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Mittwoch, den 3. Juni 1931

mer mehr vergrößernde Differenz zwischen den deutschen und in­ternationalen Zinssägen überwunden werden. Nur so kann mit Aussicht auf Erfolg die notwendige Revision des Young- Planes ungesäumt von uns in Angriff genommen werden. Als erster Schritt sollte ein Reparationsfeierjahr angesichts unserer gewal tigen inneren Anstrengungen und Opfer von Deutschland gefor­dert werden. Die Arbeitslosenversicherung muß die landwirt­schaftlichen Arbeiter, die Caisonarbeiter und die Hausangestellten aus der Versicherungspflicht entlassen und bis auf weiteres be­reits sehr kurzfristig die Versicherungsleistung an den Bedürftig keitsnachweis knüpfen. Die freie Marktwirtschaft muß wieder hergestellt werden. Das gilt sowohl hinsichtlich des Preises für die Arbeitsleistung wie auch hinsichtlich der Preise für die Waren­güter. Alle Subventionen, Garantien und dergleichen, die Förderungsmaßnahmen für den Kleinwohnungsbau usw. sind schnellstens abzubauen bzw. einzustellen, die Wohnungswirtschaft ist sofort von allen Bindungen zu befreien.

Die Wirtschaft befindet sich heute in einer Sackgasse. Aus dieser herauszuführen, ist unendlich schwer. Aber die hierbei noch­mals erforderlichen Opfer haben einen Sinn; denn das Heraus­lösen aus den Sackgassen führt uns wieder auf ein wirtschaft­lich gesundes Fundament zur Sicherung unserer nationalen und sozialen Existenzen zurück. Die Verantwortung für halbes, er­folgloses Opfern weiterhin zu tragen, kann von niemandem ge­fordert werden. Aber alle Verantwortlichen werden bereit sein, bei einem entscheidenden Notwehrwerk mitzuhelfen, mit dem der Weg zum neuen Aufbau freigelegt wird.

Deutschlands Wirtschaft wird in all ihren Teilen dem Staatsmann folgen, der wirklich und endlich die Maßnahmen zu ergreifen sich entschließt, die die Gefahr des Augenblicks er­fordert. Die gegenwärtige Reichsregierung, an der Spitze Brü­ning, Dietrich, Stegerwald, wird das Vertrauen der Mehrheit des deutschen Volkes haben, wenn sie das notwendige Vertrauen zu sich selbst und den starken Mut gegenüber den Notaufgaben des Augenblicks unbeirrt dem Volke zeigt. Die Ankündigung der neuen Notverordnung bringt auch dem, der von ihr kein Wunder erwartet hat, eine schwere Enttäuschung. Aber auch nach ihrem Erlaß gilt es immer wieder, auf die Eigengeseßlich keit der Wirtschaft und die sich daraus ergebenden ehernen Not­wendigkeiten hinzuweisen. Es gibt kein Zu Spät" und kein ,, Unmöglich". Weder 1918 noch 1923 haben wir dem Ab­grund chaotischer Verwirrungen so nahegestanden wie gegen­wärtig. Niemals war so klar wie jetzt erkennbar, daß durch alle Verwirrungen des Radikalismus hindurch der Bolschewismus sich rüstet, seine alle europäische Kultur, allen sozialen Fortschritt zerstörende ,, Siegeslaufbahn" in Europa anzutreten.

Eine große historische Aufgabe ist Deutschlands erwerbs, tätigem Bürgertum gestellt. Sein Wille, sein Mut zu staats­bürgerlicher Verantwortung, sein Mut zum vollen Einsaß seiner ganzen Kraft für die Wiederherstellung freier Marktwirtschaft werden entscheiden, ob Deutschland leben wird.

Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Sentung der Youngzahlen. Gerechtigkeit in der Kosten: frage. Schaffung von Arbeit. Beschleunigung der Reform.

Die diesjährige Tagung des Deutschen Landkreistages in Mainz, unter dem Vorsitz des Landrats Dr. von Achenbach, versammelte die Vertreter der ländlichen Bezirksfürsorgever­bände aller deutschen Länder zur Besprechung des brennenden Problems der Wohlfahrtserwerbslosenfrage. U. a. waren an­wesend als Vertreter der Reichsregierung der Präsident des Landesarbeitsamtes Hessen, Dr. Engler, als Vertreter der hessischen Landesregierung die Minister Leuschner und Kirnberger, fermer die Reichstagsabgeordneten Bok­kius und Rizel, sowie eine große Anzahl hessischer Land­tagsabgeordneter. Sehr zahlreich war die Presse vertreten.

Präsident Dr. v. Stempel umriß in furzen Einleitungs­worten die Probleme, die den Bezirksfürsorgeverbänden augen­blicklich als die wichtigsten erscheinen. Er betonte in diesem Zusammenhang, man habe bisher versucht, auf dem Wege über die Sparsamteit Mittel zu gewinnen, die zum Ausgleich der finanziellen Belastung durch die Wohlfahrtserwerbslosenfür sorge nötig seien. Bei den Landkreisen, die in ihrer Finanz­

Erinnerungen an die Besatzungszeit.

Schluß.

Mein Sträuben war vergeblich, einen Tag später war auch ich meine Haare los. Man suchte mich zu beruhigen, indem man mir erklärte, die Haare müßten herunter, es sei wegen der Läuse. Was die französischen Militärgefangenen anbelangte, die ebenfalls ihre Haft dort verbüßten, mußte man allerdings die Wahrnehmung machen, daß sie dieser Tortur nicht unterworfen waren. Es war also weniger aus hygienischen Gründen, sondern es war die Laune einer Handvoll Menschen, die über das Wohl und Wehe von Hunderten von Gefangenen zu verfügen hatten. Ueber die Zuwendungen von Essen war so verfügt, daß die An­gehörigen einmal die Woche, und zwar Freitags, etwas bringen fonnten. Die Pakete durften jedoch nicht einzeln von dem Ueberbringer an den Gefangenen abgegeben werden, sondern wurden gesammelt und später geschlossen verteilt. Es war auch möglich, durch die Vermittlung der Gendarmerie, daß von den Angehörigen Freitags ein Gefangener besucht werden konnte. Nach großen Bemühungen war es meiner Frau vergönnt, sich diese Vergünstigung zu beschaffen. Als sie sich an dem fraglichen Mittag anschickte, mit noch mehreren Damen ihre Männer zu besuchen, wurden sie von dem zuständigen Adjutanten mit der Reitpeitsche aus dem Gebäude getrieben. So war unterdessen schon die vierte Woche angegangen, warum wir überhaupt fest­gesetzt wurden, konnte uns auch keiner erklären. Hätte man in der Haft noch Beschäftigung gehabt, wäre es erträglich gewesen, so verzweifelte man vor Langeweile. Sonntags morgens war Kirchgang, erst die Katholiken, dann die Protestanten. Von den beiden Konfessionen wurde jeweils ein Prediger und ein Orga­nist von den Mainzer Kirchengemeinden zur Verfügung gestellt. Unser täglicher 20- Minuten- Spaziergang und der Sonntags: firchgang war der einzige Lichtblick in diesem Einerlei. Nicht vergessen anzuführen möchte ich noch, daß der Kirchgang unter Bewachung und mit aufgepflanztem Bajonett durchgeführt wurde. Es war am Samstag abend, von der benachbarten Christus= firche läuteten die Glocken den Sonntag an. Dämmerung brach ein, wenn ich mich auf den Tisch stellte, konnte ich zum Oberlicht hinaussehen. Bei Tag wäre mir diese Kühnheit mit Cachot belohnt worden, am Abend jedoch fiel dies nicht weiter auf. Auf dem flachen Dach vis- a- vis von mir bewegten sich zwei Posten mit aufgepflanztem Seitengewehr, die das Terrain von oben beobachteten. Plötzlich tönte das Signal in unserem Gange auf. In irgendeiner benachbarten Zelle erscholl Spektakel, was

,, Gießener Zeitung"

gebarung bisher immer sehr vorsichtig gewesen seien, sei man nun am Ende der Sparmöglichkeit angelangt. Weitere Spar­samkeitsmaßnahmen würden eine schwere Vernachlässigung der von den Landkreisen für die ihnen anvertrauten Menschen zu lösenden Aufgaben bedeuten. Jetzt sei der Augenblid gekom men, wo die Sorge um den deutschen Menschen höher stehen müsse als die Zahlung von Reparationen an das Ausland. Von der Senkung der völlig unerträglichen Kriegstribute sei letz­ten Endes die Arbeitsmöglichkeit der Kommunalverbände ab­hängig. In der Hoffnung, daß sich auf diesem Gebiete auch für die Frage der Wohlfahrtserwerbslosigkeit eine Besserung alsbald anbahnen möge, sei der Wille zum Aufbau, zur Tat und zur Verantwortung in den deutschen Landkreisen wach­zuhalten.

Der hessische Minister des Innern, Dr. Leuschner, führte aus: Die Krise wirkt sich nicht nur auf die Fürsorge­lasten aus, sondern auch auf das wirtschaftspolitische Leben. Das ersehen wir auch aus der übergroßen Belastung aller Ver­sicherungszweige, besonders auf dem Gebiete der Invalidenver­sicherung. Ueberall ertönt der Ruf nach der Hilfe des Reiches und der Länder. Nur Solidarität aller Beteiligten fann hel­fen. Das Land Hessen wird sich seiner Pflicht gegenüber Krei­sen und Gemeinden immer bewußt sein.

der

Syndikus Dr. Guba, der Geschäftsführer des Verbandes der Sächsischen Bezirksverbände in Dresden, behandelte die Frage unter dem Gesichtspunkt der finanziellen Lage der Land­freise. Er schöpfte bei seinen Ausführungen aus der Praxis und führte eine große Reihe interessanter Beispiele an, die die Auswirkungen der gesetzlichen Bestimmungen in der praktischen Ausführung zeigen. Die Lasten der Krisen- und Wohlfahrts­erwerbslosenfürsorge seien systematisch vom Reich und Reichsanstalt auf die Fürsorgeverbände übergegangen. Diese Last sei auf die Dauer nicht zu tragen. Die gemeinsame For­derung der Spitzenverbände auf Zusammenlegung der Wohl­fahrtserwerbslosen- und Krisenfürsorge sei fonsequente Fort­entwicklung der alten Forderung nach Ausbau der Krisenfür­sorge. Neu sei in erster Linie die berechtigte Forderung nach Beteiligung der Länder. Der Zustand, daß das Risiko einzig und allein auf Gemeinde und Gemeindeverbände abgewälzt sei, müsse auf die Dauer zu einem finanziellen Zusammenbruch der Gemeinden und Gemeindeverbände führen. Er halte ein Ausmaß der Kostenbeteiligung an der Reichsarbeitslosenfür­sorge durch die Gemeinden und Gemeindeverbände in der Höhe von 25 Prozent für untragbar, zumal die Reichsgesetzgebung bei der Erschließung der Steuerquellen nicht darauf Bedacht genommen habe, den Bezirksfürsorgeverbänden die Mittel zur Verfügung zu stellen, die sie augenblicklich haben müßten. Wenn nicht alsbald eine befriedigende Neuregelung komme, sei der finanzielle Zusammenbruch unvermeidlich.

Die Landkreise müssen fordern, daß die Arbeitslosenhilfe mit möglichster Beschleunigung so umgestaltet wird, daß alle Arbeitsfähigen, Arbeitswilligen und unfreiwillig arbeitslos gewordenen Personen außerhalb der öffentlichen Wohlfahrts= pflege unterstützt werden. Soweit dies nicht im Wege der Ar­beitslosenhilfe geschehen kann, halten die Landkreise nach wie vor die Zusammenfassung der Krisenfürsorge und der Fürsorge für Wohlfahrtserwerbslose in einem einheitlichen Unter­stützungssystem außerhalb der öffentlichen Wohlfahrtspflege un= ter ausreichender Kostenbeteiligung von Reich und Ländern und unter Berücksichtigung der zunehmenden kommunalpoliti­schen Bedeutung der Landkreise als Lastenausgleichsträger für notwendig und dringlich. Sie hoffen, daß die bevorstehende Notverordnung ihrer finanziellen Lage und den wichtigen Auf­gaben, die sie als Bezirksfürsorgeverbände auf dem Gebiete der Betreuung der Wohlfahrtserwerbslosen zu lösen haben, in vol­lem Umfange gerecht wird.

Entschließungen des 11. Vertretertags der hessischen Gemeindebeamten.

Auf dem am Sonntag, dem 31. Mai ds. Js. stattgefundenen 11. Vertretertag der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten wurde eine Entschließung angenommen, in der die Auffassung vertreten wird, es müsse Ziel der von der Reichsregierung zu

eigentlich geschehen war, fonnte sich momentan teiner vorstellen. Die Wache schien auch irritiert, denn es dauerte 10 Minuten, bis die Ersten auf unserem Gange sich bemerkbar machten. Vorsichtig näherte man sich der Zelle, die das Signal angab. Mittlerweile war es aber dort ruhig geworden, denn ein Gefangener hatte einen Tobsuchtsanfall, den die übrigen Insassen auch ohne die Hilfe der Franzosen beseitigt hatten. Die einzige Heldentat", der sich die Franzosen rühmen fonnten, war, daß sie dem Ge­fangenen, der sich ja schon beruhigt hatte, mehrmals in das Ge­sicht schlugen und ihm zum Ueberfluß noch eine Kanne Wasser in das Gesicht gossen. Was die Inneneinrichtung der Zelle an belangte, war nichts zu verzeichnen als ein Tisch, ein Schemel und eine Schlafpritsche. Letztere war aufklappbar und flach an die Wand zu schließen, so daß man tagsüber die Möglichkeit hatte, sich in der Zelle zu bewegen. Dieses Inventar wurde am Abend noch vervollständigt durch den Bedürfniseimer, der sich bald bei uns unter dem Namen ,, Minenwerfer" eingeführt hatte. Fünf Wochen hatten wir unterdessen verbüßt und gleichgültig segelte man in die sechste. Beim letzten Sonntagskirchgang spielte der Organist das Lied Macht auf die Tür, das Tor macht weit", ob es eine Anspielung sein soll, dachte ich mir an jenem Morgen, und ob er Mitwisser ist, daß wir bald heraus­tommen. Meine Vorahnung sollte nicht trügen. Abends, es dunkelte schon, wurden abstandsweise die Zellen geöffnet, und wir mußten Alles, was wir empfangen hatten, unten im Maga­zin wieder abgeben. Dort wurden uns auch die Gegenstände wieder ausgehändigt, die uns bei der Einlieferung abgenommen wurden Daß dabei Eins oder das Andere fehlte, sei nur neben­bei erwähnt. Immer nur mit drei oder vier Mann wurden wir abgelassen, so daß die Sache ganz unauffällig vom Stapel ging. Wir glaubten bestimmt, daß die Angelegenheit hiermit beendigt sei, aber weit gefehlt. Es mögen 10 Tage vergangen sein, da erhielten wir eine Ladung, daß wir uns zum Verhandlungs­termin am Militärgericht einzufinden hätten. Eine große Ver­handlung wurde geführt, man versuchte die ganze Angelegenheit politisch auszubeuten, indem man immer wieder erwähnte, daß die Zusammenkunft monarchistischen Einschlag gehabt hätte. In der Verteidigung der Rechtsanwälte Dr. Führ- Landau und Dr. Neumann- Mainz standen uns zwei gute Verfechter zur Seite. Nach langem Beraten verkündete das Gericht das Urteil: Die Angeklagten sind mit 5 Wochen Gefängnis zu bestrafen, da sie gegen das Verbot der Bejagung verstoßen haben. Nächtliche An­jammlung reip. Versammlung. Durch die Untersuchungshaft gilt die Strafe als verbüßt.

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treffenden Sanierungsmaßnahmen sein, der großen Not der Arbeitslosen und ihrer Familie zu steuern, die sozialen Ein­richtungen und Leistungen zu erhalten und die Finanzen von Reich, Ländern und Gemeinden in Ordnung zu bringen. Die hierfür erforderlichen Mittel sollen nicht durch Sonderbelastun gen und sonstige Einzelmaßnahmen beschafft werden, sondern durch Heranziehung aller leistungsfähigen Schichten des deut­Es wird Einspruch gegen die Beseitigung des schen Volkes. Berufsbeamtentums in den kommunalen Verwaltungen und Betrieben erhoben und die Besetzung sämtlicher dauernd not­wendiger Stellen und unwiderruflich angestellten, mit Pen­sionsrechten ausgestatteten Beamten und Ueberführung der Dauerangestellten in das Beamtenverhältnis gefordert. Der Hessische Städtetag wird ersucht, die auf Anregung der Gewer schaft hessischer Gemeindebeamten in Angriff genommenen Vor arbeiten für die Regelung der Rechte der kommunalen Ange stellten so zu beschleunigen, daß noch im Laufe dieses Sommers die Sicherung der Rechte der Angestellten durchgeführt werden fann. In einer weiteren Entschließung wird verlangt, daß die bisher durch Gesetz festgelegte Regelung der Pensionsansprüche der Landgemeindebamten bei der Abänderung des Versiche rungsgesetzes in ihrem Grundsatz nicht abgeändert wird. Die Gemeindebeamten erklären sich bereit, an notwendigen Refor men des Versicherungsgesetzes für gemeindliche Beamte mitzu­arbeiten, fordern aber die Erhaltung der Versicherungsanstalt, weil damit nach Auffassung des Vertrages Gewähr gegeben ist, daß die Lasten für alle Gemeinden tragbar bleiben und eine Eine Einschränkung des gewisse Stetigkeit sichergestellt ist. Kreises der Versicherten wird im Inieresse der Leistungsfähig keit der Anstalt für unangebracht gehalten.

An dem Vertretertag nahmen über 400 Vertreter der hessi schen Gemeindebeamten aus allen Teilen des Landes teil.

FD- Züge mit dritter Klasse.

Der Hessische Industrie- und Handelskammertag und der Hessische Verkehrsverband haben aus der Erwägung heraus, daß dem Schienenweg in seinem Wettbewerb mit anderen Ver fehrsmitteln nur durch größte Aktivität und Ausnüzung aller sich bietender Verkehrsmöglichkeiten geholfen werden kann, hin sichtlich der weiteren Fahrplangestaltung einen Vorschlag ge macht, der in nachstehender Erklärung niedergelegt ist:

,, Im Wettbewerb mit anderen Verkehrsmitteln ist es ge boten, daß die Reichsbahn innerhalb des Rahmens eines wei teren zeitgemäßen Ausbaus ihres Fahrplans die Zahl der FD­Züge wesentlich vermehrt. Jn geeigneten Fällen empfiehlt sich die Führung der FD- 3üge in Gestalt leichter Kurzzüge, die nach Bedarf unter Zusammenfassung mehrerer Verkehrsbeziehungen zu schwereren Zügen zu vereinigen wären.

Da im Jahre 1930 93,61 Prozent der Reisenden gegenüber 92,8 Prozent im Vorjahre, die auf eine zeitgemäße, besonders schnelle Beförderung ebenfalls Anspruch erheben können, die Holzklasse benützen, sollte die besonders bevorzugte Zuggattung der FD- Züge ebenfalls mit der 3. Wagenklasse ausgestattet werden. Auf diesem Wege soll ermöglicht werden, Reisen auf weitere Entfernungen in sämtlichen Wagentlassen unter we­sentlicher Abkürzung der Reisezeiten zurückzulegen. Gagonübe den bestehenden dreiklassigen Schnellzügen mit einer durch schnittlichen Reisegeschwindigkeit von rund 60 Km., sollte den neuen, als ineinander greifendes FD- 3ug- Netz auszugestaltenden Zugverbindungen 1.- 3. Klasse eine Reisegeschwindigkeit von durchschnittlich 70 Km. gegeben werden, was eine Abkürzung der Reisezeiten um rund 15 Prozent ermöglicht.

Angesichts der namentlich durch die Tributlasten verursach ten schwierigen Finanzlage der Reichsbahn ist nichts dagegen einzuwenden, daß für die höherwertige Verkehrsleistung auch in der 3. Klasse der FD- Züge ein besonderer Zuschlag zu den Schnellzugsfahrpreisen erhoben wird, der nach oben durch den Satz des seitherigen FD- Zuschlags in der 1. und 2. Klasse 4 RM. - zu begrenzen wäre."

Wie wir erfahren, befindet sich eine diese Gedanken weiter vertiefende Denkschrift in der Ausarbeitung, um nach Fertig stellung den zuständigen Stellen und der Oeffentlichkeit zuge Icitet zu werden.

Humor.

Feiner Ton.

,, Du bist wohl hundemüde, Tante?

,, Aber, Heinz, so. spricht man doch nicht zu erwachsenen Leuten!"

,, Na, ich meinte ja auch bloß, weil du so saumäßig schwigt!" Kindermund.

Vater: ,, Guten Tag, liebe Frau Rätin! Bitte nehmen Sie Platz; meine Frau wird sehr erfreut sein, Sie zu sehen! Sie wird gewiß gleich kommen."( 3u seinem Töchterchen gewendet): ,, Nun, Anni, hast du es Mutti gesagt, daß die Frau Rätin da ist?" Anni( eifrig): Ja, sie meinte: Ist das olle Klati maul schon wieder da?"

Bei der Wahrsagerin.

Mittwoch, den 3. J

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Holzminden- Ge Spielverein Rajje Tura Kajjel- S Ballspielverein 06 Meljungen Vf

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,, So! Und dann?"

,, Dann haben Sie sich dran gewöhnt!" Wissen Sie schon?

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die Tuchhandel betrieb, aufgefunden. Das in lateinischer Sprad abgefaßte und auf 100 Seiten 2200 Eintragungen enthalten Buch ist mit seinem Alter von 625 Jahren das drittälteste Ge schäftsbuch in Europa. Ein Alter von 100 Jahren erreichen unter 10 000 Menschen

2 bis 3, ein Alter von 90 Jahren schon 300 bis 400 Personen ein Alter von 80 Jahren etroa 6000, eins ven 70 Jahren ga schon 20 000 Menschen.

Durch Trockenlegung der Zuidersee vergrößert Holland sei nen Landbesitz um ein Siebentel der bisherigen Fläche, Jährlich können in Deutschland 2-3 Millionen Karten Briefe und Drucksachen nicht zugestellt werden, weil die Adres fehlt oder diese unrichtig ist.

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