Ausgabe 
17.2.1912 Zweites Blatt
 
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gen Jahres nur 2,04 Proz. der Hauer weniger als 5 Mark in der Schicht( unter Einschluß der von den Ar­beitern zu tragenden Knappschaftsgefälle), einen Lohn von 5,01-5,50 Mark hatten 14,04 Proz. der Hauer, einen solchen von 5,51-6,00 Mt. 39,32 Prozent, von 6,01-6,50 Mart 28,35 Prozent, von 6,51-7,00 Mt. 10,76 Prozent. Ein Schichtverdienst von mehr als 7 M. war feineswegs vereinzelt und wurde von viel mehr Belegschaftsmitgliedern( 4,89 Proz.) erzielt, als die Zahl derer betrug, die weniger als 5 Mark verdienten. An­nähernd 1000 Mann erhielten sogar mehr als 8 Mark in der Schicht.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 17. Februar 1912. Billige Elektrizität. Die Talsperren der Eder und Diemel sollen bekanntlich zur Erzeugung elektrischer Energie ausgenutzt werden. Ganz Waldeck und die Kreise Kassel und Göttingen können angeschlos sen werden. Man hört einen Preis von nur drei Pfennig für die Kilowattstunde.

):( Vom Westerwald. Das Projekt der Er­richtung einer Taisperre beim Zusammenfluß der großen und kleinen Nister ist nun soweit ge­diehen, daß es der Regierung zur Genehmigung unter­breitet werden kann. Die Kosten sind auf zehn Millio­nen Mark veranschlagt. Die Sperre ist als eine groß= zügige Quelle für elektrische Kraft gedacht, die zahlreiche Gemeinden der Regierungsbezirke Köln, Koblenz und Arnsberg mit Kraft und Licht versorgen soll. Das Stau­becken soll etwa 40 millionen Kubikmeter Wasser fassen.

Literarisches.

? Nord und Süd. Das erschienene zweite Januarhest von Nord und Süd"( Schles. Buchdruckerei, Kunst- und Verlags- Anstalt v. S. Schottlaender, A.-G., Breslau- Berlin- Leipzig) legt wieder Zeugnis ab von der glänzenden Entwickelung, die unter ihrem neuen Her­ausgeber Prof. Dr. Ludw. Stein und unter ihrem neuen Programm die Zeitschrift genommen hat. Dieses Heft ist, wenn möglich, noch aktueller als das erste: die wich­tigsten und brennendsten Fragen der Politik gelangen hier immer vom Standpunkte der Kulturpolitik" aus

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zur Erörterung. So 3. B. gleich im ersten Artikel Fürst Bülow und der Dreibund" von dem bekannten Historiker Dr. Heinrich Friedjung. Die Beziehungen zwischen Desterreich und Italien" werden von Dr. Otto Steinwender, Mitglied des österreichischen Abgeordneten­hauses, besprochen. Der Aufsatz des Oberstleutnant a. D. Rogalla von Bieberstein über Die Dardanellen" ist Ge= Die Feier des 200. sehr treffend geschrieben. burtstages Friedrichs des Großen gibt Oberbürgermſtr. Alfred Knobloch Anlaß, die Wirtschaftspolitik Friedrich des Großen" der heutigen Generation als nachahmens­Einige der wertes Muster vor Augen zu halten. vielen anderen Beiträge dieses Heftes haben etnen ganz

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? Der König Friedrich der Große in seinen Briefen und Erlassen, sowie in zeitgenössischen Briefen, Berichten und Anekdoten. Mit biographischen Verbindungen von Gustav Mendelssohn Bartholdy. Mit Bildnis von Menzel. 528 Seiten in Pappe gebd. 1.80 Mt. In demselben Sinne wie Friedrich der Große der König genannt wurde, soll hier das Buch von ihm den Deutschen aller Stämme dargeboten wer­den. Von ihm, nicht über ihn. Der Herausgeber tritt zurück. Der König selbst hat das Wort. Unmittelbar ergreift er den Leser und stärkt ihm das persönliche wie das nationale Leben.

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? Rund ein Jahrhundert Gasver= brauch und Gaskonsum liegen mit dem Jahre 1912 vor. Zur Würdigung dieser Tatsache ist soeben auf Ver­anlassung und mit Unterstützung der Zentrale für Gas­verwertung ein Kalender, betitelt Im Jahrhundert des Gases", erschienen, der allen Gasverbrauchern Neues und Wissenswertes bringt. Kein Gebiet der Gasver wendung ist unberücksichtigt geblieben. Sicherlich dürfte der Kalender seinen Zweck nicht verfehlen und dem Gase neue treue Freunde zu seinen alten hinzugewinnen. Der Kalender, der im Verlage der Königl. Hofbuchdruckerei J. S. Preuß, Berlin S. 14, Dresdenerstraße 43, scheint, kostet nur 50 Pfg. pro Stück.

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? Die Ballkönigin ist, wie man weiß, ein gar beneidenswertes und vielbeneidetes Geschöpf. Schön heit, Anmut und chike Kleidung müssen sich vereinigen, um diesen Ehrennamen zu rechtfertigen. Meistens aber macht es die glücklich gewählte Toilette allein, weil sie alle Vorzüge des weiblichen Geschlechts hervorhebt, ir­gend welche Mängel aber verdeckt. Die elegantesten und dabei billigsten Kostüme kann man sich aber ohne Zwei­fel selbst herstellen und zwar mit Hilfe des tonangeben­den Weltmodenblattes Große Modenwelt", Ver­lag John Henry Schwerin, Berlin W. 57, ohne das heute keine Dame von Welt und Geschmack mehr existieren kann.

Gesetzliche Meisterprüfungen für Handwerker.

Die Gesuche um Zulassung zur diesjährigen Meister­prüfung(§ 133 der Gewerbeordnung) sind mit den er­forderlichen Unterlagen bis spätestens am 31. Mai ds. Jo. an den unterzeichneten Vorsitzenden einzureichen. Die Prüfungsgebühr von 35 Mk. ist an die Handwerks fammer in Darmstadt einzusenden und die Quittung dem Gesuche beizulegen.

Gießen, am 10. Januar 1912.

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Geschäftliches.

)( Mist ist des Bauern List, lautet ein altes, bewährtes Sprichwort; denn gut behandelter Stallmist bleibt nach wie vor die sichere Grundlage jeder Feld­bestellung. Allerdings kann man heute nicht mehr nur mit Stallmist allein wirtschaften. Wer unter den jetzigen Verhältnissen vorwärts kommen will, muß unbedingt neben Stallmist vor allem noch Thomasmehl verwenden.

Die Meisterprüfungskommission für die Provinz Oberhessen. Traber, Vorsitzender.

Für Frauen

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)( Eine Täuschung der Käufer wird uns in folgenden Zeilen geschildert: Neuerdings versuchen in verschiedenen Gegenden Hausierer und Detailreisende den Hausfrauen das bekannte selbsttätige Waschmittel Pe r- si I" lose und zu besonders billigen Preisen zu kaufen. Die Hausfrauen werden in ihrem eigenen In­teresse vor solchen Käufen gewarnt, da es sich hierbei in den meisten Fällen um ganz minderwertige Waschpul­ver handelt, bei welchen die Hausfrauen erst zu spät einsehen, daß sie betrogen worden sind. Die Fabrikan­ten Henkel u. Co. Düsseldorf machen ausdrücklich da­rauf aufmerksam, daß sie Persil" nur in den bekannten niemals lose Originalpaketen I in den Handel brin­

gen.

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Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 18. Februar, Estomihi. In der Stadtkirche.

Vorm. Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- Ge­meinde. Pfarrer D. Schlosser.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männl. Jugend der Matthäusgemeinde.

In der Johanneskirch e. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 5 Uhr: Pfarrassistent Schorlemmer. Abends Uhr: Versammlung der konfirmierten männ= lichen Jugend der Lukas- und Johannesgemeinde. Batholische Gemeinde in Gießen Sonntag, den 18. Februar. Vorm. von Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe.

Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Militärgottes­dienst.

Nachm. 5% Uhr: Christenlehre, darauf sakramentalische Bruderschaftsandacht.

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