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Mittwoch, den 8. Februar 1928.

Lokales.

* Prof. Dr. K. Kramer. Am Sonntag verstarb Professor Dr. phil. h. c. Major a. D. Karl Kramer, der Direktor des Gießener Museums. Der Heimgegangene hat als Denkmals­pfleger für die Kreise Gießen, Schotten, Büdingen der ober­hessischen Heimatsgeschichte wertvolle Dienste geleistet.

* Dienstjubiläum. Am 10. Februar d. Js. kann Herr Polizei- Hauptwachtmeister Wilhelm Naumann auf eine 25jäh­rige Tätigkeit im Polizeidienst zurückblicken. Nachdem er bis zum Jahre 1922 als Polizeiwachtmeister im Außendienst tätig gewesen war, wurde er alsdann in inneren Dienst übernom­men und ihm neben anderen Arbeiten insbesondere noch die Leitung des Polizeigefängnisses übertragen. Herr Polizei­Hauptwachtmeister Naumann hat sich in seiner langen Polizei­dienstzeit durch seine Gewissenhaftigkeit, seine Pflichttreue und sein bestimmtes, jederzeit zuvorkommendes Wesen das Vertrauen seiner Vorgesetzten, sowie des Publikums erworben.

,, Gießener Zeitung"

tische Auswirkung u. bedauerte die weitgehende Abwälzung der sozialen Lasten von Reich und Staat auf die Gemeinden. Damit | fand die sehr anregend und eindrucksvoll verlaufene Tagung ihren Abschluß.

Hessische Kinderheilstätte.

Die von dem Hess. Landesverband zur Bekämpfung der Tuberkulose( Heilstättenverein) errichtete Kinderheilstätte bei Winterkasten im Odw. nähert sich ihrer Vollendung. Ihre Be­triebseröffnung ist für Anfang März 1928 vorgesehen. Sie nimmt Kinder bis zum 15. Lebensjahre auf und zwar nicht nur an Lungentuberkulose erkrankte Kinder, sondern auch solche, die an Knochen, Drüsen-, Kehlkopftuberkulose usw. leiden. Die Heilstätte, die der Leitung eines anerkannt tüchtigen Facharztes unterstellt wird, ist mit allen modernen Heilfaktoren ausge­stattet. Sie nimmt insbesondere auch solche Kinder auf, die chirurgischer Behandlung bedürfen. Der Pflegesatz ist mäßig gehalten und wird in Bedürftigkeitsfällen zu zwei Drittel von der Landesversicherungsanstalt und dem Landesverband getra­gen, während die zuständigen hessischen Kreis- und Wohlfahrts­ämter usw. nur ein Drittel aufzubringen haben. Schon jetzt können Gesuche um Aufnahme bei der Landesversicherungsan­stalt eingereicht werden.

* Winterobst- Ausstellung. Die Eröffnung der Winterobst­Ausstellung fand am Samstag durch Reg.- Rat Wolf statt. Landesobstbau- Inspektor Pfeiffer- Darmstadt hielt einen Vortrag über Umpfropfung des Obstes und Beschränkung auf wenige, aber gute und tragfähige Obstsorten. Metternich­Büdingen sprach über die bessere Aberntung, Packung und Ver­wertung des Obstes, um dadurch die Einfuhr ausländischen Obstes zu vermindern. Die Obsternte 1927 sei mit einer Ernte von 800 000 Zentnern im Werte von 12 Millionen Mark eine Refordernte gewesen. Einen sehr guten Eindrud machte die Sonderausstellung der Oberhessischen Obstwerke- Büdingen, die auch Produkte des Obstbaues, wie Fruchtsäfte, Obstmark, Gelee und anderes mehr zeigte. Ausgestellt hatten ferner: Fürstl. Obstbauschule Lich, Obst- und Gartenbau- Verein Lich, Heuchel­heim, Steinheim, Großen- Buseck, Wieseck, Daubringen, die Ge­meinden Alten- Bused, Wazenborn und Steinberg. Von den zahlreich ausgegebenen Preisen seinen hier einige erste Preise erwähnt: E. Steul und Sch. Müller- Bettenhausen, L. Becker­Ruttershausen, Bürgermeister Müller- Bellersheim, W. Rain­muth- Reinhardtshain, K. Lenz- Allendorf, K. Beppler- Stein­heim, Ludwig Hörr- Hausen, K. Einhäuser und Polizeiinspek­tor Schmidt- Gießen.

Kursus der Evangel. Arbeitervereine.

Die evangelischen Arbeitervereine in Oberhessen veranstal­teten kürzlich in Gießen einen sozialen Kursus, der eine rege Be­teiligung aus Butzbach, Darmstadt, Gießen, Bockenheim, Frank­furt und Hanau aufzuweisen hatte. Nach Begrüßung durch den Kursusleiter, Herrn Kirchner- Gießen, sprach zunächst Ver­bandssekretär Laufer Darmstadt über das Thema: Die Kirche und die soziale Frage". Im Mittelpunkt der Not unserer Zeit steht der fragende und suchende Mensch. Der Kernpunkt der sozialen Probleme ist die Arbeiterfrage. Hier hat auch die Kirche die Pflicht, an der Lösung der sozialen Probleme mitzu­wirken. Sie soll die soziale Not sehen, sie zur Gewissenssache machen und für die sozialen Reformen die rechten Menschen er­ziehen, und sich dabei der großen evangelisch- sozialen Organi­sationen, insbesondere auch der evangelischen Arbeiterstandes­bewegung, bedienen.

Sodann sprach Herr Kirchner über Die Jugendfrage". Hierbei wies der Redner auf die Bedeutung und Aufgabe der evangelischen Arbeitervereine und auf die außerordentliche Zer­splitterung in der evangelischen Jugendarbeit hin.

Aus Nab und Fern.

Buzzbach. Ein Sanitätskolonnentag fand unter Leitung des neuen Provinzial- Inspekteurs, Sanitätsrat Dr. Hahn­Bad Nauheim, statt. Die Kolonnen aus Alsfeld, Lauterbach, Homberg, Gießen, Friedberg, Bad- Nauheim, Butzbach und Lich hatten ihre Aerzte und Führer entsandt, denn es galt wichtige Organisationsfragen zu beraten.

Den nächsten Vortrag hielt Verbandssekretär Laufer­Darmstadt über Stand und Zukunft der deutschen Sozial­politik". Die bisherige Entwicklung und der augenblickliche Stand der deutschen Sozialpolitik fand eine eingehende Dar­stellung. Redner besprach besonders die sozialen Versicherungen. Arbeitsgerichtsgesetz, die Verbesserung der Versorgung der Kriegsopfer und die Maßnahmen zur Erstellung von Woh­

nungen.

Friedberg. Nunmehr ist auch der zweite Flügel des Poly­technikum- Neubaues soweit fertiggestellt, daß er bereits in Be­trieb genommen werden konnte. Die Ausstattung der einzel­nen Laboratorien, an die sich zwei Hörsäle anschließen, ist so vollkommen, daß das Polytechnikum allen modernen Anforde= rungen entsprechen wird.

Nidda. Am 2. und 3. Juni dieses Jahres wird Nidda der Platz der diesjähr. Hauptversammlung des Vogelberger- Höhen­klubs werden, in dessen Reihen z. 3t. 80 Ortsgruppen mit 10000 Mitgliedern stehen.

Alsdann referierte Herr Kirchner- Gießen über ,, Die Aufgaben der evangelischen Arbeitervereine". Redner betonte besonders die Notwendigkeit einer intensiven Schulungsarbeit. Den letzten Vortrag hielt Herr Loh- Gießen über ,, Wohlfahrts­pflege und Wandererfürsorge einst und jetzt". Redner gab einen Ueberblick über den Stand der Wohlfahrtspflege und ihre praf­

Grüner Rasen Blaue Wellen.

Roman von Otto von Gottberg. 28. Fortsetzung.

Alsfeld. Der Schulvorstand hat sich gezwungen gesehen, zu beschließen, daß die seit über 50 Jahren und vorher schon als Privasanstalt hier bestehende höhere Bürger-( Mädchen) Schule vom Beginn des Schuljahrs 1928 eingeht. Die Schüle­rinnen werden bis auf weiteres mit den entsprechenden Klassen der Oberrealschule vereinigt. Durch diese Regelung hofft man, Die eine förmliche Auflösung dieser Schule zu vermeiden. bisher für die Schule erforderlichen Geldmittel kommen für die Stadt nun in Fortfall, so daß die städtischen Finanzen weniger angespannt werden.

Der sah zu Boden und nagte an den Lippen. Nur zu gern hätte er Kurts Worte bestätigt. Doch jetzt durfte er seine Liebe nicht bekennen, weil der Druck des Geheimnisses noch auf ihm lag. Längst freilich hatte er an Herrn v. d. Helle geschrieben. Die Antwort bat nur um seinen Besuch während des nächsten Urlaubs. Morgen wollte er nach Berlin fahren und von Helle hören, ob er Gerda und den Verwandten in die Augen sehen und das liebe Mädchen fordern dürfe. Heute mußte er noch schweigen.

Rüsselsheim. Zur Besichtigung des Projekts des neuen Opel- Güterbahnhofes weilten hier höhere Beamte der Reichs­bahn. Der neue Opel- Bahnhof wird 16 neue Gleislinien um­fassen. Für die Werksangehörigen werden nach seiner Fertig­stellung auf den Strecken Darmstadt Rüsselsheim, Mainz Rüsselsheim, Wiesbaden Mainbrücke Rüsselsheim Son­derzüge eingelegt werden, die direkt in den Bahnhof einlaufen.

Onkel Karls ermunterndes Lächeln forderte Antwort auf seine ungesprochene Frage. Werner aber konnte in pein­licher Verlegenheit nur stottern: ,, Kurt hat recht. Doch ist noch etwas zu klären. Darum kann ich nur warten und euch bitten, mich nicht zu verraten."

Kornfranch

Nr. 12.

Romfranck

gesund Wie das

tägliche Brot!

Wezlar. Jm Alter von 63 Jahren verstarb Oberlehrer a. D. Ludwig Seher. Der Verstorbene ist als Goethe- Forscher bekannt geworden. Sein Lebenswerk war die Betreuung der historischen Stätten Weglars.

Aus dem Odenwald. Ein Odenwälder Gastwirt versuchte, wie jetzt lautbar wird, durch Beimischung eines Giftes in ein Glas Bier seine Frau und Schwiegermutter zu vergiften. Da diese aber das Vorhaben bemerkten, gelang es jenem nicht. Die Frauen zeigten den Vorfall an, so daß der Missetäter hinter Schloß und Riegel gebracht wurde.

Der Vetter lächelte spöttisch. Der Onkel zuckte die Achseln, öffnete langsam eine Kiste und bot den Neffen Zigarren an. Noch über das flammende Streichholz forschten seine nachdenk­lichen Augen unter gerunzelter Stirn in Werners verlegener Miene. Zu einem tiefen zug aus dem brennenden Kraut seufzte er auf, stieß die blauen Rauchwolfen durch gespitzte Lippen und brummte ironisch: Wie du willst!" Dann bot er Kurt die Hand zu warmem Drück: Res venit ad Triarios!" So sagte er immer, wenn er die Entscheidung nach Gewohn­heit in die Hände seiner Frau legte, und fragte auch gleich: ,, Wer holt die Tante?"

Werner ging und war froh, zu entkommen: Onkel und Better mißachteten ihn gewiß. Das fluchwürdige Geheimnis warf ewig Schatten auf sein Leben. Im Eßzimmer bat er die Tante zum Onkel. Sie schien nicht erstaunt und dachte wohl, er brauchte ihre Hilfe, denn ihr Kopfniden sagte: Er zwingt es natürlich wieder nicht.

Fast erschrat Werner beim Niedersitzen. Er war mit den Mädchen allein.

Pfarrer Heumanns Heilmittel

Eine Brandstiftungsepidemie scheint z. 3t. im hohen Westerwald zu herrschen. Die Nassaui­sche Brandversicherungsanstalt hat sich veranlaßt gesehen, für die Aufdeckung eines jeden Falles von Brandstiftung eine Be­lohnung bis zu 1000 RM. auszusehen. In den letzten vierzehn Tagen wurden nicht weniger als zwölf Brände in dieser Gegend gemeldet.

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Mittwoch, der

3um zweiten im Zwischenrunde schieden getrennt Spieldauer kein in Duisburg vor

von West und N beiführen zu kön Blaze stattfinder schon am nächste am 19. Februar Südostdeutschlan haft, ob die be ichon am 12. Fel lergestellung gera beteiligten Berei ift, daß entweder Spiel durch das Tampf auf einen eine spätere A wird.

Montabaur. Am 11. Februar wird der in Baumbach bei seinem Sohn, dem dortigen Pfarrer, lebende Rentner Peter Schupp aus Montabaur sein 100. Lebensjahr vollenden.

bat. Darum war Werner so niedergeschlagen. Es tat ihm weh, daß er die Geliebte verlieren sollte. Wenn er doch ahnte, wie menig würdig sie seiner war.

Elektrische Bahnen nach dem Taunus. Zur Zeit wird im Frankfurter Rathaus an den Vorprojekten für die Elektrifizie rung der Bahnen nach Soden und Königstein gearbeitet. Beide Linien, die heute über Höchst gehen, sollen im Zuge der Bis­mardallee Frankfurt verlassen und über die Elisabethenstraße weitergeführt werden. In der Nähe von Sulzbach sollen sich die beiden Linien trennen; die Linie nach Soden soll bei Sulz­bach in die Trasse der Kleinbahn münden, deren Elektrifizierung beabsichtigt ist. Die neue Linie nach Königstein soll bei Ober­liederbach in die Trasse der Königsteiner Kleinbahn einmünden, deren Elektrifizierung ebenfalls durchgeführt werden soll.

Frankfurt. Der frühere Verwaltungsdirektor der städtischen Bühnen, Müller- Wieland, befindet sich seit Samstag wieder in Frankfurt. Er ist im Untersuchungsgefängnis untergebracht, und wurde am Sonntag vom Untersuchungsrichter vernommen. Müller- Wieland bestritt in allen Fällen ein strafbares Ver­halten.

Da öffnete Tante Bärbchen die Tür: Elisabeth!" Die Jüngere sprang der Tante an den Hals. Ja, sie ahnte alles und ließ sich gar gern zu ihrem Seehelden führen. Gerda blieb stumm. Werner warf verstohlene Blicke auf die mit gepreßten Lippen Sihende. Nie war ihr Mund herber, aber auch schöner gewesen! In den blauen Augen unter lichtweißer Haut und goldigem Blondhaar lag ein weicher Schimmer, ob­wohl die Stirn Furche trug. Er wagte ihr Schweigen nicht zu brechen. Elisabeths Jubelruf hatte ihr wohl gesagt, was drü­ben vorging. Vielleicht saß sie stumm, weil auch sie mit Onkel und Vetter ihn mißachtete. Sie war ihm immer gut gewesen und hatte ihm in Briefen ihr Herz geöffnet. Darum nannte er sie dann geliebte Gerda". Das war doch ein Bekenntnis und jetzt wohl die Zeit, es mit den Lippen zu wiederholen. Sie wartete gewiß darauf und zürnte ihm, weil er nicht sprach. Der Fluch des Geheimnisses trat auch zwischen ihn und seine Liebe. Wie glücklich war der Vetter, der lachend seine Nei­gung bekennen durfte!

,, Warum bleibt ihr so lange, Werner?" fragte Gerda. Elisabeth saß mit dunkelrotem Gesicht, als wisse sie, was drüben vorging. Ihre Unruhe fiel auch Gerda auf. Sie sah von der Schwester zum Vetter, der in Befangenheit die Augen senkte. Plötzlich begriff auch sie, daß Kurt jetzt um Elisabeth

Du hast noch gar nicht erzählt, wie lange du Urlaub hast, Werner," sagte sie da nicht weniger herzlich als sonst. ,, Vier Wochen, Gerda!" Doch wie erlöst stand er auf, als die Tante das Brautpaar ins Zimmer schob.

Hersfeld. In allernächster Zeit wird hier mit einem großen modernen Theaterbau begonnen werden, der am Neu­markt gegenüber der über 350 Jahre alten Klosterschule ent­stehen soll. Das Theater wird etwa 750 Personen Platz bieten.

Kurts Hand lag um Elisabeths rechtem Oberarm. Sein Gesicht war rot. Der Mund lachte breit: Jhr dürft gratu­lieren."

Gerda wunderte sich fast, daß sie der Schwester doch den ersten, freilich fühlen Ruß seit langer Zeit geben konnte. Wer­ner drückte der Verlobten Hände.

St. Goarshausen. Der Bürgermeister Bernd in Nievern an der Lahn, der wegen Wahlfälschungen zu Gefängnis ver­urteilt worden war und sein Amt niedergelegt hatte, ist vor einigen Monaten von der Gemeindevertretung wiedergewählt worden. Der Kreisausschuß von St. Goarshausen hat die Wahl nicht bestätigt, und der Bezirksausschuß hat diesen Beschluß gebilligt und eine Neuwahl des Bürgermeisters angeordnet. Nun hat die Gemeindevertretung mit 7: 2 Stimmen den früheren Bürgermeister Bernd zum zweiten Male wiedergewählt. Das Spiel kann demnach von vorne beginnen.

Er stand auf und griff nach dem Sektglas. Es war noch leer. Tante Bärbchen schüttelte verdrießlich den Kopf. Doch da trat schon das Mädchen mit der Flasche ein, und der Onkel konnte enden: Liebe Kinder, wir wünschen euch Glück und Segen. Lebt hoch, hoch, hoch!"

Der Onkel bestellte Schaumwein und drohte Gerda mit dem Finger: Daß ich noch eine ähnliche Feier erlebe!" Jhr Gesicht flammte dunkelrot, und ihre Augen baten so flehent­lich um Schonung, daß er verwundert den Kopf schüttelte und sich schnell zum jungen Paar drehte. Das Gefühl, taktlos gewe­sen zu sein, machte ihn verlegen, also räusperte er sich schnell zu einer verfrühten Rede: Kurt und Elisabeth, euer Bund macht nicht nur ein Unrecht gut. Die Tante und ich bedau­erten oft, daß wir allein geblieben sind. Heute aber freuen wir uns, keine Kinder zu haben, denn wir gehen später aus dem Leben mit dem beruhigenden Wissen, daß darum dir, liebe Nichte, das Haus deines Vaters nicht verloren ging. Wir wünschen euch ,,

Der Bräutigam rief am lautesten mit. Die Sechs stießen über den Tisch hinweg mit den Gläsern an. Elisabeth lief um die Platte, um das ihre nochmals an das der Schwester flingen zu lassen. Ihre heiße Freude forderte eine Versöhnung. Sie umarmte Gerda und schmeichelte beim Kuß auf ihr Ohr:, Sei wieder gut!"

Für eine Sekunde stand Gerda unentschlossen. Da fiel ihr Blick auf Werners betrübt verlegenes Gesicht. Wie mußte ihn der Herzlosen Freude schmerzen! Sie zürnte wieder der Schwe­ster und haßte sie. Ihre Lippen santen mit den Winkeln des herben Mundes, als sie sich freimachte und kühl nickte: Es ist gut Elisabeth."

Die verstand, daß sie abgewiesen war, stapfte mit dem Fuß den Boden und hauchte mit funkelnden Augen leise durch die Zähne: Du weißt, daß Zank bei der Verlobung Unglück bringt, und wünschest mir also Schlechtes, aber" sie hob das Glas, schleuderte es auf die Diele und rief laut: Scherben bringen Glück!"

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Duisburg. Minuten Spield denspiel Nord- g Duisburg vor 30 auch diesmal tan Spielzeit stand d 2: 2 und als man swang schon nac heit zum Abbrud bandsmannschafte gegenüberstehen, angesezte Pokale Das dritte Treffe

Da war es, als zerreiße das Klirren den Frohsinn im Zimmer. Tante Bärbchen griff im Schrecken zum Herzen. Des Onkels Finger zitterten am langen Schnurrbart. Kurt fuhr aus dem Niedersizen wieder auf und stand um einen Schatten bleicher als eben. Warum hatte er bei dem Klirren mit einem Ahnen von Unheil plötzlich an den Steuermann, an sein Kopfschütteln vor der dreizehnten Fahrt und an das Mantel­lied gedacht? Schnell freilich zwang er sich, zu lachen: An Temperament wirds uns nicht fehlen, Elisabeth!"

Gerda trat beruhigt an ihren Stuhl. Außer ihr schien niemand von der Schwester Worten mehr gehört zu haben als die letzten: Scherben bringen Glück!" Der Onkel wollte die Stimmung retten, trank auf den Kaiser und Hindenburg, anf Armee und Marine und endlich auf eine baldige Kriegstran ung. Elisabeth konnte wieder froh in die Hände klatschen. Ihre Augen tanzten: Noch im Sommer! Dann ziehe ich nach Wilhelmshaven oder Emden und pflege ihn während der Werft­zeit. Die von den U- Booten haben es nötiger als alle anderen." ( Fortsetzung folgt.)

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