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Die Bremer Schaffermahlzeit.
30gen; bald kamen, nachdem der Rat in seinem Pergamentbrief am Sonntag Laetare 1545 diese hergebrachten Einnahmen zur Erlegung in einen Gotteskasten für die Armen ,, christlich, billig, rechtmäßig, zur Ehre des Allmächtigen und aus Liebe zum Nächsten" bestimmt hatte, noch Bodmereigelder( Prämien) und monatliche Beiträge für das Haus Seefahrt auf. Dies erweiterte und für die damalige Zeit wohl schwierigere Rassenwesen erforderte neue Hände, so wurde zur Einziehung und Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben ein besonderes Amt, das der Schaffer" eingerichtet. Ihr Name, der nicht nur in Bremen, sondern auch weiter in Deutschland, 3. B. in manchen Klöstern, im Regens burger Frauenhospital, für Geschäftsführer, Geldverwalter gang und gäbe war, deckte sich mit ihrer genau umschriebenen Tätigkeit. Von ihr und ihrer Führung hatten sie jährlich vor einer Versammlung sämtlicher Schiffer genaue Rechnung abzulegen und für sie Entlastung zu suchen; ihre Zahl betrug vier, je zwei aus Schiffer- und Kaufmannskreisen. Neben und über ihnen erstatteten dann aber noch die Vorsteher von den Oberalten eine weitere Rechenschaft über den Betrieb und das Wachstum des Hauses( von wegen des Huses Upkumst). Dadurch mochten
sich teilweise Wiederholungen
und Reibungen bei der
Decharge ergeben, auch
lief das Kassenwesen, einmal eingelebt,
von selbst wohl glatter, und so fielen rasch genug die finanziellen Aufgaben der
Schaffer an die
höhere Instanz der
Vorsteher wieder zurück.
Es blieb jenen nur noch
ein einziges und eigenartiges Ehrenamt: das jährliche Gildenmahl, das mit der Rechnungsablage verknüpft war, die damals kurz vor Ende des Winterlagers und vor dem auf den
aber seine tiefere Ausgestaltung zu einem Bruderfest der bei ihm vereinten Kaufmannschaft und Schifferei und sein gemütvoller Sinn als letztes, frohes Abschiedsmahl für Männer, die nun aufs neue den unbekannten Gefahren des Meeres und dunklen Losen entgegengin= gen und von den nassen Pfaden, auf denen oft nur eine hölzerne Planke vom Abgrund des Todes trennte, Das vielleicht nie mehr zur Heimat wiederkehrten. waren Gründe genug, warum gerade diese Einrichtung tiefere Wurzeln als andere schlug und alle Stürme und Wechsel der Zeiten wie ein wetterfester Eichbaum überdauerte. Denn von der Reformation an bis heut ist sie in unveränderter Treue fortgesetzt worden und hat sich aus bescheidenen Reimen zu immer mehr Ansehen und auch Pracht entwickelt.
Während sich das Mahl im ersten Jahrhundert in schlichten Formen hielt und von den Chroniken kaum besonders erwähnt wurde, nahm es vom 17. ab, das unter den Greueln der dreißig Blutjahre ja das geſamte Leben in Deutschland verwüstete und verwilderte, immer üppigere, selbst ausschweifendere Ausdehnung an; die erste Rechnungsmahlzeit genügte nicht mehr.
Wer die Zeitromane des Christophel von Grimmelshausen und zwar nicht nur
den Simplizissimus, sondern mehr noch die anderen,
wie das wunderbare Vogelnest oder die LandstörzerinCourage oder auch die Selbstbe= kenntnisse des schlesischen Ritters Hans von Schweinichen, etwas näher kennt, kann sich aus diesen Zeitspiegeln ein ungefähres Bild machen, wie es dabei zugegangen sein mag; u. a. wurde es ein beliebtes Vergnügen, das starke Mummenbier, das für die Schaffermahlzeit besonders wie heute unsere Bockbiere etwa- eingebraut und Seefahrtsbier getauft wurde, dadurch auf seine Güte zu erproben, daß man es auf eine Bank ausgoß und nun mit der ledernen Hose versuchte, ob man kleben blieb oder nicht.
Die silbernen Humpen, aus denen beim Um trunk das Seefahrtsbier getrunken wird.
22. Februar angesetzten Wiederbeginn der Schiffahrt zu erfolgen pflegte, zu rüsten und herzurichten. Ihr Name paßte, wenn er auch zuerst einen anderen Sinn getragen hatte, vortrefflich dazu, indem„ Schaffen" viel für das Schaffen von Essen und Mahlzeit gebraucht wurde; ja vielleicht bildete sich hier eine sprachliche Brücke zwischen Amt und Wort.
An sich war die alte ,, Rechnungsmahlzeit" ein sehr natürliches Ereignis, bei den tafelfrohen niederdeutschen Seeleuten noch natürlicher, als sonst schon nach guter deutscher Sitte; derartige genossenschaftliche, amtliche, halbamtliche Schmäuse werden aus allerlei Anlaß, im Rathaus, Schütting, bei den Zünften, Innungen, Gilden, Bruderschaften ohne Unterschied geübt; was aber dem Schaffermahl in Bremen doch eine erhöhte Bedeutung verlieh, das war einmal die vorherrschende Stellung von Schiffergesellschaft, Schiffahrt und Seefahrtseröffnung, deren Lenzbote das Mahl wurde, dann
Das Mahl wird stets am zweiten Freitag des Fe bruars gehalten, so sehr sich inzwischen auch die Bedingungen der Schiffahrt technisch verändert haben. Auch die Stunde des Beginns ist nach alter Mode verhältnismäßig früh am Tage- bald nach Mittag- gegen zweieinhalb Uhr angesetzt. Vorbereitungen, Anschaf= fungen, Kosten des Festes ruhen nach wie vor bei den Schaffern; jedes Jahr werden 9 neue erwählt, und zwar 6 Kapitäne und 3 Kaufleute, welch letztere die Ausgaben dafür zum größten Teil zu tragen und auch die offiziellen Reden zu halten haben. Da das Schaffen teuer ist, können es natürlich nur vermögliche Großkaufleute übernehmen. So sind unter den alten und jungen Schaffern die Namen der besten Bremer Firmen
Internationale Weltblitze.
Internationale Weltblitze.
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Nach dem Schaffermahl.
Im Anschluß an den
Artikel„ Die Bremer Schaffermahlzeit" bringen wir noch das nebenstehende Bild, das den Grafen Zeppelin und den Direktor des Norddeutschen Lloyd, Regierungsrat a. D. Pezzet im Kreise der Teilnehmer nach dem Mahl zeigt.
Wie auf dem Bilde zu sehen ist, treten nach dem Mahle auch die langen weißen Tonpfeifen in Aktion.
Nach der Schaffermahlzeit in Bremen.( XX Graf Zeppelin und Lloyddirektor Petzet.
Por kurzem ist der bekannte samoanische Häuptling Mataafa geſtorben. Mataafa war dreimal König der Samoaner. Zuerst 1888, wo er auf Veranlassung der Amerikaner durch die Anhänger Malietoa Laupepas zum Gegenfönig gegen Tamasese aufgestellt wurde. Es gelang ihm bald, sich in den Besitz von Apia zu setzen, wo er sich verschanzte und von wo aus er dauernd die Europäer auf Samoa beunruhigte. Im Januar 1889 gelang es ihm, ein deutsches Detachement, das von der Korvette„ Olga" an Land gesetzt war, fast vollständig aufzureiben und das deutsche Konsulat in Brand zu setzen. Die Samoakonferenz von 1889 setzte ihn ab, und statt seiner wurde Malietoa Laupepa von den Vertragsmächten anerkannt. 1893 wurde er von seiner Partei aufs neue zum König gewählt, und wieder begannen die Unruhen auf Samoa. Diesmal glückte es Mataafa jedoch nicht, sich der Herrschaft zu bemächtigen, und nach einer schweren Niederlage durch den von Deutschen und Engländern unterstützten Malietoa wurde er nach den Marschallinseln verbannt. Als Malietoa 1898 gestorben war, wurde Mataafa zum dritten und letzten Male zum König von Samoa ausgerufen. Seine Wahl war auch diesmal der Ursprung zahlreicher Wirren und Kämpfe, die erst beendigt wurden, als die Mächte 1899 Samoa seine Selbständigkeit nahmen und es aufteilten.
Der heutige Tag bringt übrigens die 23. Wiederkehr des Unglückss tages, an dem im Hafen von Apia die deutschen Kriegsschiffe„ Adler" und „ Eber" in einem furchtbaren Sturm untergingen.
Eine Eisenbahn über das Meer.
Einer der Viadukte der Ostküstenbahn von Florida.
Mataafa †.
In Präsidenten Saft wurde
Eisenbahn eingeweiht, die wohl als der kühnste Eisenbahnbau der Gegenwart bezeichnet werden kann: die Ostfüstenbahn von Florida, die vom Festlande aus etwa 180 km weit über Meer und Inseln bis nach dem südwestlich von der Südspite Floridas belegenen Hafen Key West geht. Hierdurch und mit Hilfe der Dampferverbindung zwischen Key West und Havana( 8 Stunden Fahrt) ist eine unmittelbare Verbindung von New York ober Chicago nach Ruba hergestellt worden. Die Ozeanbahn beginnt bei Miami, dem bekannten Badeort an der südöstlichen Küste Floridas, geht erst durch Sumpfgebiete und dann vom Meeresstrande aus über die Inselkette, die sich bis Key West hinzieht. über nicht weniger als 41 Inseln, sogen. Keys, die auf Korallenriffen aufgebaut sind, führt der merkwürdige Eisenbahnweg. Die neue Ozeanbahn ist nicht nur eine der fühnsten, sondern auch interessantesten Eisenbahnen, indem sie über Inseln mit tropischer Pflanzenwe.t und durch prächtige Schwammfischereigründe weit aufs Meer hinausgeht. Darum wird sie auch die Touristen in Scharen anlocken.


