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uschbäume und Srafiere,

Samstag, 7. Januar 1928

2. Blatt der Gießener Zeitung

Nr. 3

den Kreiskassen auf die Provinzialtassen übergegangen sind.

Die besonderen Kreis- und Provinzialumlagen und die hessische Verwaltungsreform. Davon spürte man aber sehr wenig, man liek ſich die Gelegen­

Seit mehreren Monaten ist der Reichssparkommissar im Bande tätig. Für die Steuerzahler ist diese Tätigkeit von großer Bebeutung, denn die Staatstaffe ist leer, izoh Reichsvorschüsse nd Staatsschuldenaufnahmen. Dem Mittelstand drohen neue Steuern seitens des Staates, der Gemeinden, sowie der Kreise nd Provinzen. Die vergangenen Jahre haben schon große fehlbeträge in der Staatstasse gebracht, die durch die Erhöhung er Beamtenbesoldung sich in diesem Jahre und den kommenden jahren noch weiter erhöhen werden, menn der Reichssparkom­tiffar nicht gewaltige Riegel alsbald vorschiebt und das Land essen zur Sparsamteit, Verbilligung und Vereinfachung der aatlichen und kommunalen Verwaltungen veranlaßt oder wingt. Die Gemeindeſtenern wären in den letzten Jahren schon n vielen Gemeinden bedeutend erhöht worden, wenn der Herr Rinister des Innern die beantragten Erhöhungen der Steuer­usschläge genehmigt hätte. Der Mittelstand hat bei seiner über­roßen und äußerst drüdenden Stenerlast das Recht, von dem

Ziergarten: Birnen, Pflaumen- und errn Minister des Innern zu fordern, daß auch im neuen Jahre n- Büsche, Quitten- Büsche eine Erhöhungen der Gemeindesteuerausschläge, sondern nur Stachelbeersträucher, proß- rmäßigungen vorgenommen werden dürfen, wozu die Gemein­td gelb. Johannisbeer- en auch in der Lage sind, wenn sie sich nach ihrer Dede strecken,

eeren, Brombeeren;

Sollständig unberechtigt find die 1924 neu eingeführten besonde en Kreis- und Provinzialsteuern. Die Veranlagung, Ein­

löstämme, Hochstämme, iehung und Verrechnung dieser neuen Steuern ist Bürokratie len Sorten und wunder: hlimmster Art. Wir glauben, da Preußen und andere Länder

Iche direkten Steuern nicht fennen, erwarten zu dürfen, daß er Reichssparkommissar diese Frage einer eingehenden Prüfung Wein, Clematis u. a. nterzieht gelegentlich der Prüfung der Geschäftsführung der reisämter und Provinzialdirektionen, welche Behörden sich in Nachkriegszeit start aufgebläht haben, was sehr gefördert urde durch die großen Geldmittel aus den besonderen Kreis­no Provinzialsteuern.

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ektoren und ns beurteilt)

Die Kreisämtet und Provinzialdirektionen find an sich Sorten in aroker Aus- taatsverwaltungsbehörden und haben Personal, das aus der Azaleen, Kirichlorbeer günstigen Preisen taatskasse bezahlt wird. Die Personalkosten dieser Behörden ornesch( Solstein), nd heute weit mehr als doppelt so hoch wie in 1914. Mit die­n Behörden eng verbunden sind die Kreis- und Provinzial­isschüsse, denen nach verschiedenen Gesetzen die Verwaltungs­erichtsbarkeit, einzelne Angelegenheiten der Landesverwaltung nb tommunale Selbstverwaltungsangelegenheiten obliegen. ur Erledigung dieser Aufgaben wird das staatliche Persona! ils mit und teils ohne besondere Vergütungen herangezogen, ils ist auch besonderes Personal zu Lasten der kommunalen reis und Provinzialfassen, angenommen( z. B. für Kreis­ohlfahrtsämter, Kreis- und Provinzialfassen, Kreis- und Pro­inzialausschüsse, Straßenbauverwaltung usw.). Die kommu­alen Kreis- und Provinzialbeamten find zum Teil 1 bis 2 ruppen höher eingestuft, als dies möglich wäre, wenn dieses ersonal zu dem staatlichen Personal zählte. Weil dies eben ist und die Beamten der unterstellten Gemeinden ebenfalls sfer eingestuft find, als dies im Sinne der Reichsbesoldungs­dnung lag, so beziehen einzelne staatliche Beamte der Kreis nter, besondere Vergütungen aus den Kreisfassen, z. B. für e Protokollführung in den Kreisausschüssen usw., obwohl diese rbeiten in der gewöhnlichen Bürozeit ausgeführt werden. Wie ei den Gemeinden, versagte auch hier die hessische Durchfüh­ing des sog. Reichsbesoldungssperrgeseges. Das Vorhanden­in zweierlei Personals bei den Kreisämtern( staatliches und mmunales) verteuert die Verwaltung zweifellos nicht un­heblich. Zur tommenden hessischen Verwaltungsreform muß ther gefordert werden, daß dieser Zustand beseitigt ird, daß es entweder nur staatliches oder nur fommunales ersonal gibt. Wie sich das Nebeneinanderbestehen von staatlichem nd tommunalem Personal bei einer und derselben Behörde uswirkt, ersieht man in Mainz bei der Provinzialdirektion und reisamt, wo sich nicht weniger als 5 mittlere Bürobeamte in iruppe 10, und teils noch mit besonderen Zulagen, befinden. m Reiche wäre bei einem solchen zusammenhängenden Büro In oder höchstens zwei mittlere Beamten in Gruppe 10 und hne Zulage vorhanden.

ucke erksbetrieb

" ,,, Bäckereien" Landwirtschafts­inder" ,,, Maurer­en" ,,, Polstereien ien" ,,, Schmiede­,, Schreinereien", lereien", offene Odistinnen",

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freien Ausgaben mit grösster werden.

welche Summen edenen Unkosten Haushalt len.

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Gleben,

21. W

Grüner Rasen Blaue Wellen.

Roman von Otto von Gottberg.

19. Fortsehung

,, Wo tommen Sie her?" " Von SMS Friedrich der Große."

Sind auf schönem Schiff gewesen. Werde am Sonnabend hen, was Sie dort gelernt haben."

Bei Weitergehen zum linken Flügel sprach aus den ugen von Matrosen und Heizern die Freude, ihren Komman­anten wiederzusehen. Der Alte ließ nicht mit fich spaßen, aber etzte auch nicht, wenn sie um Urlaub baten, und setzte nie ehr Dienst als nötig an.

Am Sonnabend früh polterte Wulfin schon um 6 Uhr in e Kammer und schaltete das Licht ein: Nich galt, aber reg­et, Herr Kaptnleitnam!"

Drewit gähnte: 3wei Säute!" und stand auf, während er Bursche im Schrank nach den Kleidern suchte. Zwei Säute" ieß in der Sprache des Kommandanten Lederanzug und Del­d. Als dritte trug er an talten Tagen noch ein altes Bord­fett darunter und als pierte eine Wolljade, die er Sweater annte. Da forderte er schon die Hose: Zeug ist ja noch naß!" ,, Un hat doch ejal an de Luft jehangen, Herr Kaptnleitnam, ber nich troden zu friejen!"

Auch die Seestiefel mit den die Knie schüzenden weichen chäften waren noch feucht. Immer hieß es mit Rheuma, Ischias der Ohrenentzündungen rechnen.

Um 7 Uhr lief U- 444 aus. Auf der Brüde ftand Drewig die ste Wache. Auf dem stahlumwandeten fleinen Dreied stand or dem runden Lud zum Turm zur Linken Drießner, zur Rech­n Nr. 1 und hinter ihnen über dem spigen Winkel der Platte latrose Kern, Drießner und der Unteroffizier schauten nach orn über je ein Viertel des vom Horizont umrahmten Kreises. ie Augen des Matrosen hatten über das Hed hinweg den inzen achteren Halbkreis abzusuchen.

Die Delmotoren schnarrten. Das Boot schaufelte und ampfte durch böiges Wehen über Wasser. Jeder Windstoß trug egenschwaden, die wie stechende nasse Ohrfeigen auf die linke jade schlugen. Die Dünung flatschte mit hartem Hämmern an le Backbordwand, und jeder Wellenberg tippte das ächzende Soot gegen Steuerbord. Dann hob es wieder die Nase, und eine nigelnde, schäumende Flut schwappte wie über den glitzernden lüden eines triefenden Wallfisches gegen den Turm. Salzige prizer näßten noch mehr als der Regen die vier auf der

cüde.

Durch die Schwaden von Rebel und Regen sah Drewig auf orfum- Reede des Flottillenchefs schwarzes Torpedoboot unter ingflatternder brauner Quaimfahne erst aus nächster Nähe.

Die Kreisämier und Provinzialdirektionen müßten aber auch im Vergleich mit den Verwaltungsbehörden in anderen Ländern mit weniger Personal austommen fönnen. In den vergangenen Jahren sind gewiß Aufgaben neu hinzugekommen. Es sind aber auch Abgänge zu verzeichnen. Die Zwangswirt­schaft fiel bis auf die Wohnungsfrage. Bei der letzteren ist be= reits ebenfalls eine wesentliche Arbeitsverringerung einge treten, denn die aus der Wohnungsnot sich ergebenden Beschwer­den haben bedeutend abgenommen, an einigen Kreisämtern find fast teine mehr vorhanden. Die nicht geringe Arbeit verur­sachende Fahrradsteuer und Militär- Rekrutierung ist ganz weg­gefallen. Auch sonst ließe sich noch mancher alte Zopf abschnei­den. Ganz übertrieben ausgedehnt ist die Wohlfahrtspflege mit besonderen Kreiswohlfahrtsämtern, wo viel gespart werden fönnte. Hier wird geradezu aus dem Vollen geschöpft und die Tatsache gar nicht berücksicht, wie schwer die Steuerlasten bei den jengen, die sie zu bezahlen haben, drücken, so daß in jedem Kreise mehrere Pfandmeister zu Steuereintreibung eingestellt werden mußten.

Ebenso übertrieben wie die Wohlfahrtspflege ist auch die Mietunterstützung. Es ist ganz Mode geworden, daß jedem Mieter, der nur irgend einen Grund vorbringt, eine größere oder fleinere Mietunterstützung gewährt wird. In Leinem Lande dürften so weitgehende Mietunterstützungen gewährt merden, wie in Sessen. Es gibt z. B. Häuser mit mehreren Wohnungen, wo alle Mieter Mietunterstützung erhalten, der eine aus diesem, der andere aus jenem angegebenen Grunde.

Die Kreiskassen mußten auch die Kassengeschäfte der Stra­Benverwaltung erledigen, die seit 1. April v. Js. auf die Pro­vinzen übergegangen find. Das Personal der Kreiskassen hat sich aber nur wenig verringert. Durch die sich immer mehr aus­dehnende Wohlfahrtspflege und die Mietunterstützungen wurde das vorhandene Personal nach Möglichkeit beibehalten.

In Preußen und anderen Ländern genügt auch heute noch das einfache Umlegeverfahren der alljährlichen Fehlbeträge der tommunalen Kreis- und Provinzfassen auf die Gemeinde- und Kreis- Kassen, was sehr einfach ist und sich bewährt hat, denn es erfordert keine besonderen Kosten für Veranlagung, Verrech nung und Einziehung. Würde heute in Hessen dieses Um­legungsverfahren noch angewandt werden, dann würden sich die Gemeinden gegen die hohen Kreisumlagen, verursacht durch un­nötige und übertriebene Ausgaben, wehren. Die Gemeinden hatten früher ein großes Interesse daran, daß sich die Kreis­umlagen im Laufe der Jahre nicht allzu sehr erhöhten, sie muß­ten sich deshalb in ihren Forderungen an Kreis und Provinz beschränken. Die Mehrheit der Kreis- und Provinzialiage und der Kreis- und Provinzialausschüsse vertraten in diesen Ver­waltungsorganen auch die Interessen der Gemeinden und ihrer Steuerzahler, was man auf die Art der früheren Wahl zurüd­führen muß. Der Kreis war früher Gemeindeverband und die Provinz Kreisverband. Durch die besonderen Kreis- und Pro­vinzialsteuern von 1924( selbständiges Steuerrecht) und die di­refte Wahl der Verwaltungsorgane sind die Kreise Gemeinde­verbände und die Provinzen Kreisverbände nicht mehr. Sie find in Hessen reine Selbstverwaltungskörper geworden, deren Ausbreitung den Verwaltungsorganen( Kreis- und Provinzial­tag, Kreis- und Provinzialausschüsse) mehr oder weniger über­lassen ist. Da die Gemeinden selbst an den Kreis- oder Pro­vinziallasten nicht mehr teilzunehmen haben, brauchen sich diese in ihren Ansprüchen an Kreis und Provinz nicht mehr zu be­schränken. Es werden daher an Kreis und Provinz immer größere Forderungen seitens der Gemeinden gestellt. Darin werden sie noch unterstützt durch die direkt gewählten Organe, die heute wie überall im öffentlichen Leben ihre Daseinsberech­tigung und Tüchtigkeit beweisen wollen. Wenn hier fein Riegel vorgeschoben wird, dann werden sich die besonderen Kreis- und Provinzialsteuern Jahr auf Jahr erhöhen und das Ende ist nicht abzusehen. Im letzten Jahr hätten sich die Kreissteuern wesent... verringern müssen, da die Kosten der Straßenverwaltung von

Von der Brüde blinkte das runde Auge des Scheinwerfers: Sofort beginnen!" Bald flog von U- 444 gegen das Fahrzeug Ses Borgesetzten ein Silberfisch, der freilich nur einen Uebungs­topf statt des scharfen für die Engländer trug. Die Bahn des Torpedos war mit den Augen zu sehen. Leichtes Wellengekräu­sel glitt in schnurgerader Linie pfeilschnell zum Torpedoboot. Treffer!" blintte darum der Scheinwerfer Hiedrings. der trotz­Sem weiterfeuern ließ. Auch dide Kanonen, wie Dremih, mußten ihm vor dem Auslaufen zeigen, daß hie Waffen und Leute für den Kampf gerüstet waren. Echt als euch der neue Geschützfüh rer it fast allen von 40 Graniten des schwimmende Ziel getroffen hatte, zuckte der Scheinwerfer: Diese Uebung ist been­det!"

Drewig nahm Kurs auf den Hafen. Der Regen fiel nicht mehr, und die grauen Wolten hingen höher. Um ihn stand auf der Brücke die zweite Wache, Leutnant 3. S. von Ruelow, Nr. 2 und Matrose Geds. Auch die dritte, der Steuermann, Nr. 3 und Matrose Wolf, sollte vor dem Auslaufen Dienst tun. Also löste er nach einer kurzen Tauchübung die zweite ab. Der Steu­ermann stand schon neben ihm, als vor der Schleuse das Füh­rerboot auffam. Hart backbords schaukelte es vorbei, und Sie­dring hob die große Schnauze zum Munde. ,, B. d. 1. befiehlt, daß Sie erst Dienstag auslaufen."

Berlängerung des Wartens auf eine Fahrt war immer unbehaglich und lang darum der Sonntag- Vormittag. Wieder schien die kalte Hand ins warme Leben auf der. ,, Pommerania" zu greifen. Die Morgenblätter berichteten, daß Reuter" die Bernichtung von U- 441 durch englische Zerstörer in der irischen See melde. Wohl darum ließ Siedring sich nicht blicken. Doch sein junges, rundes Gesicht lachte unter den grauen Saaren, als er beim Betreten des Speisesaals froh den Wartenden zurief: Meine Herren, ich las die Reutermeldung schon gestern und funkte darum: ,, U- 441 Standort melden! Abends tam Antwort, und heute depeschierte ich den Angehörigen der Besagung, sie sollten sich nicht ängstigen, denn ihre Verwandten wären wohl­auf!"

Seine Augen glänzten in freudiger Erwartung, als er schnell zu heiterem Plaudern niedersaß. Nie war er glüdlicher, als wenn eine Sorge um Untergebene von seinen Schultern fiel.

Während am Montag die Leute von U- 444 Kleider und Gerät für die Fernunternehmung vom Wohnschiff auf ihr Boot schleppten, versammelte Drewig die Offiziere auf dem Vorder­bed. Drießner mußte melden, was an Proviant und Liebes­gaben, an Torpedos und Artilleriegeschosse übernommen sei. Auch wo die Munition gestaut war, wollte der Kommandant wissen, ehe er sich zum leitenden Ingenieur Krause drehte: Ist der Sauerstoff ergänzt und Trinkwasser übernommen? Sabe ich genug Schmieröl und Brennstoff?"

heit nicht nehmen, die übrigen Ausgaben der Kreistassen, beson ders der Wohlfahrtspflege, höher zu sehen und leider hat der Herr Minister des Innern dies nicht verhindert. Letterer hat im Gegenteil noch seine Genehmigung dazu gegeben, daß die Provinzialsteuern wegen der neuen Belastung der Provinzial­fassen mit den Straßenkosten fast um das Dreifache gegen das Vorjahr erhöht wurden. Diese höhere Belastung trifft die Grund­besiger zu Unrecht, da ihnen keinerlei Vorteil ermächst. Die Einfünfte erhöhen erhöhen sich deshalb nicht. Es muß des halb erneut gefordert werden, daß für 1928 eine steuerliche Ent lastung hier eintritt. Die Uebertragung der Straßenverwal­tung von den Kreisen auf die Provinzen hat gewiß eine Ver­besserung und Verbilligung bringen sollen. Bis jetzt kann man nur einen recht verteuerten und schlecht organisierten Verwal­tungsapparat feststellen.

Der Reichssparkommissar wird, wenn er sich in die. Ge schäftsführung der Kreisämter und Provinzialdirektionen ver tieft, schon manche Verbilligungs- und Vereinfachungsvorschläge machen können. Ganz abbaufähig sind die staatlichen Provin zialdirektionen, deren Aufgaben sich im Laufe der Zeit durch andere Gesetzgebung oder Regelung abbauten oder anderen Stellen übertragen wurden. Die verbliebene Tätigkeit, Auf­sicht über die staatlichen Heilanstalten usw. ist, someit sie nicht, unnötige Doppelarbeit darstellt, mit Leichtigkeit in das Mini­sterium einzubauen.

Die gleiche Ansicht wurde auch in der Presse beim Volks­entscheids über die Auflösung des Landtags vertreten. Ebenso abbaufähig sind auch die Kreis- und Provinzialtage mit ihren hohen Mitgliederzahlen, die in Hessen eine ansehnlche Summe Geldes kosten und doch mur bürokratische Scheineinrichtungen darstellen. Die Kreis- und Provinzialausschüsse, eine gute Staatsaufsicht und das frühere Umlegungsverfahren der Kreis­und Provinzialumlagen genügen vollständig, um die sachlich notwendige kommunale Kreis- und Provinzialverwaltung zu erhalten. 3.

Ein Brief an den Flieger Chamberlin.

Kapitänleutnant v. Müde, der verdienstvolle Komman= dant der Ayesha", hat, nach der ,, Deutschen Zeitung", an den amerikanischen Flieger Chamberlin einen Brief geschrie­ben, in dem es u. a. heißt:

,, Dear Mister Chamberlin!

Darf ich, selber ein alter Sportsmann, Ihnen meine herz­lichsten Glückwünsche übermitteln zu Ihrer glüdlichen Bandung als Erster, dem es gelang, mit einem Mitfahrer im Flugzeuge den Atlantischen Ozean zu überqueren.

Der freudige und begeisterte Empfang, der Then überall zuteil geworden ist, erinnert mich an den Empfang, den seinerzeit das Entschädigungsluftschiff, 3. R. III oder Los Angeles" in Amerika fand, nachdem es auf Grund des Ver­sailler Dittats von deutschen Händen mit deutschem Geld era baut, befehlsgemäß den Flug über den Ozean antreten mußte zur Ablieferung auf amerikanischem Boden an Ihre Regierung als ,, Wiedergutmachungs"-Objekt. Wenn schon diefe von Ihrer Regierung geforderte Fahrt einen solch freudigen Widerhall in Ihrem Lande fand, so werden Sie verstehen, daß Ihr Emp fang in Deutschland noch begeisterter fein mußte, da es sich um eine freiwillige, unerzwungene Leistung handelt.

Sie haben uns durch Ihren Flugbesuch erfreut. Die Höf lichkeit erfordert, daß ein freundschaftlicher Besuch erwidert wird. Der deutschen Fliegerei wird es sehr leid tun, dieser Höflich­teitsverpflichtung nicht nachkommen zu können, weil auf Grund des Versailler Friedens, der Schöpfung Ihres großen Lands­manns Wilson, es den Deutschen verboten ist, Flugzeuge in der Größe zu bauen, wie es für einen Atlanticflug erforderlich wäre. Vielleicht haben Sie die Freundlichkeit, Ihren Landsleuten Kenntnis zu geben, daß die Unterlassung des deutschen Gegen­besuches nicht auf böser Absicht beruht.

"

,, Befehl, Herr Kapitänleutnant " Und wieviel Tonnen im Regler?"

,, 9,5, Herr Kapitänleutnant, Boot richtig abgewogen." Mit der Auskunft allein war ihm nicht gedient. Den Offi zieren voran tletterte er durch das Luck nach unten und ging. von Back zu Sed durch das Boot. Wohnlich sah es noch nicht aus. Im Bugraum framten die Leute zwischen den Torpedos. Unter und über den Geschossen sollten sie während der Fahrt auf Klapp­brettern schlafen, aber fanden kaum den Platz zum Stehen. Er zudte die Achseln: Macht unterwegs die Augen auf, damit wir gute Dampfer sehen und bald Torpedos loswerden."

Durch den schmalen Mittelgang des Del- und elektrischen Majchinenraumes und die breitere Zentrale unter Turm und Brüde ging er weiter. Die Motoren und Attumulatoren schlum. merten noch unter dem Gewirt von Hebeln, Griffen und Röhren an der um sie gewölbten runden Stahlhülle. Von Raum zu Raum stieg er durch ein Lud in senkrechten Metallwänden. Die runden Stahldedel der Löcher hingen jegt aufgeschwungen, aber schieden nach dem Zuwerfen zwei Räume wasserdicht voneinander.

In der kleinen Rüche tletterte er über einen Berg. Eßwaren lagen auch auf dem winzigen Herd, nicht größer als ein Schach­brett. Arg sah es in der benachbarten Offizierstammer aus. An den runden Wänden zur Rechten und Linken standen zwei Kojen für die Wachhabenden und den Ingenieur. Vor dem einen Bett hing an zwei Eisenstangen sentrecht die Platte des Eleinen Klapp tisches, an dem unterwegs zwei oder zur Wachtzeit des Steuer­manns drei Offiziere mit dem Kommandanten die Mahlzeiten nahmen. Die nächste Kammer, seine eigene, war noch leer. Wul­tin brachte das Gepäd stets erst am Morgen des Auslaufens. Sier tonnte ein Mensch sich umdrehen, ohne mit dem Ellbogen an die runden Stahlwände zu stoßen. In der Koje zur Linken Sand schlief nur der Kommandant. Auf dem Schreibtisch zur Rechten tonnten Atten, das Kriegstagebuch und Schmöker liegen. Ein Schränkchen für die Geheimpapiere hing an der Wand.

Durch die Kammer der Dedoffiziere trat er in den Heckraum. Auch hier verstauten die Leute unter Torpedos und Klapp tojen ihre Habe zwischen Töpfen, Kannen, Kisten, die den Weg sperrten. Gottlob, daß mit dem Auslaufen bald das Aufräumen begann. Aufatmend flomm er an der senkrechten Eisenleiter durch das Sedluk an Ded und meldete sich um 11 Uhr zum lekten Be­fehlsempfang bei Hiedring. Alle Kommandanten der Flottille traten ein. Der Chef gab Drewit vier mit der Maschine beschrie bene Quartblätter: hr Operationsbefehl. Sie gehen in die Frische See. Haben Sie die Kriegstagebücher von Brieg und Knerrheim gelesen?"

,, 3u befehlen, Serr Kapitänleutnant!"

Nehmen Sie Plaz, Drewiz. Auch Siedring saß nieder. ,, Dann wissen Sie, daß die Engländer neuerdings Geleitzüge ausschiden. Sollten Sie einen treffen, dann beißen Sie sich fest,