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Montag, den 31. Dezember 1928.

leichtsinniges Aufrücken der Verteidigung verhalf dann den Marburgern zu den drei Erfolgen. Sport verlor, trot verstärk­ter Mannschaft überraschend 5: 2 gegen Kuhessen- Marburg und dürfte damit ebenso wie Germania Marburg dem Abstieg ver­fallen sein.

In der Nordgruppe überrasche wiederum Göttingen 05 mit einem 5: 1- Sieg über Spielverein Kassel, so daß die bisher noch vorhandenen Meisterschaftsaussichten der Kasselaner nunmehr endgültig begraben sind. Der Sieg der Göttinger war nach dem Spielverlauf in dieser Höhe nicht ganzverdient. Lachender Dritter ist der SC. 03 Kassel, dem nunmehr mit 4 Punkten die Nordgruppenmeisterschaft nicht mehr zu nehmen ist.

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V. f. B. Kurhess. Marburg- Sport Kassel 5: 2( 4: 0) Nachdem die V. f. B.- Elf in Fulda eine starke Formver­besserung offenbart hatte, zeigte sich gestern, daß diese Erschei­nung nicht vorübergehend war. In einem zu zwei Drittel der Spielzeit überlegenen Stil schlug sie die Kasseler mit 5: 2. Nicht den Leistungen entsprechend, denn sonst hätte es 8 bis 10 zu 2 heißen müssen. Aber in der 2. Halbzeit ging es vonseiten der Gegner oft so hoch her, daß die Marburger fich Reserve aufer­legen mußten. Außerdem machte der Kasseler Torhüter auch ver­schiedene gefährliche Torschüsse unschädlich und spielten einzelne Marburger sehr egoistisch. Der Schiedsrichter Speckhardt= Gießen, war ziemlich nachsichtig gegen Ausschreitungen der Gäste, weil er eben dem Spiel den Charakter des Kampfes nicht neh­men wollte, sah sich schließlich aber doch veranlaßt, einen Kasseler Stürmer herauszustellen, weil derselbe einen mit ihm bei einem Zusammenprall hingefallenen Gegner mehrmals ins Gesicht borte(!). V. f. B. Kurhessen Marburg steht nun mit 6: 8 Punkten an dritter Stelle der Tabelle. Das nächste Spiel, am 6. Januar gegen Hermannia Kassel in Marburg, wird die Ent­scheidung bringen, ob der Marburger Verein zur Bezirksliga aufsteigt; nach dem gestrigen Spiel zu urteilen, müßte Marburg gewinnen.

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Die Kreisliga am 30. Dezember.

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VfB. Gießen Liga Niedergirmes Liga 6: 1( 3: 0). Edenverhältnis 6: 1.

Der VfB. trug mit diesem Spiel das letzte der 1. Serie aus und konnte dasselbe, wie vorauszusehen war, einwandfrei ge= winnen. Das schlechte Wetter der letzten Tage war natürlich nicht spurlos an dem dafür besonders empfindlichen Spielfeld vorübergegangen. Aber es ging trotzdem ganz gut. Die Gäste sind in dieser Hinsicht ja auch einigen Kummer gewohnt.

Gleich vom Anpfiff ab verlegte sich die Plagelf auf die Attacke und trug Angriff auf Angriff gegen das gegnerische Tor. Nur vereinzelt gelang es den Gästen, die Einschnürung des VfB. zu durchbrechen. Es genügte aber ein Verteidiger, trieb sich dauernd vor dem gegnerischen Strafraum herum. Der Erfolg blieb natürlich nicht aus, zunächst schoß Bingel Tor 1, um die unsicheren Stürmer des Gegners aufzuhalten. Kreß

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10 Minuten später Preiß Tor 2 beide durfte der Torhüter aus Niedergirmes halten, und kurz vor Halbzeit stellte Bal­ser das Ergebnis auf 3: 0.

Niedergirmes verlor aber nicht den Mut und spielte nach der Pause eifrig weiter. Zwei Ecken für den VfB. finden keine Verwandlung, dafür aber ein Elfmeter, der von Roth zum 4. Tor umgewandelt wurde. Ein Durchbruch der Gäste brachte diesen das Ehrentor, die Verteidigung des Platzvereins war soweit aufgerückt, daß die Girmeser sich bis fast vor die Tor­linie kombinieren konnten, und so zu dem ihn zu gönnenden Ehrentor kamen.

Der Schluß des manchmal unnötig harten Kampfes spielte sich dann in der Girmeser Spielfeldhälfte ab. Der produktivste Stürmer der VfB.er, Balser, sandte zum 5. male, und kurz vor Abpfiff Roth allerdings standen seine beiden Neben­leute abseits zum 6. Tore ein.

Das Spiel leitete Hinder- Herborn, der im allgemeinen durch Objektivität gefiel, dem aber manchmal ein wenig mehr Energie zu empfehlen wäre.( Die Wurfübungen mit Schlamm passen eigentlich in kein Ligaspiel und hätten schwer geahndet werden müssen.)

Die Niedergirmeser hatten einen schlechten Tormann und eine wenig brauchbare Verteidigung. Die Läuferreihe mußte zu stark verteidigen und bediente ihren Sturm zu wenig. Letz­terer taugte nicht viel, es fehlte aller Schneid, der schon nötig ist, um vor einem Gegner, wie dem VfB., in Ehren zu bestehen. Die Auffrischung der Mannschaft durch ehemalige Mitglieder des Weglarer FC. wirkt sich hoffentlich in den nächsten Spielen positiver aus, Rehm z. B. konnte gestern noch nicht gefallen.

Die Plazelf spielte ohne Böttiger, Schneider, Henrich und Kleinke, für diese wirkten Preiß, Post, Voeckler und Pfannstiel mit. Letzterer stellte sich der Fußballwelt in Gießen zum ersten Male vor und gefiel. Man darf, ohne Prophet zu spielen, voraussagen, daß Pfannstiel mit seinen guten Flanken von links, Balser mit solchen von rechts und Böttiger in der Mitte an Durchschlagskraft nichts zu wünschen übrig lassen werden.

Sonst: Boeckler im Tor hatte wenig zu tun, war sonst aber gut. Die Verteidigung gleichfalls. Die Läuferreihe zeigte an­sprechende Leistungen. Roth konnte in diesem Spiel zum ersten Male seit Beginn der Verbandsspiele gefallen. Im Sturm die Außen schnell und sehr gut, Bingel gut, Post aber muß noch viel lernen. Jm großen und ganzen verdient die Mann­schaft ein Lob.

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Nr. 102.

Butzbach Liga 1900 Gießen Liga 2: 1( 2: 0). Nach der Pause in den Verbandsspielen wartet die Spiel­Bgg. 1900 gleich mit einer Ueberraschung auf sie ließ sich ohne Punkte aus Butzbach wieder heimschicken. Die Gießener Elf hatte die Sache zu leicht genommen, Pech ließ dann die tatsächlich bessere Mannschaft keine Tore machen.

Die Butzbacher bevorzugten das einzig richtige Spiel: den Ball nach vorne und schießen. Gießen spielte drückend überlegen, vermochte aber nichts, auch nicht einen der 10 Eckbälle, zu ver­wandeln. Butzbachs Stärke lag in seinem Schlußdreieck. Tech­nisch überragten die 1900er in der Läuferreihe und dem Mittel­stürmer Heilmann, schwach war bei den Gießenern Schneider, Jäckel und Balser.

Schiri Flick- Wetzlar war dem Spiel nicht immer gewach sen, so wurden zwei Tore der Gäste nicht gewertet. Das Fuß­ballinteresse hat in Butzbach stark nachgelassen, der Besuch war schwach.

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