Der Räuber.
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diesem Verzicht auf Gliederung und Ornament. Und
der gelbbraune Anstrich hebt diesen Charakter noch mehr hervor. Königswillen, der Willen des Königs eines starken und sturren Volkes, hat hier seine Form gewonnen, eine Form, die prachtroll zu dem rauhen Ton der Natur ringsum paßt. Als ein ganz eigenes Werk stellt sich dieses Schloß neben die berühmtesten der Epoche.
Man sieht die schönsten Bauten von Kopenhagen an, ohne viel nach ihren Schöpfern zu fragen. Hier fühlt man gleich eine der großen schöpferischen Naturen der Kunstgeschichte, die man kennen will. Und Nicodemus Tessin tritt für uns als Gleichbürtiger neben unsern Schlüter. Dies, cmpfindet man, ist der Stil, in dem diese Stadt gebant werden mußte, um alle Möglichkeiten ihrer außerordentlichen Lage zu erschöpfen. Und alles, was man sonst von Schlössern, Land- und Stadthäusern von ihm sieht, bestätigt dieses Gefühl. Aber keiner nach ihm ist dem illustren Führer gefolgt, ebensowenig wie man in Berlin Schlüter gefolgt ist.
Der Blick ist nicht auf diese unmittelbare Nachbarschaft beschränkt. Die Lage Stockholms, die Wasserläufe und die Hügel bringen es mit sich, daß man weite Perspektiven hat, und daß Bauten, die in erheblichen Entfernungen stehen, dennoch in dem Stadtbilde, das sich an der Nordbrücke und in ihrer Nähe eröffnet, mitsprechen. Wenn man wenige Echritte links um das Schloß herumgeht, an dem hier in einen Garten verwandelten Vorhof vorüber, so steht man auf der Skeppsbro, der Schifferbrücke, dem belebtesten Kai der Stadt, dessen lautes Hafentreiben in der unmittelbaren Nähe des feierlich hohen Schlosses um so stärker wirkt. Der Blick von hier aus ergänzt den Blick von der Norrbro.
Geradeaus sieht man auf steilem grauem Felsen Södermalm mit seinen Reihen großer Miietshäuser und der schönen Kuppel der Katharinenkirche aus der Saltjö aufragen, links, jenseits. schmäleren Wassers, das grüne Skeppsholm, über dessen Baum= wipfeln das Kastell grüßt, mehr links das neue Nordische Museum mit seinen zierlichen Giebeln, das drüben im frischen Djurgard liegt, und ihm gegenüber die imposanten Häuserblocks der neugebauten Strandväg. Hier werden Lage und Leben der Stadt unmittelbar deutlich.
Stockholm zeichnet sich durch seine ausgezeichnete Telephonverbindung aus. Dank einer wohltätigen Konkurrenz zwischen der„ Almänna" und dem königlichen Rikstelefon era freuen sich die Bewohner der schwedischen Hauptstadt einer Fernsprechverbindung, die den um so vieles schlechter gestellten Berliner ,, Teilnehmer" mit Neid erfüllen muß. Es gibt aber auch kaum eine Wohnung, sicherlich keinen Laden in Stocks holm, wo nicht Apparate beider Linien vorhanden wären. Unsere Marktfrauen würden sicherlich vor Erstaunen ihre Redseligkeit einbüßen, wenn sie ihre Stockholmer Genossinnent. sehen würden, die auch auf ihrem Stand sich des Telephons. bedienen.
Die Zahl der Telephone wird womöglich noch übertroffen durch die der Fischer. Dicht besät sind die zahlreichen Uferstraßen und Brücken Stockholms mit fischenden Einwohnern. Besonders die Schuljugend stellt ein starkes Kontingent, aber auch die zahlreiche Arbeiterbevölkerung holt ihr tägliches Abendbrot aus den vielen Wasserstraßen der Stadt. Von den übrigen Sehenswürdigkeiten der wunderbaren Stadt braucht nicht gesprochen zu werden, denn Stockholms Schöns heiten bedürfen des„ Entdeckers" nicht mehr.
Der Räuber.
Mitten im Dorfe befand sich der Manufakturwarenladen des Herrn Tuse, und wenn der Laden auch klein war, so war er doch der größte im Dorfe.
In eine Berechnung vert eft, saß Herr Duse an einem Sommertage über seinem Hauptbuch im Laden, in welchem sich nur der Kommis befand, Herr Spitz, der vor dem Ladentisch stand und Knöpfe sortierte. Der Lehrling war zum Essen gegangen.
Bums! Bums!
,, Aber, Herr Spitz, was soll das heißen?"
" Ich schlage nur die Fliegen tot, Herr Duse, die Biester sind jetzt gar nicht zu ertragen. Uebrigens, da ich einmal ihre Aufmerksamkeit erregt habe, dürfte ich mir eine Frage
erlauben?"
Da wird gewiß nichts gescheidtes herauskommen. Ich kann mich wenigstens nicht erinnern, von Ihnen je etwas..."
„ Erlauben Sie, Herr Duse, wenn Sie sich nicht erinnern fönnen, so liegt das an Ihrer weltbekannten großen Zerstrentheit und Vergeßlichkeit."
Lassen Sie mich mit meiner Vergeßlichkeit in Ruhe", rief Herr Duse ärgerlich, während er hei sich dachte: Darüber höre ich schon von allen Seiten genug!
„ Um nun zur Sache zu kommen, Herr Duse, so darf ich wohl als bekannt voraussetzen, daß ich Ihr Fräulein Tochter liebe."
" Dummheit!"
" Nein, im Ernst, Fräulein Lottchen ist das schönste weibliche Wesen, das ich je gesehen habe, und da sie auch mir geneigt ist, so habe ich die Ehre, um Fräulein Lottchens Hand zu bitten."
,, Herr, Sie sind unverschämt."
" Mag sein, das liegt in meiner Familie. Jedoch wäre mir eine direkte Antwort erwünscht."
" Was Ihnen erwünscht ist, darum schere ich mich den Kuckuck."
„ Ich glaubte", seufzte der Kommis,„ da Sie mich stets als tüchtige Kraft geschäzt haben, würden Sie über meinen Antrag Vergnügen empfinden."
„ Wenn ich solche dumme Liebesgeschichten hören und sehen will, wo einer, der nichts ist und nichts hat, gern in ein Geschäft hineinheiraten möchte, und wo die Eltern sagen: Nur zu, da habt ihr unsern Segen zu solchem Unsinn jahre ich in die Stadt und gehe ins Theater. Und um überhaupt auf ein vernünftiges Thema zu kommen, morgen muß ich in die Stadt, um neue Stoffe zu bestellen. Schneiden
Sie also Proben von den Reſten der gangbarsten Baums wollstoffe ab und packen Sie mir das zusammen."
Am andern Tage stand Herr Duse reisefertig im Laden. Er wollte gerade hinaus, dem Bahnhofe zugehen, als er sich noch besann.
Ich habe von meiner Tochter noch nicht Abschied genommen. 1. Rufen Sie sie her", wandte er sich an den Lehrling.
„ Aber wollen Sie sich denn wirklich selbst bemühen?" rief der Kommis." Ich könnte ja den Abschiedsgruß überbringen."
„ Lassen Sie Ihre Possen, Herr Spitz. Ich rate Ihnen überhaupt, tun Sie, als ob meine Tochter für Sie nicht existiere, sonst würden wir bald uns trennen müssen."
Das hübsche Lottchen erschien im Laden und der Vater zog es vor die Türe, um mit ihm im Flüstertone eine kleine Unterredung zu führen, bei welcher das Mädchen mehrmals errötete und scheue Seitenblicke in den L.den warf.
Die Warnungen des Herrn Duse waren leider in den Wind gesprochen, denn kaum war Lottchen in den Laden zurückgekehrt und Herr Duse um die nächste Ecke verschwunden, als Herr Spitz hastig zum Lehrling sagte:
" Friz, gehen Sie doch mal hinaus auf die Wiese zum Schäfer und fragen Sie ihn, was heute Abend für Wetter sein wird."
Der Lehrling trollte vergnügt von dannen, da er den Aufenthalt auf der Wiese dem in dem dumpfen Laden vorzog. Herr Spitz aber verwickelte Lottchen in eine tiefsinnige Unterredung.
Um auf den Bahnhof zu gelangen mußte man vom Laden aus das Dorf entlang und dann eine Strecke durch dichten Wald gehen. Am Waldeingang stand ein Wirtshaus. und in dieses beschloß Herr Duse, von Durst und Hitze ge plagt, einzutreten, um sich an einem Glase Bier zu erfrischen. Der Wirt brachte das Getränk in die Honoratiorenstube, in welcher bereits eine Person Platz genommen hatte, nämlich Herr Abel, der Konkurrent Duses. Der letztere, im Bewußt sein seiner Ueberlegenheit, nahm keine Notiz von dem Ge schäftsfeinde. Herr Abel aber ergriff sein Glas mit Aplomb, ging hinaus und setzte sich auf die Veranda. Jedoch vergaß er sein Portemonnaie, das er auf dem Honoratiorentische liegen ließ.
Als Duse sein Bier ausgetrunken hatte, warf er die Reisetasche um die Schulter und schritt den Waldweg hinab.
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1. Königliches Opernhaus.
2. Linné: Denkmal.
3. Die Königliche Opernsängerin Nelly Markett.
5
Die Kunst in Stockholm.
4. Berzelius: Denkmal.
5. Königliches Schauspielhaus.
3
BERZELIUS
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Die Kunst in Stockholm.
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