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Mittwoch, den 22. Februar 1928.

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Lokales.

Straßensperre. Wegen Beschädigung der Schmiedbrücke in Großen- Bused wird die Provinzialstraße Zeilgasse in Großen­Buseck( Ortsdurchfahrt) vom 16. Februar 1928 ab bis auf wei­teres für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über die Kaiserstraße in Großen- Bused.

* Erlaß der Hauszinssteuer. Die auf eine Wohnung ent­fallende Hauszinssteuer wird auf Antrag erlassen, wenn das Gesamteinkommen aller im Haushalt lebenden Familienange­hörigen zusammen monatlich 100 Mark für den Mieter und seine Ehefrau, zuzüglich 8,33 Mark für jeden sonstigen Familien­angehörigen nicht übersteigt. Bei höherem Einkommen kann die Steuer aus Billigkeitsgründen erlassen werden, wenn der Mieter bei Zahlung des Mietzinses in eine Notlage geraten würde.

,, Gießener Zeitung"

München. Auch die Gießener Geschäfte hatten Material- und Geldspenden überwiesen. Die Leitung der Veranstaltung hat­ten Professor Dr. Eger und Dr. Weise.

Am

Nr. 16

Schotten. Eine große bienenwirtschaftliche Ausstellung ver­anstalten die Bienenzuchtverbände Oberhessen, Starkenburg, Rheinhessen, Frankfurt und Kurhessen am 28. und 29. Juli in unserer Stadt. Zugleich findet auch die Jahreshauptversamm­lung der hessischen Bienenzuchtverbände statt. Es wird mit einem starken Besuch auswärtiger Gäste gerechnet.

Buzzbach. In Butzbach findet am 22. März der altberühmte Faselmarkt statt, es soll damit ein umfangreicher Marktfestzug verbunden werden.

Weglar. Die Stadt Wezlar strebt die Eingemeindung des Gutsbezirks Altenberg, ehemals Kloster, an. Die Stadt hat sich in einem ausführlichen Bericht an den Oberpräsidenten ge wandt.

* Einweihung des neuen physiologischen Instituts. Samstag wurde das neue physiologische Institut der Universi­tät feierlich eingeweiht. Das Gebäude ist sowohl in seinem Aeußeren wie in seiner inneren Ausgestattung eines der schön­sten Universitätsgebäude Gießens geworden. Es ist in drei Teile gegliedert: Dem Forschungstrakt im Mittel-, den Unter­richtstrakt im rechten Flügel und die Verwaltungsabteilung im linken Flügel. Im Erdgeschoß ist die operativ- chirurgische, im ersten Obergeschoß die anatomisch- histologische Abteilung untergebracht. Im Dachgeschoß haben das Institut für expe­rimentelle Psychologie und das Institut für Körperkultur Unterkunft gefunden. Auf dem Dache ist eine Plattform zum Studium der psychologischen Wirkungen des Sonnenlichts und Das anderer meteorologischen Faktoren geschaffen worden. Institut wurde in neuzeitlicher Weise ausgestattet, wozu neben der Großzügigkeit des hessischen Staates noch Stiftungen der Stadt Gießen und der Firma Ernst Leiz in Wetzlar beitrugen. Der Direktor des Instituts, Prof. Dr. Bürter, hielt die Ein­weihungsfestrede. Regierungsbaurat Kuhlmann- Gießen vom hessischen Hochbauamt, Ministerialdirektor Urst ad t- Darm­stadt als Vertreter der hessischen Staatsregierung, der Rektor der Universität, Prof. Dr. Rosenberg und der Dekan der medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Kuhn- Gießen, der auch die gemeldete Ernennung des Finanzministers a. D. Henrich zum Ehrendoktor bekanntgab, ferner Geh.- Rat Prof. Dr. Olt= Gießen für die veterinär- medizinische Fakultät, Prof. Dr. Harassowitz- Gießen für die philosophische Fakultät und als letzter ein Vertreter der Studentenschaft folgten mit ihren Glückwünschen für das Institut, welches der Universität eine wertvolle Bereicherung gebracht hat.

* Falschgeld im Umlauf. Von behördlicher Seite wird auf Grund einer Mitteilung des tschechoslowakischen Konsultates in Stuttgart zur Vorsicht gemahnt, da in letzter Zeit falsche tschecho­slowakische 50- Kronen- und 100- Kronenbanknoten in Umlauf gesetzt wurden. Da solche falsche Banknoten auch im Deutschen Reich ziemlich start im Umlauf sind, wird vor Annahme gewarnt.

* Neue Laufbahn bei der Reichsbahn. Für die Beamten des technischen Assistentendienstes bei der Reichsbahn ist eine neue Laufbahn eingerichtet worden. Sie verrichten die einfache­ren Dienstgeschäfte technischer Art im Verwaltungsdienst. Dazu gehören Zeichenarbeiten und Verwaltungs-, dann Vermessungs­arbeiten und endlich für Gebiete, für die sich wegen der geringen Zahl eine besondere Laufbahn nicht eignet, wie Lithographen, Laboranten, Photographen usw. Sekretär wird man nur durch Beförderung. Als Dienstanfänger tommen Zivilanwärter und Versorgungsanwärter mit entsprechender Vorbildung in Be­tracht. Dazu kommen auch Beamte der niederen Besoldungs­gruppen mit geeigneter Vorbildung. Verlangt wird eine abge= schlossene Volksschuldbildung. Der Vorbereitungsdienst dauert zwei Jahre.

* Der langjährige Mainzer Bibliotheksdirektor, Prof. Dr. Wilhelm Velde, der hier... Ruhestand lebt, konnte jetzt auf sein Goldenes Doktorjubilärm zurückblicken. Aus diesem An­laß hat ihm die philosophische Sakultät der Universität Marburg das Diplom erneuert und dabei mit ganz besonderer Anerken­nung der hohen Verdienste des Jubilars auf dem Gebiete der Buchdruckerei und der rheinischen Geschichte, sowie als Begrün­der des Gutenberg- Museums und der Gutenberg- Gesellschaft gedacht.

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Die Lampe in der Hand des Radfahrers genügt nicht.

Dillenburg. Ein Bergmann aus Biersdorf wurde auf der Kruppschen Eisensteingrube Fueßberg im Kreis Ziegenhain von herabstürzenden Gesteinsmassen begraben und konnte nur tot geborgen werden.

Limburg. Ein gewaltiges Schadenfeuer wütete im Dorfe Ellar. Drei landwirtschaftliche Gebäude samt den großen Ge­treide und Futtervorräten wurden ein Raub der Flammen. Auch eine vierte Scheuer wurde noch ergriffen, doch gelang es noch rechtzeitig, die Flammen zu ersticken. Der durch den Brand verursachte Schaden ist recht beträchtlich. Neben der Ortswehr waren 10 Wehren aus der Umgegend zur Hilfeleistung erschienen.

Das Amtsgericht Köpenit fällte ein für Radfahrer beacht­liches Urteil. Einem Kutscher aus Adlershof war ein Straf­befehl über RM. 3, zugestellt worden, weil er mit mangel­haft beleuchtetem Fahrrad angetroffen worden war. Der Be­schuldigte hatte richterliche Entscheidung beantragt. Der Poli­zeibeamte, der ihn gemeldet hatte, gab an, daß der Angeklagte die Taschenlampe, die er in der Hand hielt, erſt ange­knipst hätte, als er des Beamten ansichtig geworden sei. Das Gericht entschied: Es sei einerlei ob die Lampe gebrannt habe oder nicht; es genüge nicht, abends mit einer Taschen­lampe zu fahren, die der Radfahrer in der Hand hält, das Fahrrad selbst müsse mit einer ordnungsgemäßen Lampe ver­sehen sein.

* Das Bahnprojekt einer Hinterlandbahn von Gießen nach Biedenkopf, das turz vor dem Kriege in rühriger Weise von dem Bottenhorner Eisenbahnkomitee angestrebt wurde, beschäf tigt zurzeit wieder die Bewohner der interessierten Gemeinden. Hier sind es besonders die Orte Hartenrod, Steinperf, Botten­horn, Bernbach, Wommelshausen, Ober- und Niederhausen, welche sich für das Projekt einsetzen. 45 abbaufähige Gruben­felder, in denen Schwerspat, Eisenstein, Grünstein und Kupfer­erz gefördert werden kann, sind in den Gemarkungen vorhanden. Von Hartenrod würde die Bahn südwärts über Hohensolms, Königsberg nach dem Biebertal führen und in die Biebertal­strecke einmünden können.

Aus Vereinen und Korporationen.

Mittwoch, den 2

BfB. Gießen Die Hanauer, ter allen Umständ Fehler des Torwa Tor für sich zu b Bei Halbzeit stand des Spiels zeigte

Griesheim. Französische Schießübungen. In der Woche vom 20. bis 25. Februar ds. Js. finden auf dem hiesigen Trup­penübungsplatz täglich von 12-17 Uhr Artillerie- und Infante­rie- Scharfschießübungen statt.

Hofgeismar. Die ehem. Manteuffel- Dragoner und alle, welche bei Formationen gedient haben, die aus dem Dragoner­Regiment Freiherr von Manteuffel( Rh. Nr. 5) hervorge gangen sind, versammeln sich am 5. und 6. Mai 1928 in ihrer alten Garnisonstadt Hofgeismar. Anmeldungen bis zum 15. April an den Schriftführer Kamerad Heinrich Pairan, Hof­geismar, Bremerstraße 8.

Verein für das Deutschtum im Ausland. Am Donnerstag, den 23. Februar 1928, abends 8% Uhr, im Großen Hörsaal der Universität Vortrag des Herrn Universitätsprofessors Dr. Nörr über ,, Deutsches Leben und Wirken in Bulgarien". Verein ehem. hess. Leib- Dragoner des Kreises Gießen. Sonn­tag, den 4. März 1928, 3 Uhr nachmittags im Vereinslokal Frankfurter Hof", Gießen, Generalversammlung. Es wird erwartet, daß alle Kameraden erscheinen. Anträge bis zum 1. 3. an den 1. Vorsitzenden.

* Zum Besten der Gießener Studentenhilfe fand unter dem Namen ,, Wiener Prater- Abend" in den Räumen des Universitätsgebäudes eine große Wohltätigkeitsveranstal­tung statt, die sehr stark besucht war. Auch die Spitzen der Be­hörden hatten sich zu der Veranstaltung eingefunden. Zur Er­öffnung spielte Universitätsdirektor Temesvary mit dem Kol­legium Musitum den Strauß'schen Walzer An der schönen blauen Donau", Frau Professor Jaffee, eine berühmte Pia­nistin, erfreute ebenfalls durch ein schönes Musikstück. Eine Tänzerin gab einen Walzer von Chopin und eine ländliche Groteske zum Besten. Dann entwickelte sich in den Räumen der Universität ein lebhaftes, buntbewegtes Treiben. Sekt-, Eis-, Torten- Kaffee, Tee- und Bierbuden reihten sich aneinan­der, sehr munter ging es in dem Kabaret und in den als Kata­fomben wunderbar dekorierten Kellerräumen zu. Eines sehr starken Zuspruchs erfreute sich die Verlosungshalle, wo wert­volle Gegenstände zu gewinnen waren: zwei Fahrräder, gestiftet von Opel, Ferngläser, gestiftet von Leitz- Wetzlar, u. a. m. Die Bierspenden waren von den Brauereien Denninghoff- Gießen, Jhring Melchior- Lich, Riedesel- Lauterbach und Löwenbräu­

Grüner Rasen Blaue Wellen.

Roman von Otto von Gottberg. 32. Fortsetzung.

Aus Nah und Fern.

Egelsbach.

Halbzeit ließ das Resultat unbeding nan war der Mi VfB. zeigte gute derer Geist einzu durch seine Bombe gezeigt, daß doch nau mit 11 Man nicht gelangt.

Unter Beteiligung der weitesten Oeffentlich­keit wurde Bürgermeister Wannemacher zu Grabe getra­gen. Bekanntlich wurde er von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Der kaum 44jährige mußte sich verschiedentlicher Operationen unterziehen und starb an den Folgen der Ver­Ichungen.

Bad Nauheim. Generalmusikdirektor Eibenschütz ist auch für dieses Jahr wieder als Leiter der Sinfoniekonzerte verpflich tet worden.

Ober- Ramstadt. Hier fiel ein jähriges Kind in die eben sehr viel Wasser führende, reißende Modau. Die ältere 4jährige Schwester versuchte vergebens, das Kleine aus dem Wasser zu ziehen und geriet dabei selbst hinein. Auf die Hilfe­rufe eilte der in der Nähe beschäftigte Sohn des Mühlenbe sizers Schneider herbei und es gelang ihm, die Kinder noch im letzten Augenblick zu retten.

Vom Vogelsberg. Der älteste Polizeidiener Hessens dürfte Heinrich Flach II. in Crainfeld sein, der diese Woche sein 50­jähriges Dienstjubiläum feiern kann und trotz seiner 82 Jahre noch nicht an die Niederlegung seines Amtes denkt. Er ist 1846 in Salz geboren, diente bei dem Infanterie- Regiment Nr. 118 und nahm am Feldzug 1870-71 teil. Bei Gravelotte wurde er schwer verwundet und ging als Invalide ab. Ende Februar 1878 übernahm er den Polzeidienerposten zu Crainfeld, den er mit seltener Treue und Gewissenhaftigkeit bis heute versieht.

Erst verstand sie nicht. Allmählich tam das Begreifen und auf ihre Wangen ein Brennen der Scham. Hastig machte sie sich frei. Pfui!" hätte sie gern gerufen. Noch während seines letzten Besuches hatte er Elisabeth gefüßt und gestern über ihre Verlobung getrauert. Nun die jüngere Schwester ihm ver­loren war, fiel seine zweite Wahl auf die ältere. Wie beschä mend für sie, und wie häßlich von ihm. Sie hatte ihn doch treu und beständig geglaubt und zu ritterlich, um ein Mäd­chen zu kränken.

Bad Homburg. Reichspräsident v. Hindenburg hat die Ehrenpatenschaft für den siebenten Sohn des Homburger Guts­besitzers Joseph Braß, Paul Josef, übernommen.

Sp. 06 Alsfel

Nicht nur der geschlagen bekennen Umso erfreulicher einigung 1900, wen auch noch auf eigen hatte ihre Stürmer tellung an: Bram dorf, Dietrich; Luf Nach Anpfiff entw Gießen leicht über hat dann auch Gel rade in der ersten aber verpaßt wurd spielt sich auf Rech auf der rechten Ge Ball und Hohman ins Reg. 1: 0 für

Frankfurt. Am 3. und 4. März ds. Js. findet hier sine große Tagung der Kaufmannsgehilfen statt. Der Deutschnatio­nale Handlungsgehilfen- Verband( Gau Main- Weser) hält seinen 25. Gautag ab und begeht zugleich die Feier des 30jährigen Be­stehen des Gaues. Aus diesem Anlaß ist eine Reihe Veran­staltungen vorgesehen.

Mit der Erschließung des Vogelsberges beschäftigte sich eine stark besuchte Versammlung zu Stockhausen. Bürgermeister Wie­nold, Baron Kurt Riedesel Freiherr zu Eisenbach, Pfarrer Bern­beck und andere Redner forderten die Gemeindeverwaltung von Stockhausen und Schadges auf, für das Projekt Mücke- Ulrich­stein Rirfeld- Stockhausen- Fulda zu wirken.

Braubach a. Rh. Die Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen unternimmt vom 9. bis 17. Juni 1928 eine Burgen­fahrt zum Rhein und durch die Eifel. Die Jahrestagung der Vereinigung findet am 10. Juni auf der Marksburg statt.

Hagen. Seit dem letzten Bericht sind weitere sechs Typhus­Es sind somit bisher 71 erkrankungen hinzugekommen. Typhuserkrankungen zu verzeichnen. Die Zahl der Todesfälle beträgt bis jetzt 14.

Köln. Während des Kölner Faschings gelang es der dor­tigen Kriminalpolizei, den Defraudanten Biry- Frankfurt zu verhaften. Aufmerksam wurde die Behörde auf ihn, als er, ganz als Gentleman auftretend, auffallend viel neue 10­Markscheine in Verkehr brachte. Man glaubte, einem Falsch­münzer auf der Spur zu sein und mußte dann feststellen, den langgesuchten Räuber aus Frankfurt a. M. gefunden zu haben. Uebrigens hatte er von den gestohlenen 30 000 RM. noch 26 000 RM. bei sich.

Verantwortlich: Paul Chrißian Klein in Gießen.

| Stüdmeister wartete mit seinen Leuten in der Zentrale. Dre wit rief sie an Deck. Sie fletterten aus dem Turm, seilten sich an und wateten am Haltetau durch fniehoch gurgelnde Gischt zu den beiden Geschüßen über Bug und Heck. Wie Tau­cher sahen sie in den Schlechtwetter- Anzügen aus. Ihre linken Hände umklammerten Rohr und Lafette. Die rechten luden und richteten.

| Kurve der Erfolge von U- 444 während der vierzehnten auf­wärts zu reißen. Gerade von den langen nordischen Tagen um die Zeit der Sommersonnenwende hatte er viel erwartet, aber nur zwei Artilleriegefechte waren ihm beschieden. Nicht durch heimliches Beschleichen unter Wasser, sondern in fröh­lichem Kampf in freier Sonnenluft über glitzernden Wellen hatte er, vom Salzwasser und von Granatsplittern umsprüht, einem mit zwei 10,5 cm.- Geschützen bewaffneten feindlichen Be­wacher den Garaus gemacht. Nur ein Dampfer, der von Bal­timore nach Liverpool bestimmte Mayflower", war ihm dann vor die Rohre gelaufen. Auch er trug Kanonen. Der Stüd­meister vom Friedrich der Große" brachte sie zum Schweigen, aber das Nahen einer feindlichen Zerstörerflottille zwang zum , Leineziehen". Seither schien die See vereinsamt. Enttäuscht trat Kurt den Rückmarsch um Nordschottland an, und nach zwei Gewittertagen lag U- 444 auf südlichem Kurs. Der Himmel war noch grau und die Nordsee ein Kessel siedenden Wassers. Kurt Schmökerte in seiner Kammer, als Meldung kam, an Steuerbord sei eine ferne Rauchfahne zu sehen. Von der Brücke fonnte er sie kaum ausmachen. Dann wuchs aus den Wellen ein Dampfer, der von den britischen Inseln wahrscheinlich nach Christiansund oder Gotenburg, vielleicht nach Kopenhagen fuhr. Wieder hob der Fremde den unter schwarzem Rumpf roten Bauch hoch aus einem Gischtberg und fiel mit rollendem Wäl­zen zu Tal. Da war er als Deldampfer zu erkennen. Nur ein Schornstein ſtand nahe dem Sed, en Tanks des Vorderſchif= damit die Glut unter den Kesseln nicht das Petroleum fes erhize.

Wunderschön schien sie ihm, als sie da den blonden Kopf mit flammenden Wangen und herbem Mund in feierlich tie­fem Ernste schüttelte: Werner Drewiß, du solltest dich schämen! Hast du nicht Elisabeth getüßt?"

Also wußte sie darum. Er schlug die Augen nieder: Ja, aber ganz ohne Absicht."

Hast du den Kuß gefordert oder sie?"

Alles hatte Elisabeth ausgeplaudert! Verlegenheit ließ ihn schweigen. In Gerdas Augen drängten Zorn und Ent­rüstung Tränen: Nun sie aber den Vetter vorzieht, bin ich dir gut genug. Meinen Dank für die Ehre! Ich dachte dir eine Freundin zu bleiben. Mach es mir nicht gar zu schwer!"

Leid tat er ihr doch, als er da erblaßte und mit einer Stimme ohne Klang traurig sagte: Was soll mir dann Prie­delsdorf? Ja mag es nicht! Verschweige, was ich dir erzählte! Niemand soll davon hören, damit wenigstens Elisabeth hier­bleiben kann."

Also schien er die Jüngere wirklich noch zu lieben. Wieder fühlte Gerda die Kälte in der Brust und hob den Zeigefinger zu einem Drohen: Nein, du wirst reden, und dein Verspre­chen nicht vergessen. Du sagtest, Herr von der Helle wolle den Ruf seiner toten Schwester reinigen. Wenn du schweigst, spreche ich noch heute mit Elisabeth, und ihr Brief an Kurt kommt noch vor seinem Auslaufen am Sonnabend an."

Dann wendete sie sich ab und ging zum Haus voran. Sein Flehen um Gehör war vergeblich.

Kurt lief schon am Donnerstag aus, aber reiche Beute schien das Kriegsglüd ihm nicht zu bringen. Als er drei Wochen in der Frischen See war, gab er ärgerlich die Hoffnung auf, die während der dreizehnten Unternehmung gesunkene

der 8. Minute aus.

Das Spiel wird sch

dem es ein Gesell

hart. Dadurch kom Den Luft unhaltb Adelberger durch, muß den Ball ins drängt Alsfeld. und muß von Alsf stürmer föpft, ins dem Alsfeld jetzt i Ausgleich zu erring schaften nach schwer Gießener.

,, Achtung!" rief Drewitz über das Rauschen und Klatschen eines an das Boot schlagenden Wasserberges. U- 444 stürzte von der Höhe mit der Nase voran in ein Tal. Die nächste Woge schwappte über Deck, Turm und Brücke. Drewig wischte das Wasser aus den Augen. Die drei Angeseilten beim Bug­gefütz schwammen im gurgelnden Schaum wie zappelnde Fische. Triefend und prustend richteten sie sich auf, während der Stru­del langsam vom glänzenden Rücken des grauen Bootes floß. Wieder griffen ihre Hände in die Kanone und schnell kam der Stückmeister zum Schuß. Die Granate flog weit über den Gegner und hob hinter ihm einen weißen Geiser aus den Wel­len. Kriegsflagge und Signal stoppen zeigen!" rief Drewig. U- 444 Schaukelte dem Deldampfer näher. Sein Skipper scheute Treffer in die Tanks, denn er warf schnell Buntzeug hoch. Ich stoppe", sagten die flatternden Flaggen am Mast, und unter breiter Qualmwolke rollte der Brite eine halbe Stunde später auf Rufweite. Bessie Barnes aus Newcastle" war am Hed zu lesen und wirklich kein Geschütz an Deck zu sehen. Drewiz griff zur großen Schnauze: ,, All hands off bord! Come alongside cap!"

,, 5000 Tonnen, Herr Kapitänleutnant," schätzte Nr. 1, der als Fahrensmann selten irrte. Also ließ sich die Kurve in elfter Stunde vielleicht doch noch heben. Die Beute zu heim­sen schien nicht schwer, da Deldampfer oft unbewaffnet fuhren. Ein Artilleriegefecht durften sie kaum wagen, weil Granat­treffer die Tanks zum Explodieren brachten, ehe die Besatzung aussteigen fonnte. Ueber Wasser beschleunigte er die Fahrt, um dem Fremden den Weg zu verlegen. Hohe Wellenberge verbargen sein schautelndes Schiffchen den Augen der Männer da drüben. Nicht Sprizer, sondern Schwaden schlugen über das flache Deck an Turm und Brücke.

Und doch hatte der Gegner die Pest der Nordsee" erspäht. Didere Rauchwolfen qualmten aus seinem Schornstein. Jm Abdrehen wälzte er den roten Bauch wieder hoch aus den Wel­len und die schwarze Nase schwerfällig nach Süden. Aber U- 444 war nahe genug, um ihn mit den Geschüßen zu warnen.

Der

Der Brite versprach zu gehorchen, aber ließ sich Zeit, bis er mit 10 Mann im Boot saß. Auf der Fahrt zu U- 444 drohte es zu fentern, verschwand oft hinter Wasserbergen und ritt dann hoch auf einer Welle. Die acht Riemen hingen schräg in leerer Luft. Endlich lag das Boot längsseits, schlug an die Stahlwand, glitt wieder ab und krachte von neuem dagegen bis die Deutschen den triefenden Briten an Bord helfen konn­ten.

VfB. Gießen Pünktlich um

Mannschaften zu ih verhältnisse schlecht fonnten die VfB.er fichern. Der Schie

Drewitz wartete in der Zentrale auf den Stipper, der den Südwester vom rothaarigen Stoppeltopf und die Schiffspapiere aus der Tasche des Delrods nahm. Seine grauen Augen blid­ten mürrisch. Das sommersprossige Gesicht zuckte in Aerger. Ein flüchtiger Blid in die Papiere sagte, daß die ,,, Bessie Barnes" mit Petroleumladung nach Christiansund unterwegs

war.

( Fortsetzung folgt.)

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