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Gießener Zeitung
( Gießener Tageblatt)
Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus.
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endung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
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Bolitische Rundschau.
Das Oberlandesgericht Hamburg hat das Uniformverbot
ba, bie Billa San Marina egen die Nationalsozialisten für ungültig erklärt.
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Der Oberpräsident der Rheinprovinz hat für das Gebiet dem Rheinprovinz das Tragen der Spartakiade- Abzeichen ver
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Auf dem Flughafen Tempelhof traf der chilenische Luftartminister Merino ein. Sein Aufenthalt in Deutschland gilt dem Studium der deutschen Luftfahrteinrichtungen.
frühmorgens get Am 2. Juli ist von der dänischen nach der deutschen Küste b, ma tobe, rappelin neues Geetabel gelegt worden, das die Hauptstrede einer wieder mal 6 Uhr, oni htigen, dem zwischenstaatlichen Fernsprech- und Telegraphen no finuten liegen erkehr dienenden Kabelverbindung zwischen den Verstärker intern Rostor und Nytjöbing auf Falster bildet.
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In Berlin haben 7 Personen Selbstmord verübt. ell wirb fidh angezogen, gelejache ist völlige Mittellosigkeit.
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Der Vorsitzende der Handelstammer Duisburg, Syndikus en Mantel an, die Schüler D. Armin Buderus, hat sich wirtschaftlicher Nöte halber in jei: zum Bahnhof, wo der bener Wohnung erschossen. De einläuft. Halt, da ist der Das Schöffengericht in Bremen hat den dortigen argenStammfupee allo schnellimischen Konsul zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Dem Umgeklagten wurde zur Last gelegt, bei dem Konkurs eines ihm be freundeten Kaufmanns von diesem 70 000 Mart übernommen zu haben, die so den Gläubigern entzogen wurden.
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Die schwedische Presse stellt in der Behandlung der Pariser Berhandlungen u. a. fest, daß„ Versailles keinen Bestand haben lamn".
Staatssekretär Stimson ist Montagmittag in Palermo eingetroffen. Er wird am Mittwoch nach Rom fahren, wo er von Muffolini empfangen werden wird.
Dem ,, Paris Midi" zufolge hat Senator de Monzie den Batschafterposten in Mostau abgelehnt, der ihm von der franDas Blatt will ichen Regierung angeboten worden war. visen, daß nunmehr der bisherige Botschafter im Haag, Kant merer, zum Nachfolger Herbettes in Moskau ausersehen sei, und daß seine Ernennung unmittelbar bevorstehe.
In Madrid kam es am Sonntag zu heftigen Ausschreitun= gen wegen der Freilassung des ehemaligen Polizeipräsidenten General Mola. Die Regierung sah sich schließlich gezwungen, auf dem Schoß, und in das den General erneut zu verhaften, worauf sich die Gemüter einigt ihre helle Stimme, nurmaßen beruhigten. In dem Dorfe Villa del Rio Cordova stedKrönungGroße ten Streifende eine Kirche in Brand. Freundin präpariert Mathe oldenen Bändchen beidhäftig az Totenftille herright, alles ücher, Geschichte wie Hory werden auch wieder ange Con etwa 20 Minuten trift de gerade mit bellem Ring
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G.M.
für jedes Gewerbe, für freie Berufe, eine, Verbände etc.
Herausgeber
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Das Petit Journal" meldet aus Madrid: Die Unruhe: Meldungen aus Spanisch- Marokko werden immer zahlreicher. Jacht werde zugegeben, daß Melilla von den Aufständischen belargert sei.
Wie die brasilianische Botschaft in Paris mitteilt, hat der bajilianische Außenminister Franco in einer Erklärung den jezt von der Republik Chile ausgehenden Vorschlag für die Bildung eine füdamerikanischen Zollunion mit warmen Worten begrüßt.
Bolivien hat dem Völkerbund den Abbruch seiner diplomatischen Beziehungen zu Paraguay mitgeteilt. Es wird angenommen, daß der Grund hierzu in den Streitigkeiten um deen Gran Chaco zu suchen ist.
Der Hoover Plan tritt in Kraft.
Washington. Präsident Hoover erklärte in einer Botschaft, daß nunmehr der Plan sofort in Kraft treten werde und daß Deutschland während der Dauer eines Jahres keine Reparationen zahlen werde. Paris.
Aus dem Text der Einigungsgrundlagen geben mir folgende Grundlinien wieder:
Nach dem Meinungsaustausch stellt die französische Regerung fest, daß sie mit der amerikanischen Regierung über Die hauptsächlichsten Grundlagen des Hooverschen Angebotes i den folgenden Teilen einig geht:
1. Die Zahlung der interalliierten Schulden wird vom Juli 1931 bis 30. Juni 1932 ausgesetzt. Deutschland zahlt doch die unausschiebbare Annuität weiter.
2. Die französische Regierung willigt ein, daß die auf diese Weise geleisteten Zahlungen Deutschlands von der Internatiomalen Zahlungsbant in garantierten Bonds der deutschen Reichseisenbahn placiert werden.
3. Alle unterbrochenen Zahlungen werden verzinst nach den on der amerikanischen Regierung aufgestellten Bedingungen. Sie werden in 10jährigen Raten amortisiert werden, die mit em 1. Juli 1933 beginnen.
4. Die gleichen Bedingungen gelten für die von der ReichsBahn auszugebenden Bonds.
Ueber drei Punkte, die die amerikanische Regierung nichts angehen, gibt die französische Regierung folgende Erklärung ab:
a) Eine gemeinsame Aktion der hauptsächlichsten Zentralmotenbanken wird unternommen, die besonders durch die Ausegung der Zahlungen betroffen werden.
b) Eine vorherige Verständigung wird zwischen Frankreich und der Internationalen Zahlungsbank erzielt werden müssen, Damit Frankreich dem im Falle eines Youngplan- Moratoriums
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Mittwoch, den 8. Juli 1931
vorgesehenen Garantiefonds nur durch Monatsraten ergänze. c) Die Frage der Sachlieferungen und die verschiedenen durch die Anwendung des amerikanischen Vorschlages und das vorliegende Abkommen notwendig werdenden technischen Bestimmungen werden von einem Sachverständigen- Ausschuß ge= prüft werden, zu dem die interessierten Mächte Delegierte entsenden.
ruf:
Aufruf der Reichsregierung.
Berlin, 7. 7. Die Reichsregierung erläßt folgenden Auf
,, Die weitschauende und staatsmännische Initiative des Präsidenten Hoover wurde von Erfolg gekrönt. Die seelische Entlastung und die Hoffnung auf Wirtschaftsbesserung, die dieses Ergebnis mit sich bringt, lösen allerseits freundschaftliche und freudige Gefühle aus. Der Entschluß zu raschem und durchgreifendem Handeln eröffnet weitere Möglichkeiten zu einer Wiedergesundung der Welt.
Das deutsche Volk ist sich darüber klar, daß die endgültige Durchführung des Hoover- Planes ihm als dem schwerstbelasteten die verhältnismäßig stärkste Erleichterung bringen wird. Die Einigung über das Feierjahr konnte nur durch verständnisvolle Mitwirkung aller Beteiligten erreicht werden, von denen einige Staaten eine Vergrößerung eigener Schwierigkeiten und erhebliche Unbequemlichkeiten im Interesse der Gesamtlösung auf sich nehmen mußten. Der hochherzige Verzicht des amerikanischen Volkes hat jedoch ein begrüßenswertes Echo ausgelöst. Wir erkennen dankbar an, daß in der Stunde schwerster wirtschaftlicher Gefahr Deutschland dieses Verständnis für seine Lage gefunden hat.
Deutschland ist auch nach Eintritt des Feierjahres keineswegs seiner wirtschaftlichen und finanziellen Nöte überhoben. Es kann die ihm verbleibenden Mittel nicht benutzen, um die Opfer, die die Regierung der Bevölkerung hat zumuten müssen, bei aller Milderung gewisser Härten herabzusetzen. Es darf nicht in seinen äußersten Anstrengungen, zu sparen, nachlassen. Die gesamten Erleichterungen, die der Hoover- Plan Deutschland bringen wird, werden zur Konsolidierung der öffentlichen Finanzen restlos benötigt und verwendet werden; die hierdurch eintretende Erleichterung des Geld- und Kreditmarktes muß der deutschen Wirtschaft zugute kommen.
Eine Erhöhung irgendwelcher Ausgaben des Reiches, auf welchem Gebiete auch immer, ist während des Feierjahres nicht möglich. Darüber hat der Herr Reichskanzler der amerikanischen Regierung eindeutige Erklärungen abgegeben. Das Hoover- Jahr soll der Wiederherstellung der deutschen Wirtschaft und darüber hinaus der wirtschaftlichen Erholung der Welt dienen. Soll sich die Hoffnung verwirklichen, daß in der gesetzten Zeit dieses Ziel erreicht wird, so ist eine enge Zusammenarbeit der Völker erforderlich.
Die nächsten Monate werden Gelegenheit zu einer solchen Zusammenarbeit bieten. Die Heilung der Wunden dieser Krise und die Vorsorge gegen den Wiedereintritt ähnlicher Weltkatastrophen muß das gemeinsame Ziel sein, von dem sich die Staatsmänner und die Völker bei der Lösung der noch größeren Aufgaben des kommenden Jahres leiten lassen."
Hindenburg dankt Hoover.
Neuded. Der Herr Reichspräsident hat nachstehendes Telegramm an den Präsidenten der Vereinigten Staaten gerichtet: ,, Nachdem die Pariser Verhandlungen nunmehr zum Abschluß gelangt sind und das von Ihnen vorgeschlagene Feierjahr begonnen hat, möchte ich Ihnen und dem amerikanischen Volke den Dank des deutschen Volkes zum Ausdrud bringen. Dank Ihrer Initiative möge die ganze Welt einer neuen Aera friedlicher und vertrauensvoller Zusammenarbeit entgegengeführt werden. Dies ist mein aufrichtigster Wunsch.( gez.) v. Hindenburg."
Die erste Konferenz in London.
Paris. Die französische Regierung hat die Anregung der englischen Regierung angenommen, in der nächsten Woche eine Zusammenkunft des Kommitees der Schahzamtssachverständigen in London einzuberufen. Dieses soll im einzelnen die Durch führung des Deutschland bewilligten Moratoriums regeln.
Amerifa macht mit.
Washington. Im Außenamt wurde auf eine Infrage erklärt, die Regierung der Vereinigten Staaten werde sich gerne an internationalen Konferenzen beteiligen, die mit dem H00ver- Plan zusammenhängen, und zwar sowohl an einer Konferenz der Außenminister der in Frage kommenden Staaten, wie an einer Konferenz der Finanzexperten.
Ende des Monats Gläubigerfonferenz?
Paris. In gut unterrichteten französischen Kreisen rechnet man mit dem Zusammentritt des Sachverständigenausschusses bereits gegen Ende dieser Woche. Die in Erwägung gezogene Gläubigerfonferenz, an der auch Deutschland teilnehmen wird, wird nach Ansicht französischer Kreise nicht vor Ende dieses Monats stattfinden. Auf alle Fälle soll ihr Zusammentritt nicht vor Beendigung der Arbeiten des Sachverständigenaus: schusses erfolgen.
( Neueste Nachrichten)
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Nummer 54
Die Pariser Kolonialausstellung und der Fichte- Bund.
Der Pariser ,, Figaro" meldet: ,, Am letzten Freitag ist ein Flugblatt in Massen auf der Kolonialausstellung verbreitet wor den. Das Flugblatt muß in Millionen von Exemplaren und in mehreren Weltsprachen herausgegeben worden sein. Daß Deutschland sich beklagt, seine Kolonien verloren zu haben, ist ganz in Ordnung, aber daß es in unserer Kolonialausstellung Propaganda zur Wiedererlangung seiner Kolonien macht, ist wahrhaftig die Höhe. Man liest in dem verbreiteten Blattfranzösische Ausgabe Nr. 125. Herausgegeben vom Deutschen FichteBund, Sitz Hamburg, Colonnaden 47:
,, Kamerun ist wirtschaftlich zurückgegangen. Die Deutschen haben mit ihrem gründlichen System der Pflanzungen tüchtige Arbeit geleistet, das Land ist durch ihre Wegschaffung ärmer ge
worden."
,, Welche Methoden Frankreich anwendet, die Eingeborenen für den Heeresdienst zu gewinnen, tann man ahnen, wenn man an die Methoden denkt, die es angewandt hat, um seine Kolonien wirtschaftlich auszupressen."
Aehnlich der belgischen, enthält auch die französische Kolonialgeschichte Beweise von entsetzlicher Grausamkeit gegenüber den Eingeborenen."
,, Deutschland sind die furchtbarsten Tributlasten auferlegt, seine Grenzen sind beschnitten, seine Menschen auf engsten Raum zusammengedrängt. Es braucht ein Auswanderungsland für seinen Volkszuwachs. Es braucht die Kolonien, um die Tributlasten tragen zu können."
,, Sechzig Millionen deutsche Menschen fordern die Erfüllung des feierlichen Versprechens Wilsons, die kolonialen Ansprüche weitherzig und unbedingt unparteiisch zu schlichten. Ohne seine Kolonien fann Deutschland die ihm auferlegten Verpflichtungen nicht erfüllen. Daher fordert es Rückgabe seines gesamten folonialen Eigentums."
Der„ Figaro" bezeichnet das Flugblatt als lügenhaft und unehrlich. Er verschweigt aber, daß das erstaufgeführte Zitat, wie in dem Flugblatt ausdrüdlich angegeben, aus der englischen Zeitung ,, Morningpost" stammt, die wahrhaftig nicht verdächtig ist, deutschfreundlich zu sein. Wie der„ Figaro" meldet, habe sich ein Parlamentarier bereit erklärt, in offener Kammersizung wegen dieses Vorfalls das Wort zu ergreifen. Angesichts der Tatsache, daß die deutsche Regierung es entgegen dem Verlangen der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes ängstlich vermeidet, über die Kriegsschuld- und Koloniallüge zu sprechen, fann man es nur mit Genugtuung begrüßen, daß die Pariser Freunde des Hamburger Fichte- Bundes auf der Kolonialausstel lung, die von zahlreichen Nationen beschickt wurde, einen Vorstoß gegen die Koloniallüge unternommen haben.
Ein Brief Brünings an Hoover.
Washington. Das amerikanische Staatsdepartement veröffentlicht einen Brief, der vom Reichskanzler Dr. Brüning der amerikanischen Regierung übermittelt wurde. Brüning versichert, daß das Geld, welches durch das Freijahr für Deutschland sichergestellt werden wird, nicht für Rüstungszwede be= nutzt werden wird, im Gegenteil, das Geld würde dazu benutzt werden, um die Steuerausfälle auszugleichen.
Die Vereinigten Staaten
für energische Abrüstung.
Washington. Die amerikanische Regierung beabsichtigt, in nächster Zeit einen energischen Vorstoß zugunsten internationaler Abrüstungsmaßnahmen zu unternehmen. Es soll nichts unterlassen werden, um der nächstjährigen Genfer Abrüstungskonferenz einen großen Erfolg zu sichern. Eine der Hauptaufgaben der Europareise des Staatssekretärs Stimson soll es sein, die europäischen Regierungen auf den in Washington be= absichtigten Schritt vorzubereiten.
Das Zentrum für Reichsreform?
Trier. In einer Zentrumsversammlung in Trier wurde nach einer Rede des Prälaten Kaas die Absendung eines Telegramms an den Reichskanzler beschlossen, in dem darauf hingewiesen wird, daß es gerade mit Rüdsicht auf die Härten der neuen Notverordnung nicht länger angängig fei, die Jnangriffnahme der Reichsreform hinauszuschieben. Es seien alle Mittel anzuwenden, um eine Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung herbeizuführen.
Hessischer Landtag.
Darmstadt. Der Landtag trat gestern zu seiner voraussichtlich letzten Sitzungsperiode zusammen. Er begann mit der Beratung des Gesetzentwurfs zur Aenderung des Landtagswahlgesetzes und der dazu vorliegenden Anträge auf Herabsetzung der Abgeordnetenzahl. Die Abstimmung wurde jedoch auf Mittwoch vertagt. In der Aussprache entspann sich ein Wettlauf zwischen den Abgg. Reiber( Staatspartei), Dr. Werner( Natsoz.) und Abg. Böhm( Dntl.), die für die Herabsetzung der Abgeordnetenziffer auf 56 ,, 35 bezw. 25 Abgeordnete eintraten.


