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Mittwoch, den 1. April 1931.

Um die Westdeutsche Verbandsmeisterschaft.

Alemannia Aachen

SC. 03 Kassel 5: 1( 1: 1) Fortuna Düsseldorf FB. Neuendorf 4: 2( 4: 1) VfB. Bielefeld Union Gelsenkirchen 4: 2( 3: 0)

Die acht Bezirksmeister und die acht Tabellenzweiten im WSV. find nun glüdlich festgestellt, teilweise auch kurzerhand ernannt worden. Sie haben schon eine Anzahl von Spielen ausgetragen, und da die Vorrunde um die Deutsche Meister­schaft erst auf den 10. Mai angesetzt ist, dürfte wohl die Nomi­nierung der drei westdeutschen Vertreter bis dahin rechtzeitig. erfolgen fönnen. Ueber die Durchführung der Meisterschafts­spiele heißt es in§ 7 der Fußballspielordnung:

Zur Durchführung der Spiele teilt der Verbandsfußball­ausschuß die acht Bezirksmeister in zwei Spielgruppen mit je vier Teilnehmern ein, die in einer Einrundenserie nach Punktewertung gegeneinander spielen. Die zwei Besten jeder Gruppe werden zu einer Endrunde zusammengestellt. Diese ist eine Einrundenserie auf neutralen Plätzen mit Punktwertung. Der Sieger der Endrunde ist Westdeutscher Meister. Der an zweiter Stelle Stehende ist zweiter west­deutscher Vertreter im Kampf um die D. F. B.- Meisterschaft. Der Dritte der Endrunde hat gegen den Sieger aus der sogenannten Runde der Zweiten" ein Entscheidungsspiel auszutragen. Der Sieger ist der dritte Vertreter West­deutschlands in den D. F. B- Spielen. Die acht Bezirks­zweiten ermitteln im Pokalsystem den Besten. Gemäß dieser Bestimmung sind die acht Bezirke seit dem Spieljahr 1928-29 in folgende zwei Gruppen eingeteilt:

1. Gruppe: Niederrhein, Ruhr, Westfalen und Südwestfalen; 2. Gruppe: Rhein, Berg. Mark, Mittelrhein und Hessen­Hannover.

Die Meister und Zweiten haben seitdem natürlich öfters gewechselt; in diesem Jahre werden sie von folgenden Vereinen dargestellt:

1. Gruppe:

Bezirk Niederrhein. Meister: Spielverein Meiderich; Zweiter: Spielvereinigung 06-07 Sterkrade;

Bezirk Ruhr. Meister: SV. 10 Union Gelsenkirchen; 3weiter: SV. 06 Germania Bochum;

Bezirk Westfalen. Meister: VfB. 03 Bielefeld; Zweiter: SC. 08 Borussia Rheine;

Bezirk Südwestfalen. Meister: Spiel und Sport 09 Hüsten; 3weiter: Turn- und Rasenspielverein 72 Hagen; 2. Gruppe:

Bezirk Rhein. Meister: Turn- und Sportverein 1900 Aleman­nia Aachen; Zweiter: Rheydter Spielverein; Bezirk Berg.- Mart. Meister: Turn- und Sportverein 95 For= tuna Düsseldorf; Zweiter: Sportfreunde Schwarz- Weiß Barmen;

Bezirk Mittelrhein. Meister: FV. 1911 Koblenz- Neuendorf; Zweiter: Turnverein 86 Manen; Bezirk Hessen- Hannover. Meister: SC. 03 Kassel; Zweiter SV. Borussia Fulda.

auf:

Die Tabellen der Meister weisen bis jetzt diesen Stand

Bielefeld

Gruppe 1:

3

2

1

0 9: 4 5: 1

Gelsenkirchen

2

1

0

1

Hüsten

3

1 0

2

Meiderich

2 0 1

1

3: 4 2: 2 3: 6 2: 4 2: 3 1: 3

Gruppe 2:

Düsseldorf

3

3

0

Aachen

3

1

0

3 1 0

2

02

11: 4 6: 0 7: 6 2: 4 6: 8 2: 4 5:11 2: 4

Gießener Zeitung"

während die Aachener um jeden Preis gewinnen wollten. So blieb es nicht aus, daß die Playmannschaft durchweg mehr rom Spiel hatte. Der beste Mann auf dem Plaze war ohne Frage Münzenberger, der das ganze Spiel dirigierte. Nach ihm ist die Kasseler Hintermannschaft zu nennen, der es zu verdanken ist, daß das Spiel nicht mit einer Ratastrophe endete. Während die Kajjeler die erste Halbzeit noch unentschieden halten können, müssen sie sich dem präzisen und schnellen Kom­binationsspiel der Aachener nach der Pause beugen.

Unser Bezirksmeister hatte seinen schlechten Tag. Hoffent­lich schneidet er bei den notwendig gewordenen Entscheidungs­spielen um den 2. Platz in der Gruppe 2 günstiger ab.

Die Hessen"-Mannschaft wieder einmal in Gießen.

Schon mehrmals fonnten wir die blauen Jungens des Linienschiffes in Gießen im Fußballspiel sehen, und am Oster­Sonntag haben die Gießener Fußballfreunde wieder Gelegenheit, eine gute, gegen beste Auslands- Mannschaften sich bewährte Schiffsmannschaft anzusehen, die als Gast beim VfB. auf dem Waldsportplatz ihr Debut gibt.

Neuendorf Kassel 3 1 0 2 In der Gruppe 1 hat sich also VfB. Bielefeld die Teilnahme an der Endrunde erkämpft; die Entscheidung um den 2. Platz bringt das Spiel Gelsenkirchen Meiderich, welches am Oster­montag in Gelsenkirchen zur Austragung kommt. In der Gruppe 2 ist, wie vorauszusehen war, Fortuna Düsseldorf mit drei gewonnenen Spielen unbestritten Meister geworden; aber dann kommt das Dilemma: die drei andern Vereine stehen punktgleich, so daß eine Entscheidung herbeigeführt werden muß; diese soll wieder im Einrundensystem herbeigeführt werden; es spielen demnach also

am Gründonnerstag in Bonn: Alemannia Aachen Neuendorf,

Ein froher Wander- Sonntag.

Von Schulrat Hassinger Darmstadt.

Nr. 26

Sportes steht. Alle Plätze sind mit schweren Walzen zu bear­beiten. Die Walzen können nicht schwer genug sein. Die zu beschaffen, bereitet keine Schwierigkeit, Straßenräumer, Bezirks­verwaltungen verfügen in der Zeit der Straßenerneuerung über ausreichend schwere Walzen. Wie die Spielplätze, so ist auch die Laufbahn mit einer schweren Walze zu behandeln, ebenso be­dürfen die Anlaufbahnen vor dem Sprunggruben einer_ver= stärkten Walzung, auch die Absprungstellen für Hoch- und Stab­hochsprung, um sie genügend widerstandsfähig für die Nagel­schuhe zu machen. Das Unkraut läßt sich am erfolgreichsten vor der Walzung bekämpfen. Bei Anlaufbahnen, Laufbahnen lohnt sich die frühzeitige Entfernung vielfältig. Die Grünflächen sind vor der Walzung auf Unkraut, verdorrte Pflanzenreste, Unrat zu überholen. Die Bearbeitung mit dem Handrechen hat den Vorteil, daß die Grasnarbe gelodert wird, was später ihrer Festigkeit wieder zugute kommt. Auch die Sprunggruben erfor dern eine sorgfältige Arbeit. Sie sind in ihrer ganzen Tiefe auszuschaufeln, die Grubenfülle in der Luft auszutrocknen. Weit- und Dreisprunggruben verlangen immer wieder einen neuen Zuschuß von feinkörnigem Sand, dem Sägespäne und Salz beigemischt werden, um ein Verstauben zu verhindern. Für Hoch- und Stabhochgruben ist Gerberlohe immer noch das Billigste und für den Benutzer die sicherste Niedersprungstelle. Ihre Erneuerung wird sich dort als notwendig erweisen, wo die alte Füllung verrottet. Noch viel zu wenig wird die Schönheit roter Laufbahnen erkannt, die sich im Grün der weiten Flächen besonders gut ausnehmen. Ziegelmehl als oberste Lasur ist schon lange bekannt. Neuerdings verwendet man Porphyrmehl. Wesentlich billiger haben es die Plazbesitzer in den Kohlen­gebieten, die fein durchgesiebtes Wolfsbrot mit Vorteil ver­wenden. Ueberall möge darauf gesehen werden, daß sich die Sportplätze im schönsten Schmude ihren Benutzern empfehlen, sie durch ihre Gediegenheit zur Pflege der Leibesübungen ein­laden. Allerorten möge bedacht werden, daß die Uebungsstätten einen Teil des Kulturwillens des Sportes bedeuten. Auch bei beschränkten Mitteln läßt sich die Opferbereitschaft der Mit­glieder vorausgesetzt diesem Kulturwillen ein entsprechender Ausdruck geben.

Von jenem Sonntag soll ich euch erzählen? Ja, wißt ihr denn, ihr Stubenhocker und Pflastertreter, daß man ein fleines Buch schreiben müßte, wenn man all das erzählen wollte, was solch ein Wandersonntag einem beschert? Habt ihr zum Bei­spiel schon einmal stundenlang an einem Waldrand auf dem Bauch gelegen und euch von der Sonne so durch und durch rösten lassen, daß ihr euch schließlich vortamt wie eine Eidechse? Ode: habt ihr schon einmal in ein solch famoses Feuerchen geblasen, das nicht will und nicht will und schließlich doch muß, weil der Kochtopf daraufsteht und die Erbsensuppe gar werden soll? Wißt ihr überhaupt noch, wie das ist, wenn man so in aller Herrgottsfrühe durch die leeren Straßen tappt, den Rudjad auf dem Budel und die Klampfe um den Hals, und dort am Bahn­hof steht noch ein Duhend solcher Gesellen, die den Kopf voll lustiger Einfälle, den Rudjad voll feiner Dinge und die Kehle voll froher Lieder haben? Und dann geht's los mit dem Bähn­chen, raus aus der Stadt, raus aus den Mauern, keine Schule, feine Arbeit, ein ganzer Sonntag, an dem man unter der Sonne herlaufen und mit dem Wind marschieren kann! Die Räder rattern unter uns und die Scheiben flirren von unserm ersten Lied. Und wenn wir aussteigen, ist der Nebel noch wie graue Wolle um uns, und wir stapfen durch und musizieren, eins­zwei- drei- vier, eins- zwei- drei- vier, und dann wird es heller und heller, die Sonne kommt höher, und jetzt sind wir schon auf halbem Berge, war schauen hinter uns und sehen dort unten die Schienen glänzen und hören den Güterzug fauchen und spüren auf einmal, daß wir schon einen träftigen Hunger haben. Wunderbar ist so ein Hunger dort draußen, wenn man etwas in seinem Rudjad hat. Wenn mein Vater er ist För ster manchmal von seinem Morgengang sein trodenes Bröt chen wieder mit nach Hause gebracht hatte, weil er feine Zeit zum Essen gehabt hatte, dann hatte er es unter uns Geschwister aufgeteilt und hatte dazu gesagt, das müßten wir mit Verstand essen, da hätten die Vögel drüber gepfiffen. Wir haben uns um jedes Fetzchen gerissen, das war ja besser als Kuchen und Torte, so ein Brötchen, über das die Vögel gepfiffen hatten. Und ganz genau so geht es mir jetzt jedesmal, wenn wir draußen auf solch einer Wanderung Frühstücspause machen oder zu Mittag abkochen. Herrgott, wie das schmeckt! Da tann wahrhaftig die Mutter daheim bleiben mit ihrer ganzen Kochkunst. Ich glaube, wenn man nicht dabei wanderte, man könnte so did werden, wie man wollte. Jedenfalls, mir hat seitdem noch tein Arzt appetit­anregende Mittel verschreiben müssen, und ich glaube, den an­deren, die immer mit dabei sind, auch nicht. An uns machen die Aerzte überhaupt fein sonderliches Geschäft. Für das Geld lön­nen wir schon unsere Wanderungen machen. Denn das ist ja gerade die Kunst, daß wir außer unserem Fahrgeld und dem mitgenommenen Essen so gut wie nichts unterwegs brauchen.. Wir sind teine Schlote, die die Luft mit teurem Rauch ver­pesten, und die Wirtshäuser sehen wir nur von außen, wenn wir durch ein Dorf tommen. Aber dafür machen wir Mund und Nase um so weiter auf, wenn wir durch den Wald ziehen. Und das kostet Gott sei Dant nichts. Auch das andere, was wir tagsüber treiben, kostet nichts, das Wandern, das Spielen auf der Wiese, das Baden im Bach, das Faulenzen am Waldrand, das lustige Feuerchen, das Singen und Musizieren. Und um davon zu reden, die wundervolle Müdigkeit, die wir abends mit nach Hause bringen und mit der es sich so ausgezeichnet schläft.

FV. am Ostermontag in Gießen: SC. 03 Kassel FV. Neuen­dorf,

am 10. April( Freitag) in Hagen: Alemannia Aachen

SC. 03 Kassel.

Gehen bei dieser Runde Spiele unentschieden aus, so ist das bessere Torverhältnis maßgebend.

Bei der Vorrunde der Tabellenzweiten sind ausgeschieden: T. u. R. SV. 72 Hagen, TV. Mayen, Borussia Fulda und Ger­mania Bochum. Die vier Sieger bestreiten nun in zwei Spie­len die Zwischenrunde.

Terminmäßig ist als nächster Spieltag für die Meisterschaft der 12. April vorgesehen; falls es aber die Verhältnisse er fordern hat der Verband sich auch nachträgliche Ansehungen auf besondere Tage vorbehalten. Nach den neuesten Meldungen will er nun fatsächlich davon Gebrauch machen, indem er am Gründonnerstag, den beiden Osterfeiertagen und sogar in der Woche nach Ostern spielen läßt, allerdings nur aus der Runde der Meister. Die Zwischenrunde der Tabellenzweiten steigt am 12. April und zwar treffen aufeinander:

in Elberfeld: Schwarz- Weiß- Barmen und Borussia Rheine; in M.- Gladbach: Rheydter Spielv. und SpVgg. Sterkrade.

*

Alemannia Aachen SC. 03 Kassel 5: 1( 1: 1). Nach anstrengender Bahnfahrt und mangelhafter Nachtruhe ging die Kasseler Mannschaft ohne Kraft und Elan ins Spiel,

Wollt ihr noch mehr wissen von jenem Sonntag? Ich will euch etwas sagen, wie wär's, wenn ihr es auch einmal ver­suchtet und am nächsten Sonntag hinauszöget? Das Erzählen, wißt ihr, das ist so eine eigene Sache, da redet und redet man und vergißt schließlich doch das Schönste. Aber es selbst erleben! Na also, wer geht am nächsten Sonntag mit?

Frühjahrsarbeiten auf dem Sportplak.

Ein interessantes Reiten

ist heute zwischen 19 und 20 Uhr auf Oswaldsgarten hier in Gießen zu sehen. Mehrere Reitervereine aus der Wetterau, aus dem Lahntal, aus dem Westerwald und vom Vogelsberg unternehmen morgen vormittag ein

Sternreiten nach Gießen.

und werden dann zusammen auf dem Oswaldsgarten gemeinsam Quadrille reiten. Dabei sollen die drei besten Pferde prämiiert werden. Mit dieser Aufführung will man das Interesse für den Pferdesport auch in der breiten Bevölkerung mehr wecken.

( Nachfolgende Zeilen entnehmen wir dem Nachrichtendienst des Deutschen Hauptausschusses für Leibesübungen, Aussig, weil sie u. E. jedem unserer Leser dienlich sein können.) Die Schneedede ist bereits verschwunden. Da ergibt sich denn für den Platzbesitzer die ernste Pflicht, jene Arbeiten in Angriff zu nehmen, die sich auf die Bereitstellung und Verschönerung der Anlagen beziehen. Unsere Sportplätze sollen ja nicht nur ge­rade den notwendigen Raum für Spiel und Sport sichern, jeder Platz soll ja ein Spiegelbild der Bewegung selbst darstellen. Es ist nicht zuviel behauptet, wenn gesagt wird, daß mit der äuße ren Schönheit eines Plazes jeder Besitzer oder Verwalter seine Visitenkarte in der Oeffentlichkeit abgibt, daß aus der Verfas­sung der Uebungsstätten geschlossen werden kann, wes Geistes Kind der Besitzer ist, wie er zu den kulturellen Forderungen des

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Wie richte ich meine Wohnung ein? Jeder, der sich mit dieser Frage zu befassen hat, ob er nun ein neues Eigenheim oder eine Miet- oder Kleinwohnung einrichten will, findet in dem neuen Heft der Monatsschrift ,, Das schöne Heim" mit vielen guten Bildern belegte Hinweise und sachkundige Anregungen. Neue Siedlungswohnungen die Schönheit und Wirkung guter Beleuchtung Teppiche im Heim Möbel und Räume.

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Ein alter Osterbrauch hat sich noch in der Stadt Lügde in Westfalen erhalten. Gewaltige Räder werden zwischen den Spei­chen mit Stroh vollgestopft, dieses Stroh wird entzündet und die brennenden Feuerräder rollen von einer Anhöhe ins Tal hinunter. Von diesem seltsamen Osterbrauch veröffentlicht die neueste Nummer der Münchner Illustrierten Presse( Nr. 14) hübsche Aufnahmen.

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