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Aus der alten Strim.

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Circassin.

DIOR

sehr

bemerkenswertes

Staatengebilde. Halb griechisch, halb barba­risch, war es eine mo­narchische Despotie, stand zuerst unter den Archae­anaktiden, dann unter Spartakos und seinen Nachfolgern, bis deren letter, von den Skythen bedrängt, seine Herr­schaft an den mächtigen König von Pontus Mithradates den Großen abgab. Als die Römer seit Pompejus zur Macht gelangten, blieb es in einem gewissen lockeren Abhängigkeitsverhältnis bis in die Stürme der Völkerwanderung hinein bestehen und hatte zuletzt eine merkwürdige Doppeldynastie mit den öfters wiederkehrenden Namen Pharnakes, Rheskuporis, Ko­ys, Thotorses, Sauromates, Ininthimesus u. s. w. Bald nach dem Tode Alexanders des Großen war die bospora­nische Flotte die mächtigste auf den Schwarzen Meere, sie schränkte den taurischen Seeraub ein, sie spielte auch während des Zerfalls des Römerreiches im 3. Jahr­hundert nach Christus noch eine besondere Rolle. Damals waren unsere germanischen Vorfahren, die Goten bis dahin ein seeanwohnendes Wald- und Bauernvolk des baltischen Meeres-, nach dem nordpontischen Gestade gezogen, wohin der deutsche Bernsteinhandel an der Weich­sel von uralter, wohl schon phönifischer Zeit her seine Kreise zog und ein vielbetre­tener Handelsweg nach dem weiteren Orient führte. Als das Gutthiuda, das Gothen­volf, in der Not um neue Wohnsitze wegen der Volks­vermehrung und gelockt von der schimmernden reichen Fer­ne von der Ostsee im 2. Jahr­hundert nach Christus ab­

lange geschichtliche Nachwirkung ausgegangen ist. Zu­nächst erhielt sich das alte gotische Bistum, das später mit dem von Theodosia- Kaffa vereint wurde, das ganze Mittelalter hindurch durch allen Wechsel der hunnischen, chazarischen, petschenegischen, byzantinischen, tatarischen, türkischen, russischen Herrschaft, die nacheinander über jene Gefilde wie der Zug des wilden Jägers dahin­brauste. Es erlosch erst Ende des 18. Jahrhunderts, als die Kaiserin Katharina II. das Bistum samt seinen Be­kennern von der Krim nach Mariupol am Asoroschen Meere verlegte. So wundersam ragen Fäden aus der germanischen Völkerwanderung bis in unsere Tage hin­ein. Aber sie reichen noch weiter, und wir stoßen dabei auf das uns am meisten fesselnde Kapitel, das hier leider nur in großen Strichen gezeichnet werden kann, obwohl seine Einzelheiten für jeden Deutschen hinreißende Züge tragen. Als nämlich die Hauptmasse der Goten vom Schwarzen Meere wieder fortzog, blieben gerade am Südrande der Krim und auf der asiatischen Halbinsel Taman gegenüber zwei kleine gotische Volkssplitter ſizen, die sogenannten Krimgoten und die Tetraxiten. Ihr Schicksal verdient die weiteste Beachtung und Be­wunderung. Sie saßen in sehr verschiedener Lage und Gegend, die Krimgoten als Gebirgler an den Abhängen

Kaukasus- Typen.

wanderte, drang es am Dnjepr entlang durch die sarmatischen Sümpfe und Steppen nach Süden und fand am Schwarzen Meer, das mit seiner Binnenlage, seinen Stürmen und Nebeln im Winter vielfach der hei­mischen Ostsee glich, das Ziel seiner Sehnsucht. Die üppige römisch- griechische Kultur dort und in Klein­asien erschloß sich ihm nun und wurde von ihm auf zahl­reichen fühnen Land- und Seezügen erobert. Mit der unermeßlichen Beute aus den römischen Provinzen und griechischen Kolonien kehrte es dann immer wieder in seine Landansiedelungen oben am Pontus zurück. erwuchs allmählich dort, besonders an der Krim und Maeotis, jenes großartige Ostgotenreich unter den Ama­lern, das zahlreiche andere Germanenstämme und Natur­völker unter seiner Oberherrschaft vereinte, das vom Pontus bis zur Ostsee, vom Don bis zur Theiß reichte und unter dem sagenverklärten Hermanrich seine Blüte aber auch sein tragisches Ende fand, als der Hunnenein­bruch 375 es mit seiner asiatischen Barbarei über den Haufen warf und nun eine zweite Völkerwanderung, die rückwärts von Osten flutete, erzeugte.

So

Diese Vorgänge und Tatsachen aus der Krim sind um so interessanter, als von ihnen gerade dort noch eine

des Zauagegebirges, tapfer, in Burgen und Festen unter einheimischem Fürstenadel zu­sammengeschlossen, tüchtige Weinbauern, dagegen die Tetraɣiten im fruchtbaren Schwemm: land des Kuban, das der letzte Ausläufer des Kaukasus ist, wie Marsch­bauern. Sie boten teils Aehn­lichkeit mit den Tirolern, teils mit den Dithmarsen. Aber freiheitsliebend, kühn, gewaltige Krieger, arbeits­sam, nebenher treue einfältige Christen waren beide. Da­für gibt es aus allen Jahr­unzweideutige hunderten Zeugnisse. Sonst hätten sie sich bei ihrer winzigen Zahl

sie stellten anfangs je 2-3000 Bewaffnete aus sich-- auch nicht so lange national und selbstständig bewahren fönnen. Die Tetraxiten ver­schwanden zuerst, ihr unge­schüßtes, offenes Land wurde ihnen verhängnisvoll; da­gegen haben sich die Goten in den Bergen der Krim bis in das 18. Jahrhundert hinein gehalten, zuletzt freilich vergriecht und tatarisiert. Immer taucht von diesem merkwürdigen Volksrecht durch die Jahrhunderte wieder eine Kunde auf, und immer wieder wird uns berichtet, daß es germanisch( germanice") gesprochen hätte. Na­mentlich die deutsche Gelehrtenwelt hat es nie vergessen und in der Reforma­tionszeit sich beson­ders lebhaft mit ihmt beschäftigt, wie Aeu­ßerungen von Me­lanchthon, dem be= fannten Schweizer Forscher Konrad von Geßner und von vie len andern noch deut­lich verraten. In dem 16. Jahrhundert hat der Gelehrte Braban­ter Angerius Ghis­lain de Busbecq als Gesandter des Kai­

Circassin.

Kaiser Wilhelm in

Bremen.

Der deutsche Kaiser traf fürzlich in Begleitung des Prinzen Heinrich und mit Gefolge in Auto­mobilen in Bremen ein und fuhr sofort vor dem Verwaltungsgebäude des Norddeutschen Lloyds vor, wo er von dem präsidierenden Bürger­meister Stadtländer, dem Präsi­denten des Aufsichtsrates des Nord­deutschen Lloyds, Konsul Achelis, und Direktor Heineken empfangen wurde.

Im Vestibül des imposanten Lloydgebäudes hatten die Mit­glieder des Aufsichtsrates und des Vorstandes, die Inspektoren und Kapitäne( siehe Bild) der Gesell­schaft Aufstellung genommen. Bei

Kaiser Wilhelm als Kinderfreund.

der Vorstellung der einzelnen Herren meldete sich Herr Hince, Mitinhaber der Deutschen Natio­nalbank, beim Kaiser als preußischer Generalkonsul für Bremen, worauf der Kaiser ihn in ein furzes Ge­spräch zog, Die übrigen Herren begrüßte der Kaiser durch Hand­schlag. Dann begab sich der Kaiser in Begleitung des Gefolges und der Herren vom Aufsichtsrat und Vorstand über die große Freitreppe in das erste Stockwerf, wo in der Vorhalle Fräulein Emmy Heineken dem Kaiser ein Rosenbukett über­reichte. In der Vorhalle erregte das Modell des Kaiser Friedrich­Denkmals sowie die vor furzem eingebrachten Mosaiken von Pro­fessor Prell die Aufmerksamkeit des Kaisers, der sich dann dem Arbeitszimmer des Direktors Hei­neken zuwandte, von dem aus er

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Aus aller Welt.

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Der Kaiser wird am Verwaltungsgebäude des Norddeutschen Lloyd begrüßt.

einen Ueberblick über den Betrieb innerhalb des Gebäudekomplexes nehmen konnte. Als der Kaiser hier am Fenster des Erkers erschien, brachten ihm die im Hofe ver­sammelten Arbeiter eine lebhafte Kundgebung dar. Im Versamm­lungssaal des Aufsichtsrates nahm der Kaiser dann einen ihm vom Lloyd gebotenen Willkommentrunk entgegen. Hierauf wurde die Fahrt zum altberühmten Ratskeller, der von Dichtern wie Hauff, Heine u. a. verherrlicht ist, fortgesetzt. Vor dent Keller wurden dem Kaiser Blumensträuße überreicht. Im Ratskeller hatte sich ein außer­ordentlich zahlreiches Publikum eingefunden.

Lloydkapitäne erwarten den Kalser.