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Nr. 25.

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Samstag, den 24. März 1928.

Von der auslandsdeutschen Front.

Die nachstehende Angelegenheit bringen wir nicht nur wegen der Sache selbst zur Kenntnis unserer Leser der Pressedienst" müßte täglich und in weit größerem Format erscheinen, wollten wir alle Beschimpfungen und Unterdrückungen des Deutschtums in aller Welt registrieren, die uns die Tagespresse verschweigt sondern zwei beson­dere Gesichtspunkte veranlassen uns zum Abdruck: Zunächst ist es ein hessischer Landsmann, Hans Markert aus Nieder- Saulheim ( Rheinhessen), der hier für Ehre und Ansehen unseres Volkes in die Bresche sprang und andere Deutsche zu gemeinsamer Abwehr aufrüttelte; dann aber beweist dieser Bericht von einem deutschen Außenposten wieder einmal, daß es offensichtlich das Schicksal des Deutschtums auf dem ganzen Erdball ist, in kritischen Augenblicken von den Führenden", den Prominenten"( im Reich sprechen wir von ,, Bonzen", Partei-, Verbands-, Amts- und anderen) auf deren Handeln der Durchschnittsdeutsche mit gläubiger Zuversicht wartet, im Stich gelassen zu werden. Das mutige Auftreten unserer auslands= deutschen Kameraden, denen unser Dank und Gruß gilt, zeigt uns, daß unsere Bewegung auf dem richtigen Wege ist mit ihrer Losung: Silf dir und unserem Volke selbst, dann hilft uns Gott! Tatbestand: Ein Deutscher, Bergwerksingenieur Baumgar­ten aus Essen, der während des Krieges aus den Vereinigten Staaten fliehen mußte, klagte vor dem Chikagoer Kreisgericht auf Herausgabe seines Kindes, das nach dem Tode seiner Frau in seiner Abwesenheit von einer Chikagoer Familie adoptiert worden war. In diesem Prozeß plädierte der Anwalt der Be­Elagten, wie in den nachstehenden Veröffentlichungen wieder­gegeben wird. Das Gericht hat inzwischen( die nachstehenden Aeußerungen wurden vor Abschluß des Prozesses veröffent licht) die Klage des Vaters abgewiesen mit der Begründung: ,, daß ein im amerikanischen System erzogenes Kind nicht mehr in einen rückstän­digen deutschen Haushalt mit preußischem Erziehungssystem kommen dürfe." Der Vater hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt.

*

Am 17. Dezember 1927 veröffentlichte Hans Markert in der ,, Abendpost"( Chikago) folgende Zuschrift:

,, Jm Chicagoer Kreisgericht führt seit einiger Zeit ein Herr Baumgarten aus Essen einen Prozeß, der wohl das größte Interesse aller Deutschen hierzulande erregen dürfte. Ueber die Prozeßsache selber tann und darf natürlich nichts ge­sagt werden, solange das Gericht seine Entscheidung noch nicht getroffen hat. Aber eine andere Sache wäre wohl wert, daß sich die Vertreter des Chicagoer Deutschtums damit befassen, nämlich die Behauptung des Rechtsanwaltes Milford Olds, ,, preußische Tyrannei, die preußische Idee, daß ein Vater ein König in seinem Haushalte ist, werde den Geist eines Mädchens niederdrücken, das da erzogen worden ist, wo Kinder als Per­sonen( individuals) betrachtet werden." Gegen eine solche blöde Beschimpfung sollte man sich doch öffentlich verwahren. Ich be­zweifle, ob Herr Olds jemals Gelegenheit hatte, deutsche Kinder­erziehung zu studieren. Und glaubt er vielleicht, drüben sei man hinter dem Mond zuhaus? In Deutschland ist man wenigstens so ,, modern" wie in this country". Man soll dem Herrn doch einmal von berufener Stelle aus flarmachen, daß der Krieg vorbei ist, und nicht jeder beliebige auf den Deutschen herum­trampeln kann. Was werden unsere führenden Deutschen" hier tun?" Hans Markert, Techny Ill. Darauf wurde an der gleichen Stelle unter anderen noch folgende Zuschriften veröffentlicht:

Herr Hans Markert schrieb am vergangenen Sonnabend unter ,, Eingesandt" einen Artikel, zu dem ich mir gestatte, eini­ges zu sagen.

,, Man soll dem Herrn doch einmal von berufener Stelle aus flar machen" usw. sagt Herr Markert. Da ist es doch mal an­gebracht, zu fragen, wo ist denn eigentlich hier eine berufene Stelle, die in der ist, das Deutschtum zu vertreten?

Nicht den Herrn Olds können Sie verurteilen, der is eben ein Opfer seiner Umgebung und hat sonst in seinem Leben nichts gehört als, to make the world safe for democracy". Daher ist auch der Kampf gegen den preußischen Militarismus, in dem er ja so große Vorbilder hatte, vollkommen verständlich. Jm übrigen haben ja auch ,, The Friends of German Democracy" hier in Amerika dafür gesorgt, daß der Amerikaner den ,, rich­tigen" Begriff vom preußischen Militarismus bekam.

Unsere führenden Deutschen werden selbstverständlich, wie immer, soviel Mut aufbringen und gar nichts tun. Ueber das Erziehungswesen hier kann man als selbstdisziplinierter Deutscher nur sagen: tiefer hängen. Wenn Herr Milford Olds zu= hause nicht der König, sondern der Trottel ist, so kann er das in Zukunft ja für sich behalten. Wir Deutsche haben dafür kein Verständnis, und werden es auch nie soweit bringen.

Im übrigen, vielen Dank, Herr Markert, für Ihr Eintreten im Interesse unseres Volkstums." Mit deutschem Gruß!

Friz Gissibl, Chicago.

In voller Uebereinstimmung mit dem Artikel des Herrn 5. Markert, Techny Jll in Nr. 296 Jhres Blattes, ist es mir un­begreiflich, daß sich das Deutschtum gerade in Amerika die fort­gesetzten Anrempeleien gefallen läßt, mit denen man alles, was Deutsch ist, bedenkt. Es gehört sicher ein gutes Maß von Bös­willigkeit und Unkenntnis dazu, um sich zu einer Behauptung aufzuschwingen, wie sie Herr Rechtsanwalt Olds vorbringt, wenn er das deutsche Erziehungswesen mit, preußischer Tyrannei bezeichnet. Letzten Endes weiß Herr Olds überhaupt nicht, wo Preußen liegt, und im übrigen wollen wir es dahingestellt sein Tassen, welche Erziehungsmethode die besseren Früchte zeitigt, die hiesige, oder die sogenannte preußische. Für uns in Deutschland ist sie jedenfalls gut genug.

Sicher läßt man hierzulande selten eine Gelegenheit unbe­nugt um alles, was deutsch ist, herunterzusetzen. Daß der Krieg bereits 9 Jahre zu Ende ist, und daß man allenthalben von Völkerversöhnung spricht, scheinen sehr viele Leute in Amerika überhaupt nicht zu wissen. Ich hatte neulich Gelegenheit, in Columbus, Ohio, den Film ,, Men of Purpose" zu sehen, der an­geblich unter der Leitung der Militärbehörde vorgeführt wird. Es läßt sich nur schwer beschreiben, welch ein Lügenmachwerk in diesem Film dem Publikum vorgefurbelt wird. Obwohl denkende Menschen schon längst wissen, wo die Wahrheit aufhört und der

,, Gießener Zeitung"

Rückblick und Ausblick auf die Entwickelung des Realkredits.

Jahresende und Jahreswende veranlassen zu Rückblick und Ausblick auf die Entwicklung des Pfandbrief- und Hypotheken­marktes.

Ein dringender Bedarf an Realkredit trat bereits kurz nach Stabilisierung der Mark in Erscheinung, jedoch war damals die Tätigkeit der Realkreditinstitute durch die allgemeine Geld­verknappung stark gehemmt. Erst im Jahre 1925 machte sich eine kleine Besserung auf dem Geldmarkte bemerkbar. Im Laufe des Jahres 1926 entwickelte sich das Hypothekengeschäft durch besonders guten Absatz von Pfandbriefen weiter sehr günstig und konnte sich auch im ersten Halbjahr 1927 behaupten, wäh­rend später der Pfandbriefabsatz merklich nachließ und sich im zweiten Halbjahr 1927 auf dem Hypothekenmarkt sehr ungünstig ausgewirkt hat. Noch steht der Hypothekenmarkt unter dem Zei­chen des schlechten Pfandbriefabsatzes im zweiten Halbjahr 19%.

Wenn man jedoch berücksichtigt, daß das Jahr 1926 für den Psandbriefabsatz ungewöhnlich günstig war, so ist das zahlen­mäßige Gesamtergebnis im vergangenen Jahre noch als be­friedigend anzusehen; denn er hält sich auf etwa 75 Prozent des Absatzes vom Jahre 1926. Dies ist jedoch nicht zuletzt darauf zurückzuführen daß es noch im Anfang 1927 gelang, einen großen Teil von Goldpfandbriefen im Auslande unterzubringen. Daß jedoch im allgemeinen im Auslande keine große Nachfrage nach deutschen Pfandbriefen herrscht, beruht wohl letzten Endes da­rauf, daß auch bei der Einlösung von Coupons bei Pfandbriefen die Kapitalertragssteuer in Höhe von 10 Prozent vom Geld­werte des Zinsscheines erhoben wird. In Anbetracht dieses Umstandes wäre es durchaus erwünscht und vor allen Dingen zweckmäßig wenn die Regierung die Kapitalertragssteuer für Auslandsanleihen, die für Hypothekenkredite bestimmt sind, und für Pfandbriefe fallen lassen würde, damit ausländisches Kapital hereinkommt und den Pfandbrief- und Hypothekenmarkt belebt

Ein weiterer Grund für die Hemmnisse, die sich dem Pfand­briefabsaz im Jahre 1927 entgegensetzten, ist unverkennbar der, daß das Publikum die Bestrebungen der Realkreditinstitute, den Pfandbriefzinsfuß auf 7 Prozent gewaltsam zu reduzieren und zu standardisieren, glattweg sabotiert hat. Allerdings muß man hierbei berücksichtigen, daß ein großer Teil unseres Volkes, der vor dem Kriege die Ersparnisse hauptsächlich in festverzinslichen Werten anlegte, verarmt ist, so daß für die Aufnahme von Pfand­briefen mit in erster Linie heutzutage die Spekulation in Frage kommt. Der Spekulation jedoch kann der Pfandbriefmarkt kei­nen Anreiz bieten, da die Kursdifferenzen bei Pfandbriefen ent­gegen denen bei Aktien unerheblich sind. Obwohl die Rendite bei Aktien gegenüber bei festverzinslichen Werten wesentlich geringer ist, wie sich aus nachstehender Gegenüberstellung er­gibt, sind festverzinsliche Werte die Stiefkinder an der Börse und werden es voraussichtlich auch bleiben, da die Spekulation nicht das Hauptgewicht auf die Rendite, sondern auf die Kursdifferen­zen der einzelnen Papiere legt.

Durchschnittsdividende.

( Berechnet nach 100 im Berliner Kurszettel aufeinander fol­genden Aktienwerten.)

Durchschnittsdividende 1924( 1924/25) Durchschnittsdividende 1925( 1925/26) Durchschnittsdividende 1926( 1926/27)

4,91% 4,83% 5,29%

Realverzinsung von festverzinslichen Werten. ( Berechnet nach 5-, 6-, 7-, 8- u. 10% igen Gold- Pfandbriefen usw.) Durchschnittliche Realverzinsung 1925 Durchschnittliche Realverzinsung 1926 Durchschnittliche Realverzinsung 1927

7,27%

7,19%

7,93%

Im Grunde genommen ist es lebhaft zu bedauern, daß sich der Wunsch der Emissionsinstitute, möglichst am 7prozenti­gen Pfandbrieftypus festzuhalten, als unerfüllbar erwiesen hat. Die Entwicklung ist darüber hinweggegangen, und im allgemei= nen scheint jetzt die Notwendigkeit des 8prozentigen Pfandbriefes anerkannt. Es ist anzunehmen, daß die Emissionsinstitute aus der Entwicklung des Pfandbriefmarktes im Jahre 1927 Lehren gezogen haben und daß wohl für die fernere Zeit mit einer größeren Stabilität des Pfandbrieftypus zu rechnen ist, was im allgemeinen nur sehr zu begrüßen wäre.

Wie schon eingangs gesagt, hat der um etwa 25 Prozent geringere Pfandbriefabsatz im Jahre 1927 gegenüber dem Jahre 1926 das Aktivgeschäft der Realkreditinstitute( Ausleihung von Die Neuaus= Hypothekengeldern) sehr ungünstig beeinflußt.

leihung von Hypothekenkrediten hat sich im allgemeinen ver­mindert. Bei den Sparkassen ist der Rückgang der Ausleihung wenigstens in den Sommermonaten nicht so ausgeprägt, da sie teilweise auf die Girozentrale zurückgreifen konnten. In Schwindel anfängt, bleibt bei der großen Menge doch immer etwas von dem Gift der unseligen Kriegsschuldlüge haften. Es schien mir auch unbegreiflich, daß ich auf vielen Bildern in einem der besten Museen in Washington den deutschen Soldaten als ,, Hun" bezeichnet fand. Für mich als ehemaligen deutschen Gol­daten und Frontkämpfer liegt in dieser Bezeichnung eine Be­leidigung, und andere werden genau so denken. Gerade in Washington, wo es doch eine deutsche Botschaft gibt, sollte sich diese doch bemühen, mit diesem Unsinn endlich aufzuräumen. Im übrigen frage ich mit Herrn Markert: Was werden unsere ,, führenden Deutschen" dagegen tun?"

Arno Greiner, 2031 Fremont Str.­

*

Aus einem Briefe von Hans Markert fügen wir noch bei: ,, In hiesigen Zeitschriften( ,, Chicago Tribune" usw.) zir­fuliert zur Zeit eine Geschichte: ,, The Red Knight of Germany" ( ,, Der rote Ritter Deutschlands"), Richthofens Kriegsleben mit Bildern. Das Material hat der Autor, Floyd Gibbons, an­geblich aus den deutschen und englischen amtlichen Archiven und von der Familie von R. bekommen.. Das Geschmiere wird angeblich veröffentlicht, um die ,, sportsmanship" R.'s den Ame­rikanern vor Augen zu führen. Schaut sehr ,, fair" und edel Aber es wimmelt darin von ,, the Kaisers killer"( ,, des Kaisers Schlächter"), von ,, R.'s lust to kill"( R.'s Begierde zu töten) und ähnlichen Beschimpfungen. Natürlich ist in den englischen Berichten geflissentlich das Wort ,, Hun" stehen ge= blieben Weiß die Familie von Richthofen, weiß die Amtsstelle, die die Dokumente zugänglich gemacht hat, darum?" Wir stellen die letzte Frage hiermit in der deutschen Deffent­lichkeit.

aus.

Nr. 25.

der Zusammensetzung des Aktivgeschäfts der Realkreditinstitute ist eine wesentliche Veränderung eingetreten. Während bis An­fang 1926 ungefähr die Hälfte des Aktivgeschäftes im Dienste des landwirtschaftlichen Grundbesitzes stand, ist der Anteil der an die Landwirtschaft neu gegebenen Hypotheken im vergange­nen Jahre beträchtlich gesunken, ebenso wie keine Ausdehnung des Kommunaldarlehensgeschäfts eingetreten ist. Obwohl im allgemeinen die Ausleihung von Hypothekengeldern im Jahre 1927 rückgängig war, so entfällt der Hauptteil des Aktivgeschäftes der Realkreditinstitute der vergangenen Jahre auf die Gewäh rung von städtischen Hypotheken, die in der Hauptsache dem Woh­nungsbau, dem städtischen Hausbesitz und zum Teil der Industrie ( gewerbliche Betriebsgrundstücke) zugute kommen. Bei der Aus­leihung von Hypothekarkrediten für den Wohnungsbau ist nach unserer Ansicht in der Hauptsache der öffentliche und nicht der private Baumarkt, der bekanntlich immer noch darniederliegt, bedacht worden.

Wie schon gesagt, überwiegen im Jahre 1927 städtischer Grundbesitz und Industrie als Kreditnehmer entgegen den Vor­jahren, in denen die langfristigen Kredite zu 40 Prozent von der öffentlichen Wirtschaft aufgenommen worden sind und in denen auch der Anteil der Landwirtschaft ganz beträchtlich war, wie sich aus nachstehender Aufstellung ergibt: Die Verteilung der langfristigen Kredite auf Wirtschaftsgruppen. Mill. RM.

31 12.31. 12.31. 12. 31 8. 31. 10. 1924 1925 1926 1927

1927

Öffentl.- rechtl. Körper­schaften

Inlandsanleihen

21.0

Auslandsanleihen Kommunaldarl hen Summe

190.9 211.9

34.0 839.6 1528.6 1528.6 398.0 787.5 899.2 1051.3 510.21 559.4 2 135.5 2222.8

942.23 186.5

4 563.3 48027.

12.0

35 4

35.4

35.4

259.5 593 2

671.3

671.3

271.5 628.6

706.7

706.7

Öffentl. Unternehmungen

Inlandsanleihen. Auslandsanleihen

Summe

Industrie, Handel und Verkehr

Inlandsanleihen Auslandsanleihen

Sumne Städtischer Grundbesitz Landwirtschaft.

54.0 177.0 528.3 727.3 42.0 516.21 172.0 1 306.2 96.0 693 21 700.3 314.9 453.4

732.3

1 421.9

2 123.5, 2 154.2 938.12 359 8 3 698.7 3914.2 950.81 924.6 2 452.5 2521.9 Gesammtsumme.. 1 076.2 3 795.89 799. 13 544.7 14 099.7 Das Anschwellen der Ziffer über die Neuausleihung von Hypothekarkrediten an den städtischen Grundbesitz seit 1924 von 314,9 auf 3914,2 Millionen Reichsmart am 31. Oftober 1927 ist darauf zurückzuführen, daß sich der deutsche Hausbesitz infolge der hohen öffentlichen Lasten, der erhöhten Reparaturbedürftig­keit der Häuser usw. gezwungen gesehen hat, im weitestgehenden Maße neue Hypotheken aufzunehmen. Vorstenhende Ziffern sind ein Argument gegen die Behauptung, der deutsche Hausbesitz wäre entgegen der deutschen Landwirtschaft schuldenfrei.

Der Durchschnittszinsfuß für Realkredit, der Anfang 1927 8,34 Prozent durchschnittlich betrug, ist im Laufe des Jahres 1927, wie sich aus nachstehender Aufstellung ergibt, bis nahe an die Grenze von 10 Prozent gestiegen, an der er sich augenblick= lich noch bewegt. Die Hypothekenzinsen: 1927:

Januar

Februar

März

April

Mai

1927:

8,34% Juli

8,00%

Auguſt

8,04%

September

8,61%

Oktober

8,63%

November 8,74% Dezember

8,92%

9,50%

9,01%

etwa 9-10%

etwa 9-10%

Juni .. etwa 9-10% Diese successive Steigerung des Zinsfußes für Realkredit im Jahre 1927 ist auf die Verknappung des Realkredites und nicht zuletzt auf die im Oftober 1927 erfolgte Erhöhung des Reichs­bankdiskontsazes um 1 Prozent auf 7 Prozent zurückzuführen.

In Anbetracht der Tatsache, daß die Emissionsinstitute im allgemeinen wieder auf den 8prozentigen Pfandbrieftypus zu­rückgegriffen haben, ist zu hoffen, daß sich das Angebot an Leih­geld merklich heben wird. Jedoch ist mit einer wesentlichen Senfung des Zinsfußes für Realkredit voraussichtlich vorläufig n. t zu rechnen, zumal es den Anschein hat, daß die Reichsbank den Diskontsag vorläufig nicht zu senken beabsichtigt.

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