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Samstag, den 5. September 1931.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Aus allen Winkeln unseres Vaterlandes äugt die Not. Riesengroß ist das Elend schon angewachsen, und in Angst und Shreden schreiten die sechzig Millionen Deutschen am Rande eines furchtbaren Abgrundes. Notverordnungen der Führer jollen das Schredlichste bannen, damit das unter schweren Lasten feuchende Volt über den Berg kommen kann. Staatsgesetze allein können hier nicht mehr helfen. Hier müssen noch andere Notverordnungen zur Wirksamkeit kommen, Notverordnungen, die schon einmal vor zweitausend Jahren erlassen wurden, als geistige Not die Menschheit erfaßt hatte. Aus ihnen heraus ist das Christentum geworden und die Nächstenliebe entstanden. Das war die Notverordnung eines Heilandes.

Wenn er heute die blassen Wangen und hohlen Augen vie­ler hungernder Kinder und Greise sehen würde und das Elend und die Not in unserem Vaterlande, dann würde er sagen: Speiset sie ihr Reichen mit eurem Ueberflusse, ihr Gesättigten mit eurem Entbehrlichen! Der euch euer tägliches Brot gegeben hat, gab es euch, daß ihr auch einen Armen speist, wenn er hungrig in dieser Zeit an eurer Türe klopft. Das ist das erste Gebot der göttlichen Notverordnung.

Fühlt einmal nach, wie schwere Opfer dieses Bitten derer einschließt, die früher bessere Tage gesehen haben. Da kommt einer, armselig gekleidet, und bittet verschämt um ein Gewand. Wenn du zwei Röde hast, so gebe einen davon dem, der feinen So steht es weiter in der göttlichen Notverordnung. Gib heute schnell und gern, was du entbehren kannst!

hat.

Was wir in Zeiten höchster Not in Menschenliebe getan haben, das wird in ewige Bücher geschrieben.

Der Sonntagsschreiber.

Jede dritte Ehe ist kinderlos.

Nach den neuesten Berechnungen sind bereits 33 Prozent aller deutschen Ehen kinderlos, aber es ist zu erwarten, daß bald 40 Prozent aller Ehepaare teine Kinder mehr haben werden. 14 Prozent der deutschen Ehen sind mit einem Kind gesegnet und 20 Prozent mit zwei Kindern. Das heiß, daß 67 Prozent der Verheirateten bei uns nicht einmal dafür sorgen, daß sie, wenn sie sterben, durch Kinder ersetzt werden, denn selbst das Zweifindersystem sorgt nicht für Fortpflanzung. Theoretisch müßte man annehmen, daß ein Volk sich zahlenmäßig auf dem gleichen Status halten könnte, wenn jedes Ehepaar zwei Kin­der zeugte. Dies ist aber ein Trugschluß, denn erstens heiraten ja nicht alle Menschen, und zweitens gelangen von den Kindern höchstens 80 Prozent ins heiratsfähige Alter.

,, Gießener Zeitung"

* Kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Adolf All wohn zu Nauheim( Kreis Groß­Gerau) die evangelische Pfarrstelle zu Wahlen( Dekanat Als­feld) übertragen.

* Führung österreichischer akademischer Würden. Auf Grund der Verordnung über die Führung akademischer Würden hat der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen allgemein bis auf weiteres für Reichsdeutsche und österreichische Staats­angehörige die Genehmigung zur Führung folgender an den Universitäten in Wien und Innsbrud erworbener akademischer Würden erteilt: des Dr. theol., Dr. rer. pol. und Dr. phil. Der Einholung einer besonderen Genehmigung zur Führung dieser Würden in Hessen bedarf es daher nicht mehr. Auf den Dr. med. und sonstige österreichische Doktorgrade erstreckt sich diese Ge­nehmigung nicht.

Tagesgeld 9 Prozent. Der Geldmarkt hat ein normales Aussehen immer noch nicht zurüdgewonnen. Tagesgeld( Blanto­geld) stellte sich auf etwa 9 Prozent. Monatsgeld wurde rein nominell mit 7-9 Prozent, Warenwechsel mit 8,5 Prozent an den Börsen genannt. Der Privatdiskont wurde unverändert mit 7,87 Prozent für beide Sichten festgestellt.

*

*

Verboten aufgehoben beschlagnahmt. Auf Grund der Notverordnung gegen politische Ausschreitungen wurden in den Monaten April bis Juli im Freistaat Hessen 12 Ver­sammlungen aufgelöst, 51 Versammlungen verboten und in 30 Fällen Drucksachen, Flugblätter oder Zeitungen beschlagnahmt. Fahrpreisermäßigung zugunsten der Jugendpflege. Das Hessische Ministerium für Kultus und Bildungswesen teilt mit, daß die für die Jahre 1931-32 ausgestellten Anerkennungsbe­scheinigungen( weiße Postkarte) jederzeit den zuständigen Eisenbahndirektionen listenmäßig nachgewiesen werden. Es ist daher nicht zulässig, daß die Anerkennugsbescheinigungen bei einer eventuellen Aenderung der eingetragenen Personalien durch die Organisation selbst abgeändert werden, sondern die Bescheinigungen sind zur Aenderung dem Ministerium in Darm­stadt, Wilhelminenstraße 3, vorzulegen, damit auch die den Eisenbahndirektionen übersandten Listen berichtigt werden

fönnen.

* Städt. Gas: und Wasserwerk. Noch rückständige Beträge für Gas vom Monat Juli ds. Js. können bis zum 15. Septem­ber noch ohne Kosten bezahlt werden.

* Gewerbliches. Während der Erntemonate sind die Sprech­tage der Handwerkskammer- Nebenstellen nur in beschränkter Zahl. Die Handwerkskammer- Nebenstelle Friedberg hält Sprech­tage an vier Orten, in Lauterbach und Ulrichstein nach Bedarf und in Friedberg täglich, ausgenommen Mittwochs und Sams= tags; die Nebenstelle Gießen in Alsfeld und Lauterbach, in Gießen mit Ausnahme des Samstag täglich von 7-12 Uhr, außerdem ist das Büro täglich vor und nachmittags geöffnet, am Samstag nur vormittags.

Das öffentliche Anschlagen und Anheften von Plakaten Motorradfahrer, die sich als Vertreter einer Wiesbadener

und sonstigen Druckschriften.

In letzter Zeit ist über das unberechtigte Ankleben und An­Heften von Plakaten und Druckschriften an Häusern und Mauern wiederholt Beschwerde geführt worden. Es wird darauf hin= gewiesen, daß nach Artikel 48 des Hessischen Gesetzes, die Presse betreffend, vom 1. August 1862 und§ 73 Absatz 2 der Hessischen Ausführungsverordnung zur Gewerbeordnung Drudschriften ohne Unterschied, ob dies gewerbsmäßig geschieht oder nicht, nur an solchen Stellen öffentlich angeschlagen oder angeheftet werden dürfen, für die das Polizeiamt ausdrücklich seine Ge­nehmigung erteilt hat. Zuwiderhandlungen werden bestraft. Auch wird darauf aufmerksam gemacht, daß das Anheften oder Anschlagen von Druckschriften an verbotenen Stellen eine Sach­beschädigung im Sinne des§ 303 des Strafgesetzbuches darstellt und Zuwiderhandelnde daher auch aus diesem Grunde bestraft werden können. Die Polizeiorgane find angewiesen, im Falle von Zuwiderhandlungen unnachsichtlich Strafanzeige zu erstatten.

* Konsularnachrichten. Der zum bolivianischen General­fonsul mit dem Amtssit in Hamburg ernannte Viktor Krüger ist anerkannt und zur Ausübung tonsularischer Verrichtungen im Voltsstaat Hessen zugelassen worden. Der zum brasiliani­schen Generalkonsul in in Hamburg ernannte Bento Carvalho do Paco ist anerkannt und zur Ausübung konsularischer Ver­richtungen im Volksstaat Hessen zugelassen worden.

Treibt Deutschland Hygieneluxus?

DKGS. Jm ,, Echo de Paris" bezeichnet der französische Schriftsteller Charles Bonnefou das deutsche Volk als ver­schwenderisch, weil es durch bessere Gesundheitspflege seine Sterblichkeit wesentlich stärker herabgedrückt habe, als Frank­reich. Deutschland müßte 360 000 Sterbefälle mehr zählen, wenn seine hygienischen Zustände dieselben wären, wie bei S." Die politische und psychologische Tragweite dieser Aeuße­tung zu bewerten, mag anderen Stellen überlassen bleiben. Sier soll nur die sachliche Berechtigung der Behauptung Bonne­fous vom Standpunkt der praktischen Gesundheitspflege aus untersucht werden. B. führt als Beweis für die französische Sparsamkeit an, daß sein Volk ,, seine ungesunden Wohnungen, jeine zusammenbrechenden Hütten" stehen lasse. Nach deut­her Auffassung ist das nicht Sparsamkeit, sonder Liederlich­leit und Nachlässigkeit. Leider Gottes haben wir in Deutsch­land auch nur allzuviele ungesunde und ungepflegte Häuser und Wohnungen; aber im Gegensatz zu den französischen Ver­hältnissen verfallen unsere Gebäude aus Mangel an Mitteln. In keinem anderen Lande ist die Belegungszahl der Wohnungen o ungünstig und ungesund, wie in Deutschland. Dieser Umstand begründet das Recht und die Pflicht, im übrigen für die Pflege der öffentlichen Gesundheit alles zu tun, was in unseren Kräf­ten steht. Es soll gar nicht bestritten werden, daß die Luft- und Lightbewegung, die Pflege der Leibesübungen in ungeahntem Maße in den breitesten Volksschichten Fuß gefaßt hat. Sogar tine gewisse Uebertreibung in der Ausstattung mancher Sport­plähe, Schwimmhallen und ähnlicher Einrichtungen kann zu­Bestanden werden. Es wäre vielleicht hier und da möglich ge­Dejen, mit einfacheren Mitteln gleich Gutes zu erreichen. Aber ieje Ausnahmen fallen materiell nicht ins Gewicht und kön­

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* Betrüger. Am vergangenen Mittwoch versuchten zwei Futterartikelfirma ausgaben, Leute zur Leitung und Ueber­nahme eines Ausgabelagers zu gewinnen, bei sofortiger Sicher­heitsleistung von 50 RM. Das Lager soll angeblich zwischen Gießen und Marburg errichtet werden. Den Betrügern ist es lediglich um die Erlangung des fraglichen Betrages zu tun und wird vor denselben gewarnt. Geschädigte wollen um­gehend bei der hiesigen Kriminalpolizei Anzeige erstatten.

* Gestohlen. Von einem Bleichplatz in der Grünberger­straße wurde eine Flanellhose( Turnhose) und ein Badetuch entwendet. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminal­polizei.

* Gefunden Gegenstände. Das Verzeichnis über die im Monat August 1931 gefundenen bezw. abgelieferten Gegen­stände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf- Philipps- Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangs­berechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte inner­halb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen.

* Auslandsstellen für Gesellen und Lehrlinge. Als Ersatz für das früher übliche Wandern der Gesellen und Lehrlinge im Handwerk versucht jetzt der Vorstand der Handwerkskammer zu Berlin eine Stellenvermittlung nach dem Ausland in die Wege zu leiten. Zu diesem Ziel hat sich die Handwerkskammer mit dem Deutschen Auslandsinstitut in Stuttgart in Verbindung gesetzt, damit dieses den Austausch von Lehrlingen und Gesel­

nen den Vorwurf der Verschwendung nicht beweisen. Es han] delt sich vielmehr um die grundsätzliche Entscheidung, ob ein Volk das Recht oder sogar die Pflicht hat, seine Gesundheits­pflege um anderer Verpflichtungen willen zu vernachlässigen.

Die deutsche öffentliche Gesundheitspflege hat stets den Grundsatz vertreten, daß die Gesundheit eines Volkes als einer der wichtigsten Bestandteile des ideellen und materiellen Volks­vermögens so innig mit seinem Wohl und Wehe verknüpft ist, daß die Vernachlässigung dieses Gutes mit einer bewußten, schweren und nachhaltigen Schädigung des Volksganzen( nicht etwa nur der breiten Massen!) gleichzusetzen ist. Die Gesund­heit ist als eine der wichtigsten Vorbedingungen geradezu aus­schlaggebend für die Leistungsfähigkeit des Volkes. Gerade ein Volk, das durch die geschichtlichen Verhältnisse zu so übermensch­lichen Leistungen gezwungen ist, wie das deutsche, hat, jogar seinen Feinden gegenüber die Pflicht, für seine Gesunderhal tung alles zu tun, was in seinen Kräften steht. Um so mehr allerdings hat es auch das Recht, für seine Gesundheit aus dem Selbsterhaltungstrieb heraus zu sorgen! Solange und soweit die öffentliche Gesundheitspflege ihre Aufgaben aus die­sem Gesichtspunkt der Erhaltung und Mehrung eines gefunden Volkstums betrachtet, ist sie auf richtigem Wege und kann den Vorwurf des Hygieneluxus achselzuckend abwehren. Herr Bonne­fou hat Recht, wenn er den Unterschied in den hygienischen Ver­hältnissen zwischen Deutschland und Frankreich skandalös" nennt. Allerdings- aber für Frankreich! S.-R. Dr. Jacoby.

Honig ein Heilmittel.

,, Honig ist flüssiger Sonnenschein", hat einmal jemand ge­sagt. Daran muß ich immer denken, wenn mir der goldgelbe Honig auf der Morgensemmel entgegenduftet. Noch viel zu

Nr. 71.

len zwischen Deutschland und dem Ausland betreibe und unter­stütze. Wie verlautet, hat das Deutsche Auslandsinstitut dem Wunsche des Handwerks entsprochen und will seinerseits eine Bermittlungsrolle übernehmen. Soweit sich im Augenblick über­fehen läßt, tommen als Austauschländer für die jungen Hand­werter Ungarn, Südslawien und Rumänien in Frage, evtl. laj­sen sich auch Vermittlungen nach der Tschechoslowakei ermög­lichen.

*

Handwerkertagung. Der Hessische Handwerks- und Ge­werbeverband hält seine diesjährige Tagung am Sonntag, den 27. September, in Bensheim ab. Am Samstag, den 26. Sep­tember, tritt der Hauptausschuß zusammen, um zu einigen Tagesordnungspunkten der Hauptversammlung vorbereitend Stellung zu nehmen.

* Urkundenfälschung. Dadurch, daß jemand, der eine Ur­kunde mit dem Namen eines anderen unterzeichnet, in der An­nahme, dieser andere würde die Unterzeichnung nachträglich genehmigen, wird der Tatbestand der Urkundenfälschung nicht ausgeschlossen; er kann trotzdem wegen Urkundenfälschung be­straft werden.

* Maul: und Klauenseuche in Hessen. Die Maul- und Klauenseuche ist in Hessen sehr stark zurückgegangen. Es sind nur noch verseucht 2 Gemeinden( 1 neu), 7 Gehöfte( 3 neu), und zwar im Kreise Bensheim 1 Gemeinde, 6 Gehöfte( 2 neu) und Kreis Alzen 1 Gemeinde( neu) 1 Gehöft( neu).

* Evangelischer Bund. Der Hessische Hauptverein des Evangelischen Bundes läßt wegen der Ungunst der Verhältnisse seine diesjährige Landesversammlung ausfallen. Es finden nur Provinzialversammlungen statt und zwar am 16. Septem­ber in Darmstadt für Starkenburg; am 21. September in Gies Ben für Oberhessen; am 23. September in Mainz für Rhein­hessen. Behandelt werden die Fragen der Gottlosenbewegung, der Katholischen Aktion und der Protestantischen Politit.

* Der 3. Evangel. Voltstag im Rundfunk. Wie im Pro­gramm des vergangenen Sonntags eine große katholische Ver­anstaltung mehrmals auftrat, so erscheint am Sonntag, den 6. September, der Dritte Evangelische Sonntag, den die Evan­gelische Landeskirche in Frankfurt a. M. feiert, ebenfalls mehr­mals im Programm des Südwestfunks.

* Aus dem Stadttheater. Als 10. Vorstellung im Sommer­abonnement wird am fommenden Sonntag Meyer- Förster be­fanntestes Schauspiel Alt- Heidelberg", in neuer Inscenierung gegeben. Die Spielleitung hat Karl Vold.

* Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter- Partei. Der be­fannte nationalsozialistische Jugendführer Gerhard Stöckel spricht heute, Samstag abend 8.30 Uhr, im Kaffee Leib zu dem Thema Jugend im Aufbruch".

* Städte- Achter- Wettkampf. Der Ruderkampf zwischen Wetz­lar und Gießen fommt am morgigen Sonntag wieder zum Austrag. Das Ausscheidungsrennen der Gießener Ruderver­eine ist vormittags um 10 Uhr und dürfte die Mannschaft der Gießener Ruder- Gesellschaft als Teilnehmer für das Nach mittagsrennen zu erwarten sein.

1. Reichsturzschrift- Ges. E. V. Am Dienstag, den 8. Sep­tember 1931, abends 7 Uhr, eröffnet die Gesellschaft in der Pestalozzischule( Nordanlage) einen Anfänger- Lehrgang in der Einheitsfurzschrift.

Kurzschriftverein von 1861 mit Damen- Abteilung E. V. Samstag, den 5. September, Vereinsabend im Kaufmännischen Vereinshaus.

* Akademiler- Elend. Im Augustheft der Monatsschrift ,, Die Tat" werden Angaben über die Ueberfüllung der akade­mischen Berufe im heutigen Deutschland gemacht. Heute gibt es 350 000 berufstätige Akademiker. Von den 50 000 Aerzten warten mindestens noch 4000 auf Zulassung zu den Kranken­tassen. Von etwa 40 000 Diplom- Ingenieuren werden minde­stens 19 000 als stellenlos bezeichnet. Auch bei den 30 000 Phi­lologen macht sich in diesem Jahre eine starke Ueberfüllung be= merkbar, die bei den Juristen schon lange vorhanden ist. Ins= gesamt wird die Zahl der arbeitslosen Akademiker heute auf 30 000 geschätzt.

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Schweißabsonderung an und anderen Rörperteilen( Wolf), Sonnen und Gletscherbrand. Gofort schmerzftillend und heilend Leodor Fett Creme( blaue Badung) auch als Rosmetitum für Sände u. Geficht. Tube 60 Pf. u. 1 Mt. in allen Chlorodont. Verlaufsstellen zu haben.

wenig wird diese köstliche Sommergabe von der deutschen Haus­frau gewürdigt. Man fauft heute teure Pillen zur Verjüngung, erfindet Kuren und Massagen, um lange seine Jugendkraft und Frische zu erhalten und denkt nicht daran, daß der Honig ein unübertrefflicher Jungbrunnen für Mann und Frau ist. Er er­höht die Leistungsfähigkeit, regelt die Verdauung, heilt und be­ruhigt franke Nerven und verbessert die Körpersäfte.

Ein Glas faltes oder lauwarmes Honigwasser vor dem Schlafen getrunken ist ein harmloses Schlafmittel, das bei Leicht nervösen niemals versagt. Bei geringem Appetit sollte man mehrere Male am Tage Honigwasser trinken, denn es regt die Magennerden an und verhindert garzu großen Kräfteverfall. Honig st das Universal- Kräftigungsmittel für alle schwachen und alten Leute. Unschätzbare Dienste leistet er auch den Kranten. Sonigwasser nährt und lindert den Fieberdurst. Honig ist oft die einzige Näscherei, die im Krantenbett, ohne Beschwerde zu ver­ursachen, vertragen wird. Bei Husten, Heiserkeit und Halsschmer­zen ist er ein schnell und sicher wirkendes Linderungsmittel; man nimmt ihn dazu am besten heiß gemacht; mehrere Male täglich einige Eklöffel.

Für Kinder ist Honig die beste Süßigkeit und sollte ihnen so oft wie möglich gegeben werden. Er fördert das Wachstum und vermindert die Anfälligkeit der Kinder für anstedende Krank­heiten.

Wollen Sie schöner, gesünder und leistungsfähiger werden, dann lassen Sie den Honig täglich zu jeder Mahlzeit auf den Tisch kommen. Leider wird der Honig oft verfälscht oder mit minderwertigen Qualitäten verschnitten. Man faufe deshalb Honig niemals von Hausierern und Markthändlern, sondern lieber in einer guten Drogerie. Da hat man die Gewähr, wirt­lich reinen Bienenhonig zu erhalten.