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Nr. 28

Mittwoch, den 8. April 1931.

seine Mannschaft. Infolge des starten Windes kommt das Spiel nur sehr schwer in Gang. W.- Niedergirmes hat den Wind als Bundesgenossen und kann öfter das D. Tor bedrohen, jedoch flärt der Tormann die brenzlichsten Sachen. Durch verwandelten Elfmeter geht D. in Führung. Doch bald fällt für Niedergirmes das Ausgleichstor. Halbzeit 1: 1. Nach Halbzeit verändert sich das Bild. Daubringen geht, begünstigt durch den Wind, zum Angriff über und kann weitere 3 Treffer erzielen. Zwei vom Schiri gegebene Elfmeter wurden verschossen. Das Spiel litt unter ungünstiger Witterung. Nach dem Spiel vereinten beide Mannschaften frohe und heitere Stunden, so daß den Gästen der Abschied recht schwer fiel. Es war ein echtes rechtes Freundschaftstreffen nach den schweren Verbandsspielen.

Aus Lollar.

Lollar 1. Lollar Jgd.

Bieber 1.

Butzbach 2. 4: 0. Bruchenbrüden Jgd. 3: 4.

Lollar 2, 0: 3.

Butzbach Jgd. Lollar Jgd. 0: 2.

Sehr rege war der Spielbetrieb der Lollarer Mannschaften an Ostern. In vier Spielen wurden drei schöne Siege errungen und eine ehrenvolle Niederlage eingesteckt. Am 1. Feiertag trat die Jgd.- Mannschaft einer sehr starten Elf von Bruchenbrüden gegenüber und schlug sich äußerst tapfer. Durch Eigentor fonnten die Gäste einen Sieg buchen. Dann standen sich eine tomb. Elf Butzbachs und Lollars 1. Mannschaft gegenüber. Der Spiel­verlauf war leider wenig interessant, da beide Mannschaften schwache Leistungen zeigten. Mit einem 4: 0- Siege der Ein­heimischen trennten sich beide Parteien.

Am 2. Feiertag schidte man zwei Mannschaften auf die Reise. Die zweite Elf überraschte dadurch, daß sie in Bieber gegen die dortige Erste 3: 0 gewann. Sehr gut schnitt die Jgd.­Mannschaft in Butzbach ab. Mit 2: 0 Treffern blieb sie über die dortige Jugend siegreich.

Flensungen 1. Flensungen Jgd.

Ettingshausen 1. 3: 2( 1: 0). Ettingshausen Jgd. 2: 1( 2: 0).

Die beiden ersten Mannschaften lieferten sich am 1. Feiertag auf dem kleinen Flensunger Sportplay einen spannenden Kampf, bei welchem bald die eine und bald die andere Partei im Vor­teil lag. Während Flensungen fomplett antrat, mußten die Gäste die gesamte Hintermannschaft, sowie den Mittel- und linken Läufer ersetzen. Das Spiel an sich war schr fair, litt aber unter der ungenügenden Leitung des Schiedsrichters.

Vor dem aktiven Spiele trafen sich die beiden Jugendmann­schaften. Dieses Treffen gewannen die Gäste sicher, denn sie stellten die spielerisch bessere Mannschaft. Die gute Leistung des Tormanns der Platzbesitzer verhinderte eine höhere Nieder­lage.

Ettingshausen 2.

Sungen 1. 4: 1( 2: 1).

Am 2. Osterfeiertage hatte sich die aktive Mannschaft des. vor einigen Wochen gegründeten Sportvereins Hungen zu einem Gesellschaftsspiele bei der 2. Garnitur des Sp.B. Ettingshausen eingefunden. Die Gäste, welche den Anschluß an den W.S.V. erstreben, zeigten recht ansehnliche Leistungen. Bei beiden Mannschaften war die Hintermannschaft der beste Mannschafts­teil. In der 12. Minute ging Sungen durch Verwandlung eines Edballes in Führung. Ausgleich und Führungstreffer konnte die Platzmannschaft noch kurz vor Halbzeit erzielen. Erst gegen Schluß, als der Eifer der Gäste erlahmte, konnten die Platzbesitzer noch 2 weitere Tore erzielen. Mit dem Schiri Naumann- Laubach waren beide Mannschaften sehr zufrieden.

Streife durch den Bezirk.

SC. 03 Kassel

FB. Neuendorf 5: 3( 2: 1).

,, Gießener Zeitung"

selbst zu schädigen. Lieber in Ehren und mit Anstand ver­lieren, als unrühmlich gewinnen!

Blikturnier?

Fußballturniere sind schon lange eine beliebte Einrichtung im Sport des grünen Rasens. Sie erstreden sich entsprechend der Spieldauer gewöhnlich über zwei Tage. Besonderes Inter­esse erweckten diese Veranstaltungen mit internationalem Ein­schlag.( Eine solche fand z. B. jetzt an Ostern in Wien statt zwischen Rapid Wien, Austria Wien, Hungaria Budapest und Spielvereinigung Fürth, wobei unser deutscher Vertreter lei­der sehr schlecht abschnitt.) Meistens sind es vier Vereine, welche gegeneinander spielen, zuerst in einer Vorrunde, z. B. A gegen B und C gegen D, und dann in einer Nachrunde die Sieger, etwa A und C, um den ersten und zweiten und die Un­terlegenen, etwa B und D, um den dritten und vierten Platz. Als Spieldauer gilt die übliche Zeit von zweimal 45 Minuten; nur bei internen Veranstaltungen oder bei größerer Teilneh­merzahl pflegt sie um 10 bis 30 Minuten abgekürzt zu werden. Neuerdings hat sich daneben eine andere Art von Turnieren eingebürgert: das sogenannte Blizturnier". Der Name stammt daher, daß in kurzer Zeit von einer Anzahl Mann­schaften die Spielrunden hintereinander ausgetragen werden. Dieser Charakter bedingt natürlich, daß die Spieldauer stark herabgesetzt wird; in der Regel beträgt sie zweimal 10 Minuten; ist dann der Stand unentschieden, so gibt es eine Verlängerung von entweder einmal 5 oder zweimal 5 Minuten; wenn dann immer noch fein Sieger ermittelt ist, wird derselbe durch das Los entschieden. Bei der Kürze der Zeit muß jede Partei be­müht sein, möglichst schnell einen Erfolg zu erringen, was auf der Gegenseite selbstverständlich zum Zwang führt, dieses zu ver­hindern, so daß beide Mannschaften zur Hergabe ihres ganzen Könnens genötigt sind; das gerade macht die Spiele interessant und lodt das Publikum an.

Dieses Wiederholungsspiel, das zuerst nach Gießen angesezt war, brachte den Zuschauern am Ostermontag auf dem Plaz des VfB.- Kurhessen in Marburg im großen ganzen eine starte Enttäuschung. Ob nun die beiden Mannschaften abgekämpft waren( Neuendorf hatte am Gründonnerstag in Bonn gegen Alemannia Aachen spielen müssen und der SC. 03 am Oster­sonntag an dem Blitzturnier in Kassel teilgenommen) oder ob das momentane Unvermögen, mehr begeisterungsfähige Energie und Elan aufzubringen, gegenseitig ansteckend und entkräftigend wirkte, mag dahingestellt sein; jedenfalls fonnte das Publikum bei dem Spiel nicht warm werden, so daß es mit seinem Urteil sehr kargte, sich nicht für die eine oder die andere Partei ein­setzte und den Beifall über den Sieg lediglich den Schlachten­bummlern aus Kassel überließ. Dazu kam noch, daß einige Spieler unseres Bezirksmeisters sich in der zweiten Spielhälfte allerlei Regelwidrigkeiten und Unsportlichkeiten erlaubten, so daß der Schiedsrichter fortwährend gegen sie strafend und ver­warnend einschreiten mußte; andererseits verdarb der Neuen­dorfer Torhüter durch sein oft leichtsinniges Spiel( das dem Gegner auch drei Tore einbrachte!) sich und seinen Mannen die Sympathie des Publikums, die es der Elf entgegenzubringen geneigt war, weil deren technische und taktische Darbietungen immerhin auf eine gute Veranlagung und gesunde Unterlage schließen ließen und denen des Hessenmeisters nichts nachstan den, so daß die Mißerfolge ein gewisses Mitgefühl erweckten ( das ja bekanntlich in solchen Fällen sich Auswärtigen gegen­über oft einstellt). Die verschiedenen widrigen Faktoren zusam= men haben es also bewirkt, daß dieses dem Lahnkreis über­wiesene Spiel um die Westdeutsche Meisterschaft( es wird wohl die einzige Zuwendung dieser Art bleiben?) die Zuschauer nicht befriedigen konnte und daß man unserm Bezirksmeister für sein legtes Spiel gegen Alemannia Aachen keine Gewinnchancen einräumen kann, es müßte denn sein, daß er sich zu ganz an= deren Leistungen aufrafft; verlangen muß man aber wenigstens, daß alle Spieler der Mannschaft sich stets eines fairen und sport­lichen Benehmens auf dem Spielfeld befleißigen und nicht zu Entgleisungen oder Ausschreitungen hinreißen lassen, welche ge= eignet sind, die Spielkultur unserer hessisch- hannoverschen Ver treter in ein schlechtes Licht zu setzen und dadurch den Bezirk

Am Ostersonntag trugen in Rassel die sechs Bezirksliga­vereine unter sich ein solches Blikturnier aus, das folgender­maßen verlief( um die Durchführung eines solchen gleich an einem Beispiel zu zeigen): Vorrunde: Spielverein Kurhes sen 1: 0( 0: 0), Elfmeter; Hessen 09 Sport 1: 0( 0: 0), Elfmeter; Hermannia Sportklub 03 1: 1( 0: 0) nach Verlängerung, Her­mannia Sieger durchs Loos; 3wischenrunde: Spielverein gegen Hessen 09 2: 2( 1: 1, 2: 2) nach Verlängerung, Spielverein Sie­ger durchs Los; Endspiel: Spielverein Hermannia( Freilos in der Zwischenrunde) 1: 0( 1: 0), so daß also Spielverein der Turnierjieger wurde. Die Durchführung der Spiele erforderte zweimal 25 Minuten und dreimal 20 Minuten, also zusammen 110 Minuten, die ganze Veranstaltung nicht mehr als 150 Mi­muten oder 2% Stunden, die den Zuschauern infolge des fort: währenden Wechsels der Szenerie( Mannschaften und Spiel­bilder) wie im Fluge vergingen.( An manchen Sonntagen steht man übrigens zweimal oder dreimal 90 Minuien oder noch länger auf dem Sportplatz. um sich Spiele anzusehen, welche weniger spannend und befriedigend verlaufen!)

Was in der Großstadt möglich, sollte auch an anderen Städten unseres Bezirkes durchführbar sein. Wir denken dabei im Lahnkreis zunächst an Gießen und Marburg. evtl. noch an Wetzler, deren Vereine ja dauernd einen Spielverkehr pflegen, der aber gerade durch die Wiederholungen derselben Wettkämpfe an Reiz und Anziehungskraft verliert. Vor längerer Zeit war jogar angeregt worden, daß die größeren Lahnkreisvereine nach Schluß der Verbandsspiele eine Runde als Pflichtspiele unter sich austragen sollten; der Vorschlag entsprang nicht zuletzt dem Wunsche oder der Hoffnung, auf diese Weise die Vereine von der Notwendigkeit oder Gewohnheit, fostspielige auswärtige Spielabschlüsse zu tätigen, zu befreien und sie finanziell zu ent­lasten; die Ausführung scheiterte aber daran, daß sich einige Vereine nicht auf diese Weise binden wollten, besonders weil sie nicht davon überzeugt waren, daß der zu erstrebende Zwed durch die Veranstaltung erreicht würde. Wie wäre es denn, wenn an Stelle dieses geplanten, aber ins Wasser gefallenen Unternehmens die Einführung des neuen ,, Blizzturniers" träte? Als Teilnehmer tönnten in Frage kommen die drei Vereine aus Marburg, die zwei Vereine aus Gießen und der Wetzlarer Sportvereine, so daß sechs Konkurrenten zusammen wären; als Ort müßten nacheinander Marburg, Gießen und Wetzlar ge= wählt werden. Vielleicht greift man diese Anregung einmal bei den maßgebenden Stellen der genannten Vereine auf und setzt sich zweds einer Aussprache schriftlich oder mündlich in Ver­bindung. Besonders erwähnt soll noch sein, daß man in Mar­burg gerade in den Kreisen, welche sich für die Pflichtrunde" nicht begeistern konnten, der Veranstaltung von ,, Blizturnieren" sehr sympathisch gegenübersteht und deren Verwirklichung nach Kräften unterstützen wird, sobald der Gedanke einmal Hand und Fuß bekommt. Also bitte Stellung zu dem Projekt nehmen!

Westdeutsche Fußball- Meisterschaft.

In der Gruppe 1 brachte das letzte Spiel am Ostermontag die Entscheidung um den 2. Platz: in Gelsenkirchen unterlag SV. Union Gelsenkirchen dem Meidericher Spielverein mit 0: 2 ( 0: 1), so daß nun dieser Tabellenstand hergestellt ist:

Bielefeld

Meiderich Gelsenkirchen Hüsten

3 3

2

1

1

1

1

3

1

3 10

0 2 2

0 9: 4 5: 1 4: 3 3: 3 3: 6 2: 4 3: 6 2: 4

Der VfB. Bielefeld und der Meidericher Spielverein wer= den also in der Gruppe 3 an den Endspielen teilnehmen.

auch von dem Sportklub 03 Kassel mit 3: 5( 1: 2) aus dem Felde geschlagen. Der Stand ist also jetzt folgender: 0 0 4: 0 2: 0 00

Aachen Kassel Neuendorf

1

1

1

1

2

0 0

5: 3

2: 0

2 3: 9 0: 4

Der FV. Neuendorf scheidet also definitiv aus dem Wett­bewerb aus; maßgebend für die Besetzung des zweiten Platzes der Gruppe 2, in welcher bekanntlich Fortuna Düsseldorf mit 6: 0 Punkten den ersten Platz bereits inne hat, wird nun der Ausgang der Begegnung zwischen Alemannia Aachen und Sport­flub 03 sein; sie sie soll Ende dieser Woche in Hagen stattfinden. Von den acht Tabellenzweiten der Bezirke tragen am 12. April die vier Sieger der Vorrunde die beiden Spiele der Zwi schenrunde aus; es treten sich gegenüber:

Von den 4 Vereinen der Gruppe 2 waren am Schluß der ersten Runde drei Vereine mit 2: 4 punttgleich gewesen; dadurch wurde eine Wiederholung der Spiele zwischen diesen drei Kon­kurrenten um den 2. Platz nötig. Das erste Treffen stieg am 3. April( Gründonnerstag) in Bonn; Gegner war Alemannia Aachen und FV. Koblenz- Neuendorf; diesmal revanchierten sich die Alemannen für die beim ersten Spiel in Koblenz erlit­tene 1: 3- Niederlage und schlugen die Neuendörfer mit 4: 0( 2: 0). Am 6. April( Ostermontag) wurden die letzteren in Marburg

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Süd gegen West 2: 0( 1: 0)

Das Freundschaftstreffen zwischen den Fußballverbänden von Süd- und Westdeutschland fand am Karfreitag in Saar­brücken das erwartete Interesse; trotzdem hier nur zweite oder gar dritte Garnituren der beiden Verbände im Kampf ſtanden, tamen doch 15 000 Zuschauer auf dem Platz im Ludwigspart zusammen. Leider kamen sie sportlich nicht auf ihre Kosten, denn das Spiel und die Leistungen der beiden Mannschaften enttäuschten start. Der Sieg der Süddeutschen ist dem Spiel­verlauf nach nicht einmal verdient. Der Süden hatte zwar in der ersten Halbzeit eine leichte Ueberlegenheit, dafür drängten aber die Rheinländer nach der Pause stärker.

Die süddeutsche Elf wirkte, trotzdem sie mehr Vereinen als die westdeutsche entnommen war, einheitlicher, und sie zeigte auch die bessere Ballbehandlung, das reifere Stellungsspiel. Das 3uspiel ließ aber auch bei den Süddeutschen sehr zu wünschen übrig. Der beste Mannschaftsteil war das Abwehrtrio.

Auch bei der westdeutschen Elf war die Abwehr der beste Mannschaftsteil. Gefallen fonnte auch die Läuferreihe, die in der Gesamtheit noch etwas besser gefiel als die süddeutsche Halb­reihe. Sehr schwach war der westdeutsche Sturm, der schlecht zu­sammenspielte und vollkommen unproduktiv arbeitete.

Das Spiel

Während der ersten Halbzeit zeigte der Süden eine an= haltende leichte Ueberlegenheit, die aus dem besseren Zusam menspiel resultierte. In der ersten Viertelstunde waren aller­dings beide Mannschaften reichlich nervös. Der Süden fand sich zuerst und erreichte auch schon in der 25. Minute das Füh rungstor. Im Anschluß an einen Edball köpfte Hörnle unhalt­bar ein. Der Süden fam jetzt recht gut in Fahrt, er scheiterte aber mit seinen weiteren Bemühungen um einen Torerfolg an der recht guten westdeutschen Abwehr.

Nach der Pause hielt zunächst noch die Überlegenheit der Süddeutschen an, sie erzielten hintereinander drei Ecken. Dann wurde das Spiel ausgeglichener und allmählich ergab sich sogar cine wachsende Ueberlegenheit der Rheinländer, die jetzt mit großem Eiser spielten. Aber auch die Düsseldorfer Stürmer er­reichten wichts mehr als einige Eden. Dagegen kam der Süden in der 20. Minute noch einmal zu einem Erfolg. Der Rest der Spielzeit gehörte fast ganz den Westdeutschen.

Säen zur rechten Zeit.

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44. Jahrg.

Politic

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Man sollte sich immer die kleine Mühe machen, die Saat zu beizen, denn dann hat man bedeutend weniger Verluste durch Krankheiten, die dem Samen anhaften und oft genug alle Hoffnungen vernichten. Gebeizte Saat geht auch erfahrungs­gemäß viel schneller auf und entwickelt sich besser als ungebeizte. Wenn der Gartenboden verseucht ist, dann muß auch der Boden mit dem Beizmittel behandelt werden.

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