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Samstag, den 10. März 1928.

Aktion aufzufassen ist. Wenn nicht die Finanztatastrophe diese Auflösung erzwänge, wäre aus vielen Gründen die Erhaltung des augenblicklichen Zustandes einer gewollten Aenderung vor= zuziehen. 2).

II. Möglichkeiten und Ansichten.

1. Wenn der Hessische Staat sich auflöst, bleiben Volk und Land übrig. Was mit dieser Substanz geschehen soll, das zu entscheiden, ist die letzte Staatshandlung des heutigen Hessen. Seinen maßgebenden politischen Faktoren scheinen heute zwei Möglichkeiten vorzuschweben: a) der Anschluß an ein anderes Land; b) die Schaffung einer ,, Reichsprovinz" Hessen.

a) Der Anschluß kann sich vollziehen, indem Hessen in einem benachbarten Land aufgeht, oder aber, indem es sich mit mehreren benachbarten Ländern zu einem neuen Ge­bilde zusammenschließt.

Ein Aufgehen in einem anderen Lande ist nach zwei Sei­ten hin möglich: nach Preußen und nach Bayern.

Ein Zusammenschluß könnte mit Baden und Württemberg erfolgen. Der Anschluß an Bayern und der Zusammen­schluß mit Baden und Württemberg würde den Schwer­punkt des neuen Gebildes so weit nach Süden verlegen, daß der Anschluß von Oberhessen an Preußen eine von allen anerkannte notwendige Folge wäre.

b) Eine ganz neue Erscheinung im Aufbau des Reiches wäre die Schaffung einer ,, Reichsprovinz" Hessen. Mit dieser würde das Reich die erste eigene Substanz erhalten, deren Erwerb dem Reich die alleinige Staatshoheit in die­sem Gebiete, sowie auch die alleinige verwaltungsmäßige und finanzielle Verantwortung für die Reichsprovinz" bringen würde....

2. Die Beurteilung der bisher besprochenen Vorschläge führt zur Ablehnung aller und zwingt, nach einer neuen und besseren Möglichkeit zu suchen.

a) Der Anschluß an Preußen wird von uns deshalb abgelehnt, weil wir in einer weiteren Vergrößerung des preußischen Staatsgebietes ein Hindernis für die not­wendige Reichsreform und eine Gefahr für dieses ver­größerte Preußen selbst sehen. Eine Vergrößerung Preu­ßens würde den verschärften Widerstand der süddeutschen Staaten hervorrufen und insbesondere nach dem Anschluß Deutsch- Desterreichs an das Reich einen nie dagewesenen Gegensatz und Machtkampf zwischen Nord und Süd bewir ken. Preußen selbst kommt durch die Einverleibung weite­rer nichtpreußischer Elemente in die Gefahr, entweder durch deren Ueberwiegen sein eigenes Wesen einzubüßen oder aber in einem Maße der Auflösung zu verfallen, das auch im Interesse des Reichs und der anderen Länder nicht wünschenswert wäre.³) Hier sei bekannt, daß wir befürchten müssen, daß gerade wir Hessen gegebenenfalls mit die ersten wären, die die Parole: Los von Preußen ausgeben würden; auch mit den unbewußten, meist nur im Scherz geäußerten Sympathien und Antipathien muß hier gerechnet werden. Der Anschluß an Bayern oder Württem= berg- Baden muß aus dem gleichen Hauptgrunde mit umgekehrtem Vorzeichen abgelehnt werden. Diese Umbil­dung würde unmittelbar die Mainlinie wieder erstehen las= sen, da Oberhessen, wie schon erwähnt, diese neue Verbin­dung nicht eingehen könnte. Es würde ein in sich geschlos= senes Süddeutschland geschaffen, das an den Norden" mit der denkbar kürzesten und geographisch wie stammlich am schärfsten abgesetzten Grenze stoßen würde. Der Wegfall der hessischen Klammer" müßte die gleiche unheilvolle Folge haben, wie eine Vergrößerung Preußens, die den Widerstand des Südens herausfordert. Im übrigen sei auch hier auf die Möglichkeit hingewiesen, daß in der neuen Einheit der hessische Rest, der in sie eingeht, auf Grund der stammlichen Verschiedenheit und der zahlenmäßigen Gering­fügigkeit sich auch nur als beherrschtes Anhängsel fühlen würde.

b) So bliebe der Gedanke an die Schaffung einer Reichs­

Grüner Rasen Blaue Wellen.

Roman von Otto von Gottberg.

37. Fortsetzung.

,, Wir sind uns keiner unsoldatischen oder ehrlosen Hand­lung bewußt, aber werden den Russen zeigen, daß preußische Offiziere auch am Galgen für Eure Majestät mit Anstand zu sterben verstehen."

Als gute Freunde verbrachten sie eine fast heitere letzte Nacht. Gegen Morgen trat ein warmherziger Stabsoffizier in ihre Zelle und rief freudig erregt: Sie sind zu lebensläng­licher Zuchthaushaft begnadigt!"

Die Herren von Ruville und von Knobelsdorf standen tief= ernst mit gerunzelten Stirnen:

,, Sie freuen sich nicht?" staunte der Russe.

Der Aeltere schüttelte den Kopf: Nein, Herr Oberstleut­nant! Preußische Offiziere sehen teinen Unterschied zwischen schmählichen Tod und schimpflicher Haft."

Gießener Zeitung"

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provinz Hessen. Diese Regelung würde zweifellos die Schwierigkeiten und Gefahren, die zur Ablehnung der anderen Vorschläge geführt haben, vermeiden. Das heu­tige Hessen bliebe verwaltungsmäßig,- auch bezüglich seiner kulturellen Verwaltung, eine Einheit und könnte, wie bisher, als Klammer" des Reiches an seiner empfind­lichsten Stelle, dem westlichen Ende der Mainlinie, dienen, an der Stelle, an der schon immer die französische Politik den Meißel anzusetzen suchte, um das Reich in Nord und Süd auseinanderzusprengen. Soweit Hessen als politischer Faktor im Rahmen des Reiches noch in Frage käme, könnte es nur im Reichsinteresse wirksam werden.

Die

Wir sind aber der Ansicht, daß eine Lösung, die einfach das heutige Hessen als Reichsprovinz erklärt, eine Halbheit bleibt gegenüber den Aufgaben, die sich uns angesichts des hiermit nun einmal angeschnittenen Problems der Reichsreform aufdrängen. Die Auflösung Hessens bringt den Stein unweigerlich ins Rollen, wenn es auch der Bequemlichkeit und Verantwortungs­furcht unserer Tagespolitiker noch so ungelegen kommt. ,, bequemeren" Lösungen bergen, wie wir gesehen haben, zu­fünftige Gefahren in sich, für deren Abwendung wir uns ver­antwortlich fühlen. Wir werden deshalb zu einer grundsätzlichen Entscheidung gedrängt. Wir hätten es ohne diesen Zwang für unzweckmäßig gehalten, jetzt schon die Frage der Reichsreform aufzurollen ³). Nun aber muß eine Grundlage gefunden wer­den auf der die hessische Frage in einer Weise gelöst werden kann, daß diese Lösung wiederum zum Ausgangspunkt einer organischen, gesunden Lösung des größeren Problems werden fann. Deshalb muß die Frage der Reichsreform soweit in Be­tracht gezogen werden, als dies heute möglich und für unsere Aufgabe notwendig ist. Schluß folgt.

Sie waren nur zwanzig Jahre alt und schuldlos, aber mußten Ketten und Sträflingsjacken für König und Vater­land tragen. Andere Dulder fanden den schauerlichen Tod von lebendig Begrabenen durch Verschüttung oder starben in Qualen unter den Händen französischer Folterknechte. Alle aber santen für Kaiser und Reich unter grünen Rasen oder blaue Wellen als eine Saat kommender deutscher Herrlichkeit. Er sah den Sieg und glaubte das Läuten der Glocken zu hören. Sie jubelten nicht nur zwischen Njemen und Rhein. Die ehernen Zungen alter Reichsmarken um Riga und Ant­werpen flangen darein. In einem besiegten Vaterland aber mochte er nicht leben.

Und an Elisabeth durfte er nicht denken. Er sah auf seine Leute. Vier saßen um die Taschenlampe in der Hand des Zen­tralmaats mit baumelnden Beinen auf dem Stahl um das Luk zwischen Turm und Zentrale. Wulfin nahm Spielkarten aus der Tasche. Nee, laß man," meinten die Anderen. Er seufzte wohl in Gedanten an seine Frieda.

Schwerer drückte die stickige Luft. Das Dämmern hinter den Glasscheiben schwand. Oben lag Dunkelheit auf dem Meer. Die Müden suchten einen Platz, um sich auszustrecken. Mit leisem Knipsen verlosch die letzte Lampe. Da tam die Nacht, die lange, lange Nacht.

,, U- 444 allerdings drei Wochen überfällig, aber noch mit Gefangennahme der Besatzung zu rechnen," drahtete Kapitän­leutnant Hiedring auf einen Brief des Premierleutnants a. D. und Majoratsherrn v. Drewig in Priedelsdorf.

Schreiben mochte er nicht, denn die Hoffnung, den lieben Drewig mit seinen Leuten wiederzusehen, begann zu schwin­den. U- 444 war auf dem Rückmarsch durch die Frische See einem längst in der Werft liegenden Boot begegnet. Die Rom­mandanten hatten Nachrichten ausgetauscht, und Drewig sagte, er könne sich nur noch zehn Tage in See halten. Die Zeit war

Das Arbeitsverhältnis wird durch die Werksbeurlaubung weder unterbrochen noch beendet. Grundsätzliche Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts vom 30. November 1927.

sk.( Nachdruck verboten.)

Der Arbeiter D. war bei der Maschinenfabrik Augsburg­Nürnberg A.-G., Werk Nürnberg am 24. 2. 25. eingetreten, wurde am 20. 1. 26. werkbeurlaubt und am 6. 3. 26. aus der Werksbeurlaubung entlassen. Mit der Klage forderte er die ihm zustehende Urlaubsvergütung, welche Beklagte verwei­gerte, da nach§ 28 des Kollektivabkommens für die Metallin­dustrie in München, Nürnberg, Augsburg und Fürth der Klä­ger im gleichen Betriebe ein Jahr ohne Unterbrechung hätte tätig gewesen sein müssen, um Anspruch auf Urlaubsvergütung erheben zu können; dies sei aber nicht der Fall, da das Arbeits­verhältnis durch den Werksurlaub unterbrochen worden sei. Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht Nürnberg gaben der Klage statt, das Reichsarbeitsgericht wies die Revision der Beklagten zurück, indem es in seinen

Entscheidungsgründen

in der Hauptsache ausführt: Die Werksbeurlaubung hat sich erst in den letzten Jahren herausgebildet. Die Einschränkungen und vorübergehende Stillegungen, die das Wirtschaftsleben mit sich brachte, ließen es für Arbeitgeber und nehmer wün­schenswert erscheinen, das Arbeitsverhältnis nicht durch Kündi­gung oder Entlassung zu beenden. Der Arbeitgeber wollte für eine demnächstige Wiederaufnahme des Betriebs seine bishe= rigen Arbeiter zur Verfügung haben, und der Arbeitnehmer, der anderweit doch keine Arbeit finden konnte, wollte sich die Möglichkeit, an seiner alten Stelle wieder eingestellt zu wer­den, erhalten. So kam man zur Werksbeurlaubung. Der Ar­beitnehmer leistet während ihrer Dauer keine Arbeit und erhält keinen Lohn. Er steht aber dem Arbeitgeber zur Ver= fügung und kann im Bedarfsfalle jederzeit wieder einberufen werden.

Nr. 21.

Gamstag, den 10.

geht durch fie. Es ist Folgen wir der Der Lohn. Wir werde geben. Unfere Tage fie an Not und Leid ge hen, zu lindern und

j mehr es anderen v

trägt und lindert und Das ist das Gehe C Nur erit soviel, w einziehen tann! Nur tagssonne aus ihrer G Sträußchen Veilchen, im Herzen zu schwinge daß man ein Liedchen Der Mensch ist ja tur anbetrifft. Es gi mals ein reifes Nehr in einem Walde war

Das Dienstverhältnis wird also durch die Werksbeurlau: bung nicht beendet, die Rechte und Pflichten der Vertrags­parteien bestehen vielmehr fort und sind nur insoweit ausge setzt, als auf der einen Seite kein Lohn gezahlt, auf der ande­ren keine Arbeit geleistet zu werden braucht. Sängt also von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und lediglich von ihr der Erwerb eines Anspruchs auf eine Vergünstigung ab, so steht diesem die Werksbeurlaubung nicht entgegen, auch während ihrer Dauer kann der Anspruch an sich erworben werden. Der Einwand der Beklagten, es sei unter den Worten des§ 28 Kollektivabkommens ,, ununterbrochen beschäftigt" eine ununter­brochene Arbeit von einem Jahre zu verstehen, ist nicht be= gründet. Die Beklagte macht zunächst geltend, der Urlaub werde zur Erholung gewährt, er habe also ein Erholungsbe: dürfnis zur Voraussetzung. Das ist irrig. Das Kollektivab­kommen enthält keine derartige Bestimmung. Im Gegenteil, es läßt den vertraglichen Urlaub allen Arbeitern zugutekommen. Im übrigen stellt das Abkommen die ununterbrochene Beschäf­tigung den Dienstjahren gleich und will die Gewährung des Urlaubes nur von dem Ablaufe einer gewissen Zeit abhängig machen. In§ 31 ist nur von einer Unterbrechung des Arbeits­verhältnisses die Rede, also lediglich auf die Dauer des Ver­tragsverhältnisses abgestellt. Unter der ununterbrochenen Be­schäftigung ist danach nur das Arbeitsverhältnis zu verstehen, nicht die ununterbrochene Arbeit selbst. Mit der Praxis ist der Standpunkt der Beklagten völlig unvereinbar und würde dem Kollektivabkommen jeden vernünftigen Sinn nehmen. treten im Leben des Arbeiters Ereignisse ein, die ihn zwingen, eine oder mehrere Schichten zu versäumen. Wenn damit die Beschäftigung im Sinne der Beklagten unterbrochen sein sollte, würde wohl der größte Teil der Arbeiterschaft der Wohltat des Urlaubs verlustig gehen und die Bestimmung nur auf dem Papier stehen. Schließlich wäre es keinem Arbeiter möglich, eine ununterbrochene Dienstzeit von mehreren, insbesondere 15 Jahren, wie sie das Kollektivabkommen vorsieht, zu erfüllen. ( 11-27. Reichsarbeitsgerichtsreferate der Sächsischen Korre­spondenz G. m. b. H., Leipzig, Querstraße 13).

längst verstrichen. Vor zwei Wochen hatten Funksprüche ver­geblich nach seinem Standort gefragt. Neuerdings meldeten englische Zeitungen, ein deutsches U- Boot sei auf der Höhe von Newcastle durch Bomben vernichtet. Anfragen bei ande­ren Flottillen stellten fest, daß damals nur U- 444 in jener Gegend war. Wenn die Engländer nicht logen, hatten ihre daß noch Nachricht von der Gefangennahme der Besazung kam. Bomben das Boot getroffen. Darum war auch zu bezweifeln, Doch wollte und mußte er noch auf Wiedersehen mit den Ver­mißten hoffen, obwohl in der Messe Gespräche von Drewiz und U- 444 schnell mit stummen Kopfschütteln endeten. Wenn Kame= raden an der Kammertür mit der Visitenkarte v. Drewig, Kapitänleutnant und Kommandant eines U- Bootes" vorüber gingen, drehten sie die Köpfe ab. Es war, als ob des Todes kalte Hand ins frohe Männerleben auf der Pommerania" griff.

Doch in Priedelsdorf weckte Herrn Hierings Telegramm wirklich Hoffnung. Elisabeth fonnte fast wieder lachen: Rach der letzten Woche Angst wüßte ich ihn lieber in England als auf neuer Fahrt. Auch soll bald ein Austausch von Gefange nen mit England beginnen. Dann kommen sie unseren nach Holland, und Tante bringt auch mich hin. Wir heiraten und leben... ich denke in Haarlem, wo die schönen Blumen wach­sen."

Tante Bärbchen nickte. Der Onkel versprach sogar, die Hochzeit mitzumachen. Was hätte er nicht zugesagt, wenn der Neffe nur am Leben war! Doch allmählich verlernte Elisabeth das Hoffen und Lachen. Das Leben in Priedelsdorf blieb still. Wohl um die Rede nicht auf Kurt zu bringen, schalt Ontel Karl wieder auf Werner. Am Abend nach seinem Besuch in Berlin war er abgereist und hatte auf seinen Urlaub verzich tet, um zum Regiment zu fahren. Dort meinte er, sei sein Platz. Des Lebens in der Heimat wäre er müde. Seither schickte der Undankbare nur selten einen kurzen Kartengruß. Onkel und Tante erklärten, sie wollten von ihm nichts mehr wissen, aber schenkten um so mehr Liebe von jungen Mädcher Hinter der Kinder Rücken nickten sie einander oft in wehmütiger Freude an ihrem späten Elternglüd zu. Ungetrübt war es namentlich, weil die Mädchen sich endlich wieder in schwester­licher Liebe gefunden hatten.

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Lokales.

Sonntagsgedanken.

Es

All die traurigen Bilder, die vor 2000 Jahren Wirklich­feit waren, ziehen Jahr für Jahr wie ein großer Film an unseren Augen vorüber. Von Station zu Station der Lei= densgeschichte wandern wir mit und vertiefen uns in die ewi­gen Wahrheiten von Leiden, Sieg und Auferstehung.

Sonntagsgedanken zur Passion. Folgen wir der ewigen Liebe, die vor uns her wandelt. Die schwere Zeit drängt uns auf diesen Weg. Weil in der Zeit von Mühsal und Not nur Liebe heilen kann.

Aber sie ist heute unter den Menschen ein Fremdling ge­worden. Lieblosigkeit und Selbstsucht haben zu tief schon Wur­zel gefaßt.

Der Geiz ist das schmählichste Widerspiel der Liebe ge= worden. Geh zum Geizigen, sag ihm deine Not, klag ihm den Jammer anderer, rede von Hungernden und Frierenden, von Verwahrlosten und Elenden, von Kranken und Sterbenden er bleibt taub.

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Das Wohlgefühl, in seinem Gelde zu wühlen, ist größer als der Wehschrei und die Tränen. So viel, viele sind heute in dem dämonischen Banne dieses aus der Tiefe entstiegenen Lasters. Sie denken nicht daran, daß man auch ihnen einst ein Gewand anziehen wird, das keine Taschen hat.

Gerda war im Verkehr mit der Jüngeren fühl und zurück­haltend geblieben, bis Elisabeths Bangen um Kurt begann. Als ihr Mitleid erwachte. nahm sie sich der Trauernden als Mütterchen an. Nie durfte Elisabeth allein sein. Zusammen gingen sie in den Wald oder zum Federvieh, in den Kuhstall oder Gemüsegarten. Dort schaltete Gerda, aber vergaß nie die Jüngere zu unterhalten. Den Alten ging das Herz auf, wenn die hübschen Kinder dann Arm in Arm heimtamen. Sie waren wirklich wieder Schwestern. Das fühlte auch Gerda, deren Groll schwand. Sie wachte mit der Jüngeren bis in die Nacht, wenn Elisabeth aus dem Nebenzimmer an ihr Bett trat und klagte, sie fände teinen Schlaf. Bleich und müde,

Jetzt ist die Zeit zur großen Umkehr. Viele schon haben erkannt, daß es für ihr Sehnen nach Gold keine ganze Erfül­lung gibt, daß die Taschen wohl voll werden, daß aber das Herz leer bleibt. Gold härtet die Herzen und versteinert sie.

Horchen wir auf die Zeit. Ein Wimmern und Jammern

stand sie dann morgens auf. Vier Wochen waren seit Hiedrings Telegramm vergangen, als sie sich eines Tages weigerte, zum Frühstück zu kommen. Gerda berichtete davon, und Tante Bärb chen ging nach oben, um die in ihr Kopfkissen weinende Elisa­beth zu trösten: Trink deinen Kaffee hier und bleibe über Mittag liegen!" Sie wußte, daß ihr Geschlecht Kummer und Schmerz am liebsten im Bett umarmte. Doch die Nichte wollte vom Essen nichts hören und schluchzte nur, sie wollte nach Emden fahren. Die alten Dame tüßte ihr die nassen Augen: Warum, mein armes, liebes Kind?"

Um zu sehen, wie er dort lebte, und von seinen Kamera­den zu hören, ob ich noch hoffen darf." Die weite Reise in Kriegszeit loďte nicht, aber die Tante versprach, den Onkel um Erlaubnis zu bitten. Der zudte die Achseln: Emden ist Kriegshafen wie Kiel oder Wilhelmshaven. glaubt..

Wenn ihr

Da brach er ab, weil er von Hoffen und Glauben nicht mehr zu sprechen wagte. Wieder schrieb er an Kapitänleutnant Hiedring, und seine Frau machte ich mit Elisabeth auf den Weg. Der Schlafwagen trug sie nach Bremen Um Mittag stiegen sie in Emden aus dem Personering. Nebel lag über der Stadt. Der Julitag war nicht falt, doch fühlte Elisabeth sich erschauern, denn leer, einsam und tot schien der Ort im weiten Flachland. Ein Kofferträger führte zum Weißen Haus und dort der Wirt an die Gasttarel. Nur alte Herren, zwei ergraute inattive Stabsoffiziere in Uniform und drei bejahrte Zivilisten, saßen am oberen Ende des Ovals. Jugend und Daseinsfreude schienen aus der Stadt gestohen. Die fünf Al­ten tuschelten leise, als sei es ein Uarecht zu leben. Nach Tisch forderte Tante Bärbchen einen Boten, um Herrn Siedring Nachricht von ihrem Eintreffen zu geben. Der Wirt meinte, den U- Boothafen dürfe niemand ohne Ausweis betreten, und riet, den Brief durch die Post zu senden. Tante Bärbchen warf das Schreiben in den Kasten. Jezt hich es einen gan­zen Tag warten. Der Wirt empfahl einen Besuch des Rat­hauses und zeigte durch das Fenster: Es ähnelt dem von Antwerpen, und namentlich die Waffensammlung ist des Be­trachtens wert. Wenn der große Sieger von Lüttich, der kleine alte Emmerich, so hoch war er nämlich nur"-- seine Hand lag wagerecht in Höhe der Schultern, aber aus den Augen Sprach Ehrfurcht als kommandierender General während einer Besichtigung bei mir wohnte, vergaß er nie, seine Offi­ziere hinüberzuschicken."

Die Tante dankte für den Rat und wollte gehen. Elisa­beth schüttelte den Kopf. Ihr fehlte Lust und Kraft. Nie wie­der konnte sie sich an Berg und Wald, an Fluß und Tal, an Städten und Bauten freuen.

Die Stunden schlichen, und der nächste Vormittag schien ohne Ende. Erst nach Tisch brachte ein Matrose einen Brief. Herr Hiedring schrieb, der Dienst hindere ihn leider, den Damen vor sechs Uhr abends aufzuwarten.

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Frühling im Blumeng machen, denn die Nati Die Jugend ist so für Es läßt sich schon dern Landmann, der h get. Der graue Gra es wollen sich schon 2 eine Biene, die noch Razchen und die erster

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Wir alle haben H tommen. Sehnsucht ü zarten Wolfen am Ho den Sonnenuntergäng feiner Spendefreudigke die Knospen auf, die länger.

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Ein Beitrag zum Salloh, gnä Langenberg erwarten em Wetter, denn son De angenehm!" Di tors Burbs war be Airantheit, durch Ber natelang ans Saus.

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