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Ein neues Touristen- Dorado.

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Aus der alten rim.

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oder eine alte französische Kanadierin beim Spinnen beobachtet, überall bieten sich dem Auge neue Eindrücke.

an.

Das alpine Gebiet reiht sich würdig der schönen Schweiz Sechsunddreißig Stunden führt uns der kanadische Expreß durch das britisch- kolumbische Alpenland und offenbart uns Naturschönheiten, die wohl in dem 6000 Fuß über dem Meeresspiegel gelegenen Louisen- See ihren Kulminationspunkt erreichen. Ueber das ganze scheint ein wolkenloser blauer Himmel, denn der Wetter­gott scheint den Kanadiern gut ge= sinnt zu sein und bedenkt sie nur mit dem für die Wohl­fahrt des Landes unbedingt nötigen Regen. Dreiund­dreißig Meilen westlich von Banff liegt die Haupt­stadt des kanadi­schen Felsengebir­ges, Laggan. Hier verläßt man den Expreß der kana= dischen Pazifik= bahn und begibt sich auf einer wohl= gepflegten Chaus= see nach dem 2% Meilen entfernten Louisen- See, der für einen der schön­sten Punkte Kanadas gilt und wohl die Pièce de rési­stance der kanadischen Gebirgswelt bildet. Grünblau und rötlich schimmern seine Fluten und harmonieren so prächtig mit den ihn umgebenden rotbraunen Felsenmassen. Der See ist das reine Farbenwunder. Mit jeder Stunde, ganz wie die Sonne sinkt oder steigt, ändert er seine Farbe. Die Natur hat diese Gegend mit außergewöhnlichen Schönheiten bedacht. Die kana­dische Pazifikbahn hat unmittelbar am See und in­mitten des herr= lichen Waldes ein Hotel errichten lassen, das Kom­fort und Luxus in die Wildnis ver­pflanzt hat. Stun denlang kann man auf der Veranda

des ,, Lake Louise Chalet" figen, um die Farbensym phonien des Gees zu bewundern, des Sees, der auch den Namen ,, Lake in the clouds" führt. Ein mächtiger Eis­gletscher erhöht noch durch seine majestätische Pracht das Land­schaftsbild. Die Eismassen türmen sich aufeinander und verleihen dem Gesamtbilde einen geradezu überwäl­tigenden Anblick.

und eine bezaubernde blaugrüne Färbung zeigt. Aus diesem steinernen Eismeer ragt ein schwarzer Block hervor, über den die Lawinen donnernd ihren Weg zu nehmen pflegen. In­folge der flaren Luft rufen die verschiedenen Gletscher den Eindruck eines einzigen Eismeeres hervor. Hinter der schwarzen Felsmasse erhebt sich der schneebedeckte Mount Victoria in einer Höhe von fast 12000 Fuß. An den Victoria

Am Hafen in Montreal.

an=

schließen sich die Bergspitzen des Lefroy, Beehive, Whyte, Niblock, St. Piran, Castle Crags und dere Riesenfelsen an. Im Osten bringt eine meh­rere tausend Fuß hohe Felswand dieses imposante Gebirgsbild zum Abschluß.

Zu den land­schaftlichen Perlen des Felsengebirges gehört auch der Mirror- See, des= sen Wasser durch einen unterirdi­schen Kanal dem Louisen- See zuge=

führt wird. Das Wasser des Sees fällt oder steigt, wenn es in den Louisen fließt, schneller als es ab= fließen kann. Ein anderer See in den Wolken ist der Agnes- See, dessen Umgebung ganz hervorragende Natur­schönheiten offenbart. Wie Schildwachen erheben sich an seinen Ufern die erhabenen Berge Whyte und Niblock. Ihre unregelmäßigen Zaden und Krümmungen deuten auf frühere vulkanische Ausbrüche hin. Im Bergtal hat sich die Natur mit verschwenderischer Pracht breit gemacht. Vergiß­

Yonge Straße in Taronto,

Der See ist 5645 Fuß über dem Meeresspiegel gelegen, von allen Seiten von imposanten Felsen umgeben, und seine Umgebung strömt eine idyllische Ruhe aus. Eduard Whymper hat den See mit dem Deschinen- See in der Schweiz verglichen, erklärt ihn jedoch für pittoresker und malerischer gelegen. Der See ist ungefähr 1% Meilen lang, ½ Meile breit und über 200 Fuß tief. Hinter dem großen Eisgletscher beginnt das eigentlich Gletscherfeld, das sich bis zu einer Höhe von 500 Fuß erhebt

meinnicht, Wald­Anemonen, die ,, blauen Glocken des schottischen Hochlandes", Far­ren, die Braut­blume der Schwei­zer: das Edelweiß, und das Heide­frant, das den Deutschen an die ferne Heimat er= innert, blühen an allen Ecken und Enden. Das Tal bildet einen rei­zenden Alpengar­ten, über den die Bergriesen zu wachsen scheinen. Für eine Weltreise bietet der Weg durch Kanada eine günstige Gelegen= heit. Ein Bremer oder Hamburger Schiff führt den Touristen bis ans amerikanische oder tanadische Gestade, wo ihn der Ex­preß der kana­dischen Pazifik=

bahn aufnimmt, um ihn nach der andern Seite des großen Kontinents, nach Vancouver, zu führen. Dort liegen die großen Dampfer der Pazifit- Gesellschaft bereit, die den Fremden nach Japan und China bezw. nach Honolulu, Suva auf den Fidschi- Inseln und nach Australien und Neuseeland bringen.

Wer Seattle, Victoria, Nord- Britisch- Kolumbien oder Alaska besuchen will, dem bieten die Prinzeß- Dampfer der kanadischen Pazifik- Gesellschaft die beste Gelegenheit.

F. B.

Ferdinand I. in

jers Konstantinopel noch zwei echte Vertreter der Krimgoten gesehen und ge­sprochen und aus ihrem Munde eine ganze Anzahl Wörter und selbst kleine Säßchen aufgezeichnet, deren germanische bezw. gotische Lautbildung und Be­deutung außer allem 3weifel steht. Einige Wörter er­gänzen sogar das uns erhaltene Schriftgotisch des Wul­fila und sind neu als gotische Bildungen, so daß auch jeder gelehrte Betrug ausgeschlossen ist. Ebenso spricht für die Echtheit, daß einige persisch­chazarische und tatarische Anlehen, z. B. in den Zahlen, darin sind.

einer

jene schmutzig, sehen auf die Nogay mit Verachtung her­ab und werden selbst wieder als Abtrünnige betrachtet. Ihr Wuchs, ihre Haut- und Haarfarbe ist anders, es sollen Rothaarige vorkommen, die Stellung der Frau ist eine freie. Hier eröffnet sich ein Feld für ethnolo­gische Studien, für Sammlung von Sitten, Gebräuchen, Liedern u. s. w., die vielleicht noch Rückklänge aus der alten Gotenzeit enthalten. Jener paradiesische Erden­fleck der Krim muß jedem Besucher nur noch lockender und teurer werden, wenn er sieht, wie viel von germanischer Geschichte sich einst auf seinem Schauplatz abgespielt hat.

Und Deutsche gibt es auf demselben Boden ebenfalls wieder; es find die evangelischen Ge­meinden, meist aus Schwabenland und West­preußen, welche die Russen als Kolonisten in Südrußland, im Gouvernement Taurien, auf der Krim und auch nach Kleinasien angesetzt haben. Genau dort, wo ehedem Krimgoten und Tetrariten zu suchen waren, wo auch Wulfila geweilt haben wird, sizzen heute in reicher Zahl und blühend durch ihren Fleiß verstreute Dörfer von echt deutschem Zuschnitt; sie bilden in der ungeheuren Mannigfaltigkeit der russischen Bevölkerung eigene Inseln und Enklaven. So liegen 3. B. unweit der alten Gotenfeste Manfup zwischen Simferopol und Karassu Bajar mit ihrem echt tata­rischen Schmutz und Straßengewirr die deutschen Ko­lonien Neuſab, Friedental und Rosental, und der Bauer, der dort auf dem Stuhlwagen zum Markt fährt, hat das freundliche, treuherzige Gesicht, den blonden Haarschopf des deutschen Landmanns. So rinnt Vergangenheit und Gegenwart wie in einem Zauberringe zusammen.

Tscherkesse.

Die uralte Gotenfeste Mankup ist wohlbc= kannt; sie besteht als Manfup- oder als Mun­fup- Raleh noch heute und ist auf der Krim un­weit Simferopol eine angesehene Reliquie der Vorzeit. Aeltere Quellen schreiben sie auch Mangub, Mankut, italienisch Mancastro. Dies Kastell erscheint bereits in einem Briefe eines Chazarenfürsten aus dem Jahre 963, dann wird in der russischen Barchatnaja Kniga, die auf die Zeit des Joannowic Donskii( 1362 bis 1389) zurückgeht, ein Grieche genannt, der aus seiner Heimat( Kaffa) noch Rußland kam und Ahn edlen Familie wurde. 1474 hören wir genau, wie Mankup von den Türfen in ihre Gewalt gebracht wurde. Eine Flotte der= selben unter Wesir Achmed war bei dem Vorgebirge Posidinia erschienen, bombardierte Kaffa sechs Tage lang und bemächtigte sich des Umlandes, das den Goten ge­hörte und in dem Mankup von 300 Hirten auf das äußerste verteidigt wurde. In jenen Kämpfen mit den Türken ging auch der letzte eingeborene Gotenadel zu­grunde, und es ist beweglich, sein heldenmütiges Ende zu lesen. Ueber ein Jahrtausend, nachdem sonst überall un­sere begabtesten Vorfahren, die Goten, in Spa= nien, Italien usw. schon ver­blutet waren, hat es tatsäch­

lich auf der Krim also noch einen nachweis­baren Rest von ihnen mit goti­scher Sprache gegeben. Wel­chem deutschen Reisenden ist das vertraut? Und noch jetzt zeugen die Trümmer von Mankup bon ihm, die hoch oben wie ein hängendes Ad­lernest in die Felsen einge­flemmt find. Zuletzt waren sie von einigen

Innere und

Ein Wort noch über das vorhin erwähnte Ostgoten­reich. Kämpfe Zwistigkeiten unter dem grei­sen Herrscher, auch in dessen Familie, hatten den Fall wohl vorbereitet; siech von der Meuchelwunde royalanischer Bluträcher, soll er sich, um den Untergang sei­nes Reiches nicht zu über­leben, zuletzt in sein Schwert gestürzt haben, während seine Goten nun in ein Lehnsver­hältnis zu den Hunnenföni­gen, deren be­rühmtester die Gottesgeisel Attila wurde,

Kosakenkapelle bei einem festlichen Empfang.

jüdischen( faraitischen) Gerbern bewohnt, wurden aber nachher ganz verlassen. Es heißt auch, daß seinerzeit aus ihnen zwei Säulen mit fremd­artigen Inschriften fortgeschafft wurden und in Fürstlich Potemkim- Radziwillschen Hausbesitz kamen. Wo sind sie geblieben? und welcher Sprache gehören die Inschriften an? Sodann wird von allen Reisenden der Krim die auffallende Abweichung der Bergtataren, mit denen sich die Goten zuletzt vermischten, von allen übri­gen Tatarenstämmen der Steppe, den sogenannten No­gaytataren, hervorgehoben. Sie sind ebenso sauber wie

gerieten. Erst nach dessen Tode gelang es dem Ost­gotenführer Theoderich wieder, sein Volk unabhängig zu machen und auf italienischem Boden, es aus dem Osten fortführend, ihm ein neues mächtiges Reich in Ravenna zu gründen, dessen Schicksale aus dem Dahn­schen Roman: Der Kampf um Rom" dann weiter bekannt sind. Dagegen übersieht man selbst in ge­lehrten Kreisen die nordpontische Gotenherrschaft wäh­rend des 3. und 4. Jahrhunderts nach Christus, die und eine weittragende tief einschneidende war, oft mit einer erstaunlichen Oberflächlichkeit.