Einzelbild herunterladen

ssige

einland

anerkannt

eisten holo

ogen- und Geschäften

Gießener Zeitung

Bezugspreis 25 Pfg. monatlich

-

( Neueste Nachrichten)

vierteljährlich 75 Pfg., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 60 Pfg. Erscheint Mittwoche und Samstags. Redaktion: Selters­weg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Neu!

Nr. 8.

ularden her­

75

n. Ia. Ware,

mburg31.

On vieles an­

bringt mein ttel schnelle Erfolg, selbst ankschreiben. 50, extra ahmeversand Berlin N.,

500

tter

id Kunft 39

und

obe

.41

chen Redaktion, nte Aus­er- Blätter

rei!

L

Chen kenstütze

h.

den unent­

k, Bonn.

iges Muster­

10.

lich's

ensch, sowie

skranke. rhöe( Harn­

nd Syphilis

ne Einspr.,

ohne Rück­ch. 5 diskr. en's, Bio­eilverfah­

Spezialarzt

Dominik 8.

Junge

ucht. Eintritt

ſpäter.

chumachermfit. Fußleibende

Gerning

mer zu ber

torfte. 771

Keit+

Toftenlos leleiden

mich durch

Su. erfolg

Doran

mein, lang

freit babe

erlin SW 47

sse 30

Telephon: Nr. 362.

Ein Umsturz in der Türkei.

-

Während allerseits offiziell und offiziös- ber­fichert wurde, der Friede set beschlossen, die Türkei habe in die Abtretung Adrianopels bedingungslos eingewil­ligt, was auch seitens der Regierung bezw. des Kabi­nets Kiamil Baschas tatsächlich geschah, bereitete sich in aller Stille eine Gegenströmung, die mit einem solchen Friedensschluß nicht einverstanden, vor, die nun auch tatsächlich die Regierung gestürzt und eine neue an deren Stelle gesetzt hat.

Daß die Türkei den Friedensschluß infolge einer russischen Drohnote beschleunigt, ist bisher un­widerrufen geblieben.

Expedition: Seltersweg 83.

Samstag, den 25. Januar 1913.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 20 pfg.

die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein.

Telephon Nr. 362. 25. Jahrg.

Der dies schreibt, ist mit Gottes Hilfe 86 Jahre alt geworden und Ihr werdet fragen, was will der alte Weiktopf unter uns? Nun, was er will? Er will Euch sagen, wie er alt geworden ist und sich in das Alter hinein ein Stück Jugend bewahrt hat, das noch hente, wenn die Sonne halbwegs scheint, mit der Ju­gend singen und springen kann! Ich hatte einen treff­lichen Vater, der sagte:

Entlöhnung der Belegschaften in weitestem Umfange Papiergeld und Silber zu verwenden. Die Firma Friedr. Krupp, A.-G. hat lezthin den ältesten der Kauf­mannschaft Berlin auf eine Anfrage über ihre Erfahrung mit der Auslöhnung in Papiergeld mitgeteilt, daß sie schon seit Jahren im volkswirtschaftlichen Interesse be­müht set, bei den Gehalts- und Lohnzahlungen mög­hälter der Beamten nur bis höchstens 4% in Hartgeld lichst viel Papiergeld zu verwenden. Während die Ge­gezahlt werden, beträgt bei den Löhnen der Arbeiter der Anteil des Hartgeldes nur noch etwa 20%. Die Zahlung ist von jeher in unverschlossenen Tüten erfolgt; die Prüfung des Inhaltes der Lohntüten ist durch die Verwendung von Papiergeld nicht erschwert worden. Auch der Verein für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund zu Essen hat in seiner legten Vorstandssigung einstimmig beschlossen, den Ver­einsmitgliedern eindringlich zu empfehlen, bei den Ge halts- und Abschlagszahlungen sowohl, wie namentlich auch bei den Hauptlohnzahlungen die Verwendung von Doppelkronen und Kronen soweit wie irgend möglich einzuschränken und einen möglichst umfangreichen Ge­brauch von Banknoten und Kassenscheinen zu machen. Diese Entschließung war, wie es in dem Rundschreiben an die Vereinsmitglieder heißt, von der Ecwägung ge­tragen, daß für eine Einschränkung des Goldumlaufes, wie sie von der Reichsbankverwaltung schon seit längerem angestrebt wird, überaus wichtige finanzpolitische und volkswirtschaftliche Interessen sprechen. Eine umfang­reichere Verwendung von Banknoten habe notwendiger­weise einen Rückfluß von Gold zur Reichsbank und da mit eine Stärkung ihres Goldbestandes zur Folge. Wie nun die Stärkung des Goldbestandes einersetts die Reichsbank in die Bage versetzt, den Papierumlauf zu fteigern und damit dem Verkehr die Erleichterungen zu schaffen, nach denen sich namentlich in Zeiten ange spannter wirtschaftlicher Tätigkeit ein vermehrtes Bedürf nis geltend macht, so wirke andererseits eine Stärkung des Goldbestandes auch in günstigem Sinne auf die Höhe des Diskontsatzes ein. Ein niedriger Diskontsatz set aber für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirt- meiner Seele: du mußt ein strammer Kerl werden, schaft von hervorragender Bedeutung und die Veretns. mitglieder handelten im eigensten Interesse, wenn sie ihrerseits zur Stärkung des Goldbestandes der Reichs­bank beitragen, indem sie den Umlauf an Noten und Silber fördern helfen.

Konstantinopel, 24. Jan. Die Jungtürken haben einen Staatsstreich unternommen. Der Groß­wesir Kiamil Pascha wurde von dem Revolutions- o- mitee gezwungen, zurückzutreten. Mahmud Schewket Bascha, der ehemalige jungtürkische Kriegsminister, wurde zum Großwefir, Izzet Pascha zum Kriegsmini­fter und Taalat Bey zum einstweiligen Minister des Innern ernannt. Der Staatsstreich ist durch eine Ue­berrumpelung durch Enver Bey und Schawid geglückt. Der Ministerrat, der gestern tagte, wurde durch die Demonftranten gesprengt. Talaat Bey erklärte, diese Bewegung bedeutet, daß wir die National Ehre retten oder doch den Versuch unternehmen werden. Wir wol­len keine Fortsetzung des Krieges, aber wir sind ent­schloffen, Adrianopel zu erhalten. Das ist eine unerläßliche Bedingung. Der bisherige Kriegsmint fter Nasim Pascha wurde durch einen unglücklichen Zu­fall erschossen.

-

Auslöhnung in Papiergeld.

Die Auszahlung der Gehälter und Löhne an die An­gestellten und Arbeiter in Papiergeld findet in der Industrie und im Handel immer mehr Anwendung. Auch die indu­striellen Interessenvertretungen haben sich wiederholt mit dieser Frage beschäftigt. Unter anderen find die Industriellen des Regierungsbezirks Köln bereits vor längerer Zeit einmütig zur Auslöhnung ihrer Arbeiter in Papiergeld übergegangen. Im rheinisch- westfälischen Induftriebezirk ist es bei einer Reihe von Hüttenwerfen und Zechenverwaltungen gleichfalls Gebrauch, bet der

Das Glückskind.

Roman von Frene von Hellmuth. ( Nachdruck verboten.)

XI.

Frau Therese hatte alle Hände voll zu tun, um thre felten benußte Logterstube für die zu erwartenden Gäste herzurichten, zu backen, zu braten und zu kochen. Dem jungen Mädchen war es gar nicht angenehm, daß der Vormund, der thr noch ebenso unsympathisch war, wie in früheren Jahren, sich hier, und zwar wie es in seinem Briefe ausdrücklich hieß, auf längere Beit einquartieren wollte. Was gar sein Freund, dessen Rost sich wohl erinnerte, dabei zu tun batte, blieb ihr unerfindlich. Böhler schrieb zwar es wäre ihnen hauptsächlich um Ruhe, gute, frische Luft und um Erholung von angestrengter Arbeit zu tun, allein in Röschens Herzen stieg nach und nach eine Ahnung auf, daß da wohl ein anderer Grund maßgebend sein müßte. Aber welcher? Jeden­falls galt es, auf der Hut zu sein.

Es war ein selten schöner Herbsttag, als die beiden Freunde in dem gastlichen Forsthause anlangten. Die Sonne schten so goldig warm vom klarblauen Himmel hernieder, als wollte sie sich den Menschen noch einmal in threr ganzen Pracht entfalten, ehe sie ihre Herrschaft abtrat.

Winter zeigte sich als ein Mann von feinsten Ma­nteren, der das Herz der Försterin sofort dadurch zu gewinnen wußte, daß er, von Frau Therese angefan­gen, das Haus, das Essen, die Gegend, kurz alles, wo­rauf die gutmütige Frau so stolz war, mit wahrhaft begeisterten Worten pries.

Der elegante sehr gut aussehende Mann versicherte noch niemals in seinem Leben ein so schmackhaft zube= reitetes Essen gekostet zu haben, einem Grafen könnte es nicht besser schmecken als ihm. Das traulich blin­

Ein Alter an die Jungen. Von Dr. F. Goez.

Der Leib wird alt, der Geist bleibt jung, Belebt durch die Erinnerung.

kende Haus, den reizenden Garten, den Wald, und was sich seinen Blicken bot, fand Winter geradezu unver­gleichlich schön.

Mit sichtlichem Wohlbehagen hörte Therese diese Lobpreisungen an; alles, was nur in Küche und Keller immer aufzutreiben war, wurde herbeigeschleppt und den Gästen zur Verfügung gestellt. Winter hatte sehr bald herausgefunden, wie ihn sein Lob bei der Haus­frau in Gunst setzte, und er bemühte sich fortwährend, etwas neues zu entdecken. Sein Enthusiasmus kannte gar feine Grenzen. Der schlaue Menschenkenner kalku­Iterte nicht schlecht. Wenn er die Alte für sich gewann, so würde diese eine mächtige Bundesgenossin sein, wenn Röschen sich etwa weigern sollte, seine Werbung anzu­nehmen. Denn das junge Mädchen begegnete ihm zwar nicht unfreundlich, aber doch lag in dem ganzen Wesen desselben eine gewisse Zurückhaltung; fast wte Scheu fam es ihm vor, und wenn er es hie und da wagte, die kleine Hand zu erfassen, so wurde ihm dieselbe so­fort hastig entzogen. Er mußte seiner hell entflammten Leidenschaft großen Zwang antun, und es kostete ihn große Ueberwindung, nicht schon am dritten Tage seiner Ankunft um das Mädchen zu werben und diesem seine heiße Liebe zu gestehen. Doch Böhler hielt dies nicht für geraten.

,, Du wirst sehen," mahnte er den verliebten Freund, daß Du alles verdirbst, wenn Du so ungestüm bist. Laß der Kleinen doch Zett, sich an Dich zu gewöhnen, dann ist der Erfolg sicherer."

Und glaubst Du an einen solchen?" fragte der andere. Weshalb denn nicht, was könnte das Mädel wohl an Dir auszusetzen haben? Ein Mann von solchem An­sehen, in geachteter, sicherer Stellung, in den besten Jahren, ich sage Dir, die Finger wird sie sich ablecken, wenn ihr das alles erst zum Verständnis kommt, aber

Die Zeit überfurcht des Menschen Gestalt, Doch übers Herz hat sie keine Gewalt!" Und in mein erstes Stammbuch schrieb er mir: Geh' immer grad aus durch das ganze Leben, Blick weder rechts noch links, der Weg ist weit! Und will dein Geist einst von der Erde schweben, Dann gradaus in den Himmel und zur Ewigkeit!" Das letztere mach' ich nun freilich noch nicht mit, weil ich für jung und alt noch manche Pflicht zu er­füllen habe 3. B., Euch was zu erzählen, aber grad­aus bin ich immer marschiert! In unserem prächti­gen großen Garten stand aufgebaut ein Rek und ein Barren, und zum Springen, Spielen, Alertern Laufen war herrlicher Platz. Meine älteren Brüder turn­ten mit ihren Freunden und wir jüngeren waren. mit unseren Freunden, die in unser Paradies zum Besuch famen, wie versessen darauf, es auch zu tun. Und wir brauchten Kräfte, denn in unserer Leipziger Gerbergasse wohnten recht böse Buben, die uns unsere Jugend­freude nicht gönnten, so eine Art kleine Socis! Große Schlachten auf einem freien Platze neben unserem Gar­ten wurden angesetzt, kamen aber selten zum Austrage, weil die Feinde sich immer vor einem Hinterhalt Er­wechsener fürchteten, sie zogen es daher vor, mich, den Jüngsten, auf dem Wege zur Schule einzeln durchzu­hauen. Dadurch lernte ich aber auch mich meiner Haut zu wehren, und wie ich älter wurde und selbst zu den­fen anfing, war ich zwar kein Engel, aber was ich von trefflichen Eltern, von wackeren Lehrern, aus guten Büchern und aus dem Leben gelernt, das stand vor mußt im Leben und Beruf Tüchtiges lernen und sten, du mußt deine Mitmenschen nicht verhauen, son­dern für sie arbeiten, du mußt den Grundsatz festhalten:

Dein höchstes Glück, o Menschenkind, O, glaub' es doch mit nichten, Daß es erfüllte Wünsche sind, Es sind erfüllte Pflichten!"

lei=

Das alles aber kann man nur, wenn man an Leib und Seele gesund ist, seine Kräfte für die Arbeit des Lebens stählt und wenn man ein frisches, frohes Herz im Leibe hat! Und in jener Zeit erwachte überall der

- gut Ding will Weile haben, überelle nichts und fo meinem Nat."-

Ja, aber ich möchte den guten Leuten nicht so lange zur Last fallen; wenn ich nur wüßte, wie to mich einigermaßen revanchteren könnte, ich bin ihnen doch eigentlich ein Fremder."

,, Ach was, siehst Du denn nicht, daß die Alte be, reits Feuer und Flamme für Dich ist, Du hast sie voll ständig auf Deiner Sette; ich wette, fie Iteße Dich über­haupt jetzt noch nicht fort."

In dieser Zeit ließ Winter aus der Stadt verschte dene Stoffe zur Auswahl kommen und beschenkte die überglückliche Försterin mit einem geschmackvollen neuen Kleide. Wie gern hätte er auch Röschen etn Geschenk gemacht, doch er fürchtete, daß das stolze Mädchen nichts von ihm annehmen würde; so unterblieb es vorläufig noch.

Wenn er es einmal wagte, der Geliebten einen flehenden, um Liebe bittenden Blick zuzuwerfen, wandte sie entrüstet das Auge zu Boden und entfernte sich gleich ganz. Winter stampfte oft zornig mit dem Fuße, wenn er mit Böhler allein war, weil dieser ihm immer noch Geduld predigte, und die letztere Eigenschaft man­gelte dem verliebten Manne vollständig.

Doch schwur er hoch und heilig, das Mädchen er­ringen zu wollen um jeden Preis, und nicht ohne das= selbe nach der Stadt zurückzukehren.

Der Förster allein verhielt sich in diesen Tagen schweigsamer als sonst. Der fluge Alte durchschaute vom ersten Augenblick an die Absicht der beiden Freunde, doch sprach er zu niemanden davon, beobachtete aber insgeheim das Tun und Treiben seiner Gäste.

( Fortsegung folgt.)