Samstag, den 3. Oktober 1931.
Wohnungsbedarf konzentriere sich nur noch auf wenige Gebiete,
„ Gießener Zeitung"
Nr. 79. Samstag, den 3.
die infolge Auflösung der Kraftverkehrs- Gesellschaft„ Hessen" auf Sentel, stattfindende
während in anderen bereits ein Wohnungsüberschuß zu verzeich senkung von über 12 Prozent möglich werde, wird die Zukunft die Deutsche Reichspost übergegangen sind. Einzelheiten gehen reffant durch einen
nen sei. So dürfte sich, nach der Bevölkerungsbewegung( Eheschließungen, Binnenwanderungen) zu urteilen, in den kommenden Jahren Wohnungsbedarf vorwiegend noch zeigen in Berlin, in Teilgebieten des Freistaats Sachsen und auch Süddeutschlands. In vielen Teilen Deutschlands, so in fast ganz Ostpreußen, in Teilen Schlesiens, Nord- und auch Süddeutsch lands, sei fast kein Zuwachsbedarf mehr vorhanden. In Teilen der Grenzmark, Oberschlesiens, West- und Süddeutschlands bilde sich bereits deutlich die
heraus.
Tendenz eines Wohnungsüberschusses
Die subjektive Nachfrage bleibe im ganzen schon jetzt hin ter dem Angebot zurück: Die beträchtliche Einkommensminde rung lasse einen wesentlichen Teil des Wohnungsbedarfs nicht zur Wirklichkeit gelangen. Im Hinblick auf die voraussichtliche weitere Einkommensschmälerung sei eine Senkung des Mietzinses Voraussetzung für eine Neu- und Weitervermietung von Wohnungen. Nachdem schon gegen Ende des vorigen Jahres die Mieten leerstehender Neuwohnungen bis zu rund 10 Prozent gewichen waren, zwinge die Schrumpfung des Einkom mens immer stärker zu einem allgemeinen Abbau der Mieten, vor allem bei den Neubauwohnungen. Dabei seien Verluste bei den Wohnungen,
besonders in
die unter hohen Baukosten und Kapitalzinsen den Jahren 1928 und 1929 erstellt wurden, unvermeidlich. Neben der Mietzinsgestaltung und der Abschreibungsfrage bei den Neubauwohnungen beanspruche die Entwertung eines großen Teils des Altwohnraums, vornehmlich der ehemaligen Luxuswohnungen, besondere Beachtung. Die Ausstattung dieser Wohnungen wie auch ihre Größe und Lage entsprächen vielfach nicht mehr den gegenwärtigen Lebensbedürfnissen. Zudem sei eine Verwertung des Altwohnraums meist dadurch erschwert daß die Teilung der Großwohnungen entweder technisch nicht befriedigend zu lösen sei oder die Kosten zu hoch seien. Auch durch öffentliche Beihilfen könnten diese Kosten nicht immer in ausreichendem Maß ausgeglichen werden. Die Wertminde rung eines großen Teils des Altwohnraums in Verbindung mit der Einkommensschrumpfung werde auf die Dauer auch für die Altwohnungen eine Mietzinssenkung unumgänglich machen
Die zu erwartende Rückbildung des Mietzinses in Altund Neubauwohnungen werde, wenn die gegenwärtige Steuerbelastung des Hausbesizes aufrechterhalten bleibt, die Häuserrente schmälern und den Zinsendienst für die Kredite auf den Hausbesitz erschweren. Die Folge müßte ein
Anwachsen der Zwangsversteigerungen sein, bei denen nur so niedrige Gebote zu erzielen wären, daß auch der verringerte Mietertrag für den neuen Besitzer noch eine Rente abwirft.
müsse. Ob seine Meinung richtig ist, daß hiermit eine Mietlehren, nämlich dann, wenn die Wohnungszwangswirtschaft restlos aufgehoben, der Wohnungsmarkt in die Freiheit übergeführt ist und sich auf dem freien Wohnungsmarkt nach Angebot und Nachfrage die Mietpreise bilden können.
Abwegig ist aber durchaus der Gedanke, die Beseitigung der Hauszinssteuer mit der
Schaffung des Damaschke'schen„ ,, Wohnheimstättengesetzes"
zu verkoppeln, wie ihn das Organ der christlichen Gewerkschaften
aus den bei allen Postanstalten und den Eisenbahnstationen aushängenden Fahrplänen der Kraftposten hervor.
* Zur Unterstügung der Bevölkerung in der Versorgung mit Einloch- und Winterobst hat die Reichsbahn mit sofortiger Gül tigkeit einen bis zum 30. November d. J. befristeten Ausnahme
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Marine- Berein, Monatsverfammlung
Ueber da
Wenn im Herbst
tarif für frische Aepfel, Birnen, Pflaumen, Zwetschen bei Aus as Wachstum der T allen Bahnhöfen nach allen Bahnhöfen der Deutschen Reichs: ftoftes mehr oder we bahn eingeführt. Die Ermäßigung beträgt für Sendungen er haltbarkeit recht kleineren Gewichts rund 30 Prozent. Nähere Auskunft erteilen alb angebracht, bei
die Güterabfertigungen.
feber abzunehmen un
in Nachreifen der T
,, Der Deutsche"( Nr. 189) propagiert. Eine Zumutung! Mit der Zustimmung zu dem seit Jahr und Tag mit Fug und Recht bekämpften Damaschke'schen Wohnheimstättengeset" soll sich der Hausbesik die Beseitigung der Hauszinssteuer erkaufen! Eine Unmöglichkeit! Ein Gedanke, der vom Haus* Einkommensteuer für freie Berufe. Für freie Berufe gel lachreifens felbft ma besig nie und nimmer ernsthaft diskutiert werden kann; denn die Zustimmung zum Damaschke'schen Wohnheimstättengeset" ten Durchschnittssätze, durch die die Werbungskosten abgegolten Seim gewöhnlichen L wäre für ihn die Selbstaufgabe, die Aufgabe seiner wirtschaft hältnisse. Bei anormalen Verhältnissen ist das Finanzamt be- sängen ganzer Pflanze sind. Diese Durchschnittssätze gelten aber nur für normale Vetben viele Früchte lichen Freiheit für alle Ewigkeit. rechtigt und verpflichtet, das tatsächliche Einkommen zu ermitteln en Erfahrungen mei * Steuerpflichtige, Vorsicht! Bevollmächtigten mitbringen! sidrig und tonjervie Der Steuerpflichtige hat das Recht, in allen Fällen, wo sein per mugungsfähigkeit, wod sönliches Erscheinen angeordnet ist, mit seinem Bevollmächtigten at wie unterbunden zu erscheinen. Viele Finanzämter verhindern im Steuerstraf on statten. Die vielf verfahren das Miterscheinen des Bevollmächtigten und hierdurch benötigt wird, ist nicht wurde vielfach das„ Unterwerfungsverfahren" sofort eingeleitet iber Nepfel und Birn und gleichzeitig abgeschlossen, ohne daß es dem Steuerpflichtigen Gonne", nadhreifen. 2 zum Bewußtsein kam, daß er sich dadurch zu einem strafrechtlich Torfmull recht bewäh ,, Vorbestraften" machte.
Nur die bedingungslose Befreiung des Hausbesizes von den seit mehr als einem Jahrzehnt auf ihm lastenden Ketten kann retten! Für die Ueberwindung der schweren Krise der Gegenwart ist sie eine unbedingte Notwendigkeit, eine unerläß liche Voraussetzung für die Gesundung der Wohnungs- und der Gesamtwirtschaft. Ri.
mit uns.
Lokales.
Sonntagsgedanken.
Das waren wunderschöne Wandertage, wo wir mit Ränzel und Stab hinauszogen in Gottes herrliche Sommerwelt. Vom ewig blauen Himmel lachte die Sonne und die Freude ging Wir wanderten über Höhen und Täler, durch hohe Buchenhallen und dunklen Tannenwald, sahen Dörflein und Städte und trafen manchen lieben Menschen. Auf meinem Tisch leuchten noch die Blumen, die wir gepflückt haben und das Eichen- und Tannengrün, und Farnkräuter sprechen von Träumen und Schweigen des deutschen Waldes.
Es Das schönste Andenken jedoch kann man nicht sehen. bleibt, wenn auch Stubenluft und Großstadtrauch die sonnengebräunte Haut wieder gebleicht haben. Das ist das Andenken von Waldesstille und Alleinsein mit dem Geist, der im grünen Dome atmet und webt....
Wenn nach einem Wandertage dein Körper auch müde geworden ist, so wurde dafür deine Seele stärker. Kleines hast du vergessen und was dir nicht gefiel, löst sich nun auf in dem ganzen Geschehen, das nun dir gehört.
Mein Wandern ging nur durch deutsche Lande und ich hörte feine welschen Klänge an meinem Ohr. Und gerade das bringe
Heimat steht wie das Kind mit der Mutter, nur wer mit seiner Heimat Zwiesprache halten kann, der kann von Herzen das sein, was wir jetzt alle sein sollten, stärker und treuer denn je: ein Deutscher.
Das sagt das Institut für Konjunkturforschung, eine halbamtliche Einrichtung. Zu ähnlichen Feststellungen gelangt ich mit von meiner Sommerwanderung: nur wer mit seiner auch Dr. Curt Nawraski in seinem von der Josef- HumarStiftung herausgegebenen Werk. Es kann kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß aus der Frage der Erstellung ausreichenden Wohnraums ein Problem der Erhaltung des Althausbesizes geworden ist. Das erkennt erfreulicherweise die Reichsregierung auch an. Aeußerungen des Reichskanzlers Dr. Brüning und des Reichsfinanzministers Dietrich bezeugen das.
Die Reichsregierung ist sich auch im klaren darüber, daß dem Hausbesiß, wenn er wirtschaftlich nicht zugrunde gehen soll, eine steuerliche Entlastung zuteil werden muß. Wie Reichsfinanzminister Dietrich in seiner auf einer Berliner Kundgebung der Staatspartei gehaltenen Rede feststellte, ist sie zur Zeit mit der Frage des Umbaus bezw. Abbaus der Hauszinssteuer beschäftigt. Auch der preußische Handelsminister Dr Schreiber hat in seinem kürzlich in einer staatsparteilichen Versammlung in Frankfurt a. M. gehaltenen Vortrag mit allem Nachdruck darauf hingewiesen, daß die bereits weit verbreitete
Erkenntnis der Unmöglichkeit, die Hauszinssteuer in der bisherigen Form aufrecht zu erhalten,
zu einem wirtschaftsbelebenden Abbau dieser Steuer führen
Die Reise.
Von Walter Riffler.
Langsam setzte sich der Zug in Bewegung und rollte aus der fleinen Bahnhofshalle. In einem der letzten Abteile war einer der wenigen Passagiere, die der Zug gewöhnlich an dieser Stelle aufzunehmen pflegte, eingestiegen, bescheiden und mit einem freundlichen Gruß war er eingetreten und hatte sich auf dem ersten freien Platz neben dem Fenster niedergelassen. Er sah den Bahnsteig mit den wenigen Menschen langsam an sich vorübergleiten, dann, wie die Maschine schneller anzog, glitten seine Blicke über das verästelte Gewirr des Schienenstranges, der sich bald enger zusammenzog und in wenigen Paaren hinauslief auf die freie Strecke. Bald traten die großen, eng aneinander geschmiegten Häuser zurüd, um kleineren Plaz zu machen, zwischen Die vereinzelte Wiesen und Baumgruppen eingestreut waren, und dann folgte dem Lauf des Schienenstranges bald nichts mehr als eine breite Chaussee, an der ab und zu noch vereinzelte Häusergruppen standen. Die Blicke des Reisenden stachen scharf in die Ebene. Jeht, so dachte er bei sich, muß der Kanal fommen -und bald öffnete sich auch die bogige Eisenkonstruktion der Kanalbrücke, über die der Zug polternd hette, jedoch nicht schnell genug, daß man nicht einen Burzen Ausblid gehabt hätte über die träge gleitende Fläche des oferfarbigen Wassers, auf dem sich gerade ein Schleppzug bewegte. Er hatte gewußt, daß er hier einen dieser Schleppzüge sehen würde, deren schwere, schwarzglänzende Pracht er genau fannte. Das also war der Abschied. Wie ein letzter Gruß der Heimat, so war das Bild dieses KohlenSchleppzuges an ihm vorübergezogen, es war, als ob jene kleine Flagge am Mast ihm hätte einen Gruß zuwinken wollen von dem kleinen Verladehafen hinter der Kokerei, an dem ihn sonst sein täglicher Arbeitsweg vorbeiführte. Nun lag das alles hinter ihm und jede Minute, in der der Zug weiter hineingriff in die Ferne, riß die Lüde weiter, die ihn von allen vertrauten Dingen feines Lebens entfernte. Er horchte, mehr instinktiv als sich selbst bewußt, angestrengt, ob ihm nicht durch das gleichmäßige Rattern des Zuges ein Laut aus der Heimat nacheile, vielleicht der Klang einer Kirchenglode oder das grelle Pfeifen der Gires nen, die den Schichtwechsel ankündigten.
Wie schwer war es ihm doch geworden, sich zu dieser Reise zu entschließen! Immer wieder hatte er sie hinausgezögert, unter diesem oder jenem Vorwand, aber doch eigentlich recht nur, weil er sich nicht wegtraute aus dem Städtchen, wo feine Heimat war, weil ihm die lärmende Welt da draußen gleichgültig war, ja
Nur wer die schöne deutsche Heimat tennt, wer vertraut ist mit ihr, der kann und weiß erst zu schätzen, was das heißt: das deutsche Vaterland. Der Sonntagsschreiber. Kraftpost- Fahrplan- Aenderung.
und zu versteuern.
* In den Ruhestand verseht. Der Gerichtsvollzieher Bal thasar Dern beim hiesigen Amtsgericht tritt auf Grund des Altersgrenzegesetzes am 1. November 1931 in den Ruhestand.
Satfache längst erkannt
3. Südameri
Das Luftschiff„ G * Rundfunk und Welttierschutztag. Anläßlich des Welt uber die 3. Südameri tierschutztages am 4. Oktober 1931 wird im Auftrag des Heiht durchgeführten Fa sischen Tierschutzvereins Universitäts- Professor Dr. H. Kraemer, inem Monat erfolgter Gießen, im Rundfunk des Frankfurter Senders um 13 Uhr regelmäßigen Poſt- und einen Vortrag über die Bedeutung des Welttierschutztages nach Südamerika durd halten. fahrt nimmt das Posto * Eingestellte Luftpostlinie. Die Deutsche Lufthansa hat förderung an. Für die den Betrieb auf der Luftpostlinie 45, Gießen- Frankfurt- Darm- nägige Postdienst nach stadt- Mannheim- Karlsruhe- Baden- Baden- Freiburg- Konstanz ein gestellt. Mit Mannheim besteht auch fünftig noch eine Luftpostverbindung über die Linie 43, ab Frankfurt a. M. 13 Uhr, während die übrigen Orte vorerst feine unmittelbare Luftpoſtverbindung mehr haben.
Fundsachen im Monat September 1931. Das Verzeichnis über die im Monat September 1931 gefundenen bezw. abge lieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf- Philipp- Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigen werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fundbüro, während der Dienststunden, geltend zu machen.
* Vom hessischen Roten Kreuz. Am Sonnabend nachmit tag fand unter dem Vorsitz des Präsidenten von Hahn- Darmstadt im Sitzungsfaal des Regierungsgebäudes dahier eine aus ganz Oberhessen gut besuchte Vertreterversammlung der Zweig vereine des Roten Kreuzes und der Alicefrauenvereine statt, die sich mit der Durchführung der Winterhilfe" beschäftigte. * Bom Stadttheater. Die Winterspielzeit begann am ge England", von Ferdinand Bruckner. Am morgigen Sonntag gelangt als erste Fremdenvorstellung in Wiederholung Der Garten Eden", von Desterreicher und Bernauer, zur Vorführung.
Schaff für b
Der Oftober galt fer Herbstmonat. De sänger merklich zu sei des Monats teils heite rats schon sehr fühl, nor Beginn der 2. De schläge, windig fühl, der 3. Defade Besseru irtlich Regenschauer. härtere Erwärmung veränderlich, windig.
Sefahr.
Steuerfal mitgeteilt von
Mit dem Beginn des Winterdienstes bei der Deutschen strigen Freitag mit dem historischen Schauspiel Elisabeth von Treuhand- Vereinigun
Reichsbahn am 4. Oftober treten auch neue Fahrpläne für die Kraftposten im Oberpostdirektionsbezirk Darmstadt in Kraft. Gegenüber dem Sommer- Fahrplan weist der neue Fahrplan infolge des durch die allgemeine ungünstige Wirtschaftslage verursachten Verkehrsrückganges Fahrplaneinschränkungen auf. Die Oberpostdirektion ist aber bestrebt gewesen, die Verkehrseinrichbungen auch unter den ungünstigen Verhältnissen, soweit als möglich, aufrecht zu erhalten. Neu hinzugetreten sind u. a. die Kraftpostlinien
Gießen Wiesed- Altenbused, Gießen Steinbach- Albach,
Steinbach- Birklar- Lich,
nicht nur gleichgültig, sondern fremd und feindlich erschien. Aber es hatte ihn auch immer gequält, wenn ihm sein Kind, das er aus seiner ersten Ehe hatte und das ihm nach dem Tode der Mutter erst recht ans Herz gewachsen war, geschrieben hatte, daß der Vater sie doch endlich einmal besuchen möchte. Immer wieder hatte er es sich vorgenommen, und dann doch gewartet, gewartet und schließlich auf das nächste Jahr verschoben. So waren es nun sechs Jahre her, daß er sie zum letzten Male gesehen hatte, es war ihr Hochzeitstag gewesen, und heute noch wußte er nicht, welches Gefühl in ihm an diesem Tage stärker gewesen war: die Freude, sein Kind glücklich zu sehen mit ihrem jungen Gatten, oder das bittere Gefühl, gerade sein liebstes Kind weggeben zu müssen aus dem väterlichen Hause und es für immer in einer fernen, fremden Stadt zu wissen. Aber auch das ging vorüber. Mancher Brief hatte ihn die Trennung vergessen lassen. Aber als dann eines Tages die Nachricht fam, daß er nun Großvater geworden sei, und dazu die Bitte, nun doch auch sein Entellind besuchen zu kommen, da hatte er sich fest vorgenommen, zu fahren. Und doch war nichts daraus geworden, trotz aller guten Vorsätze. Nun war endlich der große Tag gekommen. Wenn er es heute recht bedachte, er hatte sich selten so glücklich gefühlt wie auf dieser Reise, wo er in froher Erwartung dem Ziele der Fahrt zustrebte und an nichts anderes mehr dachte als an die Freude, fein Kind wiederzusehen. Sicher war in der großen Stadt eine feine Dame aus ihr geworden, denn sein Schwiegersohn war ein tüchtiger und angesehener Kaufmann geworden.
Langsam gingen die Stunden. In unendlicher Weite lag vor ihm unter dem tiefen Himmel die Ebene, deren Bild sich taum änderte. Niedrige furzstämmige Weiden zogen sich in dünner Kette an schmalen Rinnfalen entlang. Aufmerksam, aber ohne große Anteilnahme, sah er hin auf das Spiel der bewegten Flächen, die sich wie treisende Scheiben zu drehen schienen, aber schließlich glitt sein Blid träge darüber hinweg, und in einer feisen, angenehmen Müdigkeit zerflossen alle diese Eindrücke.
Das Ende der Fahrt war gekommen. Da stand er nun mitten auf dem Bahnsteig, und die Augen seiner Tochter leuch teten in den seinen wieder. Ach Bater, was für eine Freude, daß du da bist!" Und wirklich, wie er sie so vor sich sah und in der ersten Ueberraschung des Wiedersehens faum eine Träne der Freude zurückhalten fonnte, erfüllte ihn ein Gefühl des Glückes und des Stolzes. Ja, das war sie, seine Grete, und scheu huschten seine Blicke über ihre elegante Kleidung, über ihre leichte Gestalt. Warum sollte er auch nicht stolz sein auf solch ein Prachtmädel, die heute eine vornehme Frau war. Wohl schoß ihm für einen Augenblid der Gedanke durch den Kopf, daß er, ein schlichter, einfacher Mann, wohl faum zu einer solchen Frau
* Geflügel- und Vogelzuchtverein Gießen und Umgegend 1897 e. V. Die heute, Samstag, den 3. Oktober, bei Gastwirt
Ich will nicht versäumen
Gegen üblen Mundgeruch Sonen Wittellung au moder
daß ich seit dem Gebrau Ihrer Zahnpaste Chlorodont" nicht nur reine, weiße Zähne befize, sondern aud ben bei mir sonst üblichen Mundgeruch verloren habe. Ich werde Ihr Chlorodon aufs beste empfehlen." gez. E. G., Mainz.- Man verlange nur bie echte Chloro bont- Babnpalte. Tube 54 Bf. und 90 Bf., und weise jeden Ersatz dafür zurild
passe, aber sie hing sich an seinen Arm, lachend und voller ungeduldiger Fragen zog sie ihn mit sich, dem Ausgang zu.
Später saßen sie zusammen in ,, ihrem" Zimmr, wie sie es
5. Lobnabzug für d
Dom 1.- 30. bis zum 15.9 nicht überstiege Krifenlohnsteue verfahren einzu
6.: Einreichung der 2
19.:
für solche Unte
für den Devise Börjenumfassteue
Vierteljahresab
Schließlich wurde a jammen. Run schien irem Thema zu Ende
nannte, in dem einige Möbel aus dem elterlichen Hause standen h einmal etwas erzä
Er hatte von daheim erzählen müssen, von den Geschwistern und
Geschäftsfreund.
"
von tausend anderen Dingen. Aber plötzlich lief sie wie erschrechts dieser Menschen. aus dem Zimmer, holte ihr Bübchen und setzte es dem Groß abei tupfte er sich mit
valer auf die Knie. Ganz behutsam nahm er da den kleinen
,, Er ist ganz wie du."
Der Kleine aber, der unruhig auf dem
Es passiert ja go
men Freude macht, m
zu sich, fah ihm lange ins Gesicht und sagte dann langsam conie. Außerdem bir Schoß hin- und herrutschte, wurde still, haschte nach der Uhrkette alen". Er wußte m und nahm ein fleines Anhängsel in die Hand. Es war ein dieses Hauses silbergetriebenes Schmudſtüd, ein über einen Hammer gekreuzter as weiter Ferne, er b Schlegel, den das Kind mit verwunderten Augen betrachtete und nit, ganz mühelos un langsam zwischen den Fingern bewegte. Das Licht fiel in dünnen 15 jein Leben und fei einem unsichtbaren Mechanismus getrieben, gegeneinander zuen. Da stand vor i bewegen schienen. Mit gesenkten Lidern sahen die beiden Erem, als er zu alt gewo wachsenen dem Spiel des Kindes zu, das in seinen Händen die auf folgte, und das
Streifen über die feinen silbernen Hämmerchen, die sich, wie von
blinkenden Hämmerchen drehte
Tie ein Buch, wo die
ben Pünktlichkeit ab
Von dem freundlichen Tisch leuchteten Blumen über ein fetjener Echicht. Dam liches Gedeck. Also bleibt's dabei", sagte der junge Kaufmann rter und schwerer g zu seinem Geschäftsfreund ,,, du nimmst an der Ehrentafel füt beit, als es noch feir
den alten Herrn teil. Bis der Abendzug abgeht, sind es ja doch noch fast zwei Stunden. Ah, da seid ihr ja!", sagte er und ging der Tür entgegen, wo neben der eleganten Hausfrau ihr Vater eintrat. Nach einer freundlichen Begrüßung setzte man sich zu Tisch, und nach einem„ Profit, alter Herr, auf dein Wohl!" begann eine Unterhaltung, die jedoch mehr und mehr verebbte Schließlich waren es nur die beiden Geschäftsfreunde, die lebhaft miteinander sprachen. Die Hausfrau hatte genug zu tun, um aud in der Küche ein wenig nach dem Rechten zu sehen, und während sie selbst ihrem Vater den Teller füllte, sah er steif vor sich hin aß und trant mit lintischen Bewegungen und wurde ein Gefühl des Unbehagens nicht los. Euer Leben, dachte er, ist nicht das meine, und was ihr da redet, geht mich nichts an. Ueberhaupt, was das hier für ein Auswand ist, und das für einen Bergmann! Beinahe hätte er laut gelacht. Wenn ich das meinen Kumpels erzähle, glauben sie es einfach nicht. Und dann die Grete wer hätte das gedacht! Eine richtige Dame ist das geworden, aber sie hat doch ein gutes Herz. Und auch der Junge da, wirklich ein netter Kerl! Er schüttelte ganz leise den Kopf und jah zu feinem Schwiegerjohn hinüber. Der aber fniff die Augen zusam men und sprach mit einem scharfen Blid über das Tischtuch zu seinem Geschäftsfreund, sprach über Dinge, von denen der alte Herr nichts verstand.
wierigkeiten der För mgangen Betrieb, den des Berges, die tage. In den Jahren, etgwert, hatte ich vi n Reuerungen, beschri ngs- Anlagen, die Tr allebem aber verga reumben, feinen Kum lebt hatten, und mit an mande heiteren gelen hatte. Als der Geschäftsfre n Weilchen zusammen Sort nagm: a, nun i uns Der jah ihn freut, wire on the a 9ipure jo an allem, m rander auslomant und Sorte freuten den Sin To gut bei uns ge Torielag machen. Ku nicht ganz zu uns b


