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Nr. 76

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Mittwoch, den 26. September 1928

möglich ist, daß der Betrieb mit einem soviel geringeren Ge­winn als der Vergleichsbetrieb gearbeitet hat, sondern ledig­lich, ob es, offenbar unmöglich" ist, daß nur der durch die Buch­führung ausgewiesene Gewinn erzielt wurde. Dieser dem Fi­nanzamt obliegende Nachweis wird von ihm nur schwer zu er­bringen sein.

Trotz der grundsätzlichen Beweispflicht des Finanzamts kann es sich für den Steuerpflichtigen empfehlen, unter Umstän­den die Gründe für den ausgewiesenen, von dem Ergebnis gleichartiger Betriebe abweichenden Gewinn darzulegen. Das Finanzamt wird dadurch, wie sich aus einer Entscheidung des Reichsfinanzhofs vom 7. 3. 1928( VI A 82-28) ergibt, genötigt, die Behauptungen des Steuerpflichtigen zu widerlegen und weitere Ermittlungen anzustellen.

3. Fehlende Buchführung.

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Gießener Zeitung"

Sammlungen für Wohlfahrtseinrichtungen des Roten Kreuzes vorgenommen werden. Die Haus- und Straßensammlungen werden von den Zweigvereinen und Sanitätsfolonnen vom Roten Kreuz in Hessen durchgeführt.

Im Gegensatz zu dem buchführenden Gewerbetreibenden, dem das Finanzamt nach dem Gesagten formelle Mängel oder sach­liche Unrichtigkeit der Aufzeichnungen nachweisen muß, kann der nichtbuchführende Gewerbetreibende ohne weiteres nach Ver­dienstsätzen oder anderen Richtlinien, wenn auch unter Berück­sichtigung der Eigenart seines Betriebes eingeschätzt werden. Welche Schwierigkeiten es dem Gewerbetreibenden hier bereitet, nachträglich seinen tatsächlichen Gewinn nachzuweisen, ergibt sich aus einer Entscheidung des Reichsfinanzhofs vom 29. 2. 1928 ( VI A 830-27).

* Die Immatrikulationen für das Wintersemester 1928-29 an unserer Universität beginnen am 15. Oktober, die Vor­lesungen am 29. Oktober.

* Ein Studiengang für das landwirtschaftliche Genossen­schaftswesen soll im kommenden Wintersemester an der Lan­desuniversität eingerichtet werden, da gegenwärtig ein Mangel an genügend vorgebildeten Diplomlandwirten besteht. Es soll dadurch eine Hebung der Lage der gesamten deutschen Land­wirtschaft angestrebt werden. Die Einführung einer Zusatz­prüfung im landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen ist für Diplomlandwirten in Aussicht genommen.

Der betreffende Steuerpflichtige hatte eine Vermögensauf­stellung auf den Anfang und Schluß des Jahres angefertigt und beim Vergleich der Vermögensbestände sowie unter Berücksich= tigung der Privatentnahmen festgestellt, daß sein Geschäftsge: winn nur 17 v. H. des Umsatzes betrug. Demgegenüber hatte das Finanzamt trotz eines ihm vorgelegten Gutachtens auf Grund der gutachtlichen Aeußerung eines amtlichen Sachver= ständigen einen Reinverdienst von 22 v. H. angenommen. Der Reichsfinanzhof hat diese Schätzung gebilligt; in den Entschei­dungsgründen ist u. a. folgendes gesagt:

Aufsichtsratssitzung der Hekoga.

Darmstadt, 25. Sept. 1928. Gestern fand in Darmstadt eine weitere Sitzung des Aufsichtsrates der Hekoga statt. Der Vor­stand berichtete über den derzeitigen Stand der Verhandlungen, die wegen der Gasversorgung des der Hekoga angeschlossenen Gebietes geführt werden, insbesondere auch über einen Plan für die Errichtung einer eigenen Kokerei innerhalb des Versorg­ungsgebietes. Der Aufsichtsrat hat zur weiteren Prüfung die­ses Plans einen Unterausschuß eingesetzt und soll von dessen Ergebnis in einer demnächst stattfindenden Sitzung Kenntnis erhalten.

* Wie die Direktion des Oberhessischen Museums mitteilt, ist in letzter Zeit während der Besuchszeit oder bei Besichtigun­gen im Museum gestohlen worden. Bei dem letzten Diebstahl handelt es sich um die Entwendung eines halb angebohrten Steinbeils, das in einem zur Veranschaulichung des Bohrens verfertigten Modell befestigt war. Die Museumsleitung bit­tet die Bevölkerung, bei Besuchen im Museum ein wachsames Auge auf ihre Umgebung zu haben und dadurch beim Schutze dieses kostbaren Besitztums vor diebischen Händen mitzuwirken.

* Interessante Rundfunkstunde. Kommenden Sonntag von 6 bis 7 Uhr veranstaltet der Rhein- Mainische Verband für Volksbildung im Südwestdeutschen Rundfunk wieder eine ,, Stunde der Heimat", die diesmal der alten Lahnstadt Diez und ihren historischen Erinnerungen gewidmet ist. Die, Stunde" wird sicherlich weit über das Lahntal hinaus vielen eine wertvolle Anregung bringen.

Neue Bücher.

,, Des Deutschen Vaterland",

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die reich illustrierte Bundeszeitschrift der Nationalen Einheits: front, dürfte in nächster Zeit bei allen, denen die großdeutsche Idee und damit die Anschlußfrage am Herzen liegt, besonderem Interesse begegnen. Ihr Herausgeber, Rudolf Wagner, iſt jüngst auf einer Reise in Südtirol mit seiner Gattin von den Italienern festgehalten worden, und es bedurfte der Interven­tion des Auswärtigen Amtes zu seiner Freilassung. Was müssen die Italiener zu verheimlichen haben, um sie zu solcher, jeder Pressefreiheit ins Gesicht schlagenden Haltung gegenüber einem deutschen Zeitungsmann zu veranlassen! Das vorlie­gende neueste Heft erwähnter Zeitschrift gibt die Antwort dar­auf. Der von den Italienern vergewaltigte Herausgeber zeigt in seinem Leitaufsatz Die italienische Seifenblase" mit scho­nungsloser Offenheit das faschistische Italien, wie es in Wirk lichkeit ist, als ein Gebilde von Kulissen, aufgebaut mit deut­schen Reparationsgeldern, und den Diktator Mussolini als den großen Gaukler, dem es bislang gelungen ist, alle Welt zu bluffen. Und die Gattin des Herausgebers schildert, wie die Italiener mit den deutschen Reisenden umspringen, die ihre Teilnahme für die unglücklichen Südtiroler erkennen lassen. Nur ein wenig zieht sie den Vorhang von den erschütternden Bildern, die sie in Südtirol schauen mußte, und man kann ge­spannt sein auf die Dokumente der Schande, deren Veröffent­lichung für die folgenden Hefte angekündigt wird. Auch der übrige Inhalt des Heftes entspricht den Aufgaben, die sich die Zeitschrift gestellt hat. Beiträge zur Schuldlüge von Professor über den un­Sihler in New- York, eine französische Stimme sauberen Frieden eine Erörterung der Wilsonschen 14 Punkte und die rechtlichen Folgerungen aus dem Vorfriedensvertrag sind dem Jahrestag von Versailles gewidmet. Reich mit Bil­dern, Karten und graphischen Darstellungen geschmückte Auf­sätze schildern die deutsche Landwirtschaft unter den Dawes­lasten und die Kulturarbeit des deutschen Arztes in den Ko­lonien( von dem früheren Medizinalreferenten im Reichskolo­nialamt Geheimrat Steudel), während ein mit prächtigen Zeichnungen ausgestatteter Aufsatz über Mecklenburg, wie es war und ist ,,, namentlich" beim Auslandsdeutschen Heimatge­fühle erwecken soll. Das ganze Heft, das auf dem Umschlag mit einem lebensvollen Bildnis Joh. Gottl. Fichtes geschmückt ist, zur Erinnerung von Fichtes Reden an die deutsche Nation vor 120 Jahren wird wie seine Vorgänger wieder im In­und Auslande der Wiederbelebung des deutschen Gedankens dienen und das ist sein Zweck.

* Trauben vor dem Genuß gut waschen! Obst soll man vor dem Genuß immer erst gut waschen. Dies gilt in erster Linie auch für Trauben, die bekanntlich mit Vitriol, Schwefel und sonstigen Giften bespritzt werden zur Schädlingsbekämp­fung. Da in diesem Jahre besondere Trockenheit geherrscht hat, haftet das Gift den Trauben meist noch an. In Landau sind am Genuß von ungewaschenen Trauben zwei Kinder schwer erkrankt; eines davon starb.

,, Es kann zugegeben werden, daß eine Vergleichung des Be­triebsvermögens nach dem Stande auf Beginn und Schluß: s Geschäfts- oder Kalenderjahres bei Einbeziehung der Entnahme zu betriebsfremden Zwecken Anhaltspunkte für die Bemessung des Geschäftsgewinns bietet. Es setzt dies aber voraus, daß solche Unterlagen für die Schätzung einwandfrei geliefert wer­den. Fehlen bei einem nicht ganz kleinen Betrieb ordnungs­mäßige Aufzeichnungen über die Einnahmen und Ausgaben kann auch eine Vermögensaufstellung für den Beginn und Schluß des Jahres und die Bemessung der Entnahmen zu Privat­zwecken keinen Anspruch darauf erheben, als zuverlässige Grund­lagen für eine Schätzung des Gewinns betrachtet zu werden, und es ist nicht zu beanstanden, daß das Finanzgericht den Ge­winn auf anderer Unterlage, Umsatz und Verdienstsatz, wie er bei anderen Geschäften ähnlicher Art ermittelt wurde, schätzte. Wenn das Finanzgericht dazu Sachverständige hörte und deren Gutachten den Vorzug vor den vom Beschwerdeführer vorgeleg= ten Gutachten gab, so liegt dies in seinem Ermessen und kann nicht als unzulässig angesehen werden. Eine Ueberschreitung der Grenzen des Ermessens(§ 6 AO.) ist weder den Entschei­dungsgründen noch den Akten zu entnehmen." Es liegt in der Natur der Schätzung eines Geschäftsgewinns, für den keine brauchbaren Geschäftsbücher vorliegen, daß mehr oder weniger nach äußerlichen Merkmalen geschätzt werden muß. Dem kann der Pflichtige nur durch ordnungsmäßige Buchführung begegnen.

Rokales.

Rotkreuztag 1928.

Aus Nah und Fern.

Heuchelheim. Montag Nacht wurde in der Scheune des Pumpenmachers Germer, Bachstraße 25, Feuer bemerkt. Die sofort alarmierte Feuerwehr fand bei ihrem Eintreffen die Scheune bis auf die Balken in hellen Flammen. Das Gebäude brannte völlig nieder.

In diesem Jahr wird am Sonntag, den 7. Oktober, eine all­gemeiner Rotkreuztag in ganz Deutschland stattfinden, an dem

Radsport, Berufssport im BDR.

Holzheim( Kr. Gießen). Unter der Schafherde unserer Ge­meinde ist die Schafräude festgestellt worden. Die Schutzmaß­nahmen sind bereits getroffen.

Alsfeld. Die Gastspielvorstellungen des Gießener Stadt­theaters in Alsfeld sind auch in diesem Jahre wieder ge= sichert. Die erste Vorstellung findet am Sontag, 14. Oktober, ſtatt,

Büdingen. Am 21. Oktober findet in Büdingen ein Flei­scher- Obermeistertag der Innungen des Bezirks Beide Hessen und Nassau" des Deutschen Fleischer- Verbandes statt.

Eine Erwiderung des Sportausschuß- Vorsitzenden Franz Eggert. Auf der Sommertagung des Vereins Deutscher Radrenn­bahnen in Köln ist der Beschluß gefaßt worden, die Radrenn­bahnen nur denjenigen Verbänden zur Veranstaltung von Amateurwettbewerben pachtweise zu überlassen, die inter­national anerkannte Wettfahrbestimmungen beachten. Dieser allen sportlich Gesinnten verständliche und mit Genugtuung be­grüßte Beschluß hat einigen Auch- Sportleuten Veranlassung gegeben, in der Oeffentlichkeit Geschrei über Unduldsamkeit und tleinliche Zänkereien von Verbandsführern zu erheben.

Offenbach. Nunmehr ist der Messingkäfer auch hier auf­getreten und zwar in einem Hause im Starkenburgring.

In Wirklichkeit ist der Vorgang, der zu diesem Beschluß führte, kurz folgender:

Groß- Gerau. In Anwesenheit vieler offizieller Persönlich­keiten fand am Sonntag die feierliche Grundsteinlegung der Volksbank in Groß- Gerau statt.

Wetzlar. Der im 94. Lebensjahr stehende Lehrer i. R. Jakob Steil aus Wetzlar ist Samstagabend gestorben. Steil gehörte zu den ältesten Lehrern Deutschlands.

Verband ausgesprochenen Strafen gegenseitig anerkannt wer= den sollten. Dieses Uebereinkommen wurde durch die Deutsche Radfahrer- Union unter fadenscheinigen Vorwänden gebrochen. Der B. D. R. fonnte mit dem Vorgehen der D. R. U. nicht ein­verstanden sein; er mußte zur Aufrechterhaltung der Ordnung verhindern, daß die durch durch ihn bestraften verkappten Be­rufsfahrer über einen anderen Verband an Amateurwettbewer­ben teilnehmen. Der Bund fand die verständnisvolle Mit­arbeit des Vereins Deutscher Radrennbahnen, der als Mit­glied des B. D. R. Wert auf Beachtung der Satzungen und Wettfahrbestimmungen seines Verbandes u. der internationalen Gepflogenheiten legen mußte, und auch die Kartell- Verbände der D. R. U., der Sächsische Radfahrerbund und die Concordia" rückten von der D. R. U. hörbar ab. Der Sachsenbund hat sei­nen Mitgliedern verboten, an Rennen teilzunehmen, in denen die durch den B. D. R. bestraften Fahrer starten.

Der Bund Deutscher Radfahrer hat einer Anzahl seiner Mit­glieder die Amateurlizenz entzogen, weil diese Mitglieder gegen die Wettfahrbestimmungen sich vergangen hatten. Der größte Teil dieser Fahrer war vertraglich von Fahrradfirmen verpflich­tet worden, gegen Entgelt deren Fabrikate zu benutzen, und ein jeder, der auch nur das kleinste Verständnis für Amateur­sport aufzubringen vermag, wird zugestehen müssen, daß diese Fahrer nicht in die Reihen der Amateure gehören. Sie haben aus ihrem Sport ein Geschäft gemacht und sind demzufolge berufliche Sportausüber. Die Versetzung dieser Amateure" zum Berufssport war nicht möglich, weil der Berufssport sich mit allen Mitteln dagegen wehrt, als Straffolonie betrachtet zu werden, und so konnte nichts anderes als die in den Wett­fahr bestimmungen vorgesehene Entziehung der Amateur- Lizenz vorgenommen werden.

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undankbare Erbschaft von denen übernommen hat, die vor Uebernahme der Oberhoheit im Radsport durch den Bund die Geschicke des Berufssportes auf der Matte und auf der Rad­rennbahn als Veranstalter oder Leiter in der Hand gehabt haben. Der Bund ist erst seit eineinhalb Jahren der Be­treuer des Berufsradsports und es ist wohl etwas viel ver­langt, wenn man die Forderung aufstellt, in diesen 18 Mona­ten hätte der Bund alle Sünden gutmachen müssen, die in langen Jahren am Berufsradsport begangen worden sind. Wenn frühere Ringkampf- und Radrennleiter heute das Bedürfnis fühlen, zu enthüllen und ihren Nachfolgern die Schuld an dem behaupteten Verfall des Radsports und des Ringkampfes zuzu­schieben, so darf man wohl sagen, daß diese Kritik" am Sport nicht dem Aufbau, sondern der Zersetzung dient.

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Der Bund Deutscher Radfahrer verschließt sich keiner ge­rechten Kritik und er wird stets bereit sein, den Gründungs­gedanken zu verfolgen, der auf eine Einigung aller deutschen Radsportverbände und auf Einigkeit im Radsport hinzielt. Wenn nun in der Sportpresse, besonders in der Berliner Sportpresse, über Uneinigkeit im Radsport Klage geführt und die Behauptung aufgestellt wird, daß bei einigem guten Wil­len alle Radfahrer unter einen Hut gebracht werden können. weil sie alle ein Ziel verfolgen, so sei daran erinnert, daß cs auch der Sportpresse nicht gelungen ist, in ihrem kleinen Kreis die Einigkeit zu erzielen, die die Sportpresse beim Radsport als erreichbar hält. Dem Verein Deutsche Sportpresse ist es ge nau so ergangen, wie dem Bund Deutscher Radfahrer. Nach dem alle Sportjournalisten in ihm vereinigt waren, hat sich der Verein Berliner Sportpresse abgesplittert und diese beiden Verbände stehen sich nun ungefähr ebenso gegenüber, wie der Bund Deutscher Radfahrer und die Deutsche Radfahrer- Union. Dieses kleine Beispiel soll keine Kritik darstellen, sondern nur zeigen, wie schwer es ist, selbst in einer Richtung strebende Menschen in Einigkeit zusammenzuführen.

Wenn nun einige Zeitungen von Autoritätsdünkel der Verbandsführer sprechen und Behauptungen aufstellen, für die andere den Beweis erbringen müssen, so sei daran erinnert, daß seir Jahren der B. D. R. bestrebt ist, mit allen Radfahr­verbänden Deutschlands in ein gutes Einvernehmen zu kom­men. Diese Bestrebungen sind nicht an dem Machtdünkel" oder an dem ,, mangelnden Entgegenkommen" des Bundes ge= scheitert, sondern an den persönlichen Interessen einzelner Her= ven auf der Gegenseite, die bei einem Zusammengehen mit dem B. D. R. ihre Verdienstmöglichkeiten entschwinden sahen. Wei­ter sei daran erinnert, daß im Jahre 1919 der Deutsche Rad= fahrer- Bund sich unter Opferung seines guten alten Namens mit der Allgemeinen Radfahrer- Union unter dem Namen ,, Bund Deutscher Radfahrer" zusammengeschlossen hat und die Deutsche Radfahrer- Union als Neugründung einiger Eigen­brötler der früheren Allgemeinen Radfahrer- Union eine Ab: splitterung vom B. D. R. darstellt. Diese Tatsachen beweisen, daß alle gegen den B. D. R. erhobenen Vorwürfe für die Ge­genseite angebracht erscheinen.

Wer die Zeitungen im vergangenen Jahre aufmerksam ge= lesen hat, wird gefunden haben, daß beweglich über eine zu große Nachsicht des Sportausschusses des B. D. R. gegenüber dem verkappten Berufsfahrertum geklagt worden ist. Nachdem die Beweise für die strafbare Handlung verschiedener Amateure erbracht und die für diese Vergehen vorgesehenen Strafen ver­hängt worden waren, war denjenigen, die zuerst nach dem Kadi gerufen hatten, die ausgesprochene Bestrafung zu hart und sie finden allerlei Entschuldigungen, um das Vergehen die­ser verkappten Berufsfahrer in einem milderen Lichte erschei= nen zu lassen.

Zwischen dem B. D. R. und der V. D. R. war im Sommer 1927 eine Absprache dahin getroffen worden, daß die durch einen

Wenn in der Presse behauptet wird, der Radsport ginge den Weg des Berufsringkampfes, so ist dabei interessant, daß diese Feststellungen besonders von denen gmacht werden, die als Unternehmer oder Leiter von Ringkampf- und Radrennver­anstaltungen tätig gewesen sind. Wenn mit dieser Behauptung gegen den B. D. R. Stimmung gemacht werden soll, so wäre es nötig, darüber nachzudenken, ob der Bund nicht eine sehr

Der Bund hat seinen Standpunkt gegenüber dem Sport im allgemeinen und dem Radsport im besonderen auf der Bun­deshauptversammlung in Erfurt klar und deutlich festgelegt. An diesem Programm wird er festhalten und in energischer Durchführung aller Beschlüsse versuchen, die Oeffentlichkeit und die ihm zurzeit abholden Zeitungen von der Aufrichtigkeit sei­ner Bestrebungen zu überzeugen.

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