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Wehr- und Dedungsvorlagen.

Die Antwort auf Poincares und Churchills Reden.

Der Staatssekretär des Reichsschabamtes harrt mit großer Sehnsucht des Augenblicks, in dem die endgül­Age Herstellung der Geschäftsfähigkeit des Reichstages erfolgt, denn die Zeit ist knapp, wenn die erheblichen Aufgaben, die an die Volksvertretung herantreten, noch bis zum Osterfeste erledigt werden sollen. Falls die Verwirrung am Königsplate nicht bald ein Ende nimmt, so wird mit einer Tagung des Parlamentes bis aum Pfingstfeste gerechnet werden müffen. Zur Vorle­gung des Staatshaushaltes ist im Reichsschaamte alles bereit. Die ersten und größten Anforderungen werden der Kriegsminister und der Staatssekretär der Marine Itellen. Nachdem der Redner der nationalliberalen Partet im preußischen Abgeordnetenhauſe in vortger Woche bereits die Summe von 150-175 Millionen Mt. als die wahrscheinliche Summe genannt hat, die die Re­gierung des Reichs für Heeres- und Flottenzwecke be­willigt haben will, und der preußische Finanzminister der Schäßung nicht widersprach, so wird man nicht mehr überrascht sein können, wenn der Schatsekretär seine Wermuthstropfen" vor dem Hause ausschüttet.

Die Begründung der Forderungen wird der Hee­res- und Marineverwaltung neuerdings wieder durch den in Frankreich hervorgetretenen chauvinistischen Getst und die Anmaßung des britischen Marinemint­ters Churchill erleichtert werden. Poincares Rede bet Annahme des Marokkovertrages im französischen Se­nate vernichtet alle Hoffnungen, daß die deutsche Nach glebigkeit den französischen Revanchegedanken besänftigt haben möchte. Der Ministerpräsident sprach unverhoh­len aus, daß die Verständigung über Marokko Deutsch­land gegenüber keinen Abschluß bringen werde und stellte mit großer Entschiedenheit fest, daß das Vor­taufsrecht Frankreichs auf Belgisch- Kongo" bestehen bleibe, und daß dieses Recht unabtretbar fet. Mit auf­fallender und ganz unnötiger Schärfe fügte Poincare hinzu: Wenn das uns befreundete Belgien von einer Drohung verlegt werden sollte, würden wir es dank diesem Rechte verteidigen." Die Erwähnung der unver­geßlichen Trauer um Elsaß- Lothringen Iteß keinen 3weifel übrig, daß es dem Kabinettchef darum zu tun war, teden versöhnlichen Gedanken abzuweisen, und Clemenceau tot das Uebrige, um die Vergeltungsstim­mung gegen Deutschland fm französischen Volke wach­zuhalten.

Die Präsidententristis verschärft sich.

Im Reichstage wurden am Montag den ganzen Tag hindurch Fraftionssizungen abgehalten, deren Er­gebnis ein völliges Durcheinander ist.Die wichtigste Entscheidung lag naturgemäß bei den National­Itberalen, die sich darüber klar werden müssen, welche Folgerungen sie aus der durch den Rücktritt Spahns geschaffenen Lage ziehen sollen. Nachdem ein Versuch, Herrn Spahn eine Neuwahl mit großer Mehr­heit anzubieten, als gescheitert angesehen werden mußte, entschlossen sich die Nationalliberalen, an den weiteren Wahlen zum Präsidium sich überhaupt nicht mehr zu beteiligen, da der Versuch, ein Geschäftspräsi­dium zu bilden, mißlungen war und sie sich anderseits an einem Großblockpräsidium nicht beteiligen wollten. Prinz Schönatch- Carolath hat ausdrücklich erklärt, einem nur aus Mitgliedern der Linken zusammengesetzten Präsidium nicht beitreten zu wollen. Darauf hat die Fraktion an den Abg. Paasche, der selber an der Stzung nicht teilnahm, die Bitte gerichtet, seine Stellung als 2. Vizepräsident niederzulegen. Dem Beschluß sind natür­Itch sehr lebhafte Auseinandersetzungen vorausgegan­gen. Bulegt ist er aber doch mit allen gegen zwei Stim­men gefaßt worden.

Der Kriegsminister wird sich bei seinen bevorste henden Ausführungen im Deutschen Reichstage auf die Tatsache ftüben, daß Frankreich mit seinen 39 Minio­nen Bewohnern eine Viertelmillion mehr ausgebildete Mannschaften besitzt, als Deutschland mit seinen 65 Millionen Bewohnern. Ferner wird darauf hingewie­en werden, daß wir start hinter Frankreich bezüglich ber fedes Jahr zu Uebungen eingezogenen Mann­chaffszahl aus dem Beurlaubtenstande zurückstehen. Etwa 300 000 Mannschaften berufen unsere Nachbarn ährlich mehr ein als wir. Dadurch werden die fran­ösischen Reserven den unsrigen an militärischer Tüch­tgfelt überlegen. Als den wichtigsten Bunft dürfte der Kriegsminister betonen, daß Frankreich bei entspre= hender Ueberzahl von Unteroffizieren allein 3000 Of iztere in feiner Armee mehr hat als wir. Das ist al erdings etn bedenkliches Uebergewicht. Da Deutsch­and fährlich etwa 220 000 fiberschießende dienstfähige Refruten vom Militärdienst freiläßt, so werden wir im­ner in der Lage, fein, bet einer entsprechenden Erhö­jung unserer Friedenspräsenzstärke eine zahlenmäßige Teberlegenheit Frankreich gegenüber zu erzielen, und arin wird der Kern der Forderungen der Heeresver= valtung Itegent.

Die Ansprüche der deutschen Luxusflotte", wie sie er englische Marineminister Churchill soeben in ganz nangebrachter teberhebung bezeichnete, hofft Herr von Etrpis sehr leicht mit den Ereignissen des verflossenen Sommers verteidigen zu können. Die Ausgaben für mfere Marine sollten sich im kommenden Etatsjahr um twa 9 Millionen höher stellen als 1911-12. An und itr sich mußte mit dem Budget des Vorjahres- 450,1 Millionen Mark der Gipfelpunkt für unsere Aus­jaben für die Marine erreicht sein. Nach der Geldbe­jarfsberechnung des Flottengefeßes waren für 1912-13 tur 449,5 Millionen Mark zu fordern. Aber Umstände indern die Sache, und trotz des Besuches des britischen Priegsministers Haldane in Berlin wird von Tirpiz ine Mehrbewilligung von etwa 20 Millionen Mark tir das nächste Etatsjahr beantragen.

Der Reichsschaßsekretär wird sicherem Vernehmen tach seine Deckungsvorlagen außer der Erbanfallsteuer nit einer Dividendensteuer bezüglich der großen At­tengesellschaften ausstatten, fodaß also von jeder indt­eften Steuer abgesehen werden wird. In der Regie­ung wird mit einer Mehrheit für die Steuerbewint ung gerechnet, in der sich auch die 110 sozialistischen Stimmen befinden, die man auf diese Wetse dem Vater­ande dienstbar machen mill.

1)

Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias. ( Nachdruck verboten.)

I.

Wie es nun weiter mit der Präsidentenwahl werden soll, ist ein völliges Rätsel. Wie man sagt, wollen auch die Konservativen und das Bentrum weiße Bettel ab­geben. Es wird also vermutlich nichts anderes übrig bleiben, als daß die Freisinnigen und Sozialdemokraten die Besetzung der dret Stellen unter sich ausmachen, je­denfalls bis zur endgültigen Wahl in vier Wochen. Ein tläglicher Ausgang für feden, der dte Arbeitsfähigkeit des Reichstags für die dringendste Forderung des Augenblicks hält. Da die Mehrheit es voraussichtlich ab­lehnen dürfte, unter dem Vorsiße des Sozialdemokraten Scheidemann am Dienstag in die erste Etatslefung ein­zutreten, wird man voraussichtlich die Sizung sofort vertagen und entweder noch an demselben Nachmittag oder am Mittwoch die Neuwahl des Präsidenten vor­nehmen.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Eine Deutsche Landespartel"? Von der Deutschen Zeitung" wird ein Aufruf erlassen, der gegenüber dem Zusammenschlusse der Linken eine geschlossene Bartet der nationalgesinnten Fraktionslosen verlangt, um die trostlose Zersplitterung des Hauses auf der Rechten auf­zuhalten, für die der Name Deutsche Landespartei" vorgeschlagen wird. Ihr Programm würde sein: Pflege des nationalen Gedankens im Geiste Bismarcks, Pflege des Heeres und der Flotte, Schuß der Landwirt­schaft, der Industrie, des Handwerks, Schutz des freten Mittelstandes, Schuß der Arbeiter, Abwehr aller un­deutschen politischen und kulturellen Bestrebungen und Schutz der Deutschen im Auslande. Als Wähler kämen in Betracht neben denen der bisherigen Wirtschaftlichen Vereinigung auch die der Neichsparket und des Natio­nalliberalismus.

Auf der Veranda eines schloßartigen Gebäudes an er Straße zwischen Bazeilles und Balan, südlich von Sedan, wellten zwei Männer, welche nach eingenomme­em Diner mit Wohlbehagen thre duftende Havanna auchten, deren bläuliche Dampfringel sich, unter dem hützenden Zeltdach hinztehend, nur langsam den Weg ns Freie bahnten, da der Glanz der zur Küste gehenden Sonne ein Nez von goldig- roten Strahlen um den Bazz wob.

wird erklärt, daß die erste Weldung falsch ist. Ueben die Erneuerung des Dreibundes werden gegenwärtig überhaupt keine Verhandlungen gepflogen. Die Schweiz fann als neutraler Staat überhaupt nicht in den Dreibund aufgenommen werden. Richtig ist dage gen, daß Italien gegen eine friedliche Verständigung mit der Türket sich ebenso sträubt, wie die Türkef ge gen einen Friedensschluß.

Mißstände im Großberliner Wohnungswesen. In einer Besprechung, die Montag nachmittag in Berlin stattfand und zu der von einem Komitee, an deffen Spizze der frühere Staatssekretär Dernburg steht, zahlreiche Berfonen eingeladen waren, die auf dem Gebiete der Wohnungspolitik einen Namen haben, fam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Oberbürgermeister Kirschner und Dernburg. Auch Graf Posadowsky betei ligte sich an der Diskussion. Einstimmig wurden die von Dernburg vorgeschlagenen Leitfäße angenommen, in denen für Groß- Berlin Mißstände auf dem Gebiet des Wohnungswesens anerkannt werden, deren Abhilfe vom Zweckverband im Rahmen seiner Befugnisse erwartet wird.

Die Bereinigung der Steuer: und Wirtschaftsre= former, die auf fonservativ- agrarischer Grundlage steht, hält thre diesjährige Generalversammlung am 20. und 21. Februar im Architektenhause in Berlin ab. Auf der Tagesordnung stehen u. a. Vorträge über die weiteren Erfolge der Reichsfinanzreform und über die Jugend­pflege in Stadt und Land.

Einsegung der Repnblik in China. Wie aus Beting gemeldet wird, ist das Edikt über die Abdankung der Dynastie und die Einsetzung der Republik am Montag amtlich veröffentlicht worden. Dem Kaiser wird zwar die erbliche Fortführung des Tttels gelassen, dagegen ist das Recht, den Adel zu verleihen, wieder gestrichen worden. Sein Gehalt wird vier Millionen Dollars be= tragen.

Das Schlußwort zum Marokkoabkommen. Anläß­lich der Annahme des deutsch- franzöfifchen Marokko­abkommens im franzöfifchen Senat hat zwischen dent französischen Minister des Aeußern und dem Staatsset­retär von derlen- Wächter ein in freundlichen Worten gehaltener Depeschenwechsel stattgefunden. Der franzö fische Minister des Aeußern spricht in dem Telegramm die Hoffnung aus, daß der nunmehr verfekt gewordene Vertrag für betde Länder Segen bringen möchte.

Rein Eintritt der Schweiz in den Dreibund. Aus Rom wurde gemeldet, die italienische Regierung hätte

Kleine Nachrichten.

Die kronprinzliche Familie trifft gm 29. Februar morgens wieder in Langfuhr ein. Die Leibhusaren­brigade begeht am Abend des 29. im Hotel Danziger Hof in Danzig thren großen Winterball. In Offiziers­freisen hofft man, daß der Kronprinz der Ballfestlichkett betwohnen wird.

Das Schicksal der Gioconda. Nach einer Meldung eines Berliner Blattes aus Paris soll die Giaconda nicht gestohlen, sondern durch einen Bediensteten aus Un achtsamkett beschädigt worden sein, so daß er das Bild aus Angst beseitigte.

Ein nordwestdeutscher Rundflug. Unter dem Vorsitz des Hauptmanns Romberg wurde gestern abend in Bremen für einen im Sommer stattfindenden nord­westdeutschen Rundflug das Programm festgesetzt. Der Flug soll u. a. die Städte Osnabrück, Münster, Elber feld, Hannover, Braunschweig, Lübeck und Hamburg berühren. Für Geldpreise stehen 80 000 Mart zur Ver= fügung.

Lohnstreitigketten im Berliner Schneiderges werbe. Sechs vom deutschen Schneiderverband in Bers lin einberufene öffentliche Versammlungen nahmen gestern den Bericht der Lohukommission über die Tarifs verhandlungen mit den Arbeitgebern entgegen. Wie die Referenten mittellten, lehnen die Unternehmer in ihrer Mehrzahl die Forderungen der Gehilfen ab. Die Diskussionsredner traten dafür ein, daß am 1. März der Streik erklärt wird, wenn nicht inzwischen Zuges ständnisse von den Arbeitgebern gemacht würden.

Fran Tosellt, die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen, soll entmündigt werden. Aus guter Quelle verlautet, daß beretis Verhandlungen, die dieses 3tel zum Gegenstand haben, zwischen dem sächsischen und österreichischen Hofe schweben. Ob sie von Erfolg ge= frönt fein werden, bleibt natürlich abzuwarten.

Ein ungetrener Beamter. Der Schalterbeamte Kranz vom Hauptbahnhof Saarbrücken ist nach Unter­schlagung von 3000 Mart, die er durch falsche Buchun­gen verschleiert hat, geflüchtet.

Alter schützt vor Torheit nicht. In 3öschingen ( Württemberg) ist der in den 60er Jahren stehende, verheiratete Postagent Almus mit einem jungen Mäd­chen flitchtig gegangen. Er nahm größere Barbeträge aus den ihm anvertrauten Kassen mit sich.

Die Kroatenplage. 3met an der Mönetalsperre bel Soest arbeitende Kroaten haben auf der Landstraße einen Arbeitskollegen, einen Desterreicher, überfallen und durch Revolverschüsse und Dolchstiche getötet. Auf das Geschret des Ueberfallenen etlten Leute herbet; fie fant­den aber nur noch die Leiche des Desterreichers. Die Mörder flüchteten in den Wald. Die Verfolgung ver­lief ergebnislos.

Fünf Kinder erstickt. In dem an der pommerschen Grenze belegenen Dorfe Arndtwalde in Mecklenburg hatte ein Gutsschwetzer den Ofen übermäßig geheizt und thn darauf geschlossen. Der Schweizer ging später mit seiner Frau zum Kuhstall und ließ seine fünf Kinder im Alter von sechs Jahren bis zu sechs Wochen allein zurück. Als die Eltern nach Stunden heimkehrten, bot sich ihnen ein entfeßlicher Anblick: der Ofen war explo­diert und alle fünf Kinder waren in der verqualmten Wohnung erstickt.

Bn einem förmlichen Kampf kam es nach einem Bartser Telegramm gestern bei Fort Palaiseau zwischen Soldaten des 22. Kolonial- Regiments und Mitgliedern eines Turnvereins. Mehrere Soldaten und ein Gen­darm wurden tödlich verletzt. Die Besabung des Forts soll nunmehr gewechselt werden.

Die Hochwasserkatastrophe in Portugal hat rund 150 Menschenleben gefordert. Der Schaden wird auf etwa 20 Millionen Mart geschäßt. Besonders hart tst das Tajotal mitgenommen, es herrscht unter der Bevöl­ferung große ot. Die Hilfsaktion der Regterung er scheint unzureichend.

fich dafür ausgesprochen, daß bei einer Erneuerung Sicherheitsmaßnahmen bei Goldsendungen.

des Dreibindes die Schwetz in diesen mit aufgenom­men werden solle. Ferner werde Italien sich mit aller Entschiedenheit gegen eine friedliche Verständigung mit der Türket sträuben. An unterrichteter Berliner Stelle

Der in diesen Tagen erfolgte Transport von 50 Millionen Lire in Gold für Rechnung der italienischen Regierung lenkt das Interesse wieder auf die Frage,

als ob er aus dieser Entfernung die Ursache des plöß-| terstadt Reichenbach finden wir leicht tüchtige Leute." lichen Stillstandes erforschen könnte.

,, Verzeihen Sie, Herr Bourlier, ich will nach dem Rechten sehen", sprach er mtt ärgerlichem Tone, aus dem eine nicht gewöhnliche Energie flang. Es muß etwas ungehöriges im Maschinenhause passiert sein. Meine Anwesenheit scheint drüben notwendig zu werden."

" Nicht mehr als hter", erwiderte der Fabrikherr, ohne seine behagliche Stellung zu verändern. Be­balten Sie nur Plaz. In dem Maschinenhause wird die Sache auch ohne Ihr persönliches Eingreifen wieder in Gang kommen. Ich bin Ihnen ja noch die Antwort schuldig."

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& to Abgefchloffenheit von der Außenwelt fichten ein als Bestätigung diefer Borte erſcholl drüben

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uch den betden Herren zum Bewußtsein gekommen zu ein, denn sie sprachen nur wenig und hingen rauchend hren Gedanken nach. Dabei richtete der jüngere, etn Londer Hüne, dem die germanische Abtünft deutlich uf dem schönen, regelmäßigen, vollbärtigen Antlitz ichtbar war, setne tiefblauen Augen auf den alten serrn thm gegenitber, als ob er die Beantwortung einer Frage erwarte. Da diese nicht erfolgen wollte, schien r sich in Geduld zu ergeben, und es trat eine Pause ußerster Stille ein, welche nur durch das Brausen und 3tschen einer Fabrik unterbrochen wurde, die einen Büchsenschuß entfernt jenseits der Maas lag, welche die Chauffee entlang zwischen diefer und der Villa thre rüben Fluten wälzte.

Die Fabrik gehörte Herrn Bourtier, ebenso wie das eizende Bestztum, in welchem die beiden Herren well­en, von denen der ältere der Eigentümer selbst, der ndere dessen Fabrikdirektor, Waldemar Tyrolt, war. Als das Geräusch der Maschinen ganz unerwartet erstummte, erhob sich der Direktor rasch von seinem Sthe und blickte mit scharfem Auge über den Fluß,

raumes wälzten sich dichtere Rauchwolten. Gleich da­rauf Iteß sich wieder das Stampfen, Schnurren und Rasseln der Maschinen hören. Der Direktor kehrte zu seinem Chef zurück.

Gewiß wieder eine Nachlässigkeit Pumarquets, unseres bretonischen Maschinisten", sagte er noch immer mißgestimmt. Der Mann taugt nichts, ebenso wenig wie die Leute in der Scheerstube. Wir sollten belgische oder luxemburgische Arbeiter einstellen, wenn Sie schon deusche absolut nicht beschäftigen wollen."

,, Nein, ich will das nicht", entgegnete Bourlier leb­haft. Die Deutschen sind mir unsympathisch und ihre Anwesenheit in der Fabrik würde Anlaß zu Retbereten geben. Man haßt bei uns die prahlerischen Menschen, Ste sich plötzlich als die Herren Europas fühlen. Ich glaube, daß Sie meine Anschauung teilen, Herr Dis reftor, denn auch in Ihrem Vaterlande muß man mit uns die Abneigung gegen alles, was Pruffien heißt, zur Genüge haben."

Nun, muß der Maschinist denn gerade ein Preuße fetn" marf prolt lächelnd ein. Auch in meiner Ba

,, Deutsch sprechende Desterretcher, welche sich mit unseren Arbeitern nicht verständigen könnten, aber doch wenigstens Desterreicher."

" Ich bitte, Reichenbach liegt in Sachsen. Ich selbst bin ein Sachse von Geburt." Sic?" fragte Bourlier verwundert, ohne über die Korrektur feiner geographischen Unkenntnis empfindlich zu sein. Haben Sie nicht gegen Preußen gefochten?" ,, Allerdings im jezigen 108. Schüßenregiment. Aber der Bruderkrieg Itegt hinter uns. Wir sind einig, wir find Deutsche geworden, settdem der Friede wieder ein­gekehrt und Sachsen troß seiner Niederlagen intakt ge= blieben ist. Doch gehen wir darüber hinweg in der Politik werden Sie mein gütiger Chef, nie meines Sinnes sein. Ich komme auf meine Frage zurück: " Werden Sie sich wirklich nicht entschließen können, die Kardon'schen Scheermaschinen anzuschaffen? Ste sind dringend notwendig, wenn wir in der Velvetweberet die Konkurrenz besiegen wollen."

,, Wie die Brufftens Euch Desterreicher," antwortete der Fabrikherr etwas bissig, indem er seine Bigarre zwis schen den Fingern wirbelte. Lassen Sie mir Zeit zur Ueberlegung. Unsere politische Situation ist Neuan­schaffungen nicht günstig. Ich muß eine sichere Kon­junktur abwarten. Vielleicht komme ich im August, in zwei Monaten etwa, auf Ihre Vorschläge zurütc."

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" Ich bescheide mich in der Hoffnung, daß wir zum Herbst neu installieren werden vielleicht mit einem fäche fischen Maschinisten," sagte der Direktor nicht minder auf seiner Meinung beharrend, und zog die Uhr. Fünf­undzwanzig Minuten über fechs," bemerkte er er­schrocken, der Wagen muß bald vorfahren."

Sie haben Recht, um halb sechs Uhr läuft der Zug in Sedan etn. Wenn meine Schwester und meine Toch

ter sich nicht unnötigerwetse in der Stadt aufhalten, kön­nen fie in einigen Minuten hier sein."

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