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Samstag, den 25. August 1928.

Menschen geschehen ist. Man hat die arbeitsfähigen und im rüstigen Lebensalter willensfräftigsten Menschen des gewerb­lichen und geistigen Mittelstandes in die Stufe der arbeits­scheuen ,, Brüder von der Landstraße", der arbeitsschwachen Psychopathen, der Willenskranten und körperlich Kranken, den Blinden, Krüppel und Schwachsinnigen heruntergestoßen. Das heißt, man hat ihnen nicht bloß ihr Vermögen und ihr Recht, sondern auch ihre Arbeitsehre geraubt! Daher die Ver­bitterung und die Empörung im Kreise der alten Selbstrentner. Denn wie sieht diese sogenannte Fürsorge aus? Kein Recht auf Grund ihrer Leistungen, sondern Almosen. Keine Wie­derherstellung ihres früheren Vermögens, sondern im Gegen­teil noch Abzug von dem erbärmlichen Almosen aller sonst noch etwa aufkommenden Einkünfte.

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sondern muß ebenso nach den früheren Leistungen und der frühe­ren Kulturstufe der Selbstrentner gestaffelt werden. Wie es für die Arbeiter 5 Rententlassen, für die Angestellten 9 und für die Beamten 12 gibt, muß es auch für die 3. Gruppe je nach der Höhe des durch grausame ungerechte Staatsgesetze konfis­zierten Rentenvermögens in mehreren Stufen gestaffelt werden. Die Auszahlung muß durch die Post erfolgen.

Einspruch gegen die letzte Landtagswahl.

Darmstadt. Erneuten Einspruch gegen die Gültigkeit der letzten Landtagswahl hat im Juli d. J. die Nationalistische Ar­beiterpartei Gau Hessen erhoben, indem sie das Wiederaufnahme­verfahren vor dem Staatsgerichtshof beantragt hat.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Nr. 67.

Ich sah in diesen Wochen Wagen um Wagen heimwärts fah­ren, mit Aehren beladen, schwer sich wiegend; ich sah die Millia onen Früchte reifen im Felde, stand vor den fruchttragenden Bäumen im Garten und sah über das weite Land die Ernte. Alle sahen dies Werden und Reifen. Haben wir aber auch alle darüber nachgedacht, wieviel stille Kräfte, wieviel Segen am Werke waren, daß solche Fülle wurde?

Nun sind die Tage der Erfüllung. Das Waldmeer am Ber­geshang gibt schon den Ton an zur Farbe des Herbstes und alles ringsum, was im schwellenden Frühling einst grünte, färbt sich zum letzten Schmuck. Der Herbst hat seinen ersten Hauch getan

Die volkswirtschaftliche Berechtigung der Jagd. über Wald und Flur. Und gar bald wird alles schimmern in

Moral und der wirtschaftlichen Einsicht der betreffenden Be Die volkswirtschaftliche Berechtigung der Jagd.

hörden und ihrer Vertreter vereinbar, daß man folgende an Wahnsinn streifende Maßnahmen gegen die hungernden, entrech­teten und entehrten Selbstrentner anordnet, ja sogar durch­führt?!":

Man verlangt Arbeitszwang, also eine wirtschaftliche Un­vernunft, die allen Grundsätzen der sonstigen Versicherungs­gesetzgebung Hohn spricht. Hier müssen die Kreise der Gewerk­schaften aufgeklärt werden, und wenn die christlichen und gel­ben Gewerkschaften bei den Deutschnationalen, der Deutschen Volkspartei und dem Zentrum blind und erbarmungslos ver­sagen, dann muß mit den freien Gewerkschaften verhandelt

werden!

Ist es wirtschaftlich vernünftig, daß eine hungernde 75jäh­rige Arztwitwe aus dem Berliner Westen in frühster Morgen­stunde nach dem Berliner Osten wandert, um dort als Scheuer­frau ungekannt sich wenigstens das tägliche Brot zu verdienen, weil man ihr ihre einst von ihrem Gatten sichergestellte Alters­rente durch die furchtbaren Entwertungsgesetze geraubt hat? Ist es vom Gewerkschaftsstandpunkt aus zuzulassen, daß diese Grei­sin damit zugleich einer jüngeren Arbeiterwitwe das Brot weg­nimmt?

Oder was denkt sich ein Stadtrat eines großstädtischen Wohlfahrtsamtes, wenn er einem hungernden greisen Selbst­rentner, der glücklich 5700 M früheres Kapital endlich ,, auf­gewertet" bekommt, auferlegt, daß er sofort die über 3000 M gehende Summe, also 2700 M, dem Wohlfahrtsamt hypothefa­risch vermacht, als Ersay" für die bisherigen oder fünftigen minimalen Almosensätze?! Ist das überhaupt noch Almosen oder Fürsorge? Ist es nicht im Gegenteil ein wucherisches Kreditgeschäft auf Todesfall schlimmster Art? Darum weg da­mit, wie mit jeder anderen Rückerstattung aus dem bißchen überbleibenden Vermögen oder dem Arbeitsverdienst von selbst schwerringenden Kindern oder Enfeln!

Von der Pressestelle des Preußischen Landesjagdverbandes wird uns geschrieben: Man ist vielfach geneigt, die Jagd als eine Art Luxus, die Jäger als Freunde eines Feudalvergnügens anzusehen. Dem ist nicht so. Die Jagd ist ein wesentlicher Be­standteil des Volksvermögens, die Jäger sind dessen Hüter und Verwahrer. Es ist richtig, daß eine schärfere Auswahl unter der Jägerei oft sehr gut wäre. Dieses Ziel wird bereits durch die beabsichtigte Einführung einer Jägerprüfung verfolgt.

Wenn das ,, Recht der Alten" bei den Staats- und Wirt­schaftsinvaliden gesetzlich anerkannt und in ihren Bezügen durch die bisherige ,, Aufwertung" wiederhergestellt worden ist, so muß das logischer- und gerechterweise auch für die dritte Gruppe der Alten, der Selbstrentner, geschehen. Das muß durchgeführt werden auf der Grundlage der Entschädigung gemäß der frühe­ren Leistung. Die Selbstrentner müssen heraus aus der Für­forge.

Der Staat hat die Pflicht, ihr beschlagnahmtes Vermögen zu einer angemessenen Entschädigung des vorenthaltenen Zinsen­dienstes wieder zur Verfügung zu stellen. Und diese Ent­schädigung des Rententapitals resp. seines Ertrages darf nicht bloß sich auf die Darbietung des Existenzminimums beschränken,

Der Sieg an der Katzbach Zum 26. August als Erinnerungstag. Von Dr. Karl Klein, Buchschlag.

Im Jahre 1927 betrug der durch das Jagdwesen verursachte Umsatz an volkswirtschaftlichen Werten: Wildbretwert des erleg­ten Wildes 21 Millionen M., Wert der Decken und Bälge 4 Mil­lionen M., Jagdpachtgelder 27 Millionen M., Jagdscheine Millionen M., Jagdsteuern 5 Millionen M., Jagdindustrie und Handel 45 Millionen M., Hundewesen 3 Millionen M., Jagdper­sonal 11 Millionen M., Jagdliteratur und Presse 6 Millionen M., Jagdliche Umsätze allgemeiner Art 10 Millionen M.

Ein Forstmeister Bieger in Rostock hat eine neuere Sta­tistik für dieses Wirtschaftsgebiet veröffentlicht und berechnet den Ertragswert der Jagd bei einem Zinssatz von 5% auf 745 Millionen Mark, den jährlichen Gesamtumsatz auf

72 Millionen.

All diese Zahlen treffen jedoch nur für Preußen zu. Nimmt man die Länder hinzu, so werden sich die angegebenen 3iffern schätzungsweise um annähernd 100% erhöhen. Dies alles zeigt einwandfrei, daß für unser deutsches Vaterland die Jagd große wirtschaftliche Bedeutung hat.

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letter, feierlicher Glut. Es ist das letzte Leuchten gleich einem inbrünstigen Dank der Mutter Erde hinauf zum Himmel. Schrittweise zieht der Herbst ins Land. Das Leben wallt noch einmal auf und dann kommt das Ende. Ende? Nein, der Anfang.

Der koloniale Gedanke und die deutsche Pfadfinderbewegung. In der deutschen Jugendbewegung spielt der bündische Gedanke jetzt eine große Rolle. Eine besondere Pflegestätte findet er in der deutschen Pfadfinderbewegung. Da gibt es eine Gruppe in der Pfadfinderbewegung, den ,, Kolonial- Bund Deutscher Pfad­finder e. V.", der sich zur besonderen Aufgabe die Pflege des kolonialen Gedankens gesetzt hat und sich deshalb für seinen ersten Führer, den deutschen Kolonialhelden Lettow- Vor­beck erwählt hat. Das Wachstum dieses Bundes, dessen Ge­schäftsstelle sich Berlin SW. 11, Bernburgerstr. 24/25, befindet, ist ein Beweis dafür, daß trok aller Gegner doch der koloniale Der Gedanke in der heranwachsenden Jugend weiterlebt. Kolonial- Bund Deutscher Pfadfinder e. V. steht auch im Dienste des großdeutschen Gedankens und hat in diesem Jahre eine mehr­wöchentliche Wanderung durch die verschiedensten Teile Deutsch­Desterreichs gemacht und innige Beziehungen dort angeknüpft. Auch das diesjährige Bundeslager des Kolonial- Bundes Deut­scher Pfadfinder e. V. auf der Sachsenburg zeigte einen so frischen frohen Geist, daß wir nur wünschen möchten, daß in jedem Orte Deutschlands eine Gruppe dieses Bundes vorhanden wäre.

Der 26. August ist der Erinnerungstag an eine der wichtig= sten Schlachten der Befreiungskriege vor 115 Jahren im Jahre 1813. Es war keine Entscheidungsschlacht, aber eine Schlacht, die eine Wendung herbeiführte und die eine eingetretene Wand­lung erstmals mit einem durchschlagenden Erfolg hervortreten ließ. Am 26. August 1813 wurde die Schlacht an der Katzbach geschlagen. Fünfeinhalb Monate seit dem offiziellen Beginn des Krieges waren schon vorübergegangen, ohne irgend welche Entscheidung nach der einen oder anderen Seite zu bringen. Nach der Schlacht an der Katzbach dauerte es nur noch 7 Wochen bis zur Völkerschlacht bei Leipzig, bis zur Entscheidungsschlacht der Befreiungstriege, bis zur tatsächlichen Befreiung Deutsch­lands bis zum Rhein und mit weiteren Schlägen darüber hinaus.

Ueber den Acker sehen wir wieder den Sämann schreiten, der die Körner in die Furche streut zu neuem Leben und noch größerer Fülle.

So ist es im Menschenleben. Saat, Reise und Ernte. Heute pflanzen wir selbst noch die Keime, von deren Frucht wir einstens das Brot im fünftigen Leben zu erwarten haben. Wer einst reiche und kostbare Ernte will, darf die Mühen der Aussaat nicht scheuen. Wer goldene Aehren ernten will, darf nicht Un­fraut und Dornen fäen. Der Sonntagsschreiber.

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Landesversammlung des Evangelischen Bundes. Die diesjährige Landesversammlung des Hessischen Haupt­vereins des Evangelischen Bundes findet vom 8. bis 10. Sep­tember in Oppenheim statt. Sie steht unter dem Thema: Evan­gelisches Christentum und Deutsches Volkstum.

entscheidenden Vorstoß. Gleichzeitig wollte er seine politisch­strategische Lage gegenüber dem unsicher in der Flanke, Gewehr bei Fuß, stehenden Desterreich verbessern. Er bedurfte vorüber­gehender Ruhe. Im Lager der Verbündeten hatte das Zurück­weichen bis nach Schlesien die Stimmung stark darniedergedrückt. Bei den Russen wurden schon Stim laut, den Krieg für fremde Zwecke aufzugeben. Da traf das Waffenstillstandsange­bot Napoleons ein, das zur Heranziehung und Ausbildung neuer Kräfte dienen, das den Anschluß Oesterreichs bewirken konnte. Der Waffenstillstand dauerte vom 4. Juni bis 11. August. Dester­reich und Schweden traten dem Bündnis bei. Es wurde nun aus Desterreichern, Russen und Preußen die Böhmische Armee, aus Preußen und Russen die Schlesische Armee unter Blücher, und aus Preußen und Schweden die Nordarmee gebildet.

Während der ersten Monate des Jahres 1813 hatte sich die Erhebung des preußischen Voltes zuerst in Ostpreußen, dann in Schlesien und den Marken vollzogen. Alle Mannschaft war zu den Waffen geeilt, die teilweise primitivster Art waren. Die Ausbildung und Umbildung zu tüchtigen Truppenteilen und Heereskörpern mußte sich allmählich vollziehen. Vor der all­gemeinen Volfserhebung, der plötzlichen Umwandlung dieses bisher verspotteten und geknechteten Volkes, die ihnen ein Grauen einflößte, waren die französischen Marschälle zurückge­Dann waren wichen, hatten voreilig die Marken geräumt. Preußen und Russen in siegreichen Gefechten durch Sachsen über die Elbe bis zur Saale vorgedrungen. Gegen Ende April er= schien Napoleon mit seinem neu aufgebotenen Heere auf dem Kriegsschauplatz und vereinigte mit demselben die in Deutsch­land noch vorhandenen Truppen in Stärke von 170 000 Mann. Mit nahezu einer halben Million Soldaten war er den verbün­deten Russen und Preußen weit überlegen. Bei Großgörschen besiegte er sie und drängte sie über die Elbe zurück. Bei Bautzen, im östlichen Sachsen, erfocht er nochmals einen Sieg. diese Siege hatten ihn gewaltige Opfer gekostet. Die Verluste seines Heeres waren die größeren. Es waren Pyrrhussiege. Be= sonders die Preußen hatten hartnäckigsten Widerstand geleistet. Wie Treitschte sagt ,,, die Ueberlegenheit der sittlichen Spann­fraft und des triegerischen Feuers war auf die Preußen über­gegangen".

Aber

Napoleon hatte keine entscheidenden Erfolge errungen. Erstmals erfaßte ihn ein Bangen vor dem endgültigen Aus­gang. Deshalb wollte er alle seine Kräfte sammeln zu einem

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Straßensperrungen,

mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V., Gießen. Ortsausfahrt Marburg. In dem Straßenzug Marburg- Kassel für alle Fahrzeuge ab 20. Aug. bis auf Weiteres gesperrt. Umleitung über Wehrda.

Haina- Waldgirmes. Jn dem Straßenzug Bieber- Waldgirmes für alle Fahrzeuge vom 28. Aug. bis 4. Sept. gesperrt. Um leitung über Kinzenbach- Dorlar.

Km. 29,2 32,1. In dem Straßenzug Frankenberg- Sachsen­berg für alle Fahrzeuge bis auf Weiteres gesperrt. Umlei­tung über Viermünden Schreufa. Aufgehobene Straßensperrungen:

Die Strecke Büches- Büdingen im Zuge der Straße Ranstadt­Gelnhausen ist ab 25. August wieder sperrungsfrei.

* Aus der Stadt. Unsere Stadt ist auf dem Wege groß­städtisch zu werden. Das laufende Jahr bildet hinsichtlich der der Ladenumbauten und Verschönerungen ein Rekordjahr. Diese Bauten haben außerordentlich zur Verschönerung des Straßen­und Stadtbildes beigetragen. Unsere Kaufleute sind mit Recht der Ansicht, daß architektonische Gestaltung des Hauses in Ver­bindung mit großen schönen Schaufenstern wirksamste Werbe­mittel sind. Auch durch die Verlängerung der Kolonnaden zwischen Bahnhof und Post ist eine größere Anzahl von Läden und Geschäftsräumen entstanden. Im Innern der Stadt sind

gen aus einem Gebirgsbach zu einem reißenden Fluß geworden war, Brücken und Stege fortgeschwemmt hatte.

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Am Tage nach der Schlacht setzte die Verfolgung des Feindes gegen die Kaybach und weiter nach Westen, Sachsen, zu ein, die Gneisenau, ihre Bedeutung zur Zersprengung des Feindes und Ausschlachtung des Sieges in Erinnerung an Jena und Auerstädt erstaunend aufs heftigste betrieb. Die wilde Jagd der Verfolgung hielt tagelang an. Bis zum 1. September wurde sie fortgesetzt. Drei Tage nach der Schlacht, am 29. August, wurde die Division Puthod zersprengt. In der Schlacht verloren die Franzosen 30 000 Mann und 105 Kanonen. Mit der Beute an Waffen und Munition konnte die Schlesische Armee ihre mangelhafte Ausrüstung vervollständigen. Das erste Glied der Infanterie, das bisher nur Piken gehabt hatte, kam in den Be­sitz von Gewehren. Die Tage der Verfolgung zersprengten und vernichteten diese französische Armee von 80 000 Mann. Mac­donat meldete an Napoleon: ,, Sire, votre armee du Bober n' existe plus." Majestät, Ihre Armee vom Bober besteht nicht mehr.

Napoleon sah sich drei Heeren gegenüber, die ihm in ihrer Gesamtheit überlegen, aber weit von einander entfernt waren. Er hatte den Vorteil der inneren Linie, konnte aber bei einem Vorstoß gegen eine der Armeen in der Flante und sogar im Rücken bedroht werden. Vor der Nordarmee unter Bernadotte glaubte er am wenigsten fürchten zu müssen. Als seinen gefähr­lichsten Gegner sah er Blücher mit der Schles. Armee an, ihn wollte er zuerst schlagen. Mit voller Kraft wollte er sich auf ihn werfen. Blücher wich ihm vorsichtig aus und zog sich nach Schlesien zurück. Inzwischen drang die Böhmische Armee von Südosten nach Sachsen ein. Napoleon durfte sie nicht in den Besitz des wichtigen Dresden kommen lassen, wodurch seine rüd­wärtigen Verbindungen bedroht wurden. Deshalb wandte er sich notgedrungen gegen die Böhmische Armee unter Aufgabe seines Feldzugplanes und beließ in Schlesien den Marschall Macdonald mit 80 000 Mann, der Blücher in Schach halten und weiter nach Schlesien hineindrängen sollte. Sobald Blücher den Abzug Napoleons erfahren, beschloß er den Angriff auf die Franzosen. Das strategische Genie seines Generalstabchefs, Gneisenau, erkannte die Vorteile der örtlichen Lage einer süd­lich Liegnitz vorwärts der Städte Jauer und Wahlstadt an den Gewässern der Gebirgsbäche der Katzbach und der wütenden Neiße vorgenommenen Schlacht gegen die Franzosen. Die Preu­ßen und Russen stellten sich auf der Hochebene am rechten Ufer der Neiße auf und verbargen sich dort. Der Feind drang über die Katzbach vor und warf die preußischen Vorhuten über diese und über die Neiße zurück. Da Macdonald das Hauptheer Blü­chers im weiteren Rückzug vermutete, drangen die Franzosen ziemlich sorglos nach Ueberschreiten der Neiße die Anhöhen hin­auf. Nun wurden sie auf der Hochebene empfangen. Wegen des heftigen Regengusses versagten die Gewehre. Kolben und Bajonette wurden zur Hauptwaffe. Viele der Feinde wurden niedergemacht. Der Feind wurde die Anhöhen hinabgeworfen in die Gewässer der wütenden Neiße, die durch anhaltenden Re­

Es war der erste große Sieg. Seine moralische Wirkung war eine ungeheuere. Die Zuversicht der Verbündeten wuchs wieder. Die Böhmische Armee war gerade von Napoleon zu­rückgedrängt nach Böhmen, hatte aber im gehobenen Mut durch die Siegesnachricht heftigen Widerstand geleistet und sich durch Umzingelung und Vernichtung des Korps Vandamne wieder freien Weg gebahnt. Die beinahe erschütterte Koalition der Verbündeten war wieder gefestigt. Ein preußischer Kriegsheld war im Marschall ,, Vorwärts" entstanden. Die Zuversicht der Preußen wuchs außerordentlich, während sie bei Napoleon und seiner Gefolgschaft sant. Vor Blücher bekam Napoleon einen ungeheuren Respekt.

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Noch wichtiger waren die strategischen Folgen des Sieges, Die Schlesische die meistens weniger hervorgehoben werden. Armee war frei geworden, hatte keinen nennenswerten Gegner mehr vor sich. Schlesien war befreit. Die Schlesische Armee tonnte nach Sachsen vordringen und Bautzen besetzen. Napoleon mußte sich zurückziehen nach Dresden, gefolgt von der Böhmi­schen Armee. Blücher, gestützt auf das strategische Genie Gnei­senau, wendet sich nicht gegen Napoleon, sondern vollzieht seine Vereinigung mit der herankommenden Nordarmee, erzwingt bei Wartenberg den Uebergang über die Elbe. Damit tommt er von Norden und bedroht Napoleon nicht nur in der Flanke, son­dern auch im Rücken. Napoleon muß sich nach Leipzig zurück­ziehen, wo er gegen die von Norden, Osten und Süden anrücken­den Feinde in der Hoffnung eines siegreichen Durchbruchs nach einer Seite mit folgender Aufrollung der anderen Seite die Entscheidungsschlacht annimmt.

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