Einzelbild herunterladen

Str. 27

en ck

135

URL

Franck

zt.

tigt.

Iligt

es

etränk

AT KÖLN fter 1931 aftliche, Rechtswissenschaft nische Semester) und Philo es- u.Bandelslehrerftudium. den 15. April. Die Ein 628. April einschl. Das Vor

iversitäts- Selretariat gegen pig. Porto) bezogen werden.

stoff

Union

Gießener Zeitung

Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd­Sendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

44. Jahrg.

-

Bolitische Rundschau.

Reichspräsident von Hindenburg konnte gestern den Tag jeines 65jährigen Militärjubiläums feiern. Aus diesem Anlaß sind ihm zahlreiche Glückwünsche zugegangen.

Zum deutschen Gesandten in Wien hat der Reichspräsident den Botschafter an der Botschaft in Paris Dr. Rich als Nach­folger des nach Brüssel versetzten Grafen Lerchenfeld ernannt.

Reichsverkehrsminister von Guerard ist vom Papst in halb­stündiger Privataudienz empfangen worden. Hierauf stellte der Reichsverkehrsminister seine beiden Begleiter, Ministerialdiri­gent Brandenburg und Direktor Wronski, vor.

Zwischen dem Ministerpräsidenten Mironescu und dem deut­schen Geschäftsträger wurden die Ratifikationsurkungen zum deutsch- rumänischen Handelsprovisorium ausgetauscht.

Nach einer amtlichen Moskauer Mitteilung wird der che= malige Vorsigende der russischen Staatsbant, Bjatokow, in den nächsten Tagen in Berlin eintreffen, um mit den zuständigen deutschen Steilen über die Durchführung des deutsch- russischen Bestellungs- und Kreditablommens zu verhandeln.

Kommenden Donnerstag werden unter den Parteien des jezigen Rumpfkabinetts in Thüringen die Verhandlungen um die Ergänzung der Thüringer Regierung beginnen.

In den Osterfeiertagen ist es trotz des Verbots des Polizei­präsidiums in Berlin zu kommunistischen Demonstrationsver­juchen gekommen, die jedoch von der Polizei mühelos unter: drüdt werden konnten.

Das anhaltische Staatsministerium hat auf Grund der Ver­ordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 28. März 1931 den Nationalsozialisten in Anhalt das Tragen einheitlicher Klei= bung, sowie das Tragen von Abzeichen verboten.

Die Preußische Zentrumspartei veröffentlicht eine Erklärung, die sich gegen das Vollsbegehren des Stahlhelms zur Auflösung des Preußischen Landtags sowie gegen einen Volksentscheid

wendet.

Die Pariser Presse zeigt sich über die durch die Vertagung der Flettenberatungen mit Italien entstandenen Stockungen äußerst beunruhigt. Die Unstimmigkeiten sollen sehr groß sein. Die in der Auslandspresse aufgetauchte Meldung über einen bevorstehenden Besuch Mussolinis in London findet in Rom teinerlei Bestätigung.

In dem zwischen Rußland und Japan ausgebrochenen Kon­lift wegen des Tokioter Anschlages auf den russischen Handels­vertreter hat die Sowjetregierung erneut scharfen Protest ein­gelegt.

Das Kollegium der GPU. in Riasan gibt bekannt, daß sechs Eisenbahnbeamte wegen Sabotage und Kontrerevolution zum Tode verurteilt wurden. Das Urteil wurde Ostersonntag vollstreckt.

Der Rat der Volkskommissare hat eine Verordnung erlassen, nach der sich alle Fahrgäste auf den sowjetrussischen Eisenbahnen, Flugzeugen und Dampfern bei Lösung der Fahrkarte gleichzeitig mit tausend Rubel gegen Unfall versichern müssen. Die Prämie beträgt pro Reise ein Rubel. Die Verordnung tritt sofort in Kraft.

Der Allindische Kongreß faßte den Beschluß, Gandhi als jeinen einzigen Vertreter auf der nächsten Rundtisch- Konferenz

zu ernennen.

Die revolutionäre Bewegung in Venezuela greift immer mehr um sich und hat bereits den ganzen Südwesten des Staates erfaßt. Der Führer des Aufstandes, General Aravelo Cedeno, lündigt der Regierung Caracas den ,, Kampf bis aufs Messer" an. Der belgische Sozialistentongreß wurde am Ostersonntag mit einer Aussprache über die Abrüstungsfrage und die Landes­verteidigung abgeschlossen. Mit großer Mehrheit wurde die Ent­hließung des Parteivorstandes angenommen, in der die Partei ich für eine allmähliche Abrüstung ausspricht.

Mit dem gestrigen Dienstag ist das neue vatikanische Geld jum ersten Mal in Umlauf gesetzt worden. Die Münzen tragen Das Bildnis des Papstes.

Die fünfte Straflammer des Berliner Landgerichts 1 hat jezt das Hauptverfahren gegen die drei Brüder Sklaret eröffnet. Der Eröffnungsbeschluß nimmt außer dem Tatverdacht des Be­trages, der schweren Urkundenfälschung und der Bestechung auch den des Konkursverbrechens und vergehens an.

Deutschlands Wehrlosigkeit.

Kopenhagen. ,, Berlingske Tidende" verweist auf die großen Reubauten Polens, auf Frankreichs Versprechen, Polen im Kriegsfalle eine starte Schlachtschifflotte zur Verfügung zu stel­len, auf die russischen Neubauten, auf die vielen U- Boote und Flugzeuggeschwader, auf Schwedens und Finnlands Neubauten, und schreibt dann in bezug auf Deutschland: Es wird also viel in den Ufern der Ostsee gebaut und man versteht daher Deutsch­lands Interesse für die Verhältnisse. Wenn die Abrüstungs­fonferenz in Genf im Jahre 1932 zusammentritt, werden diese Reubauten zweifellos von Deutschland als Stütze für die Strei­hung des Paragraphen des Versailler Vertrages, der die Un­leaseeboot- und Flugzeugwaffe Deutschland verbietet, ange­führt werden.

( Gießener Tageblatt)

Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M.

Mittwoch, den 8. April 1931

Deutscher Brief an den Völkerbund.

Genf. Das Völkerbundssekretariat hat gestern einen Brief der deutschen Regierung veröffentlicht, der sich mit der Offen­legung des Rüstungsstandes für die Abrüstungskonferenz be= schäftigt, daß diese Frage auf die Tagesordnung der nächsten Ratstagung gesetzt wird, damit Vorsorge getroffen wird, daß die Rüstungsangaben der einzelnen Regierungen nach einem einheit­lichen Muster erfolgen. Nur so sei es, heißt es in dem Brief der deutschen Regierung, möglich, die Uebersichten der verschie­denen Länder miteinander zu vergleichen und den Verschieden­heiten, die sich aus diesem Vergleich ergeben, auf der Abrüstungs­konferenz Rechnung zu tragen.

London.

Deutsche Staatsmänner nach England eingeladen.

,, Times" melden, die britische Regierung habe vor einigen Wochen durch Vermittlung der deutschen Botschaft in London an Reichskanzler Brüning und Reichsaußenminister Dr. Curfius die Einladung ergehen lassen, im April in London

( Neueste Nachrichten)

Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz­vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung.

Nummer 28

Parlamentarisches aus Hessen.

Die parlamentarische Arbeit in Hessen wird gleich nach den Feiertagen wieder fortgesetzt. Am 9. und 10. April wird der Gesetzgebungsausschuß zusammentreten, um mit der Beratung des zweiten Teiles des Entwurfes der neuen Gemeindeordnung fortzufahren; der Petitionsausschuß wird am Freitag, dem 10. April, zusammentreten, um eine Reihe von Anträgen und Eingaben zu beraten.

Uniformverbot im Rheinland.

Koblenz. Der Oberpräsident der Rheinprovinz hat folgen­des Verbot erlassen: Auf Grund des§ 8 der Notverordnung in Verbindung mit der hierzu erlassenen Ausführungsverord­nung des preußischen Innenministers verbiete ich hiermit für die Rheinprovinz bis auf weiteres das Tragen einheitlicher, ins­besondere militärähnlicher Parteiuniformen oder Bundesklei­dung der NSDAP., ihrer Unter-, Hilfs- und Nebenorganisa­tionen, insbesondere der Sturmabteilungen( S.A.), der Schutz­staffeln und der Hitler- Jugend".

einen privaten, freundschaftlichen Besuch abzustatten. Der Zeit Kommt eine evangelische Reichsfirche?

punkt habe indessen Schwierigkeiten gemacht, da die Zeit des Kanzlers und des Reichsaußenministers im April sehr stark beansprucht ist. Es verlautet, daß die Einladung grundsätzlich für Mai angenommen wurde. Die Regierung hoffe, daß Briand ebenfalls an der Zusammenkunft teilnehmen werde.

Englischer Flottenbesuch geplant.

Berlin, 7. 4. Der ,, Matin" meldet aus London, daß die friedensmäßigen Beziehungen zwischen der englischen und deut­schen Flotte wieder aufgenommen werden sollen. Die Flotten der beiden Länder würden dies durch gegenseitige Besuche zum Ausdruck bringen. Von unterrichteter Stelle erfahren wir, daß in dieser Frage in der Tat London und Berlin in einen Ge­dankenaustausch eingetreten sind. Deutscherseits würde man einen Besuch der englischen Flotte in deutschen Gewässern durch­aus begrüßen. Beschlüsse sind aber bisher noch auf keiner Seite gefaßt worden.

Flottenabkommen in Gefahr.

Die Londoner Schlußverhandlungen über das französisch­italienische Flottenabkommen sind bis zum 15. April vertagt worden, da grundsätzliche Schwierigkeiten aufgetaucht sind. Frankreich hat sich plötzlich auf den Standpunkt gestellt, daß das Flottenabkommen kein Hindernis bilde, um bereits im Jahre 1934 wieder nach Belieben Kriegsschiffe auf Kiel zu legen. England und Italien stehen demgegenüber auf dem vereinbarten Rüstungsstillstand bis 1936. Jn politischen Kreisen glaubt man, daß die einzige Möglichkeit, aus der Sackgasse her­auszukommen, darin bestehe, die persönlichen Besprechungen der Minister der drei Länder wieder aufzunehmen.

Vorstoß Beneschs

gegen die deutsch- österreichische Zollunion.

Prag. Minister des Aeußeren Dr. Benesch befaßte sich auf dem Osterkongreß der tschechoslowakischen Nationalsozialistischen Partei in sehr abfälliger Art mit den deutsch- österreichischen Zollvereinbarungen, wobei er u. a. behauptete, der deutsch­österreichische Vertrag sei wie eine Bombe in die Besprechungen um ein vereinigtes Europa hineingeplatzt. Aus sachlichen und formalen Gründen müsse die Tschechoslowakei gegen diesen Plan Stellung nehmen.

Eine Dollarmillion

zur Förderung der deutsch- amerkanischen Beziehungen.

Berlin. Der Deutschamerikaner Gustav Oberländer, der, 20jährig, im Jahre 1888 aus dem Rheinland nach Amerika ausgewandert ist, hat eine Stiftung von einer Million Dollar für die Förderung der deutschamerikanischen Freundschaft aus­gesetzt. Es soll dadurch Amerikanern zu Studienzweden der Aufenthalt in Deutschland ermöglicht werden.

Danzig fündigt den Polen.

Am 8. Oktober 1921 wurde auf Veranlassung des Völker­bundes ein Abkommen zwischen Danzig und Polen, betreffend die Benutzung des Hafens von Danzig durch polnische Kriegs­fahrzeuge, geschlossen. Eine besondere Vereinbarung sieht vor, daß dieses Abkommen zum 1. Juli 1931 mit dreimonatiger Frist, d. h. ab 1. April 1931, gekündigt werden kann.

Der Senat hat jetzt von seinem Kündigungsrecht Gebrauch ge­macht und die Kündigung des Abkommens am 1. April 1931 ausgesprochen. Der polnische Hafen Gdingen ist genügend aus­gebaut; es liegt also fein Anlaß mehr vor, polnischen Kriegs­schiffen in Danzig besondere Vorteile einzuräumen.

j.

. Die Frage einer Zusammenfassung der verschiedenen Kir­chenregierungen in eine evangelische Reichskirche taucht von Zeit zu Zeit immer wieder auf und wird auch jetzt wieder diskutiert. Wie wir von der zuständigen Kirchenbehörde dazu erfahren, ist man auch in firchlichen Kreisen der Meinung, daß eine Zu­sammenfassung der 28 verschiedenen Kirchenregierungen in Deutschland Vorteile mit sich bringen würde, daß jedoch einer solchen Zusammenfassung, abgesehen von rein firchlichen Mo­menten, auch solche gegenüberstehen, die in der Eigenart der verschiedenartigen deutschen Stämme beruhen, und die deswegen vorläufig noch nicht opportun erscheint. Einige Zusammen­schlüsse benachbarter Gebiete werden aber trotzdem erörtert und vielleicht in absehbarer Zeit verwirklicht werden, so die Kirchen Hessen- Nassaus, Hessen- Kassels, Frankfurts und Waldecks.

Das Vorgehen der Sowjets gegen die Kirche.

Warschau. Nach einer Meldung des ,, Dobry Wieckor" aus Moskau sollen die Sowjets am Karsamstag die Schließung einer großen Azahl von Kirchen verfügt und den übrigen Kirchen das Glockenläuten untersagt haben. Durch eine besondere Verfügung sei der katholischen Geistlichkeit die Abhaltung von Gebeten verboten worden. Gleichzeitig sei, wie das Blatt weiter berichtet, ein Plan veröffentlicht worden, demzufolge im Laufe dieses Jahres etwa 70 Prozent aller noch nicht geschlossenen Gottes­häuser ihre Pforten schließen müssen.

Revolution auf Madeira.

Lissabon. In Funchal auf Madeira sind der Oberkommij­sar und der Zivilgouverneur der Insel von den lokalen Truppen abgesetzt und gefangen genommen worden. Die Rebellen haben die Regierungsgebäude, das Gebäude der Bank von Portugal und das Finanzamt besetzt. Den Konsuln der ausländischen Mächte ist die Versicherung gegeben worden, daß Leben und Eigentum der Ausländer geschützt werde. Zum Militärgouver­neur wurde General Dias ernannt. Die neue Militärver­waltung will von der portugiesischen Regierung nur die Be­fehle ausführen, die verfassungsmäßig sind. Die portugiesische Regierung hat beschlossen, sofort zwei Kriegsschiffe und 500 Mann Truppen nach Funchal zu schicken.

Erdölquellen in Thüringen.

Die Gewerkschaft Elwerath hat gemeinsam mit der Winters= hall A.-G. in Kassel und einem dritten, sehr leistungsfähigen Konzern sehr bedeutende Flächen in Mitteldeutschland zur Aus­übung von Erdölgewinnungsrechten erworben. Es handelt sich zunächst um 40 000 preußische Morgen im Landkreise Mühl­hausen i. Th., die sich als durchweg erdölhaltig erwiesen haben. Die auf den erworbenen Flächen im Landkreise Mühlhausen in aller Stille durchgeführten Bohrungen auf Erdöl haben überall ergeben, daß sich in Tiefen von mehr als 700 Meter start erdöl­führende Schichten unter den Steinsalz- und Kalifalzstücken vor­finden. Sie verheißen große Erdölausbeuten. Auf jeden Fall aber wird auf Grund der bisherigen Bohrergebnisse in Fach­freisen angenommen, daß die mitteldeutsche Erdölindustrie in bezug auf die deutsche Gesamtrohölversorgung in Zukunft noch eine sehr bedeutende Rolle spielen wird.

Biedenkopf. Eine Kreistagsfizung mit verkürzter Ladefrist befaßte sich mit den Unstimmigkeiten bei der Kreiskommunal­kasse. Es wurde festgestellt, daß die Unterschlagungen sich nach den bisherigen Ermittlungen auf 8400 Mark belaufen. Die veruntreuten Gelder verteilen sich in der Hauptsache auf zwei Beamte, von denen einer durch Selbstmord geendet hat, während der andere vom Dienst suspendiert wurde.

Stuttgart. Sieben Feuerwehrleute wurden am Ostermon­tag beim Versuch, ein brennendes Auto zu löschen, durch Er­plosion des Benzintanks schwer verletzt. Sie mußten sämtlich ins Krankenhaus übergeführt werden. Der Wagen war plög­lich auf offener Straße in Brand geraten.