küste gelandet. Die Genfer Weltopiumkonferenz hat eine Beschränkung des Opium und Kokainanbaues abgelehnt.

Der Aeroklub der Schweiz hat nach einer Prüfung der In­strumente Piccards die Höchstleistung Piccards und Kipfers mit 15 781 Meter anerkannt.

Der Vorstand der Stiftung Reichsehrenmal trat am Sams tag im Reichsministerium des Innern unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Zweigert zu einer konstituierenden Sigung zu­sammen.

Der Aufruf der Reichsregierung.

Gleichzeitig mit dem Erscheinen der neuen Notverordnung läßt die Reichsregierung einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: Unsere Sorgen und Schwierigkeiten sind verschärft, weil wir neben der Gesamtkrise noch die besondere Last tragen, als die Unterlegenen des großen Krieges Zahlungen leisten zu müs­sen. Diese wurden unter Voraussetzungen, die nicht eingetroffen sind, übernommen und entziehen unserer durch Krieg und In­flation verarmten Wirtschaft das Kapital, dessen sie notwendig zu ihrer Erhaltung und Fortentwicklung bedarf. Die Tribut­zahlungen schwächen uns als Käufer und nötigen uns zur Drosselung der Einfuhr. Schwere Lasten und Opfer muß die Reichsregierung dem deutschen Volke zumuten, um die Zah­lungsfähigkeit des Reiches aufrechtzuerhalten. In ähnlicher Lage wie das Reich befinden sich Länder und Gemeinden. Die Grenze dessen, was wir unserem Volke an Entbehrungen aufzuerlegen vermögen, ist erreicht! Die Regierung ist sich bewußt, daß die aufs äußerste bedrohte wirtschaftliche und finanzielle Lage des Reiches gebieterisch zur Entlastung Deutschlands von untrag­baren Reparationsverpflichtungen zwingt. Das deutsche Volk steht in einem entscheidenden Ringen um seine Zukunft..."

Die Lage im Ruhrgebiet.

Dortmund. Die Bezirksleitung der Kommunistischen Par­tei warnt in einem Aufruf ihre Mitglieder vor Plünderungs­aktionen und fordert zu Kampfdemonstrationen gegen die Not­verordnung in allen Orten des rheinisch- westfälischen Industrie­gebietes auf.

Die Umsagentwicklung in Hessen- Nassau und Hessen in 1930.

Das Umjazauskommen des abgelaufenen Jahres zeigt deut­lich die Schrumpfung der Umsagtätigkeit infolge der ständig fortschreitenden Wirtschaftsdepression. Obwohl die Umsatz­steuer ab 1. April 1930 erhöht wurde, war das Steueraufkom­men doch geringer als 1929. Jm Gebiet von Hessen- Nassau tamen 2,14 Prozent, im Gebiet von Hessen sogar 4,78 Prozent weniger Umsatzsteuer ein als 1929. Das Land Hessen gehört damit zu den Gebieten, die den größten Umsazrüdgang aufwei­sen. Im einzelnen kann man die Umsatzentwicklung an der Be­teiligung der hessischen Gebiete am deutschen Gesamtumsatz deutlich verfolgen. In Hessen- Nassau tamen im ersten Quartal im dritten 10,4 Millionen Mark und im vierten 9,9 Millio noch 10 Millionen Mark auf, im zweiten 11,1 Millionen Mark, nen Mark, das sind in Prozenten des gesamten deutschen Umsatzes 4,34, 3,8, 4,05 und 3,89 Prozent. In Hessen lauten die Umsatz­ziffern in den entsprechenden vier Jahresvierteln 3,7 Millionen Mart, 4,3 Millionen Mark, 4,3 Millionen Mark, 4,5 Millionen Mark bezw. in Prozenten des deutschen Umsatzes 1,62 Prozent, 1,70 Prozent, 1,67 Prozent und 1,76 Prozent. In diesen schwan­fenden Ziffern kommt der wenig einheitliche Geschäftsgang in den einzelnen Wirtschaftszweigen zum Ausdruck.

( Neueste Nachrichten)

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Nummer 46

Gewerkschaftslogif.

Von einem Präsidialmitglied des Hansa- Bundes wird uns geschrieben:

1. ,, Die bisherigen Maßnahmen der Regierung haben den Der Lohnabbau Umfang der Arbeitslosigkeit nicht verändert. hat die Krise verschärft. Er hat die Kauffraft geschwächt, die Steuereingänge herabgedrückt und einen wesentlichen Teil des Defizits der öffentlichen Haushalte verursacht."

So zu lesen in dem Schreiben des ADGB.( Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund) an den Reichskanzler. Im ersten Satz spiegelt sich die naive Auffassung wider, daß eine Welt­wirtschaftskrise von bisher nicht gekanntem Umfang, die in Deutschland noch durch die Kapitalentblößung und ungeheuren Tributlasten weiter verschärft wird, durch Regierungsmaßnah­men behoben werden könne. Dieser Glaube an die Regierungs­allmacht ist Aberglaube. Mit dem gleichen Recht kann man die Regierung für das späte Frühjahr verantworlich machen. Viel­leicht aber kann uns Herr Tarnow verraten, in welchem Lande es mit Regierungsmaßnahmen geglückt ist, die Krise zu über­winden, den Umfang der Arbeitslosigkeit herabzudrücken? In Großbritannien mit seiner Arbeiterregierung ist von Anfang April bis Mitte Mai die Arbeitslosigkeit um 48 500= 1,8 v. 5., in Deutschland um 523 000= 11,03 v. 5. zurüdgegangen. Im sozialistischen Musterland Australien steigt sie weiter.

2. ,, Der Lohnabbau hat die Krise verschärft. Er hat die Kauffraft herabgedrüdt." Bisher hat der durchschnittliche Ab­bau der Stundenlöhne bei uns knapp 5 v. H. betragen. Der Rückgang der Kaufkraft durch ihn ist minimal. Die Lohn­empfänger mit ihren Familien machen noch nicht 60 v. H. der Bevölkerung aus und die ihnen durch die Lohnsenkung zuge­fügte Kaufkraftminderung müßte doch in der Kaufkraftvermeh­rung der Lohnzahlenden weitgehend ausgeglichen werden. Die Senkung der Stundenlöhne bleibt zudem weit hinter dem Rüdgang der Lebenshaltungskosten zurück, der gegenüber 1929 rund 11 v. H. ausmacht.

In den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich ob­gleich auf Betreiben des Präsidenten Hoover von einer Sen­kung der Löhne Abstand genommen worden ist die Krise wei­ter verschärft. Infolge mangelnder Beschäftigungsmöglichkeit ist aber die Summe der in der Industrie zur Auszahlung ge= langenden Löhne gegenüber 1928 um monatlich 1,2 Milliarden Dollar, d. i. um mehr als 5 Milliarden Marf, zurückgegangen Die Arbeitslosigkeit vermindert die Gesamtkaufkraft der dort gewiß beträchtlich, noch mehr aber die verminderte bezw. fort­gefallene Rentabilität der Produktions- und Verteilungsunter­nehmungen. Der Preissturz von Weizen und Mais, von Baum­wolle, Kupfer, Zint, Blei, Silber, Eisen, Kohle und Rohöl hat die Kaufkraft ihrer Produzenten arg geschwächt. Und da sie ihre Produktion nicht los werden und die Vorräte sich nicht ver­mindern, liegt auch für sie feine Veranlassung vor, die vorhan­denen Produktionsstätten zu erweitern, neue zu errichten. Das schafft Absatzstockung und Arbeitslosigkeit in allen Produktions­mittelindustrien, die sich allmählich auch auf die Konsumgüter­industrien erstredt. Ganz ähnlich wie in den Vereinigten Staaten hat sich die Krise in Kanada, Argentinien, Brasilien, Chile, Peru, in Indien und Japan entwidelt. In Australien ist sie nicht zuletzt durch die von den Gewerkschaften und der sozialistischen Regierung durchgedrückten ständigen Lohnerhöhun­gen entstanden. Die weiter steigenden Löhne ließen die ver­billigende Wirkung der Rationalisierung nicht in einer den Verbrauch belebenden Preissenfung zum Ausdrud kommen. Die gewerkschaftliche Logik: der Lohnabbau hat die Krise ver­schärft, ist ebenso beweiskräftig wie die Schlußfolgerung: dic Verlängerung der Lebensdauer hat den Geburtenrüdgang ver­ursacht.

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3. ,, Der Lohnabbau hat die Steuereingänge herabgedrückt und einen wesentlichen Teil des öffentlichen Defizits verursacht." Jm Etatsjahr 1930/31, wo der geringfügige Lohnabbau in der Hauptsache erst im letzten Quartal einsetzte, blieb der Er­trag der Lohnsteuer allerdings um 115 Millionen Reichsmark 8,2 v. H. hinter dem des Vorjahres zurüd. Der der ver­anlagten Einkommensteuer aber um 155,8 Millionen Reichs­mart 10,8 v. H., der der Körperschaftssteuer um 109,6 Mil­lionen RM.= 19,4 v. 5. Der Rüdgang der Lohnsteuer iſt nur zum kleinsten Teil auf die Lohnsenkung, zum weitaus größ­ten Teil auf Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit zurückzuführen Der Rüdgang des veranlagten Einkommens war offenbar sehr piel größer als sich aus dem Steuerertrag ergibt, da es noch) nach dem Ergebnis des vorangegangenen Jahres veranlagt war. Das gleiche gilt vom förperschaftlichen Einkommen. Liegt die Lohnsenkung im Profitinteresse der Unternehmer, so müßte das letztere gewachsen sein. Fast nirgends mehr wird aber auch nur eine bescheidene Rente des investierten Kapitals herausge wirtschaftet. Die Senkung der Selbstkosten und damit der Preise, die die der Löhne zur Voraussetzung hat, ist aber unum­gänglich, um Aufträge zu bekommen.

Wie wenig die Lohnhöhe entscheidend für das Steuererträg­nis ist, dafür ist auch das Ergebnis der Einkommensteuer in den Vereinigten Staaten von Amerika beweiskräftig. Dort sind die Löhne nicht herabgesetzt worden; dort zahlen noch nicht Millionen Menschen und 250 000 Gesellschaften Einkommen­steuer, Arbeiter und Angestellte bis zu 18 000 RM. Jahresein­