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Die Bremer Schaffermahlzeit.
J" ' n den altersgrauen Straßen, zwischen den ehrwürdigen Türmen und Spitzgiebeln unserer deutschen Seestädte geht aus Urväterzeit noch mancher altfränfischer Brauch, manche eingewurzelte Sitte um und ragt wie eine liebgewordene Reliquie in unsere anders gearteten, klug und nüchtern gewordenen Tage hinein. Hierzu gehört auch das Bremer Schaffermahl, das sich alljährlich im Hause Seefahrt, über dem der denkwürdige Spruch des Pompejus:„ Navigare necesse est, vivere non est necesse" prangt, erneut und eine Art Gipfelpunkt im merkantilen, nautischen und geselligen Leben der freien Hansestadt bedeutet. Es hängt mit dem ehemaligen Gildenwesen zusammen, das in Deutschland bis in das 12. Jahrhundert zurückreicht und im Mittelalter, gerade auch in der Hanse unter Kaufleuten, wie Schif
der ,, Armen Seefahrt" verwachsen, dieser frommen und milden Stiftung, die aus den Stürmen der Reformation in neuer, veredelter Gestalt geboren wurde. Sie war eine gemischte Gildenbildung, halb noch eine religiöse Bruderschaft, die den hochgesteigerten Gefahren, der unverschuldeten oder leichtsinnigen Armut und anderen charitativen Bedürfnissen des rauhen Sceberufes mit christlicher Fürsorge nachging, halb eine
weltliche Genossenschaft zur geordneten und gemeinsamen Vertretung der Gerechtsame und Interessen des Schifferstandes, gemischt ferner auch darin, daß sich, wenigstens seit dem Bau ihres ersten, eigenen Hauses 1561, ihre Spitze aus einer doppelseitigen Vertretung, aus den 8 Oberolden( Oberalten) und 22 Olderten der Schiffer und aué 4 kaufmännischen Vorstehern bildete Während aber ,, de gemeene Koopmann", die alte Raufmannsgilde noch im Kollegium der Alterleute und im Schütting eine gesonderte Körperschaft beibehielt, verschmolz die ursprüngliche Schiffergesellschaft immer ausschließlicher mit dem Hause Seefahrt und prägte ihm ihren Geist auf.
Das Haus Seefahrt in Bremen.
Mancherlei
fern eine besondere Blüte entfaltete. leibhafte Bettern, die es in Hamburg, Lübeck oder sonst in dem gern schmausenden Niedersachsen, ja auch in Bremen selbst, 3. B. in der früheren, von seltsamen Zutaten umrankten Cuappenmahlzeit der Fischerzunft oder in den Schüttingfesten hatte, sind eingegangen, aber seine überkommene Einrichtung hat sich zäh und ohne Unterbrechung, auch unter wechselnden Zeitläuften und Zeitbedürfnissen, gleich einem teueren Familienerb- und-prunkstück zu erhalten gewußt.
Seine Anfänge sind eng mit der ältesten Geschichte
Die zu seiner Unterhaltung nötigen Einkünfte hatte man seit alters, wohl weit zurückliegend in die Hanse, aus allerlei Abgaben, aus sogenannten Gottespfennigen, Gelübdespenden, Brüchen( Bröken, Strafgelder für Versehen und Vergehen an Bord) und ähnlichem ge
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