Samstag, den 11. Februar 1928.
Gießener Zeitung"
Die 21. Hauptversammlung d. Hausbesißervereins Gießen
am Donnerstag, den 9. Februar 1928, im Café Leib war mittelmäßig besucht. Herr Launspa ch, der 1. Vorsitzende, eröff= net die Hauptversammlung mit einigen ernsten Mahnrufen, die berechtigt sind, die lauen Mitglieder wieder herauszuholen aus ihrer Einsamkeit. Er streift die Reichspolitik für die kommende Reichstagswahl. Die gegenwärtig im Reichstag zur Beratung stehende Novelle zum Mieterschutzgesetz bezwecke nur Stimmungsfang. Das darin vorgesehene Kündigungsrecht des Vermieters bedeute keine Vereinfachung. Ein Scheinbild ist es. Die Wohnungszwangswirtschaft und deren Aufhebung, bezw. deren Linderung muß und wird kommen, will das Reich nicht in sich selbst der Zwangswirtschaft erliegen. Der gesamte Hausbesitz wird geschlossen sich den Weg freimachen, dieses Kulturhindernis selbst durchbrechen. Dann verliest Herr Becker nachstehenden Jahresbericht:
Jahresbericht.
Steuerwesen.
Die staatliche Sondersteuer für 1927-1928 ist ab 1. 4. 27 um 26 Prozent gegen 1926-1927 gesteigert, die Gemeinde-, Kreis- und Provinzumlagen sind ebenfalls im vergangenen Jahre gegenüber dem Vorjahr wesentlich erhöht worden. Weiter hat die Stadt Gießen ab 1. 4. 27 für Grundstücksveräußerungen eine Wertzuwachssteuer eingeführt, die bis zu 30 Prozent des Goldmarkgewinns wegsteuert; jedoch betrifft dies nur solche Grundstücke, die nach dem 1. 1. 1919 gekauft wurden und jetzt wieder weiter veräußert werden. Der Zentralverband als auch der Landesverband in Hessen haben im abgelaufenen Jahre Anträge und Eingaben in großer Zahl an die Reichs- und Landesbehörden und an den Reichstag gebracht und in jeder Hinsicht die Interessen des Hausbesitzerstandes zu wahren gesucht. Jedenfalls ist von diesen Stellen alles getan worden, um die frühere Freiheit und die früheren Rechte dem Hausbesitzer wieder zurück zu gewinnen.
Das verflossene Jahr war für den deutschen Hausbesty ein weiteres Jahr des Kampfes um seine Freiheit und sein Recht. Man hoffte, daß mit dem 30. 6. 27. eine wesentliche Erleichterung bezw. eine Aufhebung der Zwangswirtschaft von Reichs wegen eintreten würde; jedoch weit gefehlt. Der Reichstag beschloß Ende Juni 1927 die Verlängerung des RMG. bis 31. 12. 27 und jetzt am 16. 12. 27 hat das Plenum des Reichstages den von den Koalitionsparteien eingebrachten Gesetzentwurf zur Verlängerung des Mieterschutzgesetzes und des RMG. bis zum 15. 2. 28 genehmigt. Der Wohnungsausschuß des Reichstages hat inzwischen beschlossen, beide Gesetze mit verschiedenen Aenderungen gegen früher bis zum 31. 3. 1930 zu verlängern. Mit dem Beschlusse des Wohnungsausschusses wird sich der Reichstag jetzt zu beschäftigen haben. Solange jedoch die Politik über der Wirtschaft steht, wird es schwer fallen, wesentliche Abstriche und Verbesserungen für den deutschen Hausbesitz zu erreichen. Insbesondere gilt dieses für Hessen, wo im abgelaufenen Jahr auch nicht im geringsten an einen Abbau der Zwangsverordnungen gedacht wurde, obwohl der Wohnungsmangel in Hessen genau so gelagert ist, wie in den übrigen Staaten Deutschlands. Der Hessische Landgemeindetag hatte bereits im Oktober 1926 einmütig an die Hessische Regierung das Ersuchen gerichtet, die Aufhebung der Zwangswirtschaft bei Gemeinden bis 5000 Einwohnern herbeizuführen. Damals hatte die Hessische Regierung dem Beschluß der hessischen Bürgermeister keine Beachtung geschenkt. Jetzt ist ein erneuter Antrag für die Aufhebung der Zwangswirtschaft von derselben Stelle an die Regierung in Darmstadt gegangen. Was diesem widerfährt, weiß man noch nicht. Dieser Vorgang kennzeichnet genau, welch klägliche Rolle die Hes= fische Regierung in der Frage der Wohnungsgesetzgebung spielt und beweist von neuem, daß nur vom parteipolitischen Standpunkt dieses so erste Problem dort betrachtet wird.
Die gesetzliche Miete.
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Am 1. 1. 1927 betrug die gesetzliche Miete für Wohnräume 100 v. H. der Friedensmiete, die sich am 1. 4. 27 auf 110 v. H. und ab 1. 10. 27 auf 120 v. S. steigerte. Der Hausbesizer ging jedoch bei der ersten Mietsteigerung fast leer aus, denn die Steigerung der 10 Prozent setzt sich zusammen aus 8 v. H. für Steuererhöhung und 2 v. H. für Erhöhung des Instandsetzungszuschlages von 15 auf 17 v. H. Die zweite Steigerung am 1. 10. 27. mit weiteren 10 Prozent wir durch die am 1. 1. 1928 eingetretene Erhöhung des Zinsendienstes von 3 auf 5 Prozent ebenfalls aufgebraucht. Die Miete für gewerbliche Räume ist im verflossenen Jahr auch allmählich an die Säge der Wohnungsmieten angeglichen worden. Ab 1. 10. 1927 wird nur noch für gewerbliche Räume mit einer Friedensmiete über 1800 Mein Extrazuschlag von 5 Prozent, also zusammen 125 Prozent gezahlt. Weiter ist ab 1. 10. 27 den Mietern von der Hessischen Regierung die Begünstigung eingeräumt worden, daß sie sich an der Zahlung des Wassergeldes bei einem Mehrverbrauch von 2½ Prozent der Friedensmiete nicht mehr zu beteiligen haben. Diese Anordnung hat jedenfalls die Hes= sische Regierung mit Rücksicht auf die bevorstehenden Wahlen getroffen, um der Masse ein Geschenk zu machen.
Grüner Rasen Blaue Wellen.
Roman von Otto von Gottberg. 29. Fortsetzung.
Vereinsangelegenheiten.
Die Geschäftsstelle des Vereins hatte im verflossenen Jahr einen stetig wachsenden Besuch aufzuweisen; es wurde den Mitgliedern in allen, den Hausbesitz betreffenden Angelegenheiten Auskünfte und Belehrungen erteilt. Daß diese Einrichtung allerseits Anerkennung gefunden hat, zeigt der im steten Steigen begriffene Mitgliederstand:
Die Mitgliederzahl betrug am 31. 12. 26. neu hinzugetreten sind
967 134
Ga. 1101
53 1048
abgemeldet durch Todesfall, Hausverkauf usw. Stand am 31. 12. 1927 Mitglieder betrug.
Auch bei der Stadtverwaltung sind die Interessen des Vereins in jeder Hinsicht gewahrt worden. Das hier eine wesentliche Besserung gegenüber früher in Bezug auf die Zwangsbewirtschaftung der Wohnungen eingetreten ist, ist lediglich dem Einfluß unserer Mitglieder, die als Stadtverordnete gewählt wurden, zuzuschreiben.
Und sie schwärmte von den Taten und bedauerte die Leiden der Männer auf den kleinen grauen Schiffchen. Nur sie waren die Kämpfer und Sieger des großen Krieges. Gerda spürte bald Aerger, obwohl Kurt mit nachsichtigem Schmunzeln den Kopf schüttelte. Aus Werners betrübten Gesicht aber schien Bedauern zu sprechen. Seine Augen suchten den Pour le merite unter dem weißen Kragen des glücklicheren Vetters. Das weckte Mitleid für ihn, aber auch Zorn auf die eigene jüngere und hübschere Schwester, die seinen Kummer mehrte. Endlich konnte sie den Unmut nicht länger meistern. Werner sah ihre Augen funkeln:„ Elisabeth, du hattest immer den Marinevogel. Deine U- Boot- Leute sind brav und tapfer, aber stelle sie nicht neben unsere Soldaten, die auf Schnee und Eis oder unter Sonnenglut im Trommelfeuer liegen. Sie hungern, dursten, bluten und sterben tagaus, tagein und finden nach der Schlacht fein warmes Bett auf behaglichem Wohnschiff, sondern den Befehl: Die Division wird zum Abtransport nach dem Osten verladen. Dann ſizen sie mit erfrorenen Füßen im talten Eisenbahnwagen, um in neues Morden zu kommen!"
Betreffs der strittigen Frage über Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren hat der Verein von jeher den Standpunkt vertreten, daß die Verordnung des Hessischen Ministeriums vom März 1924( wobei diese Kosten in die Miete mit eingeschlossen wurden) zu Unrecht bestehe. Das Hessische Ministerium hat durch sein, an den Hausbesitzerverein gerichtetes Schreiben unsere damalige in unserem Antrag niedergelegte Ansicht bestätigt.
Elisabeth saß verdugt. Sie war der Schwester böse, aber mochte am Verlobungstag nicht streiten:„ Gerdchen...
Der Stand ist heute so: Für jetzt und auch in Zukunft werden unsererseits keinerlei derartige Gebühren mehr vorgelegt. Die Beträge sind den Mietern anteilmäßig anzufordern, derjenige Mieter, der die Zahlung verweigert, ist unter Angabe des Betrages der Stadtverwaltung schriftlich bekannt zu geben. Ueber die Gültigkeit der Rückvergütung der von uns gezahlten Beträge wird durch eine gerichtliche Entscheidung Klarheit geschaffen werden.
Die Aeltere schüttelte den Kopf: Dent an den Brief in dem Werner von seiner Patrouille schrieb. Nacht für Nacht troch die klein Schar durch Stacheldraht vor den feindlichen Graben, um Gefangene herauszuholen. Eine Wochelang lag sie vom Dämmern bis Sonnenaufgang unter der Hand des Todes im eisigen Schlamm. Ein lautes Wort, ein Rascheln von Zweig oder Halm konnte ihr das Ende bringen. In der achten Nacht gelang es, den Feind zu überraschen und zwei Franzosen zu greifen, aber von seinen 16 Leuten brachte Werner nur vier zurück. Ich glaube, er tann sich vor deinen U- Boot- Komman= danten sehen lassen."
Nr. 13.
Gamstag, den 11.8
Gloden- und Liederklä
höhenwärts gehe. Sonntagmorgen. Feiertlänge schalle Stadt und rufen die oder Münster, Dorftir die Geele Höhenluft u ler zu werden, näher sie den Worten der Er Da wird der arbeitend Menschenleben und Er gerüdt; mit Mut un ftrahlen vom Himmel fällt in manche Schatt
*
Wieder läuten die wandern heimwärts. am heiligen Sonntagr Araftfahrzeugfü der Zeit vom 1. bis zeigen wegen Zuwid bezw. Kraft- und R schriften erhoben: 14 ohne hellbrennende La steigen; 12 wegen ü rechte Straßenfeite nich durch gesperrte Straße lungen in verkehrspol * Gestohlen wurde Brandgasse eine Dam Anlauf wird gewarnt. Jugendliche Ein
beanstandet einige Rechnungsposten, die ihm zu hoch erscheinen und bemänge, t auch das System der Geschäftsführung. Rach langer Aussprache und Aufklärung wird dem Vorstand einstimmig das Vertrauen ausgesprochen. Hierauf Vorstandswahl. Es werden die ausgeschiedenen Mitglieder wiedergewählt und Herr Dr. Katz als neues Vorstands- Mitglied hinzugewählt. Danach gibt Herr Launspach einige wertvolle Winke über die Einkommensteuererklärung aus Haus- und Grundbesih, die bis zum 15. Februar abgegeben werden müssen. Als Pauschale für Werbungskosten sollen von denen, die im vorigen Jahre schon eine Pauschale eingeschrieben haben, in die Steuererklärung in diesem Jahre 41 Prozent angesetzt werden; vom Finanzamt ist dieser Satz anerkannt. Da hier bei einigen Mitgliedern Zweifel über die Abzüge entstehen, wurde beschlossen, allen Mitgliedern eine kurze Ausstellung über die Position der abzuziehenden Posten zugehen zu lassen. Danach kommt als Schluß des Abends ein Vortrag des Herrn Schmidt über „ Kommunalpolitik und Hausbesig". Redner verweist bei seinen Eingangsworten auf einen Artikel in der letzten„ HausbesitzerZeitung" über die Finanzwirtschaft in Hessen. Streift dann die Gießener Verhältnisse, insbesondere die Heranziehung der Grund- und Gewerbesteuern, die Gebühren von Müll- und Straßenreinigung, die die Allgemeinheit zu tragen hat. Die sozialen Einnahmen und Ausgaben werden zurzeit nicht in rechten Einklang gebracht. Hier kann nur das einmütige Zusammenstehen der Hausbesizer- Organisationen helfen. Hausbesitzer müssen in ihren politischen Parteien, denen sie angehören, darauf hinwirken, daß man ihre Interessen, die Interessen des mittelständischen Hausbesizes, genügend respektiert. Dies ist heute leider sehr oft nicht der Fall und man ſpeiſt ſie meistens nur mit leeren Worten ab. Für die kommenden Wahlen ruft er sie auf, vor allem nicht zu Hause zu bleiben, und da ist es an der Zeit, jetzt aus dem Hinterhalt herauszuschreiten und seine wirtschaftlichen Forderungen geltend zu machen. Anschließend schneidet Herr Bock die auch von Herrn Schmidt erwähnten Müll- und Straßenreinigungsgebühren, die von Mieterseite in einer der letzten Nummern des„ Gießener Anzeigers" behandelt wurden, an. Er glaubt, es wäre vorteilhaft gewesen, wenn darauf von Hausbesitzerseite eine Gegenerklärung erschienen wäre Aber über diese Gebühren entscheidet ja noch das hessische Arbeits- und Wirtschaftsministerium. La unspach teilt darauf mit, daß hierin in nächster Zeit ein gerichtliches Urteil herbeigeführt würde, um endgültig Klärung in dieser Angelegenheit zu schaffen. Herr Dr. Katz greift hier noch ein und meint, daß man besser noch ein obergerichtliches Urteil herbeiführen solle, ganz besonders im Verwaltungsstreitverfahren. Danach schließt der 1. Vorsitzende, Herr Launspach, die Versammlung.
An Sizungen wurden abgehalten: 1 Hauptversammlung, 1 Mitgliederversammlung, 1 Kommissionssitung, 7 Vorstands= sitzungen. Auswärtige Tagungen wurden besucht: Zentralverbandstagung in Bremen, 2 Tagungen in Frankfurt und 2 in Darmstadt und 1 in Worms.
Da legte Werner eine bittende Hand auf der Sprechenden Arm, obwohl sie wunderschön schien im Zorn, den er doch beschwichtigen wollte: Aber Gerda! Das schrieb ich nicht, damit du vergleichen sollst! Auch wollte ich nur meine Leute rühmen, wie vorher Vetter Kurt die seinen.'"
Wie Sie aus dem vorgetragenen Bericht ersehen, hat der Verein nichts unterlassen und in jeder Hinsicht gezeigt, daß die Interessen der Mitglieder in jeder Weise gewahrt worden sind. Zu unserem Kampfe um die Existenz bedürfen wir jedoch der Mitarbeit aller Hausbesitzer. Wir richten auch dieses Jahr an alle noch fernstehenden Hausbesitzer das dringende Ersuchen, dazu beizutragen, daß der Zeitpunkt bald eintritt, an dem auch der letzte Hausbesitzer der Organisation angehört. Einer lückenlosen Organisation wird der Erfolg für ihre Arbeit zum Besten des Hausbesitzerstandes nicht ausbleiben.
Hieran gibt Herr Marthies den Kassenbericht bekannt, aus dem hervorgeht, daß der Verein mit einem guten Plus in das neue Geschäftsjahr hineingeht. Die Prüfungskommission hat Kasse und Bücher in allerbester Ordnung gefunden. Zu dem Kassenbericht nimmt Herr Bausch trotzdem Stellung und
Hat er von sich oder seinen Decoffizieren erzählt? Nein! Von dem wunderlichen Decoffizier mit wildem Bart sprach
er, von dem famosen Unteroffizier Nr. 1 und dem Rudergänger, der auch sein Bursche ist. An unsere Leute denken wir, wenn wir die eigene Waffe rühmen und über jede andere stellen. Für sie legen wir uns ins Zeug und behaupten, daß unserer Keris Mühe und Plage die schwerste sei. Wir Offiziere zu Wasser oder zu Lande aber, ob Infanterist, ob Kavallerist,
Lokales.
Sonntagsgedanken.
Sonntagmorgen.
Die
Herr
Ueber Berg und Tal, über Dorf und Stadt schallen die Glocken im Feierklange. Golden steigt die Sonne empor und scheint reiner und heller zu strahlen als sonst am Morgen des Alltags. Ringsum Sonntagsstille und Sonntagsfrieden. So, feierlich ernst ist die Natur, als hole sie aus zu neuem Schaffen.
Sonntag ist's. Wie wohl tut dieses Wort dem Manne der Arbeit, der sechs Tage lang in der rußgeschwärzten, stauberfüllten Welt mit ihrem Poltern und Lärmen stand.„, Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten sollst du ruhen." So forderte es der Schöpfer der Menschennatur, damit der Mensch an diesem Tage statt dem Lärmen von Hammer und Eisen,
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fen. Schwarz sind wir Ludersch, nämlich die Mohren, die gehen dürfen, da sie ihre Schuldigkeit taten!"
Die Neffen lachten, doch so zerstreut, daß der Onkel merkte, wie wenig Aufmerksamkeit ihm die Jugend schenkte. Die Tante bat zum Kaffeetrinken ins Nebenzimmer. Dort kam Gemütlichkeit nicht mehr auf. Kurt sah oft nach der Uhr. Sein
ob Artillerist, ob Pionier wir machen uns teine Konkurrenz,| Kommando zum Befehlshaber der U- Boote war mit dem Vorwie allenfalls die Feldwebel zu Nutzen der Kompagnien!"
Bravo, Werner!" rief Kurt über das erhobene Glas, und seine brennenden Augen sagten, daß aller Groll gegen den kleinen Vetter vergessen sei. Dann wendete er sich zu Elisabeth: Und du sollst sehen, wie uns auf dem U- Boot die Augen übergehen, wenn wir beim Abendbrot den Tagesbericht vom Stehen oder Sterben der Armee lesen. Dann stoße ich mit meinen Offizieren an: Hurra, die glorreichere ältere Schwester, die liebe, alte Armee mit immer neuem, immer, grünem Lorbeer um die siegreichen Fahnen!"
trag im Admiralstab abgelaufen. Er wollte mit dem Abendzug von Berlin über Wilhelmshaven nach Emden fahren, um dort wieder den Befehl über U- 444 zu übernehmen. und am letzten Tag der Woche auszulaufen. Als Werner mit den Kusinen ihn auf den Bahnhof gebracht hatte, fragte er die Verwandten nach Herrn v. d. Helle. Onkel Karl schien ihm wenig freundlich gesinnt und brummte fast wie einen Vorwurf: „ Er soll jedes Musikinstrument als Meister spielen!"
Im lieber Sunge!"
Elisabeth schwieg, Gerda stieß mit den Vettern an. Onkel aber schien der Historiker zu erwachen: ,, Recht habt ihr, wenn ihr sagt, daß wir nie an uns, sondern stets an andere und als Offiziere darum an die Leute denken. Ich meine aber, es ist auch ein Fehler, daß wir immer das Selb
,, Also ein Künstler, der doch Bewunderung verdient!" Wenn sein können anderen Freude oder Nuzen brächte, Und die Tante fiel ein: ,, Wie das eures Onkels, der seine Bilder der Ruhmeshalle vermachen will. Selle aber ist ein Selbstling, der große Künstler bei sich versammelt, um allein mit ihnen zu musizieren oder ihrem Gesang und Spiel zuzuhören." Auch Gerda erzählte von ihm, aber fand Worte der Verteidigung. Einen von Unglück verbitterten Sonderling nannte sie ihn.
vergessen. Jetzt tritt uns eine neue Zeit unter die Füße, weil wir in Krieg und Frieden stets die Sache der Krone und des Vaterlandes über die eigene stellten. Die englische Aristokratie handelte anders und regiert Britanien noch heute durch die klein Clique ihrer Sachwalter, weil sie nie daran dachte, sich für die Krone zu opfern. Mit politisch geschultem Ohr hörte sie stets den ersten leisen Tritt jeder neuen Regung der Volks= seele. Dann trat sie an die Spitze der neuen Bewegung, um als Führerin im Kampf nicht leer auszugehen. Mit der Reformation kämpfte sie gegen ihren alten Glauben, mit den Whigs gegen ihre Könige aus dem Haus Stuart und mit den Baconianern sogar gegen die Anhänger älterer Philosophen. Wir dagegen machten uns als Verfechter der Kronrechte mißliebig oder gar verhaßt und ſizen darum heute zwischen zwei Stüh- gelblank glitzernde Parkett war ohne Teppich. Nur schmale, len. Sie reden ja schon von Volkstaisertum oder Republik, die uns sagen werden: Ihr seid die Mohren und habt eure Schuldigkeit getan! Erwarten dürfen wir nichts von der Zukunft. Die Rechte, nach denen andere schreien, werden gewährt. Für ihr Blut müssen sie ihren Lohn haben. Daß wir das unsere aber für das königliche Preußen mit dem Herrscher von Gottes und nicht von Volkes Gnaden gaben, und darum, mit gleichem Recht wie andere die Parlamentsherrrschaft, eine Mehrung monarchischer Gewalt fordern dürfen, kann niemand begrei=
Am nächsten Vormittag machte Werner sich auf die Reise. Ein Gefühl des Unbehagens konnte er nicht bannen, als er im Erdgeschoß des stattlichen Hauses in der Roonstraße den Klingelknopf neben dem Namen v. d. Helle drückte. Ein Diener öffnete und bat in einen dreifenstrigen großen Raum, der fahl, aber doch reich anmutete und ein Konzertsaal schien. In beiden Ecken an der Straßenwand standen prächtige Flügel und vor dem geöffneten im Halbkreis Notenpulte. Der andere trug eine wohl eben aus der Hand gelegte Geige. Das spiesahnefarbige Seidenvorhänge hingen über den Fensterrahmen. Nichts sollte hier den Schall dämpfen oder die Akustik stören. Ein verschwenderisches Licht aber fiel wohl abends aus den vielen Glasbirnen der drei Kristallkronen auf die weißlacierten Holzwände. Aus ihrer Schnitzerei traten Ovale mit Ge= mälden von Opernszenen. Zwischen je zwei Bildern standen auf Marmorsockeln Büsten von Beethoven, Wagner, Mozart, Haydn und anderen Tondichtern.
Fortsetzung folgt.
*
in den Gärten an de jenseits der Lahn mel chen. Durch einen Fel Sad voll gestohlener gestellt wurde. Durch Polizei wurde noch ein ermittelt. Acht Einb auch noch mehr sein. dergl., die sie als L Sichergestellt sind noc sen, ein Wandspruch, Gigentümer werden e ins Benehmen zu setz den können. In einig tenhäusern alles tota arbeiteten mit Dietric um besseren Ueberste
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sind jetzt zu lichten, trauje zu dünnen, entfernen und Edel troden und mäusefi
Beutel, der frei an auf den Zudergast töten. Mäuse und chäden an den Bäun
Wildverbiß mit Ba gebrochener oder mo
falls erneuert werd schneiden und an sch gehobene Erdbeeren
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Roch ist das Vor Schichten unseres Vo jen im Reich allzume tet; noch fönnen fi porstellen und befürd unübersehbaren und Blättern aller Art.
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