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unter welchen Schutzmaßnahmen solche Sendungen vor. genommen werden. Diese Transporte find bedeutend häufiger, als der Allgemeinheit befannt wird. Sie wer ben aus naheliegenden Gründen möglichst verheimlicht. Das Gold wird von den Scheideämtern aus versendet. In dieser Beziehung steht das Scheldeamt in Neuyork, wo alljährlich aus aller Welt die Edelmetalle in allen Formen zusammenströmen, an erster Stelle. Das ist auch natürlich, denn die Vereinigten Staaten find an der Gesamtproduktion von Gold mit am stärksten be­telligt. In der Neuyorker Goldfabrit" wird das durch bte verschiedenen Prozesse gereinigte licht- feurige Edel­metall in Barren gegossen, die 7% 3on lang, Zoll brett und 1% Boll dick sind. Der Wert eines solchen Barrens beträgt ca. 8000 Dollars. Zum Transporte nach Europa werden durchweg je 7 Barren in ein mit Sägemehl ausgefülltes Eichenfäßchen verpackt. Das Sägemehl verhindert das Abscheuern winziger Gold­partikelchen und damit eine Verminderung des Wertes. Die größte Ladung Goldbarren, die temals den Neu­yorker Hafen verließ. wurde durch das Riesenschiff " Kaiser Wilhelm der Große" im Jahre 1901 nach Ham burg gebracht. Die Ladung hatte einen Wert von 7 082 583 Dollars; thr Gewicht betrug ohne Verpackung ca. 14 000 Kilogramm.

Im allgemeinen kann man sagen, daß von einer ausgedehnten Bewachung der großen Geldsendungen, so lange sie auf See sind, nicht viel die Rede ist. Die feuerfesten und einbruchssicheren Laderäume, in denen berartige Wertsendungen verstaut werden, sind so zweck­mäßig eingerichtet, daß sie von Unberufenen nicht be­treten werden können. Trotzdem werden die Transporte von erfahrenen Beamten begleitet, unter deren stän diger Kontrolle ste stehen. Diebstähle sind selten und mißglitcken fast immer. Sobald die Wertsendungen aber an Land sind und durch die Bahn transportiert werden, werden die Vorsichtsmaßregeln verschärft. In Deutsch­land werden die Werte in besonderen Waggons ver­packt, die von zwet Beamten begleitet werden. In den Ländern, deren Verkehrs- und Sicherheitsverhältnisse zu wünschen übrig lassen, dienen Sonderzüge dem Geld­verkehr. So z. B. führen von den Hauptminen in Ame­rifa und Auftralten gepanzerte und mit Bewaffneten persehene Spezialzüge das Gold zu ihren Bestimmungs­Städten.

Diese Panzerzüge sind auch notwendig, denn Ueber­fälle auf die Eisenbahnen mit dem kostbaren Gut find nichts Seltenes. Vielfach werden die Bütge durch Dy namitanschläge zum Halten gebracht, die Waggons ge sprengt und die Bewaffneten niedergeschossen. Welchen Umfang diefe Raubüberfälle in den letzten Jahren ge­rabe in Rußland genommen haben, zeigte eine amtliche Statistit. Von 1902 bis 1906 wurden auf den Eisenbah nen des europäischen und asiatischen Rußlands zusam men 1181 Ueberfälle veritbt. Davon galten über 700 nur allein den Geldtransporten. Um die Ueberfälle möglichst zu verhindern, führten einzelne große Bank­firmen für thre Geldtransporte Wagen ein, die für je bert Einbrecher unangreifbar sind; es sind förmliche Tresors, die man mit allen Mitteln, die die Technik der Begenwart bietet, ausstattete. Den Silbertransporten women die Bugräuber faum ihre Aufmerksamkeit, denn bas wetße" Metall repräsenttert im Verhältnis zu Gold nur einen geringen Wert, auch haben dte Barren etn zu hohes Gewicht.

Vermischtes.

Beppelinluftschiff Viktoria Luife". Das neue Sep­pelin- Luftschiff" L. 8. 11", das den Namen Viktoria Luife" führen wird, liegt fett gefüllt in der Luftschiff­halle in Friedrichshafen. Die ersten Probefahrten wer­bert in den nächsten Tagen, voraussichtlich schon Mitte woch, unternommen werden. Das neue Luftschiff hat gegenüber den seitherigen Typen verschiedene Verbef­ferungen. So haben insbesondere die Setten- und Hö­bensteuer eine Verstärkung erhalten, und es wurde eine weitere Abteilung von 8 Meter Länge eingebaut, so daß das Luftschiff mit 18 Ballonnetts etne Länge von 148 Metern hat. Die Geschwindigkeit beträgt 20 Se­fundenmeter, gleich 72 km. in der Stunde.

Die Herzogin und der Maffeur. Wie aus London gemeldet wird, verbreitete eine englische Wochenzeit hrift die Nachricht, eine englische Herzogin, die einen der berühmtesten Namen des englischen Hochadels frage, fet mit einem schwedischen Masseur nach Paris durchgegangen. Die Herzogin traf in Parts in Beglet hung ihrer in den Fluchtplan eingeweihten französi hen Kammerzofe ein; am Donnerstag tam sie in Lon bon an, nahm mit ihrer 3ofe in einem refervterten Rupee erster Klasse Play, und fuhr nach Dover, wo die beiden das Schiff nach Calais bestiegen. Der Hers 80g ist über die Flucht seiner Jungen Gattin in dte größte Trauer und Bestürzung verfeßt und hat durch einen Anwalt die Scheidungsklage gegen die unge­freute anstrengen lassen.

Bur Naturgeschichte des Berliner Droschkentute hers. Die Droschte zwetter Güte, ein altes, hump­liches Gefährt, das in Berlin nur noch in etwa fechata

" Die Ungeduld wird das gnädige Fräulein in die Arme ihres Papas treiben."

Aber Olivier, mein Sohn, wird noch allerlet zu be­forgen haben. Ich weiß, er kann die Stadt nicht betre tent, ohne einen Blick in den Klub zu werfen. Er tst noch immer ganz und gar Solbat."

" Schade, daß Ihr Sohn die Militärlaufbahn auf­geben mußte."

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Ja, wir leiden alle darunter und er zumeist. Den­fen Ste sich, ein junger Franzose, kriegerisch durch Er­lehung und Geburt- denn seine Mutter war die Toch ter eines Obristen des ersten Kaiserreichs- hat das Unglück, als Lancierleutnant auf dem Turf das Bein zubrechen, so unglücklich, daß dasselbe nur mit einer Sehnenverkürzung geheilt werden kann. Welch' ein Ge­sick! Mein armer Olivier war der Verzweiflung nahe, als er das Krankenbett verließ. Aber was tun? Einen hinkenden Reiterleutnant kann der Kaiser nicht gebrau­hen. Mein Sohn mußte seinen Abschted nehmen, denn er war untauglich zumFriedensdienste und zumKriege." ,, Höchst beklagenswert. Doch Ste sagen zum Kriege? Glauben Sie an dessen Möglichkeit?"

" Mehr noch, ich glaube an die Notwendigkeit des= felben. Hätte Herr von Bismarck nicht in der Lugem­hunger Angelegenheit so schlau operiert, wir wären heute bereits die Herren in Berlin und diktierten den preußischen Emporkömmlingen die neueste Karte von Europa."

Tyrolt zuckte lächelnd die Achsel. Er kannte die chauvinistischen Redensarten seines Chefs zur Genüge, ma fie ernster zu nehmen, als sie es verdienten. " Das würde mich schmerzen", antwortete er; etn Arieg mit Deutschland wäre gleichbedeutend mit dem 8ange, Ihr Haus und Frankreich zu verlassen."

Sind Sie von Sinnen? Was haben Sie mit den Brussiens zu tun?"

,, Sehr viel, Herr Bourlier. Ich bin Reserve- Offt

Exemplaren aufzutreiben ist, hat durch Herrn von Ja­gow den Todesstoß empfangen. Damit wird ein Typ dem Weltstadtverkehr entzogen, der lange Zeit als Trä ger und Repräsentant des Berliner Humors diente und manchem Straßenjungen zur Zielscheibe des Spottes gedient hat. Kutscher, det Rad- det Rad" pflegte man früher dem braven Roffelenker zuzurufen, der sich et­was geängstigt umdrehte." det dreht sich". Oder, um einen anderen harmlosen Wit aus der guten alten Zett zu zitieren: Rutscher, sind Sie frei?"" Ja."" Na, denn hetraten Ste!" Der richtige Berliner spricht übrigens nie von einer Droschke, sondern von einem Droschkon", und wenn es sich um eine wirklich schwierige Tour han= delt, so wird er noch heute der Droschke vor dem Auto den Vorzug geben, weil der Kutscher meist ein Berliner Kind ist, und seine Vaterstadt wirklich kennt. Spötter pflegen auch zu sagen, man lebe länger, wenn man Droschke fahre, statt sich dem gefährlichen Auto anzuver­trauen.

Die Frau mit dem sechsten Ehegatten. Mrs. Julia Thompson aus Neuyork, deren verschiedentliche Erleb niffe auf dem Gebiefe der Ehe selbst für amerikanische Verhältnisse etwas Erstaunliches boten, hat sich von ih­rem fünften Ehemann schetden und bereits auf dem Standesamt in Neujersey mit einem sechsten verehelt­chen lassen. Ihr letter Gatte ist ein ehemaliger Buch­macher, der ein Vermögen von ungefähr vter Millionen Mark befißt. Zu ihren bisherigen Gatten gehört: ein Juwelier, ein Ringkämpfer, ein Bauunternehmer und ein Erfinder.

Suffragettenangriff auf den englischen Marinemt nifter. Der Erde Lord der Admtralttät, Winston Chur chill, der fast ohne Behelligung von seiner Reise nach Belfast die Rückreise angetreten hat, um in Glasgow feine bekannte Flottenrede zu halten, hatte, als er von dem Pier in Stranraer nach dem Zuge ging, ein unan­genehmes Zusammentreffen mit einer Stimmrechtlerin. Troß der Vorsichtsmaßnahmen der Stationsbeamten ist es einer erfindungsreichen Stimmrechtlerin doch ge= lungen, den Beamten etn Schnippchen zu schlagen. Als Minister Churchill in die Nähe des Zuges tam, trat eine Frau auf ihn, die wild mit einer Fahne in der Luft um­herwütete. Mit den Worten:" Nimm das, Du Hund!" schlug sie ihn mit dem grünen Fähnchen, das die Auf­schrift: Kein Referendum über Frauenstimmrecht!" trug. Mr. Churchills Begletter ftelen sofort über das Mädchen her. Er aber sagte: Tut thr nicht weh!" und Iteß sie laufen.

Schaltfahrfitten in England. Eine ganz besondere Bedeutung hat das Schaltjahr in England für die Frauenwelt. Nach einer uralten Sitte gehen in diesem Fahre die Rechte der Männer im gesellschaftlichen Ver fehr auf die Damen über. Diese haben demnach das Recht, zum Tanze aufzufordern, den Herren Aufmerk famfeiten zu erweisen, ja sogar um die Hand eines Mannes anzuhalten. Doch gilt die letztere Befugnts für veraltet. Im allgemeinen beschränkt man sich darauf, die umgekehrte Welt am Schalttage selber, am 29. Februar besonders finnfällig fn Erscheinung treten zu lassen. Es werden Bälle veranstaltet, an denen die Herren und Damen ihre Rollen vertauschen. Die Her ren fißen, die Damen stehen, jene empfangen von die­sen Sträuße, werden um Tänze gebeten, mit Erfrischun­gen versehen und zum Effen geführt. Die Damen brin­gen die Trinksprüche aus, und natürlich fehlt ein Her rentoaft nicht.

Die chirurgische Nähmaschine". Eine Nähmaschine für Menschenhaut, das ist die Erfindung, mit der Dr. E. Wyllys Andrews, etn Chirurg in Chicago, nach jah­relangem Nachdenken an dte Oeffentlichkeit tritt. Es tlingt wie ein unzeitgemäßer Aprilscherz, ist jedoch durchaus ernst gemeint, und die Abbildungen, die eine amerikanische Fachzeitschrift von der chirurgischen Näh­maschine" bring, bestätigen dies. Anfangs wollte Dr. Andrews die ganz kleinen Kindernähmaschinen als Vor­bild benußen, de mußte er dies bald aufgeben, da die Aufgabe der Keimfretmachung babet unlösbar war, und schließlich gelangte er zu einer Nähmaschine, die ein Mittelding zwischen chirurgischen Bangen und chirurgt­fchen Nadelhaltern darstellt. Seine chirurgische Nähma­fchine ist eine handliche Bange, deren beide Backen elgen­tümlich gehaut sind. Bet dem Beginne des Nähens wird die adel an der einen Bade befestigt; bann britckt man zu, das zu nähende lekende Gewebe wird von der Nabel durchbohrt. Sie verläßt die eine Seite der Bange und sist nun sest in der anderen und ist so­gletch berett zu einem neuen Stich. Das Abschneiden und Knofen des Fadens wird hterbet wohl nach fedem Stiche geschehen müffen. Der Hauptvortell, den Dr. Andrews fetner Maschine nachrühmt, ist die Möglichkeit einer fehr schnellen Naht, da teder Stich nur den Bruchteil etner Sekunde erfordert.

Der Heiratsschwindler auf dem Friedhof. Einen besonders verwerflichen Trick brachte der Schmied Alfred Fischer in Berlin zur Anwendung, der trop feiner 60 Fahre bet hetratslusttgen Witwen viel Glück hatte. Der Betrüger besuchte in fadelloser schwarzer Kleidung stets dte Berliner Friedhöfe und begann dort mit Damen,

ster in der fächsischen Armee, und diese gehört zu den Truppen des Norddeutschen Bundes, welche unwetger­Itch ins Feld rücken, wenn man Preußen den Krieg er­flärt."

Ah, da erkenne ich Herrn von Bismarck wieder. Die blederen Sachsen sollen Kanonenfutter für unsere Mitrailleuse, 8telschetben für die trefflichen Chassepots werden. O, he König wird nicht so töricht sein, die Landeskinder dazu herzugeben. Ich hoffe, er wird sich zu uns, den Bundesgenossen von 1806, halten. Dann find Ste Ihrer Verpflichtung ledig, zu der Armee zut­rückzukehren. Uebrigens denke ich gar nicht daran, Ste von hier fortzulassen. Sie wissen, wie notwendig Ste an diesem Plaze sind. Wenn Ste fich meinen Vorstel­lungen nicht zugänglich zeigen, so werden die dort Jh­nen den Abschted schwer machen, hoffentlich unmöglich machen."

Er wies auf einen Wagen, welcher, von zwei feurt­gen Braunen gezogen, auf der Straße herbetrollte. Trop ber Staubwolfe, welche das Gefährt umgab, unterschieb Waldemar deutlich zwet hellgekleidete Frauengestalten und auf dem Rücksiz einen jungen Mann in leichtem Sportgewande, welcher von der Villa abgewendet, mit Aufmerksamkeit die Arbeit in der Fabrik musterte.

Meine Schwester aus Brüssel ist also doch mitge­fommen", rief Bourlter wohlgemut, indem er sich weit über die Nampe beugt. Da wird Leben und Behaglich­keit in unser Haus fommen."

Ste erwarteten also Frau von Tarandal nicht?" ,, Wenigstens nicht mit Bestimmthett. Damen än dern oft tm leßten Augenblick ihre Dispofitionen; bet metner Schwester bin ich deffen nte sicher. Umsomehr bin ich erfreut, daß sie Wort htelt. Ah, Destre schaut ge­sund und blühend aus. Sie winkt mit dem Taschentuch. Ste hat uns beretts bemerkt, uns belde, Herr Tyrolt. uns beide."

die am Grabe thres Gatten wellten, ein Gespräch. Mtt rührenden Worten und Tränen in den Augen erzählte er den Frauen, daß der Tod vor wenigen Tagen auch thm seine teure, geltebte Gattin entrissen habe und er jetzt ebenfalls allein in der Welt dastehe. Dies set für ihn umso schmerzlicher, als er in der Mark eine große Schmiedewirtschaft babe und unbedingt eine Frau, die thm tatkräftig zur Seite stehe, haben müsse. Das Er gebnis feiner Bekanntschaft war immer das gleiche. Mart traf sich in der Wohnung der Witwe wieder, und dort wußte er zwischen seinen Erzählungen geschickt einzut flechten, daß er zufällig Gelegenheit habe, eine Bohr­maschine für seine Werkstatt billig zu kaufen. Leider aber habe er nicht das nötige Geld mitgenommen und müsse nun von diesem günstigen Kauf absehen. In den meisten Fällen streckten ihm die Witwen das Geld zu dem Kauf vor. Glückte es ihm nicht, auf diese Weise Geld zu erhalten, so nußte er die erste beste Gelegenheit aus, die Schmucksachen der Frau oder ihres verstorbe nen Mannes zu stehlen. Die Bekanntschaft, die nach Fischers Vorschlag zu einer Ehe führen sollte, erreichte mit diesem Besuche thr Ende. Zahlreiche Witwen wur den auf diese Weise betrogen und bestohlen. Es gelang der Kriminalpoltzet teszt, den alten Betrüger in dem Augenblicke zu verhaften, als er mit einer Witwe, die er kurz vorher kennen gelernt hatte, einen Friedhof ver­laffen hatte.

Aus der Münchener Jugend". Schindler der Eisenbahnstation X. tst gestorben. Ober­Stationsmeister verschieber Müller bewirbt sich um dessen Posten und bringt folgendes Gesuch in Vorlage: Wie einer Hoch­löblichen Direktion bekannt sein dürfte, ist Stations= metster Schindler gestorben. Da ich dasselbe leistent tann, so bitte ich ergebenst um Verleihung der freige wordenen Stelle." Wir besuchten im Manöver einen unserer Reserveoffiziere auf fetnem Gute. Seine Schwe ster, die ihm die Wirtschaft führte, empfing uns und führte uns in die gute Stube. Doch hatte sie gerade et­nen Braten auf dem Feuer undsaß nun bei uns wte auf heißen Kohlen: als ländliche Dame in den Gepflo­genheiten des geselligen Umgangs nicht ganz firm, wuß fe fie nämlich nicht, wie sie sich für einen Moment are ttg entschuldigen fönne, um einmal in die Küche zu ge hen. Unruhig rutschte sie, in Gedanken an ihren ver brennenden Braten auf ihrem Stuhle herum und schau­te in wachsender Not um sich. Plöblich schnellte sie em por und flüsterte dem neben ihr fizenden Herrn Hef errötend in verlegenster Elle zu:" Entschuldigen Ste, tch muß mal rauß!"- Der Einfährige Groller lebt mit feinem Leutnant auf gespanntem Fuße, weil dieser thm Mangel an dtenstlicher Haltung vorgeworfen hatte. Um den Vorgesetzten zu ärgern, ist er in der Instruktions­stunde übertrieben dienstlich und erwidert auf jeden Satz, den der Leutnant mit ihm spricht:" Zu Befehl." Wütend sagte dieser schließlich:" Baffen Sie doch ihr blöd­finniges zu Befehl". Wissen Sie, was zu Befehl heißt? Bu Befehl heißt: Rutsch mir den Buckel run­fer". Haben Sie mich verstanden?"" Bu Befehl, Herr Beutnant."

Trozdem. Wtr lesen in den Fliegenden Blättern: Wenn Besuche tommen, die man nicht annehmen will, foll das neue Dienstmädchen, wie thre Vorgängerin, fa­gen: die Herrschaften seien nicht zu Hause. Ste wetgert fich aber, au lügen, und man befiehlt ihr daher, zu sagen: " Die Herrschaften werden bedauern!" Das tut fie auch. Ein hartnäckiger Besucher fragt aber einmal: Sind denn die Herrschaften wirklich nicht zu Hause?" Da wird sie rot und sehr verlegen und stammelt:" Bu Hause find sie schon, aber- fie werden trotzdem be­bauern!"

Drahtnachrichten und Deuestes.

Ein Falschmünzerneft ausgehoben. Dortmund, 13. Februar. Seit längerer Zeit wurden hier falfche Markstücke in Verkehr gebracht. Jezt hat die Polizei den Schlosser Kern festgenommen, in deffen Wohnung eine vollständig eingerichtete Falsche münzerwerkstatt vorgefunden wurde. Es stehen noch weitere Verhaftungen bevor.

Folgenschwerer Dampferzufammenstoß in der Elbmündung.

Gurhaven, 13. Februar. Fünf Mellen von dem Feuerschiff Elbe 1 stieß gestern nacht der englische Dam pfer Humber" mit dem deutschen Dampfer Answald" zusammen und fant. Die Besabung wurde von dem Dampfer Answald" und einem Fischerboot gerettet. Nationalspenden für Frankreichs Luftschifflotte.

Paris, 18. Februar. Zahlreiche Mitglieder des Pariser Gemeinderats unterzeichneten einen Aufruf, in bem alle Gemeinden Frankreichs aufgefordert werden, zur Schaffung einer großen Luftschifflotte beizusteuern. Dem Pariser Gemeinderat wird in nächster Zeit ein An= trag vorgelegt werden, 50 000 Francs für den Ankauf von Militärflugzeugen zu bewilligen.

Gar zu gütig, Herr Bourlier", meinte der Fabrik­direktor, dem das Blut in die Wangen stteg, mit einer Verlegenheit. Sollte das gnädige Fräulein wirklich ba­riber erfreut sein, daß auch ich sie hter erwarte?"

O Sie Heuchler", scherzte der alte Herr, indem er brohend den Finger erhob. Bin ich nicht Zeuge gewe sen, wie meine Tochter den Herrn Direktor in unver antwortlicher Weise verwöhnte und zu allerlet Ritter­biensten heranzog; daß sie mit ihm mustzterte und dis­putterte, wenn sie ihren Bruder ein wenig ärgern woll te! Doch ich will nicht an dem Komplotte Tell haben, wenn solches gegen die Ruhe eines gewissen Herrn be stand; ich will auch nicht Ihre Verlegenheit mehren, denn da sind die Herrschaften schon."

Der Wagen fuhr eben durch das aus zierlich ver goldeter Schmiede- Arbeit gefügte Etsentor, dessen Flügel weit offen standen, bog in den Park ein und rollte um das Rondel, welches zwischen Herrenhaus und Straße Itegend, etne Fülle herrlicher Blumen und einen lustig plätschernden Springbrunnen zeigte. Der Sommerwind trieb den Sprühregen des Wassers über den Weg, und dte Sonnenstrahlen, welche darauf fielen, brachen sich in demselben und bildeten einen Regenbogen, dessen Fare benspiel die Durchfahrenden wie mit einem Helligen­schein umwob. Waldemar stieß einen Ruf des Ent zückens aus und ellte die Stufen der Veranda hinab, dem Diener zuvorkommend, welcher den Schlag des Was gens öffnen wollte.

Seiner Tat folgte der Lohn. Die junge Dame, wels che zunächst saß, legte, thm freundlich zulächelnd, die kleis ne Hand auf den Arm und schwang sich aus dem Wagen thr folgte ein wenig schwerfälltg, wie es thre stattliche Gestalt mit sich brachte, Frau von Tarandal, dem auf­merksamen Kavalter mit freundlichem Gruße dankend

( Fortsetzung folgt.)