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Nr. 9.

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Samstag, den 28. Januar 1928.

Pfarrermangel in Oberhessen.

In vielen pfarrerlosen Gemeinden halten allsonntäglich die Lehrer Lesegottesdienste ab. Der Pfarrerwechsel war in den letzten Jahren sehr start; dem großen Abgang alter Geistlicher steht nur ein geringer Nachwuchs gegenüber. Manche Geist­fiche müssen Sonntags in drei Gemeinden predigen.

Odenhausen. Reichspräsident v. Hindenburg hat bei dem jiebenten Sohne des Landwirts Johannes Krug die Paten­telle übernommen.

Butzbach, Wegen Einschränkung des Betriebes famen in der hiesigen Abteilung der Firma Bamag- Meguin 100 Arbeiter zur Entlassung.

Lich. Durch den plötzlichen Tod von Bürgermeister Völ= fer hat Lich einen schweren Verlust erlitten. Bürgermeister Völker war der erste Berufsbürgermeister und außerdem Vor­sitzender der Evangelischen Volksgemeinschaft, Mitglied des Provinzialtags Oberhessen und Bundesrechner des Verkehrs­bundes Oberhessen.

Grünberg. Eine neue Autolinie von Grünberg über Rüd­dingshausen, Weitershain nach Odenhausen wird ab 1. Februar in Betrieb genommen. Die Errichtung der Verbindung wird von den Einwohnern der genannten Orte lebhaft begrüßt.

Laubach. Von der Firma Römheld auf der Friedrichshütte bei Ruppertsburg, einer bedeutenden Eisengießerei, wird die Berlegung des Fabritbetriebes nach Laubach geplant. Stadt Laubach ist zu großem Entgegenkommen bereit, um die Firma anzusiedeln.

Die

Schotten. Ein großer Wintersportbetrieb findet morgen auf dem Hoherodskopf statt. Ein Schneeschuhrennen für Her­ren und Damen ist vorgesehen. Auf der neuen Sprungschanze sollen große Sprungläufe zur Ausführung kommen. Zwischen Bahnhof Schotten und Breungeshain wird eine Autoverbin­dung eingerichtet.

Friedberg. Der hessische Landbund veranstaltete eine Kund­gebung über die Not der Hessischen Landwirtschaft unter Lei­tung des Landtagsabgeordneten Dr. von Helmolt. Einstimmig wurde eine Entschließung an die Regierung angenommen, in der die Verelendung der hessischen Landwirtschaft geschildert und Verminderung der Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeug­nisse aus dem Ausland, Schutz der landwirtschaftlichen Pro­duktion beim Abschluß von Handelsverträgen, Aufhebung und Senkung von Grundsteuern, Sparsamkeit auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens u. a. m. gefordert wird.

Friedberg. Die Industrie- und Handelskammer für die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten tagte im Rathaus­saal unter dem Vorsitz von Kommerzienrat Langsdorf. Die Sagungen für die in Friedberg geplante Handelsschule wurden vorgelegt. In das Finanzgericht Darmstadt wurde Kommer­zienrat Langsdorf wiedergewählt. Die Neuwahl des Präsi­diums ergab: 1. Vorsitzender Langsdorf, 2. Vorsitzende Ph. Müller und L. Hirsch, Rechner E. Rotschild- Friedberg.

Gettenau( Wetterau). Hier gab ein Knecht Donnerstag Abend gegen 10 Uhr, aus bis jetzt noch unbekannten Gründen, auf der Straße gegen einige Personen Revolverschüsse ab, die aber zum Glück nicht trafen. Darauf schoß er auf sich und verletzte sich schwer am Kopfe. Der rabiate Jüngling wurde nach Friedberg ins Krankenhaus gebracht.

Mainz. Eiin Sportflugzeug, das von Würzburg kommend bei Babenhausen landen wollte, überschlug sich und grub sich in die Erde ein. Der Führer wurde mit ernsten Verlegungen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Maschine ist schwer beschä­digt.

Mainz. Für den Ausbau des städtischen Elektrizitäts­werfs wurde in der Stadtverordnetenversammlung die Summe von Millionen Reichsmart nach Vortrag der Berichterstat­ter debattenlos einstimmig angenommen.

Königstein. In Ehlhalten im Obertaunuskreis wurde am 15. November 1927 der einzige Lehrer der dortigen Schule ver­setzt. Bis heute ist die Stelle des Lehrers noch nicht wieder worden, so daß die Kinder bereits über zwei Monate nicht mehr unterrichtet werden.

Wiebelsbach i. Odw. Der Kriegerverein Wiebelsbach hat beschlossen, am 7. und 8. Juli sein 50jähriges Bestehen in Ver­bindung mit einem Bezirksfest des Bezirks Höchst zu feiern.

Männergesang im Gerichtssaal.

Wir lesen in den Bremer Nachrichten" vom 8. Januar: Ein sehr interessantes Urteil für alle Sängerkreise fällte kürzlich ein Bremer Gericht unter Vorsiz des Richters Dr. Steen­grafe in einer Berufungsverhandlung gegen vier Mitglieder der Quartettvereinigung Unterweser" und einen Wirt aus der westlichen Vorstadt.

Im Sommer vergangenen Jahres hatten die vier San­gesbrüder nach Beendigung der montäglichen Uebungsstunde ihren Freund, den beklagten Wirt, in seiner Reſtauration auf­gesucht, einesteils, um die trockenen Kehlen anzufeuchten, andernteils, dem Freund einen Besuch abzustatten. Wie das meistens bei Sängerbesuchen der Fall ist, fand die Begrüßung ip Form des Gesanges statt, und zwar erklang das Niedersach= senhoch ,, Belcanto". Leider stand dabei die Außentür der Wirt­schaft offen, und es war inzwischen 23,30 Uhr geworden. Im Begriff die Tür zu schließen, deren Oeffnung durch die laue Sommernacht hervorgerufen war, trat der Wirtin ein rondie­render blauer Polizeiwachtmeister entgegen, der die Sache als ruhestörenden Lärm auffaßte und in seiner Ansicht noch durch verschiedene Nachbarn unterstützt wurde, die behaupteten, es wäre ,, gegrölt" worden. Nachdem die Personalien festgestellt worden waren, war der 1. Akt beendet.

Dann wurde der Wirt, als Erfolg der erstatteten Anzeige zu 100 RM. Geldstrafe verurteilt, der dagegen Berufung ein­legte, so daß die ganze Angelegenheit vor Gericht zum Austrag fam. Nachdem der Richter die Belastungszeugen

vernommen

hatte, kamen die Entlastungszeugen zu Wort, zu denen auch die vier Sangesbrüder gehörten. Nach erstattetem Bericht über die damaligen Vorgänge wurde die vier Sänger fast am Schluß der Verhandlung vom Richter aufgefordert, das Niedersachsen­hoch noch einmal so vorzutragen, wie damals.

Die Sänger traten auf das erhöhte Richterpodium, und durch den nüchternen Gerichtssaal klang von den geschulten und prächtigen Männerstimmen gesungen das Belcanto":

,, Gießener Zeitung"

Dillenburg. Im Walddistrikt Neuhaus bei Dillenburg ist der Holzhauermeister Jung aus Uckersdorf bei Holzfällarbeiten von einem umstürzenden Baumstamm erfaßt und auf der Stelle getötet worden.

Limburg a. d. Lahn. Am 1. Februar findet hier eine Not­fundgebung der nassauischen Landwirtschaft und eine Ver­treterversammlung der Bezirksbauernschaft statt.

Hanau. Die Stadt Hanau wird in den diesjährigen Haus­haltsetat eine beträchtliche Erhöhung der Gewerbesteuer, näm­lich von 450 auf 600 Prozent, einstellen.

Bretten. Hier stürzte von einem bis zur Eindeckung fer­tiggestellten Neubau der ganze Brandgiebel und etwa ein Drit tel vom Neubau in sich zusammen. Die Vorder- und Rückfaſ= saden wurden teilweise nach außen gedrückt. Trotzdem der Einsturz erfolgte, als auf dem Dach und innerhalb des Gebäu­des gearbeitet wurde, ist kein Menschenleben zu Schaden gekom­

men.

Elberfeld. Zwei Knaben ,, Willi Ed und Hadumar Höke, die ihr 6. Lebensjahr noch nicht beendet haben, erlernten bei einem wissenschaftlichen Versuch in erstaunlich kurzer Zeit Ste­nographie lesen und schreiben. Die Kinder beherrschen die Nor­malschrift noch nicht, schreiben aber mit der Kurzschrift bereits so schnell wie acht bis neunjährige Kinder nach dreijährigem Schulbesuch mit der gewöhnlichen Schreibart. Die Versuche sollen nun womöglich mit staatlicher Hilfe im großen durchge­führt werden, um evtl. die Kurzschrift als erste Schrift in den Volksschulen einzuführen.(!!)

Opel gegen Ford.

Die Opelwerke beabsichtigen, ihren neuen Wagentyp, den kleinen 7/34 PS. 6 Zylinder, bei dem heute eine Tagesproduk­tion von etwa 10 Wagen vorgesehen ist, im Februar- März serienweise im großen an den Markt zu bringen. Die Preise seien ziemlich günstig gehalten. Es dürfte der offene Wagen etwa 4600 RM,- der geschlossene 4900 RM. und der geschlossene Luxuswagen 5400 RM. Kosten. Die gesamte Belegschaft der Opelwerke werde dauernd erhöht, sowohl in der Automobil- wie in der Fahrrad- Abteilung. Die Automobilproduktion richtet sich naturgemäß sehr stark nach dem Absatz selbst, sieht aber eine Die Fahrrad­Tagesproduktion von 400 bis 500 Wagen vor. produktion soll im Sommer auf 5-6000 erhöht werden, gegen­über einer Tagesproduktion von 3000 Stück im Vorjahr.

Können wir uns auch im Winter gesundheitsgemäß ernähren?

Von Klara Meininger.

Um diese Frage, die für die gewissenhafte und sorgliche Hausfrau zur Zeit im Vordergrunde des Interesses steht, zu be­antworten, müssen wir uns zunächst einmal mit den modernen Daß der Ernährungsgrundsägen überhaupt beschäftigen. Mensch zu seiner Ernährung ganz bestimmte Stoffe braucht, nämlich Eiweiß, Kohlehydrate, Rohfaser, Fett, Wasser und Salze, das wußte man schon seit längerer Zeit. Trotzdem ergaben sich aber immer noch Unzuträglichkeiten der Ernährung, namentlich in Waisenhäusern, Kinderheimen, Säuglingskrippen usw., ob­gleich gerade dort am peinlichsten auf gute Beschaffenheit der Nahrungsmittel und Wahl der Kost nach ernährungswissen­schaftlichen Grundsätzen geachtet wurde. Die Kinder gediehen nicht und wuchsen schlecht, Rachitis( englische Krankheit) war häufig unter ihnen, die Säuglinge waren anfällig. Es mußte also bei ihrer Ernährung irgend etwas fehlen. Aber was? Schiffsexpeditionen wurden aufs beste ausgerüstet mit Fleisch, Mehl, kondensierter Milch, Konserven usw., so daß nicht nur für reichliche, sondern auch abwechslungsreiche Kost gesorgt war. Trotzdem erkrankten die Mannschaften nach einigen Wochen an Geschwüren, Entzündungen, allgemeiner Körperschwäche, und zwar in einigen Fällen so heftig und zahlreich, daß die Expe= dition abgebrochen werden mußte. Alle Medizinen usw., die man den Erkrankten reichte halfen nichts; aber merkwürdiger­weise erholten sie sich von selber und sehr schnell, als sie an Land tamen und frische Gemüse, frisches Fleisch, rohes Obst und Zitronensaft zu sich nahmen. Auch hier war der Beweis ge­geben, daß noch Stoffe zu unserer Ernährung nötig seien, die wir noch nicht kannten.

,, Wo die Weser rauscht,

wo die Heide blüht,

vom Harz bis zum Nordmeer: Heil dir, du deutsches Lied."

Zum erstenmal machte sich dabei die vorzügliche Akustik des Raumes auch für Gesangsvorträge bemerkbar. Richter, Staatsanwalt, Zeugen und Verteidiger nahmen die Darbie­tungen mit großem Beifall auf. Der Richter dankte den Sän­gern für das Lied und erklärte dem Ankläger gegenüber, daß die Ueberzeugung jetzt wohl allgemein vorhanden sei, daß die= ser Gesang nicht unter den Begriff ,, Grölen" falle. Er wünschte, daß in allen deutschen Landen das des.tsche Lied so zum Vor­trag und Ausdrud kommen möge, wie es hier geschehen sei.

Dann beantragte der Staatsanwalt Dr. Bünting Freispre= chung, die das Gericht nach kurzer Beratung verkündete.

Möge dieses Beispiel moderner Rechtsprechung auch auf andere Arten Gelegenheiten Anwendung finden. Für die Sän­ger und ihren Verein wird dieser schlagende Beweis eine gerechte Anerkennung sein und von allen Sängerkreisen freu­dig aufgenommen werden.

Ein deutscher Gesangverein im Innern des Staates Sao Paulo.

Von einem seiner Mitarbeiter aus dem Sängerbund Bra­silien, der einer Einladung zufolge am 23. Oktober v. Js. die Kolonie Campos- Salles im Staate Sao Paulo besuchte, erfährt der Deutsche Sängerbund ein hervorragendes Beispiel, wie tief die Liebe zum deutschen Lied auch im Herzen der Auslands­deutschen wurzelt. Es ist bewunderungswert, wie die Sänger einen mehrstündigen Ritt in Wind und Wetter auf schlechten Wegen nicht scheuen, um zum Uebungsabend zu kommen. Mit­großer Aufopferung halten die Sangesfreunde fest an ihren deutschen Sitten und bewahren durch diese Zusammenkünfte ihr deutsches Volkstum. Ein anfeuerndes Beispiel für manchen Sänger, dem es viel bequemer gemacht ist, als den deutschen Sängern von Cosmopolis, die Chorstunde fleißig zu besuchen.

Nr. 9.

Eine dritte, ganz auffällige Erscheinung, ist während des Krieges in Dänemark aufgetreten. Dänemark versorgte die friegführenden Länder mit Butter, die damals( wie wir alle wissen) äußerst knapp war. Sie erzielte deshalb hohe Preise, und so entzogen die Dänen, um der schönen Einnahmen willen, sich selber die Kuhbutter und begnügten sich mit Margarine. Als Folge trat in Dänemark eine ungeheure Anzahl von Kin­dererkrankungen und eine erschreckende Kindersterblichkeit auf. Als man den Export einschränkte und den Kindern wieder Vollmilch u. Butter gab, besserten sich diese Zustände sehr schnell wieder. Welche Schäden unzureichende Ernährung bei uns im Lande gehabt hat, das haben wir wohl alle noch in der Er­innerung, und noch heute haben wir z. T. unter den Folgen zu leiden.

Es müssen in unseren Nahrungsmitteln außer den uns be­reits bekannten Stoffen also auch noch andere sein, die für unser Gedeihen notwendig sind. Hier setzte die wissenschaftliche For­schung ein. Vitamine und Kompletine, das ist Lebens- und Er­gänzungsstoffe, nannte man diese geheimnisvollen Bestandteile, diese modernen Zaubermittel, deren Erforschung noch jetzt sozu= sagen in den Kinderschuhen steckt. Chemisch sind sie nämlich bis jetzt noch nicht zu erfassen, und deshalb konnte man ihnen auch noch keine bestimmten Namen geben. Man weiß nur, daß ihr Fehlen gewisse Krankheiten hervorruft, daß sie hohe Tempera­turen und dauernde Hize nicht vertragen und daß sie sich nur in frischen Stoffen finden.

Je nach den Krankheitserscheinungen, die ihr Fehlen her­vorruft, hat man sie benannt, z. B.: Vitamin A beeinflußt das Wachstum; das Fehlen von Vitamin B hat Beri- Beri zur Folge, das von C Storbut. Ein anderes Vitamin, das Vitamin E, hängt mit der ,, englischen Krankheit", der Rachitis, zusammen, und dieses Vitamin findet sich vorzugsweise in Fischfleisch und Fischfett( Lebertran). Außerdem wird seine Bildung, wie man neuerdings bestimmt vermutet, beeinflußt durch Sonnenlicht. Daher z. B. die guten Erfolge, die man neuerdings in Kinder­heilstätten durch Darreichen von Lebertran, durch Sonnenbäder, durch Bestrahlung erzielte. Vitamin A findet sich in frischem Fleisch, in Butter und Milch, in allen grünen Gemüsen, Vita­min B ist in der Schale des Getreidekorns, nicht in dem Mehl­körper, enthalten. Vitamin C endlich findet sich im grünen Ge­müse, im rohen Obst, in Zitronen und Orangen, am meisten aber in der Tomate, die roh und gekocht ein wahres Ideal­nahrungsmittel ist.

Welches sind nun die praktischen Folgerungen für die Haus­frauen? Wir müssen auch im Winter unsere Nahrung vitamin­reich gestalten, und, da wir nur relativ geringe Mengen dieser geheimnisvollen Lebensmittel"( im wahrsten Sinne des Wor­tes) benötigen, um gesund zu bleiben, so läßt sich dies auch im Winter unschwer durchführen. Wichtig ist, daß wir rohe Milch trinken, d. h. solche, die wir von einer guten Molkerei beziehen, die die Milch gereinigt und entkeimt hat. Muß die Milch doch aufgekocht werden, so darf dies nur kurz geschehen. Ferner sol­len wir möglichst Schrotbrot( Vollkornbrot) essen und die vita­minreiche Kuhbutter als Aufstrich verwenden, dafür lieber ein­mal den teuren und den Verdauungsapparat weit mehr belasten­den Ausschnitt fehlen lassen. Auch bei der Mittagsmahlzeit soll das Fleisch nur Beigabe, nicht die Hauptsache sein, aber nie dürfen die Kartoffeln fehlen. Sie haben die Eigenschaft, auch im gekochten Zustand noch beträchtliche Bitaminmengen aufzu­weisen und außerdem säurebindend zu wirken. Alle Salate, namentlich Tomatensalat, Rotkraut- oder Weißkrautsalat, En­divien, Rapunzelsalat usw. sind im Winter, weil gute Vitamin­träger, sehr wichtige Zukost, und man sollte sie stets anstatt mit Essig, mit Zitronensaft bereiten. Trinken wir dann noch öfters ein Glas Zitronenlimonade, essen täglich eine Apfelsine oder einen Apfel, so brauchen wir nicht zu befürchten, daß unsere Winternahrung zu arm an Vitaminen ist.

Vermischtes.

Wann heiraten deutsche Mädchen? Eine vom Statistischen Reichsamt herausgegebene Statistik über die Eheschließungen in Deutschland gewährt aufschlußreichen Einblick in das Alter derer, die 1925 zum Standesamt schritten. Die Statistik stellt fest, daß 45 Mädchen unter 16 Jahren heirateten, 881 zwischen 16 und 17, 13 000 zwischen 18 und 19, 27 000 zwischen 19 und 20. 42 000 mit 21 Jahren, 80 000 zwischen 22 und 23 Jahren, wo­gegen nur noch 30 000 mit 27 Jahren sich verehelichten, 16 000 mit 30, 10 000 mit 33, 5000 mit 38 und endlich 3500 mit 39 Ja­ren, denen die Bräute im Alter bis zu 60 Jahren der Zahl nach nur um ein Geringes nachstanden.

Das gewerbsmäßige Bettlertum in den Vereinigten Staaten. Aus New Yort wird gemeldet: Eine Untersuchung über das gewerbsmäßige Bettlertum, die man hier angestellt hat, ergab derart gewinn­interessante Resultate. Das Bettlergewerbe bringend, daß ein junger Mann, dem man einen Wochenlohn von einhundert Mark anbot, es vorzog, zu betteln. Man hat weiter festgestellt, daß ein Individuum, das es verstand, daß Mitleid seiner Mitmenschen zu erregen, in der Woche bis zu zweitausend Goldmark verdient" hat. Es gibt hier Bettler, die Konto auf der Bank und ein Automobil besitzen und die den Winter in Florida verbringen.

Bücherecke.

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