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Eiger 3974 m

Monch 4105 m

Oberes Monchsjoch 3618

Sphinx 3675 m

Trugberg 3933 m

Das Unbewußte.

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Ronservativen gegen die Liberale

Das Unbewußte.

Großindustriellen die Lage des Weltmarktes besprechend. An

Skizze von Berthold Schidlof. Eging ihr eben zu gut, der reizenden Frau Ada Dresmer, und eben darum war sie mit ihrem Schicksal unzufrieden, einem Schicksal, das ihr bis jetzt auf das holdeste gelächelt hatte.

Als sie dem um 20 Jahre älteren Kommerzienrat Dres­mer die Hand zum Ehebunde gereicht hatte, da schwebte ihr nur der Gedanke vor, daß sie nun alles das haben würde, was ihre phantastischen Mädchenträume ihr begehrenswert vorgegaufelt: Equipagen, prächtige Toiletten, Badereisen, kostbaren Schmuck und Pelzwerk. Doch als ihr Gatte liebevoll und widerspruchs­los selbst ihre oft bizarren Wünsche erfüllte, da fing es bei ihr an, dieses Sehnen nach dem Unbewußten.

Merkwürdig, seit ihr nichts mehr zu wünschen übrig blieb, fühlte sie sich von einer sonderbaren Unzufriedenheit erfaßt, und die Dinge, die ihr soviel Freude gemacht, sie schienen ihr schal und nicht der Freude wert.

Du lieber Himmel, ihr Gatte hatte ihr auch immer gar zu rasch alles gegeben, wonach sie verlangt, und dadurch allem einen großen Teil jenes Wertes genommen, welcher dem Besitz eines schwer errungenen Gegenstandes seine Kostbarkeit ver­leiht. Aber, so war auch in allem seine Art: er wußte seinen Handlungen teine Mäntelchen umzuhängen, ihnen keine 3ier­art zu geben, um sie als Großtaten hinzustellen, sondern schlicht und einfach gewährte er ihr, was sie von ihm wünschte.

Schlicht und einfach war auch seine Liebe zu ihr, ehrlich und tief, und er machte keinen Hehl daraus und aus seiner Freude über sein schönes, junges Weib. Er fühlte sich so sicher in ihrem Besiz, aber noch sicherer war Ada, daß sie ihn nicht verlieren könnte. Er besaß auch nicht eine Spur jener männ= lichen Koketterie, welche Roués den Frauen so gefährlich machen, und das Bewußtsein, daß er so hindernislos ihr an­gehöre, das machte sie nervös.

Ja, und dann war es auch, daß er ihr so nüchtern vor­fam, in seiner geschäftsmännisch- klugen Art mit ihr zu reden, eine Art, der gegenüber sie sich immer so fühlte wie einst in der Schule vor der Lehrerin, und ein leiser Groll stieg in ihr auf, daß er bei all seiner Liebe, all seiner Zärtlichkeit, all seiner Nachgiebigkeit dennoch für sie Respektsperson blieb, der ihr, wie einem bielgeliebten Kinde, alles Spielzeug, auch das tostbarste, taufte, im übrigen aber sie dabei niemals vergessen ließ, daß sie in seinen Augen auch nur ein Spielzeug sei.

Sie wurde nun launisch und vergalt seine Bemühungen, ihr zu gefallen, mit Kälte und Unfreundlichkeit.

Eine zeitlang bemühte er sich, sie durch Nachsicht und lächelndes Wohlwollen umzustimmen, aber gerade diese väter­liche Art machte sie noch gereizter. Da wurde er müde und traurig, sein Blid umwölkte sich, wenn er sie ansah, und eine tiefe Falte grub sich in seine hohe Stirn.

Immer öfter erschien jetzt neben ihm eine andere Gestalt, eine jugendlich schlanke ritferliche Erscheinung in reicher gold­glizernder Uniform, und Ada begann Vergleiche anzustellen- erst zwischen der demütig ergebenen, anbetenden Huldigung, wie sie der Rittmeister ihr darbrachte, und der väterlich be= schützenden Weise, wie ihr Gatte seine Liebe zeigte, und dann ging sie auf die Person über. Sie begann, Dresmers Gesicht in solchen Augenbliden alt zu finden, und die grauen Haare an seinen Schläfen, die sie früher nicht beachtet, machten sich ihr jekt mit unangenehmer Deutlichkeit bemerkbar.

Im Ballsaal spiegelten sich die elektrischen Lichter in tausendfachen Reflexen in den Brillanten der Damen, den Ordenssternen und Goldverschnürungen der Herren. Wie ein­fach in seinem schmucklosen Fracke doch ihr Mann aussah neben all diesen glänzenden Männererscheinungen.

Der Rittmeister, der sich ihr näherte, glich einem jungen Gotte.

Gnädigste, warum so träumend? Darf man fragen, was Ihre Gedanken beschäftigte?"

In ihren Adern begann es merkwürdig zu prickeln. Sie war nicht schlecht und dachte nicht im Entferntesten an cine Untreue. Aber ein ganz klein wenig flirten- warum nicht? Ein ganz klein wenig Romantik in ihr, wie es ihr schien, nichtssagendes Dasein zu bringen, war es ein Verbrechen? Und wer würde sich wohl am besten dazu eignen als der Rittmeister?

Sie mußte lachen bei dem Gedanken, daß sie nun auch ihr lebendes Spielzeug haben würde, und dieses Lachen deutete der schneidige Offizier so zu seinen Gunsten, daß er, ihr seinen Arm bietend, sofort zu attafieren beschloß.

Ada folgte ihm durch den Ballsaal, mit einem raschen Blid ihren Mann suchend. Der war nicht da, sie konnte sichs denken, wo er sein mochte. Im Rauchzimmer, mit einigen

den Ballsaal grenzte ein kleiner Salon, in welchem rotverglaste Glühlampen gedämpftes Licht verbreiteten. Dorthin geleitete der Rittmeister Ada. Er sprach leise und eindringlich auf sie ein, Worte der Ergebenheit, der Verehrung, der Liebe, er sagte ihr Dinge, die sie nicht hören sollte, nicht hören durfte.

Der Rittmeister wollte die Türe, welche zum Ballsaale führte, schließen, aber ihr Blick, den etwas zu fesseln schien, hielt ihn zurück. Er folgte diesem Blicke und lächelte fein. Ihr Gatte stand dort und man konnte ihn durch die halb­geöffnete Tür gut sehen. Natürlich! Wie schlau doch dieses Weibchen war, statt sich beobachten zu lassen, beobachtete sie selber.

Der Kommerzienrat hatte keine Ahnung, daß die Blicke seiner Frau auf ihm ruhten. Er stand mit der Tochter eines Geschäftsfreundes und plauderte, angeregt, wie seit langem nicht, mit der geistvollen jungen Dame, welche auf dem vom weiblichen Geschlechte nicht bevorzugten Gebiete der National= ökonomie durch eine Arbeit sich einen Namen gemacht hatte. Dresmers schöne, diesmal von keiner Falte entstellte Stirne, seine klugen Augen, aus denen lebhaftes Interesse leuchtete, fein intelligentes Gesicht, auf welchem eine Fröhlichkeit lag, die ihm einen jugendlichen Schimmer verlieh, Ada konnte es deutlich sehen und ein merkwürdig wehes Empfinden preßte ihr mit einem Male das Herz zusammen. Vergeblich ver­schwendete der Rittmeister seine schönsten Redensarten und ärgerlich biß er sich auf seinen hübsch gekräuselten Schnurr­bart. Lächerlich! Abgeschmackt! Diese Frau verschlingt ja ihren Mann mit den Augen. Dieser bemerkte nichts, sondern plauderte nach wie vor lebhaft mit der jungen Dame, deren Augen bewundernd an seinen Lippen hingen. So sah er aus, als er damals um sie geworben, und dieser Ausdruck seines Gesichtes war es gewesen, der sie damals und auch später den Altersunterschied hatte vergessen lassen, ehe diese Unzufrieden­heit über sie gekommen.

Was hatte ihr Mann so angelegentlich mit dem fremden Mädchen zu sprechen? Und nun, er faßte ja fast zärtlich dessen Hand, und dabei sah er so froh, so glücklich aus, viel glücklider als sie, trotzdem der elegante schneidige Rittmeister ein wahres Feuerwerk glühender Worte auf sie niederprasseln ließ.

Ada hörte ihm wirklich nicht mehr zu, ja sie ließ ihn sogar fast unkonventionell plötzlich stehen, sodaß eine seiner wirk­samsten Phrasen sozusagen in der Luft hängen blieb.

Ada trat auf den Kommerzienrat zu. Ein heißer Schleier legte sich verdunkelnd vor ihre Augen, als sie ihn so fröhlich mit einer andern stehen sah, und ihre Hand bebte, als sie die= selbe auf seinen Arm legfe.

,, Heinrich, ich fahre nach Hause, aber wenn du willst- du brauchst dich nicht stören zu lassen," sie sprach nicht weiter, sonst hätte sie aufgeheult wie ein kleines Kind. Er sah sie an, und einen Moment grub sich die häßliche Falte zwischen seine Augen, die mit einem Male einen so alten, müden Aus­druck bekamen.

Natürlich, wieder ihre Laune. Aber da war ein etwas, das ihn stubig machte, und in seiner früheren, gütigen Manier sagte er: Nein, nein, ich fahre doch wohl mit dir. Ent­schuldige einen Augenblick." Er trat zu dem jungen Mädchen, dem er Gesellschaft geleistet und von welchem er sich einige Schritte mit seiner Frau entfernt hatte und verabschiedete sich herzlicher, als es sonst seine Art war. Dann führte er Ada zum Wagen und hüllte sie sorgfältig, wie eine Mutter ihr Kind, in die Wagendecke, trotzdem der Frühlingsabend lau und angenehm war.

Dresmer blieb schweigsam, cach sie fand keine Worte, aber dieses wehe Empfinden war nun wieder da. Da saß er neben ihr und aus der tiefen Dämmerung schien ihr seine hohe weiße Stirne zu leuchten, ganz so wie im Ballsaal, während seine Augen halb geschlossen waren. Nun öffnete er sie und wie sein Blick sie traf, da erschien auf seiner weißen Stirn cin Schatten, jene schwere, tiefe Falte, die sie hineingegraben hatte. Aber diese Stirn konnte glatt sein, diese Augen konnten leuchten bei der Andern, warum nicht mehr bei ihr? Liebte er sie nicht mehr? Sollte sie ihn verlieren, hatte sie ihn schon verloren? Und plötzlich legten sich ihre Arme um seinen Hals und auf= schluchzend barg sie ihr Köpfchen an seiner breiten Brust. " Heinrich, ich hab dich lieb, ich hab dich so lieb nicht wahr, auch du Er verschloß ihr die Lippen mit einem Kusse. Der kluge Mann verstand und schwieg.

Aber beide wußten, daß sie sich erst jetzt wirklich gefunden hatten.

Zum Durchschlag des Jungfraubahntunnels am Jungfraujoch.

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Die zukünftige Station Jungfraujoch 3487 m

Kamm 3870 m

Schienhom 2942

Aletachoistacher

der grösste Gletscher EuropAS

. del Cervendone 3213 m

Marjelensee 2367 m

Eggishom 2934 m

Helsonhom 3274 m

Dreieckhom 3822

Kranzberg

Panorama vom Firnplateau des Jungfraujoch 3470 m nach Süden und Osten.

Nach Norden und Westen erblickt man in der Tiefe die grünes Vorberge mit laterlaken und dem Thunersee, und in der Ferne die weitausgedehnte nordschweizerische Ebene bis rum Jurs und den Schwarzwald

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Zum Durchschlag des Jungfraubahntunnels am Jungfraujoch.

Die schnelle Entwicklung der Eisenbahnen in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und die mit ihr Schritt haltende Ingenieurkunst brachten es mit sich, daß dem der Lokomotive ursprünglich zugewiesenen Wirkungsfeld: der Ebene, sich bald ein weiteres hinzugesellte: das Gebirge. Es ist selbstverständlich, daß dieses Problem speziell in unsern Alpen, die damals anfingen, der Tummelplay Europas zu werden, nicht lange ungelöst bleiben konnte. Und in der Tat, faum war in Amerika auf den Mount Washington die erste Zahnradbahn der Welt entstanden, so folgte- es war im Jahre 1871- die Riggen­bachsche Rigibahn, und dieser manch andere nach. Der Gedanke aber, mit­ten ins Hochgebirge hin­ein, in die Regionen des ewigen Eises und Schnees eine Bahn zu führen, schien so vermessen zu sein, daß an der Durch­führbarkeit allgemein ge= zweifelt wurde. Und doch hat auch vor solchen Schwierigkeiten die mo=

derne

Ingenieurkunst sich nicht zurückschrecken lassen und steht im Be­griffe, an einem unserer erhabensten Alpenberge eine technische Aufgabe allerersten Ranges zu vollenden.

Prof. v. Salis, Präsident der J. B. gründer der J. B. direktor der J. B.

ihr aus nicht weniger als sechs Biertauſender direkt erſteigen können, darunter Mönch und Jungfrau in 22-32 Stunden.

Die Station Eismeer( Bahnkilometer 5,7), bei der bisher der öffentliche Bahnbetrieb der Jungfraubahn aufhörte, ist von der Tunnelfortsetzung durch ein großes Portal abge schlossen. Dicht dahinter liegt eine große Maschinenkammer, welche die zur Bohrung und Ventilation nötigen maschiniellen Einrichtungen enthält. Noch weiter hinten führt ein Material­auswurfsstollen ins Freie. Von dort geht die Bahnstraße, zunächst 3 km weit, in einer geraden Linie mit nur 6,30/ 0

Steigerung( Adhäsions­bahn), um direkt unter der Spize des Mönchs hindurchzuführen;

die

legten 500 m zum Jung­fraujoch werden wieder als Zahnradstrecke mit 25% Steigung betrieben werden.

Seit Ende 1907, also über vier Jahre, wird ohne Unterbrechung Tag und Nacht an dieser 3,6 km langen Strecke zum Jungfraujoch gearbeitet. Die Arbeiten waren auf dieser Höhe oft außer­ordentlich schwierig und der Fels so hart, daß täglich höchstens 3-3'2 m Tunnel ausgesprengt werden konnten. Aber auch auf dieser Strecke war der Fels durchweg so kompakt, daß wie in den früheren Tunnel­strecken teine Ausmaue= rung des Tunnels nötig Zur schnelleren Herausbeförderung des ausgesprengten Materials und zur Erleichterung der Ventilation wurde ca. 2,8 km von der Station Eismeer entfernt, bei km 8,5, ein Seitenstollen nach der Südwestwand des Mönch aus, e- sprengt, welcher am 14. Juli 1911 auf 3340 m Höhe zum Durchbruch gelangte. Durch diesen Materialstollen sind die Arbeitsverhältnisse auf der nun folgenden 250/-Strecke so vereinfacht und erleichtert worden, daß die Vollendung des Tunnels bis Jungfraujoch noch rechtzeitig genug ermöglicht wurde, um die Eröffnung der Station für die kommende Sommersaison 1912 sicherzustellen.

Gebhard Guyer, Sohn Gnyer- Zellers, der Be­E. v. Hegner, Vize- Präsident der J. B. K. Liechti, Betriebs­V. de Blanchair. Ing. M. Zichofte. Frau Direktor Liechti. Frl. v. Hegner. Schriftsteller Konrad Falke.

Noch selten hat da her ein technisches Werk während seines langen und schwierigen Baues so sehr die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, wie die genial angelegte Jungfraubahn Guyer- 3ellers; ist sie doch die einzige Bahn, die im wahren Sinne des Wortes mitten in die Glet scherwelt hineinführt! Mit Spannung wurde daher nach fünfzehnjähriger Bautätigkeit der Durchschlag des großen Tunnels( am 21. Februar d. J.) am Junfraujoch auf 3457 m über Meer von allen Seiten erwartet.

Die an jener Durchschlagsstelle im Entstehen begriffene Station Jungfraujoch der Jungfraubahn wird in der ver­gletscherten Einſattlung zwischen Jungfrau( 4166 m) und Mönch( 4105 m) zu liegen kommen. Von diesen beiden mächtigen Viertausendern umgeben, wird sie die kontrastie= renden Panoramen der beiden vorhergehenden Stationen Eigerwand und Eismeer in interessantester Weise vereinen: Nach Norden das grüne Mittelgebirge und die weit ausge­dehnte nordschweizerische Ebene, nach Süden die denkbar großartigste Gletscherlandschaft, umgeben von zahllosen Fels­und Eisgipfeln! Neben dieser einzigartigen Lage wird die neue Station auch wegen der wesentlich abgekürzten Gipfel­besteigungen im Jungfrau- und Finsteraarhorn- Gebiet von größter touristischer Bedeutung werden; wird man doch von

war.

Dieser Seitenstollen am Mönch gewährt eine wunderbare Aussicht und gibt im Anblick des in greifbarer Nähe liegenden Junggfraujochs dem Besucher eine Vorahnung dessen, was auf der Station dort oben in noch viel großartigerem Maß­stabe zu erwarten ist.

Dicht hinter dem Mönchstollen beginnt der Tunnel stärker zu steigen und geht allmählich wieder in 25% Steigerung über, welche dann bis zur neuen Station Jungfraujoch anhält. Die Fahrzeit Eismeer- Jungfraujoch wird trotz der langen