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Das Unbewußte.

Gießener Zeitung

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( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 pfg. monatlich vertelfährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: Selters­meg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der., Gießener Zeitung" G. m. 6.§. Telephon: Nr. 362.

Nr. 51.

Eine fachliche Beurteilung der hessischen Besoldungsvorlagen und deren Kritik.*)

In den letzten Wochen sind von den hessischen Volksschullehrern, insbesondere von deren Verbandslei­tung, dem Vorstande des Landeslehrervereins in fast

alle holliiche und hanachbarta rauhiichen Titionin

Samstags liegt für die Stadtabonnenten der

Illustrierte Wochen- Anzeiger

gratis bei.

Expedition: Seltersweg 83.

Mittwoch, den 26. Juni 1912.

punktes, daß die verschiedenartige soziale Stellung und bildung u. s. f. irgendwelche Vergleiche unmöglich ma­chen muß, aufgegeben hat. Statt deſſen hat die­chen muß, aufgegeben hat. Statt dessen hat die­ser Lehrerverein in viel zweckmäßigerer Weise die An­sicht vertreten, daß von jetzt an bei Anstrebung von Be-| soldungserhöhungen nur noch Vergleiche mit akademisch aebildeten Lehrern in entsprechender, der höheren Fach­

die grundverschiedene Art der Berufstätigkeit, der Aus­

Mittel- und Süddeutschlands.

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Telephon Nr.: 362.

24. Jahrg.

Form angenommen hat. Besonders setzten die anmaß­

ungsvollen, überhebenden Artikel in Nr. 28 und 29 des

Hess. Schulboten"( Jahrgang 1911) allen bisher ge­hörten Forderungen die Krone auf und zeigten recht deutlich, wie weit sich Jdealismus und Materialismus freundschaftlich paaren können und wie weit Verirrun­gen von Staatsbürgerpflichten hinsichtlich der gesunden Einordnung in die Gesellschaftsordnung möglich. Hier­bei sei gestattet, die Worte einer wissenschaftlichen Auto­rität( Prof. Dr. Runke) zu zitieren, die gelegentlich einer Tagung der Vereinigung deutscher Wirtschaftsreformer gefallen sind und darin gipfeln, daß die Ausbildung der Volksschullehrer zu sehr in städtischem Sinn erfolge und ein Ueberhebungsgefühl über die ländliche Bevöl ferung dadurch hervorrufe, weiter, daß es dem Volks­schullehrer nur am baren Gelde liege. Diese so geistigen Richtlinien könnten eine geeignete Erziehung der länd­lichen Jugend nicht ermöglichen u. s. f."-

en Rechnung tragender Verhältnis len. Eine gehaltliche Gleichstellung chullehrer mit solchen mittleren Be­ulbildung auf höheren Lehranstalten solange nicht durchführbar, als nicht ien und Vorteile, welche gegenwär­hullehrern konstatierbar, der Beam­verschwinden. Hierbei ist in erster daß die Volksschullehrer bedeutend dem 25. Lebensjahr definitiv ange­Beamten tritt diese erst im 35.- 40. Es ist taktisch durchaus richtig gewesen, daß die Des weiteren, daß die Vordienstzeit hessische Regierung unter Beachtung der finanziellen Lei­en dienstlichen Verwendung nach be- stungsfähigkeit des Landes in der Besoldungsvorlage fung, also durchschnittlich vom 21. die Gehalte der Volksschullehrer denen der einzelnen Bun­fsschullehrern gerechnet wird, wäh- desstaaten gegenüberstellte analog dem Verfahren bei ten in dieser Hinsicht keinerlei Be- den Gehaltsnormen der Beamten. Wenn auch die an­ner, daß dem Volksschullehrer nicht fänglichen Vergütungssätze der Volksschullehrer in Hessen Verhältnis genommen, eine bedeu- etwas niedriger stehen wie in manchen anderen Staa­it zugute kommt, sondern auch im ten, so findet dies doch wiederum seinen Ausgleich da­id reichlichere Erholungsmöglichkeit rin, daß in fast allen anderen Bundesstaaten von grö­Vierteljahre Ferien als herer Bedeutung die Anstellungsmöglichkeiten der Volks­zuschlagen ist, dem ein Erholungsschullehrer schlechter wie in Hessen sind, teilweise die An­Wochen der mittleren Beamten letztgenannten Unterschiede lassen sich ver noch nach quantitativer Arbeits­sondern haben ihre Begründung Fragen, hauptsächlich in dem Er­r Schuljugend. Die Erlaubnis( be­Nichtverbot) zu vielerlei recht ein häftigung und die Ermöglichung rfügbare freie Zeit ist ein weiteres ten, nicht wegzuleugnenden Vorteile, Volksschullehrerberuf und die peku­

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el vorzuschieben. Ich schwöre Dir, daß ich nicht ohne Rachricht zurückkehren werde." Ich fürchte, Ste werden gar nicht zurückkehren, Mademoiselle. Denn ich bin ug und werde alles auskundschaften, was uns zu wis= en nottut!" Und was Sie auskundschaften, erfährt das reußische Hauptquartier. He, so haben Sie sich die Sache gedacht, Abscheuliche? In welchem Verhältnis tehen Sie zu diefem Tyrolt?" du en die 15 N ,, Er ist mein Verlobter," entgegnete Desiree mit Festigkeit. Ein Seufzer schlug an ihr Ohr. Ste wandte sich um nd erblickte den Grafen, welcher aus der Fensternische getreten war. Erbleichend senkte sie den Blick zu Boden.

Wie, Ste sind verlobt mit einem Prussien, verlobt mit dem Willen Fhres Vaters, der gleichfalls nach Bor­ideaux tam?" fragte de Soumis. Dann haben wir fa Toch mehr Spione in der Stadt?" smsin sodab

Desiree nahm allen Mut zusammen. Der Graf hatte hnen zugehört. Jest mußte er die ganze Wahrheit er= Hahren, sollte auch seine Zuneig ertötet, seine Eigen­Liebe auf das Empfindlichste cht werden.

" Tyrolt war als Direktor im Geschäfte meines Va­ders tätig. Wir verlobten uns in Friedenszeit mit set­em Willen, als jener aber zur feindlichen Armee zu­oßen mußte, trennte der Vater unseren Bund. Der Sater steht mit Herrn Tyrolt in gar keiner Beziehung,

ellen gar zu leicht übersehen. Wei­ölferung, nicht allein die gesamte Be­r Bundesstaaten und des Reiches, h ein, daß das stetige Vorwärts= hullehrer nach materielien Gesichts: t mit geringer Rücksicht nehme auf ommunalfinanzen eine zu impulsive

en geblieben und werde es bleiben Ich."

uer poetisch, mein Fr" sagte far, entlastet Ste aber nit im Ge­ob das alles, was Sie sagen, nicht nd?"

ntschuldigung, Herr de Soumis, daß ung eingreife," sprach Graf d'Altn­, mein Zeugnis tann aber hier von wa ngaben, welche Fräulein Bourlter machte, beruhen ganz und gar auf Wahrheit. Ich kenne den deutschen Offizter und den Vater der Dame persön­lich. Ich finde auch die betreffenden Stellen in dem Briefe ganz unverfänglich, wenn man nicht gewaltsam nach einer Deutung sucht!"

" Sie meinen, Herr Graf?" fragte Soumts mit ver­wundert aufgerissenen Augen und bestürztem Gesichts­ausdruck.

Alles, was das Fräulein hier ausgesagt, ist mir bereits auf dem Schiffe mitgeteilt, ihre Verlobung, ihre Zuneigung zu dem Offizier, ihre Absicht, den Vater zu suchen, der, wie ich annehme, Soldat geworden ist. Ja, mein Herr Generalfommissar, eine braver Soldat ist dieser Patriot geworden, kein Spion. Schlagen Sie ein­mal die Listen nach, Sie werden den Namen finden." Wie ist der Name Ihres Vaters?" fragte de Sou­mis ganz verdutzt.

" Jean Bourlier."

Der Name kommt mir bekannt vor, warten Sie etnmal. Ist das nicht der Herr, den mir Trepillon brachte? Ein Kaufmann? Kennen Sie Trepillon?" ,, Nein, der Name ist mir unbekannt."

Es war ein guter Freund aus Sedan, früher bei den Hundertvierern. Er wurde Oberst der Zweihun­dertvierer, welche in Orleans stehen. Ich habe das Ver­zeichnis der Offiziere, sehen wir einmal."

stellung 3-4 Jahre später wie in Hessen erfolgt und auch die Aufrückungsquoten und die Endgehalte durch­weg in diesen Staaten niedriger wie in Hessen sind. Keine andere Staatsdienergruppe hat im Laufe von 2 Dezennien derartige Erhöhungen in petuniärer Hinsicht errungen, wie im Verhältnis genommen die Volks= schullehrer; das soviel umstrittene Wohnungsgeld stand letzteren bereits eine Reihe von Jahren mit pensions= fähiger Anrechnung zu und ist es deshalb durchaus ver­ständlich, wenn die hessische Regierung die Vorlage in dieser Form in aller Sachlichkeit ausarbeitete.

Bei dieser Gelegenheit sei gestattet, die Herren Ab­geordneten als Vertreter aller Bevölkerungsklassen, also auch der Nichtlehrer, darauf aufmerksam zu ma= chen, daß eine wärmere Fürsprache zur Behebung der trostlosen Lage aller Dienstanwärter, besonders der un­teren und mittleren Dienststellen eine weit dringendere Aufgabe sein dürfte, als die prüfungslos übernommene und eingehend skizzierte. Jeglicher sozialen Fürsorge in der langen Anwärterzeit vom 15-25 Jahren bar, ohne feste sichere Stellung, dabei aber Dienste von anerkannt wertvollster, denen der Festbesoldeten oft gleichwertiger Bedeutung verrichtend, ist es durchaus und mit allem Ernste wünschenswert, wenn eine Vergütungserhöhung

Er suchte in den Akten. Endlich suchte er einen Back von Ranglisten hervor.

Büren Sie einmal: 15.

Hier ist es," fagte er. Hören Armeekorps, General d'Aurelles de Palladine. 1. Divis fion Martin de Pallteret. 2 Brigade Bertrand, 204. Re giment Trepillon, Oberst. 1. Kompanie Kapitän Robert Bizet( Nevers). 2. Kompanie Jean Bourlter( Sedan), Kapitän."

Das ist mein Vater!" rief Desiree glückstrahlend. " Der Gesuchte," bestätigte der Graf. Aber, wie konnte der Kaufmann eine Kapitänstelle erhalten?"

Trepillon stand für ihn ein," antwortete Soumis etwas befangen. Uebrigens hat seine Persönlichkeit - der Erfolg für ihn gesprochen. Die Zweihundertvierer haben Artenay gehalten und die Bayern zweimal ge­schlagen."

Also ist Herr Bourlier ein Held," sagte der Graf, die Hand Desiree's ergreifend, nun wissen Sie, wo Ste Ihren Vater finden. Und Sie, Herr Generalfommissar werden wohl zu der Ueberzeugung gekommen sein, daß die Tochter des Kapitäns der republikanischen Armee unmöglich eine Spionin sein kann und Ihre Entschul­digung wegen der Verhaftung wohl verdient."

Sobald ich wirklich davon überzeugt sein werde, bin ich bereit zu jeder Genugtuung," meinte Soumis unbehaglich. Indes will ich auf Grund Ihrer Für­sprache das Fräulein freigeben, unter der Bedingung, daß es mit dem nächsten belgischen Schiff Stadt und Hafen Bordeaux verläßt."

Ich bitte Sie, Herr Generalkommissar, das ist un­möglich," fiel Desiree flehend ein. Ich muß meinen Vater suchen." agab ted es ist unmöglich, Und wenn ich's auch erlaubte daß Sie zu ihm gelangen. Orleans ist Kriegsschauplaz. Die Zweihundertvierer stehen dicht vor dem Feinde."

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( Fortsetzung folgt.)

Zum Durchschlag des Jungfraubahntunnels am Jungfraujoch.

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