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Samstag, den 28. Januar 1928.

Lofales.

Sonntagsgedanken.

,, Gebet den hungernden Kindern Deutschlands Brot, gebet Nahrung ihren Seelen, auf daß sie mit dem Vaterland gesun­den!" Das waren unsere letzten Sonntagsgedanken.

Heute ists wieder Sonntag, Feierstunde. Die Arbeit der Woche häuft Sorgen auf Sorgen ums tägliche Brot; laßt den Sonntag wenigstens heiligen, an Seele und Gott denken! Der Kinder haben wir gedacht, nun helfet noch der reifenden Jugend auf ihren Wegen, seid Wächter derselben und erkennet die Gefahr ihrer fortschreitenden geistigen Unterernährung. Ein Werdender muß sich an einen Großen, an einen Starten anlehnen, um selbst groß und start zu werden. Der Jugend innere Kraft muß durch einen fremden Willen hindurchgehen, damit sie zur Form wird. Alles Große, alles Schöne, alles Gute, alle Kul­tur wird geschaffen von Könnern, nicht von Sehnsüchtigen. Das war im Weltenlauf bisher Dogma und wird bleiben, solange die ewigen Gesetze des Schöpfers gelten.

Wir stehen heute an der Wende aller Kultur. Ein großer Teil der Jugend will der Menschheit den Stab entreißen, auf welchem diese Jahrhunderte lang gestützt durch das Leben schritt. Völlige Freiheit und Selbstentfaltung predigt sie und entset­zend sehen wir bereits an ihren Taten die Wirkung der Parole. Das Ehrgefühl ist abgeſtumpft, Sitte und Moral wird mit Füßen getreten, alle geistigen Werte werden vernichtet, jeder Gemeinsinn ist verschwunden und in allen Ecken der heutigen Jugendpflege lauern Sünde und Laster. Aus Stätten der Erziehung und Kultur, wie es Theater und Kinos sein könn­ten, sind heute schon oft Tumultplätze für Jugendliche gewor­den, um Sinnlichkeit und Wollust zu wecken.

Soll ein solches Geschlecht dem Daseinskampf gewachsen sein; sollen Deutschlands einstige Baumeister aus solchen Gesel­len entstehen? Soll diese Jugend, geschwächt durch Laster und Sünde, zu jener deutschen Kraft gelangen, nach der ein Volk und Land sich sehnt, das im bittersten Wundenschmerz nach einem ,, Aufwärts". ruft?

Wachet auf ihr Eltern und Erzieher eines neuen Volkes! Seht den Weg, den eure Schützlinge gehen, schaut die Kraft, wie sie schwindet und hört den Hilfschrei der Millionen nach Besserung. Fürchtet euch vor dem Fluche, den einst Tausende eurer Kinder auf euch schleudern werden aus Kranken- und Irrenhäusern und Gefängnissen!-

Gießener Zeitung"

tenausgabe für das Publikum Montag, den 30. Januar, nach-| mittags von 3 4 Uhr im alten Justizgebäude Darmstadt., Mathildenplay 13, Erdgeschoß, Zimmer 20.

* Ueber die Beifizer beim Hessischen Versorgungsgericht. Zufolge eines Beschlusses des Gesamtministeriums weist das Landesamt für das Bildungswesen daraufhin, daß es nicht gestattet ist, Beamte, Lehrer, Angestellte und Arbeiter, die Beisitzer bei dem Versorgungsgericht sind, in der Ausübung des Amtes als Beisitzer zu beschränken oder wegen der Uebernahme oder der Art der Ausführung zu benachteiligen.

Gütergemeinschaft Gütertrennung. Wenn Eheleute, die sich nach 1900 verheiratet haben, nicht durch Chevertrag etwas anderes vereinbart haben, dann leben sie nicht in Güter­gemeinschaft, sondern in Gütertrennung mit der Maßgabe, daß der Mann die Verwaltung und Nutniesung am eingebrachten Gut der Frau hat. Das beiderseitige Eigentum der Ehegatten bleibt also auch nach der Eheschließung getrennt. Wenn Güter­trennung im juristischen Sinne, d. h. mit Ausschließung der Ver­waltung und Nußniesung des Mannes, herbeigeführt werden soll, dann muß dies durch einen Ehevertrag vereinbart werden. Der Ehevertrag muß gemäß§ 1434 BGB. bei gleichzeitiger An­wesenheit beider Teile vor einem Amtsgericht oder Notar ge­schlossen werden. Alsdann muß eine entsprechende Eintragung im Güterrechtsregister des Amtsgerichts beantragt werden.

Deutsche Eltern besinnt euch auf eure Pflichten! Reißt eure Kinder weg von den schlüpfrigen Straßen, die sie jetzt gehen und zeigt ihnen den Weg zu den alten deutschen und christlichen Staatstugenden! Der Grundstein zur Erhaltung und Rettung unseres Volkes liegt mit in der Gesundung und Erziehung der Jugend. Gebet ihr Freiheit und Führung!

*

Die Funker- Affäre.

* Gegen das Kurpfuschertum und Geheimmittelunwesen sollen jetzt auch die gewerblichen und kaufmännischen Fach- und Berufsschulen wirken. Die Schüler und Schülerinnen dieser Schulen sollen beim Unterricht über die Gesundheitspflege in geeigneter Weise aufgeklärt werden. Die teilweise marktschreie­rischen, zu viel versprechenden und irreführenden Ankündigungen der Kurpfuscherei und Geheimmittelhändler führen zu einer Ausbeutung der Unerfahrenen. Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung des Kurpfuschertums in Berlin- Wilmersdorf ist zu jeder Aufklärung bereit und schickt auch geeignete Drucksachen.

Am Mittwoch überraschte die Gießener die Nachricht, daß außer in Kassel und Fulda, auch in Gießen die Funkentelegra= phisten der Reichswehr- Nachrichten- Abteilung in Untersuchungs­haft genommen seien. Die Veranlassung dazu gab eine an den Staatsanwalt weitergegebene Meldung der Funkentelegraphi= schen Ueberwachungsstelle. Weiter wissen wir eigentlich nichts. Vermutungen tauchten auf, nach denen es hieß, man glaube Landesverräter entdeckt zu haben, bezw. es lägen zumindest ganz grobe dienstliche Verstöße vor. Aus Fulda tam gestern die Meldung, daß die Sache harmlos sei, und daß die in Haft genommenen Reichswehrangehörigen schon wieder auf freien Fuß gesetzt seien.

Wir können mitteilen, daß diese Meldung, soweit sie die Gießener Soldaten betrifft, sicherem Vernehmen nach, nicht den Tatsachen entspricht. Diese Leute befinden sich vielmehr noch in Gewahrsam. Im übrigen ist zu bemerken, daß beim gegen­wärtigen Stand der Untersuchung Mitteilungen von behörd­licher Seite nicht gemacht werden.

* Für die Sitzung des Staatsgerichtshofs am Dienstag in Darmstadt, vormittags, die öffentlich ist, erfolgt die Kar­

Grüner Rasen Blaue Wellen.

Nr. 9.

* Winterobstausstellung Gießen Der Besuch der am 4. 5. und 6. Februar stattfindenden Ausstellung kostet, um jedem den Besuch zu ermöglichen, ohne Rücksicht auf die hohen Unto­sten an allen Tagen 30 Pfg.( Kinder die Hälfte). Es soll gezeigt werden, daß wir in Oberhessen gutes, schönes und dauer­haftes Obst erzeugen können. Wer noch Vorräte an gutem Obst verkäuflich hat, zeige und biete es kostenlos an. Plak­miete wird nicht erhoben.

* Verlängerung des Vertriebes der Hindenburg- Marken. Entsprechend den Münschen weiter Kreise hat sich das Poſtmini­sterium entschlossen, die Hindenburg- Wertzeichen und-Postkarten noch bis Ende März durch die Bostanstalten nach den bisherigen Bestimmungen vertreiben zu lassen. Mit den Wertzeichen fön­nen Postsendungen noch bis Ende Mai freigemacht werden.

Künstliche Augen. Im Interesse des in Betracht kom­menden Publikums liegt es, darauf zu achten, daß Herr Müller­Welt aus Stuttgart sich zur Anfertigung künstlicher Augen nach Natur am 1. Februar in Gießen, Hotel Viktoria, aufhält.

* Schnellzugsbenußung mit Sonntagskarten. In letzter Zeit ist häufig die Wahrnehmung gemacht worden, daß Rei­sende mit Sonntagsfarten Schnellzüge benützten, ohne vorher Schnellzugszuschlagskarten gelöst zu haben. Wenn ein Zwang zur vorherigen Lösung von Zuschlagskarten auch nicht besteht, so ist doch allen Reisenden mit Sonntagskarten, die einen Schnellzug benutzen wollen, dringend zu empfehlen, sich stets vor Beginn der Reise mit Zuschlagskarten zu versehen.

Roman von Otto von Gottberg. 25. Fortsetzung. Matrose Kern tam: Meldung vom Wachoffizier: Boot läßt sich nicht mehr auf der befohlenen Tiefe halten."

§Rundfunkstunde für Hessen. Die Stunde des Rhein- Mai­nischen Verbandes für Volksbildung am kommenden Sonntag von 19 bis 20 Uhr wird für Hessen von besonderer Bedeutung sein. Anläßlich des 75. Geburtstages des Staatspräsidenten spricht Landtagsabgeordneter Stord über den Staatspräsidenten Ulrich, und im Anschluß daran hält Herr Wilhelm Michel­Darmstadt einen Vortrag über den Geist der Hessischen Haupt­stadt.

* Seit 1924 unterhält die hiesige Ortsgruppe des Verban­des für deutsche Jugendherbergen auf dem Hoherodskopf eine neuzeitlich ausgestattete Jugendherberge. Diese wurde im ver­flossenen Jahre 1927 von 1044 jugendlichen Besuchern, 827 männ­lichen und 207 weiblichen, aufgesucht. Im Jahre 1926 waren es nur 1029 Besucher. Von den vorjährigen Gästen sind 395 aus Oberhessen( aus Gießen 194), 381 aus Hessen- Nassau, 108 aus Rheinland- Westfalen, 84 aus Rheinhessen und 76 aus Starken­

Daß U- 444 noch immer, achterlastig hing, war auch hier zu sehen. Es lag schräg mit dem Bug nach oben und sackte hinten unter dem Gewicht eingedrungenen Dels und Wassers liefer. Immerhin war das Zuströmen der Flut gehemmt. Auf dem Wege zum Turm befahl er in die Zenrale: Regler len= zen!" Von der Leiter nach oben rief er: Fahrt vermehren. Beide halbe voraus!"

burg.

An Durchhalten der Beschleunigung war freilich nicht zu denken, ehe die verbrauchte Kraft der Batterien ergänzt war. Um sie aber aufzufüllen, mußte er vor Tagesanbruch im Dunkeln auftauchen. Wenns doch ewig Nacht bliebe! Mit flappernden Zähnen hastete er fröstelnd wieder nach unten, um mit der Handpumpe die Flut aus dem Delmaschinenraum in die mittleren und vorderen Räume leiten zu lassen und so das Boot wieder in die wegerechte Lage zu bringen. Ein Mann tat dann die Arbeit. Zwei andere tonnten mit dem ungedul­digen Kommandanten nur müßig zuschauen. Heizer aus dem E- Maschinenraum späten mit großen runden Augen durch das Lut. Er schickte sie fort: Schleppt alle Trimmgewichte von achtern nach vorn!" Es hieß eilends weiterkommen, ehe der Feind mehr Bomben warf.

arum ewig in Miete wohnen?

Wenn man durch Erwerb eines Bausparbriefes der G. d. J für das Geld, das man sonst jährlich an Miete zabit, lich ein freies Eigenbeim Schaffen kann. Unkündbares Buugeld schon zu 4° Sins Sicherster Weg, um je nach den Leistungen des Sporers in kürzerer oder längerer Zeit ,. u. U. Schon in 1 bis 2 Jahren, zum Eigenbeim zu gelangen. Frage an bei der Bausparkasse der Gemeinschaft den Freunde, Wüstenrot, Württ. Sofortige Darlehen werden nicht gegeben.

Jeder Familie ein Eigenheim!

In 3 Jahren an. 2286 Bausparen 30,7 Mill Mint. zugeteilt.

Samstag, den 28

Pfarre

In vielen pfarre Lehrer Lesegottesdier letzten Jahren sehr f steht nur ein gering fiche müffen Sonnta Obenhausen. Re fiebenten Sohne des stelle übernommen. Butzbach, Wegen hiefigen Abteilung de Entlaffung.

Lich. Durch den fer hat Lich einen

Völker war der erst fihender der Evan Provinzialtags Ob bundes Oberheffen. Grünberg. Eine dingshausen, Weiter in Betrieb genomme von den Einwohnern Lanbagh. Von d bei Ruppertsburg, Berlegung des Fab Stadt Laubach ist z Firma anzufiedeln. Schotten. Ein auf dem Hoherodsko ren und Damen iſt Jollen große Sprung Bahnhof Schotten dung eingerichtet. Friedberg. Der gebung über die N tung des Landtagsa wurde eine Entschli

* In Oberhessen noch viel Obst. Die Rekord- Obsternte 1927 hat große Obstvorräte in den Haupt- Obstgebieten Oberhessens zurückgelassen. In den Orten des Niddatales und des Klee­bachtales beginnt jetzt bei gelindem Wetter wieder der Obft­handel; aber die Nachfrage ist geringer als das Angebot, und Landwirte und Obstzüchter, die schon unter Geldknappheit lei­den, haben den Schaden. Das Obst hat zudem auch an Gewicht verloren. Die Preise, die sonst gegen Frühjahr steigen, sind ge sunken. So kostet im Kleebachtal heute ein Zentner Schöner Don Boskoop nur noch 9 bis 10 Mart, im Herbst 12 Mart, Schaf­nase, Eiserapfel und andere Wirtschaftsäpfel 5 bis 6 Mark.

* Der Wert der Zeitungsofferte. Was der Dünger für die Saat, ist ein gutes Inserat. Was nütt gute Ware und mäßi­ger Preis, wenn's nur ein klein Teilchen vom Publikum weiß Die Zeitung ist ein hoher Mast, dran zeige das an, was du hast. Bekannt wird jeder Name durch ständige Reklame. Ein zarter Lockruf tut's noch nicht; der Kudud ist's, von dem man spricht. Der Weg zum Sichentfalten geht durch Ein Reisender ist stets probat,

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die Zeitungsspalten. er heißt: das gute Inserat: schafft eine gute Zeitung.

Die gründlichste Verbreitung

Aus Nah und Fern.

Bevölkerungsbewegung in Oberhessen.

Unter dem Titel Gemeindeverzeichnis für den Voltsstaat Hessen" hat die hessische Zentralstelle für die Landesstatistik eine Broschüre herausgegeben, in der die Ergebnisse der Volkszäh lung vom 1. Dezember 1910 und vom 16. Juni 1925 einander gegenübergestellt sind. Bei einer Betrachtung dieser Ziffern stellt sich heraus, daß in der Provinz Oberhessen 121 Gemeinden in der Zeit von 1910 bis 1925 an der Einwohnerzahl abgenom men haben. Von diesen Gemeinden mit rückläufiger Bevöl

Rüden zum Wind, um das brennende Zündholz zu schützen. Da­bei fiel sein Blick auf das Kielwasser des Bootes.. Er riß die Zigarette von den Lippen und wies mit der Hand über das Heck. Auch Drewitz sah eine lange Delspur, breiter als sein Boot, auf dem Kielwasser, und fand des Wunders Erklärung. Er lachte: Die Spur und das Hochkommen nach der Bombenexplo­sion haben uns gerettet. Als der Kerl nach dem Knallen den Bug aus dem Wasser fliegen sah, glaubte er das Boot zertrüm­mert, und die breite Delipur bestätigte seine Vermutung. Also drehte er ab, um sich schnell das Viktoriakreuz als Lohn für die Vernichtung eines U- Bootes zu holen!"

Allmählich senkte U- 444 die Nase. Fahren konnte Drewiz wieder und wünschte sich Flügel, um die Fühlung mit dem Feinde zu verlieren. Doch der Mangel an Batteriekraft zwang immer noch zu schleichen. Ob sie noch folgen?" fragte er Drieß­ner beim Höhergehen gegen vier Uhr morgens. Auf Schrohr­tiefe scheute er fast den Blick ins Okular, aber sah dann über, freies Meer. Die Straße war durchfahren und nirgends ein Schiff zu sehen. Er atmete auf: ,, Mittlere Tanks ausblasen!" Dann ragte der Turm aus dem Wasser. Wellengefräusel spülte nur noch über das Dec. Drewitz stieg auf die Brücke und hielt Umschau. Die mondbestrahlte See lag leer bis zur Rimmung, und wunderbar schön schmeckte die würzige Seeluft, die er tief in die Lungen sog. Gott war seinem Schiffchen gnädig gewe­sen. Neben ihm stand Drießner. Als ältester Wachoffizier hatte er die Pflicht gefühlt, auf Ablösung zu verzichten, und bot dem Kommandanen eine Zigarette an. Drewitz nahm sie und sagte durch die Flamme des Streichholzes: Wenn ich nur wüßte, warum der Kerl keine dritte Bombe geschmissen hat!"

Der Oberleutnant drehte den Kopf nach achtern und den

Drießner sog tief und froh an der Zigarette: Gönnen wirs ihm, Herr Kapitänleutnant! Er hats um uns verdient. Dürfen die Leute nach oben kommen?"

Natürlich, Drießner!"

Auch sie qualmten Zigaretten und Pfeifen. Ihr Lachen und Sprechen lang merkwürdig laut. Nr. 1 dachte die noch Erregten zu beruhigen und mahnte halb hochdeutsch, halb platt: Nu lot man gehn. Das hat doch allens noch mal got gegan­gen!"

Der Kommandant wußte Besseres: Drießner, zum Essen friegt jeder ein Glas Schnaps oder Portwein und hinterher drei Liebeszigarren!"

Alsfeld

terungszahl entfallen auf den Kreis Gießen 19, auterbach

36, Kreis Büdingen 10, Kreis Friedberg 2, Kreis

31, Kreis Schotten 23. Die Abnahme ist zwar gering, aber sie zeigt doch immerhin eine Abwanderung aus den Gemeinden. Die Orte, die diesen Rückgang zu verzeichnen hatten, liegen weitab von großen Städten und Industriegebieten, so daß das Wort Landflucht" in dem Sinne eine gewisse Bestätigung findet, als diesen Leuten in den Heimatdörfern kein ausreichen­der Erwerb zu Gebote stand. Die größte Bevölkerungsabnahme haben die Kreise mit rein ländlicher Bevölkerung( Alsfeld, Lauterbach, Schotten) zu verzeichnen.

Der Oberleutnant stellte auch eine Flasche für die Messe kalt. Doch die fröhliche Mahlzeit zu ungewohnter Stunde währte nicht lange. Die Meldung, das Leck sei wieder zu dich­ten, rief den Kommandanten von Tisch. Er mußte sich zum Rückmarsch nach Emden entschließen. Der Steuermann neben ihm brummte: ,, Dreizehnte Fahrt!"

*

Zugenommen haben in den 15 Jahren von 1910 bis 1925. Gießen um 2364 Einwohner( obwohl hier durch den verlorenen Krieg eine ganz wesentliche Verminderung der Garnison ein­trat), Büdingen um 250, Lauterbach um 460, Schotten um 103, Alsfeld um 90, Lollar um 181, Heuchelheim um 99 Einwohner.. Friedberg konnte sich durch die Eingemeindung des Dorfes Fauerbach um 2576 Personen vergrößern.

Die Hoffnung, Elisabeth während der Werftzeit wiederzu­sehen, blieb unerfüllt. In Emden hörte Drewitz schon, als Hiedring das Leck im Delmaschinenraum besichtigte, er sei als Vertreter des erkrankten Korvettenkapitans Hodrig zum Stab An Briefen des Befehlshabers der U- Boote kommandiert.

aus Priedelsdorf durfte er sich freuen. Ihrer vier von Elisa­beth lagen auf dem Schreibtisch in der Kammer, und er antwor tete, während Wulkin die Koffer für den Umzug nach Wil­helmshaven pacte.

gleicher Post an Gerda und sie geschickt hatte, doch gab sie den ihren nicht mehr der Schwester zu lesen. Nach dem Kus von Kurt hatte sie nicht schweigen können. Der Jubel im Her zen drängte zu den Lippen. Abends vor dem Schlafengehen umarmte sie Gerda und lachte oder weinte ihr ins Ohr, wie glücklich sie sei. Da hatte die Andere sie von sich gestoßen, mar schweigend aus dem Zimmer gegangen und weigerte sich bisher, mit ihr zu sprechen. Nur vor Onkel und Tante wechselten fie unvermeidliche Worte, aber gingen sonst seit Wochen stumm nebeneinander her. Kein Morgengruß, kein Gute Nacht! brach das ewige Schweigen im gemeinsamen Schlafzimmer, aus dem Gerda endlich in die Nachbarstube umgezogen war.

Elisabeth lachte beim Lesen seiner launigen Schilderung des Mißgeschicks, aber begriff bald, daß sie ihn fast verloren hätte, und grollte umſomehr dem Zufall, der ihn fernhielt. Zu Ende Februar hatte er sich angesagt, aber zweifelte jetzt, cb cr auf einen Osterurlaub hoffen könne. Doch ein neuer Brief aus Wilhelmshaven half über den Aerger hinweg. Hoffentlich schrieb er oft so lustig und froh. Seine Briefe lasen sich anders als die von Werner, der noch bis zu Neujahr stets zwei mit

Ohne Störung zu befürchten, konnte Elisabeth darum jetzt auch Briefe von Werner aus dem Schubsach nehmen und sein nüchternes Erzählen dem heiteren Plaudern Kurts vergleichen.. In der Schilderung der U- Boot- Fahrt schien jeder Satz ein verschleiertes Liebesbekenntnis. Sie wußte, warum er sagte, er habe in der Koje so gelegen, daß ihm stets der Geheimschrank vor Augen war, denn vorher hatte er ermähnt, daß dort ihr Bild hinge. Werners Worte aber verstand jedermann. Er schrieb für die ganze Familie. Das hatte sie verletzt und Premierleutnants gefallen. Wenn die Tante dem Onkel einen seiner Briefe an die Schwester vorlas, rühmte er Werners Fähigkeit, zu sehen und Geschautes wiederzugeben, oder lachte gar: Der Junge soll unter die Federfuchser gehen!" Sie griff nach einem Bogen, auf dem der Better von einer Nacht in der Kampfstellung erzählte. Allerdings gaben eine Worte die schrille Klage des heulenden Januarwindes wieder. Sie glaubte das summende Pfeifen um Helmspigen und Gewehrläufe zu hören und wirklich die vom Granathagel zerpflügte Blöße des friegswunden Forstes im zitternden Flackerlicht feindlicher Scheinwerfer strahlen zu sehen. In erbarmungslos flarem Weiß hockten Menschen wie schmutzige Klumpen unter grauer Mänteln oder erdbraunen Zeltbahnen im Trichterschlamm Ein Regen von Eisen und Blei warf sprudelnde Springbrunnen auf. Doch warum hatte er nie von seinem Fühlen und Denken, von seiner Neigung gesprochen? Es war, cls scheue er sich zu offenbaren, und habe Geheimnisse zu verbergen. Ihr Emp sinden aber drängte sich wie auf die Lippen stets in die Feder. Darum hatte sie auch aus ihrer Freude am Verkehr mit Kurt tein Hehl gemacht. Noch während er auf Urlaub in Priedels­dorf war, schrieb sie Werner, wie gut der Better von der Dia­rine ihr gefalle, wie er Leben und Frohsinn ins Haus trage. Seiher schickte er ihr kürzere und Gerda längere Bricfe. Im Herzen dankte sie ihm dafür und fühlte sich freier. Er konnte ihr nicht zürnen, wenn sie ihn bat, den Kuß auf dem Löwenberg zu vergessen.

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und Verminderung nisse aus dem Aus duktion beim Abschl Senfung von Grund öffentlichen Lebens Friedberg. Die Kreise Friedberg, jaal unter dem Bo Sagungen für die i

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15, November 1927 jetzt. Bis heute i besetzt worden, so nicht mehr unterri Wiebelsbach i beschlossen, am 7. 1 bindung mit einem

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