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Deutscher Reichstag.

Bet der Etatsdebatte im Reichstag ist nun die awette Rednergarnitur an der Reihe. Zuerst hatte an Sonnabend Herr Ledebour Gelegenheit, fein Herz aus­zuschütten, und er tat es gründlich: Fast dret Stunden sprach er und mehr als einmal ging sein Temperament mit ihm durch, sodaß er fich Ordnungsruf auf Ord­nungsruf zuzog. Zum Glück präsidierte Herr Kaempf; es wäre ein eigenartiger Anblick gewesen, wenn er von feinem eigenen Parteigenossen Scheidemann hätte zu­rechtgewiesen werden müssen. Ledebour zog insbeson­dere gegen den Reichskanzler wegen seiner Rede zu Felde. Die Angriffe gaben Herrn von Kiderlen- Wächter Veranlassung, selbst auf dem Plan zu erscheinen. Herr von Kiderlen- Wächter betonte mit allem Nachdruck, daß er niemals die Audeutschen zum Erwerb eines Teiles von Marokko aufgehezt habe, wenngleich er zugab, daß er den Alldeutschen Material gegeben habe, um gegen­über dem französischen Chauvinismus eine Art Gegen­gewicht zu schaffen. Nach ihm rechnete Herr Gröber vom Zentrum mit dem Reichskanzler ab, dem er vor­htelt, daß er auf der einen Seite die Parteien einigen wolle, auf der anderen den Zanfapfel der Erbanfall­steuer hineinwerfe. Zum Schluß tam noch Staatssetre­tär Wermuth, der gegen die Stellung des Zentrums in der Erbschaftssteuerfrage polemisierte. Am Montag ging die Etatsdebatte weiter. Der nationalliberale Ab­geordnete Paasche hob hervor, daß seine Partei die So­zialdemokratie genau so bekämpft habe, wie die ande­ren Parteien. Paasche sprach zuletzt über das parlamen= tarische Regiment, wobei er betonte, daß seine Partei ebenso königstreu bis auf die Knochen fei, wie die an­deren rechtstehenden Parteien. Abg. Gothein( f. Vp.) verlangte weitere tonstitutionelle Garantien. Reichs­fanzler von Bethmann Hollweg wandte sich am Schlusse der Sigung dagegen, daß er sich mit seiner Bemerkung in die Geschäfte des Präsidiums habe hineinmischen mollen. Dem Reichstag stehe volle Freiheit in der Wahl des Präsidiums zu. Er, der Kanzler, habe nur die Haltung der beiden liberalen Parteien beurteilen wollen. Ueber die Erbschaftssteuer solle man sich nicht streiten und auch über die Zukunft noch nicht weiter fprechen, folange die Wehrvorlage und die Deckungs­vorschläge der Regierung noch nicht eingelaufen find. Redner schloß, er hoffe, daß die Gegensätze zwischen Konservativen und Liberalen sich nicht weiter entwif­feln würden, so daß wieder eine Politik mittlerer Linie möglich wäre. Persönlich erklärte Abg. Bebel( Soz.), daß seine Partei es abgelehnt habe, im Präsidium das Kaiserhoch auszubringen oder höfische Verpflichtungen zu übernehmen.

Die Kundgebung des Bundes der Landwirte.

Zum zweiten Male seit seinem Bestehen hielt der Bund der Landwirte am Montag seine große Heerschau im Berliner Sportpalast, Potsdamer Straße, ab, wäh­rend er sonst immer im Zirkus Busch getagt hatte. Auch diesmal machte der gewaltige Raum wieder den Ein­druck, als set er bis zum letzten Platz gefüllt.

Dr. Rösickes Eröffnungsrede.

Gegen 1 Uhr eröffnete der Vorsitzende des Bundes, Dr. Rösicke die Versammlung. Er wurde lebhaft be­grüßt und begann seine Rede wie folgt: Der Bund der Landwirte zeigt sich in ungeschwächter Kraft( Bravo). Er macht, wenn man diese Versammlung überblickt, nicht den Eindruck, als wenn er am Boden lege.( Nein, nein). Die Wahl ist vorüber, aber Siegesfreude können nach dieser Wahl nur die Sozialdemokraten empfinden. ( fui). Schon zählt der Reichstag zu einem Viertel So­zialdemokraten und wie viele verkappte mag es noch geben! Der Reichskanzler ist im Frrium, wenn er glaubt, die Macht der Sozialdemokratie werde schwin­den, wenn er zu Taten übergehe. Der Pionier der Um= sturzpartet ist der Hansabund, dessen Führer zur Um­gebung des Kaisers gehören. Wir sagen mit Herrn von Oldenburg: Une ist der Kaiser nicht eine Einrichtung, uns ist er eine Berson.( Stürmischer Betfall.) Wir sind der Schuß der Krone und wollen es bleiben. Der nächste Redner ist

Freiherr von Wangenheim:

Lebhaft sind die Verluste zu beklagen, die wir erlitten haben und wir müssen versuchen, sie wieder einzubrin gen. Die Nationalliberalen leisten den Sozialdemokra fen Vorspanndienste. Es ist nicht zu leugnen, daß eine große Erbitterung Plaz gegriffen hat. Wenn die neuen Steuern kommen, von denen man spricht, so sind wir zu jedem Opfer bereit, aber wir erwarten, daß diese Opfer von den Lebenden und nicht von den Toten ge= fordert werden.( Stürmische Zustimmung.) Von leb haften Zurufen begrüßt, nimmt jetzt Dr. Diedrich Hahn

zum Geschäftsbericht

das Wort. Die politische Lage wird durch zwet Pole gekennzeichnet, durch die Sozialdemokratie und durch die Herrschaft des mobilen Kapitals. Redner kam dann

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Unter Feinden.

auf die Steuerpolitik zu sprechen und führte aus: 400 Millionen indirekte Steuern haben wir mithelfen müts= sen, dem Reiche darzubringen und nun bei den letzten Wahlen habe man den Buckel hingehalten und habe sich verhauen lassen.( Heiterkett und Beifall.) Auch wir wollen selbstverständlich die Lasten für Armee und Flotte mittragen, aber wir verlangen soziale Gerech­tigkeit bei der Verteilung der Steuern. Die Erbschafts­steuer paßt wie die Faust aufs Auge, und wenn der Reichstanzler diesen Bankapfel wieder in den Streit wirft, so kann es ja gut werden. Wenn wir ihn also warnen, so geschieht es, weil der Reichskanzler angeb­lich den Frieden unter den Parteien schaffen will. Wir erwarten, daß die Regierung die Führung übernimmt zum Schuße der nationalen Arbeit. Deswegen darf ste bie Parteien, die die Monarchie stüßen und die ande­ren Parteien nicht gleich bewerten. Wir selber werden nicht die kleinsten Zugeständnisse machen. Wir verzich­ten auch fünftig auf die Hilfe der Regierung.( Stürmi­scher Beifall). Der Tag von Philippi ist für uns nicht erschienen, wohl aber für unsere Gegner.( Erneuter stürmischer Beifall.)

Roman von Karl Matthias. ( Nachdruck verboten.) Unter solchen Umständen konnte es zu einem freundlichen Verkehr zwischen den beiden jungen Män­nern nicht kommen, denn auch in der Fabrik wuchsen die Schwrierigkeiten, die Olivier der Verwaltung unter­breitete.

Der Maschinist Bumarquet war ein Protektions­find Oliviers. Er nannte ein junges Weibchen sein eigen, welches aus Vincennes stammte. Ob Olivier Madame Madelon schon als Mädchen in seiner frithe­ren Garnison kannte, stand dahin, aber er machte ihr den Hof, und Bumarquet erlaubte sich infolgedessen al­Terlet Freiheiten.

Als Tyrolt zu dem vierschröttgen Menschen trat, der neben der dampfenden Maschine sizend, aus seinem Pfeifenstummel rauchte, rückte dieser nur mürrisch an seiner bretonischen Kappe, rührte sich aber nicht von der Stelle.

" Weshalb stand nach fünf Uhr die Maschine?" fragte der Direktor, von der Rücksichtslosigkeit des Mannes feine Nottz nehmend.

" Der Dampf fehlte. Das ist des Hetzers Sache." " Unsinn. Der Heizer ist nur Ihr Gehilfe. Ste sind für den Gang der Maschine verantwortlich. Es geschteht das heute nicht zum ersten Mal. Die Arbeit mußte ruhen durch Ihre Nachlässigkeit. Sie werden den Schaden ersetzen, nicht die Arbeiter, und ich glaube, das wird Ihnen teuer zu stehen kommen."

Die Debatte.

Nunmehr ergriff von Oldenburg- Januschau das Wort. Es dauerte geraume Zeit, bis die stürmische Begrüßung sich gelegt hatte und er beginnen fonnte. Ich habe bereits im vorigen Jahre prophezeit, daß man­cher von uns auf dem Wahlfelde bleiben werde, aber ich habe auch vorausgesagt, daß der Bund der Land­wirte mit blankem Schild, die Degenspiße gegen die Sozialdemokratie gerichtet, aus dem Kampfe hervorge= hen werde. Beides ist eingetroffen. Die Sozialdemo­fraten müssen aus den Vorzimmern der Geheimräte verschwinden. Herr von Oldenburg kam dann auf die Erbschaftssteuer zu sprechen, deren Ablehnung er durchaus gerechtfertigt findet. Schließlich gelangte eine Resolution zur Annahme, die das bekannte Programm des Bundes der Landwirte vertritt und zu der aktuel­len Frage, d. H. der Steuerdeckung für die Heeresvor­lage, die Worte enthält: Das fann nur unter Betbehal­tung indirekter Steuern und bei gleichzeitigem Ausbau einer besonderen Besteuerung des mobilen Großkapi­tals geschehen, nicht aber ebenso durch eine unsoziale wie ungerechte, wie in ihren Erträgnissen weit über­schätzte Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf Kinder und Ehegatten, deren Wiedereinbringung nur dazu die­nen würde, die Zerriffenheit der bürgerlichen Parteien von neuem zu vermehren. Ueber alle Wirtschaftsfragen stellt jedoch der Bund der Landwirte die Sorge um Kaiser und Reich. Darauf wurde die Versammlung geschlossen.

,, Ste scheinen guter Laune zu sein," sagte der Di­reftor mit gerunzelter Stirn und blizenden Augen. " Lassen Sie sich nicht zu sehr davon hinreißen, es möchte Ste die Stellung kosten."

Der Maschinist richtete sich auf und sah seinem Vor­gefesten frech ins Gesicht.

Stę trren sich, Herr Direktor," sagte er mit schlep=

Rundschau vom Cage. Politisches.

Die Wichtigkeit der Heimatspolitik. In der Haupt­versammlung der Vereinigung für exakte Wirtschafts­forschung, die in Berlin stattfand, hielt Kammerherr Dr. v. Frege einen Vortrag über Heimatspolitik. Es wurde eine Beschlußerklärung angenommen, in welcher die Heimatpolitik, d. h. diejenige Tätigkeit von Staat und Gesellschaft, welche bezweckt, der Ruhelosigkeit unserer Beit entgegenzuwirken, als eine der wichtigsten Aufga­ben der Zukunft bezeichnet wird. In der nämlichen Versammlung wurde auch das Thema Tarifverträge" behandelt. Man tam auf eine Erklärung übereint, in der die derzeit übliche Beurteilung des Tarifvertrages als zu einseitig von der irrigen Anschauung über die Arbeiterinteressen beherrscht bezeichnet wird..

Die Reichspartei, die bisher nur 14 Mitglieder zählte, hat den an Stelle des Abgeordneten von Olden­burg in Elbing gewählten Abgeordneten Schröder in ihre Frattion aufgenommen, fodaß die Reichspartei über 15 Mitglieder verfügt und im Sinne der Geschäftsord­nung des Reichstages nunmehr eine Fraktion bidet, der eine Vertretung in den Kommissionen und im Senioren­fonvent zusteht.

Ein Antrag auf Festlegung des Osterfestes. Von rechtsstehenden Abgeordneten ist im Reichstage ein An­trag eingebracht worden, den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß in allen christlichen Staaten über­cinstimmend das Osterfest auf den 1. Aprilsonntag fest­gelegt wird.

Der Entwurf eines Schuztruppengeseges ist dem Retchstage zugegangen. Er enthält in der Hauptsache die Vorschrift, daß die Ableistung von Uebungen bei den Schußtruppen zulässig ist. Auch wird ein Beurlaub­tenstand der Schußtruppen gebildet, der der Landwehr­Infanterie des Heeres gleich zu achten ist. Die in das Heer zurücktretenden Schußtruppler werden hinsichtlich des Dienstalters nicht schlechter gestellt, als wenn sie im Heer oder in der Marine verblieben wären.

Die Absteckung der neuen Kongogrenzen. Der französische Kolonialminister hat die Hauptleute der Kolonial- Artillerie Periquet und Crecet zur Leitung der aus Beamten und Offizieren bestehenden Kommiss sion betraut, die im Einvernehmen mit den Vertretern

pendem Tone. Ich werde noch lange diese Maschine bedienen, wenn von Ihnen in der Fabrik nicht mehr die Rede sein wird."

Ah woher kommt Ihnen diese Weisheit?" " Vom Herrn Leutnant. Der muß es doch wissen, denn er ist der Sohn und Erbe."

Tyrolt bebte vor Zorn, aber er bezwang sich. Wenn eine ähnliche Störung nochmals vorkommt, ohne daß Sie eine triftige Entschuldigung haben, jage tch Sie aus der Fabrik."

Tyrolt ging, ohne die Erwiderung abzuwarten. Er inspizierte den ganzen Betrieb, und überall begegneten thm freundliche Gesichter. Die Botschaft des alten Ar­beiters mußte wohl schon die Runde gemacht haben. Als der Direktor müde in sein Bureauzimmer getreten war, tönte die Dampfpfeife. Es war Feierabend. Die Fabrik leerte sich, und Tyrolt schickte sich an, seine klei­dung zu wechseln, da er noch heute, dem Leutnant zum Trozz, im Herrenhause vorsprechen wollte.

III.

Deutschlands die neuen Grenzen des an Deutschland abgetretenen Kongobeckens festlegen soll. Die Abgren zungsarbeiten dürften nicht vor Ende März beginnen.

Einen Besuch des Königs von England am Zaren= hofe versichert das Petersburger Blatt Rietsch aus gutunterrichteter Quelle für dieses Frühjahr ankündigen zu können. Ein bestimmter Zeitpunkt für die Reise stehe zwar noch nicht fest, doch werde sie voraussichtlich im März oder April stattfinden. Die Meldung mag zu­treffen, da König Georg bekanntlich im kommenden Frühjahr seine Antrittsbesuche den Höfen des Festlands abstatten und, wie es heißt, zunächst nach Wien und dann voraussichtlich nach Berlin kommen will.

Die italienischen Kriegskosten werden sich nach et ner amtlichen Feststellung bis Ende März d. 3. auf 150 Millionen Lire belaufen. Der Staatsschatz verfügt noch über 350 Millionen Lire ordentliche Einnahmen, die ebenfalls zur Deckung der Kriegskosten dienen sollen.

Ein türkischer Sieg bei Derna? Nach einer vom türkischen Kriegsministerium veröffentlichten Depesche griffen die Türfen am 13. Februar Derna an und drangen nach dreistündigem Kampfe in zwei Forts ein, die von ihnen genommen wurden. Die Italiener hatten beträchtliche Verluste.

Desiree schaute von der Veranda hinaus in die friedlich schöne Landschaft, welche von dem Golde der untergehenden Sonne umsponnen, wie in einem Bau­berschleter eingehüllt lag. Welche Stille, welche Ruhe nach des Tages Mühen und der Arbeit Geräusch! Der leichte Abendwind hatte Qualm und Dünste aus dem Tal geweht und dafür den ozonreichen Hauch der Gi­ronneberge gebracht, die in saftigem Grün vor Desirees Blicken lagen. Der Wald war ganz in den lichten Glanz der Abendröte getaucht, die über die Höhen zu Tal flimmerte und erst in den blitzenden Wellen der Maas zu erlöschen schten. Wie ein breites Band aus Silber und Gold schlängelte sich der Fluß durch Wald, Wie­sen und Weg. Unruhig zitterten seine rasch dahineilen­den Wellen in frtscher Brise, die auch in des Mädchens frauslockigen Haaren fptelte.

Da, mit scharfen Augen hatte es einen Gegenstand

Kleine Nachrichten.

Das Luftschiff Schwaben", das über den Winter in der Luftschiffbaue beim Bahnhof Baden- Oos sta­tioniert war, ist im Laufe der letzten Monate infolge verschiedener notwendig gewordener Reparaturen ab­montiert und in allen Tellen gründlich gereinigt wor­den. Diese Arbetten sind jetzt beendigt. Vom 1. April ab finden Probeauffttege statt, am 1. Ostersonntag be= ginnen die regelmäßigen Passagierfahrten.

Unregelmäßigkeiten bei einer Seminarprüfung. Die Prüfung aller Kandidaten des Lehrerseminars in Grimma wurde vom Ministerium für ungültig erklärt, da bei der Prüfung unerlaubte Hilfsmittel benuẞt wor= den sind. Ein Kandidat versuchte deshalb, durch Deffnen des Gashahns Selbstmord zu verüben. Die Prüfung ist 1913 nochmals zu wiederholen.

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Von Löwen zerfleischt. Ein schrecklicher Unglücks­fall ereignete sich am Sonntag bei einer Vorstellung, die eine Menagerie in Alencon( Frankreich) gab. Ein jun­ger Radfahrer, der während der Vorstellung auf einem Drahtseil über dem Löwenkäftg hin und her zu fahren hatte, wurde plößlich von einem Schwindelanfall be= troffen und fiel aus sechs Meter Höhe in den Käfig, wo er mit gebrochenen Beinen liegen blieb. Die Bestien stürzten sich sofort auf den Unglücklichen und zerfleisch­fen ihn in furchtbarer Weise.

Der Ranbmord in der Alten Jacobftraße an Berlin dürfte durch die Verhaftung des Schlossers Ds= wald Trenkler in Zittau volle Aufklärung finden. Daß Trenkler zu der Bluttat in irgend einer Beziehung steht, ist außer Zweifel. Er soll in Berlin wie in an­deren Städten mit Verbrechern verkehrt und sich Einbrüchen beteiligt haben.

Schwerer Unfall während eines Gottesdienstes. In der katholischen Kirche zu Steele( Ruhr) stürzte wäh= rend des Gottesdienstes ein Teil des Deckengewölbes ein. Dabei wurde einer der am Hochaltar amtterenden Ministranten schwer verletzt. Unter den Besuchern des Gotteshauses brach eine Panik aus.

Die Lohnbewegung unter den Ruhrberglenten. Der Zechenverband lehnte die Forderungen der Berg­arbeiter ab. Die Organisationsvorstände werden in den nächsten Tagen zusammentreten und zu der Antwort des Zechenverbandes Stellung nehmen.

Sie Bolksinstiz gegen Schwarze in Amerika. Drei wegen Ermordung eines Eisenbahndetektivs verhaftete Neger wurden gestern in Shelbyville in Tenessee wäh­rend ihrer Vernehmung vor Gericht durch Schüsse aus dem Zuschauerraum verwundet. Einer von ihnen ist seinen Verlegungen erlegen.

Bei der Demontternng des Wracks der Liberté wurden unter den Drehtürmen die Leichen von vier­zehn Matrosen gefunden. Sie hatten sich offenbar dort­hin geflüchtet in der Hoffnung, daß sie vor der Wir fung der Explosion in den Panzertürmen Schuß ftn­den würden.

Der drohende Generalstreik in England. Der Aufsichtsausschuß der Gewerkschaft der englischen Transportarbeiter beschloß in der Versammlung, die am Freitag in Manchester stattfand, einen allgemeinen Sympathiestreit zu beginnen, falls der Kohlenarbetter­streit ausbricht. Die Absicht ist, eine Beförderung aus­ländischer Kohle zu verhindern.

Om Einen furchtbaren Selbstmord beging gestern in Lyon eine anscheinend irrsinnige Frau. Sie über­goß sich in der Nähe der Kirche mit einer Flüssigkeit und zündete sie an. Die Frau glich bald einer lebenden Fackel. Die auf ihr Geschrei herbeieilenden Kirchen­besucher konnten sie nicht mehr retten. Man glaubt, daß die Unglückliche aus einem Frrenhaus entwichen ist.

erspäht, der sein Interesse ganz in Anspruch nahm. Es war das ein hell angestrichenes Boot, das sich, an der Fabrikbrücke angekettet, auf dem Wasser wiegte.

Welch' ein Vergnügen muß es sein, auf jenem Schifflein den Fluß hinab zu schaukeln," dachte Destree, ,, ich wollte, ich säße darin."

Was träumt mein liebenswürdiges Schwester­lein?" fragte plößlich Olivier, sich wie lene über die Balustrade lehnend. Der Vollmond steigt empor, das ist die rechte Beleuchtung für die schwärmerische Mädchenseele."

Du irrst, Bruder," war die Antwort. Ich be­obachtete jenes Boot an der Brücke und denke an das Vergnügen einer Wasserpartie."

" Jeßt, bei einbrechender Nacht? Nun, dazu kannst Du mich nicht haben."

Ich hatte auch gar nicht die Absicht, Dich aufzu­fordern. Da ich aber nicht allein das Boot lenken kann, werde ich Herrn Tyrolt ersuchen-"

,, Mit ihm bei Nacht und Nebel auf dem Fluffe," ztschte Olivier ärgerlich, das wäre freilich sehr pas= send für das Fräulein."

,, Nun, so entschließe Dich doch zu rudern, mich zieht es förmlich in den Kahn. Aber ich fürchte, Du nimmst nur den Mund voll, wenn Du von Regattas und Was­ferstarten erzählst. Ich wette, Du hast noch keine Ru­der in der Hand gehalten."

" Ich rudere wie ein Gott. Morgen sprechen wir weiter davon, heute habe ich keine Lust."

Ach, Du bist zu schwach, Du traust Dich nicht," spottete die Kleine. Nun, so lasse ich den Direktor rufen, der traut sich

"

Er soll es nicht!" brauste Olivier auf. Es ist unschicklich, ich leide es nicht eine Kahnfahrt im Halbdunkel am allerwenigsten. Wenn es nach mir geht, follt ihr feine Gelegenheit finden, allein und unbelauscht zu sein."

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