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wird. Es wird dann auch nach einer Mitteilung die Frage zu erörtern sein, ob es so weiter gehen tann, daß der Leipziger Aerzteverband allein die Bedingun­gen bestimmt, unter denen die reichsgesetzlichen Kran­tentajien, die Behörden und Körperschaften, welche auf die Aerzte angewiesen sind, ärztliche Hilfe erhalten.

Politische Rundschau

Deutschland.

* Nach einer authentischen Aeußerung des preu­ßischen Gesandten am Dresdener Hofe, werden der deutsche Kaiser, König Friedrich August v. Sach­sen und andere deutsche Bundesfürsten an den Einweih­ungsfeierlichkeiten des Leipziger Völkerschlacht- dentmals teilnehmen.

Prinz Eitel Friedrich hat Dienstag vormittag Bukarest verlassen.

Brinzregent Ludwig von Bayern und seine Gemahlin reisen am 6. März zum Besuch des Kaisers nach Berlin auf zwei Tage. Sie werden von dem Ministerpräsidenten Freiherrn v. Hertling begleitet wer­

den.

In der Abendigung der Budgetfommission des preußischen Abgeordnetenhauses wurde beim Titel Mi­nistergehalt" die Frage des Geburtenrüdgan­ges besprochen. Der Minister des Innern, v. Dall­witz, erflärte: Um den Gründen des Geburtenrüdgan­ges nachzugehen, sind Erhebungen eingeleitet worden. Berichte sind erst teilweise eingegangen, aber es fann schon jetzt gesagt werden, daß nicht ungenügende Le­benshaltung der Grund hierzu ist, sondern es liegt eine gewollte Erscheinung vor.

Reichsbanf. Jn der letzten Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank führte Exzellenz Ha venstein aus, daß die Bank zur Zeit nicht in der Lage sei, eine Ermäßigung des Diskonts vorzunehmen.

In der Landwirtschaftskammer in Halle wurde mitgeteilt, daß sich sämtliche Landwirtschaftskammern in Deutschland, mit Ausnahme von 4, bereit erklärt hätten, die Versorgung der Großstädte mit Schwei­nen durch die landwirtschaftlichen Genossenschaften zur Verbilligung der Fleischpreise zu übernehmen und das Risiko dabei zu fragen.

Oesterreich.

* Wien, 3. Febr. Oberstleutnant Prinz Hohen­lohe ist mit einem Handschreiben des Kaisers an den Zaren Nikolaus in Petersburg eingetroffen.

* Wien, 3. Febr. Für die Kriegsma rine ist fürzlich ein Sch w im m dock von 40 000 Tonnen Hebekraft bei Blohm und Voß in Hamburg bestellt worden. 5 Untersee boote wurden auf der Germaniawerst, Friedrich Krupp Aktiengesellschaft in Kiel, in Auftrag gegeben.

::: Wien. Der Kardinal Fürsterzbischof Nag I ist gestorben.

Belgien.

* Brüssel, 4. Febr.' Während der heutigen Sitzung der Kammer ist es vor dem Parlament und dem Königlichen Schloß trotz eines starken Aufgebotes an Polizei und Gendarmerie zu kleineren sozialistischen Kundgebungen zu gunsten des gleichen Wahlrechtes ge­kommen. Vier Personen wurden verhaftet.

England.

London, 4. Febr. In Futschou( Indien) wurde auf den neuen Zivilgouverneur Tschang eine Bombe geworfen. 30 Personen wurden dadurch ge­tötet oder verwundet. Der Gouverneur blieb unverletzt.

Norwegen.

Helsingfors, 3. Febr. 3um Landtags= präsidenten wurde mit 80 Stimmen der Sozialde mofrat Toloi gewählt. Der frühere Präsident Svin hufvud erhielt 68 Stimmen.

Aus aller Welt.

::: Leipzig. Die Professoren der Leipziger me­dizinischen Fakultät haben offiziell bekannt gegeben, dak fortan a II e Ausländer im sechsten Semester ein Physikum oder eine dem deutschen Physifum entsprech­ende Prüfung ablegen müssen, ehe sie in die klinischen Hörsäle einziehen dürfen.

o Oberhausen. Verdutzte Gesichter gab es bei einer Hochzeitsgesellschaft, als plötzlich der Gerichtsvoll­zieher erschien und den gesamten Hochzeitswein pfändete.

::: Wien. Auch die Wiener Theater leiden unter der Konkurrenz der Kinos. Die Wiener Theater planen deshalb gegen die Kinos den Konkurrenzfampf aufzunehmen, indem sie gleichfalls in den Nachmit tagsstunden in ihren Theatern finematogra phische Vorstellungen veranstalten. Dem von Direk­tor Jarno geleiteten Lustspieltheater in Wien ist von

der Statthalterei bereits die Erlaubnis zur Veranstalt­ung von Kinovorstellungen erteilt worden.

=

::: Der größte Bahnhof der Welt ist in New York in Betrieb genommen worden. Es ist der als Kopfstation erbaute Zentralbahnhof von New­York, der 760 Millionen Mark gekostet hat. Die Züge werden nicht von Lokomotiven, sondern von Motorwa­gen in den Bahnhof gebracht und aus ihm herausge­holt. Dadurch wird das Verrußen der um den Bahn­hof liegenden Häuserviertel vermieden. Außerdem hat nur die Verwendung der elektrischen Kraft eine derar­tige große unterirdische Bahnhofsanlage ermöglicht. Je der Motorwagen fann 4000 PS. entwickeln, die Züge also bedeutend schneller als eine Lokomotive ziehen.

Aus Stadt und Land.

-ht Am Sonntag, den 9. Februar d. J., vor­mittags 11 Uhr, wird in Mainz( Saal der Stadtver­ordneten) ein Hess. Handelstammertag mit nachstehender Tagesordnung stattfinden: 1. Verkehr mit Leuchtöl; 2. Konkurrenzklausel im Handelsgewerbe; 3. Arbeitszeit der Arbeiterinnen; 4. Internationaler Han delskammerfongreß in Boston 1912; 5. Vertretung von Industrie und Handel in den Ersten Kammern; Verkehr mit Nahrungs- und Genußmitteln; 7. Fortbil­dungsschulpflicht für Mädchen; 8. Buchführungs- und Register- Pflicht für Minderkaufleute und Handwerker und 9. Schutz der Arbeitswilligen.

6.

o Vom Vogelsberg. Der Gewerkschaft Louise, Braunsteineisenbergwerke in Essen( Ruhr) wurde der Gr. Oberbergbehörde ein 1999 500 Quadratmeter großes Gelände in den zum Kreise Lauterbach ge­hörenden Ortsgemarkungen Hörgenau und Engelrod die­das Bergwerkseigentum zur Gewinnung der in Das ſem Felde vorkommenden Eisenerze verliehen. Bergwerk führt den Namen Neuer Fund" und wird vier Eisengruben erhalten. In denselben Gemarkungen hat sich die Gewerkschaft Vogelsberg in Gießen eben= falls eine große Fläche zur Gewinnung des Eisenerzes gesichert.

s Darmstadt. Das Großherzogspaar von Mecklenburg- Schwerin, bei welchem das hessische Großherzogspaar dieser Tage zu Besuch war, wird am 11. d. Mts. auf einige Tage mit großem Gefolge zum Besuch in Darmstadt eintreffen.

s Darmstadt, 4. Febr. Die Großherzoglichen Herrschaften folgten gestern um 12 Uhr mittags einer Einladung des Provinzial- Direktors Geheimerat Dr. Breidert und Gemahlin zum Frühstück in den Räumen der Provinzialdirektion zu Mainz. Von dort aus wurde dann der Jubiläumsfarnevalzug besichtigt. Die Rück­fahrt nach Darmstadt wurde um 4 Uhr nachmittags an­getreten.

! Mainz, 3. Febr. Der Fremdenverkehr am heu­tigen Rosenmontag erreichte eine Höhe, wie man dies seit vielen Jahren noch nicht erlebt hat. Am Jubel= Fastnachtszug wirkten über 3000 Menschen in 100 Gruppen mit, die das Werden und Wachsen des Main­zer Karnevals in den 75 Jahren seines Bestehens schil­derten.

; Mainz. In der letzten Sitzung der Stadtver­ordneten wurde die Billett steuer für die Kine­matographen, Lichtspiele, Varietetheater, Zirkusworstell­ungen, sowie Tierausstellungen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Die Steuer beträgt 10 Prozent des Eintrittsgeldes, mindestens jedoch 5 Pfg.

! Mainz, 30. Jan. Gestern war fast die ganze Gemeinde Wackernheim am Provinzialausschuß in Mainz vertreten. Es handelte sich um die Enteignung von 82 Aeckern für den Militärfisfus zum Bau der Festungsbahn. Die gebotenen Entschädigungen halten die Eigentümer für zu gering. Nach längerer Verhand­lung wurde die Weiterberatung auf Ende Februar ver­tagt. Der Provinzialausschuß beschloß, am 25. Febr. eine Ortsbesichtigung vorzunehmen.

Mainz. Der 28jährige Zigeuner E. Eben= der, der als mutmaßlicher Mörder des Försters Rv= manus bekannt geworden ist, hatte sich vor dem Ge­richt in Meiningen zu verantworten wegen Teilnahme an einer Meuterei am 31. Dezember 1909 in Nord­heim im Grabfeld. Dort war Ebender im sogenannten Thorhaus", weil er verschiedene Einbrüche verübt, mit 5 erwachsenen Zigeunern und 9 Kindern inhaftiert, aber ausgebrochen und hatte dabei mit einer Schuß­waffe geschossen. Die Geschworenen bejahten die Schuld­frage, worauf das Gericht den Angeklagten mit Ein­rechnung einer noch zu verbüßenden, von dem Schwur­gericht Main 3 erhaltenen Zuchthausstrafe wegen Mordversuchs zu einer Gesamtstrafe von 6 Jahren 6 Monaten Zuchthaus, 15 Jahre Ehrverlust und Stell­ung unter Polizeiaufsicht verurteilte.

! Worms, 4. Febr. Am 2.- 4. März findet großze allgemeine Geflügel- Ausstellung verbunden mit in sämtlichen Räumen des städtischen Festhauses eine der rheinhessischen Provinzialgeflügelschau statt. Geflü gelzüchter aus ganz Hessen, der Pfalz, Baden, Würt temberg, Bayern und den anderen benachbarten Staa­ten haben ihre Beteiligung zugesagt.

( Sana u. Der wegen Ermordung seiner Toch ter vom Hanauer Schwurgericht zum Tode verurteilte Arbeiter Koch aus Bergen hat, nachdem seine Re­vision gegen das Todesurteil vom Reichsgericht ver Berworfen worden ist, heute durch seinen Verteidiger ein Gnadenge such an den Kaiser einreichen lassen.

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):( Hanau. Dem Vernehmen nach beabsichtigen Angehörige der verstorbenen Soldaten flagend gegen

die Militärbehörde vorzugehen und Schadenersatzan sprüche geltend zu machen.

4. Baiser- Wettstreit zu Frankfurt a. M. 1913. Das Fest wird, wie auch 1909, drei Tage in An­spruch nehmen. Es wird mit einem großen Begrüß ungskonzert Frankfurter Sänger eröffnet werden und Von mit der feierlichen Preisverteiling schließen. einem gleichzeitigen Auftreten aller Frankfurter Ge sangvereine muß diesmal wegen der eigenartigen afu stischen Verhältnisse der Festhalle abgesehen werden, zu mal da das bis weit unter die Kuppel reichende Rie­ſenpodium von 1909 sich für die wettsingenden Vereine als sehr unzweckmäßig erwiesen hat. Es haben sich des halb die beiden großen Verbände, der Sängerbund von Frankfurt a. M. und die Frankfurter Sängervernigung, mit Zustimmung des Hauptausschusses dahin geeinigt, daß der Bund allein das Begrüßungskonzert, die Vereinigung die Chöre bei der Preisverteilung und den Festkommers übernimmt. Zum Dirigieren des Festkonzertes wurde, wie 1909, vom Vorstande Sängerbundes einstimmig der bewährte Leiter größten Frankfurter Vereins, Professor M. Fleisch, gewählt. Die dieser Tage verschiedene Zeitungen durch­laufenden, in Sängerfreisen Aussehen erregenden No­tizen, nach denen unter den Frankfurter Dirigenten we­gen dieser Wahl Unstimmigkeiten entstanden seien, tref­fen, wie uns der Vorsitzende des Musikausschusses und. Vertreter des Sängerbundes mitteilt, nicht zu. Es war von vornherein fein anderer als der vom Kaiser zum

Mitglied des Ortsausschusses ernannte und um

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Förderung des Männergesangs hochverdiente Senior unter den Frankfurter Chorleitern in Aussicht genom men, und feiner der übrigen Frankfurter Dirigenten hat gegen diese Wahl irgendwelche Einwendungen erhoben oder sie für nicht selbstverständlich gehalten. Allerdings hatte der Neebsche Männerchor den Wunsch, daß außer Prof. Fleisch noch der eine oder der andere Dirigent zugelassen werden möge; doch wurde dieser Antrag mit allen gegen die Stimme des Antragstellers als fünstlerische Einheit des Konzertes gefährdend und na­mentlich bei dieser Gelegenheit als unangebracht abge­lehnt. Daraufhin hat sich der betreffende Verein zwar von der Mitwirkung beim Festkonzert zurüdgezogen, ohne aber formell aus dem Bunde auszutreten. Die Aus ihrung des glanten Begrüßungskonzertes kird dadurch in keiner Weise berührt.

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Nach neuester Meldung ist der Preischor jetzt endgültig bestimmt worden; es ist Friedrich Hegars, des greisen Schweizer Altmeisters, 1813". Der zur Vorbereitung des Frankfurter Sängerfriegs be­stellte Ausschuß hatte eine Anzahl von Tonsetzern in Deutschland, Desterreich, in der Schweiz und Amerika aufgefordert, sich an dem Wettbewerb um den prets­chor zu beteiligen und hatte Texte hierfür empfohlen. Die Durchsicht der Einläufe besorgte ein Ausschuß, dem Hermann Kretzschmar, Max Friedländer, Georg Schu­mann, E. F. Taubert und Hugo Rüdel angehörten. Zwei Stüde kamen in die engere Wahl; sie wurden jüngst im Kgl. Opernhause dem Kaiser durch den von Rüdel geleiteten Opernchor vorgetragen. Entscheidung des Monarchen fiel zugunsten von 1813". aus, als dessen Komponisten dann durch Deffnung des der Arbeit, wie vorgeschrieben, beigefügten Umschlages Friedrich Hegar ermittelt wurde. Das Ergebnis wird in weiten Kreisen freudig begrüßt werden.

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