Einzelbild herunterladen

.

en.

Nr. 11

ine finnige Legende t

, wo jajt jeder ein kre

Samstag, den 7. Februar 1931.

Nationalsozialisten; 461( i. V. 520), das sind 8( i. V. 12) Sitze, 136( i. V. 168), das sind 3 auf die Großdeutsche Liste und ( i. V. 4) Size, auf die Republikaner. Die Wahlbeteiligung be­trug 80 Prozent gegenüber 60,40 Prozent im Vorjahre. Zum 1. Vorsitzenden der Gießener Studentenschaft für das Sommer­Semester wurde Student Fritz aus Wetzlar gewählt.

*

* Historische Kommission. Die hessische Staatsregierung hat den Universitätsprofessor Dr. Mayer- Gießen, Oberkirchenrat 3entgraf Mainz, Regierungsrat Schäfer- Darmstadt und den Geheimen Justizrat Roem held- Nidda zu Mitgliedern der Historischen Kommission für den Volksstaat Hessen ernannt.

r Mann, dessen furdhig it und von Gorge reben anzes Aussehen zeigt Don Trübsal und von Zeilen ampf mag dieser Man standen haben. Da plo ms Schidial, das er hon llt sich zur Fauft und chten Verteiler von Gfüt es Schauplatzes lauert de nden Mann in eine gro en, groß und flein, leid e mächtigen Säulenhallen euzen vorbei und imme Endlich hat er es gefunden ut gewählt," sprach jein das du schon immer ge

e Mann nahm es wieder

Den von dannen.

Der Sonntagsschreiber.

t!

den in diesem Jahr man

elne werden ganz ausfal

in Köln. Es ist gejagt

, der in Deutschland in

gefommen ist, uns außer hter der fremden Mäd ern melden können, dej n tausend Formen Mum nd darum auch weiterhin Irbeitslosen und Lebens indend kleiner Teil unje als die Beschaffung eines sich selbst vorredend, s t das Geld für die Hun flingt? Unwiederbring ammengehörigkeitsgefühl Lohe von Neid, Haß und tein Wort soll gejagt feit der Freude, auch des e, wenn es fein fann, jür nglicher Lupus und wilde 931- man mag jagen, de nirgends am Blake!

hatten wir in diesem sherab, die ganze Nacht Orgen graute, lag jo viel, euerloje Wirtshausgänger näblein fehrten weise um. befommen hatten- fie hen von Schneegebirgen, von anderen gräßlichen fuhren Lastkraftwagen Plätze und Straßenteile gleich: es schneite heiter

Asta.

Studentenausschuß( Afta) 357 abgegebenen Stimmer Size( i. V. 9), auf die

, den Zug vom Lande

alle erdenkliche Mühe, an mmenballen von Menj t der damit verbunden

t eine Folge der Urbani turgeschichte und Naturleh leichend und harmonifieren die Verbundenheit mit Das Wissen der Stadtme

cinjeitiges und daher här

5.

Was weiß oft der Sta

ndern der Schöpfung,

en ist und von dem Hoff üllte, bis das der Erde worden, das er täglich Gefühl der Dankbarteit Das wunderbare große G hat er das in der E I praktisch angewendet

en Wissen, Können und erständnis das Privileg ieren Goldje Erzieher ie geeignet sind, den Kam

; solche Lehrer werden ni dnis für alle Dinge di den Tat und zur Duld erden Völker nicht jo leit erfordert. and Sittennot in den Städ

Beltanschauung und die fo Das, was Prof. Dr. Ru Kulturstaaten der Vergange runde gegangen jeien.

und wir begreifen in Bett

rtlärlich grotesten Neußen n eines Fiebertranten? tion Landflucht und Krankheit, die nach

ng hatte. Kann fie geb

er streben nach dem L Tb, nun, dann gibt es ja it groß, jo tann man dob schimpfend und fratcelend beiten zu müssen. Auswirkungen der Fürforge,

* Geheimrat Prof. Dr. Olt 65 Jahre alt. Dieser Tage fonnte der Geheime Medizinalrat, der Direktor des Veterinär­pathologisch- anatomischen Instituts der Universität und o. Pro­fessor für Pathologische Anatomie Dr. phil. et med. vet. Adam Olt seinen 65. Geburtstag begehen. Geheimrat Olt erfreut sich nicht nur eines hervorragenden Rufes als Wissenschaftler, son­dern ist auch eine in den deutschen Jägerkreisen durch seine Tiermalerei bekannte und geschätzte Persönlichkeit.

* Amtstage bei der Stadt. Für das Publikum sind die Dienststellen im Stadthaus in der Bergstraße und in der Gar­tenstraße, bei dem städtischen Hochbauamt und bei dem städti­schen Tiefbauamt Montags und Dienstags von 8 bis 12 Uhr, Mittwochs von 8 bis 12 Uhr und von 4 bis 6 Uhr, Donnerstags, Freitags und Samstags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Für die Stadlasse verbleibt es bei den bisherigen Kassenstunden.

* Schul- Anmeldungen. Die Anmeldung der schulpflichtig werdenden Kinder hat für Knaben am Montag, dem 9. Februar, vormittags 9 bis 11 Uhr, in der Pestalozzischule und für Mäd chen am Dienstag, dem 10. Februar, vormittags 9 bis 11 Uhr, in der Schillerschule zu erfolgen.

* Bom Elektrizitätswert. Stromgelder für den Monat Dezember 1930 tönnen noch bis zum 15. Februar ds. Js. ohne Kosten bezahlt werden.

* Genehmigung zur Veranstaltung von Tanzbelustigungen. Das Polizeiamt hat Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß ge= mäß Dienstanweisung zu der Verordnung vom 19. Dezember 1899, die Stempelabgaben von öffentlichen Darstellungen und Belustigungen, musikalische Produktionen und Tanzbelustigun­gen betreffend, die Abhaltung von öffentlichen Tänzen stempel­pflichtig ist. Auch wenn sogenannte geschlossene Gesellschaften, d. H. förmliche für die Dauer gegründete gesellschaftliche Ver­einigungen, wozu insbesondere auch die eigene Häuser besitzenden Studenten- Verbindungen gehören, Tanzbelustigungen veranstal ten, dann gelten diese, sobald sie bei bezahlter Musik stattfinden, als öffentliche Tänze und sind ebenfalls gemäß obiger Dienst­anweisung stempelpflichtig. In letzter Zeit wurde wiederholt festgestellt, daß von Vereinen, insbesondere auch von Studenten­Verbindungen, Tanzbelustigungen, die stempelpflichtig waren, abgehalten wurden, ohne vorher den hierfür fälligen Urkunden­stempel bei dem Polizeiamt, Zimmer 40, gelöst zu haben. Das Polizeiamt hat seine Beamten angewiesen, ein scharfes Augen­merk auf derartige Veranstaltungen zu richten und bei festge= stellten Zuwiderhandlungen Anzeige zu erheben.

* Erhebung des Urkundenstempels für Verlängerung der Feierabendstunde. Das Polizeiamt teilt folgendes mit: Es hat sich die Notwendigkeit ergeben, darauf hinzuweisen, daß die von den Wirten, Vereinen und Gesellschaften zu stellenden Anträge zur Verlängerung der Feierabendstunde nur dann Aussicht auf Genehmigung haben, wenn sie spätestens bis 18 Uhr nachmittags bei dem Polizeiamt, Zimmer 40, oder dessen Bezirke gestellt und der hierfür vorgesehene Urkundenstempel in Höhe von 12 RM. entrichtet worden ist. Bei festgestellter Zuwiderhandlung er­folgt außer Anzeigeerhebung auch Nacherhebung des hinterzoge= nen Urkundenstempels gemäß hessischen Urkundenstempeltarifs Nr. 35, V., Pos. 11, in Höhe von 12 RM.

* Kraftpost. Bei den Kraftpostlinien Gießen- Krosdorf und Gießen Wißmar- Krosdorf treten vom Sonntag, dem 8. Fe­bruar, ab folgende Fahrplanänderungen ein: Die werktägliche Fahrt ab Krosdorf 5.55 Uhr und die tägliche Fahrt ab Krofdorf

Sie soll eine Wohltätigkeit sein. Wird sie als solche von allen Beteiligten noch gewertet? Fragen wir die Krankenkassen, die Wohlfahrts- und Arbeitsämter. Die Antwort lautet: Nein, von den meisten nicht. Die meisten betrachten die staatliche und gemeindliche Fürsorge als etwas, wofür Staat und Gemeinde ganz selbstverständlich zu sorgen haben. Häufig werden Für­forgeeinrichtungen sogar gröblich mißbraucht, und zwar zum Schaden und Nachteil der Mißbraucher und ihrer Mitmenschen. Schon muß das Reich an Verminderung der Leistungen denken. Ein Mensch von guten Sitten nimmt die Unterstützung nur in größter Not, mit dem Gefühl der Scham und mit dankbarem Herzen an. Die amtliche Fürsorge ertötet dieses Gefühl der Scham und der Dankbarkeit, sie züchtet Parasiten am Staats­förper.

Gittlich handelt der, der nicht mehr für sich in Anspruch nimmt, als ihm fraft seiner Leistungen zukommt. Wer in der Lage ist, sich und die Seinen mit eigener Kraft durchzubringen und tut es nicht, wer mehr für sich in Anspruch nimmt, als ihm nady seiner persönlichen Leistung zukommt, ist eine Drohne im Bienenforb. Solche Drohnen gibt es heute in Masse und in allen Ständen. Wie oft schon habe ich auch von hochgestellten Personen das widerliche Wort vernommen:..Dem Staat darf man nichts schenken".

Die Enthebung von der Sorge um sich selbst hat aber auch eine Minderung des Willens zur Selbstbehauptung, dagegen eine Mehrung des Materialismus und eine Förderung der asozialen Einstellung im Gefolge, alles üble Erscheinungen, eine den Volkskörper schädigende Krankheit.

Gesund ist der, der die Kraft und den Willen hat, sich zu behaupten. Ein Volk mit

Mangel an Kampfeswillen

ist trank. Ohne friegerisch gesinnt zu sein, muß ein Volk den Willen zur Selbstbehauptung haben, wenn es nicht verderben will. Mangel an Kampfeswillen können wir heute in weiten Kreisen des deutschen Volkes beobachten.

Materialismus und Kapitalismus,

die Zerstörer der Zufriedenheit und des Bürgerfriedens, der Opferfreudigkeit und des Gefühls der Verantwortung für seinen Mitmenschen, die Förderer der asozialen Einstellung, sind gleich­alls bedenkliche Volkskrankheiten, die am deutschen Volkskörper cute reichlich wahrzunehmen sind.

Wie weit diese Dinge in deutschen Landen bereits gediehen ind, beweist die Behandlung des fürzlich eingebrachten Vor­chlags, ein Notopfer zu leisten Es gibt wohl nicht viele, die Don der Notwendigkeit eines solchen besonderen Opfers zur Schaffung erträglicher Verhältnisse im Reichshaushalt überzeugt wären, aber feiner will es bringen.

Die starle Anhäufung von Geld und Gut an wenigen Stel­

,, Gießener Zeitung"

7.00 Uhr werden aufgehoben. Neu eingerichtet wird eine werk­tägliche Fahrt ab Krofdorf 6.15 Uhr, die am Bahnhof Gießen um 6.31 Uhr ankommt. Die bisherige Werktagsfahrt ab Gießen= Bhf. 6.20 Uhr verkehrt fünftig 20 Minuten später. Die beiden Fahrten ab Gießen- Bhf. 12.30 Uhr nach Launsbach- Wißmar und von Gießen- Bhf. nach Krosdorf werden an den Werktagen außer Samstags zu einer Rundfahrt Gießen- Launsbach­Wißmar- Krofdorf- Gießen zusammengelegt. Die bisherige Kraftpost ab Krofdorf 12.55 Uhr nach Gießen fährt fünftig erst um 13.10 Uhr ab.

* Fundsachen im Monat Januar 1931. Das Verzeichnis über die im Monat Januar 1931 gefundenen bezw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizei­amts, Landgraf- Philipps- Platz 1, eingesehen werden. Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienststun­den geltend zu machen.

Die

* Ausstellung. Im Liebig- Museum ist von Sonntag, dem 22. Februar, die Sammlung des Herrn Geheimrats Sommer ,, Ueber den Thüringer Rennsteig und den großen Hörselberg mit Venus und Tannhäuserhöhle"( zur Topographie, Gero­logie und Kulturgeschichte) zu sehen.

* Reichsturzschriftgesellschaft e. V. Vereinsabend am Sams= tag, dem 7. Februar, abends 8.30 Uhr, in der Stadt Lich", ver­bunden mit der Ausgabe der Ehrenurkunden vom Groß- Lindener Wettschreiben und vom Vereinswettschreiben.

* Dentmalseinweihung des 1. Nass. Inf. Regt. Nr. 87, sowie der Ersatz- und Kriegsformationen Res- Regt. 87, Landw. Regt. 87, Inf. Regt. 186, 223, 253, 349, 365, 468. Das Denkmal tommt nach Mainz auf den Windmühlenberg. Die Einweihung und Wiedersehensfeier findet am 9. und 10. Mai 1931 dort statt. Kameraden! meldet Euch schon jetzt bei Kamerad Eduard Feld­mann, Frankfurt a. M., Rat- Beilstr. 15, an.

Aus Nah und Fern.

Londorf. Der Gemeinderat beschloß in seiner letzten Sitzung die Einführung der Biersteuer. Tagungen von Dorftirchenvorstehern in Oberhessen.

In Stockheim in Oberhessen finden am 29. Februar, in Echzell am 23. Februar, in Nieder- Wöllstadt am 9. März Ta­gungen von Dorstirchenvorstehern statt. Predigen wird Prälat D. Dr. Diehl oder Oberkirchenrat D. Wagner. Den Vortrag wird jedesmal Professor Lic. Gerstenmaier- Friedberg halten über: ,, Dorf und Bibel".

Eine Stadt, die verzichten kann.

Alle Vereine der Stadt Homberg in Oberhessen haben in einer gemeinsamen Versammlung der Vereinsvorstände beschlos= sen, von jetzt ab bis Ostern auf alle festlichen Veranstaltungen im Hinblick auf die schwere Wirtschaftsnot zu verzichten.

Schotten. Zur Beratung über die Durchführung der Win­terhilfe im Kreise Schotten hatten sich die Vertreter der vier Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege eingefunden. Die Innere Mission, das Rote Kreuz, der Caritas- Verband und die jüdische Wohlfahrtspflege, die beschlossen, unverzüglich die Orga nisation und Durchführung der Winterhilfe in Angriff zu nehmen und demnächst an die Kreisbevölkerung mit einem Aufruf heran­zutreten.

Asta- Wahlen in Darmstadt.

Darmstadt. Bei den am Donnerstag stattgefundenen Asta­Wahlen erhielten Freie Studenten 6( 10), Studenten am Päda­gogischen Institut Mainz 2( 0), Arbeitsgemeinschaft( d. i. ein Teil der Korporationen) 11( 22), Freiheitliche Studenten 3( 0), Nationalsozialisten 18( 7). Von 2823 Wahlberechtigten haben 2204( 78 Prozent) von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht.

Zu den Weglarer Verfehlungen. Weglar. Vor dem Weglarer Einzelrichter wurde am Don­nerstag ein Beleidigungsprozeß verhandelt, der auch auf die

len wirkt verderblich. Geld ist eine Macht, die aber häufig, man tann fast sagen in der Regel nicht im Dienste des Guten, sondern vielmehr im Dienste der Macht-, Herrsch- und Genuß­sucht steht. Dagegen strömt vom in bescheidenen Grenzen gehal tenen Bejiz Segen für ein Volt in reichem Maße aus. Mäßiger Besiz macht zufrieden, duldsam, glücklich, bodenständig, sparsam, haushälterisd, erfordert Heimat- und Vaterlandsliebe, Ord­nungs- und Schönheitssinn.

August Bebel sagte einmal: Es muß dahin kommen, daß jeder Arbeiter am Sonntag sein Huhn im Topje hat". Ich gehe weiter und sage: Es müßte dahin kommen, daß auch jeder deutsche Arbeiter sein eigen Heim auf eigener Scholle, wenn auch in noch so beschränktem Ausmaß. hat Die heim- und halmlose Masse ist ein Unglück, eine Gefahr für ein Volt, die bei unserer wirtschaftlichen Entwidlung wohl faum behoben werden kann. Der Parlamentarismus

ist eine fortschrittliche Einrichtung. Er darf wohl auch als die Auswirkung einer natürlichen Entwicklung bezeichnet werden. Wie jeder einzelne Mensch nach Freiheit und Selbstbestimmung strebt, so streben auch ganze Völker nach Souveränität. Aber Selbstbestimmung sollte nur der genießen dürfen, der sie ohne Schaden für seinen Mitmenschen zu gebrauchen versteht und das Recht, ein Volksvertreter zu sein, hat nur der, dessen Wirken und Streben im Dienste des Volksganzen steht.

Wie sieht nun unser Parlamentarismus, wie sehen unsere Parlamentarier aus? Ach, die oft end- und zwecklosen Verhand­lungen, die unwürdigen Radauszenen in den Parlamenten und Ausschüssen, in Stadt- und Gemeinderäten, das widerliche Ge­feilsche um die Wahrung von Sonderinteressen, die charakterlose Unterwerjung unter die Parteidisziplin, die Zahl der Parteien und die Parteihezze, sie geben hiervon beredtes Zeugnis. Die vom Volk Gewählten sind häufig nicht Volts-, sondern Inter­essenvertreter, Vertreter der Interessen von Parteien, Organi jationen, Gruppen und Grüppchen und nicht zuletzt der eigenen Interessen. Sie stehen im Dienste nicht des Volkes, sondern einer Organisation, deren Sonderwünsche sie zu vertreten und zu versechten haben, und wehe ihnen, wenn sie davon abweichen. Krasseste, zerstörend und schädigend wirkende Jchsucht, trassester Mangel an Gemeinsinn allerwegen. Das deutsche Volk ist noch weit davon entfernt, reif zu sein zur Souveränität. Der miẞ­brauchte Parlamentarismus aber ist allemal ein schwerer Scha­den für ein Volk.

Aehnlich verhält es sich mit dem Partitularismus.

Jeder vernünftige Deutsche weiß, daß uns in unseren finan­ziellen und politischen Nöten Einheit und Einigkeit, einheitliche sparsame Verwaltung bitter nötig wäre. Und doch bestehen in Deutschland heute noch 17 Staaten und Stätchen( einschließlich

Nr. 11

Verfehlungen bei der Stadtverwaltung ein bezeichnendes Licht wirft.

Wie Dr. Leitz vor dem Gericht angab, hat eine städtische Untersuchungskommission jetzt bei Ueberprüfung nur einiger Jahre festgestellt, daß in diesem Zeitraum allein 62 000 Mark von Dr. Kühn veruntreut und für eigene Zwede verbraucht wor= den sind. Das Material ist noch längst nicht gesichtet und die veruntreute Summe dürfte sich aller Voraussicht nach noch erheb­lich erhöhen.

Von Interesse ist noch, daß das Verfahren wegen der Ver­fehlungen bei der Wetzlarer Stadtverwaltung Ende Mai zur Durchführung gelangen wird.

Rodelnde Kinder vom Auto überfahren. Haiger. Auf einer von Schulkindern angelegten Rodelbahn in der Ortschaft Wiederstein, die in eine verkehrsreiche Straßen­freuzung mündet, juhr ein mit vier Kindern besetzter Schlitten in einen Personenkraftwagen. Hierbei wurde der achtjährige Sohn des Arbeiters Artur Schmidt aus Wiederstein überfahren und auf der Stelle getötet. Zwei weitere Kinder erlitten leichte Verlegungen, während das vierte Kind sich durch Abspringen rettete. Die polizeilichen Ermittlungen haben ergeben, daß den Autofahrer keine Schuld trifft.

Marburg. Die Stadtverordneten genehmigten in ihrer letzten Sitzung die Aufnahme einer Anleihe von 93 000 Mark zur Er­neuerung der Wasserkraftanlage des Städtischen Elektrizitäts­wertes am Rudolphsplay.

Frankfurt a. M. Die Brüde von Fechenheim nach Offen­bach wird aus sicherheitspolizeilichen Gründen für Fahrzeuge über neun Tonnen Gesamtgewicht bis auf weiteres gesperrt.

Frankfurt a. M. Der Höchster Pfandhausbesitzer Dillmann wurde wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu der gesetzlichen Min­deststrafe von einem Jahr Zuchthaus verurteilt.

Das Frankfurter Goethehaus baulich gefährdet. Eine Untersuchung der Frankfurter Baupolizei hat ergeben, daß das Geburishaus Goethes am Großen Hirschgraben in sei­ner Stabilität bedroht ist. Das Haus ist teilweise alter Fach­werkbau; die Balken, die Treppenhaus und Stockwerk tragen, haben für die heutige Inanspruchnahme eine zu große Spann­weite. Man ist daher gezwungen, in die Wände vom Keller aus aufwärts ein verdecktes Eisengerüst einzubauen, durch das die Innenwände und die Ballenlagen abgestützt werden. Da das Baupolizeiamt diesen Eingriff für unbedingt notwendig und dringend erklärt, und die Arbeiten, die über einen Monat beanspruchen werden, auch nicht in der Zeit des Reiseverkehrs vorgenommen werden können, mußte die Verwaltung mit dem Umbau sofort beginnen, so daß das Haus leider gerade wäh­rend der Festwoche anläßlich des 200. Geburtstages der Frau Rat geschlossen sein wird.

Langenselbold b. Hanau. Der Delegiertentag zu dem gro Ben Nationalen Gesangswettstreit des hiesigen Gesangvereins ,, Eintracht" findet am 15. Februar statt.

Kassel. Anläßlich des Gustav- Adolf- Jubiläums im Jahre 1932 beabsichtigt das Hessische Landesmuseum in Kassel eine große Gustav- Adolf- Ausstellung zu veranstalten. Das Landes­museum besitzt zahlreiche Erinnerungsstüde aus der Zeit der hessisch schwedischen Beziehungen, die schon während des 30jähri­gen Krieges bestanden und später durch die Krönung eines hessi= schen Landgrafen zum König von Schweden noch vertieft wurden. Eisenbahnunfall.

Heilbronn, 6. Febr. Im Heilbronner Hauptbahnhof ist eine Lokomotive auf einen zur Abfahrt bereitstehenden Personenzug aufgestoßen. Dabei sind 22 Reisende verletzt worden.

Der Bahnbau Hüttenrode Rübeland beendet. Blantenburg( Harz). Der Neubau der Eisenbahnstrecke Hüttenrode Rübeland der Halberstadt- Blankenburger Eisen­bahngesellschaft ist beendet worden. Nicht ganz ein Jahr war für die Bauarbeiten, die erhebliche technische Aufgaben stellten, nötig. Am 12. Februar wird die neue Strecke feierlich eröffnet werden.

der drei freien Reichsstädte) und ebensoviel Regierungen und Parlamente. Daß dieser schwerfällige und kostspielige Verwal tungsapparat nicht von Vorteil ist für ein Bolt, fann wohl faum bestritten werden. Woran liegt es, daß damit nicht schon längst aufgeräumt ist? Am Volte nicht, Bayern vielleicht aus genommen; aber auch dort würde vernünftige Belehrung dur die Presse rasche Wandlung bringen. Es gibt aber Leute, die ein materielles Interesse an dem Fortbestehen dieses längst überlebten Zustandes haben.

Jedes Auseinanderstreben, auf welchem Gebiet es auch sein mag, wirkt zersehend, zerstörend, entfremdend. Wir haben es hier mit einer Volkskrankheit zu tun, die beim deutschen Volk chronisch ist und einen recht ernsten Charakter hat.

Die Zahl der Volksgenossen, die da glauben, daß ein Volf nicht nur ohne Religion austommen fönne, sondern sogar besser jahre, hat sich in letzter Zeit beträchtlich vermehrt.

Es ist richtig, daß Glaubenssachen nicht mit dem Verstand erfaßt werden können. Jrrig wäre aber, anzunehmen, daß Nach­denken bei der Masse zur Ablehnung geführt habe. Ganz im Gegenteil, Feuerbach's sind die Masse der Atheisten nicht. Der Atheismus entspringt allermeist dem gänzlich unüberlegten Hang an wertlosen Dingen dieser Welt und dem Mangel an Willen, sich den Schranten auferlegenden göttlichen Dingen ein­und unterzuordnen. Wer wirklich denkt, muß zu dem Resultat kommen, daß eben einfach nichts Besseres an Stelle der Religion zu setzen ist. Der einzelne mag ohne Religion austommen, wie, bleibe dahingestellt, aber Völker werden es nicht können, sie müssen ohne Religion verderben.

Krankheiten genug, um das Bangen vor dem schlimmen Ende berechtigt erscheinen zu lassen; dabei sind es noch nicht alle Krankheiten, die hier aufgezählt sind.

Der deutsche Baum ist frank. Sein ehemals fräftiger Nähr­boden ist zerstampft, verſteint und ausgelaugt. Kräftigende Nahrung ist dringend notwendig. Keiner will sie ihm geben, immer soll es der andere sein. Die Standsicherheit wird durch Maulwurfsarbeit gefährdet. An den Wurzeln nagen Ratten und Mäuse. Der Stamm ist zerschunden. Ungehindert treiben das Fruchtholz schädigende Wasserschossen, niemand hat den Mut, sie zu entfernen. An Aesten, Zweigen und Blättern saugen ungestört ungezählte Parajiten und nimmersatte böse Buben prügeln schonungslos die kaum entwidelte dürftige Frucht vom Zweige, schlagen verständnislos das Fruchtholz ab und bohren noch dazu Löcher in den Stamm, den Lebenssajt abzuzapfen. Sind wir ein sterbend Volf?

Wo ist der Arzt, der uns zur Genesung führt?..