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wesen, und als vor mehr als einem Menschenalter the Gatte starb, war sie den deutschen Verhältnissen so entfremdet, daß fie auch für den langen Rest thres Lebens ben Schweizer Bergen treu blieb. Dort, in der Nähe von Thun, ist sie nun, längst vergessen von ihren ehe maligen Standes- und Zeitgenossen, heimgegangen.
Das nene Zeppelin- Luftschiff„ Vittoria Luise" unternahm Mittwoch früh 10 Uhr unter der Führung des Grafen Zeppelin seine erste Probefahrt, an der sich nur Oberingenieur Dürr und die Bedienungsmannschaft beteiligte. Das Luftschiff bewegte sich in der Hauptsache über dem Gebiet des Bodensees. Nach einstündigem Manöverteren kehrte das Luftflugzeug zum Gelände der Luftschiffbaugesellschaft zurück, wo es glatt landete. Das Ergebnis der ersten Probefahrt ist außerordentlich befriedigend. Die Neuerungen und Verbesserungen ha ben sich, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, gut bewährt.
Der eingebrochene Einbrecher. Großes Pech hatte ein Einbrecher in Cöpenick bet Berlin. Nachts hatte er in einem Hause einen größeren Posten Wäsche und Kletdungsstücke entwendet und damit den Weg über den zugefrorenen Frauenteich genommen. Das Unglück wollte es aber, daß der Dieb in der Dunkelheit an eine offene Stelle geriet. Er brach ein und rief nun jämmerlich um Hilfe. Ein paar Bäckergesellen befreiten ihn aus seinem Bade, wunderten sich über die viele Wäsche und das große Paket Kleidungsstücke, tamen aber bald auf des Rätsels Grund, verbläuten den Geretteten und führ= ten ihn aut die Polizeiwache, wo man thm eine warme " Stube" anwies.
Eine Motorjacht aus Marzipan für die Kronprins zenkinder. Die Kinder des Kronprinzen erhielten jüngst ein hübsches Gefchent, das ihre Freude an der Marine zu erhöhen geeignet ist. Ein begeisterter Motorbootsportsman aus Westpreußen hatte, wie das„ Motorboot" mitteilt, die eigenartige Idee, eine Motorjacht bauen zu lassen, die als Baumaterial anstelle von Stahl und Eisen nur Honigfuchen, Marzipan und Schokolade aufweist. Sie wurde gerade noch rechtzeitig fertig, um für die Kinder des Kronprinzenpaares als Weihnachtsgeschenk zu dienen. Die Motorfacht, die den Namen Pommern" trägt, ist 1 Meter lang und besteht ebenso wie die naturgetreuen Wellen, auf denen sie schwimmt, ausschließlich aus den schönsten Leckerbissen. Es ist also geradezu eine Motorjacht aus dem Schlaraffenland. Das kleine Kunstwert aus Marzipan und Schokolade zeigt in allen Einzelheiten die genaue Nachbildung einer Motorjacht. Sogar die Rettungsboote aus Schokolade sind an den Selten der Jacht aufge hängt. Ein Kapitän mit martialischem Schnurrbart und Marzipangliedern steht tapfer in der Mitte des Bootes und sieht wohlwollend auf seine Mannschaften herab, die in demselben süßen Material geschaffen worden sind. Das Geschenk hat natürlich bei den jungen Prinzen aus mehrfachen Gründen große Freude er= regt. Das Kronprinzenpaar hat demgemäß auch Veranlassung genommen, an den Spender der süßen Gabe ein liebenswürdiges Dankschreiben zu richten. Ob der Motor auch lenge funktioniert hat, oder bald den ungestümen Angriffen der jungen Prinzen zum Opfer ge= fallen ist, wird nicht berichtet.
Ein tragischer Selbstmord. Auf dem Postamt 11 am Anhalter Bahnhof zu Berlin waren in der letzten Zeit verschiedentlich Diebstähle vorgekommen, ohne daß es bisher gelang, den Täter zu faffen. Der Postschaff= ner L., der auf dem Ami Dienst fat, stand zwar in dem Verdacht, der Urheber der Veruntreuungen zu sein, es fonnte ihm aber nichts bewiesen werden. Als vorgestern abend einem Beamten wieder 30 Mart in der Kaffe fehlten, sagte er dem 2., der außer ihm Dienst tat, auf den Kopf zu, daß er das Geld entwendet habe. 2. leugnete die Tat, entfernte sich aber bald darauf unter einem nebensächlichen Vorwand aus dem Bostamt und irrte planlos in den Straßen der Stadt umher. Als er in die Nähe des Landwehrfanals fam, packte thn die Verzweiflung; er stürzte sich in die Fluten und ertrant vor den Augen der entsetzten Zuschauer, bevor ihm Hilfe gebracht werden konnte. L. hinterläßt eine Frau und mehrere Kinder. Wie in den Kretsen seiner Befanntschaft behauptet wird, soll L. in geordneten Ver= hältnissen gelebt haben; es ist nach allen bisherigen Ermittelungen auch nicht ganz ausgeschloffen, daß der Verdächtigte gar nicht der Täter ist und sich aus Berzweiflung über den falschen Verdacht das Leben genommen hat. Das Weitere dürfte die eingeleitete Unterfuchung, ergeben.
König" Mataafa von Samoa gestorben. Aus Nustralten wird die Kunde übermitelt, daß der einstige " König" von Samoa, Mataafa, auf den Fidschiinseln gestorben ist. Im Rahmen der Verhältnisse, in die er gestellt war, hat dieser Südseehäuptling sich als ein bedeutender Mann erwiesen. Er spielte in den samoantschen Wirren fett 1880 eine hervorragende Rolle. Zum ersten Male wurde er am 9. September 1888 gegen Tas masese zum König ausgerufen, aber schon im Junt 1898 durch die Berliner Samoakonferenz abgesetzt. Wiederum als König von seiner Bartet auf den Schild gehoben, wurde er 1893 auf Manono geschlagen und dann nach den Marschallinseln verbannt. Nach Malte=
„ Nur unter der Bedingung, daß ich Sie recht bald wiedersehe," entgegnete sie mit weicher Stimme, als ob fie für ihren Bruder um Verzeihung bitten wolle.
Waldemar verbeugte sich und ellte die Treppe ht nunter. Olivier schaute ihm mit giftigen Blicken nach die Geschmeidigkeit des Deutschen ärgerte ihn in feiner eigenen Krüppelhaftigkeit.
„ Der Emporkömmling fühlt sich schon als Schwiegersohn von Bourlier", murmelten die schmalen Lippen feines bretten unschönen Mundes.„ Aber er hat die Rechnung ohne den Erben der Firma gemacht. Ich dulde kein fremdes Blut in meiner Familie. Wenn auch der Alte einen Narren an ihm gefressen hat, ich hasse ihn und werde nicht eher ruhen, bis er seinen Abschied erhalten hat."
Während dieses Vorganges hatte Frau von Tarandal, die mit Bourlier im Salon Platz genommen, ihrem Herzen Luft gemacht. Das waren freilich böse Geschichten geweten, die sie schon in der ersten Stunde threr Ankunft mitzuteilen für nötig fand.
" In Brüssel ist Desiree in Lebensgefahr gewesen, weil sie selbst einen Tandem tutschterte und das Pferd, ein ungarischer Jucker, mit ihr durchging", flagte sie. „ Aber ich habe es gebändigt Papa", verteidigte sich das junge Mädchen mit blizenden Augen.„ D, Du hättest nachher das Tter sehen sollen, wie es fromm nuter meine Bettsche tanzte. Ich habe Kraft in meinen Händen."
Der alte Herr tätschelte zärtlich die weißen Finger, welche sie ihm entgegenhielt.
In Ostende huldigte sie dem Segelsport", klagte Frau Nataly weiter. Ich bitte Dich, Bruder, segeln in dieser Jahreszeit, wo die Frühjahrsstürme noch an der Tagesordnung sind! Das Boot legte sich auf die Seite; ich sah es vom Strande quß, wie es Wasser fchöpfte, faltes, salztges Seewasser, und dann sank es fant es."
toas Tod im Winter 1898 zum dritten Male zum Röntg gewählt, behauptete er sich gegen alle Angriffe bis Ende 1899, wo die Aufteilung von Samoa erfolgte. Während seiner Regierung bewies er deutschfreundliche Gesinnung; er erhielt auch im Frühjahr 1901 vom Kaiser et nen aus Ebenholz und Silber gefertigten, tunstvollen Häuptlingsstab zum Geschenk, den ihm der damalige Gouverneur Dr. Solf überreichte. Ein besonders stattlicher und wohlbegabter Sohn seiner Rasse, hat er es bei förperlicher und geistiger Frische zu einem Alter von 85 Jahren gebracht.
Die galante Legislatur. Aus Neuvorf wird der " Frtf. 3tq." geschrieben: Unter den starkgeistigen Damen von Kalifornien haben sich, so seltsam es auch flingt, so manche befunden, die bei den Wahlen den Wahlbeamten gegenüber nur zögernd ihr Alter anga= ben und dann auch gewöhnlich das, was früher einmal wahr gewesen wat; fa manche blieben fogar den Wahl= urnen fern, weil sie dieses Wissen überhaupt für sich behalten wollten. Um den Damen nun das Wahlgeschäft etwas zu erleichtern, hat jeßt die gefeßgebende Körperschaft bestimmt, daß dte Altersangabe nicht mehr notwendig ist. Die Damen haben einfach zu beschwören, daß sie majorenn seten, dann tut sich ihnen die Tür des Wahllokale sperrangelwett auf. Ein hübscher Zug politischer Galanterie, den die Wählerinnen von Kalifornien sicher zu schäßen wissen werden.
Eine mutige Tat und ihr Lohn. Unter diesem Titel berichtet die für Mannschaften bestimmte kleine Wo= chenschrift Meine Dienstzeit" die tapfere Tat eines preußischen Soldaten. Der Gefreite Wigand vom 3. Ba= taillon Fusilier- Regiments Nr. 80 fuhr an einem Tage des letzten Sommers auf dem Rade in der Nähe von Frankfurt a. M., als er in der Nähe des Schleusenkanals Hilferufe hörte. Sofort eilte er hin, und eine Frau zeigte ihm einen eben im Wasser des Kanals versinkenben Knaben. Wigand warf sofort Rock und Hose ab und sprang, obwohl sehr erhißt, in den gerade zum Durchschleusen von Lastschiffen angestauten tiefen Kanal. Es gelang ihm auch, den Knaben zu fassen und mit ihm am steilen Uter in die Höhe zu klimmen, wobei er sich selbst am Beine verlegte. Er übergab den Stebenfährtgen aus dem Dorfe Niederrad seiner Mutter und fuhr, ohne seinen Namen zu nennen, wetter. Eines Tages aber wurde er vor sein Bataillon gerufen, sein Kommandeur überreichte ihm mit anerkennenden Worten dte thm vom Kaiser verliehene Rettungsmedaille, und bas ganze Bataillon brachte ihm ein Hoch aus. Wigand hatte sich übrigens im vergangenen Jahre bet einem Armeegepäckmarsch von 50 Km. als bester in körperlicher Verfassung von 67 Teilnehmern erwiesen und war als britter angekommen.
Ein gewissenloser Deneunziant. Mit welch skrupellosen Mitteln manchmal Leute arbeiten, um eine be stimmte Absicht zit erreichen, zeigt ein Vorfall, der sich dieser Tage bei der Berliner Mordkommission ereignete. Ein wegen Diebstahls in Untersuchungshaft sibender Einbrecher richtete an die Staatsanwaltschaft ein Schrei ben, worin er zwet Arbeiter als die Mörder der Famt Ite Schultze in der Alten Jakobstraße bezeichnete und gleichzeitig angab, die gestohlenen Juwelen befänden fich in der Wohnung eines von thm mit Namen genann ten Mädchens. Bef seiner mündlichen Vernehmung ergänzte der Mann seine Angaben durch präzise Einzelhetten, so daß sich die Kriminalpolizei genötigt fah, dte Spur sofort weiter zu verfolgen und das betreffende Mädchen nach dem Präsidium zu holen. Hier stellte sich mun heraus, daß die ganze Beschuldigung wissentlich falich gemacht war. Der Verbrecher hatte das junge Mädchen, das fich des besten Leumundes und vorzüg= ficher Zeugniffe erfreut, vor einigen Jahren kennen ge lernt, ihm seine Ersparnisse von mehreren hundert Mart abgeschwindelt und es dann unausgefeßt beläfttgt und verfolgt. Schließlich fab sich das Junge Mädchen gezwungen, feine Stellung als Kinderfräulein aufzugeben, um sich den ftellungen des Betrügers zu entziehen. Da ging di Is er fein Opfer nicht mehr auffand, zur Boltzet o bezichtigte fich selbst des Mordes an jenem Mädchen; er erreichte damit auch fetnen Zweck, denn der Polizei gelang es nach vielen Mühen, den Verbletb der angeblich Toten zu ermitteln. Nunmehr verließ diese abermals thre leste Stellung und entzog fich so wieder ihrem Belästiger, bis dieser jezt auf die dee verftel, die oblae Anzelae zu erstat ten. Da sich der Patron, wie er selbst mit Genugtuung fagt, im Befiße des Jagdschetnes" befindet, d. h. gerichtlich für aeiftestrant erklärt ist, so tann er straf rechtlich nicht für seine falschen Denunzterungen zur Verantwortung gezogen werden.
entfamen sie mit dem Gelde in demselben Auto. Von den Räubern fehlt jede Spur.
Ueber einige andere freche Banditenstreiche meldet und der Draht:
Paris, 16. Februar. Gestern abend schleuderte ein unbekannter Mann in Boulogne eine Bombe in einen Juwelierladen und raubte bei der allgemeinen Verwirrung einen großen Teil der in dem Schaufenster ausgelegten Schmucksachen. Obwohl die Verfolgung des Täters fofort aufgenommen wurde, gelang es nicht, thn zu verhaften.
Paris, 16. Februar. In Acheres bei Paris wurden zwet allein stehende Damen, die aus dem Elsaß stammenden Lehrerinnen Marie und Elise Kretingel in threr Wohnung von Einbrechern überfallen. Diarie Streßingel wurde durch einen Revolverschuß am Kopfe verletzt bewußtlos, und ihre Schwester Elise tot aufge funden. Die Polizet verhaftete dret Brüder namens Berancourt, die der Täterschaft dringend verdächtig sind.
Drabtnachrichten und neuestes.
Ein neues Opfer der Aviatik.
Berlin, 16. Februar. Der Flieger Schmitt, der gestern auf dem Fabrikgelände der Neuen Automobil Gesellschaft in Oberschöneweide mit einem Farman- Apparat abstürzte, ist heute setnen schweren Verlegungen erlegen.
Ueberfall auf einen Schuhmann.
Leipzig, 16. Februar. Als heute früh der Schutzmann Hecke in Klein- schocher den zwanzig Jahre alten Heßler wegen Einbruchs festnehmen wollte, feuerte lezzterer einen Revolverschuß auf den Beamten ab, der, fn die Brust getroffen, schwer verlegt wurde. Schießübungen mit Flugapparaten. Paris, 16. Februar. Auf Anordnung des Kriegsministers Millerand werden vom 1. März ab unter Aufsicht von Mitgliedern des Oberkriegsamtes Artillerteschteßübungen stattfinden, bei denen Flugap parate verwendet werden sollen. Nach Beendigung der ebungen, an deren Erfolg nicht gezweifelt wird, soll dte Artillerie besondere Fliegerabteilungen erhalten. Berliner Getreide und Schlachtvichmarkt.
Wie vorher der scharfe Frost in Deutschland den Anlaß zu der bedeutenden Aufwärtsbewegung am Berliner Getreidemarkt gegeben hatte, so hat sich mit dem Witterungsumschlag die Abschwächung eingestellt. In der am 14. Februar beendeten Berichtswoche sind die Preise aller Getreidearten um etwa 2 bis 3 M. zurüc gegangen. Das Ausbleiben neuer wesentlicher Exportverkäufe trug dazu bet, den Rückgang zu verschärfen. Weizen war in der Hauptsache von der Situation am Weltmarkt abhängig. Die maßgebenden amerikanischen Bläße ließen besonders in den letzten Tagen eine Netgung zur Abschwächung erkennen, da die lange verzö gerten amerikanischen Verschiffungen nunmehr in grö Berem Umfange aufgenommen werden sollen und aus Indien günstige Ernteberichte einliefen. Die Zunahme der sichtlichen Weizenvorräte Kanadas übte gleichfalls einen brückenden Einfluß aus. Im übrigen hat sich aber die allgemeine Lage taum geändert. Rußland bleibt fest und hat wenig abzugeben, und es zeigt fich am Weltmarkt immer noch Mangel an greifbarer Ware, besonders an Kleberweizen. Das Geschäft lift unter Zurückhaltung der Händler. Am lezten Tage der Be richtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mai wie folgt: Weizen 218,00, Roggen 196,25, Hafer 193,50, Mais 170,75 M
Breise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Och fen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes( ungefocht 83-88 M, b) junge fleischige, nicht ausge mästete und ältere ausgemästete 76-82 M., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 70-77 M. 2. Bul len: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 75-81 M., b) vollfletschtge jüngere 73-80 M c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 66 bis 74 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete färsen höchsten Schlachtwertes 77-80 M., b) vollfleischige ausgemästete Kithe höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren 68-74 M., c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 64 bis 69 M., b) mäßig genährte Kühe und Färsen 55-62 M, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 62 M., f) ges ring genährtes Jungvteh( Freffer) 52-64 M. 4. Stäl ber: a) Doppellender feinster Mast 75-95 M, 6) feinste Mastfälber 92-98, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 80-88 M., 5) geringere Mast- und gute Saug tälber 70-81 M., e) gertnge Saugfälber 53-71 M. B bis 80 M, b) ältere Masthammel, geringere Mastläm mer und gut genährte junge Schafe 64-70 M, c) mäBig genährte Hammel und Schafe 56-68 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 3tr. Lebendgewicht 62 M., b) voll fleischige Schweine 250-300 3fb. 60-61 M, c) vollfletschige 200-240 Pfd. 57-60 M., b) vollfleischige Schweine 160-200 fd. 55-58 M., e) vollfletschige Schweine unter 160 Pfd. 52-54 M, f) Sauen 55-57 M
Berwgene Streiche von Straßenränbern. Schafe: a) Mafttämmer und fingere Maſtbammel 72
In Neuyork wurde am Donnerstag der frechste Banditenstreich ausgeführt, den die Neuyorker Verbrecherchronit kennt. Mehrere Straßenräuber überfielen um die Mittagsstunde eine Automobildroschke, mitten im Finanzdistrikt der Stadt, tn der zwet Bantboten 100 000 Dollar in bar fortschafften. Ste Räuber betäubten die Boten durch Schläge auf den Kopf, dann
„ Das ist nicht der Wahrheit gemäß", lachte Desiree. „ Die Bart sant nicht; aber ich sang aus dem„ Fltegenden Holländer" von Wagner: Lieber Südwind blase doch", und der Wind ließ sich erweichen, sprang um und bltes mich dem Ufer zu, welches ich wohlgemut, wenn auch etwas feucht, erreichte."
„ Aber nach meiner Angst hast Du nicht gefragt, leichtsinniges Kind", seufzte die alte Dame. Ich zitterte an allen Gliedern, als ich Dich verzweifelt mit dem Segel Hantteren sah, während Deine Freundin, Eugente Fontane, händeringend am Steuer saß. Vergeblich rief ich nach Hilje, lief am Meeresufer bet Sturm und Regen auf und ab, bis ich halb ohnmächtig zusammenbrach."
„ Ach Tamchen", lachte die kletne Sünderin übermütig,„ bas mag unendlich komisch gewesen sein. Du mußt ausgesehen haben wie eine Henne, die junge EntIeln ausgebrütet hat und glucksend und die Flüger schlagend am Ufer hin und her läuft, wenn jene zum ersten Male schwimmen gehen."
„ Spotte man, verhöhne mich nur um meiner Liebe willen", rtef Frau von Tarandal ärgerlich.„ Ich habe graue Haare Deinetwegen bekommen, graue Haare."
„ Aber man steht sie nicht mehr, Tantchen", ticherte Desiree indiskret und warf sich ihrem Vater um den Hals.
„ Gelt, Papa, Du zürnst Deinem Wildfang nicht", bat ste.„ Ich bin doch nun einmal so, und Du siehst es lieber, daß tch unberechnend und lustig bin und nicht so trübselig und verdrossen wie Olivier, der unserm Direktor nicht einmal die Freude der Begrüßung gegönnt und thn nach der Fabrik geschickt hat."
,, Was ist das?" fragte der Vater. ,, Genau genommen, die Wahrhett", antwortete der Sohn des Hauses, welcher bisher schweigend auf einer Chaufense gehockt hatte. Ich ersuchte Herrn Tyrolt, schleunigst hinüberzugehen, da die Arbeiter herum
Iungern, wenn sie ohne Aufsicht sind. Man hält sich schließlich doch nicht so teure Beamten, die sich hier die Zeit vertändeln."
,, Davon verstehst Du nichts", etferte der Fabrikant. „ Ich selbst ersuchte den Herrn Direktor, die Damen zu empfangen. Ich wundere mich sehr, daß er Deinem unpassenden Ersuchen Folge leistete."
„ Nun, das wäre! Ich hätte ihm im Nichtfalle sehr deutlich den Herrn gezeigt."
„ Du bist nicht sein Herr, höchstens bin tch's, aber ich möchte nicht, daß er dieses femals fühlte. Seiner Findigkeit, seinem Fleiße verdanke ich das Blühen meiner Fabrik, den täglich zunehmenden Wohlstand. Ich bin dem Manne dankbar und will es ihm zeigen."
" Du bezahlst ihn, Papa, ist das nicht genug? Wenn Du noch ein wenig freundlicher zu ihm bist als zu den sonstigen Angestellten, so hast Du genug getan, um die fen findigen Kopf, wie Du ihn nennst, bei guter Laune zu erhalten. Aber soweit darf es doch nicht gehen, daß er sich erkühnt, das Auge zu meiner Schwester zu er heben. Deine Weichmütigkeit hat ihn aber bereits dazu ermutigt, denn er war heute auf dem besten Wege, eine Liebeserklärung zu machen, wenn ich nicht dazwi schen gefahren wäre und ihn auf seine Stellung auf* merksam gemacht hätte." Desiree warf unwillig das Köpfchen zurück. Die Bevormundung ihres Bruders forderte thre Streitlust heraus.
,, Nun, lieber Olivier," sagte sie in schnippischem Tone, ich würde Dich wahrscheinlich nicht um Erlaub nts fragen, wenn ich Herrn Tyrolt ermutigte, mir ernsts haft den Hof zu machen."
„ Aber Destree," fuhr Frau von Tarandal erschrocken auf.
( Fortseyung folgt.)


