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Dorchen:

Der Glückspfennig. Weihnachtsmärchenspiel von Karl Matthies

Personen: Lorchen, Dorchen, das Christkind, der Prinz.

( Aufgepukt, schreibt einen Wunschzettel) Ach, ich habe der Wünsche viell Ein Kleid, einen Hut, ein Glockenspiel, seidne Strümpfe und Schnallenschuh, einen roten Sonnenschirm dazu, einen Fächer aus weißen Straußenfedern, eine Galakutsche auf Gummirädern,

und zum Schluß, einen Prinzen, der immer lacht und mich zu seiner Königin macht.

Wenn das Christkind die Wünsche mir nicht dann werde ich wild! ( erfüllt­

Was pusselst denn du da wieder herum? Du sizest dir noch deinen Rücken frumm! Lorchen:( Einfach gekleidet)

Ich will eine warme Jacke nähen und nach dem armen Christkind spähen. Bei dieser Kälte Trepp auf, Trepp ab im leichten Röckchen, das wird sein Grab. Und da es uns immer so reich bedachte, wär's billig nur, wenn ich ein Jäckchen ihm Wenn es sich freut und warm hüllt ein,( machte. soll dies mein schönstes Festgeschenk sein. Dorchen:

Du lieber Himmel, was für Gedanken! Das Christkind beschenken! Ich finde es dumm! Es wird sich für deine Jacke bedanken, schenkt es doch selber Belze herum. Nein, liebe Schwester, das laß nur bleiben.­Willst du nun nicht deine Wünsche aufschrei­Lorchen: [ ben?

Was kann es für mich wohl Besseres geben, als Gesundheit und ein zufriedenes Leben? Dorchen: Dummes Ding, das besikest du Narrheit ist der Loren Lohn!( schon. Willst du nicht an die Küche denken? Laß dir Löpfe und Teller schenken, Tücher und eine Bratenpfanne, auch eine neue Abwaschwanne. Lorchen: Unsere Küche ist neu und voll. Dorchen:

Was man bekommen kann, nehmen man soll. Lorchen: Nein, halte Maß in allen Dingen, dann wird dich kein Ungemach bezwingen Was äußerlich ist, wünsch ich mir nicht, mein Herz nach innerem Glücke spricht. Bin ich auch arm, so leid ich nicht not, meine Seele glüht wie das Morgenrot. Dorchen:

So glühe nur fort, doch brennne nicht an! Ich wünsche mir Reichtum und einen Mann, der König ist und ein Land regiert,

der mein Haupt mit' ner goldenen Krone ziert. Lorchen:

Suche dein Herz nach Gold zu ergründen, in dir nur wirst du die Krone finden. Dorchen:

Papperlapapp! Ich such, was mich freut und bin vergnügt, denn heute ist heut!

Lorchen:

Das tut mir leid. Doch hör nur, der Wind? Dorchen: Wahrscheinlich irgendein Bettel­Christkind:( singt draußen)

Weihenacht...

heller leuchten die Sterne, näher schimmert die Ferne. Mensch, gib acht: heilige Schauer weben, felige Stimmen schweben durch die Nacht.

Lorchen: Ein Bettelkind? Dorchen: Ich will es nicht hören, Möge es andere Leute stören. Lorchen:

( kind!

Ein Bettelkind? Die Stimme ist schön, es soll nicht unbelohnt von hier gehn. ( Offnet die Tür.) Komm nur herein! Dorchen: Ich kann es nicht fassen, das Bettelvolk in die Stube zu lassen! Christkind:

Seid gegrüßt, ihr Schwestern, und verzeiht, der Weg ist weit, die Welt verschneit. Mich friert und Hunger quält mich sehr... Dorchen:

Wer noch singt, dem fehlt nichts mehr. Arbeite und halte dich in Ehren,

wir haben zu tun, um uns zu ernähren! Christkind:

Hartes Herz und hartes Wort wirken wie ein Feuer fort. Lorchen: Schwester, du bist ungerecht, Deine Worte klangen schlecht.( zum Christkind) Komm nur, Kind, ich will dich speisen und dir ein Blähchen für die Nacht anweisen. Christkind:

Hab Dank, aber ich darf nicht weilen. Lorchen: Willst du schon wieder weiter eilen? Christkind: Ich mußl

Lorchen:( gibt ihm ein Körbchen mit Speisen) Nimm das Körbchen unter den Arm, und zieh die Jacke an, sie hält dich warm! Sol( zieht ihm die Jacke an)

Christkind: Dank, wie gut du zu mir bist, Dir helfe der Herr Jesus Christ. Doch nimm von mir zum Angedenken den Pfennig, mehr kann ich nicht schenken. Leb wohl!

Dorchen:

Was hat dir das ärmliche Ding gegeben? Lorchen: Einen Pfennig, den hebe ich mir auf Dorchen:

( Reicht Lorchen einen Pfennig und geht hinaus) Lorchen: Hab Dank, Glück auf den Weg! Dorchen: Komm uns nicht wieder ins Geheg! Christkind:( singt draußen)

Weihenacht...

dunkler glüht diese Stunde, weiter zieht frohe Kunde. Mensch, gib acht:

Stilles Sehnen auf Erden foll nun erfüllet werden durch die Nacht.

Wirf ihn fort, was wird daran kleben! Dieses Geld ist unterm Gesindel im Lauf. Lorchen: Wie schön das Kind gesungen hat Dorchen:

Jeht schweigt's und ißt sich ordentlich fatt! Wie anmaßend, einen Pfennig zu schenken, was soll sich unsereins dabei denken? Und die Jacke, die du für's Christkind genäht Die gabst du fort, nun ist es zu spät! Lorchen: Ich werde ihm meinen Mantel geben den gefütterten, kann auch ohne ihn leben. Dorchen:

Meinen Zettel lege ich jeht vor's Haus, wenn du nichts wünschest, dann fällst du ava Will schnell noch den Prinzen unterstreiches damit ihn nicht andre vor mir erreichen. ( Legt den Zettel vor die Tür. Lorchen zündet den Weihnachtsbaum an. Die Glocken läuten.) Lorchen:

Ich kann den schönen Gesang nicht vergessen... Dorchen: Dente lieber an's Weihnachtsessal

( Es klopft von draußen an der Tür) Lorchen: Herein! Oder war es der Wind? Dorchen:

Wahrscheinlich wieder das Bettelkind. Der Prinz:( tritt ein) Ich grüße Euch fein! Dorchen:( stellt sich vor Lorchen) Ein Königssohn!

Schickt ihn mir das Christkind schon? Sagt, edler Prinz, was führt Euch her? Prinz: Die schönste der Schwestern ist mein Dorchen:

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Da braucht Ihr Euch nicht sehr zu quälen, beliebt nur, nach der Kleidung zu wählen.

( Man hört die Stimme des Christkindes) Wähle nicht nach äußerem Schein,

innere Schönheit soll es sein!

Prinz:

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I und erhielt einen Pfennig dafür zum Dan? Die zurzeit b

( Die Schwestern sehen sich groß an) Dorchen:( leife)

Gib mir den Pfennig, ich lohne es dir. Lorchen:( will der Schwefter den Pfennig gela) Er ist fort!

( Dafür glänzt ein schöner Ring am Finger) Ein Ring!

Prinz: Dieses Ringes Zier

spricht von der inneren Schönheit fein, Du bist es, du sollst die Königin sein! ( Er umarmt Lorchen)

Dorchen:

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Oh weh! Ich will dem Christkind nachlagen Ausna

und ihm schnell ein Paar warme ( Vorhang)

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