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Nr. 96

Mittwoch, den 5. De

Mittwoch, den 5. Dezember 1928.

Lokales.

Exzellenz Nebel t.

Dr. theol. Dr. Ing. h. c. Exz. Karl Ludwig Nebel, früherer Oberkonsistorialpräsident, eine in weitesten Kreisen des Hessen­landes, wie der evangelischen Kirche überhaupt bekannte Per­sönlichkeit, ist im Alter von über 70 Jahren in Darmstadt ge­storben. Er entstammt einer alten hessischen Familie, deren Stammbaum nach Lich in Oberhessen führt und die eine Reihe tüchtiger Geistlicher und Lehrer, wie Historiker hervorbrachte. Seit 1907 zum Präsidenten des Hess. Oberkonsistoriums beru­fen, das er bis 1922 leitete, hat er sich für die Schaffung einer Anzahl wichtiger Kirchengesetze verdient gemacht, leitete dann mehrere Jahre den historischen Verein, auch iſt ſein Wirken als stellvertretender Vorsitzender des Roten Kreuzes während des Krieges allgemein anerkannt. Ein Herzleiden machte seinem arbeitsreichen Leben ein allseits bedauertes Ende.

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* Von der Landes- Universität. Nach endgültiger Feststel­lung beträgt die Zahl der Studierenden im laufenden Winter­semester 1550, hierzu kommen 5 Hospitantinnen und 165 Gaſt­hörer und hörerinnen. Im Wintersemester 1927-28 betrug die Zahl der Studierenden 1473, im Sommersemester 1928 1629.

* Offenhalten der Verkaufsläden an den drei Sonntagen vor Weihnachten und Neujahr. Das Polizeiamt teilt mit: Auf Grund des§ 105b Abs. 2 der Reichsgewerbeordnung ist für alle Gewerbezweige des Handelsgewerbes der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen, die Beschäftigung von Gehilfen, Lehr­lingen und Arbeitern am Sonntag, den 9. Dezember, am Sonn­tag, den 16. Dezember, am Sonntag, den 23. Dezember, und am Sonntag, den 30. Dezember 1928, in der Zeit von 12 bis 18 Uhr gestattet.

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Gießener Zeitung"

stunde und der jugendliche Körper findet darin ein Gegen: gewicht gegen die Sitzschäden. Wie aber steht es mit den Er wachsenen? Ich habe keine Zeit zum Turnen," ist mir auf meine diesbezügliche Frage schon oft geantwortet worden. Doch, mein Lieber, Sie haben Zeit dazu, denn ich will Ihnen sagen, wie Sie es machen können, ohne mehr als fünf Minuten Recen

! für die Kranken? Deshalb wird jeder verstehen, daß sich die! Zum Glück gibt es in der Schule noch eine regelmäßige Turn Pflegebefohlenen der Nieder- Ramstädter Anstalten, d. h. mehr als 300 Epileptische und Krüppel, auch auf das Fest der Liebe freuen. Alle haben ihre Weihnachtswünsche, und wir möchten alles tun, die Strahlen der Weihnachtssonne recht voll und hell in das Dunkel ihres Lebens hineinleuchten zu lassen. So bitten wir denn, auch in diesem Jahre die Freunde unseres Liebeswerkes um eine freundliche Weihnachtsspende. Wir sind für jede, auch die kleinste Gabe, aufrichtig dankbar und bitten, sie auf unser Postscheck- Konto( Frankfurt a. M. Nr. 4992, Nie­der- Ramstädter Anstalten) einzuzahlen oder zu überweisen. Pfarrer Schneider, Direktor.

Eine Turnhalle soll in dem großen Holzschuppen, der seit mehreren Jahren stillgelegten Eisenbahnwerkstätte eingerichtet werden. Ferner ist dort die Anlage von Schießständen für Kleinkalibersport, Kegelbahnen, einen Tennisplay, die Her­richtung von heizbaren Zimmern u. a. m. beabsichtigt. Der kürzlich gegründete Reichsbahn- Turn- und Sportverein Gießen will dort seine Uebungen abhalten.

* Die Straßenbahnverhandlungen Gießen- Wieseck sind ge­scheitert. Bei diesen Straßenbahnverhandlungen mit Wiesed spielte die Frage der Verwertung der Auto- Omnibusse des Auto­Zweckverbandes Wieseck- Alten- Bused eine besondere Rolle. Die Stadt Gießen ließ erklären, daß sie die Wiesecker Auto- Omnibusse nicht übernehmen könne und daß vom Zeitpunkt der Inbetrieb= nahme der Straßenbahn ab der Wiesecker Autobetrieb stillzu= legen sei, damit die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Straßen­bahn nicht beeinträchtigt würden. Wieseck hätte außerdem einen Zuschuß zu den durch die Erweiterung veranlaßten Straßen­bahnbaukosten leisten müssen. Wieseck erklärt dazu außerstande zu sein und hat nunmehr einen Vertrag abgeschlossen, nach dem die Hessische Kraftverkehrs- A.- G. Frankfurt den Betrieb der Autolinie Gießen- Wieseck- Alten- Buseck fortführt. Da damit die Wirtschaftschancen einer verlängerten Gießener Straßen­bahn nach Wieseck sehr verschlechtert sind, betrachtet die Stadt Gießen die Verhandlungen als gescheitert.

* Mit Vorkriegs- Hunderten bezahlt... Ganz schlau hatte es ein trok seiner 23 Jahre schon häufig vorbestrafter Maurer aus Bad Homburg anfangen wollen, als er kein Geld hatte und doch gut leben wollte. Er kaufte bei wenig erfahrenen Leuten, meistens Bauernfrauen in den hessischen Orten um Homburg, ein und bezahlte mit Zwanzig- und Hunderimart­Scheinen, die nur den einen Fehler hatten, daß sie aus der Zeit vor dem Kriege stammten. Zweimal hat er auch aus der Jahreszahl 1908 die Zahl 1928 gemacht. Der Schwindel kam natürlich bald heraus, und das Gießener Schöffengericht ver­urteilte ihn wegen Münzfälschung und Betrugs zu anderthalb Jahren Gefängnis.

* Weihnachtsbitte der Nieder- Ramstädter Anstalten bei Darmstadt, Anstalten für Epileptische und Krüppel. Wieviel bedeutet Weihnachten für die Gesunden? Wievielmehr noch

Die Fahrt des

Aus Nah und Fern.

Lauterbach. Die gesamte Einrichtung des benachbarten Schlosses Eichhof, die bisher Eigentum des verstorbenen Frei­herrn von Riedesel- Eisenbach war, kommt Ende dieser Woche in Frankfurt zur öffentlichen Versteigerung. Von besonderem Wert ist die kostbare Bibliothek, die Drucke aus dem 16 bis 18. Jahrhundert von größter Seltenheit aufweist.

Nidda. Sonntag fand hier unter sehr starker Beteiligung der evangelischen Kirchengemeinden von Nidda und Umgegend die feierliche Einweihung der in mehrmonatiger Bauarbeit von Grund auf wiederhergestellten evangelischen Kirche der Stadt Nidda statt. Der Superintendent für Oberhessen, Ober­firchenrat Wagner- Gießen, vollzog den feierlichen Weihe­akt, die Festpredigt hielt Pfarrer Laut- Nidda. In einer evangelischen Gemeindeversammlung am Nachmittag hielt Prä­lat D. Dr. Diehl- Darmstadt einen Vortrag über Geschicht­liches über den Kirchenbau zu Nidda". Mit einem eindrucks­vollen liturgischen Gottesdienst am Sonntag abend fand der bedeutsame evangelische Feiertag der Stadt seinen Abschluß.

Bingen. Der seit einigen Monaten hier als Spezialarzt für Kopf- und Ohrenleiden tätige Medizinalrat Dr. Richter wurde im Laufe des Sonntags, als er in Köln zu Besuch weilte, durch die dortige Kriminalpolizei wegen Mordverdachts, be­gangen an einer Krankenschwester, verhaftet..

Rüsselsheim. Umwandlung der Opelwerke in eine A.-G. Letzten Montag ist die Eintragung der Adam Opel A.-G. in das Handelsregister des Amtsgerichts Groß- Gerau erfolgt. Das Grundkapital beträgt 60 Millionen Mark. Als einziges Vor­standsmitglied ist Friz von Opel bestellt. Den Aufsichtsrat bilden Geh. Kommerzienrat Dr. Wilhelm v. Opel, Dr. Friz v. Opel, Hans v. Opel und Frih Jay in Berlin- Wannsee.

Das Licht im Dienst des Frankfurter Verkehrslebens.

Frankfurt a. M., 4. Dezember. Die vom Frankfurter Ver­fehrsverein aufgenommenen und betriebenen Vorbereitungen zur Belebung des Frankfurter Verkehrslebens im Weihnachts­monat sind so weit vorgeschritten, daß nunmehr das folgende mitgeteilt werden kann: An den drei Hauptadventssonntagen. sowie an den ihnen vorangehenden Samstagen, an den beiden Weihnachtsfeiertagen, und an dem sie einleitenden Weihnachts­abend und als Abschluß am Silvesterabend werden der alte herrliche Pfarrturm des Doms, der Römerberg mit Römer und Nicolaikirche, das Roseneck und das Stoltze- Denkmal festlich be­strahlt.

Fünf Minuten für die Gesundheit.

verbunden mit den dadurch erzwungenen Tiefatmen ist von unendlichem Wert für unsere Gesundheit, für unsere Arbeits­und Leistungsfähigkeit, für die Haltung, die wir den Anforde rungen des Tages entgegenbringen.

Von Dr. Annemarie Durand- Wever- Berlin. Wenn das Tier aufwacht, reckt und stre streckt es es sich. Be= dächtig prüft es die Elastizität seiner Glieder, die Stärke sei­ner Muskeln. Auch das Kleinkind turnt" erst einmal in seinem Bettchen, bevor es seine Stimme erhebt, um die Auf­merksamkeit seiner Umgebung auf sich zu lenken. Die Schule zwingt zum frühen Aufstehen, rasch werden die Kleider über­geworfen, die Behaglichkeit des morgendlichen Dehnens geht verloren, und mit ihr ein wichtiges gesundheitliches Moment.

Außerordentlicher

ster, das während der Nacht immer offen stehen sollte, geschlossetjammlung des W. G

Der Bezirk für He außerordentlichen Tagun hen zur Diskussion stehe cine Aenderung des G bietes. Bekanntlich soll cuf der am nächsten G ung gab der Bezirkst Ausdrud, daß er zwar g gitems im W. S. V zu tonkreten Vorschläge de fieren. Das Ergebnis d ines Antrages an die 1929-30 das Spielsyster dem Vorschlag der Ne die folgenden Jahre ab chen Bezirksausschuß e vad den in Hessen- Ha hen Verhältnisse gegeb

Wenn Sie des morgens aufwachen, noch bevor das Fen­sen ist, die Decke zurückschlagen und ein paarmal tief ein- und besonders gründlich ausatmen, damit die Lunge von den Schlacken der Nacht gereinigt wird und den Organen, insbe­sondere dem Herzen, wieder frischen Sauerstoff zuführen kann, und das kreisende Blut erneuert wird. Dann werden bei lie: gendem Oberkörper die Beine senkrecht in die Luft gestreckt und langsam wieder gesenkt. Jetzt mit anliegenden Armen den Oberkörper langsam aufrichten, während die Beine fest auf den Betten liegen und dann flugs aus dem Bett. Ein paar Rumpf­beugen, ein paar Kniebeugen, immer begleitet von Tiefatmen, und Ihr Körper, gut durchblutet und erfrischt, genießt die mor gendliche Ganzwaschung. Diese kann je nach Geschmack kalt, warm oder heiß sein, darf aber nie als unangenehm empfun den werden; sie hat den Zweck, alle Ermüdungsstoffe aus der Haut zu entfernen, und so den Körper zu entgiften.

Auch unter Tags, insbesondere bei sitzenden Berufen, tun ein paar tiefe Atemzüge, immer gefolgt von tiefem Ausatmen, Wunder in bezug auf Erneuerung der geistigen Spannkraft und körperlichen Frische.

Wie des morgens, so ist es auch abends vor dem Schlafen gehen wichtig, seinem Körper noch einmal die Wohltat der frischen Luft von innen und außen angedeihen zu lassen. Wer des abends noch einmal geturnt hat, schläft in der Nacht tief und ruhig und wird nicht durch kalte Füße am Einschlafen ver hindert.

Schokoladenkuchen bach' ich heute­Schon duftet's in der Küche süß, Das wird ein Fest für kleine Leute Ein frohes Kinder- Paradies

Zur

Geburtstagsfeier

kann man kleine Gäste kaum besser erfreuen als mit

Schokoladenkuchen

nach folgendem Oetker- Rezept:

250 g Butter, 350 g Zucker,

4 Eier, 500 g Mehl,

1 Päckchen Dr. Oetker's Vanillin- Zucker,

Zutaten:

1 Päckchen Dr. Oetker's Backin­Backpulver,

3 Eẞlöffel voll Kakao,

1 kleine Tasse Milch oder Rahm,

Zubereitung: Die Butter rührt man zu Sahne, gibt 250 g Zucker, Ei­gelb, Vanillin- Zucker, Mehl, dieses mit dem Backin gemischt und ge­siebt, Milch daran und zuletzt den Schnee der 4 Eiweiß.

Man teiit die Masse, mengt unter die eine Hälfte den Kakao und den Rest des Zuckers, füllt den Teig abwechselnd in die gefettete Form und backt den Kuchen 1 bis 12 Stunden.

Meinem neuen farbig illustr. Rezeptbuch, Ausgabe F entnommen, aus dem Sie auch Näheres über den vorzügl. Back-, Koch- und Bratapparat ,, Küchenwunder" erfahren. Das Buch ist für 15 Pfg. in allen einschlägig. Geschäften erhältlich, wenn nicht vorrät., gegen Einsendung v. Marken von

Dr. August Oetker, Bielefeld.

Das früher so beliebte ,, Oetker's Schulkochbuch", Ausgabe C ist in völlig neuer Bearbeitung wieder erschienen und ist mit seinen ca. 500 Koch-, Back- und Einmache- Rezepten ein guter Ratgeber für die gesamte Haushaltführung. Das 150 Seiten starke Buch kostet 30 Pfg, und ist, wenn nicht zu hab., geg. Einsend, v. Marken v. mir direkt zu beziehen.

Vor dem Salzbergwerk sahen wir Scharen eingekleideter| toben. Im verdeckten Auto fuhren wir neugestärk ,, Besuchs- Knappen", die in das Bergwerk einfahren

Gesangvereins..Frohlinn" Bad Nauheim wollten, während andere Sängerscharen noch warten

zum 10. Deutschen Sänger- Bundesfest nach Wien vom 17. bis 26. Juli 1928.

Von E. Punger.

4. Fortsetzung.

Von Salzburg fuhren wir nach Süden zunächst in einer weiten Ebene, die durch den Untersberg mit sei­nen Schründen und Klüften, um den Sagen weben von Barbarossa oder Karl dem Großen, dem Führer des streitbaren Heerbannes, der wiederkehrt, um am Birn­baum auf dem Welserfeld die allerletzte Schlacht zu schlagen, begrenzt wurde. Der Marmor des Unterbergs hat mit anderen österr. Marmorarten bei der Innenaus­stattung des Wiener Parlamentsgebäudes Verwendung gefunden. Mitten in einem kleinen See sahen wir das Schloß Anis, in dem 1918 der bayrische König die Ur­kunde seiner Abdankung unterschrieben hat. In St. Leonhard begrüßte uns ein Fräulein aus Friedberg, das zur Zeit dort zur Erholung weilte.

Bald waren wir an der Grenze beim österreichischen Zollamt ,, Hangender Stein" und dem bayrischen Zoll­ami angelangt. Letzte Grüße, letzter Dank und der Wunsch: ,, Auf Wiedersehen: Möge bald der Tag erschei­nen, an dem es für unsere österreichischen und deutschen Sangesbrüder heißt: Ein Volk und ein Vaterland!" wurden gewechselt.

Ein Zollturm, der um 1270 con dem Erzbischof von Calzburg erbaut wurde, erinnerte an die ,, Salzkriege" zwischen Bayern und Desterreich.

mußten. Herzlicher, mit tieferem Mitschwingen der Seele, tönte der Heilgruß von uns und zu uns zu­rück. Eine kurze Fahrt brachte uns nun zum weltbe­rühmten Königssee. Leider konnten wegen des großen

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1900 Liga Dill Auf trok des Blaze kämpften beide Soden behindert, erbit fid 2. Platz in der Ta Beglar. Das Spiel onderen Mannschafts

weiter, doch das aufgespannte Verdeck hinderte uns an der schönen Aussicht und als ein mit Brettern brei und schwer beladenes Lastauto uns die Vorbeifahrt ver sperrte, wurde schnell das Verdeck wieder zusammen gelegt und so der freie Ausblick hergestellt. Es gab noch viel in der oberbayrischen Hochebene zu sehen

Gleich nach Anpfi hren flinken Jule" or des Gegners Tor sichts ein. 1900 find nehr als offen für sic in und geht nach 25 Zuspiel P. Will- Karl­das die Gäste zuerst v jhen war, langsam n ders des Dillenburger ten von seinen Neber derden konnten, spielt Gästetor ab.

Nach der Halbzeit Spieleifer auf Seiten lommen der Dill- Leu angeben. 1900 samm dann das Dillenburge lassen. Eine gefährlid ler im Tor retten. dieser Gelegenheit& Elfmeter einbringen.

in Müller seinen M

nen Ball sehr gut ha

in wenig deprimier

legt 10 Minuten vor

für Gießen. Die Gäs drei Minuten vor Sch Ein Unentschiede Ergebnis gewesen. G mannschaften, d. h. in Gäste- Läuferreihe spie

Men beiderseits ab. A nen und über das Nad Schiri Geifel- Alsfe ter Leiter zu sein, ger jedoch manchmal zwed Niedergirn

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Frankf Erwin Casmi Frankfurt, 30. No

Freitag abend gab Olympiazweite Erwin

Andranges von Besuchern zu den Booten nur wenige Hochmoore, in denen Torf gestochen und auf ſpigen ten Frankfurter S von uns eine Bootsfahrt machen, aber der gemeinsame Pfählen freuzweis aufgespießt wurde, Getreidefelder Nachkriegs- Sechstagere

Gang zum Malerwinkel zeigte uns den tiefeingebette ten, langen, schmalen See in der ganzen Schönheit sei­ner gewaltigen Felsufer, seines wundervoll klaren, fühlen Wassers und seiner prächtigen Spiegelung von Bergen und Himmel. St. Bartholomä trat aus der Gerne hervor und der Watzmann schloß das unvergeß­liche, stimmungsvolle Bild wuchtig ab. In dieser Ber­gesstille konnte die Seele Andacht halten, die ab und zu von sogenannten Echo- Schüssen unterbrochen wurde. Nachdem wir in einem der Strandhotels gefrühstückt hatten, traten wir die Weiterfahrt nach Bad Reichen­hall an, dem elegantesten Bad Bayerns neben Kissingen. Vorher hieß es Abschied nehmen von unserem bestbe­währten Führer, der uns so selbstlos und nach echter Gangesbruderart gedient hatte und so trugen wir ihm die letzten Heilgrüße für die Sängerrunde St. Leonhard­Grödig auf mit dem Herzenswunsch eines frohen Wie­derschens auf dem nächsten Sängerbundesfest zu Frank furt a. M.

Auf der Weiterfahrt trat uns noch einmal die ganze Schönheit der deutschen Alpen vor Augen. Bei | Reichenhall selber bewunderten wir die weite Ebene um die Saalad, herum, die schönen Bergzüge: Unters Nun näherten wir uns der stolzen Bergeswelt der berg, Lattengebirge, Reiteralm, Müllnerhorn, Zwiesel Berchtesgadener Alpen, die von dem Waymann be- und Hochstaufen, die schönen Hochwälder und die präch­herrscht wird. Bald fuhren wir in das schöne und ligen Bauten. Im Bürgerbräu aßen wir gut zu Mit­wechselvolle Tal, in dem Berchtesgaden malerisch ge- tag, brachten einem Herrn Hartmann aus Bad Nau­bettet liegt. Sanfte, grüne Vorberge umschließen die- heim den deutschen Sängergruß dar, und ließen einen ses schöne Bad. Bergriesen steigen hinter ihnen auf.| momentan einsetzenden starken Gewitterregen sich aus­

auf denen der Roggen noch stand, lange und schöne Waldwege, hinter Traunstein einen See, der wie ein märkischer See anmutet mit seinen flachen, wiesen umsäumten und seerosengeschmückten Ufern, an denen leuchtende Dörfer liegen, welliges Land und groß Gutshöfe. Vom Sturm entwurzelte Baumriesen am Waldrand, Waldbeerensucher, große Holzlager an den Bahnhöfen, die vielen Orisschilder mit der Mahnung Vorsichtig fahren! Glocken auf den Firsten, fleinere Ortschaften mit nur 3 bis 4 Höfen, Hotzbriefkästen auf Pfählen zwischen ihnen am Wege, Hirtentarren im Felde mit Schafherden, Kuhherden mit melodischem Glockengeläut, bei Wasserburg den herrlichen Inn durchbruch, über dem dortigen Stadttor die alte Son nenuhr am Torturm mit der Inschrift: ,, die sonn kein stund zeigt an wo man nit sterben fann", in den Dör fern viel Geflügel, Maibäume mit allerlei Reklame Darstellungen in Spielzeugform, Blumen an den Fen stern und auf den Feldern oft Steine und mächtige Findlinge. Diese Einzelzüge ergeben ein Bild de weniger fruchtbaren Hochebene zwischen Alpen und München und doch ist landschaftlich Schönes und mensch lich Startes auch in diesem weniger gesegneten Lande wirlsam. Schon in 10 km. Entfernung sahen wir Münchens Kirchtürme sich abzeichnen. Wir kamen durch industriell belebte Ortschaften und fuhren nach­mittags um 6,15 Uhr in München ein, wo wir im Hotel Schottenhamel, nahe dem Hauptbahnhof, gutes Quartier fanden. ( Fortsetzung folgt.)

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Die erste Nacht 1

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