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Gießener Zeitung

Bezugspreis 40 Pfg. monatlich

( Neueste Nachrichten)

verteljährlich 1,20 wt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 90 Pig- Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: Selters weg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 13.

Telephon: Nr. 362.

Ein Antrag zur Beichsfinanzreform in der hessischen

Bammer.

Samstags liegt für die Stadtabonnenten der

Illustrierte Wochen- Anzeiger

gratis bei.

Expedition: Seltersweg 83.

Mittwoch, den 14. Februar 1912.

Hessen umfaßt. Der Gründer war Lehrer Gremm, der die Vereine Dietzenbach, Nieder- Roden, Jägersheim und Dudenhofen ins Leben rief. Prinz Ludwig, der spätere Der hessischen Zweiten Kammer ist folgender Antrag Großherzog Ludwig 4., übernahm das Protektorat. 1873 des Abgeordneten Leun zugegangen:

Ich beantrage: hohe Zweite Kammer wolle beschlie­Ben, Großherzogliche Regierung zu ersuchen, im Bun­desrate zu beantragen:

1. Das Gesetz über die Besteuerung der 3ünd

waren vom 15. Juli 1909 wieder aufzuheben. 2. Die Erhöhung des Kaffee und Teezolls nach dem Reichsgesetz vom 15. Juli 1909 wieder zu beseitigen.

3. Den Zollzuschlag nach§ la des Tabaksteuer­gesetzes von vierzig auf fünfundzwanzig vom Hundert zu ermäßigen.

1909

4. Die durch das Reichsgesetz vom 15. Juli bedingte Erhöhung der Brausteuer auf die Hälfte zu ermäßigen.

5. Das Branntweinsteuergesetz vom 15. Juli 1909 dahin zu ändern, daß die in§ 2 fest­gesetzte Verbrauchsabgabe von 1 Mark und 05 Pf. bezw. 1 Mark 25 Pfg. auf 1 Mark pro Liter reinen Alkohol herabgesetzt und der Unterschied zwi­zwischen landwirtschaftlichen und gewerblichen Bren­nereien beseitigt wird.

Die Ausfälle sind durch Reichseinkommen und Reichsvermögens steuer zu ersetzen etwa derart, daß diejenigen, welche ein Vermögen von Mark 100 000 und mehr haben, zu einer progressiven Reichs­vermögenssteuer und die Einkommen von über 10 000 Mark pro Jahr zu einer progressiven Reichseinkommen­steuer herangezogen werden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 14. Februar 1912.

n Gießen. Auf eine 25jährige Tätigkeit als afa­demischer Lehrer konnte am Montag der Geh. Justizrat Professor Dr. Arthur Benno Schmidt zurückblicken. Er ist seit 1897 Mitglied der Ersten Kammer der Stände des Großherzogtums Hessen als Vertreter der Landes­universität. Sein Lehrfach umfaßt Geschichte des deut­schen Rechts, bürgerliches Recht, Wechselrecht und Kir­chenrecht. Schmidt ist ein geborener Leipziger. Am 1. Februar 1887 habilitierte er sich in der Leipziger Ju ristenfakultät und wurde im Herbst 1889 als Ordina­rius für deutsches Recht und Kirchenrecht als Nachfolger von Professor Heinrich Otto Lehmann nach Gießen be­rufen. 1900-1901 bekleidete Schmidt das Rektoramt der Gießener Hochschule. Einen Ruf nach Königsberg i. Pr. hat er abgelehnt. Der Gelehrte ist Mitglied des Großh. Verwaltungsgerichtshofes und Staatliches Mit glied der Historischen Kommission für das Großherzog­tum Hessen.

n Gießen. Der Direktor der Städtischen Frauen­flinik in Frankfurt, Prof. Dr. Max Walthard, hat Pro­die an ihn ergangene Berufung als ordentlicher fessor für Geburtshilfe und Gynäkologie und Direktor der Universitäts- Frauenklinik in Gießen abgelehnt.

n Gießen. Der 10. Februar d. Js. ist der Gründungstag der Hassia", die heute sämt­liche Krieger- und Militärvereine des Großherzoçiums

Erziehung der Kinder.

Es sind wenige Eltern, die einzelne oder mehrere Erscheinungen der Blutarmut und mangelhaften Ernäh rung im Laufe der Erziehung ihrer Kinder nicht wahr genommen haben. Blässe, Kopf- und Rückenschmerzen, rasches Ermüden, Flimmern vor den Augen, Herzklopfen, Magenbeschwerden, vollkommene Appetitlosigkeit, allgemeine Körperschwäche, Nachlaß der Geistesfrische, find alltägliche Erscheinungen der Kinderstube, besonders in der Ent­wicklungsperiode. Die englische und strophulitische Krank heit, so auch die ererbte Neigung zur Tuberkulose wird stets bon großer Blutarmut begleitet.

Die ärztliche Behandlung bei den erwähnten Kin derkrankheiten richtet sich in erster Reihe auf die Be­hebung der Blutarmut und auf die Verbessernng der Blutbeschaffenheit.

Es ist tatsächlich von vielen Autoritäten bewiesen, daß durch den Gebrauch von Leciferrin in verhältnis mäßig furzer Zeit das Allgemeinbefinden gehoben wird, das Aussehen und der Appetit fich zusehends heben, der Ernährungszustand, die Kräfte, und die Widerstands­fähigkeit größer werden. Die Kinder erholen sich rasch.

Leciferrin wird sehr gerne von allen Kindern ge= nommen, da von angenehmer Geschmack. Preis M. 3.-, zu haben in Apotheken, ganz sicher von:

Universitäts Apotheke und Hirsch- Apotheke in Gießen.

zählte die Hassia" bereits 1450 Mitglieder in 41 Ver­einen. Inzwischen wurden in allen Teilen Hessens Krie­gervereine gegründet, die sich in mehrere Gruppen teil­ten. 1885 erfolgte der Zusammenschluß aller hessischen Kriegervereine. Heute umfaßt die" Hassia" rund 70 000 Die Mitgliederversammlung Mitglieder. 1912 findet am 16. Juni in Nieder- Olm statt.

n Gießen. Im Laufe des Frühjahres werden Fortbildungs-( Operations) Kurse für Sanitätsoffiziere des aktiven Dienststandes und des beurlaubten Standes hier abgehalten.

n Gießen. Zur Entgegennahme des Verwal­tungsberichts für 1910 und zur Genehmigung des Vor­anschlags der Provinz Oberhessen für 1912 ist für den 24. d. Mts. der Provinzialtag einberufen.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 20 pfg.

die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei.

Telephon: Nr. 362. 24. Jahry.

ist, den Wetzlarer Interessen entsprechen würde, natür­lich unter der Voraussetzung, daß die Beamten, in deren Hände die Leitung der Gießener Niederlassung gelegt wird, es an dem Handel und Gewerbe des Kreises Wetzlar gebührenden Wohlwollen und dem Entgegen fommen, auf welches eine Industrie mit einer fönigs= treuen Arbeiterschaft unbedingt Anspruch machen kann, in keiner Weise fehlen lassen.

o Klein Linden. Unser Ort soll nach dem Beschlusse des Gemeinderats eine eigene Pfarrei erhal­ten. Bisher gehörte in firchlicher Beziehung Klein- Lin­den zur Gemeinde Großen- Linden.

o Grünberg. Unser ältester Mitbürger, Rentner Giller, ist vorige Woche 96 Jahre alt geworden.

o Lauterbach. Die am 26. Januar verstorbene Witwe Julie Calmberg, geb. Fink, hat der Stadt Lau­terbach testamentarisch 50 000 Mt. zu wohltätigen Zwek­fen vermacht.

o Echzell( Wetterau). Unter dem Namen Pferde­n Gießen. Der Besitz der Stadt Gießen in lie- zuchtverein für Echzell und Umgebung" wurde der erste lokale Pferdezuchtverein im Großherzogtum Hessen, mit gendem Gelände, der mit der Zeit für Rechnung des dem Zuchtziel des Arbeitspferdes im belgischen Typus, Stadterweiterungsfonds angekauft wurde, hatte nach der gegründet und der Landwirtschaftskammer in Darm ortsgerichtlichen Taxe am 1. April 1911 einen Wert von stadt angeschlossen. Die Gründung weiterer Vereine ist 3 385 947 Mark, worauf eine Schuld von 2 199 771 bereits in Aussicht genommen. Mark ruht, so daß an reinem Vermögen infolge des Wertzuwachses 1 186 176 Mark zu Gunsten der Stadt vorhanden ist.

n Gießen. Der Gauturntag des Gaues Hessen soll am 24. März in Steins Garten stattfin­den. Der Gau Hessen ist einer der stärksten Gaue der Deutschen Turnerschaft, er zählt jetzt 111 Vereine mit 9500 Mitgliedern.

n Gießen. Trotzdem jetzt Krofdorf- Gleiberg von der Stadt Gießen mit elektrischem Licht versorgt ist, dürfte sich die lang ersehnte elektr. Bahnverbindung wohl koum verwirklichen. Wie wir erfahren, so beabsichtigen die Bülsing- Autowerke zu Braunschweig für Krofdorf- Gie­Ben einerseits und Alten- Bused- Wieseck- Gießen anderer­seits eine Auto verbindung herzustellen.

n Gießen. Die Fremdenfrequenz in den Hotels und Gasthäusern unserer Stadt hat sich im letzten Jahre um rund 14 000 Logiergäste verringert. Man schätzt den Einnahmeausfall auf jährlich 40 000 Mark.

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r Wetzlar. Eine Deputation aus hiesiger Stadt, bestehend aus den Herren Bürgermeister von Zengen, Bankherr Kellner und Syndikus Dr. Metschke, weilte am letzten Mittwoch in Berlin, um bei dem Präsiden­ten der Reichsbank, Exzellenz Havenstein, wegen Er= hebung der hiesigen Reichsbantnebenstelle zur selbständi­gen Reichsbankstelle bezw., falls dies 3. 3. nicht erreich­bar wäre, für eine weitere Belassung bei der Reichs: bankstelle Koblenz einzutreten. An der Besprechung nah­men außer den vier Vorgenannten die Herren Geheimer Oberfinanzrat Dr. von Lumm und Geheimer Finanzrat Kaufmann teil. Gegenüber den von Wetzlarer Seite nachdrücklich vertretenen Wünschen wurde seitens des Ge= Reichsbankdirektoriums besonders betont, um das biet der mittleren und oberen Lahn wirtschaftlich zu för­dern, sei die Errichtung einer Reichsbankstelle in dieser Gegend beschlossen worden. Dafür habe, so schreibt der Wetzl. Anz.", jedoch augenblicklich nur Gießen in Betracht kommen fönnen, da der Grund­satz bestehe, daß die Verwaltungskosten jeder Reichsbank­stelle in deren Geschäftsgewinnen eine Deckung finden sollten und dies 3. 3t. nur bei Gießen zu erwarten sei. Aus der örtlichen Nähe und der hieraus entspring enden größeren Gleichartigkeit der wirtschaftlichen Verhältnisse ergäbe sich nun die Zweckmäßigkeit einer Angliederung der Reichsbanknebenstelle Wetzlar an die Gießener Reichs­bantstelle. Die leichtere Erreichbarkeit ihrer Vorlegenheit zu persönlicher Rücksprache falle dabei ebenfalls Gewicht wie die Tatsache, daß die Koblenzer Stelle mit ihren Nebenstellen sich nicht so eingehend mit den wirt­schaftlichen Verhältnissen des Kreises Wezlar beschäftigen könne, als die geplante Gießener Stelle, der außer Wetz­lar nur noch die Reichsbanknebenstelle Marburg ange­gliedert werden solle. Zudem stehe die Ueberweisung an Gießen einer etwaigen späteren Erhebung der Wetz­larer Nebenstelle zur Reichsbankstelle durchaus nicht im Wege. Nach diesen Erklärungen des Reichsbankdirek­toriums hat es allerdings den Anschein, als ob die vor­läufige Angliederung der hiesigen Nebenstelle, die z. 3t. für die Erhebung zur Reichsbankstelle noch nicht

Heinrich Stern

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s Darmstadt. Der ordentliche Professor an der hiesigen Technischen Hochschule Dr. Karl G. Schwalbe hat einen Ruf als ordentlicher Professor für Chemie an die Königliche Forstakademie Eberswalde bei Berlin er­halten und angenommen.

):( Erbach. Eine Organisation der Elfen= beinschnitzer des Odenwaldes wurde in die Wege geleitet durch eine Versammlung, welche von Kreisrat Freiherrn von Starck, dem Vorsitzenden des Aufsichts= rats der Fachschule für Elfenbeinschnitzerei, einberufen

war.

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):( Frankfurt. Es soll die Aussicht bestehen, die Frankfurter Universität am 1. April 1914 zu öffnen. Vorerst werden 5 Fakultäten in Aussicht ge­nommen: je eine juristische, medizinische, philosophische, naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche.

* Frankfurt a. M., 13. Febr. Der Herausgeber der Fackel", Herr Müller- Herfurth, wurde wegen Be­leidigung der Herren Dr. Karl Rohwaldt, Direktor der " Frankfurter Nachrichten" und Chefredakteur Adolf Schiedt zu 1000 Mark Geldstrafe verurteilt. Die beiden Zuletztgenannten wurden zu je 30 Mark verurteilt.

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):( Frankfurt. Im Kaiserhof tagte eine etwa 200 Mitgliedern der Nationalliberalen Partei aus ganz Hessen besuchte Versammlung zu dem Zweck, eine Klärung der Verhältnisse innerhalb der Partei in Hessen herbeizuführen. Einstimmig wurde nach gründlicher Aus­sprache erklärt, daß sowohl Herr v. Heyl als Dr. Becker nicht als nationalliberal betrachtet werden können. An Bassermann wurde ein Telegramm gesandt, in dem es hieß: Wir begrüßen aufs wärmste, daß Dr. Becker Eine Sitzung des nicht Mitglied der Fraktion ist. Landesausschusses der Nationalliberalen Partei findet in den nächsten Tagen statt.

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