Ausgabe 
13.1.1912 Zweites Blatt
 
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haupt 250 Stimmen. Stichwahl zwischen Schroeder u. Hüttmann.

Eschwege Schmalkalden,( bisher Ref.). Raab ( Ref.) 6450, Dr. Ohr( F.) 5733, Thoene( S.) 11 074 Stimmen. Stichwahl zwischen Raab und Thoene.

Frizlar Homberg- Ziegenhain( bisher D.-S.). Henningsen( D.-S.) 5974, Dr. Laporte( F.) 1848, Hestermann( D.-B.) 4299, Jordan 886 Stimmen. Stich­wahl: Henningsen- Hestermann.

West( bisher Pfundtner, Fortschr. Vpt.). Bernstein ( S03.) gewählt.

Magdeburg, Stadt,( bisher Kobelt, b. k. F.). Landsberg( Soz.) mit 5000 Stimmen Mehrheit ge­wählt.

Nordhausen( bisher Wiemer, F. Vpt.). Stich­wahl Wiemer( F. V.) und Soz.

Erfurt Schleusingen- Ziegenrück( bisher Hagemann ( Nat.). Sozialdemokrat gewählt.

Kiel Rendsburg( bisher Legien, Soz.). Sozialde­gewählt.

Hannover, Stadt( bisher Brey, Soz.). Brey

Wiesbaden- Rheingau( Amtl. Ergebnis)( bis- mokrat her S.). Lehmann( S.) 15 295, Bartling( N.) 10 436, Sturm( F.) 8938, v. Kloeden( W.-V.) 7101, Klingen­der 271, Wilhelmi 599 Stimmen.

Die Wahlen im übrigen Deutschen Reich.

gewählt.

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Siegen Wittgenstein( bisher Vogel, Nationall.). Mumm( Christl.- Sozial) gewählt.

Köln, Stadt( bisher Trimborn, 3tr.). Trimborn ( 3tr.) 17 656, Hofrichter( Soz.) 18 927, Bernbach( N.) Köln, 7250. Stichwahl Trimborn- Hofrichter. Landkreis( bisher Hamacher, Ztr.). Stichwahl Soz. u. Zentrum.

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Kreuznach Simmern( bisher Paasche, Natlib.). Paasche( Natl.) 11 000, Lucke( B. d. L.) 9000, Krü­ger( Fortschr. Vpt.) 2000, Müller( S03.) 1000. Stich­

München 1( bisher Wölzl, Natl.). Stichwahl Kerschensteiner( Lib.) und Soz. München 2( bisher

v. Vollmar, So3.). Vollmar gewählt.

Was btsher aus dem Reiche bekannt geworden ist, läßt durchweg auf ein Anwachsen der sozialde mokratischen Flut schließen. Bremen und Magdeburg sind von der Sozialdemokratie den Liberalen entrissen worden. In Leipzig soll Stich­wahl zwischen dem Nationalliberalen Jund und dem so­zialdemokratischen Kandidaten anstehen. Sogar aus Potsdam, der preußischen Residenzstadt par excel- wahl Paasche- Lucke. lence, verlautet der Sieg des Genossen Liebknecht. Darmstadt, bisher vertreten vom Nationailiberalen Osann, hat Stichwahl zwischen dem Sozialdemokraten Quessel und Osann. Sehr schmerzlich wird es alle Freunde des sozialen Fortschritts berühren, daß Na u mann in der Stichwahl seines Kreises Heilbronn aus­gefallen ist. Dagegen scheint es, als ob dem Führer der Nationalliberalen, Bassermann, das Wahlglück doch noch hold ist. Er ist in Saarbrücken in eine gün­stige Stichwahl gekommen. In Wiesbaden steht der Nationalliberale Bartling in Stichwahl mit dem Sozialdemokraten Lehmann, dem früheren Inhaber des Mandats. Köln, bisher ein sicherer Siz bes Zentrums, ist zum Stichwahlpreis zwischen Zentrum und Sozial­demokratie geworden. Kassel wird nicht mehr anti­semitisch vertreten sein, Lattmann ist nicht in die Stich­wahl gekommen.

So sieht es in den großen Städten des Reiches aus. Jm allgemeinen betrübend genug. Denn es ist nicht nur das Anwachsen der sozialdemokratischen Mandate allein, was hier als Stimmungsmittel wirkt. Dazu kommt noch der Eindruck der Beschlagnahme der vielen großen Kulturstätten des Deutschen Reiches durch die Sozialdemokratie. Diese großstädtische Uebermacht der Sozialdemokratie muß ganz automatisch ein weiteres Verlegen des staatlichen Schwergewichts und der staat lichen Verankerung auf das Land nach sich ziehen. Das aber ist so ziemlich gleichbedeutend mit einem Erstarken der rückwärts gerichteten Tendenzen. Mit einem Wort: eine übermächtige Sozialdemokratie muß eine böse kon= fliktsperiode heraufführen. Und das Geraune ging ja schon Wochen vor der Wahl, daß der äußersten Rechten ein bedrohliches Anschwellen der roten Mandate nicht so unsympathisch sei, um zunächst eine Parlaments­auflösung und neue Wahl, vielleicht sogar noch wei­tere Ziele zu erreichen. Auch wenn derarttges nicht als fester Plan der parteiamtlichen Instanzen existieren wird, ist es doch bezeichnend für die Stimmung in manchen sehr einflußreichen Kreisen, die außerdem in der Schwie­rigkeit der internationalen Lage eine starke Kräftigung ihrer Position fühlen.

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Stadt Berlin. Mitte( bisher Kaempf, F. Vp.). Stichwahl Kaempf( F. Vp.) und Düwell( S03.). Oberst a. D. Gaedtke( Dem. Vg.) ausgefallen. Aeußere Stadt- Süd und Südwest( bisher Fischer, Soz.). Fischer gewählt. Innere Stadt- Süd( bisher Heine, Soz.). Pfannkudy( S03.) gewählt. Aeußere Stadt- Ost( bis­her Büchner, So3.). Büchner gewählt. Innere Stadt­Nord( bisher Schmidt, Soz.). Schmidt gewähl ,. Aeußere Stadt- Nord und Nordwest( bisher Ledebour, Soz.). Ledebour gewählt.

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Potsdam Osthavelland( bisher Pauli, Kons.). Stichwahl Liebknecht( Soz.) und Konservativ. Frankfurt a. D.- Lebus( bisher Faber, Srz.). Stichwahl Bollert( Natl.) und Weyl( Soz.).

Stettin, S, adt,( bisher Dohrn, Fortschrittliche Bpt.). Schriftsteller Fogtherr( S03.) gewählt.

Posen, Stadt und Kreis( bisher Nowicki, Pole). Nowicki( Pole) gewählt.

Militsch- Trebnitz( bisher v. Heydebrand, Ks.). v. Heydebrandt gewählt.

Breslau, Stadt- Ost( bisher Fürst v. Hatzfeldt, Rpt.). Stichwahl Natl. und Soz.- Breslau, Stadt­

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Landau- Neustadt( bisher Huber, Soz.). Univ.­Professor Dr. van Calker( Natl.) 12 653, Huber( S03.) 8441, Dünger( B. d. L.) 10 369. Stichwahl v. Calfer und Dünger.

Nürnberg( bisher Südekum, Soz.). Sozialde­mokrat gewählt.

Bautzen( bisher Gräfe, D. Refpt.). Stichwahl Soz. und Reformpartei. Dresden- Neustadt( bisher Kaden, Soz.) k Sozial­demokrat gewählt. Dresden- Altstadt( bisher Heinze, Dresden- Land Natl.). Stichwahl Natl. und Soz. ( bisher Horn, Soz.). Sozialdemokrat gewählt. Leipzig, Stadt( bisher Junck, Natl.). Stichwahl Leipzig, Landkreis( bisher Gezer,

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Natl. und S03. Soz.). Sozialdemokrat gewählt. Annaberg- Schwarzenberg( bisher Stresemann, Natl.). Grenz( Soz.) gewählt.

Stuttgart( bisher Hildenbrand, Soz.). Hilden brand gewählt.

Reutlingen Tübingen( bisher v. Payer, F. Vpt.). Stichwahl v. Payer( F.V.) und Soz.

| den absichtlich von den Klägern gemacht seien, ein Gut­achten des Herrn Oberbergrats Overthun vom Kgl. Oberbergamt in Dortmund eingeholt, der sich wie folgt äußerte: Die vorgefundenen Schäden sind vor der frag­lichen Revision nicht vorhanden gewesen; es ist keines= wegs ausgeschlossen, daß sie von den Klägern absicht­lich mit einem Druck durch den Daumen herbeigeführt sind. Keine Lampe kann einem solchen Druck wider= stehen, selbst wenn sie sich in ordnungsmäßigem Zu stande befindet. Aus der ganzen Beschaffenheit der Män­gel und den Zeugenaussagen geht vielmehr klar hervor, daß die Schäden absichtlich von den Klägern gemacht sind. Das Gericht wies denn auch auf Grund die­ses Gutachtens und der Zeugenaussagen die Kläger ko­stenpflichtig ab.

Wenn die Regierung früher geglaubt hat, von der Tätigkeit der Sicherheitsmänner im Bergbau eine Besse­rung der Beziehungen zwischen Zechenbesitzern und Berg­arbeitern erwarten zu können, so hat diese Verhandlung wiederum bewiesen, daß die sozialdemokratischen Sicher­| heitsmänner das entgegengeletzte Ziel verfolgen.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde in Gießen. In der Stadtkirche. Vormittags Uhr: Pfarrassistent Schorlemmer. Vorm. 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfr. Schwabe. Nachm. 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe.

Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Montag, den 15. Januar, abends 8 Uhr: Versamm­lung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäus­

gemeinde.

Donnerstag, den 18. Januar, abends 8 Uhr im Markussaal: Bibelstunde.( Ausgewählte Psalmen.) Pfarrer Schwabe.

In der Johannesfirch e. Vorm. Uhr: Professor D. Eck. Borm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends Uhr: Versammlung der konfirmierten weib­

lichen Jugend der Lukasgemeinde. Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal.

Mittwoch, den 17. Januar, abends 8 Uhr: Bibel= stunde im Johannessaal. Pfarrer Ausfeld. Freitag, den 19. Januar, nachmittags 4 Uhr: Ver­

Balingen Rottweil( bisher Haußmann, schr. sammlung d. Frauenmissionsverein der Lukasgemeinde. Vpt.). Stichwahl Fortschr. Vpt. und Soz.

Haas

Karlsruhe( bisher( Ged, Soz.). Dr. ( F. V.) 13 341, Geck( S03.) 15 956, v. Gemmingen ( Rpt.) 11 472. Stichwahl Dr. Haas und Geck.

Heidelberg( bisher Beck, Natl.). Beck( Natlib.) 12 129, Pfeiffle( S03.) 8143, Reinhard( 3tr.) 6822, Hollenbach( Kons.) 1094. Stichwahl Beck und Pfeiffle.

Varel- Jever( bisher Traeger, F. V.). Stichwahl Fortschr. Vpt. und Soz.

Braunschweig- Blankenburg( bisher Langer= feldt, Rpt.). Sozialdemokrat gewählt.

Bremen( bisher Hormann, F. V.). Henke( S.) gewählt.

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Hamburg- Ost( bisher Bebel, Soz.). Bebel ge= wählt. Hamburg- West( bisher Dietz, Soz.). Dietz ge­wählt. Hamburg- Land( bisher Metzger, Soz.). So­zialdemokrat gewählt.

Straßburg, Stadtkreis( bisher Böhle, So3.). Böhle gewählt.

Man schreibt uns:

Soziales.

Daß es den sozialdemokratischen Sicherheitsmännern oft weniger um die Sicherheit ihrer Kameraden als da= rum zu tun ist, den Zechenverwaltungen Unannehmlich­keiten zu bereiten, zeigt eine am 10. Januar vor dem Königlichen Landgericht in Dortmund als Berufungs­instanz geführte Verhandlung. Das der Verhandlung zugrunde liegende Vorkommnis wurde in der Deffent­lichkeit schon wiederholt erörtert. Es handelt sich kurz um folgendes:

Zwei Sicherheitsmänner von Zeche Dorstfeld bei Dortmund waren im Oktober 1910 von der Zechen­verwaltung entlassen worden, weil sie bei einer über Tage unbefugten Weise vorgenommenen Revision von Grubenlampen eine Anzahl der Lampen vorsätzlich be­schädigt hatten. Sie wurden zwar nach einiger Zeit wieder eingestellt, jedoch nicht in demselben Revier, in dem sie als Sicherheitsmänner gewählt worden waren. Dieses nachsichtige Verhalten der Zechenverwaltung war darauf zurückzuführen, daß man nach den zur Entlassung geführten Verhandlungen zu der Ueberzeugung gekom­men war, daß die Sicherheitsmänner nicht aus eigenem

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Antriebe gehandelt hatten, sondern durch Dritte beein flußt, sich zu dem unbegreiflichen Vorgehen hatten ver­leiten lassen.

Die beiden Arbeiter hatten beim Berggewerbegericht

gegen die Zechenverwaltung Klage auf Zahlung des

ihnen durch ihre Entlassung entgangenen Arbeitsver= dienstes und Wiedereinsetzung in das Amt eines Sicher­heitsmannes angestrengt. Das Gericht hatte die Klage abgewiesen. Das Landgericht hatte nun zu der Frage, ob aus der Beschaffenheit der an den Sicherheitslampen nach der fraglichen Revision durch die Sicherheitsmänner vorgefundenen Mängel klar hervorgehe, daß die Schä­

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Katholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 13. Januar. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Ge­legenheit zur hl. Beicht.

Sonntag, den 14. Januar.

Fest des heiligen Namens Jesu. Vorm. von Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe.

Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt.

Nachm. 5% Uhr: Christenlehre; darauf Andacht Segen.

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