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Die Einsame.

Die Einsame.

Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 pfg. monatlic verteljährlich 1,20 M., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Erscheint Mittwochs und Samstags. Rebattion: Selters­beg 83. Für Aufbewahrung oder Stücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantieri. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. S.

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Nr. 25.

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Telephon: Nr. 362.

Die neuen Webrvorlagen.

ind von der Norddeutschen" im Auszuge veröffentlicht worden. Den Löwenanteil an den Vorlagen hat die Armee davongetragen.

Die Vorschläge

der Heeresverwaltung bezwecken eine schnellere Durchführung und Ergänzung des Friedenspräsenzgesetzes von 1911 durch Aufstellung on zwei Feldartillerie- Regimentern bei den Divisionen 17 und 39, ferner von zwei neuen preußischen meekorps unter Verwendung der drei Divisionen beim 1. und 14. Armeekorps. Neu errichtet soll ferner wer­ilen eine siebente Armeeinspektion. Ueber die Zahl der zustellenden dritten Bataillone bei den sogenannten kleinen Infanterieregimentern ist dahin Entscheidung ge­offen, daß so viele Bataillone angefordert werden, als Für die normale Stärke der Armeekorps und für einige besondere Zwede notwendig sind. Es handelt sich um 114 Bataillone. Außerdem soll Sachsen ein Infan­thxieregiment aufstellen. Ferner rechnet der Entwurf mit enem weiteren Pionierbataillon, mit Ergänzungen un­rer Verkehrstruppen, mit Aufstellung einer Flieger= Anzahl von Infanterie- Bataillonen und Feldartillerie= abteilungen. An Kavallerie soll in Preußen als Folge der Bildung zweier neuer Armeekorps ein Kavallerie= Regiment zu fünf Schwadronen aufgestellt werden. Auch in Bayern ist eine Verstärkung der Kavallerie in Mussicht genommen. Bei jedem Infanterieregiment soll eine Maschinengewehrkompagnie eingerichtet werden. had alledem wird das Reich gegenüber dem Friedens­präsenzgesetz von 1911 die Friedensstärke des Heeres uin rund 29 000 Mann, ausschließlich Unteroffiziere, gleichen gu brmehren. Neben dieser Vermehrung der Zahl der dürften einst usgebildeten, ist gleichzeitig die Verbesserung der Offi­zustellenbesetzung im Kriege in Aussicht genommen. uckten, nach Endlich besteht die Absicht, gleichzeitig mit der Heeres= unde ersichtl burlage eine Erhöhung der Mannschaftslöhne vorzu­Justizrat Dr. colagen. er 1911 Die Vorschläge ind, in dene

uppe und mit Erhöhung des Etats bei einer großen

der Marineverwaltung ht haben, üb bezwecken die Schaffung eines dritten aktiven Geschwa­Erfolge aussp gnisse von ders durch Verwendung des vorhandenen Reserveflotten­erufsschichte hggschiffes und der Materialreserve sowie durch all­mihlichen Neubau von drei Linienschiffen und zwei daß- was sen Zeugnisse einen Kreuzern und Mehrindiensthaltung von drei angegeben nienschiffen, drei großen und drei kleinen Kreuzern. Ferner ist eine Vermehrung der Unterseeboote und die eises bedarf Beschaffung einiger Luftschiffe in Aussicht genommen. ren Angabe icht übertrete Unterseeboote, welche zurzeit noch ohne Organisation

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Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias. ( Nachdruck verboten.)

Seiße Tränen fielen auf Waldemars Antlib. Aber Re enveckten den Besinnungslosen nicht. Sein Blick ward starr und starrer, die Farbe des Antlitzes fahl, und beri Puls, den Neumann in seiner Hand hielt, zum Aus­löschen schwach. Ein gequälter Seufzer entfloh seinen blutigen Lippen. Der getreue Neumann brach mit slich solche einem Jammerruf über seinen schändlich gemordeten n gebracht Herren zusammen.

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bis die Grati

e noch!

Berlin

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XI

Carte elter Artillerie, und sandten ihre verderbenbringenden

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Das fast Unglaubliche war geschehen. Die Schlinge, in der sich das französische Heer fangen sollte, war fest zugezegen. Nachdem der preußische Kronprinz den Bald von Garenne in weitent Bogen mit seiner Armee ummangen hatte, war auch der lezte Ausweg nach Nor­dem abgeschnitten. Auf der Hügelkette bei Jlly standen zwa hundert deutsche Geschüße, sozusagen fünf Kilome­Beffhoffe in die unglückliche Stadt. Nachdem die preu­Bische Armee St. Menges, Fleigneux und Sertfontaine mitt unwiderstehlicher Tapferkeit besetzt hatte und die Ar­Berlin Hillerie dem Calvair gegenüber aufgefahren war, schlu­gem thre Geschosse schon in die Gebäude Sedans ein, wärend zu allen Toren die Flüchtlinge in wahnsinnt­ger Angst, Menschen und Tiere in unauflösbarem näuct hineir strömten. Jede Schranke war gefallen, leder Standesunterschied verwischt. Die fortdauernden

isher

Stenlos en Berufte an Blut und Menschenleben, das unaufhörliche

Zuidweichen, die Kopflosigkeit und die allmählich zu Tage tretende Feighett der Borgesetzten hatten dem Sol­baten jeden Glauben an die Möglichkeit einer Befreiung aus den Klauen des unerbittlichen Feindes geraubt. Run das eigene Leben zu retten, war das Besireben. Mit der Waffe, wenn er sie nicht ans Angst von sich ge

Samstags liegt für die Stadtabonnenten der

3llustrierte Wochen- Anzeiger

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Expedition: Seltersweg 83.

Mittwoch, den 27. März 1912.

sind, sollen bezüglich der Personalbesetzung nach Art der Torpedoboote organisiert werden. Der Mehrbedarf an Personal macht eine Verstärkung der jährlichen Perso­nalvermehrung des Flottengesetzes bis zum Jahre 1920 um durchschnittlich 75 Seeoffiziere, Marineingenieure, Aerzte und Zahlmeister und 1600 Mann notwendig. Die Gesamtkosten

für diese Verstärkung des Heeres und der Flotte stellen sich für 1912 auf 97 Millionen Mark, für 1913, in welchem Jahre der höchste Kostenbetrag erreicht wird, auf rund 127 Millionen Mark, für 1914 auf rund 114 Millionen Mark. Der Anteil der Flotte beträgt 1912 rund 15 Millionen Mark, 1913 rund 28 Millionen Mk., 1914 rund 38 Millionen Mark und erreicht im Jahre 1916 seine Höchstsumme mit 43 Millionen Mark.

Mit dem Etat

Reichstag.

Reichsamtes des Innern wurde

am Freitag Kehraus gemacht. Er nahm allerdings noch mehr Zeit in Anspruch, als vorgesehen worden war, da sich, wie schon telegraphisch gemeldet, noa) über ver­

( Bickener Tageblatt)

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Telephon: Nr. 362. 24. Jahrg.

Politische Rundschau.

Deutschland.

Der Zentralvorstand der nationallibera­len Partei versammelte sich am Sonntag zu einer konstituierenden Sizung, die nach dem B. T." mit einer empfindlichen Niederlage für den linken Flügel der Par­tei endete. Bassermann wurde zwar zum Vorsitzenden wiedergewählt, aber bei der Abstimmung wurden nicht weniger als 30 unbeschriebene Bettel abgegeben. Bei der Wahl zum geschäftsführenden Ausschuß unterlag der Abgeordnete Stresemann. Von 112 abgegebenen Stim­men waren nur 39 für ihn. In längeren Ausführun­gen über die gegenwärtige Situation schilderte Basser­mann eingehend die Vorgänge in der Fraktion und be­mühte sich, den Zwist in der Partei abzulenken.

Parteitage der Volkspartei. Der stark besuchte rheinische Parteitag der fortschrittlichen Volks= partei wählte an Stelle des eine Wiederwahl ablehnen­den Professors Schloßmann den Abgeordneten Dr. Pott­hoff mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden. Der Par­teitag stimmte dem Verhalten der Zentralleitung bei den Reichstagswahlen zu. Der Parteitag der fortschritt­und der Fraktion der Volkspartei im Reichstage Zu­stimmung und Anerkennung für die klare und zielbe= wußte Tätigkeit im Wahlkampf zum Reichstag aus.

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Schiedene Fragen längere Debatten entspannen. Nachdem lichen Volkspartei in Bayern sprach der Parteileitung

das Ordinarium erledigt war, erfolgten die einmaligen Ausgaben, die im allgemeinen in flotterem Tempo be­handelt wurden. Nur über zwei soziale Probleme kam es noch zu etwas längeren Auseinandersetzungen. Das erste war die Frage der Säuglingsfürsorge, die u. a. dem fortschrittlichen Pastor Heyn Gelegenheit gab, seine Erstlingsrede zu halten. Viel neues wurde bei dieser Debatte naturgemäß nicht zu Tage gefördert und das gleiche galt von der Wohnungsfrage.

er=

Nachdem das Haus am Sonnabend sämtliche Wohnungsresolutionen an eine Kommission verwiesen und damit den Etat des Reichsamts des Innern ledigt hatte, begann es mit der Beratung des Postetats. Abg. 3ubeil( S03.) fündigte eine lange Rede an, worauf große Unruhe eintrat, da die Sitzung schon 4 Stunden gedauert hatte. Es sei eine große politische Dummheit der Postverwaltung, daß sie ihre Beamten nicht genügend bezahlt. Tausende und Abertausende von Briefträgern blickten hoffnungsvoll auf den Reichstag. Raubbau werde getrieben mit den Unterbeamten. Der Redner trug mehrere Stunden lang sein Material vor. Solange der jetzige Staatssekretär am Ruder ist, werde da es nicht besser werden. Als der Redner sagte, brauchten die Unterbeamten nicht nach jeder Richtung hin ihren Eid zu halten, erhielt er einen Ordnungsruf. Das Haus vertagte sich darauf auf Dienstag.

worfen, machte er sich Platz. Der Gemeine warf den Of= fizier bei Seite, wenn sich dieser ihm in den Weg stellte. Der Offizier kletterte über die Köpfe der Soldaten, um auf die Wälle, hinter die Pallisaden zu gelangen, wenn sich der Menschenstrom vor den Toren staute.

Pferde und Rinder, Kleinvich und Wagen aller Art, Reiter und Fußvolk aller Regimenter, braune, schwarze und weiße Menschen, Verwundete und Gesunde streb­ten zugleich den Toren zu und füllten die Stadt in wirrem Durcheinander, Schutz suchend vor den Geschos­sen, die anfangs spärlich, aber allmählich dichter etn= schlugen, verwüstend, zündend, vernichtend und Trüm­mer zurücklassend. Ein undurchdringlicher Qualm la­gerte auf dem Gefilde und den Abhängen, der Rauch eines großen, alles zerstörenden Brandes. Und schon stiegen aus den Magazinen der Stadt, den Kasernen, den Citadellen schwarze Wolken auf. Allgemach schof­sen die Belagerer die Stadt in Brand, überall schlugen die zum Himmel empor. hoff S

In der Rue d'Espagne lag ein Haus, welches durch

eine hohe Mauer und einen kleinen Vorgarten von der lärmenden Straße getrennt war. Dieses Anwesen ge­hörte Herrn Jules Prevendaux, welcher selbst auf der Place de la Mer wohnte. Seine Baptistere, wie er das alte Gebäude in der Rue d'Espagne nannte, hatte er feinem Freunde Bourlier eingeräumt, der beim Vor­dringen der Deutschen nach der Stadt gekommen war, und dort mit seiner Familie Wohnung genommen hatte. Der Fabrikant saß sorgenvoll am Fenster des Par­terrezimmers, indes Herr Prevendaux erregt auf- und abschritt.

Klagen Sie, Freund," sprach er, vor dem Trost­lofen stehen bleibend. Wir sind verraten, verkauft, an Herrn von Bismard wie eine Ware verhandelt wor­den. Das ist das Schimpfliche an der Sache. Nicht dte Verluste, die Schmach der Niederlagen, die Einbußen am Volkswohlstand. ber Berrat allein tit es."

Ablehnung der Junggesellensteuer in Preußen. Die Steuerkommission des preußischen Abgeordnetenhauses hat einen nationalliberalen Antrag auf Einführung einer Junggesellensteuer, die mit einem Einkommen von 3000 Mt. beginnen und zu dem bis­herigen Steuersatz einen Zuschlag von 10 Proz. einfüh­ren will, abgelehnt. Ebenso wurde auch die Steuer- freiheit der verheirateten Personen unter 1050 Mt. Ein­kommen abgelehnt.

wo er

Ein Osterbesuch des Kanzlers auf Korfu. Nach der Köln. 3tg." wird der Reichstanz­ler der Einladung des Kaisers, ihn während seines Auf­enthalts in Korfu dort zu besuchen, nachkommen und die Ostertage zu einer Reise nach Korfu und zu einem kur­zen Aufenthalt auf dem Archilleion benutzen, einige Tage als Gast des Kaisers weilen wird. Mit irgendwelchen politischen Dingen hat diese Reise nichts zu tun. Prinz Heinrich Kommandant der Hochseeflotte? Aus Seeoffizierkreisen verlautet, daß Prinz Heinrich von Preußen wahrscheinlich wieder in den aktiven Frontdienst treten wird. Ihm soll zum Herbst das Kommando der nun nach der Flottennovelle aus drei Geschwadern bestehenden Hochseeflotte über­tragen werden.

Sprechen Sie nicht so", fuhr Bourlier auf, die Hände verzweifelnd in den Schoß legend. Die Un­fähigkeit unserer Generalität hat Frankreich an den Ab­grund des Verfalls gebracht.... O mein schönes Va­terland, was ist aus dir geworden! Eine ungeheure Brandstätte, ein grenzenloses Leichenfeld, ein Friedhof, auf dem die Blüte unserer Jugend modert, soweit ste nicht in den Festungen der Prussiens Bagnoqualen er­duldet. Und wem verdanken wir alles?"

In erster Linie der Leichtfertigkeit des Mannes, der sich Kaiser der Franzosen nennt. Fluch dem Toren, der den Streit vom Zaune brach!"

" Der Prügelfnabe der Nation", lachte Bourlier bits ter. Hören Ste, wie das Volk auf den Gassen Neder mit Napoleon, nieder mit Badinguet! schreit?"

Auch er verriet uns", beharrte Herr Prevenbaug mit der ihm eigentümlichen Zähigkett. Vielleicht tat er es ums Geld, vielleicht auch um seinen wackelnden Thron zu stüßen und dic rostenden Flitter seiner Kro­ne mit neuem Glanze aufzupuzen."

" Ja, ja, Sie haben Recht, sagte Bourlier nachden­tend. Er trägt die ganze Schuld, er allein. Wie stolz zog er zum leichten Stege, den er mit übertriebener Ne­flame in die Welt hinausposaunen ließ; wie prahlte er nach dem Putsch von Saarbrücken; wie gebrochen sieht er heute aus! Gelb, frankhaft, in sich zusammengebro­chen hing er auf seinem Gaul, als er gestern über die Esplanade ritt. Nur mit Widerwillen konnte ich ihn betrachten. Ich wußte, daß alles verloren set."

" Was ist verloren? Vergessen Sie nicht, daß Ge­neral Wimpffen angelangt ist", unterbrach ihn Preven daur, den Kopf in den Nacken werfend. Dieser Mar­schall ist der einzige ehrliche Offizier Frankreichs. Er ist nicht bestochen; er wird das Vaterland retten. Unter uns gefagt, er soll zum Stellvertreter Mac Mahons be immt fein, falls diesem etwas paffteren sollte."

( Fortsegung folgt.)