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Mittwoch, den 8. April 1931.

Lokales.

Ruhige Ostertage.

Das herrliche Frühlingswetter der Tage vor dem Fest hatte alle Welt mit Mißtrauen erfüllt gegenüber den Voraussagen der Wetterpropheten, so daß noch am Karfreitag eifrig die Pläne für den Osterspaziergang gemacht wurden. Aber die Voraussagen erwiesen sich doch als richtig, denn am Festsonn­abend öffneten sich die Schleusen des Himmels und so etwas wie Bindfadenregen verwässerte alle Feiertagsabsichten. Der zweifelhafte Himmelssegen hielt die Nacht über an und der Ostersonntag begann mit verhängtem Himmel. Es war zwar trocken, aber für weitreichende Pläne doch nicht zusagend. Man entschloß sich daher zu anderen Dispositionen, so daß der Ver­fehr innerhalb der Stadt und ihrer nächsten Umgebung recht start war. Auch am zweiten Festtag blieb das Wetter beständig, war aber wieder wenig einladend zu größeren Ausflügen. So blieb man auch am zweiten Feiertag in der Stadt und ihrer nächsten Umgebung, sofern man nicht den Aufenthalt in den eigenen vier Wänden vorzog. Die Gaststättengeschäfte in der Stadt haben einen verhältnismäßig günstigen Abschluß gemacht, hingegen sind die Besitzer der Ausflugslokale leider nicht auf ihre Kosten gekommen. Der Reiseverkehr wies in diesem Jahre feinen besonders starken Umfang auf. Die Vorsorge der Reichs­bahn hinsichtlich der Verstärkung von Zügen und Einlegung von Vorzügen usw. war wiederum ausgezeichnet, war aber größer als die Anforderungen des Verkehrs. Im übrigen ist das Osterfest in Gießen ruhig verlaufen; daher ist die Chronik der außerordentlichen Vorfälle recht gering. Der auswärtige Kraft­wagenverkehr brachte einiges Leben in die Straßen der Stadt, aber alles hat sich ruhig abgewidelt. Auch in der Politik hatte es Urlaub" gegeben, so daß man keinen der sonst üblichen Sonntagsumzüge sah. Alles in allem: ein ruhiges Fest.

Die Reisesparkasse.

,, Gießener Zeitung"

zu verbinden. Und darauf gerade kommt es an, daß man das Entsagen gar nicht richtig gewahr geworden ist, wenn man dann nach Jahresfrist das gesicherte Reiseglück aus der Sparkasse her­austollern läßt.

* Ehrung Dr. Fuhrs Bad Nauheim. Zu seinem 70. Ge­burtstag am Ostersonntag gingen Amtsgerichtsdirektor i. R. Fuhr zahlreiche Glückwünsche zu, ein Beweis dafür, welch großer Beliebtheit und Wertschätzung der Jubilar, der vor seiner Bad Nauheimer Tätigkeit etwa 20 Jahre in Gießen wirkte, sich all­gemein erfreut. U. a. traf auch ein Glückwunschtelegramm von Oberbürgermeister Dr. Keller ein. Dr. Keller machte davon Mitteilung, daß aus Anlaß des 70. Geburtstags ein Bild Dr. Fuhrs im Gießener Volksbad, um dessen Schaffung sich der Ju­bilar sehr verdient gemacht hat, angebracht werden soll.

Wer zur Erfüllung geldlicher Ansprüche des Lebens, zur Befriedigung irgendeines geldkostenden Sonderbedürfnisses je= weils nur einen Schein auszufüllen und aus dem Schedbuch zu reißen braucht, der kennt nicht die Sorgen, aber auch nicht die Freude, die das langsame Erringen irgendeines Lebensgenusses demjenigen bereitet, der von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, oder doch von Monat zu Monat mit Wenigem rechnen muß. Der Mensch, dessen Einkommen mit den Ansprüchen des täglichen Lebens man gerade so Schritt hält, muß eine besondere An­strengung machen, wenn er einmal darüber hinaus etwas vom Leben haben will. Irgendeine Entsagung ist daher die Voraus­setzung, ist die Bedingung, unter der allein ihm etwas über den Tag hinaus Wertvolles zuteil werden kann. Und weil solche Bedingungen schwer sind, solange man sie als Last empfinden müßte, so löst man sich das Entsagen in ein Spiel auf, bei dem alle Familienmitglieder wetteifern, das Ihre zu dem allgemein gewünschten Erfolg beizutragen.

* Einbruch. In der Nacht von Samstag auf Ostersonntag brach ein Dieb in das Gastzimmer der Wellersburg ein und stahl Zigaretten und Spirituosen. Die Kriminalpolizei ist mit den erforderlichen Ermittelungen beschäftigt.

* Nachdem das Schöffengericht und als Berufungsinstanz die Große Straftammer sich in zweimaligen wochenlangen Sigun­gen mit den Darlehensbetrügereien des Kaufmanns Albert Wacker von Wiesed beschäftigt und den Angeklagten in der Be­rufungsinstanz zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt hat­ten( während in der ersten Instanz nur auf drei Jahre Gefäng­nis erkannt worden war), wird sich nun auch das Reichsgericht mit dieser leidigen Angelegenheit zu beschäftigen haben, da Wacker Revision an das Reichsgericht eingereicht hat.

* Vor dem Schnellrichter. Nach Schluß einer nationalsozia­listischen Versammlung wurde auf dem Wege nach seiner Woh­nung ein junger Nationalsozialist von dem 25jährigen Arbeiter Wilhelm Hedderich, der anscheinend der K.P.D. nahesteht, ver­folgt und mißhandelt. Hedderich wurde in polizeilichen Gewahr­sam genommen, und dann dem Schnellrichter vorgeführt. Das Gericht stellte fest, daß Hedderich ohne Grund den National­sozialisten angefallen hatte und verurteilte ihn zu vier Wochen Gefängnis, deren Verbüßung er sofort antreten mußte.

Das schönste Ziel solcher Entsagungskünste ist die Sommer­reise. Für sie opfert man gern allerlei Kleinigkeiten das ganze Jahr in die Reisesparkasse. Mit den Fünfern, die die ersten Der Flecke auf dem neuen Tischtuch kosten, fängt man an. Hausherr steuert seine durch Selbstrasieren gesparten Zwanziger bei; seine ungetrunkenen Abendschoppen, seine ungerauchten Zi­garren verwandeln sich unvermerkt in ein paar Aufenthaltstage in den Bergen, an er See. Die neuen Stiefel, die durch eine noch und nochmalige Reparatur der alten gespart werden, die selbstgarnierten Hüte der Mädchen, versagte Sahnenbaisers, ge= laufene statt gefahrene Streden: es ist unerschöpflich, was alles auf einmal aus der Reisesparkasse herauskommt, wenn zur großen Reisezeit die Ausschüttung der Masse erfolgt.

* Briefposten für Kreuzer Emden". Die Briefposten für den Kreuzer ,, Emden" werden im Monat April an folgenden Tagen vom Marinepostbüro, Berlin C 2, abgesandt werden: am 10. April nach Schanghai( China), am 11., 14. 17., 18., 21., 24., 25. und 28. April nach Nagasaki( Japan).

Vor Jahrzehnten spielten die winzigen silbernen 20- Pfg.­Stüde eine große Rolle bei diesen Zwed- Sparmethoden. Heute tut einer vielleicht die Münzen, die anläßlich der Jahrtausend­feier der Rheinlande geprägt worden sind, in die Sparbüchse. Außer ihnen gibt es heute kaum Münzen, die den Spartrieb anregen; immer gleich zwei oder drei Mark beiseitezulegen, ist ja gar nicht so leicht, wie es sein müßte, um den Erfolg der Reisesparkasse mit der Unempfindlichkeit seines Zustandekommens

Werden Staat und Reich

Nr. 28

Aus Nah und Fern.

Lich. Passanten, die am Montag abend zwischen 10 und 11 Uhr von Lich nach Nieder- Bessingen gingen, fanden etwa 500 Meter vor Nieder- Bessingen zwei junge Leute in ihrem Blute liegen. Unweit davon lag ein beschädigtes Motorrad. Der eine der verunglückten, der 22jährige Maurer Karl Steng Ier, war tot, während sein Begleiter, der 25jährige Arbeiter Heinrich Ludwig, noch Lebenszeichen von sich gab. Die Ver unglückten wurden nach ihrem Heimatorte Lich gebracht, wo Ludwig auch nach kurzer Zeit starb. Wen die Schuld an dem Unglüd trifft, fonnte noch nicht festgestellt werden.

* Stadttheater. Heute( im Mittwoch- Abonnement) und morgen( im Dienstag- Abonnement) gelangt als Gastspiel der Vereinigten Operettentheater Bochum- Hamborn die Operette ,, Viktoria und ihr Husar" zur Aufführung.

Grünberg. Der Bergmann Karl Nau aus Weitershain wurde Ostersamstag nachmittag in der Eisensteingrube bei Azenhain von niederstürzenden Erdmassen verschüttet. Der Verunglückte trug Bein- und Rippenbrüche, ferner einen Schlüsselbeinbruch und innere Verletzungen davon. In schwer verletztem Zustand mußte er nach der Chirurgischen Klinik nad Gießen gebracht werden.

* Die ehemalige Feldartillerie in Kassel am 9. und 10. Mai 1931. Die Vorbereitungsarbeiten für die festlichen Ver­anstaltungen, für die Unterbringung, Werbung, Verkehrsrege­lung usw. schreiten gut voran. Berechtigte Hoffnungen auf Vor große Beteiligung hat man trotz der schlechten Zeiten. allem zählt man auf die alten Kameraden im Hessenland und auf die hessische Bevölkerung. Nachmeldungen bis zum 9. Mai werden bei den Vereinen oder der Auskunftsstelle des Waffen­tages( Stadtobersekretär Siebrecht, Kassel- W., Wilhelmshöher Alle 178) entgegengenommen.

Schotten. Hier findet vom 15. bis 18. Mai der diesjährige Vertretertag des Hessischen Beamtenbundes statt, an dem einige hundert Delegierten der Beamtenschaft Hessens teilnehmen.

Bad Nauheim. Zur Kur hier eingetroffen ist der ehemalige König Friedrich August von Sachsen.

Friedberg. Reichspräsident von Hindenburg hat den Feuer wehrmann Ferdinand Hohmann für über 50jährige aktive Zugehörigkeit zur hiesigen Freiwilligen Feuerwehr mit einem persönlichen Anerkennungsschreiben ausgezeichnet.

Büdingen. Der Arbeiter Konrad Maul aus Bindsachsen wollte auf seinem Motorrad seine Schwiegermutter nach Hause bringen. An einer unebenen Stelle der Straße stürzte die Frau vom Rade. Sie erlitt so schwere Kopfverletzungen, das der Tod auf der Stelle eintrat.

Rüsselsheim. Zwischen Rüsselsheim und Königstädten wurde die Leiche des 25jährigen Bäders Göz aus Rüsselsheim auf gefunden. Das Motorrad des Getöteten lag in der Straßen mitte. Es ist anzunehmen, daß der Verunglückte aus nicht be tannter Ursache die Herrschaft über die Maschine verloren hatte.

* Warnung. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge schreibt: Seit einiger Zeit häufen sich die Fälle, daß Bücher und ähnliche Werke mit der Behauptung angeboten werden, ein Teil des Reingewinns würde für die Kriegsgräberfürsorge ver­wandt. Einige Vertreter gehen sogar soweit, daß sie bei Nicht­absatz des Buches ohne jede Berechtigung eine Spende für den Volfsbund erbitten und in dessen Namen quittieren. Der Volks­bund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gibt daher bekannt, daß er grundsätzlich jede Beteiligung an Erwerbsunternehmungen ab= lehnt und daher mit keiner Firma eine Abmachung getroffen hat, Bücher oder sonst irgend einen Artikel zu Gunsten der Kriegsgräberfürsorge zu vertreiben. Der Volfsbund warnt nach­drücklich, anderslautenden Angaben Glauben zu schenken und bittet, vorkommendenfalls sofort die Kriminalpolizei zu ver­ständigen und womöglich auch die Bundesgeschäftsstelle, Berlin W. 15, Brandenburgischestr. 27, zur weiteren Verfolgung der Angelegenheit zu unterrichten.

Darmstadt. Am ersten Osterfeiertag stürzte sich eine 38jäh rige geschiedene Frau, aus Frankfurt stammend, vont Turm der Ludwigshöhe. Der Tod trat sogleich ein.

Wegfall der Beihilfen zu erhalten; die Mitgliederbeiträge gingen bedenklich zurück, umgekehrt fielen den Vereinen neue Aufgaben in der Betreuung der Erwerbslosen zu; auch müsse

bei der Hilfe für die Jugend versagen? sich das schlechte Beiſpiel von Reich und Staat verheerend bei

Im allgemeinen Trieb zum Sparen sind in den Haushalts­plänen vom Reich und von den Staaten bei den Posten für Turnen, Sport und Wandern Abstriche in einer Höhe vorge nommen worden, die allgemeine Beunruhigung hervorrufen. Diese Mittel werden überhaupt erst seit einigen Jahren be­willigt. Unverantwortlich lange hatte man eben gezögert, bis man an eine planmäßige Förderung der Körperpflege heran­ging. So hatten diese Posten unter den fortwährenden Be­mühungen der beteiligten Spitzenverbände erst eine bescheidene Höhe erreicht. Der Haushaltsposten in Preußen für Turnen, Sport und Wandern betrug 1929: 1 Million. 1930: setzte das Finanzministerium, in Erkenntnis der Wichtigkeit dieses Tuns, den Betrag auf 1% Million herauf. Die Erhöhung wurde aber nachher wieder gestrichen. Für 1931 hat man den Posten sogar auf 500 000 RM. gekürzt. Also um die Hälfte, während sonst nur Abstriche von 5-10, ausnahmsweise 20-25 v. H. in Frage tommen. Außerdem sollen noch bei den Jugendpflege= beihilfen die bisherigen Darlehnsmittel von 900 000 RM. völlig in Wegfall tommen. Das Reich gab für diese Dinge 1928: 1 Million, während seit Jahren 5 Millionen beantragt wur den. Im neuen Haushalt sind nur 750 000 RM. vorgesehen, aljo ebenfalls ein Rüdgang auf die Hälfte. Hiergegen wehren sich die Spitzenverbände mit Nachdruck. An den Reichstag wie an den Preuß. Landtag richteten sie mehrere wohl begründete Eingaben. Der Preußische Wohlfahrtsminister Dr. Hirtsiefer erklärte den Vertretern der drei Verbände in einer Unterredung, daß er sich zu ihrer Auffassung bekenne. Mit erfreulicher Deut­lichkeit hat er dem auch im Landtag Ausdruck gegeben. Er betonte, daß es sich hierbei um feine Lurusausgaben handle, sondern um wirkliche Sparmaßnahmen. Dem schlossen sich auch in den Verhandlungen des Hauptausschusses die Redner der meisten Frattionen an, so daß die Aufhebung der Kürzung beschlossen wurde. Gleich wie vorher vor dem Preuß. Landtags= ausschuß für Leibesübungen, hatten nun fürzlich die Vertreter der Verbände Gelegenheit, ihre Wünsche vor dem Reichstags= ausschuß für Leibesübungen vorzubringen. Gie wiefen ein dringlich auf die Notlage der meisten Vereine und auf die große Schwierigkeit hin, auch nur das schon Geschaffene bei

Darmstadt. Ein 23jähriger Arbeiter von Bensheim geriet mit einem Mädchen, mit dem er früher ein Verhältnis gehabt hatte, in eine Auseinandersetzung, in deren Verlauf er mehrere Schüsse auf das Mädchen abgab. Die Schwerverletzte wurde ins Krankenhaus verbracht.

den Gemeinden auswirken. Die Mitglieder dieser Ausschüsse im Reichs- und Landtag haben Sinn für die Bedeutung des Vor­beugens, wissen, was für die deutsche Volksgesundheit und Ar­beitskraft auf dem Spiele steht. An ihrer Hilfe wird es nicht fehlen. Das Sparen um jeden Preis, d. h. das schematische Kürzen der Haushaltsposten ohne Rücksicht auf ihr inneres Ge­wicht, wird sich bitter rächen. Eine große Tageszeitung schreibt:

Birkenfeld. Ein schweres Autounglüd ereignete sich am ersten Ostertag. Ein Berliner Auto mit zwei Insassen fuhr gegen einen Baum und eine Telegraphenstange, die glatt um­Die beiden Insassen gerissen wurde, und stürzte dann um. mußten mit lebensgefährlichen Verlegungen in das hiesige Krankenhaus gebracht werden.

Mittwoch, den 8

Ergeb

Karfreitag Halle Stadtn SV. Weklar Großalmerod

1. Ostertag.

BB. Gießen Germania M Wallau 1. Germania 03 VFR. Buzbad Boruffia Fult TV. Horas Niederswehre Sportfr. War Meljungen Blau- Weiß G

Marburg. Am Ostermontag um 2 Uhr brach in einem Seitenflügel des Marburger Straßenbahndepots Feuer aus, das rasch um sich griff. Die gesamte Feuerwehr wurde alarmier die in zweistündiger Arbeit Herr des Brandes wurde und in der Hauptsache sich darauf beschränkte, das Warenlager der Straßenbahn zu sichern. Der Dachstuhl brannte vollständig ab. Personen kamen nicht zu schaden.

Kassel. In der Ochshäuserstraße wurde ein 27jähriger Händler, der mit mehreren zurzeit sich in der Nähe des Forstes niedergelassenen Zigeunern über den Kauf eines Pferdes verhan­delt hatie, aus Aerger darüber, daß der Handel nicht zustande gekommen war, mit einer Eisenstange niedergeschlagen und et heblich verletzt.

Ginbed 05 VIB. Northei

2. Ditertag.

Hagen. Der Direktor der Hagener Straßenbahn wurde seines Amtes enthoben, da er durch falsche Kapitalanleihen dez Gesellschaft 3 Millionen Mark Verluste zufügte.

,, Die letzten Jahre haben ein immer stärkeres Ueber­wuchern der wirtschaftlichen Sonderinteressen der verschie­densten Gruppen gebracht. Alles drängt zum Staat und fordert finanzielle Unterstützung. Wenn politische Inter­essen auf dem Spiel stehen, tommt es auf einige Millionen mehr oder weniger nicht an. Ungezählte Summen werden in Deutschland dem Kampf um politische Anschauungen ge­opfert. Mit leeren Taschen steht die Jugend am Wege. Wieviel nötiger wäre, einer armen und verfümmerten Groß­stadtjugend Licht und Luft, Spielplätze und Bäder zu schaf fen. Man war im Lager der deutschen Turner und Sport­ler bisher wirklich zu bescheiden, man verstand die Zeichen der Zeit zu wenig und wird endlich einmal dazu übergehen müssen, den berechtigten Wünschen die Gestalt bindender Forderungen zu geben. Heute tann nur Macht imponieren! Gut, wähle man den gleichen Weg, den die politischen Par­teien anwenden, und schreite man zu einer machtvollen Massenkundgebung und Demonstration. Nicht nur bitten und verhandeln, sondern zeigen, was die Spiel- und Sport­bewegung heute bedeutet und im Namen dieser Millionen fordern, das ist die Aufgabe, die der baldigsten Lösung harrt."

Im ständigen Gegeneinander in Politik und Wirtschaft, im Ringen um mehr oder weniger selbstische Belange überläßt man die Jugend sich selbst, läßt man die deutsche Volkskraft verfüm­mern mit der abgedroschenen Redensart, es feien-trok 10 000 Millionen Gesamthaushalt nicht ein paar Millionen dafür

Entfettungs- Kuren im Frühling

sind sehr empfehlenswert, weil der Körper gerade jetzt eine be sondere Neigung zur Stoffausscheidung besitzt. Nehmen Sie früh mittags und abends 2-3 Toluba Kerne, die Sie in Apotheken erhalten.

frei zu madjen. Man sieht nicht oder will nicht sehen, daß mit verschlapptem Volkskörper weder ein wirtschaftlicher noch ein geistiger Aufschwung möglich ist und daß trotz Gasbomben und Flugzeugen gefunde und starte Menschen die erste Voraussetzung für die Landesverteidigung sind.

Freude an der Kraft.

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Gibt es etwas schöneres, als so recht von Herzen seine Krat erproben und austoben zu können? Laufen und Springe Boxen und Ringen, Schwimmen und Rudern, Eislauf u Stilauf und dann wundervoll müde, im Schlaf neue Kräf sammeln. Wenn die Jugend um die Wette läuft und miteina der ringt, dann treibt sie zunächst die Freude, die eigene Kre zu fühlen, zu erproben und durch sie zu siegen. Aus dick Idee, aus diesem Kraftbewußtsein ist der Sport erwachje Aber Kraft und Sportgeist muß man hegen und pflegen, dam sie nicht verkümmern, nicht entarten. Kraft ist nicht die A bildung einzelner Muskelgruppen, sondern die Erfassung u Durchbildung des ganzen Körpers, Sportgeist ist nicht ehrgeizig Streben nach Wettkampf und Sieg, sondern Freude an Wel tämpfen und Siegen.

Alles, was im Leben dazu dient, Leistungen hervorzubri gen oder zu steigern, wurzelt in der Kraft; sie ist Urquell u Ursprung jeder freudigen Befriedigung an Leistungen Vollsmund versteht man gemeinhin unter Kraft die Körper fraft, und Körperkraft ist der Nährboden für alle ande Kräfte. Darum heißt es, dafür sorgen, daß die Körperfrät zur vollen Entwidlung gelangen, denn erst so schofft sich jes den festen Untergrund für seine Leistungsfähigkeit im Leb und Beruf.

Das Geheimnis, in den Vollbesitz seiner Körperkräfte gelangen, hat der Mensch längst gelöst, aber erst in den let Jahren ist die Erkenntnis davon in weitere Kreise gedrung Die Natur jelbit zeigt uns den Weg und erweist. daß die nati lichsten Uebungen und Bewegungen gleichzeitig die wirkun vollsten sind. Laufen und Springen, Werfen und Ring Schwimmen und Wandern sind und bleiben die natürlichs Methoden, zu Kraft und Leistungsfähigkeit zu gelangen. Bindeglied, das sie alle harmonisch miteinander verknüpft, die methodische Gymnastit. Sie bringt alle Teile des Körp im einzelnen und in Verbindung miteinander zu methodis Arbeit, zur Kräftigung und zu kraftvollem Zusammenwirk Auf ihr bauen sich Turnen und Spezialsportzweige erſt auf, fern man Turnen als eng gefaßten Begriff des Geräteturns Das Spiel ist die natürliche und notwendigste gänzung der Gymnastit, ist zusammen mit ihr der Weg Freude an der Kraft.

nimmt

Weilburg Leibgestern 1 Daubringen Lollar 1. Hermannstein Biffenberg Bistirchen 1. Stodhausen Tiefenbach Garbenteich Flenjungen 1 BiB. Gießen Weilburg 2. Garbenheim Steinbed Waldernbach Schwalbach Ulm- Beil

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