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Gießener Beitung
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Mittwochs und Zamstage. weg 83.
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Erscheint
Redaktion: Selters: Für Aufbewahrung coer diendung nicht verlangier Pambiate wird mich garam. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. 6. 8.
Nr. 11.
Telephon: Nr. 362.
Vom Balkan- Krieg.
Konstantinopel, 4. Febr. Ein vom Ministerium des Innern ausgegebenes Kommunique beſtätigt, daß die Bulgaren gestern um 7½ Uhr abends auf der Ost- und Südseite der Festung von Adrianopel mit Artillerie- und Infanteriefeuer das Bombardement auf die Stadt eröffnet haben. Die türkischen Truppen erwiderten das Feuer. In der Stadt herrscht Ruhe.
Konstantinopel, 4. Febr. Die Feindselig= teiten begannen auch auf der Halbinsel Gallipoli ( bulgarische Kavallerie griff die türkischen Vorposten an) und am Nachmittag an der Tschataldschalinie.
Sofia, 4. Febr. Die Beschießung Adrianopels begann gestern abend 8 Uhr und wurde mit Unterbrechungen bis heute früh fortgesetzt, wo die Beschießung wieder lebhafter einsetzte. Einige Stadtteile Adrianopels sollen in Flammen stehen. Von den Bulgaren wurde den Konsuln und der Bevölkerung Adrianopels Frist gegeben, die Stadt zu verlassen.
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Sofia, 3. Febr. In unterrichteten Kreisen rechnet man, daß die Festung in höchstens 14 Tagen fallen wird. Bei Wiederaufnahme des Krieges wird es sich nun nicht mehr um das Wilajet Adrianopel handeln, sondern es wird nur von Konstantinopel und den Dardanellen zu sprechen sein, so schreiben die bulgarischen Blätter.
Serbien verpflichtete sich, Bulgarien bei Adrianopel beizustehen, wogegen Bulgarien den territorialen Wünschen Serbiens entgegenkommt. Es verlautet, Serbien sicherte sich das Recht auf gewisse Selbſteroberte Gebiete.
Sofia, 4. Febr. Die Friedensverhandlungen werden während des Krieges fortgesetzt. Die Türkei nahm prinzipiell den Vorschlag der Londoner Botschafterreunion an, Adrianopel unter der Bedingung der Einsetzung eines Muftis abzutreten, jedoch vorerst die Waffenentscheidung abzuwarten.
Konstantinopel, 4. Febr. Man spricht, daß demnächst halbamtliche bulgarische Delegierte in Konstantinopel eintreffen, um über die Lösung der Adrianopeler Frage zu verhandeln.
aktische Erfahrungen ebiete dieser Spezialbesitzen. Gründliche in d. Massenfabrikation erforderlich. Eintritt am I. April 1913 Bemit vollständigem Le
amilienverhältnisse, AlZeugnisabschriften und
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Nach militärischen Informationen so sollen an der
Roman
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Das Glückskind.
mau von Frene von Helmuth.
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verboten.)
So wie die Sachen jetzt stander bicit Böhler das spiel für gewonnen, und sprach dies dem Freund egenüber aus. Der lettere geriet barnder in eine lche unbändige Heiterkett, daß er berettwillig auf alles inging, was Böhler von ihm forderte, und dieser war uch schlau genug, seinen Vorteil im rechten Augenid auszunügen.
Es ist nur der Ordnung halber, meinte er, e Hände reibend,„ daß Du mir schriftlich gibst, was a mündlich oft genug versichert hast, daß Du nämlich 8 eigenem Antrieb und freiwillig auf die meinem ündel zugesicherte Mitgift verzichtest."
„ Aber von Herzen gern, Freund, das wollen wir ich in Ordnung bringen. Hätt' ich Mädel
1, was fragt in nach Curem. Gelbe, davon wel
bst genug, brauche das Eure nicht, und ein Freundaftsdienst ist des andern wert. Du hast mir freundft aus der Patsche geholfen bei der Reviston, dafür ft Du belohnt werden."
Winters Onkel, der ihn zum Erben einseßen sollte, te zwar immer noch, obwohl der„ zärtliche" Neffe lich auf das Eintreffen der Todesnachricht wartete. thwohl schien es ihm durchaus nicht an Geld zu fehAim Gegenteil, er verbrauchte sehr viel, da er in gebigster, nobelster Weise die Försterin
Blage, die ihr aus dem Aufenthalt ber die Müthe
Gäste erhs, schadlos zu halten suchte durch Geschenke aller
Auch Katht bekam ein ansehnliches Geldgeschent, fie lächelnd einsteckte und für den tünftigen Hausaufbewahrte.
Erpedition: Selters meg 83.
Mittwoch, den 5. Februar 1913.
Tschataldschalinie 150 000 Türken gegen 140 000 Bulgaren stehen. An der kleinasiatischen Küste ist noch eine türkische Reservearmee von 50 000 Mann vorhanden. Bei Gallipoli stehen 50 000 Türken einer bei Demotica stehenden aus 30 000 Mann bestehenden bulgarischen Armee gegenüber. Bei Adrianopel befinden sich 55 000 Bulgaren und 40 000 Serben, während die türkische Besagung 35 000 Köpfe zählt.
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Bezüglich der bulgarisch- rumänischen Verhand lungen hat sich Dr. Da new in Paris in folgender Weise geäußert: Wir haben Rumänien einen Gebietsvorteil angeboten durch die Abtretung zweier Dreiecke, welche in das rumänische Gebiet hineinreichen, sowie durch die Abtretung eines Küstenstriches südlich von dem rumänischen Hafen Mangalia. Schließlich haben wir alle Forderungen Rumäniens betreffend die Kuzowallachen in Mazedonien bewilligt, und haben sogar zu gegeben, daß deren Schulen und Kirchen in dem neuen bulgarischen Gebiet mit den Unterstützungen der rumä= nischen Regierung erhalten werden können. Wir hoffen, daß wir auf diese Weise einen neuen Patriotismus, einen Balkanpatriotismus schaffen werden, daß Grieüberall chen, Bulgaren, Serben und Rumänen auf dem Balkan sich zuhaus fühlen können.
Die deutschen Städte für eine beschleunigte
Heeresverstärkung.
In der Vorstandssitzung des Reichsverbandes deutscher Städte, die in diesen Tagen in Berlin abgehalten wurde, gelangte auf Antrag des Ersten Bürgermei sters Dr. Belian- Eilenburg, wie der„ Lokalanzeiger“ meldet, einstimmig eine Resolution zur Annahme, wonach dem Reichskanzler eine Entschließung übersandt werden soll, in der es u. a. heißt:
„ Der Vorstand des Reichsverbandes deutscher Städte ( Vertretung der Städte unter 25 000 Einwohnern) blickt mit ernster Besorgnis auf die Stellung, die das Deutsche Reich in den gegenwärtigen 3 ei ten der Kriegsgefahr einnimmt. Der Vorstand hält es für seine Pflicht, seiner Ueberzeugung Ausdruck zu geben, daß das deutsche Volk sich seiner Vor
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Telephon Nr. 802.25 Jabrg. fahren gerade in dieser erinnerungsreichen Zeit würdig erweisen würde, um zu versichern, daß auch die schon schwer belasteten kleinen und mittleren Städte selbst große finanzielle Opfer zu bringen bereit sind, damit unser Vaterland infolge seiner auch den Gegnern unangreifbar erscheinenden Kriegsbereitschaft seine Macht zugunsten des europäischen Friedens in die Wagschale zu werfen vermag. Der Vorstand kann die zögernde Haltung der Heeresverwaltung bei der Einbringung der Heeresvorlage nicht billigen, da die allgemeine Wehr= pflicht infolge der großen Zahl der vom Heeresdienst befreiten waffenfähigen Söhne unseres Volkes lediglich auf dem Papier steht."
Reichspost und Leipziger Herzteverband.
Das Reichspostamt bereitet zur Zeit die Gründung die von Krankenkassen für die Postunterbeamten vor, wohl im März endgültig ins Leben treten werden. Die größten Schwierigkeiten hat die ärztliche Versorgung dieser Kassen hervorgerufen. Die Verhandlungen zwischen dem Reichspostamt und dem Leipziger Aerzteverband waren zunächst gescheitert, weil der Aerzteverband auf Anerkennung seiner Forderungen bestand. Die Reichs- post wollte sich das Recht bewahren, Kassenärzte anzustellen, und sich im geldlichen wie auch im dienstlichen Interesse einen gewissen Einfluß auf den ärztlichen Dienst bei den Kassen sichern. Der Leipziger Aerzteverband boykottierte daraufhin die Reichspost, und sogar die gesetzlichen Aerztekammern erließen Warnungen an die einzelnen Aerzte. Da die Reichspost nach der Art ihres wiesen ist, so blieb ihr gegenüber diesem Boykott nur Betriebes auf Aerzte im ganzen deutschen Reich angeübrig, sich entweder den Forderungen des Leipziger Aerzteverbandes zu unterwerfen oder die Errichtung der neuen Kassen für die Unterbeamten aufzugeben. Schließlich zog die Reichspost das Erstere vor und traf mit dem Aerzteverband eine Vereinbarung, worin dessen Forderungen anerkannt sind. Da damit der Einfluß der Kassen auf ihre wesentlichen Ausgaben ausgeschaltet und, wie die Erfahrungen bewiesen haben, auch damit ein gewaltiges Steigen der gesamten Kassenausgaben verbunden ist, so kann angenommen werden, daß sich der Reichstag mit dieser Vereinbarung näher beschäftigen
Glühkörper
Röschen allein rührte von all den kostbaren Geschenken, die ihr Winter in den letzten Tagen gemacht, nicht eines an. In ihrem Herzen sah es gar öde und traurig aus. Es war thr jetzt zur Gewißheit gewor= den, daß Malljar ihrer nicht mehr gedachte, und mit dieser Erkenntnis schwand auch ihre Heiterkeit und ihre Freudigkeit am Leben mehr und mehr dahin.
Wozu lebte site überhaupt noch? Ein Tag würde dahin gehen wie der andere, und nichts würde mehr imstande sein, die trostlose Dede thres Herzens zu bannen. War es unter solchen Umständen nicht das Geratenste,
die Werbung Winters anzunehmen, um damit wenig
stens den Bruder und dessen Gattin vor Verzweiflung und Not zu bewahren?
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Dann vollbrachte sie wenigstens eine gute Lat was noch kam, war thr gänzlich gleichgültig. Ihr Leben, ihr Glück, thre Zukunft waren verwirkt, sollte aus threm Unglück nicht wenigstens Rettung für den geliebten Bruder erblühen? Nur durfte er nicht ahnen, daß ste setnetwegen sich in das verhaßte Joch spannen Iteß, er hätte ein solches Opfer nimmermehr angenommen und wäre lteber selbst zu Grunde gegangen. Waldemar mußte glauben, daß die Wahl dieses Mannes thr freter Entschluß war.
Röschen fühlte sich erleichtert bei dem Gedanken, daß es thr durch ihre Verhetratung auch möglich sein würde, Dr. Malljar das Geld, jene 5000 Mart, bie er für ben Bruder geltehen, wieber, und zwar möglichst bald, zurückzahlen zu können.
Wie Feuer brannte es in ihrer Seele und verlegte thren Stolz, daß es bis jetzt noch nicht geschehen konnte, aber das schwur sie sich zu, teine Stunde länger als nötig, zu zögern. So nahm Röschen sich feft vor, bas Opfer zu bringen und Winter zu raten, einen an bern Ausweg gab es nicht.
Leia Am meisten berrascht seigte fich ber Börster, ba
Rosi ihm, als dem ersten von allen, ihren Entschluß, Winters Frau werden zu wollen, fund tat.
Ihm gestand sie auch, weshalb, und er riet thr dringend davon ab.
„ Kind, Kind, tue das nicht, ich bitte Dich, nimm doch Vernunft an. Steh', eine Ehe ohne Liebe ist das schwerste, was es gibt; überlege das wohl. Wenn Du an etnen Mann gefesselt bist, den Du nicht lieben kannst, wird Dir Dein junges Leben bald zur Last werden."
Hoffentlich dauert es nicht mehr so sehr lange, Onkel! Dann ist doch wenigstens Waldemar gerettet, ich hoffe nichts mehr, aber er, er hat die Frau gefunden, die er liebt, und soll glücklich sein," entgegnete Nöschen fest. „ Sprich nicht so, Itebes, armes Kind, Du brichst mir das Herz. Schau, Du bist noch so jung, Du darfst noch nicht alle Hoffnung aufgeben; bletbe bet mir, und mit der Zeit wirst Du überwinden lernen, was Dir jett unmöglich scheint."
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Nein, Ontel, das nicht, ich werde so wote fo dahin wirken; tst at nicht tausend Mal besser, ich werde bald erlöst von einem Leben, das nur eine fortgefeßte Qual für mich ist? Ich fühle es, laß es mich Iteber,
effent dual fer mit fe fubre es, Tak es
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ich werde niemals imstande sein, den Mann, dem ich mein ganzes Leben geweiht, dem jeder meiner Ge banken gehörte, wieber zu vergessen. D, Du ahnst nicht, wie ich ihn geliebt habe, mit jeder Faser metnes Herzens. Und daß er so- so von mir gehen konnte, ich er trage es nicht lange."
Man lernt viel ertragen im Leben, mein Liebling, glaube es mtr, wenn Du bet uns bletbft, wirst Du ver geffen lernen. Denke baran wie Du zu uns tam, fo verzweifelt, unb heute?- Nicht einmal mehr bent bamals war."
Du an das, was
Bortfebune folet.)
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