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CARAG
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In Aegypten.
lustiges Treiben in allen Straßen Kairos! Die Frauen, auch bornehmere Damen in seidenen Tobs darunter, haben, was sie sonst für die Straße nicht tun, Buzz und Schmud ange= legt. An den frischen Farben sieht man, daß es vielfach frisch unter der Schneidernadel hervorgeholte Kleider sind. In der Esbekije, dem großen prächtigen Part inmitten der Stadt, hat ein junges Fellachenmädchen, das Balmenzweige berkauft, wie sie in diesen Freudentagen gern mit auf die Kirchhöfe genommen werden, einen jungen Araber fast in ihre blanken Arme geschlossen, die glänzen wie neuge gossene Bronze, und fleht ihn nnter dem beschattenden Baum mit mehr Neckerei als kaufmännischer Liebenswürdigkeit an, ihr doch den ganzen Busch abzukaufen. Der Käufer weiß noch nicht, ob er ein ärgerliches oder freundliches Gesicht machen soll und schaut mit einer gewissen Ge haltenheit in das hübsche, gänzlich unverschleierte Gesicht der Gifrigen, und dann scheinen beide
alles
von Wasserträgern, die ihren Orangensaft verschütten flutet gegen die verfahrenen Karren an, wo die beiden Führer mit hochroten Gesichtern echt arabische obszöne Grobheiten in stroßzender Fülle zum besten geben. Ganz unglücklich sitzt eine vornehme Dame mit ihrem Diener mitten in diesem Knäuel. Die schönen mandelförmig geschnittenen Augen mit
Straßenszene in Kairo.
in leiserem Getuschel offenbar über den sehr hohen Preis des ganzen Balmbüschels zu verhandeln. Aehnlichen Szenen in allen Variationen kann man in diesen Tagen der Ausge lassenheit, die man mit unserem Karneval vergleicht, selbst anf den Friedhöfen, wie dem beim Bab- en- Nasr, begegnen. Nur sind es dort meist kleine Fellachenmädchen, die Palmen wedel verkaufen.
Bei den Basaren in der erdrückenden Enge der von einem höllischen Spettafel erfüll ten Gäßchen, wo auf jeder Handspanne breit ein Laden, eine neue Verkaufsbude
sich auftut, haben sich auch noch einige fliegende Garküchen und Zuckerbäder eingenistet. In ewigem Wortgefecht liegen sie freilich mit ihren Nachbarn, denen sse unter höchst dramatischem Gebärden und
Mienenspiel Schimpfworte an den Turban schleudern, die ein Europäer schlecht wiederholen kann. Süße seltsame Gerüche schwirren durch das entsetzliche Getümmel, das
den gefärbten Lidern schweifen hilfeflehend aus der Larbe neben der stark vergoldeten, mit feinen Bijelierungen überrieselten, auf der Nase ruhenden Arbasseh hervor und treffen auf einen im seidenen Burnus hoch auf teppichüber
hangenem Kamel thronenden ägypt'schen Würdenträger, der der Verzweifelten nur mit einem malitiösen Lächeln die unglückselige Lage ein wenig erträglicher machen kann.
Neben meinem Ejel, der wegen dieser hier im Wcuski zu den täglichen Vorfommnissen gehörigen Verkehrsstockung von seinem galligen Treiber eine ausgiebige Bastonade abbekommt, quetscht sich trotz der erstickenden Enge doch noch ein Mensch herum, der Schuhe, Tücher, Bänder, Gebetsteppiche, Hosen, bunte Töpfe, japanische Korbbasen, Bilderrahmen, überhaupt halb Kairo auf seinen Schultern und Armen schleppt. Dieser unermüdliche, wie eine Schlange sich durchwindende Dallal, der Auktionator, der auch für kleine Geschäfte gewisse Artikel verkauft, schreit immerfort das letzte Angebot aus, das ihm gemacht wurde. Bald kündet er es den Bietern in der Mitte der Gasse, bald
Willkommen in Assuan.
die schmalen Gassen erfüllt, in denen an einigen Stellen die Bergitterungen der Fenster in den oberen Stockwerken fast aneinanderstoßen. Zwei Karren, die nebeneinander vorbei wollten, haben sich ineinander verfahren und die ganze nachdrängende Masse von brüllenden Kamelen, von Wagen, Eseln, von kreischenden Weibern, die nackte, sonnverbrannte braune Kinder quer über der Schulter tragen, von schimpfenden Kleiderhändlern, die mit ihren Kästen ins Gedränge kommen,
denen am Ende
der Gasse an. Es ist nicht be= greiflich, wie dieser gewandte Geschäftsmann, der um ein viertel Piaster die ganze Gasse hinunterrennt, noch aus dem Tumult die einzelnen Stim men der teilweise nur zu ihrem Vergnigen, aus einer Lust am gegenseitigen Auftreiben Bietenden
heraushören fann. Im Basar der Schuhmacher erstehe ich ein paar schöne rote türkische Schuhe, bei Parvis einen aus geschnitten zarten Holzblätt chen sich zusam menfügenden Fächer. Wo an= ders will ich noch
ein rotes Turbantuch kaufen. Aber der breitspurige, nur in einem überlegenen Ton, als sei es eine Gnade, wenn ich das Tuch überhaupt erhalte, sprechende wohlbeleibte Händler mit seinem ewig hin und her geworfenen Fes auf dem Kahlkopf will mir einen ganz unerhörten Preis andrehen. Auf meine Widerrede zieht er seine kohlschwarzen Braunen hoch empor und ruft den Barbier herüber, der nebenan einem alten Türken den Kopf wäscht.
1. Blick auf den Square.
2. Jm Janern der Moschee El- Djedid
3. Araberinnen bei der Ruskus- Bereitung.
Algier.
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Bilder aus Algier. D
4. Junge Arabesinnen.
5. Abmiralitätspalaft.
6. Kasbah Thor.
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