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Zum höchsten Norden.

Einzelheiten, den blau und grün schillernden Gletschern, den blendenden Schnee- und Firnfeldern, den ver­schneiten Graten und zackigen Spißen. Wie nirgends sonst beschleicht den Menschen an diesen weltfernen Gestaden ein Gefühl der Einsamkeit. Während der Tage, die wir auf Spißbergen weilten, besuchten wir die interessantesten Punkte des Landes: die Sassen-, Tempel-, Groß- und Kingsbai mit ihren Gletschern, die Walfischstation Green- Harbour und die malerischen Vogelsanginseln. Das größte Ereignis aber war die Fahrt zum ewigen Eise. Bald kamen die ersten Eisschollen in Sicht, seltsame Gebilde von den ver­schiedenartigsten Formen, die phantastischen Tier­gestalten, Segelschiffen, Burgruinen usw. glichen. Die größten Eisblöcke zeigten eine Höhe von etwa 6 m. Ein weißer Schein am Meeresrande zeigte uns endlich die Nähe des festen Polareises an, das wir bei 80,7 Grad erreichten. Auch die Rückfahrt brachte uns noch eine Fülle unvergeßlicher Eindrücke. Wir gewahren die gewaltigen Eismassen des Gletschers Svartisen und Molde. Wir passierten die prachtvolle Berg­gruppe der 7 Schwestern und die phantastischen Zacken und Spitzen der Threnen und überschritten den Polar­freis bei der seltsam gestalteten Insel Hestmandö, von der die Sage erzählt, daß es Wodan sei, der zu Stein gewordene Göttervater, der mit flatterndem Mantel dahinreitet. Von dem eigenartigen Charakter der Schärenlandschaft, die wir nun tagelang durchfuhren, fann sich derjenige, welcher sie nie gesehen, schwer einen Begriff machen. Es ist ein wildes Gewirr großer und kleiner Felseninseln, vom grauen, den Wasserspiegel faum überragenden Felsblock an bis zu den zackigen, wildzerrissenen, schneebedeckten Hochgebirgskämmen. Meist ist den Felsenfolossen freundliches, grünes Gelände vorgelagert, auf dem Blumen blühen und niedrige Birken gedeihen; häufig aber stürzen die düstern Wände schroff ins Meer ab. Zahllose Wasserfälle hängen wie Silberbänder von den Bergen herunter und erfüllen die Luft mit ihrem Rauschen. Dann wieder herrscht stundenlang feierliche Stille ringsumher, die nur bis­weilen durch das Geschrei der Möwen unterbrochen wird, welche beutegierig dem Schiffe folgen. Wie in einem Wandelpanorama ziehen Tausende von Inseln an uns vorüber, von denen jede anders geformt ist und

Norwegische Kirche.

Die alte Stavekirche in Borgund( das besterhaltene Beispiel alter norwegischer Holzkirchen im Stavestil)..

Der Mesnafossen- Fall bei Lillehammer.

keine der andern gleicht. Immer wieder tauchen am Horizont mattblaue Bergesspißen auf, zauberhaft ver­schwimmende Gebilde, von unendlich weichem, silber­weißem Licht umflutet. Die Farben im hohen Norden haben etwas unbeschreiblich Zartes, Durchsichtiges, Ge­dämpftes, ich möchte sagen Traumhaftes, Sehnsüchtiges. Bisweilen verschwinden die Berge ganz und vor den entzückten Augen liegt der Atlantische zean.

Nachdem wir uns in Tromsö einige Zeit auf­gehalten hatten, durchfuhren wir eine der wundervollsten Gegenden des Nordens, den unvergleichlich schönen Lyngenfjord, und warfen vor Lyngseidet Anker, wo ein Lappenlager besichtigt wurde. Der an einem grünen Abhang gelegene, von hohen, teils bewaldeten Bergen umgebene Ort mit seiner weißen Kirche mutet wie ein schweizerisches Gebirgsdorf an. Alle waren erstaunt, plöglich wieder eine derartig üppige Vegetation zu finden. Diese verdankt Lyngseidet einzig seiner ge­schützten Lage. Nachdem wir den Lehmhütten der Lappen einen Besuch abgestattet und allerlei Gegen­stände, wie Rentierfälle, geschnigte Löffel, Messer usw.. eingehandelt hatten, gingen wir aufs Schiff zurück.

Es folgte Naes, Die, Hellesylt und Mark, sowie Balholmen, Gudrangen und last not least das reizend gelegene Bergen. Dann zurück nach Bremerhaven und Bremen.

Fisch, Vogel und Mensch, diese Dreieinigkeit des Lebens im Nordlande, findet sich überall wieder vereint. Der Fisch ist die Quelle alles Lebens. Wo seine Bänke sich befinden, sammln sich die Vögel zu Zehntausenden oder Hunderttausenden an, und den Vögeln folgt der Mensch. In Ansiedlungen, wenn es die Küstenbildung gestattet, oder als Gast. Aber die Vogelschaaren sind für ihn die Wegweiser zu den Fischbänken. In den Inseln und Küstenstellen im freien Meere, wo eine

Das lustige Stopenhagen.

kann dieser herrliche Garten als einzig in seiner Art bezeichnet werden, nicht am wenigsten deshalb, weil er- was man in von allen Ständen besucht wird teiner andern Stadt findet und alle möglichen Vergnügungen für den niedrigen Eintritts= preis von 50 Dere bietet.

Das Tivoli" ist das älteste Vergnügungs- Etablissement der Stadt. Seit 69 Jahren hat sich hier das muntere Sommer­leben Kopenhagens abgespielt. Was ihm auch für den Kopen­hagener einen immer neuen Reiz verleiht, ist, daß es jedes Jahr erneuert nnd verjüngt wird. Neben den bekannten festen Institutionen und Ver­gnügungen, die ihr großes Pub­lifum haben, bereitet es jeden Sommer neue Ueberraschungen. bald eine Ausstellung, bald ein Diorama, bald eine phantasievolle Schöpfung aus der Welt der Märchen. Endlich bietet das ,, Tivoli" seine berühmten Feste, wo sich eine gewaltige Menschen­menge nicht selten bis zu 30 000 in der größten Gemüt lichkeit unter festlich beleuchteten grünen Bäumen hin und her be­wegt. Die Gebäude und Alleen erstrahlen in tausend farbigen Lichtern; die Musik ertönt hinaus in den milden Sommerabend und Feuerwerksraketen werfen ihren goldenen Schimmer über den Dunklen Himmel.

An einem solchen Abend scheint die Stimmung und die Poesie des Märchens über dem Garten zu liegen!

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Trottoir", welches die beiden Ufer des Sees verbindet; ferner ein neues großes Festarrangement, von dem Meister der dänischen Dekorationskunst, Carl Lund, erschaffen; weiter eine Art von Luft- Karussell, sogenannte Aeroplane, eine höchst moderne und nerventigelnde Belustigung, welche auf den legten großen europäischen Ausstellungen viel Erfolg gehabt hat. Im Juni finden die großen Stt. Hans- Feste statt, im Juli die Kinderfeste, von August bis September die Blumen-, Herbst- und Illuminationsfeste usw.

Daß die kulinarischen Genüsse eine nicht geringe Rolle im ,, Tivoli" spielen, beweisen, die vielen Restaurants und Schank. lokale. Es findet sich hier etwas für jedes Portemonnaie und für jeden Geschmack. Einer besonde ren Beliebtheit bei den Fremden erfreut sich das berühmte dänische Smörrebröd( Butterbrot) mit dem Zubehör von Schnaps und Bier. Man kann hier auch, z. B. im neuen Konzertsaal- Restaurant und in Myginds Pavillon, vor­zügliche billige Diners erhalten. Ein vornehmes und gleichzeitig von echtem feinem Kopenhagener Leben ausgeprägtes Restaurant befindet sich in dem neuen Tivoli"-Bazar, welcher eine ganz dem ideale Lage gegenüber Haupteingang hat. Das Restau­rant Nimb"- der Name dieser mondainen Attraktion des Tivoli"

ist mit französischem Geschick und Geschmack eingerichtet. Sämt­liche Gourmands wissen Fräulein Nimbs berühmte pikante falte Gerichte hoch zu schätzen! Man speist nur á la carte. Von der großen, festlich beleuchteten Ve randa, welche von munterem Stimmengewirr und fröhlichem Lachen widerhallt, genießt man eine prachtvolle Aussicht über Das neue Bazar- Restaurant sammelt das mondaine Publikum Kopenhagens. Dagegen hat Wivels große Veranda mit ihrem brausenden Leben ein mehr internales Gepräge. Auf der Veranda, die nach dem Tivoli" zu vollständig offen ist, wogt das Leben oft, bis die ersten rötlichen Streifen am östlichen Himmel durch das grüne Laub der Bäume schimmern.

Rutschbahn im Tivoli.

Schlag auf Schlag geht es von 6 Uhr abends mit Vor­stellungen und Konzerten bis Mitternacht, ja an Sonn- und Festtagen noch länger. Unter den Vorstellungen sind ,, Kunstner­plänen"( Luftgymnastik, Akrobatik, Dressur usw.) und die alten, fast klassischen Pantomimen, die allabendlich auf dem offenen " Pfauentheater" vor einem stehenden Parkett von vielen Tausenden von Zuschauern aufgeführt werden, unter denen die Kinder das Hauptkontingent bilden, nach dem Geschmack des großen Publikums.

Der Mittelpunkt der Tivoli"-Vergnügungen ist der große neue Konzertsaal, dessen 3-4 Abteilungen im Laufe des Abends ein kunstliebendes Publikum füllt. Unter der tüchtigen und energischen Leitung des Kapellmeisters Fr. Schnedler- Petersen er­freut sich das große Orch­ester der ganz besonderen Gunst der Tivoli"-Be­sucher. Außerdem treten hier berühmte dänische und ausländische Solisten auf.

Ein mehr volkstüm= liches Gepräge hat das andere Orchester des Gar­tens, das sogenannte Har­monie- Orchester Es ſpielt in dem der großen und sehr besuchten Sommer- Veranda des Wivelschen Restaurants gegenüberliegenden offenen Pavillon. Die unter freiem Himmel sitzenden Zuhörer gehören der breiten Schicht

das bunte Leben im Tivoli".

Konzerthaus im Tivoli.

der Bevölkerung an, die nach des Tages Laft und Mühen den leichten, einschmeichelnden Tönen des von Carl Gott schalkson geleiteten Orchesters lauscht.

Der frühere, am Stadtgraben gelegene Konzertsaal wird Seit einigen Jahren als Operettentheater benutzt. Unter der Leitung des jungen, vorteilhaft bekannten Direktors Knud Lumbye finden jeden Abend hübsche Operetten- und Revue: Aufführungen statt.

Das Tivoli" bietet noch andere Ueberraschungen, so ein Teufels- Rad", eine Wasser- Rutschbahn und ein rollendes

Eine andere, zur schö= nen Sommerzeit sehr ge= suchte und gemütliche Ecke des Tivoli" heißt The Continental Bodega Com­pany's". Wenn die festliche Illumination beginnt und der Bazar im Hintergrund seine elektrisch strahlenden morgenländischen Linien entfaltet, fulminiert Leben und Stimmung an Bodegas Tonnen.

Zum Tivoli" gehört auch das schöne Konzert­lokal Olympia", wo im Sommer Festlichkeiten mit Tanz stattfinden. Von Mitte September bis Mitte Mai ist Olympia" Kopen­hagens elegantestes Fa milien- Varieté.

Auch das Tivoli- Va­rieté( Kisten"), das alte, aber kürzlich renovierte Lokal, ist das ganze Jahr stark besucht. Ein großes internatio­nales Künstlerpersonal sorgt für die Unterhaltung des Publikums. Im Tivoli" verkörpert sich sozusagen das eigent= liche lustige Leben von Kopenhagen. Groß und Klein zieht gegen Abend in dichten Scharen nach dem so populären Ver= gnügungsetablissement, um sich von des Tages Mühen und Lasten zu erholen und die heiteren Stunden in des Lebens Ernst zur Geltung kommen zu lassen.