Amerika.
* New York. Der Polizeileutnant Beder ist angeklagt, den Besitzer des Spielsalons Rosenthal um das Leben gebracht zu haben.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 31. Juli 1912. Preußische Klassen Lotterie. Die Erneuerung der Lose zur zweiten Klasse der 227. Lotterie muß mit Vorlegung der Lose erster Klasse späte stens bis zum 5. August, abends 6 Uhr, geschehen sein. Auch müssen die Freilose zur zweiten Klasse gegen Rüdgabe der Gewinnlose erster Klasse bis zum vorerwähnten Termine eingefordert sein.
n Gießen. Der Großherzog hat am 24. Juli d. Js. den Kreisbauinspektor des Kreises Gießen und Provinzialbaubeamten der Provinz Oberhessen Baurat Diehm auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Aug. 1912 in den Ruhestand versetzt und demselben die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
-e Gießen, 30. Juli. Die Großherzogin be
Autoritäten als gut befunden wurde, im Prinzip zuzu- jährigen Jubiläums eine Medaille habe herstell stimmen. Die Kosten der Anlage betragen dem Anschlag gemäß 1 431 210 M., diese Summe soll in 4 Raten aufgebracht werden. Zunächst soll die Strede der Main
Nedartalbahn entlang von Offenbach nach Isenburg, Sprendlingen und Langen ausgeführt werden, die Mt. 484 390 Rosten verursacht. Der Anlage ist eine Ren tabilitätsberechnung von 6% Prozent des Anlagelavitals zu Grunde gelegt worden.
o Darmstadt, 30. Juli. Die Großherzogin und Gräfin Luitgarde zu Solms- Laubach begaben sich gestern im Auto nach Arnsburg, wo die Gräfin verblieb. Die Großherzogin fuhr dann nach Gießen und von da nach Lich. Die Rüdkehr nach Jagdschloß Wolfsgarten nach Lich. Die Rückkehr nach Jagdschloß Wolfsgarten erfolgte um 6 Uhr.
o Darmstadt. Der Minister des Innern von ange= Homberg hat einen mehrwöchigen Urlaub treten, den er zum großen Teil auf seinem Gute Vach
in Franken zubringen wird.- Geh. Oberschulrat No d- nagel hat nach Beendigung seines Urlaubs seine Dienstgeschäfte wieder aufgenommen?
lassen, die an folgende Herren verliehen wurde: gierungspräsident Dr. v. Meister, Landeshauptman Strelel, Landesrat Dr. Propping, Landrat Büchting un Bürgermeister Haerten; ferner an die Gründer des Va Bandes Hoffmann- Herborn, Pfaff Hofheim, Kath- La genschwalbach, Mahlinger Limburg, Jung- Wiesbada und Scheurer- Wiesbaden.
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):( Wiesbaden. Reichstagsabgeordneter Kom en geben mu
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merzienrat Bartling hat die ihm gehörige Wies badener Zeitung an eine Gesellschaft verlau die diese mit dem Wiesbadener General Anzei ger fujioniert. Die Fusion tritt bereits mit dem 1. A guft in Kraft. Zum Geschäftsführer ist der Direktor des Invalidendant in Frankfurt gewählt worden. Die Wies daß ihnen
badener Zeitung behält die mittlere nationalliberalwert wird Richtung bei. Die Geschäftsräume des General Anzend der Bedür
gers werden aufgegeben, und ein gemeinsames Geschäfts lokal wird errichtet.
Erdenwinfels,
indiges Stü
der ! Mainz. Der Metzgermeister Karl Rubage und feinen hat und diese seit einiger Zeit angeblich wegen zu hobe ihte lofalge Viehpreise geschlossen hält, wurde auf Veranlaſſung ie viele Famil ner Gläubiger wegen des Verdachts des betrügerischen Großstadt L Bankerotts verhaftet. Die Passiven sollen über 90 00 für den D gegen Mar! betragen. Eine große Anzahl Großvieh un verschiedenen
):( Altenkirchen. Die bedrohliche Stellung- nahme der Bevölkerung der benachbarten Orte
suchte gestern die hiesige Rinder- Klinik der Großherzog die Forstbehörde hatte zur Folge, daß weitere not
lichen 3entrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge und besichtigte das bald fertiggestellte Haus eingehend. Professor Dr. Roeppe gab die gewünschten Erläuterungen.
n Gießen. Bei außerordentlich reger Beteilig ung der alten Herren und Inaktiven beging die Burschenschaft„ Alemannia" ihr goldenes Stiftungsfest. Im Mittelpunkte der Feier stand der farbenprächtige Umzug der Burschenschaft durch die Stadt, der mit einem fröhlichen Kommers im Gesellschaftshause seinen Abschluß fand.
am
n Gießen. Der Privatdozent für Botanik, Dr. Werner Brud, ist nach Deutsch- Ostafrika gereift, Studien über Faserkulturen im Deutschen Schutzgebiet zu machen. Die Straßenbahn Gießen Wieseck ist nunmehr endgültig gesichert. Der Wiesecker Ge= meinderat bewilligte einen Beitrag von 35 000 Mark, der in Jahresraten von 5000 Mart mit 4prozentiger Verzinsung des Restes bezahlt werden soll.
o Bad Salzhausen. Justizrat Kraft aus Büdingen, der hier zur Kur weilte, stürzte die Treppe herab und erlitt dabei einen Bruch des Schlüsselbeins, an dessen Folgen er nach furzer Zeit starb.
o Offenbach a. M. In der gemeinschaftlichen Sitzung des Verfassungsausschusses und der Betriebsdeputation wurde als Direktor des städt. Elektrizitäts werkes Dr. Klein aus Posen gewählt, der bisher dem dortigen Elektrizitätswert vorstand. Das Anfangsgehalt wurde auf 8000 Mart festgesetzt. Des weiteren befaßte sich der Ausschuß mit der Errichtung einer Ueber= landzentrale. Es wurde beschlossen, der Errichtung der Ueberlandzentrale im Kreise Offenbach und einzelnen Orten des Kreises Dieburg nach dem bestehenden Projekte der A. E. G., das von anderen
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias. ( Nachdruck verboten.) „ Ohne Zagen. Weshalb sollte ich seinen Anblick scheuen? Er hat hinterlistig und erbärmlich gegen mich gehandelt, ich stehe makellos da. Mein Erscheinen wird, da er mich tot glaubt, mächtig auf ihn wirken."
„ Ich bewundere Ihren Mut, mein Freund. Vergessen Sie nicht, daß Sie es mit einem heimtückischen Gegner zu tun haben."
" Ich bin Soldat, Madame, und kenne keine Furcht. Was soll ich auch fürchten? Olivier hat Grund, Aufseben zu vermeiden, da ihm sonst die preußische Militärbehörde der Vergangenheit wegen Unannehmlichfeiten bereiten würde."
„ Ste haben Recht, es ist die beste Manter, der Sache auf den Grund zu geben," nickte Frau von Tarandal. " Finden Sie Desiree nicht, so finden Sie vielleicht dort andere Spuren. Ich selbst wirde hingereist sein, aber ich habe mir zugeschworen, Frankreich während des Krieges nicht mehr zu betreten, und ich halte mein Wort."
Tyrolt gab ihr darin vollkommen Recht. Für reisende Damen bot das eroberte Land nur Gefahren und feine Annehmlichkeiten. Was konnte auch die alte Dame zur Auffindung ihrer Nichte tun?"
Erst spät verließ Waldemar die Dame und begab sich sogleich nach dem Bahnhofe, um über Mezieres, das am 1. Januar fapituliert batte, nach Sedan zu reisen. XXII.
Tyrolt ließ sich, in Sedan angekommen, nach dem Dragon d'Or, einem ihm wohlbekannten Hotel, fahren und ging dann in Uniform nach der Kommandantur, um sich daselbst zu melden. Er sand bei den bayerischen Kameraden berzliche Aufnabine. Die meisien acbörlen,
gendarmen zum persönlichen Schutz der Beamten nach dort stationiert wurden. Vier Mitglieder des„ Klubs der schwarzen Jäger", wie sich die Wilderer bezeichnen, jizen in Untersuchungshaft. Die Staatsan waltschaft wird gegen die ganze Bande ein Verfahren wegen Landfriedensbruchs anhängig machen.
):( Limburg. Der Verband der Freiwilligen Feuerwehren im Regierungsbezirk Wiesbaden und im Kreis Wetzlar hielt hier seine 40jährige Jubelfeier ab, mit der eine Ehrung des jetzt 80 Jahre alten Verbandsvorsitzenden Scheurer- Wiesbaden verbunden war. Bürgermeister Haerten- Limburg entbot allen Festgästen den Gruß der alten Bischofsstadt Limburg. Jm Namen des Protektors, des Regierungspräsidenten Dr. v. Meister, begrüßte Landrat Büchting die Versammlung und brachte ein Kaiserhoch aus. Der greise, 80 Jahre alte Vorsitzende des Verbandes gab hierauf einen furzen Rückblick über die Geschichte des Verbandes, der vor 40 Jahren 21 Wehren zählte, während er heute 266 Feuerwehren in sich vereinigt; daß der Verband sich in dieser Weise entwickeln konnte, verdanke man der steten Förderung durch die Behörden. In Anerkennung dessen hat der Verbandsausschuß die Herren Regier= ungspräsident Dr. v. Meister und Landeshauptmann Krekel zu Ehrenmitgliedern ernannt. Dem verdienten Vorsitzenden des Verbandes, Branddirektor Scheurer, überreichte hierauf Branddirektor Tropp- Biebrich eine Spende der Verbandswehren, ein Sparkassenbuch über 1000 Mart, und gedachte dabei in ehrenden Worten der Verdienste des Jubilars um die Feuerwehrsache. Branddirektor Scheurer dankte für die Ehrung und gelobte, solange ihn Gott noch erhalte, der Feuerwehrsache stets treu zu bleiben. Ferner teilte Branddirektor Tropp noch mit, daß der Verbandsausschuß aus Anlaß des 40
wie er, dem Beurlaubtenstande an, waren wie er, wäh= rend des Krieges, zur Waffe eingezogen worden und interessierten sich lebhaft für den sächsischen Gast. Dieser speiste mit ihnen in dem wohlbekannten Militärkasino, das wie früher den französischen Offizieren, jetzt den bayerischen zum Versammlungsort diente.
Waldemar traf unter den Offizieren viel edle, kluge Männer, welche sich ihrer ebenso gefahrvollen wie wichtigen und verantwortlichen Stellung in Sedan vollkom= men bewußt waren, vor allem einen Fachkollegen aus Ulm, den Reserveleutnant und Fabrikdirektor Baldreich.
Sie sprachen natürlich über die neuesten Erfindungen und Verbesserungen in der Seidenweberet, über eigene Erfahrungen, Löhne, Arbeiter und Kundschaft. So fam auch die Rede auf die Bazeiller Fabrit und de= ren Baueinrichtungen und Grundplan.
„ Ich werde Ihrer Edöphung nächstens einen Besuch abstatten," sagte Baldreich. Ich hörte, daß die Fabrik wieder aufgebaut serden soll, nachdem sie zum Verkauf gestellt worden ist.*
Und ich beabsichtige, dent ehemaligen Befizer oder besser dessen Sohne eine Visite zu machen, und das schon morgen."
b." machte der Bayer, dem Herrn Bourlier? Er soll ein unheimlicher Men) sein, der bei unseren Behörden hi feiner besonderen Gunst steht."
Weshalb nicht? Was hat er auf dem Kerbholz?" " Sm, man behauptet, daß er wieder mit Franktireurs, die noch immer in unserer Gegend ihr Wesen treiben und jetzt gerade öster als sonst auftauchen, verfebre und ihnen Vorschub leiste. Beweisen hat es ihm bis jetzt niemand können, aber es bedarf nur eines Anstoßes, so sitzt der Monsieur hinter Schloß und Riegel, er mit seiner Dulcinea."
„ Wer ist die „ Weiß man's
die anderen. co fer
nen fagen, es sei seine Braut, Schwefter. Nur einmal ist er
schaft gezogen.
Aus aller Well
::: Coblenz. Hier wurde der Stadtlaffenrendan Rademacher, der an 25 Jahren in städtischen Dienste steht, wegen Unregelmäßigkeiten verhaftet.
bethen und g
Die Gieße
me auf obig Rullegin, zum Der Preis für
Buhl, 29
):( Neuenahr, 30. Juli. Der Zustand des im Kloster„ Mariahilf" schwer frank darniederliegenden Erl.„ Frf. bischofs Kardinal Fischer ist unverändert ernst. Denfabril gering Patient ist nach wie vor ohne Bewußtsein. Die Aerzung der haben ihn aufgegeben und erwa.ten sein Ableben stund vermutete lich. den Regier
::: Neumünster, 30. Juli. Heute nachmittataftliche fenterte infolge einer heftigen Windböe auf dem Einen hat deshe feldersee ein mit 12 Personen besetztes Segelboot. Sam Linz, 30 liche Personen fielen ins Wasser. Nur 3 Personen sin gerettet worden.
.
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::: Braunschweig. Der lang gesuchte 3igen nec Ernst Ebender ist verhaftet worden. Aus einem Zigeunerlager wurde die Polizei darauf aufmed sam gemacht, daß Ebender Samstag, den 27. Juli, einem Wirtshause zu Alshausen im Braunschweigisc einkehren werde. Einem Kriminalschutzmann, der unter die Gäste mischte, gelang es, den Körbe verla fenden Zigeuner zu verhaften und schnell unschädlich machen. Der Ueberraschte gestand, einer der gesuchte Brüder zu sein und an der Zigeunerschlacht im Kämmerzell teilgenommen zu haben, bestritt aber, de er geschossen habe. Ebender leugnet auch, den Aufen haltsort seiner Brüder Wilhelm und Hermann zu fennen
Dor
mit ihr in Sedan gesehen worden, wo fie tief ve schleiert Einkäufe machte. Sonst schließt er sie von alle Welt ab und sich dazu."
Waldemar fragte nicht weiter. Sein Argwohn, dal Desiree von ihrem Bruder gefangen gehalten werde war reger als je.
„ Ich werde bei Gelegenheit meines Befuches den Herrn wegen der Frankiireur- Angelegenheit erilli auf den Zahn fühlen," sprach er nach einer Bause.
" Dam feien Sie aber auf Ihrer Hut," riet da andere.„ Am besten wäre, Sie nahmen eine Patroui mit."
„ Gott bewahre, ich werde doch nicht mit Beded Freundschaftsbesuche machen." lachte Waldemar. Oba soll ich den Zwed metuer Visite anders nennen?" Er teilte dem neugewonnenen Freunde in fura Abrissen den wirtlichen Zwed feiner Reise mit und er in der Villa zu finden hoffe.
Dann gingen sie auseinander. Tyro! t begab in sein Hotel. Er hielt es für angezeigt, Olivier ni von seiner Absicht zu verständigen. Durch die Webc rumpelung hoffte er ihn einzuschüchtern und zum fenntnisse zu bringen. Nach einer unruhig vollbracht Nacht ließ er sich einen Wagen besorgen und fuhr anbrechendem Tage nach Bazailles, wo er gegen ne Uhr eintraf. Ein unbekannter stämmiger Diener nete auf sein heftiges Läuten das eiserne Tor am G teneingange, wehrte ihm aber das Nähertreten mit Behauptung, daß niemand anwesend sei. Allein S rolt war nicht der Mann, der sich eine Lüge abweli ließ. Mit einem Stoße schob er den Diener bei Ge rief seinem Kutscher, er möge eine halbe Stunde ihn warten und schritt dann unerschroden um Rondell der Veranda zu, welche, ohne Zeltbach und b verichneit, vor ihm lag und deren Stufen Fußspun acialen. ( ortfeßuna folat.)
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