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Mittwoch, den 4. Februar 1930.

vorgerufen, die sich natürlich auch auf die Spieler überträgt; dafür hatten wir am letzten Sonntag ein inpisches Beispiel bei dem Spiel VB. Gießen Spielverein Kassel. Während wir aber jetzt schon sagen können, daß für die Gruppenmeisterschaft wahrscheinlich zwei oder höchstens drei Vereine in Frage tom­men, ist es noch ganz untlar, welche Vereine die drei letzten Plätze der Tabelle einnehmen werden, für deren Inhaber der schwere Schlag des Absteigens vorgesehen ist. Die Spiele vom 1. Februar haben in diesem Punkte die Lage noch keinen Schritt weiter gebracht. Die Entscheidung wird, wie bei der Spigen gruppe, wahrscheinlich erst mit den letzten Spielen fallen. Auch in der 1. Bezirksklasse, Gruppe Lahn, ist die Bewegung durch das Aufwärtsstreben der Spielogg. 1900 Gießen in ein solches Sta­dium getreten, daß man mit allerlei Möglichkeiten rechnen muß und feinem der bisherigen Meisterschaftskandidaten billige Lor­beeren einräumen tann; auch hier hängt die Entscheidung ganz von den Spielen der nächsten Sonntage ab. Vielleicht gibt es auch hier noch Entscheidungsspiele( die das Interesse des Publi­fums jedenfalls mehr in Anspruch nehmen als eine einfache Runde von Privatspielen, wie es geplant ist). Im übrigen tonzentriert sich die Erwartung der Sportsfreunde auf den Be scheid des Verbandsvorstandes in dem Projekt Bezirk Lahn". Je nachdem dieser ausfällt, wird die Lösung der Spielfrage für das nächste Jahr sehr einfach oder sehr kompliziert sein. Mit Rücksicht auf dieses schwebende Problem fann man über das Schicksal der andern Vereine- 2. Bezirksklasse und Gautlasse zurzeit überhaupt nichts jagen. Auf alle Fälle ist es angebracht, wenn diese sich in punkto Aufstieg teinen allzu großen Hoffnun gen hingeben. Die Ausstellung der Ligaklassen ist in den letzten Jahren in einem solchen Maße vor sich gegangen, daß der Höhe: punkt nicht nur erreicht, sondern bereits überschritten ist, so daß unbedingt ein Abbau eintreten muß. Auch wenn die Neubil­dung eines, Bezirkes Lahn" erfolgen sollte, werden die Instan­zen nicht umhin können, der allgemeinen Lage Rechnung zu tragen und die Zahl der Ligavereine zu beschränken. Für die Bezirksliga fämen aus dem Lahnkreis sieben, höchstens acht Ver­eine in Frage, dazu vielleicht noch einer aus dem Teil des Gaues Fulda, der abgetreten werden könnte. Dementsprechend dürfte die 1. Bezirksklasse kaum über die Zahl zehn hinausgehen. Ein solcher geringer Bestand liegt im Interesse der Hebung der Spielstärke; wer das Zeug dazu in sich hat, wird sich dann den Aufstieg in höhere Klassen selbst erkämpfen.

Aus Gießen und Umgegend.

Spielverein Kassel verliert gegen VfB. Gießen 3: 2( 3: 1). Der Kasseler Spielverein gehört zu den führenden Mann­schaften in Hessen- Hannover. Dem Namen nach aber auch am Können gemessen. Ein guter Besuch- etwa 700 Zuschauer war der Beweis der Anteilnahme des Gießener Publikums. Es war eine Begegnung, wie man sie auf dem Waldsportplatz lange nicht zu sehen bekam und der VfB.- Mannschaft alle Ehre machte. Wohl ist nicht zu bestreiten, daß die Spielvereinsleute im gro­Ben ganzen den Ton angaben, aber sie hatten vielleicht auch den Gießener Gegner unterschätzt!

Dem Unparteiischen Spurt von Butzbach stellten sich fol­gene Mannschaften: BjB.:

Bingel

Leutheuser

Krep

Lehrmund Mattern

Ritter

Balser Henrichs Haupt Heinzenröder Guthof Brössel Bernhardt Merten E. Bener Müller

Fehling Schneider

Jakob

W. Beyer

Gießener Zeitang"

1900 Gießen Liga- Wallau Liga 4: 0( 3: 0)

war

Die Gießener 1900er fonnten am Sonntag wiederum ihre derzeitige technisch reife Form unter Beweis stellen und den bisher aus elf Verbandsspielen unbesiegt hervorgegangenen Gast in seinem letzten Spiel empfindlich schlagen. Die 1900er stellten unbedingt die technisch bessere Mannschaft. Selbst der unge­heure Eifer der Gäste fonnte dieses Plus der Einheimischen nicht wettmachen. Während die Hintermannschaft der Gäste reichlich ungenau arbeitete besonders der rechte Verteidiger ihre Stürmerreihe nicht in der Lage, vorne Tore zu schießen der R.-A. verdarb z. B. zwei ganz sichere Chancen. Bei den 1900ern war unbedingt der beste Spieler, wie überhaupt auf dem Playze, Zeiler, der als rechter Verteidiger zum Heini Weber" des Lahnbezirkes wird. Vor allem seine eminent schnelle und sichere Zerstörungsarbeit, sein weiter und präziser Abschlag werden, nicht nur wie am Sonntag den Wallauern, auch zu­fünftigen Gegnern noch schwer zu schaffen machen. Neben ihm verdient das Dreied Glitsch, Heilmann, Langsdorf ein Lob. Bei ihnen gefiel vor allem das fein- durchdachte Aufbauspiel und die besonders bei Glitsch ausgeprägte famose Fußballtechnik und Körperbeherrschung. Die Flügelstürmer und der rechte Läufer fielen dagegen ab. Arnold war wie üblich der entschlossene Tor­schütze.

Heuferoth Spielverein: Fernschild Die Ausbeute der ersten Halbzeit waren vier Tore. Schon nach einer Minute Spielzeit erreichte der VFB. seine erste Ede, die von Fehling gut vors Tor gegeben wurde, dann aber nach einem kleinen Gedränge ins Aus ging. Dann bedrängte Kassel das gegnerische Tor und in der fünften Minute wurde den Gästen der erste Elfmeter zugesprochen, der von Guthof verwan­delt wurde. Obwohl schon eine Minute später die Grün- Weißen eine Ausgleichsmöglichkeit hatten, verschoß Mattern, allein vorm Tor, auch diese. Die achte Minute brachte VfB. einen Elfmeter, der zum Ausgleich führte. Wieder drückten die Heimischen start, man vergaß aber das Schießen, bis es in der 13. Minute einen weiteren Elfmeter gab, der dem VfB. die Führung einbrachte. 2: 1. Die Plazelf ging bis zum Schluß der ersten Hälfte noch energisch aus sich heraus, dies brachte ihr in der 19. Minute eine weitere Ede und in der 42. Minute durch Schneider ein drittes Tor. Kassel erzielte kurz vor der Pause eine Ecke, der im Anschluß an diese die zweite folgte.

So tam es. wie die Gießener insgesamt es faum gehofft hatten, zu einem überraschend hohen, aber verdienten Sieg der Einheimischen, die durch die zwei Pluspunkte sich nunmehr ernst­lich in die Spitzengruppe der 1. Bezirksklasse, Gruppe Lahn, hin­eindrängen( siehe Tabelle).

Das Spiel, welches in Schiri Grünewald Alsfeld einen ausgezeichneten Leiter fand, begann reichlich nervös. Im schnel­len Tempo wechselte der Ball von Seite zu Seite, ohne daß zu­nächst System ins Ganze fam. Ein zweifelhafter Handelfmeter brachte dann die 1900er in Führung. Adelberger setzte den Ball direkt auf den Tormann, dieser konnte aber den halbhohen Ball nicht halten. In der sechsten Spielminute hieß es schon 1: 0 für Gießen. Wallau fämpfte unentwegt im schnellsten Tempo weiter. Die zehnte Minute brachte Wallau die erste Ede ohne Erfolg. Nur vier Minuten später konnte Arnold für die Blau- Weißen auf 2: 0 erhöhen. Aus dem Gedränge vor dem Tor holte sich den Ball heraus und schoß aus sechs Meter Entfernung un­haltbar ein. Erbittert. aber fair, wurde weiter gefämpft; die Wallauer Hintermannschaft nahm sich jetzt ein wenig zusammen. Eine Reihe Eden, eine für 1900, zwei für Wallau, folgten in der 30. bis 35. Spielminute. Bis eine Minute vor der Halbzeit Arnold wieder den Ball aus wenig Meter Entfernung vor des Gegners Tor zum 3: 0 für 1900 einsandte. Heilmann hatte ihm aus dem Gedränge diesen Ball sauber vor die Füße gelegt.

Ein gigantisches Ringen gab es in der zweiten Spielhälfte. In einem Höllentempo wurde über diese Distanz gekämpft. Da aber jetzt die Platzverteidigung besser auf der Hut war, gelang den Gästen der Ausgleich nicht, obwohl er sehr oft nahe war. Der Spielverein ging jetzt plötzlich mit aller Forsche vor und belagerte fast die ganze Hälfte über Baljers Heiligtum und zwang die VB.er zur verstärkten Abwehr. Die 60. Minute brachte ihnen die dritte Ecke und in der 72. Minute holten sie durch Heinzenröder ein Tor auf. Trok weiterem Drängen ge= lang den Gästen der Ausgleich nicht. Verschiedentliche Dru brüche der VfB.er brachten noch manche gute Torgelegenheit, aber Mattern, der auf Rechtsaußen gegangen wur, war zu er schöpft, um eine Flante ins Mittelfeld zu bringen.

Vergleicht man die gebotenen Leistungen, so wird man fest­zustellen haben, daß Sperverein besser gespielt hat. Doch zeigte auch die VB.- Elf, daß sie in recht guter Form ist. Ausgezeich net war he den Kasselanern der gesamte Angriff. Die Sturm­führung von Gießen ließ manchen Wunsch offen. So erfreulich der Sieg des VB. ist, so wenig fann er aus dem Grunde be= friedigen, weil es ein ausgesprochener Sieg der Hintermannschaft gewesen ist. Besonders hervorzuheben ist Balser im VfB.- Tor, der einen ganz großen Tag hatte.

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Nach der Pause ging's im selben Tempo weiter. Wallau ließ noch nicht im Tempo nach. Zunächst Arnold wurde wie­der einmal nicht abgedeckt fischte sich dieser in der 50. Spiel­minute das Leder aus dem Gewühl und erhöhte auf 4: 0. Bei diesem Torergebnis blieb es. Einige Torchancen für beide Par­teien wurden nicht mit Erfolg ausgewertet. Fünf Edbälle wur­den noch getreten, drei von 1900, zwei von Wallau. Das Tempo ließ nach, das flüssige Spiel blieb, die Blau- Weißen wetteiferten in schönster Technik. Ein Ehrentor wäre den Gästen aber doch zu wünschen gewesen, als verdiente Anerkennung für ihren un= ermüdlichen Kampfeseifer und ihre große Fairnis. t.

Turnverein Wiesed 1. 2: 4( 1: 3). VfB. Gießen 2.­Am Sonntag lieferten sich obige Mannschaften ein Freund­schaftsspiel. Wiesed enttäuschte nach der angenehmen Seite und lag bis Halbzeit mit 3: 1 in Führung. In der zweiten Spiel­hälfte tam VfB. mehr auf und brachte dies auch durch einen Treffer zur Geltung. Die technische Ueberlegenheit der Gäste wurde durch größeren Eifer der Plazelf ausgeglichen. Nach wei­terem wechselvollen Verlauf erzielte Wieseck infolge schlechter Abwehr der VB.er ein weiteres Tor. Das Spiel war fair, und der Schiedsrichter leitete gut.

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